In den letzten Kriegstagen 1945 übermittelte der Army Pictorial Service (APS) das erste Farbbild, das jemals über den Ozean übertragen wurde. Dieses Bild von Präsident Harry S. Truman, Premierminister Clement R. Attlee und Marschall Josef Stalin auf der Potsdamer Konferenz benötigte eine Übertragungszeit von 21 Minuten, 7 Minuten für jedes der drei benötigten Farbnegative.1Vgl. Thompson, George Raynor/Harris, Dixie R., United States Army in World War II: The Technical Services. The Signal Corps: The Outcome (Mid-1943 through 1945), Center of Military History United States Army Washington, DC., 1991 , S. 565 Das war nicht die einzige technische Hochleistung, die das Signal Corps der USA vor und während der Potsdamer Konferenz erbringen musste.

Vorgeschichte

Am 14. Juni 1945 sandte US-Präsident Harry S. Truman dem Botschafter der USA in der Sowjetunion, Averell Harriman, ein Telegramm mit folgendem Wortlaut:

Eisenhower wurde angewiesen, Unterkünfte und Konferenzräume für die amerikanischen Teilnehmer der bevorstehenden Konferenz im Voraus zu organisieren. Ihm wurden weder die Namen noch die Anzahl der Amerikaner mitgeteilt, die meiner Delegation angehören werden. Ich beabsichtige, meine Stabschefs, den Außenminister mit seinen Assistenten, zwei oder drei weitere hochrangige Beamte, Bedienstete, Geheimdienstmitarbeiter usw. mitzunehmen. Sobald die Anzahl und die Namen feststehen, werde ich sie Ihnen zur Kenntnis bringen.2Foreign Relations of the United States. Diplomatic Papers. The Conference of Berlin (The Potsdam Conference) 1945. In Two Volumes, Volume I, Washington 1960, Dok. Nr. 61 v. 14. (15.) Juni 1945, S. 97.

Am 17, Juni wollte US-Armeegeneral Dwight D. Eisenhower, Kommandierender General der US-Streitkräfte auf dem europäischen Kriegsschauplatz, Oberbefehlshaber der US-Besatzungstruppen in Deutschland, außerdem (bis 14. Juli) Oberbefehlshaber der Alliierten Expeditionsstreitkräfte, eine Gruppe von Offizieren und Mannschaften nach Berlin entsenden, um dort eine Vorbesprechung mit Vertretern von Marschall Schukow abzuhalten. Ziel war es, die notwendigen Vorbereitungen für das Treffen am 15. Juli in Berlin zu treffen. Die Vorbereitungen umfassten Unterkünfte, Nachrichtenverkehr, die Verlegung der benötigten US-Truppen und -Nachschubgüter nach Berlin zeitgleich mit dem Rückzug der US-Truppen aus der russischen Zone sowie Sicherheitsmaßnahmen.3Vgl. ebenda, Dok. Nr. 66, S. 100.

Die sowjetische Seite zögerte dies jedoch hinaus und nannte als Hauptgrund, dass Schukow nicht in Berlin sein würde. Erst am 28. Juni wäre er wieder zurück. Das konnte Eisenhower nicht akzeptieren, denn für die Vorbereitungen zur Unterbringung der Delegation für die Konferenz wurde die Zeit sehr knapp. General Floyd L. Parks, von Eisenhower mit der Umsetzung der Anweisung Trumans beauftragt, stand gewissermaßen Gewehr bei Fuß, hatte auch das Vorauskommando soweit schon gebildet und benötigte nur noch den Befehl zum Aufbruch von Frankfurt/Main nach Babelsberg. Aus diesem Grund schrieb Eisenhower am 19. Juni dem Leiter der US-Militärmission an der US-Botschaft in Moskau, John Russell Deane:

Angesichts der kurzen verbleibenden Zeit bis zum Treffen von Präsident Truman mit Marschall Stalin ist es unerlässlich, dass die Aufklärungsgruppe unverzüglich nach Berlin reist, um die vor Ort verfügbaren Unterkünfte für ihn und seine Begleitung zu erkunden, damit die notwendigen Männer und die zusätzliche Ausrüstung nach Berlin gebracht und die wichtigsten Vorbereitungen bis Mitte Juli abgeschlossen werden können. Dies kann nicht bis zur Rückkehr von Marschall Schukow nach Berlin am 28. Juni verschoben werden. Die Vorbereitungen für ein Treffen dieser Größenordnung können nicht innerhalb von zwei Wochen getroffen werden.
Es ist unbedingt erforderlich, dass General Parks und ein Aufklärungstrupp von etwa 50 Offizieren, 175 Mannschaften und 50 Fahrzeugen mit den notwendigen Transportflugzeugen morgen nach Berlin fahren und sich dort vom sowjetischen Befehlshaber, der Marschall Schukow in dessen Abwesenheit vertritt, den US-Sektor zeigen lassen. Auf Grundlage von Parks‘ Aufklärung müssen die notwendigen Truppen und das Material für die Einrichtung von Kommunikationsanlagen, Kantinen, Unterkünften und anderen Einrichtungen nach Berlin verlegt werden, sobald Parks dies für erforderlich hält.
Die uneingeschränkte Verkehrsführung auf der Autobahn Dessau Berlin für Fahrzeuge und auf der Luftstraße Halle Berlin für Transportflugzeuge wird ab morgen benötigt. Dies ist dringend, und eine Einigung muss umgehend erzielt werden, wenn der Zieltermin für das Treffen der drei Hauptakteure eingehalten werden soll.
Eine Konferenz mit Marschall Schukow oder seinen leitenden Stabsoffizieren ist für solche administrativen Details nicht erforderlich, und das formelle Treffen mit dem Marschall kann, wie Antonow vorschlägt, auf den 28. oder 29. Juni verschoben werden.4Ebenda, Dok. Nr. 77, S. 108.

Am 25. Juni waren die Amerikaner nicht weitergekommen. Die sowjetische Verzögerungstakt funktionierte. Vorrangig ging es den Sowjets dabei nicht um die Vorbereitung des Treffens in Potsdam. Vielmehr wollten sie Zeit gewinnen hinsichtlich der Übergabe der von ihnen besetzten und für die US-Besatzungszone vorgesehenen Gebiete von Berlin. Bevor die US-Army einzog, wollten sie  – gewissermaßen als Reparation – soviel wie möglich an Industrieanlagen, Vieh und Menschen herausholen. Deshalb schrieb Deane an den Ersten Stellvertreter des Volkskommissars für die äußeren Angelegenheiten (Außenminister), Andrei Januarjewitsch Wyschinski.

Sehr geehrter Herr Wyschinski,
ich habe ein weiteres dringendes Telegramm von General Eisenhower erhalten, in dem er die Anfragen wiederholt, die ich Ihnen in meinem Schreiben vom 23. Juni² bezüglich der Aufklärung von Zehlendorf auf zusätzliche Lagerplätze, der Nutzung der Autobahn Halle-Berlin ohne jeweils Sondergenehmigung und der Genehmigung zur Verstärkung der Gruppe von General Parks in Babelsberg gestellt habe.
Am dringlichsten ist die Einrichtung einer Hochfrequenz-Funktelefonanlage und Fernschreiberanlagen im Raum Berlin mit einer Relaisstation in der Nähe von Luckenwalde bei Belzig. Diese Installationen benötigen viel Zeit, und wir befürchten, dass wir sie nicht rechtzeitig zur Berliner Konferenz fertigstellen können, wenn die Installationen nicht umgehend beginnen. Generalmajor Frank B. [E.] Stoner und eine Spezialeinheit des Fernmeldekorps wurden von Washington entsandt, um die Installation durchzuführen, und warten nun in Frankfurt auf die Genehmigung zur Weiterreise nach Berlin. Es wäre sehr hilfreich, wenn dem örtlichen sowjetischen Befehlshaber in Berlin die Befugnis erteilt werden könnte, die für die Vorbereitung der Konferenz in Berlin notwendigen Operationen zu genehmigen.5Ebenda, Dok. Nr. 97, S. 126 f.

Einen Tag später kamen die Entscheidungen voran. Wyschinski schrieb an den US-Botschafter Harriman:

Sehr geehrter Herr Botschafter,
bezugnehmend auf Ihr Schreiben vom 25. Juni, in dem Sie darauf hinweisen, dass die Errichtung einer Hochfrequenz-Funktelefonstation und eines Fernschreibsystems zu den dringlichsten Vorbereitungsmaßnahmen für das Treffen gehört, hat das Volkskommissariat die sowjetischen Militärorgane in Berlin angewiesen, sich diesbezüglich unverzüglich mit General Parks in Verbindung zu setzen und, nachdem die Telefonnummer der von Generalmajor Frank B. [E.] Stoner geführten Kommunikationsgruppe ermittelt wurde, dieser die Weiterreise nach Berlin zu gestatten.6Ebenda, Dok. Nr. 103, S. 131.

Wann Generalmajor Frank Emil Stoner von Washington aus mit dem Flugzeug nach Frankfurt/Main in Marsch gesetzt wurde, ist nicht bekannt. Wann er dort eintraf und wie die von ihm geleitete Gruppe gebildet wurde, ebenfalls nicht.

Generalmajor Frank E. Stoner

Frank E. Stoner, geb. 25. Dezember 1894 in Vancouver (Washington), war der Chef des Funkdienstes der United States Army (englisch Chief of the U.S. Army Communication Service).

Auf Langwelle ließ er eine transatlantische Funkverbindung errichten. Diese konnte tagsüber und in der Nacht genutzt werden und war störunempfindlich gegenüber Polarlichtern. Außerdem entstand unter seiner Leitung die sogenannte Beltline (deutsch wörtlich „Gürtellinie“). Dabei handelte es sich um eine Kommunikationskette entlang des Äquators rund um die Erde. Hochfrequenztechnischer Vorteil war, dass die Ausbreitung von Funkwellen in den Tropen weniger durch ionosphärische Störungen beeinträchtigt wird als in polnäheren Breiten. Diese Funkkette wurde vom Army Command and Administrative Net (ACAN) genutzt und erlaubte die direkte Funkverbindung zu allen weltweit operierenden Einheiten (Schiffe, Flugzeuge und Truppenverbände) der Streitkräfte der Vereinigten Staaten. Über dieses Netz wurden im Jahr 1945 etwa 50 Millionen Wörter pro Tag übermittelt.7https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Stoner

Brigadegeneral Frank L. Howley, 42 Jahre alt, war während eines Aufenthaltes in Paris als Kommandeur einer Einheit der künftigen US-Militärregierung in Berlin ernannt worden. Im Dezember 1944 richtete er in Barbizon, in der Nähe von Paris, sein Hauptquartier ein und bereitete sich dort auf die ihm übertragene Aufgabe vor. Nach der Einnahme Deutschlands verlegte Howleys Einheit ihren Standort nach Bielefeld.

Generalmajor Floyd Parks, Kommandeur der 1. Luftlandearmee, wurde unter General Clay zum ersten amerikanischen Kommandanten von Berlin ernannt, und meine Einheit der Militärregierung wurde seinem Hauptquartier unterstellt. Von Berlin aus, wohin Parks geflogen war, schickte er eine Nachricht nach Bielefeld, um mich darüber zu informieren, dass ich die vorbereitende Aufklärung in Berlin leiten würde. Wir sollten nach Halle vorrücken und innerhalb von 24 Stunden abmarschbereit sein. Man ging allgemein davon aus, dass die Russen den östlichen, die Briten den nordwestlichen und die Amerikaner den südwestlichen Sektor Berlins besetzen würden. Meine Einheit war hochmotiviert und einsatzbereit. Wir hatten eine Flotte deutscher Autos requiriert, die wir umlackiert und in speziellen Garagen untergebracht hatten. 8Howley, Frank L.: Berlin Command (Englische Ausgabe) (S. 35). Eumenes Publishing. Kindle-Version.

Vermutlich bezog sich das auf das von General Eisenhower anfänglich favorisierte Einzugsdatum in Berlin: 17. Juni 1945. Howley verlegte nach Halle/Saale und bezog dort mit seinen Leuten eine vormalige Wehrmachtskaserne, vermutlich die ehamalige Heeres- und Luftwaffennachrichtenschule.

Die Vorhut gehörte nicht zur Militärregierung, sondern war eine reine Aufklärungseinheit von etwa fünfhundert Offizieren und Mannschaften, bestehend aus Stabs-, Nachrichtendienst-, Logistik- und Stabsangehörigen, unterstützt von Halbkettenfahrzeugen und Maschinengewehrteams. Ich wurde ausgewählt, nicht weil ich zur Militärregierung gehörte, sondern weil ich durch meine Kavallerieausbildung wusste, wie man einen motorisierten Verband von einem Ort zum anderen bringt. Meine Aufgabe bestand, wie ich verstand, darin, unseren Abschnitt aufzuklären, Arbeiter für die Instandsetzung von Gebäuden anzuheuern und die Ankunft des Stabs der 1. Luftlandedivision und des Hauptteils der 2. Panzerdivision einige Wochen später vorzubereiten.9Ebenda, S. 36.

In den Morgenstunden des 17. Juni 1945 brach General Howley mit seiner Einheit auf. Kam aber nur bis zur Elbe, wo ihn die Posten der Roten Armee nicht weiterziehen ließen. Er hatte nicht beachtet, dass es keine Zustimmung aus Moskau für die Fahrt nach Babelsberg und den Einzug in Berlin gab. Zudem entsprach die Truppenstärke nicht der mit der sowjetischen Regierung vereinbarten Zahl.

Ich wollte mich gerade höflich räuspern, um zu fragen, wann wir endlich weiterfahren könnten, als der Oberst wieder ans Fenster trat, einen weiteren Blick warf und fragte: „Wie viele Fahrzeuge, Offiziere und Mannschaften haben Sie?“ „Etwa 500 Offiziere und Mannschaften und 120 Fahrzeuge“, antwortete ich prompt. „Die Vereinbarung“, sagte er kühl, „spricht 37 Offiziere, 50 Fahrzeuge und 175 Mann.“ „Welche Vereinbarung?“, fragte ich verständnislos. „Die Berlin-Vereinbarung“, sagte er. Ich dachte eine Weile darüber nach. Von einer solchen Vereinbarung hatte ich nichts gehört. „Vielleicht verwechseln Sie eine grobe Schätzung eines unserer Offiziere mit einer tatsächlichen Vereinbarung“, schlug ich vor. „Es gibt eine tatsächliche Vereinbarung“, sagte er entschieden. Mir stellten sich die Nackenhaare auf. Ich begann auch zu vermuten, dass jemand in der Führungsetage den Russen beiläufig mitgeteilt hatte, meine Speerspitze würde wohl aus etwa 37 Offizieren, 50 Fahrzeugen und 175 Mann bestehen.10Ebenda, S. 40 f.

Wie viele Tage es sich hinzog, bis eine einvernehmliche Lösung gefunden wurde, teilt Howley in seinen Erinnerungen nicht mit.

Es gab keine andere Möglichkeit. Wir saßen in der Falle. Sechs Stunden später kamen Befehle von Parks aus Berlin, über die Russen. Cutler sollte die überschüssigen Männer und Fahrzeuge zurück nach Halle bringen, und ich sollte das Gepäck umladen und mit – 37 Offizieren, 50 Fahrzeugen und 175 Mann – nach Berlin fahren. Endlich waren wir bereit. Wir hatten unser Gepäck umgeladen und alles neu geordnet. Die Russen verweigerten uns die Einfuhr von Halbkettenfahrzeugen und Maschinengewehren. Diese gingen zurück nach Halle. So hatten wir nur die Jeeps und Kommandowagen, die ich für die Mission für notwendig gehalten hatte.11Ebenda, S. 43.

In Übereinstimmung mit den in Moskau geführten Verhandlungen dürfte die Weiterfahrt am 26. Juni erfolgt sein und vor allem die Nachrichten- und Logistik-Militärangehörigen betroffen haben. Ob Generalmajor Frank E. Stoner darunter war, lässt sich bislang nur vermuten. Howley erreichte mit seinem Vorauskommando das für die Unterbringung der Delegationen vorgesehene Gebiet in Neubabelsberg. Musste dort jedoch feststellen, dass er die Leute nicht mitgenommen hatte, um die anfallenden Arbeiten zu erledigen.

Wir waren jedoch immer noch „Gefangene“ im Lager, und schließlich blieb uns nichts anderes übrig, als die meisten unserer Offiziere und Mannschaften nach Halle zurückzuschicken, unter der Voraussetzung, dass wir sie durch brauchbareres Personal ersetzen könnten. Wenn wir das Gelände in Zusammenarbeit mit den Briten und Russen säubern und für die bevorstehende Konferenz vorbereiten sollten, war es völlig unsinnig, Aufklärungspersonal für Aufräumarbeiten einzusetzen. Was wir brauchten, waren keine Jeeps und Beobachter, sondern Arbeiter, die das Lager instand hielten und organisierten. Da es uns untersagt war, Kontakt zu den Deutschen in Babelsburg aufzunehmen, hatten die Russen zugesagt, die Arbeitskräfte zu stellen. Dies taten sie jedoch so unzureichend, dass sie ein furchtbares Chaos anrichteten. Daher blieb uns nichts anderes übrig, als über die Elbe zurückzukehren und unsere eigenen Männer und Ausrüstung zu holen. … Die nächsten drei Tage verbrachte ich mit Pendeln zwischen Babelsburg und der Elbe, wobei ich für die Arbeit im Konferenzzentrum Männer und Fahrzeuge austauschte.12Ebenda, S. 49 u. 54.

John R. Deane war als Leiter der US-Militärmission an der Botschaft in Moskau der ranghöchste US-Militärvertreter in der Sowjetunion und der wichtigste militärische Berater von Botschafter W. Averell Harriman. In seinen Erinnerungen resümierte er den vorstehend beschriebenen Vorgang wie folgt:

Die Vorbereitungen für die Potsdamer Konferenz verliefen nicht ohne die üblichen kleinen Ärgernisse. Generalmajor Floyd L. Parks, der General Eisenhower vertrat, war mit der Organisation der amerikanischen Delegation beauftragt worden. Das erste Problem entstand, als die Russen Parks die Reise nach Berlin zu einer ersten Lagebeurteilung verweigerten. Begründet wurde dies damit, dass ohne Marschall Schukow, der sich zu diesem Zeitpunkt in Moskau aufhielt und erst am 28. Juni nach Berlin zurückkehren würde, nichts unternommen werden könne. Harriman musste Molotow persönlich aufsuchen, um diese Schwierigkeit zu überwinden. Nach seiner Ankunft in Berlin wurde Parks mit Generaloberst Sergei N. Kruglov in Kontakt gebracht, der für die Organisation seitens der Russen zuständig war. Kruglov war freundlich und erläuterte die Pläne für die Unterkünfte der Konferenzteilnehmer. Der Wohnbereich von Babelsberg, der an den Griebnitz See grenzt, war von allen Deutschen evakuiert worden und wurde von der Roten Armee für die Nutzung durch die Konferenzteilnehmer renoviert. Parks wurde das für Präsident Truman ausgewählte Haus und das für die Amerikaner vorgesehene Gebiet gezeigt. Kruglov erklärte jedoch, es liege nicht in seiner Befugnis, Parks zu gestatten, einen weiteren kleinen Vorort als Lagerplatz für amerikanische Soldaten, die auf der Konferenz eingesetzt werden sollten, zu erkunden oder die Durchfahrt amerikanischer Versorgungsfahrzeuge über die Autobahn Halle-Berlin ohne jeweils gesonderte Genehmigung zu genehmigen. Parks sah sich daher gezwungen, mich zu bitten, die Zustimmung Moskaus für diese und andere Angelegenheiten ähnlicher Wichtigkeit einzuholen. Glücklicherweise zeigte sich Moskau kooperativ und fällte ohne langes Zögern positive Entscheidungen.13Deane, John R.: The Strange Alliance. The story of our efforts at wartime co-operation with Russia, New York, 1946/47, S. 268.

Das Signal Corps

Vorbemerkung
Am 12. Juli 1973 vernichtete ein Großbrand im National Personnel Records Center (St. Louis, Missouri) etwa 80 % der Akten von Armeeangehörigen und 75 % der Akten von Luftwaffenangehörigen, die zwischen 1912 und 1964 entlassen wurden. Dies war ein enormes Trauma für die Archivierung von Militärgeschichte. Im November 2005 gab es einen kleinen, schnell eingedämmten Brand im Hauptgebäude des Nationalarchivs in Washington, D.C., verursacht durch einen überhitzten Aufzugsmotor. Es entstanden dadurch zum Glück keine großen Schäden.
Für die Geschichtsforschung wirkt sich weiterhin erschwerend aus, dass zahlreiche Akten zur Geschichte des US-Militärs rund um die Potsdamer Konferenz noch nicht für die Öffentlichkeit gut erfassbar aufbereitet wurden. Um dieses Thema trotzdem bearbeiten zu können, muss jeder noch so kleine Hinweis auf Ereignisse und Personen gesucht, erfasst und ausgewertet werden. Das ist auch nachfolgend der Fall.


Für alle Belange rund um die technische und personelle Absicherung der Kommunikation der US-Delegation war die 3866th Signal Service Company zuständig. In den wichtigen Publikationen zur Geschichte des Signal Corps der US-Army ist sie nicht zu finden. Sie war eine Kompanie des 3110th Signal Service Battalion und setzte sich vermutlich aus dessen Angehörigen unter Einschluss von Mitarbeitern der Fernmeldeabteilung des Weißen Hauses (White House Signal Detachment – WHSD) und den weiblichen Servicekräften (27 Frauen) des Women`s Army Corps – WAC) zusammen.

Eine Company (Kompanie) bestand aus 3 bis 4 Platoons (Züge) mit je 3 bis 4 Squads (Gruppen). Zu einem Squad gehörten 6 bis 10 Soldaten. Der Kompaniechef konnte entweder ein Major sein, ein Hauptmann (Captain) oder ein Oberleutnant (First Lieutenant). Zugführer war in der Regel ein Leutnant (Second Lieutenant) und ein Gruppenführer Feldwebel (Sergeant).
Die 3866th Signal Service Company hätte somit eine Stärke zwischen 60 und 200 Soldaten haben können. Es ist davon auszugehen, dass die Einheit speziell für die Potsdamer Konferenz formiert wurde und nur solange bestand. Generalmajor Frank E. Stoner könnte ihr zeitweiliger Kommandeur gewesen sein. Zwar mit einem zu hohen Dienstgrad, aber der Bedeutung dieser Einheit für die funktechnische Betreuung der Regierung der USA und der obersten Militärführung angemessen.

3866th Signal Service Company formiert sich

Die für das War-Department (Kriegsministerium) als Historikerin arbeitende Mary Louise Melia14Mary Louise Melia stammte aus Bronxville im US-Staat New York. Am 24. Oktober 1943 machte sie den Abschluss als Bachelor of Arts am Radcliffe College. „Während ihrer Zeit in Radcliffe war Miss Melia aktives Mitglied des Wohnheimkomitees und im ersten Studienjahr im Vorstand von ETC, der Hochschulzeitschrift. Außerdem war sie Mitglied des Katholischen Clubs und des Sportvereins. Sie studierte Bildende Kunst.“ (Bronxville Review-Press v. 11. November 1943). Im Oktober 1947 hatte sie Hochzeit, worüber die „New York Times“ vom 9. Oktober 1947 wie folgt schrieb: „Herr und Frau Frank A. J. Melia aus Bronxville geben die Verlobung ihrer Tochter Mary Louise mit Edward David Friedman, Sohn von Frau Jacob Charles Friedman aus Chicago und des verstorbenen Herrn Friedman, bekannt. Die Hochzeit findet heute statt. Die Braut ist Absolventin des Radcliffe College und arbeitete bis vor Kurzem als Historikerin und Autorin für das Kriegsministerium. Ihr Verlobter, ein Absolvent der Universität Chicago und ihrer juristischen Fakultät, ist Assistent des Rechtsberaters im Arbeitsministerium in Washington. geht in einer Studie mit dem Titel “ Signal Corps Fixed Communications in World War II: Special Assignments and Techniques“ kurz auf die Vorgänge in Neubabelsberg ein.

Anfang Juli trafen über 200 Tonnen Material und über 300 Offiziere und Mannschaften (darunter 27 WACs) in Halle, 130 Kilometer südöstlich von Potsdam, ein. Die Angehörigen des Fernmeldekorps, die in einem Konvoi von 100 Fahrzeugen anreisten, installierten in Potsdam eine 6-Positionen-Telefonanlage für die Delegation des Präsidenten, etwa 500 Telefone in rund 100 separaten Gebäuden und 110 Kilometer Kabelverteilung. Außerdem wurden zwei Funkfernschreibsysteme (eines nach Washington, das andere nach Paris) und zwei UKW-Funkrelaisstationen zum SHAEF in Frankfurt über Leipzig eingerichtet. Die letztgenannte Verbindung nutzte ein Kabel von Leipzig nach Frankfurt. Da der Telefonverstärker dieser Kabelleitung jedoch zerstört worden war, musste das Fernmeldekorps Verstärker, Klingelgeräte und andere Ausrüstung installieren, um den Betrieb des Kabels zu ermöglichen. Über die amerikanischen Einrichtungen flossen anderthalb Millionen Wörter, bei einer Verfügbarkeit des Fernschreibdienstes von 10 Prozent.15Vgl. Melia, Mary-Louise: Signal Corps Fixed Communications in World War II: Special Assignments and Techniques, S. 40–42. Zitiert in: Thompson, Raynor George/Harris, Dixie R.: United States Army in World War II: The Technical Services. The Signal Corps: The Outcome (Mid-1943 Through 1945, Center of Military History United States Army, Washington (DC) 1991, S. 591.

Zu der Arbeit von Melia hatte General Stoner 1959 einen Kommentar verfasst. Über seine Tätigkeit während des Krieges gibt es zudem von ihm ein Tagebuch. Wo sich die Dokumente befinden, ist nicht bekannt. Es gibt lediglich den folgenden Hinweis der Autoren des 3. Bandes der Geschichte des Signal Corps.

Zahlreiche Sondersammlungen von Dokumenten wurden untersucht und genutzt, darunter der persönliche Bericht von Generalmajor Frank E. Stoner, der während des gesamten Krieges Chef des Heereskommunikationsdienstes war. General Stoner lieh den Autoren das Exemplar zur Überarbeitung des ersten Entwurfs von „The Outcome“.16Ebenda, S. 673.

Melia schreibt ohne genaue Nennung der Einheit von „Angehörigen des Fernmeldekorps, die in einem Konvoi von 100 Fahrzeugen“ in Neubabelsberg anreisten. Im Nationalarchiv der USA befindet sich ein Dokument mit dem Titel „Historical Operational Summary (First Phase of the 3110th Signal Service Battalion, 8 May 1945 to 30 Sep 1945„. Darin wird über die Verlegung der Einheit von Halle/Saale nach Berlin berichtet.

Die 3866. Fernmeldekompanie, stationiert in Maison-Laffitte, Frankreich, war gemäß Absatz 1 der Sonderanordnung 42, 3110. Fernmeldebataillon, datiert vom 26. Mai 1945, dem 3110. Fernmeldebataillon unterstellt. …
Am 30. Mai 1945 um 12:00 Uhr startete die 3866. Fernmeldekompanie, die dem 3110. Fernmeldebataillon unterstellt war, per Flugzeug von Maison-Laffitte in Frankreich und erreichte um 14:00 Uhr Hoechst in Deutschland zu einem vorübergehenden Standortwechsel. Wenige Tage später, am Morgen des 3. Juni 1945, verließen das Bataillons-Hauptquartier und die Kompanie A Maison-Laffitte in einem Autokonvoi und erreichten einige Stunden später den Flugplatz A-48, von wo aus sie nach Bielefeld in Deutschland weiterflogen, um dort endgültig ihren Standort zu beziehen. …
Am 10. Juni 1945 wurde die 3866. Fernmeldekompanie, die dem 3110. Fernmeldebataillon unterstellt war, gemäß Absatz 8, Truppenzuweisung 98, AG 370.5 OpGC, Hauptquartier ETOUSA, datiert vom 26. Mai 1945, dem Berliner Bezirk (US-Element) zugeteilt.

Bis zum 29. Juni 1945 musste die 3866. Fernmeldekompanie weitere Veränderungen über sich ergehen lassen.

In der Zwischenzeit erfuhr auch die dem 3110. Fernmeldebataillon unterstellte 3866. Fernmeldekompanie einige Veränderungen. Am 20. Juni 1945 wurde das HH-Team gemäß Organisationsbefehl 351 AG 322 OpGC Headquarters ETOUSA vom 26. Mai 1945 unter T/O & 11-500, 22 Sep 44 neu organisiert. Zwei Tage später verließ die Einheit ihren bisherigen Standort im Konvoi in Richtung Halle, Deutschland, gemäß Truppenbewegungsbefehl 23, US Headquarters, Berlin District, APO 755, vom 24. Juni 1945. Die Einheit verließ Halle am Morgen des 29. Juni 1945 und erreichte Potsdam am selben Tag um 20:30 Uhr.

Bis dahin war die Kompanie eine Einheit des 3110. Fernmeldebataillon. Am 11. Juli 1945 wurde sie selbständig.

Eine Woche später wurde die 3866. Fernmeldekompanie, die damals dem 3110. Fernmeldebataillon unterstellt war, durch Paragraph 6 der Sonderanordnung Nr. 15 vom 11. Juli 1945 von dieser Unterstellung entbunden.

Das 3110. Fernmeldebataillon und dessen Kompanien A, B und C wurden zur Nachrichteneinheit des Hauptquartiers der ab dem 4. Juli in die ihnen zugewiesene Zone in Berlin eingerückten Einheiten der US-Armee.

Den Aufbau der Nachrichteninfrastruktur, Masten, Telefonleitungen u.a., vollbrachte das 26th Signal Construction Batallion des Signal Corps.

Mit dem Telefonverzeichnis der US-Delegation vom 14. Juli 1945 konnten folgende Personen als mögliche Nachrichtenleute erfasst werden:

Major Dewitt Greer (Office: AMC   AY, Billett: AMC   AX)

T/Sgt Eisenberg, D. (Office: CW, Billett: CY)
T/Sgt Gambaccini, Henry J. (Office: BG, Billett: BG) 17Nicht alle Personen, waren direkt mit Aufgaben der Nachrichtentechnik beauftragt. Auch wenn der Dienstgrad dies vermuten Lässt, Gambaccini war z. B.mit Aufgaben der Konferenz- und Verhandlungsdokumentation betraut.
T/Sgt Marvel, J. W. (Office: BG, Billett: BG)
T/Sgt Pfuntner, C. (Office: BG, Billett: BF)

T/3 Brown, A. (Office: BG, Billett: BF)
T/3 French, S. (Office: CW, Billett: CY)
T/3 Hansen, W. (Office: BG, Billett: BG)
T/3 Marchlenski, Peter (Office: BG, Billett: BG)
T/3 Pollyea, A. T. (Office: BG, Billett: BF)
T/3 Schleider, M. (Office: BF, Billett: BF)
T/3 Schuyler, S. B. (Office: BG, Billett: BG)
T/3 Stinson, L. (Office: CW, Billett: CY)
T/3 Wolff, A. (Office: BG, Billett: BF)

T/4 Casey, J. (Office: CW, Billett: CY)
T/4 Ellegood, W. C.(Office: BG, Billett: BF)
T/4 Howard, L. H. (Office: BG, Billett: BF)
T/4 Kotzin, H. (Office: CW, Billett: CY)
T/4 Levine, L. (Office: CW, Billett: CY)
T/4 Richlie, L. (Office: CW, Billett: CY)
T/4 Rotnem, E. (Office: CW, Billett: CY)

T/5 Henning, R. (Office: CW, Billett: CY)
T/5 Lesnick, R. (Office: CW, Billett: CY)
T/5 Paul, S. (Office: CW, Billett: CY)
T/5 Paulson, V. (Office: CW, Billett: CY)

Chief Signal Officer (Office: CW, Billett: BP)
Signal Center (CW)
Signal Officer, CSO (CW)
Group Signal Supply (AP)
3866 Signal Installation Company (Office: CY)
26 Signal Construction Batallion (Office: Tel. 600)

Army Communications Service
Col. Bagnall, V. B. (Office: CW, Billett: BP)
Major Scofield, R. G. (Office: CW, Billett: BP)
Major Rogers, G. F. (Office: CW, Billett: BP)

Directory Service (Office: CW)
Generator Signal Corps (Office: CW, Tel. 132)
Information Telephone (Office: CW)
Radio Control (Office: CW)
Radio Photo (Office: CW)
Radio Receiver (Office: AMC   AX, Tel. 400)
Radio Transmitter (Office: CW, Tel. 1)
Signal Supply (Office: CW, Tel. 4)
Telephone Installation (Office: CW)
Telephone Repair (Office: CW)
Teletype Maintenance (Office: CW)
Teletype Room Signal Center (Office: CW)
Wire Chief (Office: CW)

Army Pictorial Service
Lt. Col. Lund, Sidney L. (Office: Tel. 87, Billett: DC)
Major Gaskill, Arthur18Arthur Gaskill war bei der Zeitung „News of the Day“ gewesen, und „jeder schenkte ihm Beachtung. Er war einer der wichtigsten Ausbilder. Er begann als Hauptmann und wurde schließlich Oberst. Er war auch bei Merrills Marauders.“ (http://www.armypictorialcenter.com/jackson_b_pokress.htm) (Office: Tel. 87, Billett: DC)
Major McEvilly, Martin (Office: Tel. 87, Billett: DC)

Abkürzungen
AMC = AMCO
AP = Filmakademie Str. 2
AX = Kaiserstr. 1 (heute: Karl-Marx-Str. 1)
AY = Kaiserstr. 2 (heute: Karl-Marx-Str. 2)
BG = Kaiserstr. 67 (heute: Karl-Marx-Str. 67)
BF = Kaiserstr. 66 (heute: Karl-Marx-Str. 66)
BP = Schillerstr. 2
CW = Kaiserstr. 73 (heute: Karl-Marx-Str. 73)
CY = 3866 Signal Installation Company (Standort: heutiger Sportplatz Rudolf-Breitscheid-Str. 173. Es könnte sich hierbei um ein Biwak gehandelt haben.)

Unterscheidung nach Dienstgrad

Da nur das Telefonverzeichnis als Quelle zur Verfügung stand, wurden zunächst alle darin stehenden Personen erfasst, die über mit Technik verbundenen Dienstgrad verfügten, wie Technician Third Grade (T/3), ein Rang für Soldaten mit speziellen technischen Fähigkeiten. Adäquat galt das auch für Soldaten mit den Dienstgraden T/4 und T/5.

Der Technician Third Grade (T/3) war ein Mannschaftsdienstgrad der US-Armee von 1942 bis 1948, der für Soldaten mit besonderen technischen Fähigkeiten (wie Mechaniker, Sanitäter, Funker) geschaffen wurde, die keine Kampfführer waren. Er hatte die gleiche Besoldungsstufe (E-6) wie ein Staff Sergeant , wurde oft als „Sergeant“ angesprochen, hatte aber keine Befehlsgewalt, außer im Kampf, und war durch ein „T“ unter drei Winkeln gekennzeichnet.

Das traf jedoch nicht immer zu, wie in dem Fall von Harry J. Gambaccini. Er trug den Dienstgrad T/Sgt (Technischer Feldwebel). Das kennzeichnete ihn als einen qualifizierten Militärangehörigen mit Spezialkenntnissen. Hier jedoch nicht in den Bereichen Mechnik oder Funk, sondern Stenographie bzw. Kryptographie. Das könnte auch bei den T/Sgt J. W. Marvel und C. Pfuntner sowie bei den nachfolgenden Personen mit den Dienstgraden T/3 und T/4 so oder ähnlich gewesen sein. Was sie von den anderen vorstehend aufgelisten Militärangehörigen unterschied, war die Adresse ihres Arbeitsplatzes und der Unterkunft. Sie arbeiteten in der Kaiserstr. 67 (BG) und wohnten entweder dort oder mehrheitlich in der Kaiserstr. 66 (BF).

T/3 Brown, A. (Office: BG, Billett: BF)
T/3 Hansen, W. (Office: BG, Billett: BG)
T/3 Marchlenski, Peter (Office: BG, Billett: BG)
T/3 Pollyea, A. T. (Office: BG, Billett: BF)
T/3 Schleider, M. (Office: BF, Billett: BF)
T/3 Schuyler, S. B. (Office: BG, Billett: BG)
T/3 Wolff, A. (Office: BG, Billett: BF)

T/4 Ellegood, W. C.(Office: BG, Billett: BF)
T/4 Howard, L. H. (Office: BG, Billett: BF)

Die Kaiserstr. 67 gehörte zum Bereich der Joint Chiefs of Staff (Vereinigte Stabschefs, JCS), dem Gremium der ranghöchsten uniformierten Offiziere des US-Verteidigungsministeriums. Welche Aufgaben sie dort erledigten, muss noch ermittelt werden.

Sie beraten den Präsidenten der Vereinigten Staaten, den Verteidigungsminister, den Heimatschutzrat und den Nationalen Sicherheitsrat in militärischen Angelegenheiten. Die Zusammensetzung der Vereinigten Stabschefs ist gesetzlich festgelegt und besteht aus einem Vorsitzenden, einem stellvertretenden Vorsitzenden, den Oberbefehlshabern des Heeres, des Marinekorpsder Marineder Luftwaffe und (heute) der Weltraumstreitkräfte sowie dem Chef des Nationalgarde-Büros. Jeder der einzelnen Teilstreitkräftechefs arbeitet außerhalb seiner Aufgaben im Generalstab direkt unter dem jeweiligen Minister seines Teilstreitkraftbereichs, z. B. dem Heeresminister , dem Marineminister und dem Luftwaffenminister.19https://en.wikipedia.org/wiki/Joint_Chiefs_of_Staff

Eindeutig dem Signal Corps, den Nachrichtentruppen, und der 3866 Signal Installation Company zuordnen, lassen sich die Personen mit dem Arbeitsplatz Kaiserstr. 73. (CW) und der nicht mit einem konkreten Haus verbundenen Unterkunft CY.

White House Signal Detachment (WHSD)

Frank G. Stoner war Stellvertretender Fernmeldeoffizier der Fernmeldeabteilung des Weißen Hauses (White House Signal Detachment – WHSD). Das WHSD war am 25. März 1942 unter der Bezeichnung White House Signal Corps (WHSC) geschaffen und dem Kriegsministerium der USA unterstellt worden. In einer Übersicht der Harry S. Truman Library and Museum wird der Dienstgrad von Frank G. Stoner mit Chief Warrant Officer angegeben.20https://www.trumanlibrary.gov/library/white-house-staff

Die Organisation wurde ins Leben gerufen, um die sichere Kommunikation im Normalbetrieb, in geheimen Angelegenheiten und in Notfällen für den Präsidenten zu gewährleisten. Sie stellte Mobilfunk , Fernschreib , Telegrafen , Telefon und Kryptografiegeräte im Weißen Haus und in „Shangri-La“ (heute Camp David ) bereit. Ziel der Organisation war es, ein erstklassiges Kommunikationssystem zu schaffen, das dem Präsidenten eine effektive Führung der Nation ermöglichte.21https://en.wikipedia.org/wiki/White_House_Communications_Agency

Das WHSD entwickelte sich in den Kriegsjahren von einem kleinen Team von 32 Mitarbeitern im Keller des Weißen Hauses zu einem eigenständigen, die Streitkräfte umfassenden Kommando. Neben Stoner gehörten 1945 zum WHSD: Chief Warrant Officer Horace K. Caldwell (Supply Officer & Personnel Officer, dtsch. Versorgungs- und Personaloffizier)  Captain Harvard E. Dudley, Captain Frank H. Graham, Major DeWitt Greer (Officer in Charge, 1945 und 1946 Chef des WHSD) und Master Sergeant Henry A. Philler. Zur offiziellen Delegation für die Potsdamer Konferenz gehörten vom WHSD Caldwell, Graham, Greer, Philler und Stoner.

Ihre Arbeitsplätze in der US-Sperrzone waren in der Kaiserstr. 2, lediglich Phillers Arbeitsplatz befand sich in der Kaiserstr. 1. Die Unterbringung erfolgte in der Kaiserstr. 2 (Caldwell, Philler, Stoner) und Kaiserstr. 1 (Graham, Greer).

Präsident Trumans persönlicher Assistent, Rigdon, hielt das bezogen auf die Kaiserstr. 2, das „Little White House“ wie folgt fest:

Der Präsident bewohnte eine Suite im zweiten Stock (Nordseite), bestehend aus Schlafzimmer, Wohnzimmer, Büro und Frühstücksraum. An sein Büro schloss sich zudem eine private Veranda an. Secretary Byrnes bewohnte eine Suite (Schlafzimmer, Wohnzimmer und Büro) im ersten Stock. Ebenfalls hier untergebracht waren Admiral Leahy, Mr. Ross, General Vaughan, Captain McMahon, Captain Vardaman, Mr. Bohlen, Mr. Matthews, Lieutenant Rigdon, Ensign Fleener, Ship`s Clerk Hoying sowie die Chief Warrant Officers Caldwell und Stoner.

In Bezug auf die Arbeitsräume im Haus des Präsidenten schrieb Rigdon im „Logbuch“ von Truman:

Im Haus des Präsidenten wurde ein Kartenraum und ein Kommunikationszentrum mit direkter Telefonverbindung nach Frankfurt und Washington eingerichtet. Das Zentrum war mit Colonel Bowen, Commander Tyree, Major Greer, Lieutenant Elsey, Captain Graham, Ship`s Clerk Hoying, den Chief Warrant Officers Caldwell und Stoner sowie Sergeant Philler besetzt. Die Delegation im Weißen Haus verfügte über eine eigene Telefonzentrale („Amco“). Die Telefonzentrale befand sich im Keller des Präsidentenhauses und wurde von den WAC-Corporals Alma Bradley, Mary Whiteus, Charlotte Szostek und Eleanor Moynihan des WAC-Detachements aus dem Hauptquartier der US-Streitkräfte (U.S.F.E.T. – Main) bedient.

Hinweise auf die besonderen Fähigkeiten von Caldwell, Greer und Stoner  im WHSD enthält die Begründung für die am 15. Januar 1946 erfolgte Verleihung der Legion of Merit durch Präsident Truman.

15. Januar 1946
Verleihung der Legion of Merit
CHIEF WARRANT OFFICER Frank G. Stoner, W2139797, US-Armee, leistete als Kryptografie-Wartungstechniker und später als stellvertretender Fernmeldeoffizier des Fernmeldedetachements im Weißen Haus im Zeitraum von September 1942 bis Dezember 1945 einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit und Effizienz der lebenswichtigen Kommunikation für den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Seine hochverdienstvollen Leistungen gewährleisteten den Schutz der Kommunikation, die die Sicherheit des Präsidenten und den Kriegsverlauf beeinflusste.
HARRY S. TRUMAN

Verleihung der Legion of Merit
CHIEF WARRANT OFFICER Horace K. Caldwell, W2139798, US-Armee, leistete von April 1943 bis November 1945 als Chef-Kryptograph und später als Versorgungs- und Personaloffizier des Signaldetachements des Weißen Hauses einen wichtigen Beitrag zum Schutz der für den Kriegsverlauf lebenswichtigen Kommunikationswege. Er bewies außergewöhnliche Initiative und Pflichterfüllung beim ordnungsgemäßen Betrieb aller für die Kommunikation des Präsidenten verwendeten kryptographischen Geräte.
HARRY S. TRUMAN

Verleihung der Legion of Merit
LIEUTENANT COLONEl Dewitt Greer, 0465754, Fernmeldekorps der US-Armee, leistete vom 2. Mai 1942 bis zum 3. Januar 1946 als stellvertretender Kommandierender Offizier und später Kommandierender Offizier der Fernmeldeabteilung des Weißen Hauses sowie als Fernmeldeoffizier und kryptografischer Sicherheitsoffizier des Weißen Hauses einen entscheidenden Beitrag. Oberstleutnant Greer trug unschätzbar zur Bereitstellung, Installation und zum Betrieb einer sicheren, präzisen, zuverlässigen und schnellen Kommunikation für den Präsidenten der Vereinigten Staaten bei.
HARRY S. TRUMAN22https://www.presidency.ucsb.edu/documents/citations-accompanying-legion-merit-presented-three-members-the-white-house-signal

WAC-Platoon

Die nachfolgenden Ausführungen basieren auf einer Auswertung der Telefonverzeichnisse der US-Delegation für die amerikanische Zone in Neubabelsberg vom 14. Juli 1945 und vom 20. Juli 1945. Zudem wird der Beitrag berücksichtigt, den Kimberley Guise am 16. Juli 2020 unter dem Titel „Potsdam calling: WACs on the switchboard (Potsdam ruft: WACs am Telefon)“ auf der Internetseite des The National WWII Museum in New Orleans veröffentlichte.

Zunächst wurden zwei Führungskräfte des Women’s Army Corps (WAC) nach Neubabelsberg geflogen. Im Telefonverzeichnis vom 14. Juli 1945 sind ihre Namen zu finden:
Hoisington, Elizabeth Paschel , Captain
Dungan, O. H., 1st Lieutenant.

Beide hatten ihre Unterkunft in der Kaiserstr. 72. Dort befand sich auch der Arbeitsplatz von Elizabeth P. Hoisington. O. H. Dungan war in der Kaiserstr. 73 tätig.

In der Biografie von Elizabeth Hoisington ist zu ihrem Aufenthalt lediglich zu lesen, dass sie „sie nach Deutschland (flog), um dort Telefonverbindungen aufzubauen, die Präsident Truman bei seiner Teilnahme an der Potsdamer Konferenz im Juli und August 1945 unterstützen sollten„.
Mit Beginn der Potsdamer Konferenz am 17. Juli 1945 war ihre Aufgabe erfüllt, weshalb sie Neubabelsberg verlassen konnte. Das einzige Foto von ihr in Neubabelsberg, im Garten des Hauses Kaiserstr. 72, datiert vom 16. Juli 1945.23https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Captain_Elizabeth_Hoisington,_in_charge_of_WAC%27s_in_the_Berlin_conference_area,_gives_final_instructions_to_telephone…_-_NARA_-_198810.jpg

Elizabeth Hoisington, Frances Gribble und Guadalupe Torres (von links) im Garten der Kaiserstr. 72. Quelle: NARA
Kaiserstr. 72 (Karl-Marx-Str.) im Dezember 2025.

Von den Daten her nicht genau nachzuvollziehen ist, wann die Hauptgruppe der Frauen des WAC, 23 Personen, in Neubabelsberg eintraf. 1st Lieutenant O. H. Dungan hatte die Führung von Elizabeth Hoisington übernommen und empfing sie vor Ort. Die während der Konferenz, u. a. als Telefonistinnen, eingesetzten Frauen wurden dem 3341st Signal Service Battalion zugeordnet.
Zur Vorgeschichte der kleinen Gruppe des WAC gibt es die folgenden Informationen:
Ein WAC-Detachement wurde am 14. Juli 1944 nach Valognes in der Normandie verlegt. In Valognes und Tamerville befand sich das erste Hauptquartier des US Army Signal Center, Communication Zone Area, Europa. Anfang September 1944 übernahm die WACs die Telefonzentralen. Mit Dokumenten nachgewiesen sind sie in der Stadt ab dem 11. Dezember 1944. 24Vgl. https://www.ibiblio.org/wwiisignalcorps/3341/3341.html Von dort aus wurden die Frauen vermutlich nach dem 14. Juli 1945 nach Neubabelsberg abkommandiert. Laut einem Verzeichnis vom Dezember 1944 25https://www.ibiblio.org/wwiisignalcorps/3341/mrdec44.pdf gehörten von diesen dem 3341st Signal Service Battalion damals bereits folgende Frauen an:
Gladys M. Bellon (Pvt.), Catherine C. Bielske (Cpl.), Alma L. Bradley (Pfc.), Teresa M. Gordon (Tec.), Eleanor F. Moynihan (Pfc.), Guadalupe H. Torres (Pvt.) und Mary W. Whiteus (Pfc.).
Zu welchen Einheiten die anderen gehörten, konnte bislang nicht ermittelt werden.

Kimberley Guise wertet in ihrem Beitrag die Erinnerungen und Dokumente von Teresa M. Gordon aus, die sich im Archiv des National WW2 Museums befinden. Laut dem Telefonverzeichnis der US-Delegation vom 20. Juli 1945 bestand der WAC-Zug aus folgenden Frauen:

Zugführerin des WAC-Zuges (Platoon WAC)
Dungan, O. H. (Lieutenant)
Arbeitsplatz: Kaiserstr. 73

Gruppenführerin WAC
Lester, Florence (Corporal)
Meegan, Mary C. (Corporal)
Arbeitsplatz: Kaiserstr. 73

Private (PVT, Soldat)
Gerne, Louise
Hinkle, Ella M.
Morrell, Nancy J.

Private First Class (PFC, Gefreiter)
Bellon, Gladys M.
Boyd, Virginia A.
Gribble, Frances C.
Gundrum, Rena J.
Hardacre, Isabella
(Arbeitsplatz: Kaiserstr. 73)
Harmon, Myrtle G.
Kelly, Margaret
Latham, Emma
McClure, Elizabeth
McGee, Mary L.
Stephenson, Lorraine
(Arbeitsplatz: Kaiserstr. 73)
Torres, Guadalupe H.
Van Houten, Cecile

T/4 = Technician Fourth Grade (Technikerin 4. Grades)
Bielske, Catherine C.
Gordon, Teresa M.

T/5 = Technician Fifth Grade (Technikerin 5. Grades)
Bradley, Alma L.
Moynihan, Eleanor F.
Whiteus, Mary W.

Die Unterkunft der Frauen des WAC befand sich im Haus Kaiserstr. 72.
Hinsichtlich ihres Arbeitsplatzes enthält das Telefonverzeichnis nur einzelne Informationen. Diese wurden den Namen der betreffenden Frauen hinzugefügt. Es kann sein, dass diese Namen hervorgehoben wurde, weil sich in der Kaiserstr. 73 die Haupttelefonzentrale der US-Delegation befand. Die anderen könnten im Keller der Kaiserstr. 2 (heute: Karl-Marx-Str. 2), dem Sitz von Präsident Truman gearbeitet haben.

Die Maßnahmen

Mary Louise Melia schreibt, dass „in Potsdam eine 6-Positionen-Telefonanlage für die Delegation des Präsidenten, etwa 500 Telefone in rund 100 separaten Gebäuden und 110 Kilometer Kabelverteilung (installiert wurden). Außerdem wurden zwei Funkfernschreibsysteme (eines nach Washington, das andere nach Paris) und zwei UKW-Funkrelaisstationen zum SHAEF in Frankfurt über Leipzig eingerichtet. Die letztgenannte Verbindung nutzte ein Kabel von Leipzig nach Frankfurt. Da der Telefonverstärker dieser Kabelleitung jedoch zerstört worden war, musste das Fernmeldekorps Verstärker, Klingelgeräte und andere Ausrüstung installieren, um den Betrieb des Kabels zu ermöglichen.26Melia, Mary Louise, a.a.O.

Funkübertragung

Stoner ging es zunächst darum, zwei Übertragungstrecken aufzubauen. In den zwischen der Moskauer US-Botschaft und der Regierung der UdSSR ausgetauschten Schreiben war die „Einrichtung einer Hochfrequenz-Funktelefonanlage und Fernschreiberanlagen im Raum Berlin mit einer Relaisstation27Eine Relaisstation ist eine automatische Funkstation, die Funksignale empfängt, verstärkt und weiterleitet, um die Übertragungsreichweite zu erhöhen. Sie ermöglicht eine drahtlose Kommunikation über größere Entfernungen, als direkt möglich wäre, und wird für verschiedene Zwecke wie Rundfunk, Amateurfunk oder Mobilfunk genutzt. in der Nähe von Luckenwalde bei Belzig“ hervorgehoben worden.

Zwischen Luckenwalde und Belzig gab es für den Kurzwellen-Weitverkehr seit 1942 die Abwehr-Funkzentrale Belzig des Geheimen Funkmeldedienstes der Wehrmacht. Sie sicherte z. B. direkte Kurzwellenverbindungen zwischen Berlin und Kabul. Über entsprechende Richtantennen konnte mit der neuen Kriegsorganisation (KO) „Ferner Osten“ auch die pazifische Seeaufklärung betrieben werden. Hier mussten die Belziger Funkaufklärer in Kontakt mit den Amerikanern gekommen sein. Wodurch diese Kenntnis von der neuen Abwehr-Einrichtung erhielten. Bei der KO handelte es sich um eine Außenstelle der Abwehr im neutralen Ausland. Informationen und Fotos der Funkzentrale Belzig sind in der 1985 von Rudolf F. Staritz erarbeiteten, jeoch nicht veröffentlichten Broschüre „Abwehrfunk-Funkabwehr. Technik und Verfahren der Spionagefunkdienste“ enthalten. Über die Bedeutung von Belzig im Funknetz des Deutschen Reiches berichtete der Historiker Prof. Dr. Götz Dieckmann im Mai 2014 in Belzig auf einer Veranstaltung der Partei „Die Linke“ :

Belzig, der Hagelberg und Wiesenburg waren in den letzten Kriegsjahren ein Zentrum der Nachrichtenübermittlung Nazideutschlands. Das betraf zum einen die Funk- und Empfangsanlagen bei der Kreisstadt. Die Abteilung Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht verfügte zwar ursprünglich über eine weitere derart leistungsfähige Funkanlage zur weltweiten Verbindung mit Auslandsagenten und Schiffen auf den Weltmeeren. Diese, in Wohldorf bei Hamburg, befand sich im April 1945 jedoch im Visier der Briten. Der wichtigste noch verfügbare Funkstandort dieser Reichweite war somit Belzig. Zu erwähnen ist, dass in den letzten Kriegsjahren über Belzig auch die Verbindung mit dem verbündeten Japan aufrechterhalten wurde. So erklärt es sich, warum in der Stadt damals japanische Offiziere auftauchten und schließlich das Personal der japanischen Botschaft im Hohen Fläming Zuflucht suchte.
Doch es ging nicht nur um diese Funkanlage. Auf dem Hagelberg stand zudem eine Umsetzerstation des drahtlosen telefonischen Verbindungsnetzes der Wehrmacht. Und noch ein weiterer Punkt ist zu erwähnen: Deutschland verfügte damals auch über ein hochmodernes Netz unterirdischer Telefonkabel. Dessen äußere Ringleitung um Berlin und die Trasse Berlin-München kreuzten sich unweit unserer Stadt. Aus all diesen Gründen saß ab 1943 die für sämtliche Nachrichtenverbindungen des Heeres, der Marine und der Luftwaffe verantwortliche Abteilung des Wehrmachtsführungsstabes auf Schloß Wiesenburg, und ein großer Teil des technischen Personals war in Schmerwitz untergebracht.
Der sowjetischen und der westalliierten Aufklärung ist das nicht verborgen geblieben und nun verstehen wir, warum Belzig damals ein strategischer Zielpunkt wurde.28https://www.dielinke-belzig.de/politik/archiv/wie-belzig-ueberlebte/

Das 3187th Signal Service Battalion, mit Spitznamen „Rambler“ bezeichnet, veröffentlichte Ende 1945 ein Jahrbuch seiner Tätigkeit. Die Publikation trug den Titel „The Eagle Messenger„. Darin wird u. a. von einer seiner Einheiten berichtet, die zeitweilig in Belzig und Treuenbrietzen zu tun hatte. Die Einheit legte seit ihrer Aufstellung am 20. März 1944 im Camp Kohler (Kalifornien) einen Weg zurück, der sie bis nach Berlin führte. Belzig, Chemnitz, Eisenach, Leipzig, Sangerhausen, Treuenbrietzen, Weimar und Weißenfels sind sind als Zwischenstationen im heutigen Ostdeutschland aufgeführt.

Auch Belzig und Treuenbrietzen lagen auf dem Weg nach Neubabelsberg und Berlin.

Was wohl mit Stolz in Erinnerung bleiben wird, insbesondere von denjenigen, die das Berliner Terminal betrieben, ist die für das Treffen der „Großen Drei“ im Juli 1945 installierte Verbindung. Für den Betrieb dieser Verbindung wurden sie vom Fernmeldeoffizier des Berliner Terminals hoch gelobt. Mit der Auflösung der 12. Heeresgruppe wurde diesen Teams die Aufgabe übertragen, die VHF-Kommunikation für das Hauptquartier der USFET bereitzustellen. Insgesamt umfasste das Funknetz 1300 Meilen, wovon das Unternehmen fast 1000 Meilen betrieb. Während des größten Teils dieser Zeit war es jedoch nur für 400 Meilen ausgelegt, und das Personal reichte dafür kaum aus. Aktuell gibt es Verbindungen, die in Frankfurt enden und nach Bremen, Berlin, Bad Oeynhausen, Nürnberg, Bad Tölz, Heidelberg und Paris betrieben werden. Außerdem gibt es eine Verbindung von Dover (England) nach Boulogne (Frankreich), die vom Unternehmen betrieben wird. Zur Wartung der Sechskanal-Funktelefonanlage wurden Relaisstationen in Schotten, Kassel, Druxeberge und Belzig errichtet. Angesichts der enormen Entfernungen, die mit so wenigen Männern zurückgelegt werden mussten, waren Vielseitigkeit und Einfallsreichtum seitens der Dog Company bei allen notwendigen Aufgaben unerlässlich. Fast 500 Flugmeilen von Ost nach West und 400 Meilen von Nord nach Süd über Europa verteilt, fühlen sich die Männer der Dog Company als Weltbürger.29The Eagle Messenger, Wiesbaden 1945, S. 36

Die Relaisstationen, darunter auch die von Belzig und Treuenbrietzen wurden einige Zeit in der sowjetischen Besatzungszone betrieben.

Nach Kriegsende bestand ihre Hauptaufgabe darin, die deutschen Kabelverbindungen von Frankfurt nach Berlin und München instand zu halten und zu reparieren. Bis heute wurden rund 135.215 Leitungsmeilen wiederhergestellt. Diese Arbeiten führten mehrere Teams tief in russisches Gebiet. Tatsächlich befinden sich in den kleinen Relaisstationen, wie beispielsweise in Berlin, Eisenach, Weimar und Weißenfels, die einzigen amerikanischen Mitarbeiter in der russischen Zone. Häufig wenden sich die Russen an die Amerikaner, um technischen Rat beim Betrieb der deutschen Anlagen zu erhalten.30Ebenda, S. 39.

Da die Fachleute des Signal Corps nicht immer ausreichten, wurde auf die Unterstützung durch deutsches Personal gesetzt.

Deutsches Personal wurde unter amerikanischer Aufsicht eingesetzt. In Leipzig waren vierzig Deutsche mit der Wartung der Relaisstation beschäftigt. Russische Wachen bewachten diese Anlage und mussten dem Kommandanten unterstellt sein Leben für die Sicherheit der Ausrüstung und der GIs büßen. Die Männer wurden der ständigen Überwachung bald überdrüssig, obwohl sie das persönliche Interesse dahinter nachvollziehen konnten. Die Deutschen bewiesen großen Einfallsreichtum beim Bau ihrer Relaisstationen, die sie als Zivilhäuser tarnten. Ein Mann und seine Familie lebten in einem Haus, in dem die Relaisstation in mehreren Räumen installiert war. Dies war in Motzenhoffer, Bayreuth und einigen anderen Orten der Fall. In diesen Häusern, die nun auch von Deutschen bewohnt werden, leben heute GIs. In der amerikanischen Zone sind Frankfurt und Augsburg Zentren für große Relaisstationen. Für die Männer im Hauptquartier der 12. Heeresgruppe wurden bedeutungslose Buchstaben wie JEFP und unpersönliche Worte wie TRIUMPH zum Symbol für die Identität der Bataillonsabteilung, die am anderen Ende der Front operierte. Das verworrene Kommunikationsgeflecht wurde auf den einfachen Nenner „Joe arbeitet am Board von Duren“ reduziert.31Ebenda, S. 41.

Übersee-Nachrichtenverbindungen der US-Army.

 

Die Telefonanlage

Eine Woche nach Ankunft des amerikanischen Vorauskommandos im Raum Berlin standen rudimentäre Telefonverbindungen zur Verfügung. Am 29. Juni garantierte Marschall Schukow den Westmächten die Nutzung der Festnetzleitung zwischen Berlin und Frankfurt – ein großes unterirdisches Kabel, das über Leipzig verlief – und bot anglo-amerikanischen Fernmeldeteams jederzeit Zugang zu sowjetischem Gebiet für Inspektionen und Reparaturen an. Bis zum 5. Juli hatten amerikanische Fernmeldeexperten, basierend auf Informationen der Sowjets, das Kabel von Berlin zur Elbe instand gesetzt. Amerikanische und sowjetische Teams überprüften anschließend die gesamte Leitung und behoben einen größeren Kabelbruch unter der Mulde. Dies ermöglichte es amerikanischen Technikern, ihre Vermittlungsstelle in Babelsberg mit dem Obersten Hauptquartier der Alliierten Expeditionsstreitkräfte (SHAEF) in Frankfurt, mit dem sowjetischen und britischen Hauptquartier in Potsdam sowie mit dem Hauptquartier des Berliner Bezirks zu verbinden. Um die Kommunikation innerhalb Berlins aufrechtzuerhalten, wo die Zerstörung der Ortsvermittlungsstellen die Kommunikation schwieriger gestaltete als die nach Frankfurt, wiesen die Bestazungsmächte die Reichspost an, die neben Postdiensten auch Telefone betrieb, eine Vermittlungsstelle ausschließlich für die Alliierten einzurichten.32Stivers, William/Carter, Donald A.: The City becomes a symbol. The U.S. Army in the occupation of Berlin, 1945-1949, Center of Military History United States Army Washington, D.C., 2017, S. 80.

In dem obigen Zitat gehen vermutlich zwei Dinge durcheinander. Bei dem Kabel, das bis zum 5. Juli 1945 von Berlin bis zur Elbe instand gesetzt wurde, handelte es sich um das Breitband Fernkabel der Deutschen Reichspost (DRP) FK504. Dieses verband Berlin mit Frankfurt/Main, aber nicht über Leipzig. Das am 01. März 1936 in Betrieb genommene Breitband Fernkabel FK501 verband Berlin mit Leipzig über Trebnitz, und führte durch die Mulde. Leipzig war der Endpunkt des FK501. Von Trebnitz verlief ab 1937 ein weiteres Kabel, FK502, bis Nürnberg und ab 1938 bis München. Die Geschichte der DRP-Fernkabel – ihre Entstehung, ihr Verlauf, ihre Nutzung, teilweise Demontage und Wiederinbetriebnahme – wurde sehr ausführlich von Jürgen Bauch untersucht und in einem bislang dreibändigen Werk der Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht.

Wie Neubabelsberg an das FK504 angeschlossen und damit die Direktverbindung nach Frankfurt/Main hergestellt wurde, kann bislang nur gemutmaßt werden. Die bislang als logisch angesehene Möglichkeit war ein Fernmeldekabel, dass die Telefonvermittlung in Neubabelsberg mit dem Hauptquartier der US-Truppen Berlin, in Berlin-Zehlendorf verband und dort der Anschluss an das FK504 erfolgte.
Die Entfernung zwischen dem einstigen Berliner US-Hauptquartier in der Clayallee und dem Beginn des Fernkabels FK504 in der Wasserkäferallee 1 (DRP Verstärkeramt Berlin III) beträgt rund 3 Kilometer.

Vom VerstA Berlin II, den Grunewald südwärts durchquerend, westlich am Hundekehlensee und Grunwaldsee vorbei nach Zehlendorf Mitte, weiter in südwestlicher Richtung über Klein-Machnow an den Teltowkanal, durch diesen von der Brücke etwas nach Osten abgesetzt mit Flußkabel, bis Stahnsdorf, auf dem Wege nach Drewitz bis etwa 800 m vor der Straßenkreuzung Nowawes-Gütergotz und Klein Machnow-Drewitz (Bezirksgrenze Berlin-Potsdam). … Ab Bezirksgrenze bei Höhe 36 (Straßenkreuzung Nowawes-Gütergotz und Klein Machnow-Drewitz) – Jagdschloß Stern über Drewitz Richtung Potsdam – km 5,560, hinter „Faule Brücke“33Die „Faule Brücke“ in Potsdam-Drewitz ist die historische Bezeichnung für eine schmale, oft als baufällig kritisierte Brücke über den Nuthedamm, die Drewitz mit der Trebbiner Straße verband und eine wichtige, wenn auch umstrittene, lokale Verkehrsverbindung darstellte. südwärts Landweg nach Bergholz-Rehbrücke, weiter über Galgenberg Höhe 79 auf Landweg nach Neu- und Alt-Langerwisch.34Bauch, Jürgen: Die Breitband-Fernkabel des Deutschen Reiches 1930 – 1945, Band III: Das FK 504 Berlin-Frankfurt/M, Norderstedt 2020, S. 66 f.

Der Auszug aus dem Bericht einer Begehung der Kabeltrasse vom 2. Juli 1937 vermittelt weitere mögliche Anschlusspunkte zwischen der Telefonvermittlung in Neubabelsberg und dem FK504. Doch was spricht dafür und was dagegen?
Für die Verlegung eines Kabels vom US-Hauptquartier in Berlin in die Wasserkäferallee spricht, dass es auch nach der Potsdamer Konferenz genutzt werden konnte. Während sich die anderen Anschlussmöglichkeiten in der sowjetischen Besatzungszone befanden. Wie das Telefonkabel von Neubabelsberg aus in das Hauptquartier verlief oder ob eine Telefonleitung der Deutschen Reichspost genutzt wurde, ließ sich bislang nicht herausfinden.

Die Angehörigen des US-Signal Corps werden für den Aufbau des Telefonnetzes der US-Delegation auf die in Neubabelsberg weitgehend gut erhaltene, unzerstörte Infrastrukturder Deutschen Reichspost zurückgegriffen haben. Fast alle Häuser in Neubabelsberg, so ein erster Überblick, verfügten 1945 über einen Telefonanschluss und intakte Telefonapparate. Diese mussten vom Babelsberger bzw. Potsdamer Telefonnetz und in eigenes, nur für die Delegation vorgesehenes Netz integriert werden. Die bisherigen Telefonnummern verloren damit ihre Funktion. Wo genau die Trennung erfolgte, kann Gegenstand von Forschungen zur Geschichte des Potsdamer Telefon- und Fernmeldenetzes werden.

Telefonapparat W 38, ab ca. 1939 das gebräuchlichste Telefon in Deutschland.
TP-6, das 1945 vom Signal Corps der US Army verwendete Telefon.

Die US-Truppen bauten in der Kaiserstraße 73 ihre eigene Vermittlungszentrale auf. Eine zweite enstand am Sitz des US-Präsidenten, Harry S. Truman, im Keller der Kaiserstraße 72.Da es sich nur um eine befristete Nutzung Telefonanlage handelte und diese nach der Abreise der US-Delegation und dem Abzug der sie während der Konferenz betreuenden Militäreinheiten rückgebaut werden musste, wird diese praktisch gewesen sein, jedoch nicht überdimensiert. Die wenigen überlieferten Bilder von den Vermittlungsschränken und der sonstigen Nachrichtentechnik vermitteln den Eindruck, dass im rückwärtigen Bereich für Bedingungen im Feld ausgelegte Technik verwendet wurde.

So könnte die Telefonzentrale in der Kaiserstr. 73 ausgesehen haben. (Symbolbild)

Es heißt, dass die in einem Konvoi von 100 Fahrzeugen angereisten Angehörigen des Fernmeldekorps am Unterbringungsort der US-Delegation in Neubabelsberg sowie im Bereich des Tagungsortes im Schloss Cecilienhof in Potsdam eine 6-Positionen-Telefonanlage errichteten. Weiterhin sollen etwa 500 Telefone in rund 100 separaten Gebäuden installiert worden sein und 110 Kilometer Kabelverteilung.

Eine „6-Positionen-Telefonanlage“ mit sechs Nebenstellen, das Telephone Central Office Set TC-6, könnte möglich gewesen sein, Die Frage ist, ob der Platz dafür in der Kaiserstr. 73 vorhanden war. Neben der Vermittlung mussten noch der Generator zur Stromversorgung sowie die Fernschreibergeräte und die Arbeitsplätze der für den Betrieb der Anlage zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterkommen. Das Gebäude verfügt über einen geräumigen Keller, das Erdschoss und ein Obergeschoss. Im Keller kamen die Vermittlungstechnik und die Elketroanlagen unter. Im Erdgeschoss der Fernschreiberraum und die Büros. Im Obergeschosss waren Unterkünfte für die Diensthabenden und für Vorgesetzte.

Kaiserstr. 73 (Karl-Marx-Str.) im Dezember 2025.
Telefonanlage TC 5 für die US Army, ca. 1945.

 

Fernschreibsystem der US Army 1945.

Als Komponenten gehörten weiterhin dazu:
BD-90 Stromverteiler
BE-75 Wechselstromverteilerschrank
BE-72 Gleichstrom- und Testschrank.

Es wurde ein Beispiel für eine vom Signal Corps gebaute Telefonanlage gefunden. Danach wurden verwendet: eine TC 5…. TC 12 als Hauptanlage und eine BD 72 für die Nebenstelle. Mit diesen Boards konnten bis zu 100 Feldtelefone EE-8 und 80 Telefone vom Typ TP-6 vermittelt werden. Für die Fernschreiberzentrale wurden ein Switchboard TC 3 und über dieses fünf Fernschreiber EE-97 genutzt.

Der Generator für die Sicherung einer störungsfreien Energieversorgung wird sich, vermutlich eingehaust, in der Nähe der heutigen Kreuzung Rudolf-Breitscheid-Str., Karl-Marx-Str. und August-Bebel- Str. befunden haben. Die Generatorgeräusche sollten weder den in der Kaiserstr. 3 ungebrachten US-Präsidenten und sein Gefolge sowie die Garten seiner Residenz fast täglich stattfindenden Auftritte verschiedenster Musikgruppen negativ beeinflussen.

Außerdem wurden zwei Funkfernschreibsysteme (eines nach Washington, das andere nach Paris) und zwei UKW-Funkrelaisstationen zum Oberstes Hauptquartier der Alliierten Expeditionsstreitkräfte (SHAEF) in Frankfurt/Main eingerichtet. Die letztgenannte Verbindung nutzte ein Kabel von Berlin nach Frankfurt. Da der Telefonverstärker dieser Kabelleitung jedoch zerstört worden war, musste das Fernmeldekorps Verstärker, Klingelgeräte und andere Ausrüstung installieren, um den Betrieb des Kabels zu ermöglichen. Über die amerikanischen Einrichtungen flossen anderthalb Millionen Wörter, bei einer Verfügbarkeit des Fernschreibdienstes von 10 Prozent.

Die oberste Leitung für die funktechnischen Arbeiten zur Potsdamer Konferenz hatte der Chef des Funkdienstes der United States Army (englisch Chief of the U.S. Army Communication Service) Generalmajor Frank Emil Stoner. Vor Ort in Potsdam waren konkret zuständig: Oberst (Colonel) Vernon B. Bagnall, Major R. G. Scofield und 1st Lieutenant W. E. Ferrell.

Auf dem gemeinsam während der Konferenz von Briten, Amerikanern und Russen genutzten Flugplatz Gatow gab es zusätzlich ein Signal Message Center für die dort startenden und landenden Flugzeuge der US-Air Force.

Verdeckte Operationen

Neben den vorstehend beschriebenen, teilweise offen sichtbaren Aktivitäten gab es eine Vielzahl verdeckter nachrichtendienstlicher Maßnahmen. Das Personal dafür rekrutierte sich sehr oft aus zivilen Spezialisten. Geführt wurden sie von der 1945 formierten United States Army Security Agency (ASA). Über die während der Gründungsphase zu erledigenden Aufgaben heißt es u.a.  in der  Top Security Information „Post War Transition Period the Army Security Agency. 1945 – 1948“ vom 7. April 1952:

In den ersten Monaten nach dem Krieg gab es eine Reihe wichtiger internationaler Konferenzen, die der ASA wertvollen diplomatischen Verkehr bescherten. Die Berichterstattung über die Konferenz in San Francisco bescherte der ASA wertvolle diplomatische Kommunikation, in der das Auftauchen neuer Kryptosysteme und die Verwendung spezieller Schlüssel und Verschlüsselungen ein schwieriges Problem für die Abhörspezialisten, Geheimdienstmitarbeiter und Kryptoanalytiker der ASA darstellten. Oftmals gelang es den Kryptoanalytikern, mithilfe des Textes der Reden der Delegierten und durch Beschaffung einer Kopie von Sonderbeauftragten des Generalstabs in die meisten dieser speziellen Systeme einzudringen.
So konnte die ASA das Außenministerium über die Richtlinien ausländischer Regierungen auf dem Laufenden halten und geheime Korrespondenzen und stillschweigende Vereinbarungen zwischen Staaten aufdecken.

Die Potsdamer Konferenz war eines der Top-Aufgabenfelder für die ASA wie auch die 1945 später abgehaltenen Konferenzen.

Angehörige der Signal Security Agency der US-Armee zapften die transkontinentalen Kabel an, die durch Berlin verliefen und die Nachrichten der amerikanischen Verbündeten transportierten. Durch das Abfangen und Entschlüsseln dieser Kommunikation während der Konferenz lieferten die Spezialisten für Fernmeldeaufklärung der Armee der US-Delegation Anweisungen, Informationen zu geheimen Verhandlungen und verdeckten Vereinbarungen ihrer alliierten Verhandlungspartner.35Boghardt, Thomas: Covert Legions. U.S. Army Intelligence in Germany, 1944-1949, Center of Military Histor Unitde States Army Washington, D.C., 2022, S. 92.

Ab Mai 1947 gab die ASA eine eigene Zeitschrift heraus, die „ASA Review„.  Parallel zur Potsdamer Konferenz waren in Europa Amerikaner und Briten auf der Suche nach Kryptologen aus Deutschland und mit ihm verbündeter Länder, um sie auszufragen bzw. in die USA oder Großbritannien zu bringen. Das Target Intelligence Committee (TICOM) arbeitete zeitweilig mit dem Chef-Kryptologen der USA, William Frederick Friedman, zusammen.

Eine nachweisbare Verbindung zwischen der Potsdamer Konferenz und der Tätigkeit der ASA gibt es über die Person von Walter J. Brown. Während der Konferenz war er Spezialassistent des US-Außenministers James F. Byrnes. In der ASA-Review Nr. 1/1947 wird er oin einer Auflistung der ASA-Führungskräfte in deren Hauptquartier Europa wie folgt aufgeführt: 6th Det., Second Signal Service Battalion •••••••••••• Capt. Walter J. Brown.
Das Hauptquartier für Europa war im November 1945 geschaffen worden.

Anmerkungen

  • 1
    Vgl. Thompson, George Raynor/Harris, Dixie R., United States Army in World War II: The Technical Services. The Signal Corps: The Outcome (Mid-1943 through 1945), Center of Military History United States Army Washington, DC., 1991 , S. 565
  • 2
    Foreign Relations of the United States. Diplomatic Papers. The Conference of Berlin (The Potsdam Conference) 1945. In Two Volumes, Volume I, Washington 1960, Dok. Nr. 61 v. 14. (15.) Juni 1945, S. 97.
  • 3
    Vgl. ebenda, Dok. Nr. 66, S. 100.
  • 4
    Ebenda, Dok. Nr. 77, S. 108.
  • 5
    Ebenda, Dok. Nr. 97, S. 126 f.
  • 6
    Ebenda, Dok. Nr. 103, S. 131.
  • 7
    https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Stoner
  • 8
    Howley, Frank L.: Berlin Command (Englische Ausgabe) (S. 35). Eumenes Publishing. Kindle-Version.
  • 9
    Ebenda, S. 36.
  • 10
    Ebenda, S. 40 f.
  • 11
    Ebenda, S. 43.
  • 12
    Ebenda, S. 49 u. 54.
  • 13
    Deane, John R.: The Strange Alliance. The story of our efforts at wartime co-operation with Russia, New York, 1946/47, S. 268.
  • 14
    Mary Louise Melia stammte aus Bronxville im US-Staat New York. Am 24. Oktober 1943 machte sie den Abschluss als Bachelor of Arts am Radcliffe College. „Während ihrer Zeit in Radcliffe war Miss Melia aktives Mitglied des Wohnheimkomitees und im ersten Studienjahr im Vorstand von ETC, der Hochschulzeitschrift. Außerdem war sie Mitglied des Katholischen Clubs und des Sportvereins. Sie studierte Bildende Kunst.“ (Bronxville Review-Press v. 11. November 1943). Im Oktober 1947 hatte sie Hochzeit, worüber die „New York Times“ vom 9. Oktober 1947 wie folgt schrieb: „Herr und Frau Frank A. J. Melia aus Bronxville geben die Verlobung ihrer Tochter Mary Louise mit Edward David Friedman, Sohn von Frau Jacob Charles Friedman aus Chicago und des verstorbenen Herrn Friedman, bekannt. Die Hochzeit findet heute statt. Die Braut ist Absolventin des Radcliffe College und arbeitete bis vor Kurzem als Historikerin und Autorin für das Kriegsministerium. Ihr Verlobter, ein Absolvent der Universität Chicago und ihrer juristischen Fakultät, ist Assistent des Rechtsberaters im Arbeitsministerium in Washington.
  • 15
    Vgl. Melia, Mary-Louise: Signal Corps Fixed Communications in World War II: Special Assignments and Techniques, S. 40–42. Zitiert in: Thompson, Raynor George/Harris, Dixie R.: United States Army in World War II: The Technical Services. The Signal Corps: The Outcome (Mid-1943 Through 1945, Center of Military History United States Army, Washington (DC) 1991, S. 591.
  • 16
    Ebenda, S. 673.
  • 17
    Nicht alle Personen, waren direkt mit Aufgaben der Nachrichtentechnik beauftragt. Auch wenn der Dienstgrad dies vermuten Lässt, Gambaccini war z. B.mit Aufgaben der Konferenz- und Verhandlungsdokumentation betraut.
  • 18
    Arthur Gaskill war bei der Zeitung „News of the Day“ gewesen, und „jeder schenkte ihm Beachtung. Er war einer der wichtigsten Ausbilder. Er begann als Hauptmann und wurde schließlich Oberst. Er war auch bei Merrills Marauders.“ (http://www.armypictorialcenter.com/jackson_b_pokress.htm)
  • 19
    https://en.wikipedia.org/wiki/Joint_Chiefs_of_Staff
  • 20
    https://www.trumanlibrary.gov/library/white-house-staff
  • 21
    https://en.wikipedia.org/wiki/White_House_Communications_Agency
  • 22
    https://www.presidency.ucsb.edu/documents/citations-accompanying-legion-merit-presented-three-members-the-white-house-signal
  • 23
    https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Captain_Elizabeth_Hoisington,_in_charge_of_WAC%27s_in_the_Berlin_conference_area,_gives_final_instructions_to_telephone…_-_NARA_-_198810.jpg
  • 24
    Vgl. https://www.ibiblio.org/wwiisignalcorps/3341/3341.html
  • 25
    https://www.ibiblio.org/wwiisignalcorps/3341/mrdec44.pdf
  • 26
    Melia, Mary Louise, a.a.O.
  • 27
    Eine Relaisstation ist eine automatische Funkstation, die Funksignale empfängt, verstärkt und weiterleitet, um die Übertragungsreichweite zu erhöhen. Sie ermöglicht eine drahtlose Kommunikation über größere Entfernungen, als direkt möglich wäre, und wird für verschiedene Zwecke wie Rundfunk, Amateurfunk oder Mobilfunk genutzt.
  • 28
    https://www.dielinke-belzig.de/politik/archiv/wie-belzig-ueberlebte/
  • 29
    The Eagle Messenger, Wiesbaden 1945, S. 36
  • 30
    Ebenda, S. 39.
  • 31
    Ebenda, S. 41.
  • 32
    Stivers, William/Carter, Donald A.: The City becomes a symbol. The U.S. Army in the occupation of Berlin, 1945-1949, Center of Military History United States Army Washington, D.C., 2017, S. 80.
  • 33
    Die „Faule Brücke“ in Potsdam-Drewitz ist die historische Bezeichnung für eine schmale, oft als baufällig kritisierte Brücke über den Nuthedamm, die Drewitz mit der Trebbiner Straße verband und eine wichtige, wenn auch umstrittene, lokale Verkehrsverbindung darstellte.
  • 34
    Bauch, Jürgen: Die Breitband-Fernkabel des Deutschen Reiches 1930 – 1945, Band III: Das FK 504 Berlin-Frankfurt/M, Norderstedt 2020, S. 66 f.
  • 35
    Boghardt, Thomas: Covert Legions. U.S. Army Intelligence in Germany, 1944-1949, Center of Military Histor Unitde States Army Washington, D.C., 2022, S. 92.

© GeschichtsManufaktur Potsdam, 06. Dezember 2025