Die nachfolgenden Ausführungen sind ein Versuch der Definition der von der sowjetischen Delegation auf der Potsdamer Konferenz genutzten Zone und der Verifizierung der darin befindlichen Häuser. Offizielle Dokumente – wie Telefon- oder Unterkunftsverzeichnisse – konnten bislang nicht gefunden werden.
Im ersten Teil werden zunächst die Häuser behandelt, die sich direkt in dem von der sowjetischen Delegation benutzten Bereich befinden. Der zweite Teil befasst sich mit der Situation in Neubabelsberg nach dem Ende der Potsdamer Konferenz bis zur Auflösung des Sperrgebiets Neubabelsberg und der Übergabe der darin befindlichen Häuser an die Behörden der DDR am 1. Juli 1952.
Teil 1 Potsdamer Konferenz Sommer 1945
Als Grenzen des für die sowjetische Delegation geschaffenen Gebietes in Neubabelsberg lassen sich die Allee nach Glienicke im Norden, der Griebnitzsee im Osten, die heutige Rosa-Luxemburg-Straße im Westen und die Sauerbruchstraße im Süden bestimmen.
Die Rekonstruktion ergab eine Gesamtzahl von 67 Häusern, die sich direkt darin befanden. Das waren in der Kaiserstraße 23 Häuser, in der Wasserstraße 8 Häuser, in der Bergstraße 6 Häuser, in der Behringstraße 6 Häuser, am Johann-Strauß-Platz 6 Häuser, in der Sauerbruchstraße 7 Häuser und in der Filchnerstraße 11 Häuser. Wie die auf dem Gebiet der Sternwarte und in der Straße An der Sternwarte stehenden Häuser genutzt wurden, muss noch untersucht werden.
Das entspricht der zuvor vermuteten Zahl 63 bis 68 Häusern. Darüber hinaus waren in Neubabelsberg außerhalb des für die Delegationen geschaffenen Sperrgebiets zahlreiche weitere Häuser beschlagnahmt worden, die nach der Konferenz in Einzelfällen zurückgegeben wurden.
Kaiserstraße
Heutige Bezeichnung: Karl-Marx-Straße
Kaiserstr. 14
„Übernahme 1952 durch DVA. Eigentümer: Schimmelpfennig.“
Kaiserstr. 18
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 20
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 21
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 22
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 23
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 24
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 25
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 25a
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 26
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 27
Residenz von J. W. Stalin.
Kaiserstr. 28/29
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 30/31
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 32
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 33/34
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 35b
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 36a
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 38
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 41
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 44
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 46
Nutzung unbekannt.
Kaiserstr. 54
„Das Grundstück wurde zum Teil als Kohlenlager benutzt, so daß die untere Wohnung des Hauses durch die Inanspruchnahme ruiniert wurde. Lange Zeit Leerstand. Eigentümer: Schulz, Arnold.“
Kaiserstr. 70
„24.7.1957 Das Grundstück war während der Zeit der Nutzung durch sowjetische Einheiten mehrere Jahre nicht bewohnt.“
Wasserstraße
Heutige Bezeichnung: Wasserstraße
Wasserstr. 1
Nutzung unbekannt.
Wasserstr. 2
Nutzung unbekannt.
Wasserstr. 3
Nutzung unbekannt.
Wasserstr. 4
Nutzung unbekannt.
Wasserstr. 5
Nutzung unbekannt.
Wasserstr. 6
„28.5.1957: Das Mietwohngrundstück Wasserstr. 6 wurde Anfang 1945 einschließlich dem gesamten Eigentum von 11 Familien durch die sowjetischen Besatzungstruppen zu deren Nutzung beschlagnahmt. …der bauliche Zustand des Grundstücks verschlechterte sich von Jahr zu Jahr. Hinzu kam die unsachgemäße bauliche Veränderung eines der drei Wohnhäuser, das in eine Garage verwandelt wurde …. Eigentümer: Vogel, Siegfried/Volkwein, Waltraud.“
Wasserstr. 7
Nutzung unbekannt.
Wasserstr. 8
Nutzung unbekannt.
Wasserstr. 9
Nutzung unbekannt.
Bergstraße
Heutige Bezeichnung: Spitzweggasse
Bergstr. 1
Nutzung unbekannt.
Bergstr. 2
Nutzung unbekannt.
Bergstr. 3
Nutzung unbekannt.
Bergstr. 4
Nutzung unbekannt.
Bergstr. 5
Nutzung unbekannt.
Bergstr. 6
Nutzung unbekannt.
Behringstraße
Heutige Bezeichnung: Behringstraße
Behringstr. 82
Nutzung unbekannt.
Behringstr. 83
Nutzung unbekannt.
Behringstr. 88
Nutzung unbekannt.
Behringstr. 90
Nutzung unbekannt.
Behringstr. 91
Nutzung unbekannt.
Behringstr. 92
Nutzung unbekannt.
Johann-Strauß-Platz
Heutige Bezeichnung: Johann-Strauß-Platz
Johann-Strauß-Platz 1
Nutzung unbekannt.
Johann-Strauß-Platz 2
Nutzung unbekannt.
Johann-Strauß-Platz 3
Nutzung unbekannt.
Johann-Strauß-Platz 4
Nutzung unbekannt.
Johann-Strauß-Platz 5
Nutzung unbekannt.
Johann-Strauß-Platz 11
Nutzung unbekannt.
Sauerbruchstraße
Heutige Bezeichnung: Sauerbruchstraße
Sauerbruchstr. 12
Nutzung unbekannt.
Sauerbruchstr. 13
Nutzung unbekannt.
Sauerbruchstr. 14
Nutzung unbekannt.
Sauerbruchstr. 15
Nutzung unbekannt.
Sauerbruchstr. 16
Nutzung unbekannt.
Sauerbruchstr. 17
Nutzung unbekannt.
Sauerbruchstr. 20
Nutzung unbekannt.
Filchnerstraße
Heutige Bezeichnung: Rosa-Luxemburg-Straße
Filchnerstr. 15
Nutzung unbekannt.
Filchnerstr. 14
Nutzung unbekannt.
Filchnerstr. 13
Herbst 1956: Übernahme des Grundstücks durch Deutsche Hochschule für Filmkunst, zuvor DASR.
Enteignung auf Grundlage des Befehls Nr. 245. Eigentümerin: Krag, Erna, Lövenich (?) bzw. Wernigerode
Filchnerstr. 12
Nutzung unbekannt.
Filchnerstr. 11
Nutzung unbekannt.
Filchnerstr. 10
Nutzung unbekannt.
Filchnerstr. 9
Nutzung unbekannt.
Filchnerstr. 8
Nutzung unbekannt.
Filchnerstr. 7
Nutzung unbekannt.
Filchnerstr. 6
Nutzung unbekannt.
Filchnerstr. 5
Nutzung unbekannt.
Teil 2 August 1945 – Juli 1952
Im Brandenburgischen Landeshauptarchiv und im Stadtarchiv Potsdam befinden sich verschiedene Dokumente mit Informationen zur Nutzung der Häuser von Neubabelsberg nach dem Ende der Potsdamer Konferenz. Ein genauer Überblick kann jedoch nur entstehen, in dem die bislang eingesehenen Dokumente gründlich ausgewertet werden und eine systematische Suche nach weiteren Akten erfolgt. Die ausgewerteten Akten wurden in einer Quellenliste zusammengefasst und die darin aufgeführten Objekte miteinander abgeglichen.
Für die von der Sowjetarmee genutzten Häuser waren verschiedene Verwaltungen tätig.
1948 Beauftragter für Bauten der Besatzungsmacht, Oberbaurat Richard, Potsdam, Schwertfegerstr. 8
1950 Ketsch, Potsdam, Behlertstraße 4a (ermittelter Mitarbeiter Major Bebeschkow)
1951 Zentralbaubüro für Bauten der Besatzungsmacht Luckenwalde, Sitz: Potsdam (?), Mauerstr. 13
Per 1. Juli 1952 waren von der sowjet. Dienststelle alle Grundstücke des ehemals abgesperrten Gebietes in Potsdam-Babelsberg übergeben worden. Die Deutsche Verwaltungs-Akademie (DVA) war der neue Nutzer. Nachfolgende Übersicht enthält die in Dokumenten nach der Übergabe aufgelisteten Objekte, die sich zuvor im Sperrgebiet befanden. In einzelnen Fällen gab es Vermerke. In anderen waren nur Adresse und vormaliger Eigentümer aufgeführt.
An der Sandscholle
An der Sandscholle 2
An der Sandscholle 4
August-Bebel-Straße
August-Bebel-Str. 13
August-Bier-Straße
August-Bier-Str. 2
„Ab 1945 von sowjetischen Einheiten genutzt; keine Nutzung durch DVA, 1.10.1956 den Eigentümern übergeben. Eigentümer: Baumann`sche Erben“
August-Bier-Str. 12
„Gebäude von sowjetischen Einheiten ´abgetragen. `1.3.1957: Das Grundstück ist durch die Nutzung durch sowjetische Einheiten zu 80% zerstört, die Reste des hauses sind ebenfalls unbrauchbar und müssen angerissen werden. Eigentümer: Strohkorb, Eduard“
Domstraße
Domstr. 2-8
Domstr. 25-27
Domstr. 26
„Bis zum 1.7.52 von der Besatzungsmacht in Anspruch genommen. Eigentümerin: Lange Hilde, Potsdam H.-Maaß-Str. 22a“
Domstr. 31
„Nutzung als Kasernengebäude. Eigentümerin: Bredereck, Margarete.“
Domstr. 40
Domstr. 46
„Nutzung des Grundstücks durch sowjetische Einheiten. Eigentümer: Milchhöfer Erich.“
Espengrund
Espengrund 7
Fontanestraße
Fontanestr. 10
Fontanestr. 13
Fontanestr. 15
„Schäden wegen Nutzung durch Sowjetarmee. Eigentümerin: Ollenroth, Elisabeth, Potsdam, Uhlandstr. 19“
Fontanestr. 20
Freiligrathstraße
Freiligrathstr. 1(?)
„1952 von DVA übernommen, vorher Sowjetarmee, 1958 Übergang in Verwaltung des damaligen Eigentümers, 1958 Kauf durch Ruppin, Susanne-Eva.“
Freiligrathstr. 5
Freiligrathstr. 7
Freiligrathstr. 10
Goethestraße
Goethestr. 48
Goethestr. 50
Goethestr. 75
Griebnitzstraße
Griebnitzstr. 3, 4, 5, 5a, 6
„1954 noch beschlagnahmt. Eigentümerin: Werner, Margarete“
Herderstraße
Herderstr. 1
Herderstr. 4
„Von der Sowjetarmee als Schweinestall genutzt. Eigentümer: Ring, Hubert.“
Johann-Strauß-Platz
Johann-Strauß-Platz 5
Karl-Marx-Straße
Karl-Marx-Str. 10a
Karl-Marx-Str. 15
Karl-Marx-Str. 41
Karl-Marx-Str. 51
Karl-Marx-Str. 54a
Karl-Marx-Str. 58
Karl-Marx-Str. 59
Karl-Marx-Str. 70
Karl-Marx-Str. 72
„Leerstand während der Zeit der Besetzung. Eigentümerin, Ramm, Elfriede, Werder/Havel, Puschkinallee 22.“
Körnerweg
Körnerweg 2
„8.11.1957 Das Grundstück des Herrn Arthur Maessing (Schweinfurt a. Main) befand sich bei der Übernahme durch die Akademie in einem nicht bewohnbaren Zustand.“
Lessingstraße
„Die gesamten Gebäude in der Lessingstraße von Soldaten der Roten Armee bewohnt bzw. einige Gebäude als Arrestgebäude verwandt worden. … Im besonderen waren fast in jeder Etage von der Besatzungsmacht die Räume miteinander verbunden worden.“
Lessingstr. 38
„3.5.1957 Während der Zeit der Nutzung des Grundstücks durch sowjetische Einheiten hat es als Kaserne gedient. Beschlagnahmung des Grundstücks 19. August 1945 bis Oktober 1950. Eigentümerin: Andreas, Minna.“
Lessingstr. 39
Lessingstr. 40 u. 42
„2.2.1956 Von den sowjetischen Freunden wurde beide Gebäude als Dienstgebäude verwandt, u.a. waren Arrestzellen eingerichtet und in einzelnen Wohnungen Mauerdurchbrüche vorgenommen worden.“
Lessingstr. 41
Lessingstr. 43/45
„Schäden infolge Nutzung durch sowjetische Einheiten. Eigentümerin: Reipert, Frieda, Babelsberg, Rudolf-Breitscheid-Str. 78.“
Pasul-Neumann-Straße
Paul-Neumann-Str. 92
Reuterstraße
Reuterstr. 19
Reuterstr. 21
Reuterstr. 24
Robert-Koch-Straße
Robert-Koch-Str. 1a
Robert-Koch-Str. 5
Robert-Koch-Str. 8a
„Als ich mein Haus 1945 verlassen mußte, befand es sich in einem einwandfreien Zustand.“ Erste Reparaturen durch Eigentümerin 1952. Eigentümerin: Murach, Meta, Babelsberg, Kopernikusstr. 17.
Robert-Koch-Str. 9
Rosa-Luxemburg-Straße
Rosa-Luxemburg-Str. 13
Rosa-Luxemburg-Str. 15
Rosa-Luxemburg-Str. 21
Rosa-Luxemburg-Str. 23/24
Rosa-Luxemburg-Str. 40
Rosa-Luxemburg-Str. 41
Rudolf-Breitscheid-Straße
Rudolf-Breitscheid-Straße 134/136
„1.7.1952 Übernahmedurch DASR. Eigentümerin: Baehr, Gertrud von.“
Rudolf-Breitscheid-Straße 154
Rudolf-Breitscheid-Straße 158
Rudolf-Breitscheid-Straße 200
Stahnsdorfer Straße
Stahnsdorfer Str. 70
Stahnsdorfer Str. 72
Stahnsdorfer Str. 76/78
„Lindenpark“ durch sowjetische Einheiten als Klubhaus genutzt. 1957 Freigabe des Grundstücks durch DVA, Umbau als Klubhaus der Gewerkschaft Wissenschaft. Eigentümerin: Frau Bosdorf.“
Stahnsdorfer Str. 100 u. 100a
„Eigentümer: Glatzel, Willi. Keglerheim Waldschlößchen, auch Betreiber Gaststätte Jagdschloß Stern bzw. ´Altes Jagdschloß Stern`. 1.7.1957 Rückgabe durch DASR an Glatzel. Überlegungen zur Wiederherstellung der 10 Kegelbahnen und des Gaststättenbetriebes.“
Stahnsdorfer Str. 102 u. 102a
„Waldhaus“ (102a) bisher als Studentenwohnheim genutzt, jetzt, 1957, Umnutzung zu Wohnungen. Vom 1.10.1945 (102) bzw. ab 15.5.1946 (102a – Waldhaus) von der Sowjetarmee beschlagnahmt, bis 30.6.1952. Eigentümerin: Bernert, Emilie.“
Stahnsdorfer Str. 104
„Von der Roten Armee bewohnt. Eigentümer: Ernst von Küchler.“
Steinstraße
Steinstraße 18
„Übernahme des Grundstücks 1.7.1952. Eigentümer: Rietz, Fritz.“
Teltowerstraße
Teltowerstraße 2
Virchowstraße
Virchowstr. 2
Virchowstr. 9/11
„28.03.1957 In diesem Grundstück war bisher die HO-Gaststätte ´Einheit` untergebracht. Wegen Unrentabilität ist die Gaststätte geschlossen worden. Übernahme durch die DASR. Übergabe an Hochschule für Filmkunst vorgesehen. Eigentümerin: Wieske, Lucie“
Virchowstr. 9/11
„1957 als Internat für Studenten genutzt. Großer Schwammschaden aus der Besatzungszeit. Eigentümer: Stülpnagel, Joachim von.“
Virchowstr. 28
Virchowstr. 30/32
Virchowstr. 33
„Nutzung durch Sowjetarmee. Eigentümer: Dr. Rostoski, Leopold.“
Virchowstr. 38
Virchowstr. 40
Virchowstr. 45
Virchowstr. 47
Virchowstr. 48
Virchowstr. 49
„Schäden aufgrund der Nutzung des Grundstücks durch sowjetische Einheiten. Eigentümer: Kiekebusch, Robert, Berlin-Frohnau“