Essen und Trinken auf der Konferenz
Am 16. Juli 1945 veröffentlichte die „New York Times“ verschiedene Beiträge, die sich mit der Anreise der Delegationen und mit den Vorbereitungen zur Konferenz befassten.
4.000 G.I`s bereiteten die Stadt vor
Potsdam, Deutschland, Juli 15 (AP) – Fast 4.000 amerikanische Soldaten helfen, Potsdam für die Großen Drei vorzubereiten und wandeln, neben anderen Tätigkeiten, deutsche Wohnhäuser in alles Mögliche um, von Restaurants bis zu Radiostationen. Unter der Führung von Generalmajor Floyd L. Parks Besatzungstruppen richteten die Amerikaner Gebäude her, statteten sie mit 4.000 Tüchern aus und errichteten luxuriöse Installationen für Speisen und Getränke.
Mit den Annehmlichkeiten für Essen und Trinken ging es weiter.
Eisfabrik für Teilnehmer der Potsdamer Konferenz beschlagnahmt
Per Funk an die New York Times
Berlin, 15. Juli – Die Delegierten der Big Three-Konferenz in Potsdam werden alle Annehmlichkeiten genießen, die Besatzungstruppen bieten können. Um sicherzustellen, dass es ihnen an kalten Getränken nicht mangelt, wurde in Berlin eine Eisfabrik beschlagnahmt und es gibt ausreichende Vorräte an Bourbon-Gin, Scotch, Wermut, Weinen und Likören für jeden Geschmack.
Für die erste Mahlzeit sagte Maj. John E. Lennox aus Boston, dass es Melonen, Beeren, Salatherzen, Tomaten und alles geben würde, was GIs gerne essen würden. Zwei zehn Tonnen schwere mobile Kühlschränke werden für die offizielle Delegation erlesenes Fleisch bereithalten.
Die Mahlzeiten werden in altweltlichem Silber, feinem Glas und kostbarer Tischwäsche serviert, die aus den Ruinen Berlins geborgen wurden.
Major John E. Lennox war der Chef der amerikanischen Messen während der Potsdamer Konferenz, im Sperrgebiet Neubabelsberg und am Konferenzort Schloss Cecilienhof. Ihm zur Seite stand die Ernährungsberaterin First Lieutenant May Felts vom Woman Army Corps (WAC).


Die Verwaltung für die im Delegationsgebiet befindlichen Messen (Mess Office) war in der Kaiserstraße 66. In der Stubenrauchstr. 4 befand sich die Senior Officers`Mess und in der Stubenrauchstr. 8 die Junior Officers` Mess. Eine Messe für Besondes Wichtige Personen (Entrance Mess Hall, VIP) war in der Berliner Str. 78 bis 80.
Messe für Very Important Persons (VIP Mess)
In dieser Messe, die sich in der Berliner Str. 78 bis 80 (heute: Rudolf-Breitscheid Str. 164) befand, arbeiteten nachweislich die folgenden Personen mit einem Offiziers-Dienstgrad:
Lt. Brawley, J. L.
Capt. Bruner, J. H.
Lt Col. Buckley,
Lt. Felts, May
Major Lennox, John E.1Im Telefonverzeichnis v. 20. Juli 1945 werden als Initialen für seinen Vornamen angegeben: D. K.

Heute als Projekthaus Potsdam im Besitz der INWOLE GmbH. Von ihrer Seite stammt auch das obige Foto.
Schlußbemerkungen
Insgesamt ging es der amerikanischen Delegation nicht schlecht in Neubabelsberg. Was auch die zahlreichen hier aufgenommenen Fotos zeigen. Nach den langen Jahren des Krieges genossen sie die Annehmlichkeiten, die sie in den Häusern nahe dem deutschen „Hollywood“ vorfanden. Aus den bislang ausgewerteten Dokumenten geht nicht hervor, ob sie dabei auch manchmal an die vorherigen Eigentümer und Bewohner der Häuser dachten.
Deutschland war eine besiegte Nation. Hätte es den Krieg nicht vom Zaun gebrochen, gäbe es keine Niederlage 1945 und auch keine Konferenz, die sich mit der Zukunft Deutschlands, Europas und anderer Teile der Welt befassen musste. Die Amerikaner wussten, dass sie nach Abschluss der Konferenz die Häuser in Neubabelsberg verlassen würden und sich in ihrem Berliner Sektor einzurichten hätten. Was die Russen in ihrem Sektor machten, interessierte sie nur nebenbei. Auch ob sie die Häuser behielten oder zurückgaben. Letzteres passierte zögerlich ab 1952.
Anmerkungen
- 1Im Telefonverzeichnis v. 20. Juli 1945 werden als Initialen für seinen Vornamen angegeben: D. K.
© GeschichtsManufaktur Potsdam (12.03.2025)