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	<title>Allgemein Archive - 80 Jahre Potsdamer Konferenz</title>
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		<title>Sperrgebiet Neubabelsberg. 1945 bis 1952</title>
		<link>https://konferenz.potsdam-chronik.de/2025/10/03/sperrgebiet-neubabelsberg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[geschichtsmanufaktur]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Oct 2025 09:38:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Potsdamer Konferenz 1945]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die für die Unterbringung der amerkanischen, britischen und sowjetischen Delegation in Neubabelsberg beschlagnahmten Häuser verblieben nach dem Ende der Potsdamer Konferenz im Besitz der sowjetischen Besatzungsmacht. Sie wurden Teil des Sperrgebiets Neubabelsberg, das bis zu seiner Auflösung im Jahr 1952 existierte. Offizielle Informationen über das Sperrgebiet, seinen Umfang und das Leben darin gibt es nicht. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2025/10/03/sperrgebiet-neubabelsberg/">Sperrgebiet Neubabelsberg. 1945 bis 1952</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die für die Unterbringung der amerkanischen, britischen und sowjetischen Delegation in Neubabelsberg beschlagnahmten Häuser verblieben nach dem Ende der Potsdamer Konferenz im Besitz der sowjetischen Besatzungsmacht. Sie wurden Teil des Sperrgebiets Neubabelsberg, das bis zu seiner Auflösung im Jahr 1952 existierte. Offizielle Informationen über das Sperrgebiet, seinen Umfang und das Leben darin gibt es nicht. Was wir über Neubabelsberg in der Zeit zwischen 1945 und 1952 wissen ist bruchstückhaft zusammengetragen aus Sekundärquellen. Einzelne Primärquellen befinden sich im Stadtarchiv der Landeshauptstadt Potsdam. So die Katasterkarten aus dieser Zeit, in denen auch der Verlauf der Grenze des Sperrgebiets eingetragen ist. Weitere Primärquellen verwaltet das Brandenburgische Landeshauptarchiv.</p>
<p>Warum die Landeshauptstadt Potsdam diese Informationen bislang nicht öffentlich gemacht hat, ist nicht nachvollziehbar. Selbst der aus den Steuergeldern bezahlte und mit einem Büro in der Stadtverwaltung beschenkte &#8222;Erinnerungsbeauftragte&#8220; zeigte diesbezüglich kein Interesse daran Auch nicht aus Anlass des 80. Jahrestages der Potsdamer Konferenz.</p>
<p>Nach Rückerhalt ihrer Häuser konnten die Eigentümer einen Antrag auf Erstattung von Ausgaben stellen, die für die Beseitigung von Schäden aus der Besatzungszeit angefallen waren. Schreiben dazu gibt es zu den folgenden Häusern:</p>
<p><strong>Fontanestraße 15</strong> (1953)<br />
<strong>Lessingstraße 41</strong> (1957)<br />
<strong>Robert-Koch-Straße 1a</strong> (1954)<br />
<strong>Robert-Koch-Straße 5</strong> (1956)<br />
<strong>Rosa-Luxemburg-Straße 13</strong> (1953)<br />
<strong>Rudolf-Breitscheidt-Straße 200</strong> (1957)<br />
<strong>Stahnsdorfer Straße 70</strong> (1956)<br />
<strong>Steinstraße 16</strong> (1957)<br />
<strong>Virchowstraße 38</strong> (1957)</p>
<p>Einzelne außerhalb des Sperrgebiets befindliche Häuser wurden u.a. 1949 an die vorigen Eigentümer zurückgegeben. Das betraf die folgenden Häuser:</p>
<p><strong>Rosa-Luxemburg-Straße 26<br />
Rosa-Luxemburg-Straße 27<br />
Rosa-Luxemburg-Straße 28<br />
Rosa-Luxemburg-Straße 29</strong><br />
<strong>Rosa-Luxemburg-Straße 30/31</strong><br />
<strong>Rosa-Luxemburg-Straße 32</strong><br />
<strong>Rosa-Luxemburg-Straße 33</strong><br />
<strong>Rosa-Luxemburg-Straße 34</strong><br />
<strong>Rosa-Luxemburg-Straße 34a.</strong></p>
<p>Das Problem war, dass der direkt vor den Grundstücken stehende Sperrzaun keinen Zugang durch den Vordereingang möglich machte. Der Antrag auf Versetzung des Zaunes wurde bereits 1949 gestellt. Aber erst nach Auflösung des Sperrgebiets 1952 erfolgte der Abbau.</p>
<p>Ob es weitere Anträge bzw. Unterlagen gab, ist nicht bekannt. Dazu wäre es erforderlich, dass die in verschiedenen Abteilungen der Stadtverwaltung sowie im Stadtarchiv aufbewahrten Bauakten zu den Häusern für eine Auswertung durch Historiker freigegeben werden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2025/10/03/sperrgebiet-neubabelsberg/">Sperrgebiet Neubabelsberg. 1945 bis 1952</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Welche Häuser in Neubabelsberg wurden für die Konferenz genutzt?</title>
		<link>https://konferenz.potsdam-chronik.de/2025/07/23/welche-haeuser-neubabelsberg-wurden-fuer-die-konferenz-genutzt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[geschichtsmanufaktur]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jul 2025 03:53:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Insgesamt beschlagnahmte die sowjetische Regierung 63 Gebäude in Neubabelsberg für die Delegationsmitglieder.“ Diese „fundierte Erkenntnis“ von Tobias Büloff, Beauftragter für Erinnerungs- und Gedenkkultur der Stadt Potsdam, verbreitete die zur Tagesspiegel-Gruppe gehörende Zeitung „Potsdamer Neueste Nachrichten“ am 22. Juli 2025. Der Autor des Beitrages „80 Jahre Potsdamer Konferenz. Wo Truman, Churchill, Stalin und ihre Delegationen in [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2025/07/23/welche-haeuser-neubabelsberg-wurden-fuer-die-konferenz-genutzt/">Welche Häuser in Neubabelsberg wurden für die Konferenz genutzt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>„Insgesamt beschlagnahmte die sowjetische Regierung 63 Gebäude in Neubabelsberg für die Delegationsmitglieder.“</p></blockquote>
<p>Diese „fundierte Erkenntnis“ von <a href="https://www.verlagberlinbrandenburg.de/Autoren/Bueloff-Tobias/">Tobias Büloff</a>, Beauftragter für Erinnerungs- und Gedenkkultur der Stadt Potsdam, verbreitete die zur Tagesspiegel-Gruppe gehörende Zeitung „Potsdamer Neueste Nachrichten“ am 22. Juli 2025. Der Autor des Beitrages „<a href="https://www.tagesspiegel.de/potsdam/landeshauptstadt/80-jahre-potsdamer-konferenz-wo-truman-churchill-stalin-und-ihre-delegationen-wohnten-14028524.html">80 Jahre Potsdamer Konferenz. Wo Truman, Churchill, Stalin und ihre Delegationen in Neubabelsberg wohnten</a>“, <a href="https://www.tagesspiegel.de/potsdam/autoren/klaus-d-grote">Klaus D. Grote</a>, verbreitet in seinem Beitrag falsche Informationen und nicht gerade neue Erkenntnisse zur Geschichte der Potsdamer Konferenz. Nur damit er und die von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sabine_Schicketanz">Sabine Schicketanz</a> als Chefredakteurin geleitete „PNN“ sich gegenüber ihrer Leserschaft als über besonderes Wissen verfügende Person bzw. Zeitung hervortun konnten.<br />
Dabei hätte Herr Grote nur in die knapp 500 m von seiner Redaktion entfernte „Stadt- und Landesbibliothek Potsdam“, 1. Etage, Freihandbibliothek Brandenburgica, gehen brauchen, um sich dort in dem ohne Anmeldung und ohne Kosten einsehbaren Buch „<a href="https://www.verlag-koester.de/buch/potsdam-sowjetische-garnisonsstadt-1945-1994/"><em>Potsdam. Sowjetische Garnisonsstadt 1945–1994</em></a>“ zu informieren. Auf S. 57 ist dort zu lesen:</p>
<blockquote><p>Letztlich waren es ca. 320 Häuser, die in Vorbereitung der Potsdamer Konferenz bzw. in Verbindung mit ihr beschlagnahmt wurden &#8230;</p></blockquote>
<p>Diese Aussage basierte auf einer bereits 2020 angefertigten vergleichenden Analyse der Potsdamer Adressbücher von 1938/39 und 1949.</p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_1938.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-2491 size-medium aligncenter" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_1938-211x300.jpg" alt="" width="211" height="300" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_1938-211x300.jpg 211w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_1938-1081x1536.jpg 1081w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_1938-768x1091.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_1938-721x1024.jpg 721w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_1938.jpg 1122w" sizes="(max-width: 211px) 100vw, 211px" /></a> <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_1949-scaled.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-2492 size-medium aligncenter" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_1949-201x300.jpg" alt="" width="201" height="300" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_1949-201x300.jpg 201w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_1949-1028x1536.jpg 1028w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_1949-1370x2048.jpg 1370w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_1949-768x1148.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_1949-685x1024.jpg 685w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_1949-scaled.jpg 1713w" sizes="(max-width: 201px) 100vw, 201px" /></a></p>
<p>Erste Hinweise zur Ausdehnung des Sperrgebietes gab es bereits in einem 2019 veröffentlichten <a href="https://potsdam.presseclubpotsdam.com/die-russen-in-potsdam/#Sperrgebiet_Neubabelsberg">Beitrag</a>. Inzwischen konnte die Zahl mithilfe von Dokumenten genauer bestimmt werden.</p>
<p>Die Auswertung von Telefonverzeichnissen der amerikanischen und der britischen Delegation sowie von Plänen der für die Delegationen der USA und Großbritanniens eingerichteten Sperrgebiete zeigte, dass allein für die US-Delegation über 100 Objekte beschlagnahmt worden waren.</p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/LEGT-1-1-92-of-142-scaled.jpg"><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-2498" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/LEGT-1-1-92-of-142-211x300.jpg" alt="" width="224" height="319" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/LEGT-1-1-92-of-142-211x300.jpg 211w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/LEGT-1-1-92-of-142-1080x1536.jpg 1080w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/LEGT-1-1-92-of-142-1440x2048.jpg 1440w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/LEGT-1-1-92-of-142-768x1092.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/LEGT-1-1-92-of-142-720x1024.jpg 720w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/LEGT-1-1-92-of-142-scaled.jpg 1800w" sizes="(max-width: 224px) 100vw, 224px" /></a></p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_GB-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2493 size-medium" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_GB-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_GB-224x300.jpg 224w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_GB-1147x1536.jpg 1147w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_GB-1529x2048.jpg 1529w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_GB-768x1029.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_GB-765x1024.jpg 765w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_GB-scaled.jpg 1912w" sizes="auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px" /></a> <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_USA.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2494" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_USA-249x300.jpg" alt="" width="224" height="270" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_USA-249x300.jpg 249w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_USA-1273x1536.jpg 1273w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_USA-768x927.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_USA-848x1024.jpg 848w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel_USA.jpg 1348w" sizes="auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px" /></a></p>
<p>Ein Plan des britischen Sektors in Neubabelsberg ist bereits seit 1995 bekannt und wird von der Potsdamer Stadtführergilde für Führungen durch Neubabelsberg genutzt. Mithilfe des Offiziellen Telefonverzeichnisses der britischen Delegation konnten bislang 53 Häuser in Neubabelsberg lokalisiert werden sowie deren Nutzung während der Konferenz und ihre zeitweiligen Bewohner.</p>
<p>Im US-Sektor wurden laut Übersichtsplan Häuser für die Delegation in der Fontanestr. (3), im Espengrund (5), in der Domstr. (31), in der Berliner Str. (heute Rudolf-Breitscheid-Str.) (26), in der Otto-Erich-Str. (16), in der Karl-Marx-Str. (20) und in der Robert-Koch-Straße) (5) genutzt. Hinzu kamen weitere Objekte, die von den drei Delegationen gemeinsam genutzt wurden, z. B. auf dem ehemaligen Gelände der UFA, sowie vermutlich in dem Plan aus verschiedenen Gründen nicht gekennzeichnete Häuser.</p>
<figure id="attachment_2466" aria-describedby="caption-attachment-2466" style="width: 369px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Otto-Erich-Str.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2466 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Otto-Erich-Str.jpg" alt="" width="369" height="649" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Otto-Erich-Str.jpg 369w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Otto-Erich-Str-171x300.jpg 171w" sizes="auto, (max-width: 369px) 100vw, 369px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2466" class="wp-caption-text">In der heutigen Otto-Erich-Str. gelegene Häuser für die US-Delegation. Nr. 68 bis 74 gehören zur Rudolf-Breitscheid-Str.</figcaption></figure>
<p>Das Telefonverzeichnis der US-Delegation zur Potsdamer Konferenz enthält 546 Einträge zu Personen, die in der amerikanischen Sperrzone wohnten und arbeiteten. In welchen Häusern sie wohnten bzw. wo sie arbeiteten oder wohnten und arbeiteten, lässt sich sehr genau feststellen. Einziges Hindernis ist der Abgleich der 1945 verwendeten Hausnummern mit den aktuellen. Grundlage dafür ist der 1945 erstellte Plan für die US-Sperrzone<br />
Das vorstehend Beschriebene gilt auch für die britische Sperrzone. Hierfür gibt es ebenfalls ein Telefonverzeichnis, das aktuell ausgewertet wird.<br />
Mithilfe der 2020 angefertigten vergleichenden Analyse lässt sich in der Folge bestimmen, welche Häuser von der sowjetischen Delegation genutzt wurden. in den Archiven der USA und Großbritanniens konnte bislang keine Gesamtübersicht für das Sperrgebiet Neubabelsberg gefunden werden. Sie muss aber vorhanden sein.</p>
<p>Das ist der aktuelle Wissensstand, der sich seit 2020 kontinuierlich erweitert.<br />
Jedoch ohne Unterstützung seitens der Stadtverwaltung Potsdam, der für das Schloss Cecilienhof zuständigen Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), der sich in Potsdam für die Belange der Geschichte zuständig fühlenden und aus öffentlichen Mitteln bezahlten Einrichtungen und schon gar nicht durch die in Potsdam erscheinenden Zeitungen PNN und MAZ. Letztere nutzen ihre „Monopolstellung“, um darüber zu entscheiden, was die Öffentlichkeit wissen darf und wie ihr dies aufbereitet wird.<br />
Sehr gute Arbeitskontakte bestehen dagegen zu wissenschaftlichen Einrichtungen und Personen in den USA, Großbritannien und auch nach Russland. Trotz der großen Entfernungen und der nicht vorhandenen Möglichkeiten für persönliche Kontakte bestand und besteht ein ehrlicher schriftlicher Meinungsaustausch. Inzwischen ergab sich dies auch mit dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Gatow und mit dem Heimatverein Zehlendorf.</p>
<h3>Potsdam Rundumschlag</h3>
<p>80 Jahre nach der Potsdamer Konferenz ist es nicht erklärbar, warum der Wissensstand zur Potsdamer Konferenz rudimentär geblieben ist. Bei jedem Jubiläum der Konferenz werden der Öffentlichkeit weitgehend die gleichen Fakten und Behauptungen präsentiert. Selbst Deutschlands angebliches Leitmedium „Der Spiegel“ weigert sich, neue Erkenntnisse zu akzeptieren und in seine Berichterstattung einzubinden. Ein bereits 2020 erfolgter Versuch der Kontaktaufnahme blieb ohne Reaktion. Das gilt auch für die großen Tageszeitungen wie „Die Welt“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ oder „Süddeutsche Zeitung“.</p>
<p>Die Hauptschuld für diesen Zustand muss jedoch in Potsdam selbst gesucht werden. Nach den Prinzipien „<em>Wissen ist Macht“ </em>und „<em>Wer Geld bzw. Unterstützung erhält, entscheiden wir. Auch wenn es gegen das Interesse der Öffentlichkeit gerichtet ist“,</em> verweigern sich Stadtverwaltung, SPSG und mit öffentlichen Mitteln am Leben gehaltene und in Potsdam ansässige Wissenschaftseinrichtungen sowie bei Ihnen angestellte Historiker einer Zusammenarbeit. Ihnen angebotenes Wissen nahmen und nehmen sie, oftmals aber auch nur widerstrebend, entgegen. Im Gegenzug hüllen sie sich aber in Schweigen, um zu einem passenden Zeitpunkt, wenn etwas veröffentlicht wurde, über die engagiert Forschenden mit Kritik herzufallen.</p>
<p>Unwürdig ist es, dass im 80. Jahr der Potsdamer Konferenz keinerlei öffentliches Erinnern an dieses Ereignis erfolgt. Für den weitgehend aus öffentlichen Mitteln finanzierten und an die negativen Seiten der Potsdamer Geschichte erinnernden Turm der Garnisonkirche ist dagegen alles möglich.<br />
In diesem Jahr befasst sich die <strong>Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG)</strong> mit 500 Jahren Beziehungen zwischen Litauen und Preußen. Dabei hätten die Schließung von Schloss Cecilienhof und die dort durchgeführten Bauarbeiten es erlaubt, die Sozialgeschichte des Schlosses rund um das Jahr 1945 tiefgründiger zu erforschen. Den Ansatz dafür konnte die SPSG in den auf dieser Internetseite bereits 2020 veröffentlichten Beiträgen zur Geschichte von Schloss Cecilienhof finden.<br />
Das <strong>Potsdam-Museum, Bereich Geschichte</strong>, muss in diese Kritik eingebunden werden. In seinem Fundus befindet sich Material über die Zeit um 1945 und der Anwesenheit der sowjetischen Truppen, das nur teilweise ausgewertet und der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. 2020 bis 2022 unternommene Versuche, zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zu kommen, scheiterten an der fehlenden Bereitschaft seitens des Museums. Die Gründe dafür, schließlich ging es um solides Wissen für die öffentliche Präsentation, lassen sich nur mit dem Prinzip „<em>Wissen ist Macht</em>“ erklären. Der Förderverein des Potsdam-Museums war diesbezüglich auch keine Hilfe.<br />
Mit dem plötzlichen Tod der Leiterin des <strong>Bereichs Brandenburgica der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam (SLB)</strong>, Marlies Sell, im Jahr 2023 endete zugleich auch die letzte Möglichkeit, eine qualifiziertere Auswertung des in der SLB vorhandenen Literatur- und Zeitungsbestandes zu erreichen. Im Mittelpunkt stand die „<em>Potsdamer Tageszeitung</em>“ (PT). Mühsam muss sie bis heute von den Nutzerinnen und Nutzern durchgearbeitet werden. Das hat zur Folge, dass wir bei der Aufarbeitung des Inhalts der PT auf dem Stand der 1990er Jahre stehen. Hauptverantwortlich, dass es hier nicht weiterging bzw. – geht, sind der vormalige Leiter der Landesbibliothek sowie seine Nachfolgerin.</p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Betrug.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2454 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Betrug-724x1024.jpg" alt="" width="640" height="905" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Betrug-724x1024.jpg 724w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Betrug-1086x1536.jpg 1086w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Betrug-212x300.jpg 212w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Betrug-768x1086.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Betrug.jpg 1240w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a></p>
<p>Die MAZ, die keine Idee für einen Beitrag zum 80. Jahrestag der Potsdamer Konferenz hatte, kam auf die Idee (siehe Bild oben), eine bereits 2015 veröffentlichte Beitragsfolge unter dem geänderten Datum 2025 als etwas ganz Neues anzubieten. Dass sie damit die Pflicht verband, ein Abonnement abzuschließen, um die altbackenen Texte lesen zu dürfen, ist ein Beispiel für Unredlichkeit gegenüber der Leserschaft. Lediglich der Eröffnungsbeitrag, mit frisiertem Datum 2025, war frei zugänglich. Die angefügte Übersicht mit den Links zu den weiteren Texten (alle mit Jahresdatum 2015) führte zu Seiten, die nur mit einem Abonnement gelesen werden konnten.</p>
<blockquote><p>Seit dem 15. Juli veröffentlicht die „Märkische Allgemeine“ eine Serie von Beiträgen zu den Hintergründen der Potsdamer Konferenz. Der erste Text am 15. Juli trug die Jahreszahl <strong>2025</strong>. Alle anderen Beiträge bislang noch die Jahreszahl <strong>2015</strong>. Denn diese Serie aus der Feder von Hajo von Cölln wurde bereits 2015 veröffentlicht und nicht erstmalig in diesem Jahr.<br />
Gegen eine Neuveröffentlichung der Beitragsreihe ist nichts einzuwenden, wenngleich sich der Wissensstand zu den Hintergründen der Potsdamer Konferenz und zu den an ihr beteiligten Personen sehr verbessert hat.<br />
Doch der Anstand und die Verantwortung gegenüber der Leserschaft hätte es geboten, sie von dieser Tatsache in Kenntnis zu setzen und nicht so zu tun, als ob „gerade die MAZ“ etwas völlig Neues zur Veröffentlichung gebracht hätte.<br />
Ich habe diesen Betrug (?) an der Leserschaft dokumentiert und verbinde mit meinem Schreiben die Hoffnung, dass Sie den von Ihnen begangenen Fehler öffentlich korrigieren.</p></blockquote>
<p>Am 18. Juli 2025 wurde die Leserbriefredaktion der MAZ mit dem vorstehenden Schreiben auf den Sachverhalt aufmerksam gemacht. Eine Antwort gab es nicht.</p>
<p>Am 22. Juli 2025 ging zu dem eingangs beschriebenen Sachverhalt eine E-Mail an die Chefredakteurin der PNN, Sabine Schicketanz, heraus. Gelesen wurde sie von ihr.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2025/07/23/welche-haeuser-neubabelsberg-wurden-fuer-die-konferenz-genutzt/">Welche Häuser in Neubabelsberg wurden für die Konferenz genutzt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Triumvirat von Gatow</title>
		<link>https://konferenz.potsdam-chronik.de/2025/07/12/das-triumvirat-von-gatow/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[geschichtsmanufaktur]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Jul 2025 17:02:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://konferenz.potsdam-chronik.de/?p=2423</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nachdem weder Wien noch Linz oder Bad Oeynhausen in die engere Auswahl gekommen waren für den Ort der von Churchill gewünschten, von Truman akzeptierten und von Stalin nicht gerade mit Begeisterung aufgenommenen Konferenz über das Schicksal Deutschlands und dessen Alliierten, sondern Berlin und dort vor allem der auf dem Potsdamer Stadtgebiet gelegene Neue Garten, begann [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2025/07/12/das-triumvirat-von-gatow/">Das Triumvirat von Gatow</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem weder Wien noch Linz oder Bad Oeynhausen in die engere Auswahl gekommen waren für den Ort der von Churchill gewünschten, von Truman akzeptierten und von Stalin nicht gerade mit Begeisterung aufgenommenen Konferenz über das Schicksal Deutschlands und dessen Alliierten, sondern Berlin und dort vor allem der auf dem Potsdamer Stadtgebiet gelegene Neue Garten, begann die Suche nach einem Lande- und Startplatz für die Flugzeuge der Delegationen.</p>
<blockquote><p>Kaum waren die letzten Kämpfe in Berlin abgeebbt, als der Leiter der Verwaltungs- und Wirtschaftsabteilung der 1. Weißrussischen Front, General L. Tschernorysch, den Leiter der Quartier- und Operationsabteilung, Oberst G. Kosoglyad, einbestellte. Der Auftrag war unerwartet: Mit einer Gruppe von Offizieren durch die Außenbezirke der Stadt zu fahren und den Ort der Konferenz der Führer der drei Mächte sowie ausgewählte Flugplätze zu bestimmen, auf denen eine spezielle Gruppe stationiert werden sollte, um diese Konferenz vorzubereiten. <sup class="modern-footnotes-footnote ">1</sup></p></blockquote>
<h2>Die Russen: Auswahl des Flugplatzes und erste Vorbereitungen</h2>
<p><strong>Major Anatoli Georgiewitsch Sotow</strong> gehörte zu dieser speziellen Gruppe und hatte den Auftrag, den Flugplatz für die Konferenz mit Bildwänden und anderen Elementen propagandistisch zu gestalten. Als Konferenzort war das Schloss Cecilienhof ausgewählt worden.</p>
<blockquote><p>Die Wahl fiel auf Schloss Cecilienhof in der Nähe des Parks Sanssouci am Stadtrand von Potsdam. Im Gegensatz zu anderen Gebieten, die nach Bombenangriffen oft vollständig in Ruinen und Trümmern lagen, gab es hier keine so deutlichen Spuren des Krieges. Die Zugänge zum Schloss waren bequem, die Innenausstattung gut. Kurzum, es gab alle Voraussetzungen für produktives Arbeiten und Erholung für die Oberhäupter der Großmächte. Marschall Schukow und später Stalin stimmten der Wahl zu. <sup class="modern-footnotes-footnote ">2</sup></p></blockquote>
<p>Etwas komplizierter gestaltete sich die Auswahl der Flugplätze. Tempelhof fiel aufgrund seiner ungünstigen Lage – umgeben von dicht bebautem Gebiet und Sicherheitsrisiken beim Hin- und Rücktransport der Delegationen – aus der engeren Wahl. Zudem befand sich der Flugplatz im vorgesehenen amerikanischen Sektor. Staaken und Gatow (oftmals synonym behandelt mit Kladow) befanden sich dagegen im russischen.</p>
<blockquote><p>Ich kannte die angegebenen Flugplätze. Einer davon, Dalgov, lag nahe der zukünftigen Grenze zu West-Berlin. Zu dieser Zeit war dort noch die 296. Jagddivision unter dem Kommando von Oberst W. Stalin <sup class="modern-footnotes-footnote ">3</sup> stationiert. Der Flugplatz verfügte über zwei gut ausgebaute Start- und Landebahnen, ausreichend Unterkünfte, zwei Kantinen und Vereinsräume. Die Flugplätze waren durch ausgezeichnete Straßen mit Sanssouci verbunden. Zunächst besuchten General Turkel und ich die Flugplätze selbst und trafen uns mit dem Leiter des 80. Flugstützpunktgebiets, Oberst Schtscherbatjuk, und dem Leiter der politischen Abteilung, Oberst Schirotschenko. Sie berichteten, dass die Restaurierungsarbeiten auf dem Flugplatz Kaldy in vollem Gange seien. Sobald Oberst Stalin Dalgow befreit habe, würden sofort intensive Vorbereitungen in diesem Gebiet beginnen. <sup class="modern-footnotes-footnote ">4</sup></p></blockquote>
<p>Hinsichtlich der Ortsnamen hatte Sotow Probleme mit der Erinnerung. Mit <em>Kaldy</em> meinte er vermutlich <em>Kladow, also</em> Gatow. Und mit &#8222;Dalgov&#8220; war wohl Staaken gemeint. Dagegen konnte er sich genau daran erinnern, mit welchem Auftrag die zur Vorbereitung der Konferenz eingesetzte Spezialgruppe Mitte Mai 1945 versehen worden war.</p>
<blockquote><p>„Generaloberst Turkel wird als Leiter der speziellen Luftfahrtgruppe zur Vorbereitung der Konferenz empfohlen. Der Kommissar ist der ehemalige Sekretär des Jaroslawler Regionalkomitees des Komsomol, Oberinspektor der politischen Abteilung, Genosse Sotow … Die Gruppe wird aus den Besatzungen von Flugzeugen der Spezialfliegerdivisionen bestehen. Dies sind gut ausgebildete Piloten, die in der Lage sind, jeden Auftrag bei Tag und Nacht durchzuführen. Die Leitung der Gruppe muss rasch kompetente und bewährte Leute für alle Bereiche auswählen. Die luftfahrttechnische Unterstützung der Konferenz muss gut vorbereitet und die Aufgaben der Flugsicherheit angemessen erfüllt werden. Sie sind die Eigentümer der Flugplätze, Sie müssen die alliierten Fliegergruppen empfangen und unterbringen … <sup class="modern-footnotes-footnote ">5</sup></p></blockquote>
<p>Am 24. Juni 1945 war klar, dass Gatow der für den Konferenzflugverkehr genutzte Flugplatz sein würde. Der US-amerikanische General Floyd L. Parks berichtete darüber nach einem an diesem Tag stattgefundenen Treffen mit dem sowjetischen General Kruglow:</p>
<blockquote><p>8. General Kruglow erklärte, dass der Flugplatz Gatow (Kiadow) nur zehn Kilometer von Potsdam entfernt als Endpunkt der Konferenz vorgesehen sei. Ich erklärte, dass wir keine Einwände hätten, wenn er für C-54 geeignet sei, und dass ich ihn von unserem Luftoffizier inspizieren lassen würde. Ich habe noch keinen Bericht von meinem Luftoffizier, aber ich bin von Berlin aus über Gatow geflogen, und es scheint hinsichtlich Anflügen, Landebahnlänge usw. sogar besser zu sein als Tempelhof. Beide sind Rasenflächen. <sup class="modern-footnotes-footnote ">6</sup></p></blockquote>
<p>Am 30. Juni 1945 kabelte Botschafter Robert D. Murphy, Politischer Berater des Oberkommandeurs der United States Forces of Occupation in Germany, nach Washington:</p>
<blockquote><p>Hinsichtlich der Flugrouten boten die Russen eine etwa 32 Kilometer breite Flugroute von Berlin nach Magdeburg und zwei von Magdeburg nach Frankfurt an. Für die Konferenz sollte der Flugplatz Gatow vollständig von den USA und Großbritannien kontrolliert werden. Tempelhof in der US-amerikanischen Zone würde den USA zur Verfügung stehen. Die Sowjets verlangen eine Stunde Vorlaufzeit für jeden Flug, eine Bestätigung der Vorabmeldung ist jedoch nicht erforderlich. Nach der anschließenden Abstimmung mit den Russen wird vereinbart, dass eine symbolische französische Truppe von 1.000 Mann die US-britischen Streitkräfte nach Berlin begleitet und ein französischer Aufklärungstrupp morgen nach Berlin aufbricht. In einer Pressemitteilung wird angekündigt, dass der Rückzug aus der russischen Zone am 1. Juli beginnen wird. <sup class="modern-footnotes-footnote ">7</sup></p></blockquote>
<p>Für die konkreten Absprachen rund um das Geschehen auf dem Flugplatz gab es ein Dreiergremium aus je einem Vertreter der an der Konferenz beteiligten Siegermächte. Aus verschiedenen Hinweisen wurde abgeleitet, dass es aus den nachfolgend aufgeführten Personen bestanden haben könnte. Eine Bestätigung aus offiziellen Dokumenten gibt es darüber nicht.</p>
<p><strong>Generalmajor Edmund Walton Hill (1896 &#8211; 1973),</strong> kommandierender General der US Air Forces in Russland<sup class="modern-footnotes-footnote ">8</sup>, vertrat die Interessen der Amerikaner. Er hatte seine Unterkunft inder US-Zone in Neubabelsberg, Domstraße 24 und war dort unter der Telefonnr. 7 erreichbar. Sein Büro hatte er am Sitz des Berlin Military District im &#8222;U.S. Compound&#8220;, vermutlich Zehlendorf, wo er die Telefonnr. 109 hatte. Während der Bereich Neubabelsberg im Telefonverzeichnis die Code-Bezeichnung VICTORY (VIC) trug, befand sich sein Dienstsitz im Bereich MASTERWORK (MAS).</p>
<figure id="attachment_2445" aria-describedby="caption-attachment-2445" style="width: 200px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Hill_Edmund_Walton.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2445 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Hill_Edmund_Walton.jpg" alt="" width="200" height="250" /></a><figcaption id="caption-attachment-2445" class="wp-caption-text">Edmund Walton Hill.</figcaption></figure>
<p>Der Flughafen Gatow hatte von den Amerikanern die Code-Bezeichnung MEDALLION erhalten. Airtransport Gatow, Gatow Airport und Gatow Signal Message Center waren mit keiner Telefonnr. versehen. Dafür aber in diesem Bereich tätige und teilweise auch untergebrachte Personen:</p>
<p><strong>Brockett, Lt.Col.</strong><sup class="modern-footnotes-footnote ">9</sup> (ohne Telefonnr.)<br />
<strong>Felker, Walter L., Col.</strong> (ohne Telefonnr.)<sup class="modern-footnotes-footnote ">10</sup></p>
<p><strong>Jones, Charles Maury, Col. (1894 &#8211; 1978)</strong><sup class="modern-footnotes-footnote ">11</sup> (Unterkunft, Tel.-Nr. 6). Eine ausführliche Erinnerung an ihn verfasste der Journalist Mark A. Wallinger. Seine Informationen erhielt er von Mike O`Neal, einem der Direktoren des Golden Age Air Museum in Bethel, Pa (USA)<sup class="modern-footnotes-footnote ">12</sup>.</p>
<blockquote><p>“He commanded the Air Tactical Command base at Ostros, France, was later Deputy Commander of the Air Tactical Command in the Mediterranean Area and Command Officer of the British-American Airport for the Potsdam Conference in 1945,” said O’Neal.</p></blockquote>
<p><strong>O`Neill, Daniel, Major</strong> (Büro, Tel.-Nr. 10)</p>
<p>Die Sowjetunion repräsentierte <strong>Michail Wassiljewitsch Redkin (1904–1981),</strong> bedeutender Testpilot und Kampfflieger. Zur Zeit der Potsdamer Konferenz war er stellvertretender Kommandeur des 3. Jagdfliegerkorps der Roten Armee, dessen Stab sich in Falkensee befand. Die zum Korps gehörende 286. Jagdfliegerdivision war bis 1948 auf dem Flugplatz Staaken stationiert, hatte ihre Kaserne jedoch in Dallgow. Kommandeur dieser Einheit war vom 25. Februar 1945 bis zum 17. Juli 1946 der jüngste Sohn Stalins, <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A1%D1%82%D0%B0%D0%BB%D0%B8%D0%BD,_%D0%92%D0%B0%D1%81%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D0%B9_%D0%98%D0%BE%D1%81%D0%B8%D1%84%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">Gardeoberst Wassili I. Stalin (1921 &#8211; 1962)</a>.</p>
<figure id="attachment_2448" aria-describedby="caption-attachment-2448" style="width: 224px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Redkin.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2448 size-medium" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Redkin-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Redkin-224x300.jpg 224w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Redkin.jpg 389w" sizes="auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2448" class="wp-caption-text">Michail Wassiljewitsch Redkin.</figcaption></figure>
<p>Für die britische Seite, seit dem 2. Juli 1945 die Hausherren von Gatow, stand der 24-jährige Kommandeur der Flugplatzeinheit 19 Staging Post, <strong>Flight Lieutenant Roy Sydney Perry (1921–1993)</strong> <sup class="modern-footnotes-footnote ">13</sup>. Es war schon eine ungewöhnliche Karriere, die Perry erlebte. Nachdem er gegen Kriegsende bei verschiedenen Einheiten als Fluglehrer eingesetzt war, wurde Perry <span dir="auto">im Februar 1945 zum kommissarischen Staffelführer ernannt. </span><span dir="auto">Im Juli 1945 zum kommandierenden Offizier des Staging Post Nr. 19 in Gatow (Berlin) ernannt und im September 1945 zur Royal Air Force (General Duties Branch) versetzt, wobei er den kommissarischen Rang eines Flight Lieutenant behielt. Er blieb bis Februar 1946 in Gatow und wurde dann kommandierender Offizier des Main Staging Post in Gibraltar.<sup class="modern-footnotes-footnote ">14</sup></span></p>
<figure id="attachment_2469" aria-describedby="caption-attachment-2469" style="width: 169px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Perry-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2469 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2025/07/Perry-1.jpg" alt="" width="169" height="193" /></a><figcaption id="caption-attachment-2469" class="wp-caption-text">Roy S. Perry</figcaption></figure>
<p>Im Telefonverzeichnis der britischen Delegation ist Kladow Airfield mit zwei Personen enthalten:<br />
<strong>Filer, Lt.</strong><br />
<strong>McLaren, R. J., Captaine</strong><br />
Zu beiden fehlen die Telefonnummern.</p>
<h2>Die Briten: Übernahme des Flugplatzes</h2>
<h3>Operations Record Book (ORB)</h3>
<p>Der Flugplatz Gatow lag in der britischen Besatzungszone von Berlin und befand sich ab dem 2. Juli 1945 offiziell im Bestand der Royal Navy. Flight Lieutenant Roy Sydney Perry führte die auf dem Flugplatz stationierte Einheit 19 Staging Post. Informationen über die Situation in Gatow im Juli 1945 erhalten wir aus dem von ihm unterschriebenen Operations Record Book (ORB).</p>
<p><span dir="auto">Die ORBs </span><span dir="auto">wurden erstellt, um eine vollständige Aufzeichnung einer Einheit ab dem Zeitpunkt ihrer Gründung zu liefern. Jedes Buch enthält eine genaue Aufzeichnung der von der Einheit durchgeführten Operationen und Handlungen. Die ältesten Bücher stammen aus der Zeit vor der Gründung der Royal Air Force (RAF) im April 1918 und beschreiben Operationen, die von ihren Vorgängern, dem Royal Flying Corps (RFC) und dem Royal Naval Air Service (RNAS), durchgeführt wurden.<sup class="modern-footnotes-footnote ">15</sup> Die Aufzeichnungen können verwendet werden, um eine Liste aller Flugoperationen der RAF-Besatzung zu erstellen. Sie sind auch eine hervorragende Quelle, um sich ein Bild von den Operationen der Staffel zu machen.<br />
Vermutlich gab es Festlegungen bzw. Dienstanweisungen für die Führung des ORB.</span></p>
<p>Das Nationalarchiv Großbritanniens informiert zum Inhalt eines ORB:</p>
<blockquote><p><span dir="auto">Die ORBs bestehen aus:<br />
</span><span dir="auto">Formulare zur „Zusammenfassung der Ereignisse“ (auch bekannt als Formular 540)<br />
</span><span dir="auto">Formulare „Details der durchgeführten Arbeiten“ (auch bekannt als Formular 541)<br />
</span><span dir="auto">Anhänge, sofern zutreffend (darunter können Einsatzbefehle, verschiedene Berichte und telegrafierte Nachrichten sein).<br />
</span><span dir="auto">Zu den Informationen gehören:<br />
</span>Flugzeugtyp und -nummer<br />
Namen<br />
Dienstgrad der Flugbesatzung<br />
Namen der Passagiere<br />
Wetterbedingungen<br />
Flug-/Einsatzdetails</p></blockquote>
<p>Phil Tomasseli, Autor und Experte für Militärgeschichte <sup class="modern-footnotes-footnote ">16</sup>, liefert eine differenziertere Beschreibung des ORB, die auch auf das von Perre unterzeichnete Dokument angewandt werden kann.</p>
<blockquote><p>Die ORBs wurden Ende 1926 eingeführt und sollten die Führung der Einheitenhistorien der RAF vereinheitlichen. Sie basierten auf den Kriegstagebüchern der Armee, mit der Ausnahme, dass die ORBs auch in Friedenszeiten ausgefüllt werden mussten. Sie umfassten sowohl Formulare zur Zusammenfassung der Ereignisse (Formular 540) als auch Formulare zur detaillierten Durchführung der Arbeiten (Formular 541) und wurden monatlich ausgefüllt. Formular 540 dokumentierte die Aktivitäten der Staffel im Allgemeinen über den Monat, vermerkte aber in der Regel auch eintretende und abtretende Offiziere, offizielle Besuche und besondere Ereignisse wie die Feierlichkeiten zum Tag des Sieges in Europa (VE-Day). Formular 541 dokumentierte täglich Details zu Einsätzen, darunter Jagdpatrouillen, Aufklärungspatrouillen sowie große und kleine Bombenangriffe.<br />
<span dir="auto">Besatzungen werden benannt, Gefechte mit dem Feind vermerkt, Verluste (allzu oft als „Vermisst“) verzeichnet, und es gibt teilweise recht detaillierte Berichte über Bombenangriffe aus der Perspektive der einzelnen beteiligten Flugzeuge. Die Überlebensrate von ORBs liegt bei nahezu 100 Prozent. Die wichtigsten Ausnahmen sind die Verluste beim Rückzug nach Dünkirchen 1940 sowie die Verluste nach dem Debakel in Singapur 1942 und dem Rückzug durch das heutige Indonesien.<br />
</span><span dir="auto">Ihre Genauigkeit ist auch deshalb sehr hoch, weil sie auf der Grundlage offizieller Dokumente erstellt wurden, darunter Geheimdienstberichte von Kampfpiloten oder Besatzungen größerer Flugzeuge nach einem Einsatz. Dennoch treten Fehler auf. Ich kenne einen Mann, der nach der Erstellung des Dienstplans die Besatzung wechselte und beim Absturz des Flugzeugs starb. Er ist nicht im ORB verzeichnet; außerdem kenne ich einen hochrangigen Offizier, der an Einsatzflügen teilnahm, dessen Anwesenheit im ORB nicht aufgeführt, aber in einem Logbuch vermerkt ist.<br />
</span><span dir="auto">Im Großen und Ganzen sind sie jedoch sehr genau, auch wenn die Details in Zeiten hoher Aktivität, wie beispielsweise bei Jagdstaffeln während der Luftschlacht um England, möglicherweise geringer sind. Man sollte auch bedenken, dass – insbesondere bei Offizieren – RAF-Angehörige nach einer aktiven Dienstzeit oder einer Beförderung oft Zeit mit Verwaltungs-, Ausbildungs- oder anderen Aufgaben verbringen, und dieser Teil ihres Dienstes kann fehlen.<br />
ORBs existieren für alle Arten von RAF-Einheiten, von mobilen Radarstationen, Hygieneeinheiten, Ausbildungsschulen, Personalaufnahmezentren und Rekrutierungszentren bis hin zu Gruppenhauptquartieren, Geschwadern und RAF-Stationen. <sup class="modern-footnotes-footnote ">17</sup><br />
</span></p></blockquote>
<p>Wie Tomaselli schreibt, sind nicht alle Vorgänge innerhalb einer Einheit im ORB verzeichnet. Das trifft auch auf Gatow zu. Zumindest für den Juli 1945. Nachfolgend ausgewertet wird das ORB, Formular 540.</p>
<h3>Struktur von 19 Staging Post Gatow</h3>
<p>Der Kern von 19 Staging Post wurde am 22. Mai 1944 unter dem Kommando der No 46 Group auf Blakehill Farm<sup class="modern-footnotes-footnote ">18</sup> gebildet, aber erst am 8. August wurde sie offiziell aus einem Kern der No 91 Forward SP in Down Ampney<sup class="modern-footnotes-footnote ">19</sup> formiert.<br />
Die Einheit verlegte am 9. August 1944 nach B14 Amblie, am 14. September nach Ypern, am 7. Oktober nach B78 Eindhoven und am 8. Oktober nach B70 Antwerpen/Deurne, wo sie sich dem No 111 Wing (Transport) anschloss. Am 2. Dezember kehrte sie nach Perranporth in Großbritannien zurück und verlegte am 20. März 1945 über B56 Brüssel/Evere wieder auf den Kontinent, bevor sie am 16. April nach B118 Celle, am 31. Mai nach B162 Stade, am 5. Juni nach B169 Hamburg-Fuhlsbüttel und am 28. Juni nach Kladow (Gatow) verlegte, wo sie schließlich am 1. Juli ankam und sich am 15. Juli 1946 auflöste.<sup class="modern-footnotes-footnote ">20</sup></p>
<p>Die Aufzeichnungen des ORB beginnen im Juli mit dem Umzug von dem bisherigen Standort B 168 Fuhlsbüttel über Hamburg und Magdeburg nach Gatow am 30. Juni 1945. Aufgeführt sind alle Personen und Fahrzeuge der Militärkolonne.<br />
Die auf den Fahrzeugmarsch geschickte Einheit bestand aus den nachfolgenden Bereichen bzw. Sektionen:</p>
<p><strong>P. &amp; F.</strong> Section (Passenger &amp; Freight)<br />
Air Crew Hostel Section<br />
Equipment Section<br />
RAF/Police<br />
<strong>D.S.S. Section</strong> (Section of  Support Services)<sup class="modern-footnotes-footnote ">21</sup><br />
<strong>Messen:</strong><br />
<em>Airmens Mess</em><br />
<em>Officer Mess Section</em><br />
<em>Sergeants Mess Section</em><br />
<em>Catering</em><br />
<strong>S.S.Q. Section</strong> (Station Sick Quarters)<sup class="modern-footnotes-footnote ">22</sup><br />
Headquarters Section<br />
<strong>Army Liaison</strong> <sup class="modern-footnotes-footnote ">23</sup><br />
Flying Control<br />
Operations Section<br />
Met Section (Meteorologische Abteilung)<br />
&#8211; Met Recovery<br />
Fire section<br />
Recovery Section<br />
<strong>M.T.C.</strong> (Mechanical Transport Control)<br />
RAF Cypher Section</p>
<h3>Erinnerungen an Gatow vor und während der Konferenz</h3>
<p><em><strong>George Leggett</strong>, Übersetzer im Hauptquartier der britischen Delegation bei der Potsdamer Konferenz<sup class="modern-footnotes-footnote ">24</sup>, war direkt in die Überführung der Einheit von Hamburg-Fuhlsbüttel nach Gatow sowie in die Vorgänge bei der Übernahme des Flugplatzes eingebunden und teilweise auch informiert über dessen Nutzung während der Konferenz. Er beschrieb die Erlebnisse ausführlich in seinem „<strong>Potsdam Diary</strong>“. In maschinenschriftlicher Form befindet es sich in seinem Nachlass im Churchill Archives Centre an der University of Cambridge.<sup class="modern-footnotes-footnote ">25</sup></em></p>
<p><em>Der Kommandeur des Hauptquartiers der britischen Delegation in Neubabelsberg, <strong>Brigadier Owen Murton Wales</strong>, verfasste am 2. Oktober 1945 einen Bericht über seine Tätigkeit, die er hinsichtlich ihrer Dauer vom 12. Juni bis zum 15. August 1945 datierte. Der Bericht konnte im Nachlass von <strong>Lettice Marston</strong> im Churchill Archives Centre an der University of Cambridge gefunden werden. <sup class="modern-footnotes-footnote ">26</sup></em></p>
<p><em>Aus beiden Dokumenten wurden die sich auf Gatow beziehenden Aussagen entnommen und entsprechend des Datums geordnet. Ergänzt wird die nachfolgende Übersicht mit den bis zum 30. Juli 1945 bekannten Eintragungen im <strong>Operation Record Book</strong> der für den Flugplatz Gatow zuständigen Einheit der Royal Navy 19 Staging Post.</em></p>
<h4>23. Juni 1945</h4>
<blockquote><p>Am 23. Juni wurde mir mitgeteilt, daß der für die Dreimächtekonferenz gewählte Ort Potsdam sei und daß die britische Delegation in Babelsberg untergebracht werde, das ich bei der Untersuchung der Karte etwa zehn Meilen südwestlich von Berlin gefunden habe. Man teilte mir auch mit, daß die Erlaubnis eingeholt worden sei, daß mein Hauptquartier und die Truppen unter dem Kommando durch die russische Besatzungszone in das zugewiesene Gebiet durchfahren könnten. Ich wurde angewiesen, mich so früh wie möglich zu bewegen und bei Magdeburg die Elbe zu überqueren. Ich stimmte dem Umzug am 25. Juni zu, obwohl mein Stab noch lange nicht vollständig war und meine Einheiten weit verstreut waren.</p></blockquote>
<p>Brigadier Wales, der dies schrieb, hatte zu dem Zeitpunkt noch keine Information über den für die Delegation zur Verfügung gestellten Flugplatz.</p>
<h4>24. Juni 1945</h4>
<p>Am 24. Juni 1945 traf George Leggett im Hauptquartier <em>HQ 4th Line of Communication Sub Area</em> bei der 21. Armeegruppe in den <a href="https://baor-locations.org/home-3/locations/herford/hammersmith-barracks/">Hammersmith Barracks </a>in Herford ein. HQ 4th Line C. Sub. Area war die offizielle Bezeichnung des Hauptquartiers der britischen Delegation bei der Potsdamer Konferenz. Es war für alle britischen Belange in Vorbereitung der Potsdamer Konferenz, während ihrer Durchführung und für die Zeit kurz danach zuständig. Kommandeur war Brigadier Owen Murton Wales. Ab dem 25. Juni befand er sich mit dem aus 64 Fahrzeugen und 30 Motorrädern bestehenden Vorauskommando auf dem Weg in die für die britische Delegation vorgesehene Sperrzone in Neubabelsberg.</p>
<p>O. M. Wales hielt für diesen Tag in seinem Bericht fest.</p>
<blockquote><p>Am Abend des 24. Juni hielt ich meine letzte Stabsbesprechung ab und erteilte Befehle für die Verlegung des Hauptquartiers und für die schrittweise Eingliederung der Einheiten gemäß einem Programm, das sich über einen Zeitraum von mehreren Tagen erstreckte, wobei die Verantwortung für die Erteilung der Verlegungsbefehle von der Heeresgruppe des Hauptquartiers 21 übernommen wurde.<br />
Man hatte mich schon früher gebeten, meine Anträge auf Überführung an die 30. Militärmission in Moskau unter Angabe der Truppenstärke und der erforderlichen Unterbringung zu stellen. Als ich den Befehl zum Umzug erhielt, hatte ich den Eindruck, daß die verlangte Unterbringung von den Russen zugesagt worden war. Die Notwendigkeit eines baldigen Aufbruchs lag auf der Hand, da das Datum der Ankunft der britischen Delegation uns für Mitte Juli vorhergesagt wurde, mit der Möglichkeit, daß es einige Tage früher sein könnte.<br />
Die unmittelbare Aufgabe war, daß ich so schnell wie möglich im Delegationsgebiet eintraf und genügend Personal mitnahm, um mein Hauptquartier einzurichten, die Verbindung mit der Armeegruppe des Hauptquartiers 21 herzustellen, die Unterbringung von den Russen zu übernehmen und einen vorläufigen Plan für die Zuweisung von Wohnungen und Büros an die britische Delegation zur Genehmigung durch die Vorhut der Delegation zu erstellen, die am 30. Juni eintreffen und am 2. Juli nach London zurückkehren sollte. <em>Eine weitere unmittelbare Aufgabe bestand darin, einen Flugplatz für den Empfang der Voraustruppe und der wesentlichen Vorräte zu übernehmen und die Verbindung zwischen ihm und dem Delegationsbereich herzustellen.</em></p></blockquote>
<h4>26. Juni 1945</h4>
<blockquote><p>Wir kamen am 26. Juni gegen 3.00 Uhr morgens an und wurden von General Kruglow und General Karanadse mit ihren Stäben empfangen, die alle in Uniformen und Goldborten sehr prächtig waren. Zuerst waren sie geneigt, die Tatsache zu betonen, dass ich sie sechs Stunden hatte warten lassen, aber als ich mich revanchierte, indem ich darauf hinwies, dass dies auf meine achtstündige Haft auf der &#8222;Freundschaftsbrücke&#8220; zurückzuführen sei, waren wir uns einig, dass wir so ziemlich im Reinen waren. Ich wurde von meinen neuen Freunden persönlich in das Haus im Delegationsbereich gebracht, das für den Premierminister vorgesehen war, und ich wurde gebeten, das Zimmer auszuwählen, in dem ich den Rest der Nacht verbringen würde. Ich wählte das Zimmer, das die Russen für Fräulein Mary Churchill reserviert hatten, und schlief fest bis 7 Uhr.<sup class="modern-footnotes-footnote ">27</sup></p></blockquote>
<h4><em>29. Juni 1945</em></h4>
<p>Am 29. Juni 1945 hielt sich Leggett zum ersten Mal auf dem Flugplatz Gatow auf.</p>
<blockquote><p>14.30 Uhr.<br />
Ich fuhr mit einem C.M.P.-Kapitän<sup class="modern-footnotes-footnote ">28</sup> nach Kladow, um einen Sack Post an das britische Flugzeug zu liefern, das General Sir Ronald WEEKS und andere hochrangige Offiziere für die Schukow-Konferenz brachte. Wir rasten in unserem kleinen Jeep in furchterregendem Tempo durch die Ruinen von Potsdam und dann entlang von Linden gesäumten Landstraßen sowie durch einen Wald und erreichten nach einer 35-minütigen Fahrt den Flugplatz Kladow. Es dauerte eine Weile, bis wir die Verteidigungsanlagen der sowjetischen Bürokratie am äußeren Tor durchdrungen hatten, wo wir an einem weiteren Jeep vorbeikamen. Darin saßen Wing Commander ELLIS und Squadron Leader WILLLIAMS.  Der Wing Commander hat einen glatten Kopf, der fast nach teutonischer Art kurz geschoren ist, und ein Paar riesige, unruhige Schnurrbärte, die an den Enden kavalierhaft hochgekämmt sind; diese haben ihm den Spitznamen &#8222;Electric Whiskers&#8220; eingebracht.<br />
Ein ziemlich langer Lauf zum Kontrollturm brachte uns zu der wunderschönen silbernen Skymaster und der Dakota, die die beiden alliierten Militärdeputationen gebracht hatten. Wir gaben unser Paket ab und machten uns auf den Heimweg, wurden aber am Ausgang zehn Minuten lang aufgehalten und erhielten schließlich die Aufforderung, uns im Kontrollturm an den sowjetischen General zu wenden, der für den Flugplatz zuständig war, der uns offensichtlich die Erlaubnis erteilen würde, den Flugplatz zu verlassen. Nur ein weiteres der zahllosen kleinen Ärgernisse, die dazu gedacht waren, uns auf die Probe zu stellen. Also fuhren wir zum Kontrollturm, wo uns sowjetische Luftwaffendolmetscher empfingen. Wir erklärten unsere Mission und sagten, dass wir drei Mann in einem Jeep seien (oder &#8222;Willis&#8220; &#8211; ausgesprochen Veellis, &#8211; wie die Russen diese Fahrzeuge nennen). Die Erlaubnis, uns passieren zu lassen, wurde an die Kontrollstelle telefonisch durchgestellt. Und so war die Freiheit wiedererlangt. Wir rasten los und kamen rechtzeitig zum Tee in der Messe 43 zurück.</p></blockquote>
<p><span dir="auto"><strong>Generalleutnant Ronald Morce Weeks, 1. Baron Weeks (1890 &#8211; 1960)</strong>, wurde 1945 stellvertretender Militärgouverneur und Stabschef der Britischen Zone des Alliierten Kontrollrats in Deutschland. <sup class="modern-footnotes-footnote ">29</sup> Mit <strong>Schukow-Konferenz</strong>  ist  eine Konferenz am 29. Juni 1945 in Berlin gemeint, an der Marschall Schukow (SU), General Clay (USA) und General Weeks (GB) teilnahmen. Im Einklang mit dem Vorschlag über den Abzug der amerikanischen Streitkräfte aus Thüringen und Sachsen und ihrem Einzug in Berlin wurden allgemeine Vereinbarungen über die Benutzung bestimmter Straßen, Eisenbahnlinien und Luftkorridore durch die westlichen Mächte getroffen, damit diese ihre Rechte auf Zugang nach Berlin ausüben könnten. O. M. Wales nahm an dieser Beratung teil, wobei er dort eine Klärung über die Unterbringung seiner Leute in Neubabelsberg erreichen wollte.</span></p>
<blockquote><p>Die Situation wurde jedoch am 29. Juni auf einer Besprechung mit Marschall Schukow in seinem Hauptquartier, an der ich teilnahm, gerettet, als die Genehmigung erteilt wurde, dass alle Einheiten in Magdeburg sofort nach Babelsberg verlegt und ihnen die notwendigen Unterkünfte zur Verfügung gestellt wurden.<sup class="modern-footnotes-footnote ">30</sup></p></blockquote>
<p><span dir="auto"><strong>Wing Commander John Ellis (1917 &#8211; 2001)</strong><sup class="modern-footnotes-footnote ">31</sup> wurde von <strong>W. D. A.Williams </strong>begleitet, der mit zur britischen Delegation gehörte. Zu seiner Person gibt es keine Informationen und die Beschreibung von Ellis passt nicht zu den von ihm bekannten Fotos aus dieser Zeit.</span></p>
<p>Am selben Tag noch musste sich George Leggett erneut auf den Weg nach Kladow machen. Das Vorauskommando von 19 Staging Post war eingetroffen und benötigte seine Hilfe als Dolmetscher.</p>
<blockquote><p>Mein Aufenthalt in Babelsberg wurde heute Nachmittag beendet. Staffelführer WILLLIAMS bat mich, meine beiden Taschen zu packen, und brachte mich in seinem Jeep zurück nach Kladow.<br />
Hier fand ich etwa 100 Flieger, die den Voraustrupp der R.A.F. bildeten, die in einem Hangar der Luftwaffe kampierten und hauptsächlich in ihren Lastwagen und auf für die Nacht aufgestellten Feldbetten schliefen.  Auf dem Rollfeld vor dem Hangar war gerade eine Partie Fußball im Gange, als wir ankamen. Man erklärte mir, daß die R.A.F.-Gruppe auf Befehl des sowjetischen Flugplatzkommandeurs, der den Zugang zur Graslandefläche verboten und keine besonderen Vorkehrungen für die Verpflegung oder Einquartierung der Neuankömmlinge getroffen hatte, praktisch in den Hangar eingesperrt worden war.<br />
Es scheint wenig Kontakt zwischen uns und den Russen zu geben, wobei Wing Commander ELLIS das einzige Bindeglied ist. Bewaffnete russische Wachen patrouillieren an der Grenze des Flugplatzes. Ein weiterer Teil des RAF-Regiments ist eingetroffen und befindet sich in einem anderen Teil des Gebiets in Zelten. Beträchtliche Verstimmung wird von den R.A.F.-Jungs über diesen Zustand zum Ausdruck gebracht. Sie sind seit zwei Tagen hier und leben in einem kahlen Hangar.</p></blockquote>
<p>Der Dolmetscher teilte das Schicksal der Einheit und half, die Situation zu normalisieren.</p>
<blockquote><p>Es ist mir gelungen, ein richtiges Federbett zu beschaffen, allerdings ohne Matratze, und ein paar Decken. Außerdem habe ich zwei geschnorrte Laken sowie aus der Ringstraße (in Babelsberg) ein Handtuch, einen Kissenbezug und ein paar Armeedecken mitgebracht, die ich mir ehrenhaft von &#8218;Nag&#8216; geliehen habe. Die R.A.F. sind sehr anständig zu mir, leihen mir Dosen und Essgeräte für die Mahlzeiten, Waschzuber aus Segeltuch zum Rasieren usw.. Sie zeigen alle Eigenschaften guter Gesellschaft. Mit den R.A.F.-Offizieren und Warrant Officers schlafe ich in der Werkstatt, die an einem Ende des Hangars abgetrennt ist.  Ein sehr sympathischer junger Funker spielt an seinem Radio und schaltet dann das A.E.F.-Programm ein, eine Abfolge von heißen Jazznummern und nostalgischen Croon-Songs&#8230;<br />
Ich habe mich mit Flight Lieut. LE BON, einem der Met, angefreundet. Offizier hugenottischer Abstammung und war vor Kurzem als Verbindungsoffizier in Le Bourget stationiert. Er ist ruhig und sanftmütig und in Friedenszeiten Dozent für Geographie an der Londoner Universität gewesen.</p></blockquote>
<p>Im Operations Record Book ist <strong>Flight Lieutenant Le Bon</strong> nicht aufgeführt.</p>
<h4>30. Juni 1945</h4>
<p>Am Sonnabend, dem 30. Juni 1945, erfolgte die offizielle Übergabe des Flugplatzes Gatow an die Briten.</p>
<blockquote><p>Heute früh wurde ich von Geschwaderkommandeur ELLIS zu einer Besprechung in den Kontrollturm gebracht, die von dem sowjetischen General geleitet wurde, der das Flugfeld als Ergebnis der gestrigen Besprechung mit Schukow uns und den Amerikanern übergab. Der sowjetische General ist ein kräftig gebauter, dynamischer Mann mit einer Ausstrahlung von großer Autorität und Entschlossenheit. Die Bedingungen für die Verlegung der Wohnräume, der Wachdienste, der Küchen, der Möbel usw. werden besprochen und der sowjetische General versprach, bis zum Abend alles vollständig zu räumen, so dass nur noch ein kleiner Stab von 15 Russen übrig bliebe, um die sowjetische Telefonzentrale im Keller des Kontrollturms zu warten und die Freigaben für unsere Flugzeuge zu erteilen, die in die sowjetisch besetzten Gebiete flogen. General Hovey vertrat die Amerikaner. Der US-Dolmetscher war ein gut aussehender, dunkler Major Anfang dreißig, der das schönste und fließendste Russisch sprach. Ein dicker russischer Oberst von komischem Aussehen und Auftreten (das Ebenbild des expansiveren Partners in der Laurel/Hardy-Truppe) betrat den Konferenzraum und stand steif da, wenn er von seinem General angesprochen wurde. Die Russen hatten ein ziemlich hübsches Mädchen als Dolmetscherin -Leutnant GRIGOREVA.<br />
Die Erleichterung und Lebhaftigkeit war groß, als sich die gute Nachricht verbreitete.  Bald befanden wir uns in einer Besprechung mit den Amerikanern, die wie wir in einem anderen Hangar eingeschlossen gewesen waren.</p></blockquote>
<p>Es handelte sich vermutlich um <strong>Generalmajor Burton Murdock Hovey Jr.</strong> (1905 &#8211; 1978). Am 22. April 1945 übernahm er das Kommando über das Berlin Air Command (B.A.C.), befand sich ab Juni in Berlin und leitete das B.A.C. bis 30. Oktober 1945 .<sup class="modern-footnotes-footnote ">32</sup> Nach Beendigung der Verhandlungen musste noch am 30. Juni der an der Elbbrücke bei Magdeburg durch die Sowjets aufgehaltene Großteil von 19 Staging Post nach Gatow gebracht werden.</p>
<blockquote><p>14.00 Uhr<br />
Wir packten ein paar Habseligkeiten zusammen und machten uns mit Staffelführer WILLIAMS D.F.C.<sup class="modern-footnotes-footnote ">33</sup> auf die lange Reise nach Magdeburg, da es die Absicht des Staffelführers war, den Hauptteil des R.A.F.-Kontingents, bekannt als 19 Staging Post (19 S.P.), nach Kladow zu führen. Wir bogen ein- oder zweimal falsch ab, fuhren aber mit großer Geschwindigkeit über die Autobahn. Unser Jeep erreichte schließlich die äußere Barriere bei Magdeburg, etwa 80 Meilen entfernt, und hier stießen wir auf das erste Hindernis.<br />
Wir mußten dem sowjetischen Offizier an der äußeren Schranke eingestehen, daß wir keine von General Kruglow unterzeichnete Sondergenehmigung hätten, und er uns riet, sofort nach Potsdam zurückzukehren, um diese einzuholen.  Aber nach einigem Zureden eskortierte er uns und unsere drei Motorradfahrer zum örtlichen Hauptquartier, wo wir zu einem sowjetischen Oberst geführt wurden.  Unsere Unterredung, die viele Telefonate erforderte, dauerte etwa zwei Stunden oder länger. Ich muß sagen, daß der Oberst wirklich charmant und sehr hilfsbereit war, obwohl er natürlich ohne die entsprechende Genehmigung absolut nichts für uns tun konnte. Ich flehte und stritt, und endlich begannen wir, etwas zu erreichen. Der Oberst erklärte sich bereit, uns einen Paß auszustellen, der uns erlaubte, bis zur Schranke Nr. 2 in der Nähe der Magdeburger Brücke zu gelangen.<br />
So weit, so gut. An dieser gewaltigen Barriere parkten wir unauffällig unseren Jeep, während Staffelführer WILLIAMS sich mit einem zierlichen und aufgeregten kleinen sowjetischen Oberstleutnant anfreundete, der ihn auf die Brücke gehen und sich dort mit unseren Leuten auf der anderen Seite beraten ließ  Die Schlacht war fast gewonnen.</p></blockquote>
<p>Die sowjetische Seite hatte ihre eigenen Vorstellungen, in welcher zahlenmäßigen Stärke sie Amerikanern und Briten gestattete, sich durch ihre Besatzungszone nach Potsdam bzw. Berlin zu begeben. Es war keine einfache Situation für die Truppen, die dieses Gebiet eingenommen hatten, nun den Alliierten zu erlauben, sich dort dauerhaft einzurichten.</p>
<blockquote><p>Die Hauptgefahr bestand darin, daß der Konvoi der 19. S.P., der um 06.00 Uhr in Magdeburg abfuhr, nicht rechtzeitig eintreffen könnte, um sich an den riesigen Konvoi von 650 Fahrzeugen anzuhängen, der sich während der fünf Tage auf der britischen Seite der Brücke angesammelt hatte und dem soeben die Erlaubnis erteilt worden war, nach POTSDAM weiterzufahren. Nach früheren Erfahrungen schätzten wir, dass weitere 180 R.A.F.-Fahrzeuge von den Russen in der allgemeinen Aufregung nicht bemerkt werden würden. Aber sobald der Hauptkonvoi passiert war, würde kein anderes Auto oder Motorrad ohne besondere und separate Genehmigung durchgelassen werden. Glücklicherweise dauerte es ab 18.00 Uhr bis 22.00 Uhr, um den Konvoi zu organisieren, und die 19. S.P.-Gruppe in diesen einzufügen.<br />
Die Fahrzeuge begannen in einer endlosen Prozession über die Brücke zu rumpeln. An jeder der zwei oder drei Schranken in Magdeburg wurde der Konvoi aufgehalten, und erst um 23.00 Uhr, in der Dunkelheit, war die Ordnung wiederhergestellt und die ganze Kette von Autos und Lastwagen reihte sich am Wegesrand auf der sowjetischen Seite der Brücke auf. An dieser Stelle traf ich Major BODDINGTON, der zusammen mit Oberstleutnant BEVAN, dem G.S.O.1 (4 L. of C.), die vorhergehenden drei Tage außerhalb von Magdeburg gelagert hatte.</p></blockquote>
<p><strong>Major Horace Frank Boddington</strong> (1891 &#8211; 1970) war als Geheimdienstoffizier im Hauptquartier der britischen Delegation.<sup class="modern-footnotes-footnote ">34</sup> <strong>John Henry Bevan</strong> (1894 &#8211; 1978) war ebenfalls beim Geheimdienst. <span data-huuid="2480620016548804102"><span dir="auto">In der britischen Armee steht GSO1 für Generalstabsoffizier 1. Klasse</span><span dir="auto">, ein hochrangiger Offizier im Generalstab (GS), der für verschiedene strategische und operative Aspekte der militärischen Planung verantwortlich ist, einschließlich Nachrichtendienst und Operationen, Ausbildung oder Stabsaufgaben. </span></span><span data-huuid="2480620016548806521"><span dir="auto">Das „G“ in GSO </span></span><span data-huuid="2480620016548804844"><span dir="auto">steht für den Generalstab, der sich mit den Befehls- und Kontrollfunktionen der Armee befasst. Die Ziffer „1“ gibt den höheren Dienstgrad des Offiziers innerhalb der Stabsstruktur an.<span class="pjBG2e" data-cid="18a1b635-ea33-4419-ae79-dc8e8279fbd2"><span class="UV3uM"> </span></span></span></span></p>
<blockquote><p>Eine halbe Stunde später gab es einen gescheiterten Versuch von Staffelführer WILLIAMS, den R.A.F.-Konvoi von der Hauptkolonne zu trennen, da er den Befehl hatte, sie für die Nacht auf der Autobahn zu behalten. Der russische Führer, ein Major, bestand darauf, dass die betreffende Operation 20 Meilen weiter stattfinden sollte, und es brach eine wütende Auseinandersetzung zwischen dem Staffelführer und Oberst BEVAN aus. Das Ergebnis war, dass wir 20 Meilen im Konvoi weiterfuhren und dann eine ganze Stunde oder länger die RAF-Fahrzeuge von dem allgemeinen Verkehrsstrom, der sieben Meilen lang gewesen sein musste, loslösten und anhielten. Der nicht enden wollende Lichterumzug auf der Autobahn bot einen außergewöhnlichen Anblick. Um 03.00 Uhr rollte ich mich auf den Fahrersitz eines deutschen Charabanc, der für R.A.F.-Zwecke umgebaut worden war, und schlief so ein, wie ich war.</p></blockquote>
<p>Brigadier O. M. Wales war ebenfalls über die Klärung des Flugplatzproblems erleichtert.</p>
<blockquote><p>In den letzten vier Tagen waren beträchtliche Fortschritte bei der Klärung der Frage des Flugplatzes erzielt worden, der den Delegationen dienen sollte, und es wurde nun endgültig vereinbart, daß der Flugplatz in Kladow, der zwischen Potsdam und Spandau lag, von den Russen übernommen und von englischen und amerikanischen Stäben geteilt werden sollte. No. 19 Staging Post, Transport Command, RAF, unter dem Kommando von Wing Comd Ellis, richtete sich dort ein, und es stellte sich heraus, dass es keine Aufgabe für die Airfield Construction Group gab, die daher nicht herbei gerufen wurde.<sup class="modern-footnotes-footnote ">35</sup></p>
<p>Am 30. Juni, Oberst Crankshawe; Fräulein Joan Bright und ein halbes Dutzend Vertreter des Kriegskabinetts und des Auswärtigen Amtes trafen auf dem Luftweg in Kladow ein und wurden nach Babelsberg gebracht, um sich meiner Gruppe anzuschließen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">36</sup></p></blockquote>
<h4>1. Juli 1945</h4>
<p>Die Kolonne musste die Nacht auf der Autobahn zubringen, bevor sie am nächsten Tag, Sonntag, 1. Juli 1945, weiterfahren konnte.</p>
<blockquote><p>Nicht sehr lange geschlafen, denn um 07.00 Uhr waren wir wieder auf den Beinen. Unser Konvoi wurde auf offenem Felde, am Rand der Autobahn, angehalten. Ich fühlte mich schläfrig und sehr schmutzig. Ich wusch mich in einem kalten Becken mit Wasser und rasierte mich trocken mithilfe eines seltsamen Instruments, das ich mir von einem erfinderischen RAF-Offizier geliehen hatte. Dann ein Spaziergang zur Spitze des Konvois, wo ein ausgezeichnetes Frühstück mit gebackenen Bohnen und Brot serviert wurde. Im Großen und Ganzen waren wir recht guter Dinge. Danach dann die lange, langsame Fahrt nach POTSDAM mit einer Mittagspause mitten in einem Nadelwald. Eine Gruppe von Zivilistinnen kam aus dem Wald auf uns zu und beschwerte sich über die bösartige Behandlung, die ihnen von den grausamen Russen zuteil wurde, die die Bevölkerung ausplünderten, vergewaltigten und massenhaft zur Zwangsarbeit deportierten. Später kam ein stämmiger russischer Major auf uns zu und unterhielt sich mit unserem M. O. über die Penicillinforschung und -produktion.<br />
Um ca. 17.00 Uhr erreichten wir Kladow und fanden jetzt ein echtes Quartier für uns bereitet. Mit Fliegerleutnant LE BON bezog ich Zimmer 70 im Offiziersquartier und machte mein Bett mit zwei Lagen &#8222;Keksen&#8220; &#8211; Sektionsmatratzen. Dann eine richtige Dusche, noch kalt, und das richtige Auftragen von Seife, ein Wechsel der Wäsche und eine gute warme Mahlzeit. Ein dritter Gefährte, F. L. STONEHAM, gesellte sich zu uns in unser Zimmer, der mich mit einer Tasse Mosel verwöhnte, während wir einen zitternden und leuchtend bunten Regenbogen beobachteten, der draußen die deutschen Tannen und Kiefern überspannte.</p></blockquote>
<p>Das Operation Record Book enthält für den 1. bis 3. Juli 1945 folgenden Eintrag:</p>
<blockquote><p>Die Einheit packte aus und bezog die neuen Quartiere. Der Flugplatz war zuvor von den Russen besetzt gewesen, die vor ihrem Abflug fast die gesamte leicht entfernbare Ausrüstung usw. mitgenommen und Unordnung und Chaos hinterlassen hatten. Zivile Arbeitskräfte wurden dringend benötigt, damit Station und Flughafen bis zum 15. des Monats wieder einsatzbereit waren. Der stellvertretende Adjutant wurde zum Offizier für zivile Arbeitskräfte ernannt und begann mit der Beschaffung von Zivilisten für die Arbeit auf dem Flugplatz. Mit unseren russischen Verbündeten wurden Verhandlungen über die Freistellung dieser Zivilisten geführt, damit diese für uns arbeiten konnten.</p></blockquote>
<p>Nach dem Operations Record Book (ORB) landeten in Gatow am 1. Juli 1945 zwei britische Flugzeuge, aus Fuhlsbüttel kommend, mit insgesamt vier Passagieren.</p>
<h4>2. Juli 1945</h4>
<p>Am 2. Juli, Montag, wurde der normale militärische Alltag auf dem Flugplatz organisiert.</p>
<blockquote><p>Heute Morgen nahm ich an einer R.A.F.-Konferenz teil, die von Wing Commander ELLIS geleitet wurde.  Bei all seinen Freibeuter- und Draufgängerangewohnheiten ist er dennoch ein energischer Verwalter und scheint die Dinge sehr schnell in Bewegung zu bringen.</p></blockquote>
<p>Nachdem Leggett im Hauptquartier der britischen Delegation in Neubabelsberg war und dort die ersten Vorbereitungen für die Unterbringung der Delegation erlebte, kehrte er nach Kladow zurück.</p>
<blockquote><p>Heute abend machte ich einen Spaziergang vor dem Flugplatz in Begleitung von Fliegerleutnant STONEHAM. Dabei ereignete sich ein seltsamer Vorfall.<br />
Wir wurden von einem deutschen Zivilisten angesprochen, etwa 50 Jahre alt, gut aussehend und von herrischem Aussehen, der mit seiner kleinen Tochter am Lenker Fahrrad fuhr. Er verwickelte uns in ein Gespräch und erzählte, dass er als Kinobetreiber in den U.F.A.-Studios gearbeitet habe und dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Laboratorien der Luftwaffe auf dem Flugplatz Kladow. Er behauptete, er sei an der Verschwörung vom 20. Juli zur Ermordung Hitlers beteiligt gewesen und habe die Frau des Oberst Graf von Stauffenberg persönlich gekannt. Als er kompromittiert wurde, wurde er verhaftet, zu einem Jahr Gefängnis verurteilt und inhaftiert. Doch im Januar 1945 wurde er freigelassen, und als die Rote Armee den Bezirk besetzte, rächte er sich an seinen ehemaligen Verfolgern, indem er sie denunzierte. So wurde er bei den Russen bekannt, und eines Tages aus seinem Haus geholt und mit dem Auto zur örtlichen Sowjetkommandantur gebracht, wo er und eine Schlange anderer Deutscher gezwungen wurde, ein in russischer Sprache verfasstes Dokument zu unterschreiben, das, wie man ihm erklärte, die Verpflichtung enthielt, den Russen alle nützlichen Informationen über die Sympathisanten der deutschen Faschisten oder über die Amerikaner mitzuteilen, sowie über den Einzug in den Flugplatz Kladow. Mit anderen Worten, Spionage von sehr niedrigem Grad.<br />
Er befand sich nun in einer schwierigen Lage, da er es nicht wagte, mit leeren Händen zu den Russen zu gehen, und wollte sich mit einem US-Offizier in Verbindung setzen, dem er die ganze Angelegenheit klar machen würde. Er nannte uns seinen Namen und seine Adresse &#8211; George HILZ, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stra%C3%9Fen_und_Pl%C3%A4tze_in_Berlin-Kladow">Gautinger Weg</a> 32, Kladow. Im gleichen Atemzug erhob er laute und bittere Klagen gegen die Russen, die übliche Geschichte von Mord, Vergewaltigung und Brandstiftung und der Massendeportation zur Zwangsarbeit an unbekannte Ziele. Er fing auch an, seltsame Fragen über das Wachsystem auf dem Flugplatz zu stellen, wie lange wir dort bleiben wollten usw. Wir blieben völlig unverbindlich und sagten ihm, dass wir die Sache prüfen würden, aber nichts versprechen könnten. Viele Details und Aspekte der Geschichte ließen Zweifel an seiner Ehrlichkeit aufkommen: War er vielleicht ein Mensch, der sich bei den Amerikanern einschmeicheln wollte, oder ein sowjetischer Provokateur bzw. ein Deutscher, der absichtlich Zwietracht zwischen den Alliierten säte?  Wir müssten uns beraten und Major BODDINGTON auf die Angelegenheit aufmerksam machen.  HILZ bezog sich übrigens auf einen guten Freund von ihm, der ebenfalls in Kladow lebte, einen gewissen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Massolle">Joseph MASSOLLE</a>, der in der Kinowelt offenbar als Produzent oder Techniker bekannt war.</p></blockquote>
<p>Am 2. Juli war es laut ORB ein Flugzeug, das mit 11 Passagieren abflog. Vermutlich handelte es sich um die Personen, über die Brigadier Wales in seinem Bericht schrieb:</p>
<blockquote><p>Am 2. Juli, als die Gruppe mit dem Flugzeug nach London zurückkehrte, hatte ich eine sehr viel klarere Vorstellung davon, was wir zu tun hatten und wie wir es angehen sollten. Letzte Einzelheiten über die Ankunft von Spezialvorräten und -ausrüstungen auf dem Luftweg aus London wurden ebenfalls zwischen meinem Stab und Oberst Crankshawe vereinbart, und es wurde auch ein Programm mit den Ankunftsdaten des Verwaltungspersonals festgelegt, das den Delegierten vorausgehen sollte.</p></blockquote>
<p>Es waren Mitglieder eines Vorauskommandos aus den Kabinettsbüros und dem Auswärtigen Amt. Joan Bright wird erwähnt und aus dem Außenministerium Mrs. Gibbs.<sup class="modern-footnotes-footnote ">37</sup> Auf dem Flugplatz in Kladow wurde auch eine Sanitätseinheit stationiert, die zum britischen Allgemeinen Krankenhaus Nr. 84 gehörte und auch eine Krankenstation auf dem Delegationsgelände in Neubabelsberg betrieb. Wales schrieb darüber: „<em>Dieses Krankenhaus wurde von der Voraustruppe des britischen Allgemeinen Krankenhauses Nr. 84 errichtet, dessen Hauptteil auf dem Flugplatz von Kladow in einer sehr guten Unterkunft untergebracht war.“ <sup class="modern-footnotes-footnote ">38</sup> </em>Des Weiteren berichtet der Brigadier:</p>
<blockquote><p>Eine besonders attraktive Abkürzung vom Delegationsbereich zum Flugplatz in Kladow führte den größten Teil des Weges durch schöne Wälder entlang des Seeufers und überquerte eine Pontonbrücke, die am Standort einer alten Fähre errichtet worden war. Das war die Route, die alle Mitglieder der Delegation für die An- und Abreise benutzten.<sup class="modern-footnotes-footnote ">39</sup></p></blockquote>
<h4>3. Juli 1945</h4>
<p>George Leggett blieb noch am 3. und 4. Juli 1945 in Kladow. Seine Tagebucheinträge enthalten eine Vielzahl von Informationen, mit deren Hilfe sich die damalige Situation auf dem Flugplatz rekonstruieren lässt. Über den 3. Juli berichtet er:</p>
<blockquote><p>Heute habe ich mich in meinem Büro in Raum 24 im Kontrollturm einquartiert. Das teile ich mit dem Adjutanten und dem A.L.O.<sup class="modern-footnotes-footnote ">40</sup>  Ich habe einen Paß ins Deutsche übersetzt, den die Leute der <span style="color: #000000;">C. M. P. </span>den deutschen Zivilarbeitern beim Betreten des Flugplatzes auszustellen gedenken.<br />
Mit Fliegerleutnant FULLERTON, vom C.M.P.<sup class="modern-footnotes-footnote ">41</sup> und seinem flämischen Unteroffizier-Dolmetscher besuchte ich Leopold TESKER, den deutschen Bürgermeister von Kladow, und wir stellten ihm unsere Forderungen nach zivilen Arbeitskräften, qualifizierten und ungelernten. Die Bitte wurde in einer unumstößlichen Weise gestellt, so daß eine Ablehnung nicht möglich war, und obgleich die Bedingungen schwierig waren und ihm wenig Zeit zur Erfüllung blieben, so handelte der Bürgermeister doch in der entgegenkommendsten Weise. Er nahm Befehle entgegen und sorgte sofort für deren Ausführung. Kein Gegenargument, keine Entschuldigung, nur ein wenig am Rande die Bemerkung, dass die Deutschen froh seien, die Arbeit für uns und nicht für die Russen zu erledigen. Dies zeigte bei uns keine Wirkung, und Fliegerleutnant Fullerton fügte die Drohung hinzu, daß, wenn die Arbeiten nicht in zufriedenstellender Weise ausgeführt würden, die Schuldigen den Russen ausgeliefert würden.  Der Bürgermeister erklärte, er werde seine Befehle nach besten Kräften ausführen. Als Entschuldigung erwähnte er, daß die örtlichen sowjetischen Behörden eine Liste von etwa 100 arbeitsfähigen deutschen Männern und Frauen vorgelegt hätten, die sich morgen zu einem bestimmten Zeitpunkt melden und Lebensmittel für mehrere Tage mitbringen sollten. Das bedeutete, dass sie zur Deportation bestimmt waren.<br />
Ich stellte fest, daß der belgische Unteroffizier, der deutsch sprach und einen starken flämischen Akzent hatte, sich gegen alle Deutschen, denen er begegnete, höchst grob benahm, selbst gegen den Bürgermeister, der ja sehr gefällig, aber auch würdevoll und korrekt war. Ich hatte zuvor den gleichen charakteristischen Haß bemerkt, der auch im Benehmen von Jerry Lucker zum Ausdruck kommt: Es scheint, als ob die Belgier darauf bedacht sind, alte Rechnungen zu begleichen.<br />
Mit Fliegerleutnant STONEHAM, bin ich heute abend durch die Weiten des Flugplatzes gewandert, der übrigens von Deutschen und Russen gleichermaßen als einer der brauchbarsten in dieser Gegend gepriesen wird, besser als der in Tempelhof, der den Amerikanern zur dauernden Nutzung zugeteilt wird. Wir untersuchten aus nächster Nähe einige grotesk geformte Türme mit phantastischen Drahtanhängen und entdeckten, dass es sich dabei um ausgeklügelte deutsche Radar-Geräte handelte. Mit einem Seil kletterten wir auf die Plattform eines solchen Monstrums und stellten fest, dass alle unverständlichen Instrumente im Kontrollraum zerlegt oder zerstört worden waren.<br />
Beim Betrachten der Trümmer deutscher Flugzeuge, vor allem von Übungsmaschinen, aber auch einiger moderner und leistungsstarker Jagdflugzeuge, die in einer von Tannenzweigen anständig abgeschirmten Halle lagen, wurden wir von einem älteren, eleganten französischen Oberst angesprochen, der uns in ein Gespräch verwickelte und es für selbstverständlich hielt, dass wir beide fließend Französisch sprachen.  Er gehörte der Voraustruppe der französischen mechanisierten Einheit an, die als Teil der amerikanischen Task Force in Berlin einmarschieren.  Er erzählte uns, dass in den französisch besetzten rheinischen Gebieten der gallische Soldat, der sich nicht um Verbrüderung scherte, schnell die Herzen der blonden, anmutigen Rheinmädchen gewann.  Diese sind übrigens höchst anziehend und strafen mit ihren schlanken mädchenhaften Figuren die volkstümliche Darstellung der rundlichen und heimeligen deutschen Hausfrau Lügen.<br />
Auf dem Rückweg zu unserem Quartier stießen wir zufällig auf eine ganze Kolonie ansehnlicher Pilze, die wir mit Fleiß pflückten und für das Frühstück aufbewahrten.</p></blockquote>
<p>Am 3. Juli landeten zwei Flugzeuge, die am gleichen Tag wieder starteten, an Bord 7 Fluggäste.</p>
<h4>4. Juli 1945</h4>
<p>Am Morgen des 4. Juli 1945 verzehrten Leggett und seine Kameraden die am Abend zuvor gefundenen Pilze. Dann musste er nach Babelsberg fahren und von dort zum Dolmetschen in das Hauptquartier der Roten Armee in Berlin.</p>
<blockquote><p>Die Besprechung war erst gegen 18.15 Uhr zu Ende, und dann eilten wir mit hoher Geschwindigkeit durch das verwüstete Berlin und Potsdam nach Kladow zurück, wo General WHITE und sein Gefolge sofort aufbrachen. Nach dem Essen half ich dem Arzt der R.A.F., die deutschen Anweisungen für die Nutzung des Wasser- und Heizungssystems im Keller des Krankenhauses zu entziffern. Während wir so beschäftigt waren, wurden wir von zwei gewaltigen Explosionen etwas erschüttert, die das Glas aus mehreren Fenstern sprengten. Entweder Sprengung oder Minenräumung.</p></blockquote>
<p>Es handelte sich offensichtlich um <strong>Hugh Granville White (1898–1983)</strong>, der 1945 den Rang eines Air Commodore<sup class="modern-footnotes-footnote ">42</sup> trug und die Flugzeugtechnikschule der RAF auf dem Stützpunkt Halton<sup class="modern-footnotes-footnote ">43</sup> leitete. Er kam mit einer <b>Avro 652 Anson, </b>einem zweimotorigen Tiefdecker des britischen Flugzeugherstellers <a title="Avro (Unternehmen)" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Avro_(Unternehmen)">Avro</a>. Einem leichten Passagier- und Postflugzeug.<sup class="modern-footnotes-footnote ">44</sup> White hatte die 21. Armeegruppe aufgesucht, die n<span dir="auto">ach der deutschen Kapitulation Hauptquartier der britischen Truppen in der </span><span dir="auto">britischen Besatzungszone</span><span dir="auto"> in Deutschland</span><span dir="auto"> wurde.<sup class="modern-footnotes-footnote ">45</sup></span></p>
<p>Im Operations Record Book (ORB) vermerkte Commander Perry den Vorgang wie folgt:</p>
<blockquote><p>General White kam mit Anson vom 21. A. G. Hauptquartier und reiste noch am selben Tag ab.</p></blockquote>
<p>Mit 11 landenden und startenden Flugzeugen herrschte am 4. Juli in Gatow regelrechter Hochbetrieb. Dennoch wird im ORB, siehe oben, nur auf eines verwiesen.</p>
<h4>5. Juli 1945</h4>
<p>Am 5. Juli ist der Aufenthalt in Kladow für Leggett zu Ende.</p>
<blockquote><p>Den Anweisungen des Oberst BEVAN folgend, überführte ich meine wenigen Besitztümer von Kladow nach Babelsberg und tauschte die Plätze mit einem neu eingetroffenen Dolmetscher für zivile Angelegenheiten, NADESCHINE.<br />
Diesen Herrn fand ich in der Ludwigstraße Nr. 12 untergebracht, zusammen mit einem andern Dolmetscher, Herrn Ward, der nun mein Zimmergenosse sein sollte. Nadeschine entpuppte sich als ein großer, älterer, langhaariger Dichter mit slawischen, fast asiatischen Zügen, einem melancholischen, verwirrten Auftreten und einer Abneigung gegen die Kleinlichkeit praktischer Angelegenheiten. Wie ein Prophet, der auf seine Vision bedacht ist, bewegte er sich unter den kriegerischen Philistern um ihn herum. Er bestand darauf, mir und Mr. WARD einige seiner russischen Verse zu zeigen, wobei er fließendes, aber fehlerhaftes Englisch sprach. Endlich gelang es uns, ihn in den Jeep zu packen, der ihn nach Kladow bringen sollte, aber selbst dann sprang er plötzlich heraus, kramte tief in seiner Handtasche und holte einen Ausschnitt aus einer englischen Zeitschrift hervor, auf dem einer seiner Texte abgedruckt war, in englischer Sprache.  Das Gedicht trug den Titel &#8222;Wehe Montparnasse&#8220; und war in einer ziemlich eindringlichen, beschwörenden Art und Weise verfasst, die im belagerten Albion die Vorkriegs-Assoziationen des Quartier Latin heraufbeschwört, die Sehnsucht nach alten, erinnerten Bistros und Ateliers, ein Klagelied, eine Klage über eine gefesselte Stadt.</p></blockquote>
<p><strong>J. Langdon Ward</strong> war Verwaltungsbeamter im Büro des Außenministers und gehörte mit zur britischen Delegation.</p>
<p>Der Eintrag für diesen Tag im ORB lautet:</p>
<blockquote>
<blockquote><p>Major Boddington i/c Delegation Security und Captain Martin von F.S.S. berieten sich mit Einheit (S) O. F/Lt Fullerton i/c Station und F/Lt Berry A.P.M. bezüglich der Vorbereitungen für den großen Tag. Das Berlin Air Command unter der Leitung von Group Captain Smedley traf ein.</p></blockquote>
</blockquote>
<p>Die Abkürzung &#8222;i. c.&#8220; steht für die Formulierung „in charge“, auf Deutsch „verantwortlich“. „F. S. S.“ könnte für Flight Service Station (Flugsicherung) stehen. <em>Major Boddington, verantwortlich für die Sicherheit der britischen Delegation zur Potsdamer Konferenz, und Captain Martin von der Flugsicherung berieten sich mit dem Sicherheitsoffizier von 19 Staging Post, Flight Lieutenant Fullerton, und mit Flight Lieutenant Berry (A. P. M. – Assistent Prime Minister?).</em></p>
<p>In Verbindung damit steht vermutlich auch die folgende Erinnerung:</p>
<blockquote><p>Anfang Juli flogen wir nach Berlin, um die RAF-Einrichtungen in Gatow für die bevorstehende Konferenz zu besichtigen. Der Premierminister sollte sich vor seiner Weiterreise ein paar Tage in Biarritz erholen. Mit deutlicher Gelbsucht kehrte ich nach Northholt zurück und wurde in das Krankenhaus des RAF-Stützpunkts Uxbridge eingeliefert. Der Navigator von Ozzie Morris‘ Crew (jetzt auf Ascalon) übernahm meinen Platz.<sup class="modern-footnotes-footnote ">46</sup></p></blockquote>
<p>John Mitchell, von dem dieser Auszug aus seinen Memoiren stammt, war der Navigator der Präsidentenmaschine von Winston Churchill. Die Maschine trug die Bezeichnung „Ascalon“ und vermutlich war vermutlich mit der gesamten Crew bei der Inspektion in Gatow, von wo er schwer erkrankt zum RAF-Flugplatz Northholt<sup class="modern-footnotes-footnote ">47</sup> im Westen Londons zurückkehrte.</p>
<h4>6. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Die Amerikaner schlugen eine koordinierte Sicherheitskontrollorganisation zwischen der RAF und der US-Luftwaffe vor. Dieser Vorschlag wurde jedoch nicht als zufriedenstellend angesehen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">48</sup></p></blockquote>
<h4>7. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Konferenz mit den Amerikanern zur Sicherheitskontrolle. Der kommandierende Offizier Wing Commander Ellis war der Meinung, dass das derzeitige System der getrennten Kontrolle britischer und US-amerikanischer Passagiere beibehalten werden sollte. Dies wurde schließlich vereinbart.<br />
Signal von der T.A.F. eingetroffen, das anderen als dem British Air Command Berlin, zu dem wir gehören, den Zugang nach Berlin verbietet? Der Catering Officer der Einheit von P/O F., Coles, flog mit einer Dakota 408 nach Northolt, um Lebensmittel, Wein und Spirituosen für die bevorstehenden Empfänge am Flughafen Gatow abzuholen. Zwei Fernschreiber waren in Betrieb – einer für 4 L. of C. und der andere für die 2. T.A.F.</p></blockquote>
<p>Die Abkürzungen T.A.F. und 2. T.A.F. stehen für folgende militärische Gruppierung: „Die Second<b> Tactical Air Force</b> (<b>2TAF</b>; deutsch „<i>2. taktische <a title="Luftflotte" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Luftflotte">Luftflotte</a></i>“) war ein militärischer Verband der Royal Air Force (RAF), der 1943 während des Zweiten Weltkrieges aufgestellt wurde und bis 1959, zeitweise als <strong>B</strong><b>ritish Air Forces of Occupation</b>, bestand.“<sup class="modern-footnotes-footnote ">49</sup> <strong>4 L. of C.</strong> meint das Hauptquartier der britischen Delegation in Neubabelsberg.</p>
<blockquote><p>O. M. Wales berichtet:<br />
Am 7. Juli trafen Oberst Crankshawe, Fräulein Joan Bright und eine Reihe anderer Mitglieder des Verwaltungspersonals der Kabinettsbüros und des Auswärtigen Amtes auf dem Luftweg in Kladow ein und brachten die Nachricht mit, daß der Tag der Ankunft des Premierministers und der wichtigsten Mitglieder der britischen Delegation definitiv auf den 15. Juli festgesetzt worden sei. So hatten wir nur eine Woche Zeit, um alle Vorbereitungen abzuschließen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">50</sup></p></blockquote>
<h4>8. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Air Commodore Whitney Straight, A.O.C., 46 Group und Air Commodore Brackley S.A.S.O. Transport Command reisten auf dem Luftweg an und kehrten am selben Tag zurück.<sup class="modern-footnotes-footnote ">51</sup></p></blockquote>
<p><strong><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Whitney_Straight">Air Commodore Whitney Willard Straight (1912 &#8211; 1979)</a></strong> war im Juni 1945 zum Air Officer Commanding (A.O.C.) der No. 46 Group der Royal Air Force ernannt worden. Die <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/No._46_Group_RAF">No. 46 Group</a> war an den wichtigen Schlachten gegen Ende des Krieges beteiligt (u. a. Landung in der Normandie 1944 und Rheinüberquerung April 1945). Sie spielte dabei eine wichtige Rolle bei der Auslieferung von Fracht und der Evakuierung von Verwundeten. Vermutlich ging es bei dem Besuch von Straight in Gatow um die Klärung der Bedingungen für die Lieferung von Fracht an die in Neubabelsberg und in Berlin stationierten Truppen.<br />
<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Herbert_G._Brackley">Air Commodore Herbert G. Brackley (1894 &#8211; 1948)</a> war Senior Air Staff Officer (S.A.S.O.) im Transport Command der Royal Air Force.</p>
<h4>9. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Zehn Flugzeuge landeten mit spezieller Fracht für die Konferenz. Eine Maschine war mit Whisky beladen, eine andere mit Geschirr, Gläsern usw. 18 Konferenzmitarbeiter trafen ebenfalls ein. General Earle, Kommandeur des US-Flugabwehrkommandos Europa, traf ein. Generalleutnant Koronadse, Kommandeur der Grenztruppen, und Generalleutnant Kryukov, Kommandeur des NKWD (bei Ogpu), gehörten zu den angesehenen Persönlichkeiten, die die Konferenzteilnehmer bei ihrer Ankunft begrüßten.</p></blockquote>
<p>Bei &#8222;General Earle&#8220; handelte es sich vermutlich um <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Earle_E._Partridge">General Earle Everard Partridge (1900 &#8211; 1990)</a>. Im Jahr 1945 gab es aber offensichtlich kein eigenständiges &#8222;US-Flugabwehr Kommando Europa&#8220;, sondern die Aufgaben der Flugabwehr wurden von den Einheiten der <a class="DTlJ6d" href="https://www.google.com/search?sca_esv=e7c1514da748dd1c&amp;rlz=1C1YTUH_deDE1061DE1061&amp;cs=0&amp;sxsrf=AE3TifPKrJz6_7G3U5gTE90KGEKFFdHwUQ%3A1756126719456&amp;q=United+States+Army&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwi0naTqgaaPAxXhzwIHHbWJHiYQxccNegQIAhAB&amp;mstk=AUtExfD2O65kLWkp_9UCCSmVA5q4p14VjwMLhVD7GdWC92QzdiQnWXkbXxzcsmjuzdHQ1HFI5g5oaAA2CNcRmIOateIAGHnMSXnI0FSgtydiJge4lySzZ26VBF9HpgZ3uoA9zb_wjGvl2Cbm3xNTZvchJ3gFBE0h5Z-_ssMgyqhgLYkX58bFVC8djPsVid_A3xEispMlx-aaS0cv6FHc7FYAxQn4ydYMblZBvO13Zrya05clD_KUr6540eIRzkHafs3DtcmaXLlxUfjFDHE5c7xmCxAC&amp;csui=3" target="_blank" rel="noopener" data-hveid="CAIQAQ">United States Army</a> (US-Armee) und der <a class="DTlJ6d" href="https://www.google.com/search?sca_esv=e7c1514da748dd1c&amp;rlz=1C1YTUH_deDE1061DE1061&amp;cs=0&amp;sxsrf=AE3TifPKrJz6_7G3U5gTE90KGEKFFdHwUQ%3A1756126719456&amp;q=United+States+Army+Air+Forces&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwi0naTqgaaPAxXhzwIHHbWJHiYQxccNegQIAhAC&amp;mstk=AUtExfD2O65kLWkp_9UCCSmVA5q4p14VjwMLhVD7GdWC92QzdiQnWXkbXxzcsmjuzdHQ1HFI5g5oaAA2CNcRmIOateIAGHnMSXnI0FSgtydiJge4lySzZ26VBF9HpgZ3uoA9zb_wjGvl2Cbm3xNTZvchJ3gFBE0h5Z-_ssMgyqhgLYkX58bFVC8djPsVid_A3xEispMlx-aaS0cv6FHc7FYAxQn4ydYMblZBvO13Zrya05clD_KUr6540eIRzkHafs3DtcmaXLlxUfjFDHE5c7xmCxAC&amp;csui=3" target="_blank" rel="noopener" data-hveid="CAIQAg">United States Army Air Forces</a> (USAAF) wahrgenommen.<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%B0%D1%80%D0%B0%D0%BD%D0%B0%D0%B4%D0%B7%D0%B5,_%D0%93%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B9_%D0%A2%D0%B5%D0%BE%D1%84%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87"><span dir="auto">Grigori Teofilovich Karanadze</span><span dir="auto"> (1</span><span dir="auto">902 &#8211; </span><span dir="auto">1970</span></a><span dir="auto">) war ein georgischer Sicherheitsoffizier und seit dem 9. Juli 1945 </span><span dir="auto">Generalleutnant</span><span dir="auto"> der Staatssicherheit. Er genoss das Vertrauen und die Schirmherrschaft Berijas. Begleitet wurde er vermutlich von <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D1%80%D1%8E%D0%BA%D0%BE%D0%B2,_%D0%92%D0%BB%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BC%D0%B8%D1%80_%D0%92%D0%B8%D0%BA%D1%82%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">Wladimir Wiktorowitsch Krjukow (1897 &#8211; 1959)<strong>,</strong></a> Garde-Generalleutnant seit 1943. Er war u. a. Kommandeur des 2. Garde-Kavalleriekorps und ein enger Vertrauter von Schukow.</span></p>
<h4>10. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Generalleutnant Sir Ronald Weeks traf ein, um an einer Konferenz über die Ernährung der Deutschen in der britischen Zone Berlins teilzunehmen.</p></blockquote>
<p>Am 10. Juli 1945 wurde in Berlin über die Organisation der Alliierten Militärkommandantur für die Stadt verhandelt, die kurz darauf auch einen französischen Vertreter einlud, und es begannen die ersten Aufräumungsarbeiten und erste Wiederaufnahmen des Nahverkehrs nach dem Krieg.</p>
<h4>11. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Es sind große Mengen an Lebensmitteln für die Konferenz eingetroffen.</p></blockquote>
<h4>12. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Feldmarschall Sir Bernard Montgomery traf heute Morgen in seinem Dakoto-Spezialflugzeugein.<br />
Um die Abfertigung der aus Großbritannien zur Konferenz anreisenden VIP-Delegierten und Mitarbeiter zu erleichtern, übernahm die Armee die volle Verantwortung für das gesamte Personal dieser Kategorien. Dementsprechend beschränkte sich die Sicherheitsüberprüfung der Flugzeuge der Delegationen auf die Formalitäten der Abholung und der Überprüfung der Passagiere anhand der Passagierliste. Für alle anderen Passagierkategorien galt die volle Sicherheitsüberprüfung.<br />
Generalleutnant Sir J. Gammell und seine Gruppe reisten aus Moskau an – zusammen mit fünf Kisten Wodka!</p></blockquote>
<h4>13. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Eine Gruppe von sechzig Fliegern des 19 Staging Point unter Führung des kommandierenden Offiziers Wing Commander Ellis, F/Lt Moody und S.W.O. Mr. Morgan nahm am Vorbeimarsch der Truppen der Marine, des Heeres und der Luftwaffe des Berliner Gebietskommandos teil. Der Salut wurde von General Lines, dem kommandierenden Offizier des Berliner Gebietskommandos, von einem Posten in der Charlottenburger Chaussee abgenommen.</p></blockquote>
<p>Der genaue Ablauf der Empfangszeremonie beschäftigte Brigadier O. M. Wales über mehrere Tage. Am 13. Juli fand schließlich die Generalprobe statt.</p>
<blockquote><p>Das nächste Problem, das angegangen werden mußte, betraf die Art und Weise des Empfangs der Delegationsmitglieder. Nach vielen Diskussionen wurde schließlich beschlossen, daß eine zusammengesetzte Ehrengarde, bestehend aus Abteilungen der Royal Navy, der kanadischen Infanterie und der Royal Air Force, für den Premierminister, den Außenminister, Herrn Atlee, und die drei Stabschefs aufgestellt werden sollte. Im Falle des Premierministers wurde die zusammengesetzte Ehrengarde durch eine Kompanie Grenadiergarde ergänzt. Es wurde auch vereinbart, dass der Weg vom Flugplatz zum Ausgang des Flughafens von Panzerwagen der 7. Panzerdivision und von Männern des R.A.F.-Regiments gesäumt werden sollte.<br />
Mein Plan sah vor, Konvois von Mannschaftswagen für jedes Flugzeug bereitzustellen, mit einer geeigneten Eskorte von bewaffneten Polizisten in Jeeps und Vorreitern auf Motorrädern. Jedes Mitglied der Delegation sollte empfangen und nach Babelsberg begleitet und in sein Haus gebracht werden, wo bei richtigem Plan sein persönliches Gepäck in seinem Zimmer warten und sein persönlicher Stab anwesend sein würde. Für den Premierminister sollte eine Ehrengarde von zwei Offizieren und fünfzig weiteren Rängen der 2. Brigade, der Schottischen Garde, auf dem Rasen vor seinem Haus aufgestellt werden.<br />
Alle diese Vorkehrungen wurden am 13. und 14. Juli sorgfältig geprobt, und die Bühne war nun für die Ankunft der britischen Delegation am 15. Juli bereitet.<sup class="modern-footnotes-footnote ">52</sup></p></blockquote>
<h4>14. Juli 1945</h4>
<p>An diesem Tag ist George Leggett wieder auf dem Flugplatz in Kladow und berichtet in seinem Tagebuch:</p>
<blockquote><p>12.00 Uhr &#8211; Ich bin Oberst GILLCHRIST zugeteilt, einem Kanadier, stellvertretender Direktor der SHAEF-Kriegskorrespondentenabteilung, der jetzt ein paar offizielle sowjetische Zivilfotografen unterstützt, die die Ankunft der VIPs auf dem Flugplatz filmen wollten. Also auf nach Kladow, wo wir die Russen sehr bequem dem örtlichen RAF-Dolmetscher, dem Staffelführer CRICHTON, einem Neuankömmling, zuspielten. Zu den heutigen Ankömmlingen gehörten CADOGAN, General ISMAY und Sir Edward BRIDGES.</p></blockquote>
<p>Im Operation Record Book steht:</p>
<blockquote><p>Die Ehrengarde, bestehend aus Abteilungen der R. N., Army (Queens), des R.A.F. Regiments und einer Abteilung der Grenadiers Guards mit Fahnenabzeichen, probte für den großen Tag. F/O L. Gardner (Int) kam per Flugzeug aus Großbritannien an, um am 19. S.P. eingesetzt zu werden.</p></blockquote>
<h4>15. Juli 1945</h4>
<p>Der Tag der Ankunft von Premierminister Winston Churchill und anderer hochrangiger Delegationsmitglieder,  am 15. Juli 1945 wird im Operation Record Book (ORB) wie folgt beschrieben:</p>
<blockquote><p>Der große Tag begann sehr ruhig. Um 9 Uhr, als die Sicherheitstruppen ihre Positionen bezogen, war es bereits sehr heiß. Kurz vor dem Mittagessen trafen Feldmarschall Sir. B. Montgomery und Air Marshal Sir Sholto Douglas ein. Um 14:45 Uhr inspizierten die drei Stabschefs, Admiral der Flotte, Sir Andrew Cunningham, Feldmarschall Sir Alan Brooke und Marschall der R.A.F., Sir Charles Portal, alle drei die Ehrengarde. Das Rollfeld, das zuvor am Tag fast leer gewesen war, war nun mit angesehenen Persönlichkeiten gefüllt: Briten, Amerikanern und Russen, wobei letztere die schillerndste waren.<br />
Der stellvertretende Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten Wyschinski, der den großen Stern eines Marschalls der UdSSR trug, war von etwa einem Dutzend weiterer hochrangiger Mitglieder des russischen Außenministeriums umgeben.<br />
Um 15:00 Uhr trafen Lord Leathers und seine Gruppe ein, gefolgt von dem Rt. Hon. Anthony Eden und Sir William Streng. Um 15:30 traf Mr. Attlee ein. Feldmarschall Sir Henry Maitland Wilson war der nächste der angesehenen Gruppe, der um 17:05 Uhr eintraf. Er traf kurz nach der wichtigsten amerikanischen Gruppe ein, angeführt von Präsident Truman, den Generälen Eisenhower, Arnold, Marshall und Unterstaatssekretär Byrnes.<br />
Um 18:00 Uhr kam der große Moment, auf den die Zuschauer mit größter Spannung gewartet hatten. Der SKYMASTER des Premierministers fuhr auf das Rollfeld, und die Aufregung stieg, als die eigens für diesen Anlass angefertigten Stufen in Position gebracht wurden und die vertraute Gestalt des Premierministers mit einer Zigarre erschien. Er wurde von Feldmarschall Sir begrüßt. B. Montgomery und Air Marshal Sir Sholto Douglas sowie eine Reihe hochrangiger amerikanischer und russischer Offiziere.</p></blockquote>
<p>George Leggett erlebte den Tag wie folgt:</p>
<blockquote><p>13.30 Uhr Abfahrt zum Flugplatz Kladow im Wagen von Oberstleutnant JAMES. Wir folgten der neuen Route über die gerade fertiggestellte Pontonbrücke, und etwa alle fünf Meter wurden wir von den Grenzwächtern mit ihren grünen Mützen salutiert, deren Salutbewegung sich auf der ganzen Strecke kräuselte und eine die andere ablöste, als wir uns näherten. Auf dem Flugplatz herrschte Feierlaune. Reihen von Autos, sowohl Militärfahrzeuge als auch Limousinen, standen in Reihen; Scharen von Offizieren der drei alliierten Nationen hatten sich um den Kontrollturm gruppiert, der stolz den himmelblauen RAF-Wimpel und eine Reihe von Signalen trug. Alles sah blitzblank aus, Schilder und Aushänge waren überall, RAF-Polizisten bereit, den Verkehr zu regeln.<br />
14.45 Uhr: Am Eingang des Flugplatzes stehend, fing ich den offenen Reisewagen des Generals KRUGLOW ab, der einen ganzen sowjetischen Zug anführte, sprang hinein und brachte die Gruppe zum Kontrollturm. Im zweiten Wagen saß der Vizekommissar für Auswärtige Angelegenheiten, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Andrei_Januarjewitsch_Wyschinski">Vyshinsky</a>, mit dem er nach dem Aussteigen einige Worte auf Russisch wechselte.  Er ist ein älterer, ziemlich korpulenter weißhaariger Mann mit rötlichem Teint und hervorstehenden Augen, von gutmütigem Aussehen und freundlichem Benehmen, ganz anders als die Vision des furchterregenden Staatsanwalts der Moskauer Prozesse, die ich mir in meiner Phantasie aufgebaut hatte. Er ist polnischer Herkunft und spricht etwas Englisch.<br />
Es war ein schwüler Tag, die Sonne schien strahlend auf das Geschehen.<br />
15.00 Uhr &#8211; In Übereinstimmung mit dem Zeitplan erschien das Flugzeug des Außenministers über unseren Köpfen, wurde von einer Jagdeskorte empfangen und kam nach einem weiten Kreisen zur Landung. Die hohe Gangway wurde herangerollt, und heraus trat Herr EDEN, knabenhaft aussehend, braungebrannt, lächelnd, aber sein zerzaustes Haar sah bedeutend weißer aus als in Jalta. Vielleicht liegt das an dem Schock über die Nachricht von seinem vermissten R.A.F.-Sohn, an der vielsagenden Belastung durch seine Verantwortung oder an seiner kürzlichen Krankheit. Man munkelt, dass seine Krankheit nicht durch ein Zwölffingerdarmgeschwür verursacht wurde, sondern durch De-Gaulle-Steine!<br />
Dann, in Abständen, eine Reihe anderer hervorragender Ankömmlinge: Herr TRUMAN und Herr James BYRNES, alle Stabschefs &#8211; Sir Andrew CUNNINGHAME, Sir Charles PORTAL und Sir Alan BROOKE; General Eisenhower, Admiral KING und eine Menge anderer mit ihren Begleitern.<br />
General Karanadse war hier, Cal. Kusnezow und ein paar Generaloberste, MALININ, Stabschef von SCHUKOW, und SOKOLOWSKI, Stellvertreter von Marschall Schukow. Wir brachten einige von ihnen in das V.I.P.-Restaurant im Kontrollturm im ersten Stock und versorgten sie mit Tee, Limonade, Kuchen und Sandwiches.<br />
Der große Moment rückte näher: Um 18.00 Uhr sollte es soweit sein.  Eigentlich war es 18.12 Uhr. als Winston Churchill aus seinem Flugzeug stieg und in der Uniform eines Husarenoberst auf der Treppe stehen blieb, um der Menge der Photographen ihre Arbeit zu ermöglichen, während er strahlte, an einer Zigarre fingerte und alten Freunden Grüße zuwinkte. General ISMAY war da, um ihn zu begrüßen, und ebenso Feldmarschall Montgomery, der seltsam klein aussah, aber genau das populäre Ebenbild für die Pressevertreter war, mit Medaillen geschmückt, in seinem üblichen, speziell geschnittenen Kampfanzug mit Uhrkette, die die beiden Brusttaschen verband, und der bekannten Baskenmütze mit zwei silbernen Abzeichen. Es wird erzählt, dass Winston bei der Begrüßung mit einem verschmitzten Lächeln bemerkte: &#8222;Hallo Feldmarschall, wie nett von Ihnen, sich speziell für diesen Anlass zu kleiden&#8220;.  MONTGOMERY war der einzige höhere Offizier, der nicht in Dienstkleidung war.<br />
Der P.M. kletterte hinunter und bahnte sich seinen Weg durch die Menge auf die Ehrengarde zu, die er inspizierte, während eine Kapelle der Royal Marine Militärmusik spielte, die Musikkapellen in weiße tropische Sonnenhelme gekleidet und der Trommler in ein prächtiges Leopardenfell. Die riesige, gebeugte Gestalt des Oberst Kusnezow bewegte sich elefantenartig hinter dem Premier.  Churchill sah gesund und glücklich aus, seine Bewegungen waren lebhaft, und alles in allem scheint es, als ob sein Urlaub in St. Jean de Luz ihm sehr gutgetan hatte. Nach der Inspektion wurde er von Brigadier WALES empfangen, der ihn auf der Reise nach POTSDAM begleitete.<br />
Mr. ATTLEE, ein früherer Ankömmling, war ebenfalls mit einer Ehrengarde betraut worden, und seine kleine zivile Gestalt wirkte inmitten dieser Zurschaustellung militärischer Pracht ein wenig unpassend.<br />
Auf dem Flugplatz traf ich Major BIRSE, der seit Jalta einige Ehrungen erhalten hat. Er ist nicht mehr als offizieller Dolmetscher in Moskau stationiert, sondern hat sich nach der Konferenz von San Francisco in London niedergelassen und ist auf seinen verantwortungsvollen Posten in der Martinsbank zurückgekehrt. Paddy BOLTON<sup class="modern-footnotes-footnote ">53</sup>, privater Assistent von S.E. Sir Archibald CLARK KERR, war ebenfalls da, ebenso wie Tony FIREBRACE.<br />
Ich war ziemlich spät dran, aber musste mich noch um die beiden sowjetischen Kameramänner kümmern, die auf das Dach des Kontrollturms steigen wollten, um ein Foto von der beeindruckenden Aufstellung von Yorks, Dacotas, Liberators und Skymasters zu machen, die die erhabenen Besucher gebracht hatten. Nachdem ich das erledigt hatte, gelang es mir, ein Auto zu finden, und ich eilte zurück nach Babelsberg.</p></blockquote>
<p>Ausführlich ist auch der Bericht des Kommandeurs des Hauptquartiers der britischen Delegation in Neubabelsberg, Brigadier O. M. Wales.</p>
<blockquote><p>Der 15. Juli war ein perfekter Tag, und die Sonne schien strahlend.<br />
Die erste &#8222;Skymaster&#8220; traf um 14.45 Uhr mit Feldmarschall Sir Alan Brooke, Admiral der Flotte Sir Andrew Cunningham und Marschall der Royal Air Force Sir Charles Portal sowie ihren persönlichen Mitarbeitern ein. Nach einer gemeinsamen Inspektion durch die Ehrengarde wurden sie zu ihren Wagen geführt und zu ihrem Haus in Babelsberg eskortiert.<br />
Das nächste Flugzeug kam um 15.00 Uhr mit Lord Leathers, Generalmajor Holmes, Generalmajor Williams und Generalmajor Laycock.<br />
Die dritte Gruppe, die um 15.15 Uhr eintraf, waren der Außenminister mit Sir William Strang und ihren persönlichen Stäben. Eine Viertelstunde später folgte ihnen Mr. Attlee in Begleitung von Lord Cherwell.<br />
Danach gab es einen Zeitraum von zwei Stunden, in dem die amerikanischen Delegierten, einschließlich Präsident Truman, ankamen. Dies erforderte den Abzug der britischen Ehrengarde, um Platz für die amerikanische Garde zu schaffen. Die Zeitpläne waren jedoch sehr genau, und dieses Manöver stellte keine Schwierigkeiten dar.<br />
Um 17.00 Uhr trafen Feldmarschall Sir Henry Maitland Wilson und Generalleutnant Macready in einem amerikanischen Flugzeug ein. Zu diesem Zeitpunkt wurden die amerikanischen Truppen abgezogen und die britische Ehrengarde nahm ihre Stellung zur Parade ein, bereit für die Ankunft des Premierministers, während sich die zusätzliche Ehrengarde der Grenadier Guards auf ihrer linken Flanke formierte.<br />
Feldmarschall Sir Bernard Montgomery traf um 17.45 Uhr mit dem Auto auf dem Flugplatz ein, bereit, den Premierminister zu treffen, der um 18.00 Uhr landen sollte.<br />
Die &#8222;Skymaster&#8220; des Premierministers kam pünktlich um 6.00 Uhr Nachmittags, von einem Geschwader &#8222;Spitfires&#8220; begleitet, und machte einen vollkommene Landung. Begleitet wurde der Premierminister von Miss Mary Churchill, Lord Moran und dem Rest seines persönlichen Stabes. Nach einer Inspektion der Ehrengarde in Begleitung des Oberbefehlshabers bestiegen Churchill und seine Gruppe ihre Wagen und wurden nach Babelsberg eskortiert, wo er auf dem Rasen seines Hauses von der Ehrengarde der 2. Brigade der Schottischen Garde empfangen wurde.<br />
Der letzte, der eintraf, war Feldmarschall Sir Harold Alexander, der um 18.30 Uhr auf dem Flugplatz landete.<br />
Um 21.00 Uhr kam General Sir Hastings Ismay zu meiner abendlichen Stabskonferenz und beglückwünschte meinen Stab zu den getroffenen Vorkehrungen. Er übermittelte den Dank der Mitglieder der britischen Delegation für die Art und Weise, wie sie empfangen worden waren, und für „die komfortable Unterkunft“, die zur Verfügung gestellt wurde. Eine Geste, die sehr geschätzt wurde.<sup class="modern-footnotes-footnote ">54</sup></p></blockquote>
<h4>16. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Als die VIPs und Mitarbeiter sicher untergebracht waren, normalisierte sich das Leben in der Einheit wieder.<sup class="modern-footnotes-footnote ">55</sup></p></blockquote>
<h4>17. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Berlin bereitet sich auf die große Parade am 21. vor.</p></blockquote>
<h4>18./19. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Die Konzertgruppe „Stars in Battledress“ gab drei Abende lang eine Show im Bahnhofstheater. Das Personal durfte nun das Lager verlassen, und da das Fraternisierungsverbot teilweise aufgehoben worden war, verließen viele das Lager, um die Lage zu erkunden!<br />
Der kommandierende Offizier erlaubte außerdem, dass das Personal jeden Abend mit dem Bus der Einheit zu Besichtigungstouren nach Berlin gebracht wurde.</p></blockquote>
<h4>21. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Heute war der britische Tag des Sieges in Berlin. Dieser Stützpunkt war am 13. vertreten. Der Premierminister nahm den Gruß von der Tribüne in der Charlottenburger Chaussee entgegen. Der Oberbefehlshaber des Hauptquartiers der britischen Truppen in Berlin übermittelte folgende Botschaft:<br />
„Vielen Dank für die heutige Parade. Sie war erstklassig und höchst inspirierend. Die Beteiligung und das allgemeine soldatische Auftreten waren ausgezeichnet. Bitte sagen Sie allen, wie gut ich sie fand und was für eine tolle Show sie geboten haben.“</p></blockquote>
<h4>22. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Der Standort wurde heute durch den Besuch des Außenministers, des Ehrenwerten Anthony Eden, geehrt. Er hielt in einem der Hangars eine kurze, informelle Rede und dankte 19 SP-Mitarbeitern für ihre Arbeit im Rahmen der Konferenz. Er sagte weiter, dass sie in Potsdam mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert seien, diese aber überwunden würden und viel harte Arbeit geleistet werde. In Bezug auf die Innenpolitik betonte er die herausragende Bedeutung des Wohnungsbaus und äußerte die Ansicht, dass die Frage, unabhängig von der Regierung, die am 26. an die Macht käme, mit größter Aufmerksamkeit behandelt werden würde. Nach seiner Rede mischte er sich unter die Offiziere und Mannschaften und beantwortete die Fragen, die ihm von allen Seiten gestellt wurden.<br />
Ein Hangar und einige Nebengebäude wurden heute Abend durch einen kurzen, plötzlichen Sturm erheblich beschädigt. Reparaturen werden derzeit durchgeführt.<br />
Die Damen des Delegationssekretariats wurden abends in der Offiziersmesse unterhalten. Die Band der Einheit tanzte, und das Catering-Team leistete hervorragende Arbeit und bereitete ein abwechslungsreiches Buffet vor. Die Konzertgruppe „Stars in Kampfkleidung“ bot mit ihrer Show den Höhepunkt des Abends.</p></blockquote>
<h4>23. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Lord und Lady Kemsley kamen mit dem Flugzeug aus Northolt.</p></blockquote>
<p><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Gomer_Berry,_1st_Viscount_Kemsley">James Gomer Berry 1. Viscount Kemsley (1883 &#8211; 1968)</a> war ein britischer Unternehmer. 1945 gehörten ihm mehrere Tageszeitungen und Illustrierte. Verheiratet war er in zweiter Ehe seit 1931 mit Marie Edith Dresselhuys. Zur Potsdamer Konferenz kam er als es dort um wirtschaftliche Fragen ging und um eine offizielle Unterrichtung von Medienvertretern durch die Führung der britischen Delegation.</p>
<h4>24. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>ADMIRAL LORD LOUIS MOUNTBATTEN traf per Flugzeug ein und wurde von Air Commodore Whitney Straight, A.O.C. No.46 Group, begrüßt. F/Lt Stoneham (Nachrichtenoffizier) reiste per Flugzeug nach Bordeaux ab, um zum Zwischenstopp 137 versetzt zu werden. Die Balmoral Concert Party begann ihre dreitägige Tournee im Station Theatre.</p></blockquote>
<p>Zur Anreise des Lords kam auch der Chef des Hauptquartiers der Delegation, Brigadier Wales, persönlich nach Kladow.</p>
<blockquote><p>Am 24. Juli begab ich mich zum Flugplatz in Kladow und traf dort mit Admiral Lord Louis Mountbatten zusammen, der aus Indien eingeflogen war, um an der Konferenz teilzunehmen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">56</sup></p></blockquote>
<h4>25. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Die drei Stabschefs und Feldmarschall Sir Henry Maitland Wilson sind heute Morgen per Flugzeug nach Großbritannien abgeflogen. Am Nachmittag reisten auch der Premierminister, Herr Winston Churchill, Herr Attlee, der Rt. Hon. Antony Eden, Lord Leathers und Admiral Lord Louis Mountbatten sowie Air Commodore Whitney Straight nach Großbritannien ab.</p></blockquote>
<p>O. M. Wales schreibt über diesen Tag:</p>
<blockquote><p>Am 25. Juli kehrten Mr. Churchill und die Leiter der britischen Delegation auf dem Luftweg nach London zurück, um am 26. Juli bei der Bekanntgabe der Ergebnisse der Parlamentswahlen anwesend zu sein. Ich begab mich nach dem Flugplatz in Kladow und verabschiedete mich von Mr. Churchill, Herrn Eden, Mr. Attlee, Lord Cherwell, Lord Leathers, den drei Stabschefs, Lord Louis Mountbatten und General Sir Hastings Ismay, in der ziemlichen Zuversicht, sie alle am Freitag wiederzusehen. Dies sollte jedoch nicht der Fall sein, und am 28. Juli befand ich mich wieder in Kladow, diesmal mit Mr. Attlee als Premierminister.<sup class="modern-footnotes-footnote ">57</sup></p></blockquote>
<h4>26. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Präsident Truman reiste heute Morgen ab 19 SP nach Frankfurt ab und kehrte am Abend zurück.<br />
Gatow erhielt Nachrichten über das Wahlergebnis und es gab einige Spekulationen darüber, ob Winston Churchill mit dem neuen Premierminister Clement Attlee nach Potsdam zurückkehren würde oder nicht.</p></blockquote>
<h4>27. Juli 1945</h4>
<p>Am 27. Juli hatte George Leggett ein ganz besonderes Erlebnis. Dies zeigte, welche Schwierigkeiten, die für die Konferenzteilnehmer arbeitenden Personen hatten, zwischen den einzelnen Örtlichkeiten klarzukommen.</p>
<blockquote><p>03.15 Uhr – Von einem Marinesoldaten geweckt, angezogen, mein Gesicht mit Wasser bestrichen, um mich vollständig aufzuwecken, fand ich dann ein draußen wartendes Auto vor. In der Ringstraße 1/3/5 nahm ich Kontakt zu LONG und O&#8217;BRIEN auf, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/King%27s_Messenger#:~:text=The%20Corps%20of%20King's%20Messengers,and%20consulates%20around%20the%20world.">den beiden Boten des Königs</a>, die ich nach Moskau absetzen musste. 70 Diplomatengepäckstücke mit einem Gewicht von 17 Zentner wurden auf einen Lastwagen verladen, und dann holten wir einen russischen Hauptmann (BARANTSOV) ab, der uns in seinem Jeep nach Dalkow, dem sowjetischen Flughafen<sup class="modern-footnotes-footnote ">58</sup>, bringen sollte.  Gleich zu Beginn stieß ich auf einige Schwierigkeiten, denn der Fahrer war irrtümlich angewiesen worden, uns nach Kladow zu bringen, und war sich des Weges nicht so sicher. Ich verbrachte auch einige ängstliche Augenblicke damit, nach dem Auto mit den beiden Kurieren zu suchen, das, vom Lastwagen verdeckt und an einer russischen Leitplanke aufgehalten, falsch abgebogen war. Ich fuhr hinten im russischen Jeep. Die Fahrt durch die menschenleeren Straßen von Potsdam war beeindruckend. Stille herrschte auf den kahlen, verlassenen Ruinen und und kaltes Mondlicht beleuchtete die einst klassischen Konturen von Opernhaus, Kathedrale und Rathaus auf dem anmutigen Marktplatz. Es war ein Schauplatz von eindringlicher Schönheit, der in seinem Zauber fesselnder war, als man beschreiben kann. Und alles herum &#8211; Trostlosigkeit und Einsamkeit, im Kontrast zur Poesie einer Sommernacht im Juli.<br />
Aber aus Furcht vor einer verspäten Ankunft rasten wir weiter, an Potsdam vorbei, entlang verlassener Alleen und stiller Dörfer, bis wir unser Ziel erreichten. Ich kontaktierte den sowjetischen Einsatzoffizier, die Postsäcke wurden in das Flugzeug geladen, eine Douglas (Nr.349797!) und um 06.08 Uhr war das Flugzeug in der Luft.  E.T.A. 12.00 Uhr Moskau.</p></blockquote>
<p>Das Operation Record Book teilt lapidar mit:</p>
<blockquote><p>Der kommandierende Offizier bewirtete hochrangige russische Offiziere in der Messe und alle Anwesenden trugen dazu bei, die englisch-sowjetischen Beziehungen noch weiter zu stärken.</p></blockquote>
<h4>28. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Großer Tag Nr. 2: Der neue Premierminister Clement Attlee und sein Außenminister Ernest Bevin trafen am Abend ein und wurden von Air Commodore Whitney Straight, AOC No. 46 Group und anderen hochrangigen britischen, amerikanischen und russischen Offizieren begrüßt. Auch Sir Archibald Clarice Kerrr war anwesend. Sowohl der Premierminister als auch der Außenminister inspizierten die Ehrengarde des RAF-Regiments, bevor sie nach Potsdam aufbrachen.<br />
F/Lt Brayshaw (Gruppensicherheitsoffizier) besuchte die Station I.(S) O. und brach am Abend mit dem AOC auf. Der AOC kommandierte die Signalabteilung und berichtete von der guten Funktionsfähigkeit der Signalanlagen während seiner Reise hierher. F/Lt Hayes (Gruppensignal-Briefing-Offizier) besuchte die Signalabteilung und äußerte seine Zufriedenheit mit den geltenden Regelungen.</p></blockquote>
<h4>29. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Das Volksopernhaus in der Kantstraße war heute bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Berliner Philharmoniker ein Sinfoniekonzert gaben. Zivilisten waren nicht zugelassen, für sie finden jedoch zu verschiedenen Zeiten Konzerte statt.</p></blockquote>
<h4>30. Juli 1945</h4>
<blockquote><p>Stürmisches Wetter. ENSA-Show „Blitz and Pieces“. Drei Nächte lang.<br />
13 Mosquito-Flugzeuge trafen aus Großbritannien ein, um den Premierminister von Potsdam zurück zu eskortieren.</p></blockquote>
<h4>2. August 1945</h4>
<blockquote><p>Der Premierminister reiste am frühen Morgen des 2. August mit dem Flugzeug nach London ab, später am Tag folgten der Außenminister Sir Alexander Cadogan und General Sir Hastings Ismay.<sup class="modern-footnotes-footnote ">59</sup></p></blockquote>
<h4>3. August 1945</h4>
<p>Der Tag, an dem sich George Leggett zum letzten Mal in Kladow aufhielt. Das war wieder für ihn mit Stress verbunden. Denn die sowjetischen Gastgeber wollten sich in Neubabelsberg würdig von ihren britischen Gästen verabschieden. Mit vielen Umarmungen, Treueschwüren und viel, viel Wodka.</p>
<blockquote><p>Um 15.15 Uhr.<br />
Ich begab mich mit Joan zur Kommandatur, und dort nahm sie Abschied von General Karanadse und Oberst Kusnezow.  Sie waren ein wenig verlegen, weil einige Geschenke, die sie bestellt hatten, nicht eingetroffen waren, aber in der Zwischenzeit besorgten sie Flaschen mit Wein und Wodka sowohl für Joan als auch für Inspektor Hughes<sup class="modern-footnotes-footnote ">60</sup>, den persönlichen Detektiv des Premiers. Bald trafen die Geschenke ein, Schachteln mit Pralinen für Joan und ihren Roten Stern, die repariert worden waren. Ich lockte die beiden N.K.V.D.-Beamten auf die Veranda und postierte sie für ein Foto, wobei ich Joan in die Mitte stellte. Der arme Kusnezow wurde sehr kamerascheu und versuchte, dieser unangenehmen Publicity zu entgehen, indem er das Unmögliche vollbrachte – seinen riesigen Körper auf Dimensionen zu schrumpfen, die hinter seinem winzigen General verborgen werden konnten. Aber es war alles vergeblich, und die Tat vollbracht. Ich habe versprochen, die Ergebnisse nach Moskau zu schicken, wenn sie gut ausfallen sollten. Und dann … verabschiedeten wir uns entschlossen und eilten direkt nach Kladow, um unser Flugzeug zu erreichen. Oberstleutnant Norman und Joans Schwester waren schon im Auto.<br />
Auf dem Flugplatz gab es eine ziemliche Menschenmenge von Freunden und Bekannten. Major BODDINGTON war da, um die Gruppen zu verabschieden und die Sicherheitsvorkehrungen zu überwachen. Joans Flugzeug startete zuerst, eine luxuriöse York, und stieg majestätisch in den blauen, wolkenlosen Himmel.<br />
Gegen 16.35 Uhr startete unser Flugzeug, eine Dakota mit der Seriennummer 660. Unter den übrigen Passagieren befanden sich Hugh Lunghi<sup class="modern-footnotes-footnote ">61</sup> und Major Theakstone<sup class="modern-footnotes-footnote ">62</sup>.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Personell und von der Struktur her war 19 Staging Post in der Lage, den Flugplatz Gatow zu betreiben. Die erste Aufgabe der Einheit bestand jedoch in Räumungsarbeiten, um das Gelände von Überresten der Anwesenheit der deutschen Truppen, der Kämpfe bei Kriegsende und der kurzzeitigen Anwesenheit der Roten Armee zu befreien.</p>
<blockquote><p>Die Einheit packte aus und bezog die neuen Quartiere. Der Flugplatz war zuvor von den Russen besetzt gewesen, die vor ihrem Abflug fast die gesamte leicht entfernbare Ausrüstung usw. mitgenommen und Unordnung und Chaos hinterlassen hatten. Zivile Arbeitskräfte wurden dringend benötigt, damit Station und Flughafen bis zum 15. des Monats wieder einsatzbereit waren. Der stellvertretende Adjutant wurde zum Offizier für zivile Arbeitskräfte ernannt und begann mit der Beschaffung von Zivilisten für die Arbeit auf dem Flugplatz. Mit unseren russischen Verbündeten wurden Verhandlungen über die Freistellung dieser Zivilisten geführt, damit diese für uns arbeiten konnten.</p></blockquote>
<h2>Nachtrag</h2>
<p>Die Amerikaner und die Briten übten während der Potsdamer Konferenz die Kontrolle auf dem Flugplatz Gatow aus. Für die Bewachung des Geländes sorgten Einheiten der Inneren Truppen des NKWD. Wie die Aufgabenverteilung und die Absprachen konkret abliefen, lässt sich mit offiziellen Dokumenten bislang nicht ausreichend rekonstruieren. Bekannt ist, dass die Briten das technische Personal, das Bodenpersonal und das Equipment für das Ein- und Aussteigen der Fluggäste sowie für das Be- und Entladen der Flugzeuge mit Gepäck stellten. Briten und Amerikaner teilten sich in die Versorgung der Fluggäste und des auf dem Flugplatz stationierten Personals mit Essen und Getränken. Die Aufteilung betraf vermutlich auch das in Gatow vorgehaltene medizinische Personal. Die Briten stellten die für die Gewährleistung der Sicherheit und in Notfällen benötigte Flugplatzfeuerwehr.<br />
Gemeinsam mit den Russen werden sich Briten und Amerikaner die Aufgaben der Flugsicherung im Flugverkehrskontrollturm geteilt haben.</p>
<p>Nicht ganz geklärt werden konnte, wie die Befehlsstruktur zwischen Wing Commander John Ellis und dem Kommandeur von 19 Staging Post, Roy S. Perry, war.</p>
<p>Eine Vielzahl von in den Texten des Weiteren enthaltenen Informationen muss ebenfalls noch verifiziert werden.</p>
<h2>Anmerkungen</h2>

<p><strong>© GeschichtsManufaktur Potsdam, 12. Juli 2025 </strong></p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://ruskline.ru/monitoring_smi/2005/06/14/potsdam_leto_1945/</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebenda.</div><div>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In den 1963 veröffentlichten Memoiren erinnert sich der jüngste Sohn Stalins an seine Dienstzeit in Dallgow-Döberitz. Aber militärische Aspekte beschreibt er nicht, sondern nur einen seiner vielen Versuche, eine neue Ehefrau zu finden.</div><div>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebenda.</div><div>5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebenda.</div><div>6&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Foreign Relations of the United States. Diplomatic Papers. The Conference of Berlin (The Potsdam Conference) 1945. (In Two Volumes). Volume I, Washington 1960, S. 123.</div><div>7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebenda, S. 136 f.</div><div>8&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://www.af.mil/About-Us/Biographies/Display/Article/108094/major-general-edmund-w-hill/</div><div>9&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Es könnte sich um Wendell Greene Brockett (1924 bis 2017) handeln. https://www.buchanancody.com/obituary/wendell-ret </div><div>10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bestätigung des Namens steht noch aus.</div><div>11&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://monmouthtimeline.org/timeline/maury-jones/</div><div>12&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://www.goldenageair.org/</div><div>13&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://www.49squadron.co.uk/personnel_index/detail/Perry_RS</div><div>14&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://www.49squadron.co.uk/extras/perry</div><div>15&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. https://www.nationalarchives.gov.uk/help-with-your-research/research-guides/royal-air-force-operations-record-books-1911-1963/</div><div>16&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://www.nationalarchives.gov.uk/irlist/default.asp?action=1&amp;slctcatagoryid=5</div><div>17&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://www.whodoyouthinkyouaremagazine.com/tutorials/raf-operation-record-books</div><div>18&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://www.rafblakehillfarm.co.uk/</div><div>19&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://en.wikipedia.org/wiki/RAF_Down_Ampney</div><div>20&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://www.rafweb.org/Members%20Pages/Unt%20Histories/Miscellaneous/Personnel.htm</div><div>21&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Eine logistische oder administrative Einheit, die Unterstützungsdienste für den RAF-Betrieb bietet.</div><div>22&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Station Sick Quarters (SSQ) waren Medizinische Einrichtungen in Militärstützpunkten, typischerweise zur Unterbringung und Behandlung von krankem oder verletztem Personal. Dabei handelte es sich oft um einfache, manchmal sogar provisorische Bauten wie Nissenhütten, deren Ziel es war, den Bedürftigen eine medizinische Grundversorgung und Ruhe zu bieten. </div><div>23&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ein Army Liaison ist ein Verbindungsoffizier, der die Aufgabe hat, Informationen zwischen verschiedenen Einheiten, Organisationen oder sogar Nationen auszutauschen und zu koordinieren. Oftmals dient ein Liaison-Offizier als „kurze Leitung“ zwischen den beteiligten Stellen, um eine effektive Zusammenarbeit zu gewährleisten. </div><div>24&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zur Person siehe die biographischen Angaben: https://archivesearch.lib.cam.ac.uk/repositories/9/resources/1686</div><div>25&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Churchill Archives Centre, The Papers of George Leggett, GBR/0014/LEGT</div><div>26&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Churchill Archives Centre, The Papers of Lettice Marston, Administrative papers from Potsdam, 1945-08 &#8211; 1945-10, </em><em>GBR/0014/LMAR 1/2</div><div>27&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bericht O. M. Wales, S. 7.</div><div>28&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;C.M.P. = Corps of Military Police</div><div>29&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://en.wikipedia.org/wiki/Ronald_Weeks,_1st_Baron_Weeks</div><div>30&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bericht O. M. Wales, S. 9.</div><div>31&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://en.wikipedia.org/wiki/John_Ellis_(RAF_officer) sowie https://www.tracesofwar.com/persons/46085/Ellis-John.htm</div><div>32&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://www.af.mil/About-Us/Biographies/Display/Article/106717/major-general-burton-murdock-hovey/. Siehe auch: https://generals.dk/general/Hovey/Burton_Murdock_Jr./USA.html </div><div>33&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Das Distinguished Flying Cross (D. F. C.) ist als militärische Kriegsauszeichnung Teil des britischen Ordenssystems. Es wird an Mitglieder der Royal Air Force für Tapferkeit während aktiver Teilnahme an Kriegshandlungen verliehen. </div><div>34&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://boddington-family.org.uk/person_display.php?pers=3879&amp;az=base_person_display,%20bpd.46,%20fpd/pD.278,%20fpd/dC.864</div><div>35&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bericht O. M. Wales, S. 9.</div><div>36&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebenda, S. 10.</div><div>37&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bericht O. M. Wales, S. 10.</div><div>38&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bericht O. M. Wales, S. 14.</div><div>39&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebenda, S. 15 f.</div><div>40&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;„ALO“ kann für Army Legal Officer im Zweig Army Legal Services (ALS) der britischen Armee stehen , oder für Army Liaison Officer / Air Liaison Officer, eine Abkürzung aus dem Zweiten Weltkrieg . ALS-Offiziere sind qualifizierte Rechtsanwälte oder Solicitors, die Rechtsberatung leisten und vor Kriegsgerichten Anklage erheben, während ein Army Liaison Officer als Kontaktperson zwischen verschiedenen Streitkräften oder zivilen Organisationen fungiert. </div><div>41&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Fullerton war der Sicherheitsoffizier von 19 Staging Post</div><div>42&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://en.wikipedia.org/wiki/Hugh_White_(RAF_officer)</div><div>43&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://en.wikipedia.org/wiki/No._1_School_of_Technical_Training_RAF</div><div>44&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://de.wikipedia.org/wiki/Avro_Anson</div><div>45&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://en.wikipedia.org/wiki/21st_Army_Group</div><div>46&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Mitchell, John: Churchill`s Navigator, London 2010, S. 136.</div><div>47&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://de.wikipedia.org/wiki/RAF_Northolt</div><div>48&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Eintrag im Operations Record Book.</div><div>49&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://de.wikipedia.org/wiki/RAF_Second_Tactical_Air_Force</div><div>50&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bericht O. M. Wales, S. 20.</div><div>51&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Eintrag des ORB.</div><div>52&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bericht O. M. Wales, S. 21.</div><div>53&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Captain Bolton , Patrick , Privatsekretär des britischen Botschafters in der Sowjetunion.</div><div>54&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bericht O. M. Wales, S. 22 f.</div><div>55&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Operation Record Book.</div><div>56&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bericht O. M. Wales, S. 25.</div><div>57&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bericht O. M. Wales, S. 25.</div><div>58&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gemeint ist vermutlich der Flugplatz Staaken.</div><div>59&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bericht O. M. Wales, S. 25.</div><div>60&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Detective Inspector Lumsden Hughes.</div><div>61&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Major Lunghi, Hugh, britischer Militärdolmetscher</div><div>62&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Theakstone, Louis Marguarde, (britischer) Dolmetscher des Sekretariats der Vereinigten Stabschefs.</div><p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2025/07/12/das-triumvirat-von-gatow/">Das Triumvirat von Gatow</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
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		<title>Erika Herbrig und das Schloss Cecilienhof</title>
		<link>https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/11/17/erika-herbrig-und-das-schloss-cecilienhof/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[geschichtsmanufaktur]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2020 19:05:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von 1970 bis 1981 leitete Erika Herbrig die &#8222;Historische Gedenkstätte des  Potsdamer Abkommens. Cecilienhof&#8220;. Ab 1960 war sie dort tätig. Wie sie die Zeit erlebt hat und wer vor ihr und danach in Cecilienhof tätig war, ist bislang nicht nachzulesen gewesen. Der Mantel des Schweigens liegt gewissermaßen über diesen Jahren und wird dafür genutzt, Klischees [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/11/17/erika-herbrig-und-das-schloss-cecilienhof/">Erika Herbrig und das Schloss Cecilienhof</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Von 1970 bis 1981 leitete <strong>Erika Herbrig</strong> die &#8222;Historische Gedenkstätte des  Potsdamer Abkommens. Cecilienhof&#8220;. Ab 1960 war sie dort tätig. Wie sie die Zeit erlebt hat und wer vor ihr und danach in Cecilienhof tätig war, ist bislang nicht nachzulesen gewesen. Der Mantel des Schweigens liegt gewissermaßen über diesen Jahren und wird dafür genutzt, Klischees am Leben zu halten oder neue Legenden zu schaffen. Eine sachliche Darstellung der Geschichte des Schlosses Cecilienhof in den Jahren 1945 bis 1990 &#8211; dringend notwendig &#8211; ist bislang nicht geschrieben worden.</p>
<p>Unter dem Titel &#8222;<em>Chefin in Cecilienhof. Die Leiterin der Gedenkstätte Potsdamer Abkommen erinnert sich</em>&#8220; liegen mit den Erinnerungen von Erika Herbrig nunmehr Fakten auf dem Tisch, die dafür genutzt werden könnten. Doch das wird wohl nicht geschehen. Das Interesse dafür scheint bei den Verantwortlichen von Schloss Cecilienhof nicht gerade besonders groß zu sein. Was auch <strong>Traugott Kreyßing</strong>, Schwager von Erika Herbrig, erlebte, als er in der Hoffnung auf Hilfe für die Herausgabe der Erinnerungen seiner Schwägerin dort nachfragte. Dass der sich über 90jährige davon nicht entmutigen ließ, ist höchster Achtung wert und kann nicht genug gewürdigt werden. Im <a href="https://www.eulenspiegel.com/verlage/verlag-am-park.html">Verlag am Park</a> in Berlin fand er Hilfe und Sachkundige, die den Wert des Manuskriptes erkannten und daraus ein Buch werden ließen.</p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/11/Buchtitel-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-1948 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/11/Buchtitel-1.jpg" alt="" width="267" height="450" /></a></p>
<p>Auf 154 Seiten gedruckt, liegen die Erinnerungen nunmehr vor und geben einen Einblick in die Arbeit der Gedenkstätte. Besonders wertvoll die Beschreibung der dort tätigen Personen, ob nun in &#8222;gehobener Stellung&#8220; oder einfach als Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter. Interessant aber auch die zahlreichen Hintergrundinformationen, die so weder in offiziellen Dokumenten noch in den Presseerzeugnissen der damaligen Zeit zu finden sein werden. Erika Herbrig ging in ihrer Arbeit auf, aus Interesse am Gegenstand und aus Pflichtbewusstsein. Sie verzichtete auf Familie und ruinierte ihre Gesundheit. Aber die Freude am Geleisteten ließ sie während des Berufslebens die Belastung verkraften und gab ihr nach dem Eintritt in das Rentnerdasein die Kraft, weiter ein erfülltes Leben zu haben. Im Alter von 96 Jahren verstarb sie 2017 in Dresden. Geblieben sind uns ihre Erinnerungen, von denen nur ein Teil in dem Büchlein nachzulesen ist.</p>
<p>Über die Gründe für die Auswahl schreibt Traugott Kreyßing im Vorwort der Publikation:</p>
<blockquote><p>Daher entschlossen wir uns, eben jenen Teil ihrer Erinnerungen zu publizieren, in welchem sie ihre Tätigkeit in Cecilienhof schildert. Das ist keine wissenschaftliche Darstellung, kein Abriss der Geschichte des Hauses, sondern ihr subjektiver Blick auf die Jahre zwischen 1960 bis 1981. Ich meine: Es ist eine interessante Ergänzung aller Publikationen, die zum 75. Jahrestag des Potsdamer Abkommens erschienen, und auch eine Quelle für weitere Forschungen.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>© Dr. Volker Punzel, GeschichtsManufaktur Potsdam (</strong>17.11.2020)</p>
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			</item>
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		<title>Der Neue Garten nach der Potsdamer Konferenz (1945 bis 1952)</title>
		<link>https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/07/09/der-neue-garten-nach-der-potsdamer-konferenz-1945-bis-1952/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[geschichtsmanufaktur]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2020 11:20:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie Oberbaurat Werner Dobisch[1] vom Preußischen Staatshochbauamt I Potsdam (Schloßbauamt) am 30. Juli 1945 in einem Sachstandsbericht festhielt, waren während der Kämpfe im Neuen Garten vor allem das Marmorpalais und die „Umfassungsmauer an der Albrecht-, Schul- und Behlertstrasse“ beschädigt worden. Letztere Schäden waren bis zu dem Datum seiner Niederschrift „bereits beseitigt“. Zu den übrigen Gebäuden [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/07/09/der-neue-garten-nach-der-potsdamer-konferenz-1945-bis-1952/">Der Neue Garten nach der Potsdamer Konferenz (1945 bis 1952)</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie Oberbaurat Werner Dobisch<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> vom Preußischen Staatshochbauamt I Potsdam (Schloßbauamt) am 30. Juli 1945 in einem Sachstandsbericht festhielt, waren während der Kämpfe im Neuen Garten vor allem das Marmorpalais und die „<em>Umfassungsmauer an der Albrecht-, Schul- und Behlertstrasse</em>“ beschädigt worden. Letztere Schäden waren bis zu dem Datum seiner Niederschrift „<em>bereits beseitigt</em>“. Zu den übrigen Gebäuden im Neuen Garten konnte er „<em>wegen der Sperre zur Zeit</em>“ keine Einzelangaben machen. Dennoch schrieb Dobisch: „<em>Die Beschädigungen sind jedoch nur gering.</em>“<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a></p>
<p>Am 24. August 1945 führte Dobisch bezüglich von in der Zeit zwischen dem 15. Mai und dem 15. August 1945 in den Parkanlagen und Schlössern durchgeführter Arbeiten auf:</p>
<blockquote><p>8. Beseitigung von Kriegsschäden am Marmorpalais<br />
a) Abbruch und Wiederaufbau eines zerstörten Fensterpfeilers im Obergeschoss,<br />
b) Ausmauern mehrerer Pakdurchschüsse<a href="#_ftn3" name="_ftnref3"><strong>[3]</strong></a> in den Frontwänden,<br />
c) Instandsetzungsarbeiten an den Fenstern und Wänden in mehreren Zimmern des Obergeschosses,<br />
d) Wiederherstellung des umgestürzten Mauerwerks der Umwehrung längs der Albrecht- und Schulstrasse.<a href="#_ftn4" name="_ftnref4"><strong>[4]</strong></a></p></blockquote>
<p>Jewgenij Fjodorowitsch Ludschuweit, vor seinem Eintritt in die Rote Armee Dozent für Orientalische Geschichte an der Moskauer Staatlichen Universität „Michail Lomonossow“ und 1945 im Rang eines Oberleutnants der Garde Mitglied der Trophäenabteilung der 1. Belorussischen Front, wurde „Bevollmächtigter für die Schlösser und Kunstdenkmale in Potsdam“. Mit den Vorbereitungen für die Potsdamer Konferenz fielen ab Juni 1945 der Neue Garten und das Marmorpalais aus seinem Aufgabenbereich.<a href="#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a> Das Schloss Cecilienhof hatte, aufgrund seiner Sonderstellung unter den Potsdamer Schlössern,  vermutlich von vornherein nicht dazu gehört.<br />
Im Neuen Garten war, wie auch in den anderen Gartenanlagen und auf den Grünflächen im Stadtgebiet, Kartoffeln, Bohnen, Tomaten und anderes Gemüse für die Ernährung der Bewohner angebaut worden.<a href="#_ftn6" name="_ftnref6">[6]</a></p>
<blockquote><p>Die großen Anbauflächen im Neuen Garten und im Babelsberger Park waren allerdings seit Juli 1945 durch die Absperrung im Zusammenhang mit der Potsdamer Konferenz nicht mehr zugänglich. Das Obst und Gemüse verdarb.<a href="#_ftn7" name="_ftnref7"><strong>[7]</strong></a></p></blockquote>
<p>Der Babelsberger Park war sowjetischen Sicherheitstruppen unterstellt worden.<a href="#_ftn8" name="_ftnref8">[8]</a> Erst im Jahr 1946 wurde er freigegeben.</p>
<p>Am 16. März 1946 berichtete der neue Direktor der Schlösser und Gärten, Prof. Dr. Willy Kurth, der Provinzialverwaltung der Mark Brandenburg:</p>
<blockquote><p>Unsere Gartenaufseher vom Neuen Garten und Babelsberger Park machen auf grobe Misstände aufmerksam, die dort herrschen. Zivilisten treiben sich in den Parks herum und richten große Schäden an, besonders im Fällen von Bäumen. Auf unsere Meldung an den Kommandanten von Sanssouci, Herrn Oberleutnant der Garde Ludschuweit bekamen wir den Bescheid, dass eine andere russische Dienststelle seit Juni vergangenen Jahres die Überwachung vom Neuen Garten und Babelsberg übernommen habe; somit die genannten Bereiche nicht mehr unter seiner Verantwortung stehen und er den geschilderten Vorgängen nicht unmittelbar Einhalt gebieten könne. Nach seiner Information würden diese Gärten jetzt von russischer Seite nur noch formell überwacht. Um den deutschen Behörden von polizeilicher Seite aus die Befugnis diesen Zuständen Einhalt zu gebieten, zu verschaffen, bitte ich, eine Meldung der Provinzialverwaltung an die SMA […] zu richten und zu erwirken, dass den deutschen Behörden erlaubt wird, den Misständen entgegentreten zu dürfen, […] bevor grösserer Schaden an diesen Kulturwerten angerichtet wird. Dieser deutsche Schutz würde auch den im Neuen Garten sowie in Babelsberg brachliegenden Ländereien, die zur Gärtnerei gehören, zugute kommen; da sie für die Ernährungslage der Bevölkerung in der jetzigen Notzeit von Bedeutung sind und nicht weiter brach liegen dürfen.<a href="#_ftn9" name="_ftnref9"><strong>[9]</strong></a></p></blockquote>
<p>Die von Ludschuweit andeutungsweise erwähnte „<em>andere russische Dienststelle</em>“ könnte das in Neubabelsberg ansässige Oberkommando der Gruppe der Sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (GSBTD) gewesen sein. Mit den Vorbereitungen für die Potsdamer Konferenz beauftragt, hatte es bereits Anfang Juni sowohl die Kontrolle über das Schloss Cecilienhof als auch den Neuen Garten übernommen. Zwischen Ende Mai 1945 und Ende 1947 waren die in Deutschland, d.h. Ostdeutschland, anwesenden Truppen der Roten Armee bzw. später der Sowjetarmee massiven Veränderungen unterworfen. Von anfänglich 3,5 Millionen Mann wurden sie in diesem Zeitraum auf 350 000 reduziert. Auch der Oberbefehl über die GSBTD wechselte bis März 1954 mehrmals. Vom 9. Juni 1945 bis zum 21. März 1946 führte der Marschall der Sowjetunion Georgi K. Shukow und auf ihn, bis zum 31. März 1949 sein vormals Erster Stellvertreter, Marschall der Sowjetunion Wassili D. Sokolowski.</p>
<p>Hanna Grisebach berichtet über die Situation im Neuen Garten im September 1945, wobei sie hier vermutlich den Eingang an der Schwanenbrücke beschreibt:</p>
<blockquote><p>Die Kinder haben im Neuen Garten ein ungeerntetes Kartoffelfeld entdeckt. Also gleich los mit Rucksäcken und alles schweigend ausgebuddelt und eingefüllt, damit die Wachsoldaten uns nicht hören. Als wir aber an den Parkausgang kommen, ist der Schlagbaum heruntergelassen, und der Posten, der vorher sein Plätzchen auf dem Gartenstuhl unterm Sonnenschirm zum Mittagessen verlassen hatte, steht wieder da. Wir kriechen unter der Barriere weg, dabei kugeln einige Kartoffeln aus meinem Rucksack. „Zapp-zerapp kartoschka“, ruft er und: „Kommandantura“ – dabei hält er listig seine gespreizten Hände vor die Augen und blinzelt hindurch wie durch ein Gitter. Wir verstehen, doch unser Versprechen „papirosa“ zu holen, hilft nichts. Erst als Manon ein paar Worte von ihrem Schulrussisch verlegen stottert, wird er freundlicher und läßt uns mit einem „Na Haus“ durchschlüpfen. Noch oft sind wir dann, wenn der Posten essen gegangen war, dorthin zurückgekehrt und haben uns Vorräte an Mais und Stangenbohnen geholt…<a href="#_ftn10" name="_ftnref10"><strong>[10]</strong></a></p></blockquote>
<p>Mathilde Gräfin Keller, die mit ihrer Adoptivtochter das Damenhaus im Neuen Garten bewohnte, verstarb 92jährig am 4. November 1945, nach dem sie zur Räumung des Hauses aufgefordert worden war.</p>
<p>Unter Sokolowski erfolgte die Umwandlung des Neuen Gartens in den „Park der Kultur und Erholung“ des Oberkommandos der GSBTD bzw. der Sowjetischen Militäradministration Brandenburg (SMA). Der offizielle Name des Neuen Gartens von 1947 bis 1952/53 (?) lautete „<em>Центральный</em> <em>Парк</em> <em>Культуры</em> <em>и</em> <em>O</em><em>тдыха</em> <em>Группа советских оккупационных войск (ГСОВ) в Германии</em>“ (Tsentral&#8217;nyy park kul&#8217;tury i otdykha Gruppa sovetskikh okkupatsionnykh voysk (GSOV) v Germanii) bzw. „Zentraler Park der Kultur und Erholung der Gruppe der Sowjetischen Besatzungsstreitkräfte in Deutschland“. Abkürzung: ЦПКО ГСОВГ.</p>
<figure id="attachment_2024" aria-describedby="caption-attachment-2024" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Eingang-Neuer-Garten_1-1-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2024 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Eingang-Neuer-Garten_1-1-796x1024.jpg" alt="" width="640" height="823" /></a><figcaption id="caption-attachment-2024" class="wp-caption-text">Eingang zum sowjetischen &#8222;Park der Kultur und Erholung&#8220;. Er bestand zwischen 1947 und 1952/53.</figcaption></figure>
<p>Die Rückführung der nicht mehr benötigten Truppenteile in die Sowjetunion war gut vorangekommen und es wurden nach und nach Regeln der Unterbringung und Führung der Truppen eingeführt, wie sie in sowjetischen Garnisonsstädten üblich waren. Hinzu kam die Gewährung der Einreise von Familienmitgliedern (Ehefrau, Kinder) der in Deutschland gebliebenen Offiziere und Berufsunteroffiziere. Für sie wurde Wohnraum bereitgestellt und, um den Familien Erholung zu gewähren sowie Kultur zu bieten, die entsprechenden kulturellen Angebote zu schaffen. Dass das in einem extra dafür abgeriegelten Areal geschah, war kurz nach Kriegsende und unter den Bedingungen des Besatzungsregimes normal.</p>
<p>Die Räumlichkeiten des Schlosses Cecilienhof, in denen die Konferenz getagt und die Delegationen gearbeitet hatten, werden nach der Potsdamer Konferenz unangetastet geblieben sein. Die anderen Räume, wie die Küche und der große Speisesaal, wird das Oberkommando genutzt haben. Das Marmorpalais wurde „Haus der Offiziere“, mit Restaurant, Bibliothek, Vorführraum für Filme, für Theateraufführungen und für andere Veranstaltungen. Der Neue Garten selbst diente der Erholung – Spazierengehen, Familiensport treiben, für die Durchführung von Festen im Freien – so zum 1. Mai, zum 9. Mai (Tag des Sieges über den Faschismus), zum 1950 erstmalig durchgeführten  Internationalen Kindertag am 1. Juni oder zum  Schulbeginn am 1. September. Der Wunsch nach Gemeinsamkeit und Geselligkeit, typisch für die Familien in der Sowjetunion, konnte im „Park für Kultur und Erholung“ Erfüllung finden.</p>
<blockquote><p>Das Marmorpalais wurde 1946 in ein Kasino umfunktioniert. Auf einer Ehrenallee vom Eingang bis zum Schloß standen überdimensionale Schautafeln, die im Wechsel Stalin und die ihm zugeschriebenen Siege der Roten Armee verherrlichten. Es gab eine Freilichtbühne mit Erfrischungspavillon unmittelbar nördlich des heutigen Treffpunkts Freizeit, eine Konzerthalle am Eingang des Marmorpalais, eine Bibliotheks- und Lesehalle in einem hölzernen Haus nordwestlich, einen Theater- und Filmsaal für rund 500 Personen. Ein Autoscooter und eine Radrennbahn, etwa 150 m nördlich des Marmorpalais mit 5 m Breite und 450 m Länge, Volleyball- und Basketballplätze und Umkleidebaracken schlossen sich an. Am Marmorpalais und am Grünen Haus befanden sich Bootsanlegestellen mit Motorbooten und Segeljachten. Schloßinventar, das weder zur Potsdamer Konferenz noch zur späteren Nutzung des Neuen Gartens benötigt worden war, stand übereinander gestapelt in leeren Gebäuden oder war ein Opfer von Flammen geworden. Bei den Besichtigungen des Neuen Gartens am 30. Mai und 6. Juni 1953 fand man auch ein riesengroßes Porträtbild Stalins.<a href="#_ftn11" name="_ftnref11"><strong>[11]</strong></a></p></blockquote>
<p>Am 19. Juni 1946 berichtete der Direktor der Schlösser und Gärten, Prof. Dr. Willy Kurth, dem 3. Vizepräsidenten der Provinzialverwaltung Mark Brandenburg, Fritz Rücker, von geplanten Arbeiten im Marmorpalais:</p>
<blockquote><p>Wie ich soeben durch das Hochbaumt I höre, ist eine Elektrofirma […] beauftragt, die Beleuchtung im Marmorpalais zu elektrifizieren. Nach Mitteilung dieser Firma ist beabsichtigt, aus dem Marmorpalais ein Theater- oder Kasinounternehmen zu machen. Gesehen wurde, wie die wertvollen Möbel des Marmorpalais in völlig unsachlicher und schädlicher Behandlung beiseite gestellt und herausgeräumt wurden. Da das Betreten des Parkes sowie des Palais der Verwaltung nicht erlaubt ist, möchte ich bitten, in diesem Falle wenigstens für die kostbaren Möbel bei Herrn General Scharoff nachzufragen.<a href="#_ftn12" name="_ftnref12"><strong>[12]</strong></a></p></blockquote>
<p>Ob Rücker dies tat und, wenn ja, ob er erfolgreich war, ist nicht bekannt. Generalmajor Wassili Michailowitsch Scharow war bei der SMA Brandenburg zunächst von Juli bis September 1945 Stellvertreter des Chefs der SMA für Zivilangelegenheiten und damit auch verantwortlich für die Militärkommandanten, von September 1945 bis 1949 war er Chef der SMA-Verwaltung. Geboren im Jahr 1907, gestorben 1992.</p>
<figure id="attachment_2304" aria-describedby="caption-attachment-2304" style="width: 300px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Foto-Scharow-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2304 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Foto-Scharow-1.jpg" alt="" width="300" height="458" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Foto-Scharow-1.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Foto-Scharow-1-197x300.jpg 197w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2304" class="wp-caption-text">Wassili Michailowitsch Scharow.</figcaption></figure>
<p>Am 30. Juni 1947 hielt Kurth in seinem Arbeitsnachweis für die Zeit von Juni 1946 bis Juli 1947 fest:</p>
<blockquote><p>Rückgabe des Parkes und der Schlösser durch die Besatzungsmacht in die eigene Verwaltung 1. Juni 1946<br />
ausschließlich des Marmorpalais und des Neuen Gartens, die von der SMA. in Benutzung genommen sind; <a href="#_ftn13" name="_ftnref13"><strong>[13]</strong></a></p></blockquote>
<p>Der Bau einer Radrennbahn im Neuen Garten sowie die Anlage von weiteren Sportflächen lässt sich nicht allein daraus erklären, dass die Offiziere mit ihren Familien sich dort sportlich ertüchtigen konnten. Vielmehr sollten sie dem sportlichen Wettstreit innerhalb der sowjetischen Besatzungstruppen, zwischen ihnen und Sportlern der Besatzungszone bzw. mit Sportlern der anderen Besatzungsarmeen dienen. Der Straßen- und Bahnradsport hatte sich in der Sowjetunion in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre zu entwickeln begonnen. Das wurde durch den Krieg unterbrochen und sollte nun weiterverfolgt werden. Die Sowjetunion wollte nicht nur militärisch und geographisch als Großmacht wahrgenommen werden, sondern auch auf anderen Gebieten, darunter dem Sport.</p>
<p>Aus diesem Grund wurden nach dem Ende des Krieges mit dem Ziel der Erreichung von sportlichen Höchstleistungen Sportbataillone bzw. Sportkompanien geschaffen, die direkt den Hauptquartieren der jeweiligen militärischen Struktur unterstanden, Sie entstanden in den Militärbezirken, bei der Armee und der Flotte. Alle Mittel wurden eingesetzt, um in den Sportbataillonen die besten Athleten zusammenzuführen und um ihnen die besten Möglichkeiten für die Erreichung von höchsten sportlichen Leistungen zu bieten. Die Aufgabe dieser speziellen Armeesportler war es, die sportliche Ehre der jeweiligen Armee oder Flottille, eines Militärbezirks, einer Gruppe von Streitkräften oder der Marine zu verteidigen. Die Armeesportler im Hochleistungsbereich unterlagen der Kontrolle durch die Staatssicherheit. <a href="#_ftn14" name="_ftnref14">[14]</a></p>
<p>Gotthold Blüthgen<a href="#_ftn15" name="_ftnref15">[15]</a>, zu DDR-Zeiten stellvertretender Vorsitzender des Bezirksfachausschusses (BFA) Potsdam Radsport, berichtete in einem Gespräch mit dem Sportredakteur der MAZ im Jahr 2002, dass es im Neuen Garten eine von der Sowjetarmee gebaute Radrennbahn gegeben habe.</p>
<blockquote><p>Diese war eine tadellose 333-Meter-Zementbahn, fugenlos gebaut und unheimlich schnell.<a href="#_ftn16" name="_ftnref16"><strong>[16]</strong></a></p></blockquote>
<p>Wann sie genau gebaut wurde und wann wieder entfernt worden ist, konnte er nicht mitteilen. Der Direktor der Staatlichen Schlösser und Gärten, Willy Kurth, habe aber in Verbindung mit dem Ausbau des Schlosses Cecilienhof zur Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens auf ihre Entfernung gedrängt.</p>
<blockquote><p>Wo Stalin das Abkommen unterzeichnet hat, dürfen keine Rennen mehr stattfinden. Die Bahn muss verschwinden.<a href="#_ftn17" name="_ftnref17"><strong>[17]</strong></a></p></blockquote>
<p>Mit diesen Worten soll er das Ende der Bahn besiegelt haben. Befunden hatte sich die Radrennbahn vermutlich auf der großen Rasenfläche zwischen dem Marmorpalais und dem Schloss Cecilienhof. Für eine zum Wettkampfsport geeignete 333 Meter-Radrennbahn wird ein Flächenbedarf von  30 x 60 m = 1.800 Quadratmeter benötigt. Das entspricht der Fläche eines Eishockeyfeldes.<a href="#_ftn18" name="_ftnref18">[18]</a> Hinzu kam die Fläche für die Zuschauerplätze und für mögliche Tribünen. Zuschauerplätze und Tribünen mussten ebenfalls massiv verankert sein.<a href="#_ftn19" name="_ftnref19">[19]</a></p>
<p>Fritz Pietrowiak, geb. 1929, begann mit 17 Jahren ein Studium an der Ingenieurschule für Bauwesen in Berlin und schloss dieses 1948 als Bauingenieur ab. 1949 war er beim Wiederaufbau der Botschaft der UdSSR Unter den Linden beteiligt. Zwischen 1952 und 1954 wirkte er am Bau der Radrennbahn in Berlin Weißensee mit. Da Pietrowiak über keine Erfahrungen bei solchen Projekten verfügte, besuchte er zahlreiche bereits existierende Radrennbahnen und wertete diese aus. Zuvor hatte er mit einem geliehenen Rad versuchsweise einige Runden auf der Bahn in der Werner-Seelenbinder-Halle gedreht.</p>
<blockquote><p>Dann wertete ich die besuchten und in der Literatur gefundenen Bahnen aus. Es waren 24 Bahnen (Buschallee, Werner-Seelenbinder-Halle, Messehallen am Funkturm, Leipzig, Radrennbahn Walter Stolze in Erfurt, Wabbeltstadion in Halle, Nordhausen, Forst, Amorbahn in München, Vigorellibahn in Mailand, Sportpalast in Berlin, Frankfurt a. M., Bielefeld, Olympia-Radrennbahn in Helsinki, Festhalle Frankfurt, Westfalenhalle Dortmund, Hallenstadion Zürich, Heidenau bei Dresden, Werner-Seelenbinder-Sportplatz in Brandenburg, Cottbus, Kampfbahn Freundschaft in Merseburg).<br />
Ausgewertet wurden Bahn, Ort, Baujahr, überdacht, Kosten, Richtung der Achse, befahrbar für Flieger oder/und Steher, Länge, Masse der Piste, Teppich und Drehpunkt, Bahnbelag, Untergrund, maximale Neigung, Meinungen der Flieger und Steher, Geschwindigkeiten in min., Querschnitt der Bahnen, Entfernung von Gerade-Gerade, Übergangsbogen, Kurve-Kurve, Längen je Quadrant-Gerade, Übergangsbogen innen, Übergangsbogen außen, Kurve, Verhältnis, Radien, Winkel, Neigungen, Abstand der Fugen, Ausbildung der Fugen, Anzahl der Zuschauer, Treppen-Anzahl, Größe, Entleerungszeit, Breite der Rangstufen, Tribünenfolgen der Bahn, Bauart der Tribünen, Unterkunft der Sportler, Meinung der Zuschauer.<br />
Wo es möglich war, wurden Aufnahmen von den Bahnen gemacht. Danach berechnete ich die Gestaltung der Kurven (11 Seiten) für eine 333 ⅓ m Bahn, und zwar Gestaltung der Kurven – normale Überhöhung, Höchstgeschwindigkeiten, Mindestgeschwindigkeiten – Übergangsbogen – normale Geschwindigkeit, Einfluss der Kurvenhöhe, und berechnete daraus die Werte für die Radrennbahn in der Buschallee und der Werner-Seelenbinder-Halle. Die Erfahrungen auf der Bahn in der Werner-Seelenbinder-Halle habe ich noch handschriftlich notiert, weil es die erste Fahrt war und grausam. Aus den ganzen Überlegungen und Berechnungen heraus baute ich mit Knete eine ideale Bahn. Das konnte ich noch fertigstellen am 30.07.1954 als Angestellter des VEB Industriebau. Wegen der Baukosten, die eigentlich genehmigt waren, wurden später alle Tribünen auf Erdwällen errichtet und das Fahrerlager entfiel. So wurde es dann auch gebaut. Das Komitee für Körperkultur und Sport bedankte sich dann noch schriftlich bei mir für die geleistete Arbeit als Spezialist für Sportbauten der DDR.<a href="#_ftn20" name="_ftnref20"><strong>[20]</strong></a></p></blockquote>
<p>Die Radrennbahn im Neuen Garten könnte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr existiert haben bzw. Pietrowiak erhielt keine Genehmigung zu ihrer Besichtigung. Dass er von ihrer Existenz nichts gewusst haben soll, ist unwahrscheinlich.</p>
<p>Wie Konrad Blüthgen der MAZ berichtete, wäre neben der Radrennbahn ein für die deutschen Besucher der Radrennen nicht zugänglicher Rummel aufgebaut gewesen.</p>
<p>Auf Veranlassung der Sowjetischen Kontroll-Kommission in Deutschland (SMAD) wurde das Schloss Cecilienhof am 10. Januar 1952 an die Landesregierung Brandenburg übergeben.</p>
<blockquote><p>Der Vertreter der Sowjetischen Kontroll-Kommission, Herr Oberstleutnant, Lawrientew<a href="#_ftn21" name="_ftnref21"><strong>[21]</strong></a> übergab an den Vertreter der Landesregierung Brandenburg, Herrn Gerhard Fritz, die bisher unter sowjetischer Verwaltung stehende historische Stätte, Schloß Cäcilienhof, in welchem die Potsdamer Konferenz 1945 abgehalten und das Abkommen von Potsdam abgeschlossen wurde. Das Haus ist massiv mit einem Ziegeldach und befindet sich in einem einwandfreien, benutzbaren und sauberen Zustand […].<a href="#_ftn22" name="_ftnref22"><strong>[22]</strong></a></p></blockquote>
<p>Den Neuen Garten übernahm, in Teilen, im Frühjahr 1953 der Rat der Stadt Potsdam. In den Jahren danach dürfte der Rückbau der bis 1952 entstandenen baulichen Anlagen, wie der Radrennbahn, erfolgt sein. Aber weder die einstigen Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci noch ihr Nachfolger die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg haben sich der Aufarbeitung der Zeit ab der Übernahme der Parkanlagen gewidmet.</p>
<h2>Anmerkungen</h2>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Siehe zur Person von Werner Dobisch: <a href="http://archiv.bgv-rhein-berg.de/en/node/756">http://archiv.bgv-rhein-berg.de/en/node/756</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Vgl. Niederschrift vom 30.7.1945. In: SPSG, Archiv, P 354.<br />
Zitiert in: Anders, Friedhild-Andrea: Schlösser in der Stunde Null. Die Berliner und Potsdamer Schlösser während der Kriegs- und Nachkriegszeit, Potsdam 1999, S. 82 f.</p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> Pak = Panzerabwehrkanone. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Panzerabwehrkanone">https://de.wikipedia.org/wiki/Panzerabwehrkanone</a></p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> Beschäftigungs-Nachweis für die Zeit vom 15. Mai bis 15. August 1945 v. 24. August 1945. In: Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Pr. Br. Rep. 27 A Potsdam, Nr. 10, Bl. 385-387.<br />
Zitiert in: Anders, Friedhild-Andrea, a. a. O., S. 93.</p>
<p><a href="#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a> Vgl. ebenda, S. 45, 47 und 61 f.</p>
<p><a href="#_ftnref6" name="_ftn6">[6]</a> Vgl. ebenda, S. 53 u. S. 108, Anm. 81.</p>
<p><a href="#_ftnref7" name="_ftn7">[7]</a> Ebenda, S. 53.</p>
<p><a href="#_ftnref8" name="_ftn8">[8]</a> Der Verwalter des Schlosses Babelsberg Heinrich Kluge, schrieb dazu: „Am 27.8.1945 musste ich zum dritten Mal die Wohnung verlassen. Seitdem ist das Parkgebiet für sämtliche Bewohner des Parks und andere Zivilpersonen gesperrt.“<br />
Bericht über den Zustand des Flatowturmes am 7.1.1946 v. 14.1.1946. In: SPSG, Archiv, AR 1. Zitiert in: Ebenda, S. 96.</p>
<p><a href="#_ftnref9" name="_ftn9">[9]</a> Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), Archiv, AR 1.<br />
Zitiert in: Anders, Friedhild-Andrea, a.a.O., S. 109, Anm. 119.</p>
<p><a href="#_ftnref10" name="_ftn10">[10]</a> Grisebach, Hanna: Potsdamer Tagebuch, Heidelberg 1974, S. 53 f.</p>
<p><a href="#_ftnref11" name="_ftn11">[11]</a> Anders, Friedhild-Andrea: Schlösser in der Stunde Null. Die Berliner und Potsdamer Schlösser während der Kriegs- und Nachkriegszeit, Potsdam 1999, S. 67.</p>
<p><a href="#_ftnref12" name="_ftn12">[12]</a> SPSG, Archiv, AR 4.<br />
Zitiert in: Anders, Friedhild-Andrea: Schlösser in der Stunde Null. Die Berliner und Potsdamer Schlösser während der Kriegs- und Nachkriegszeit, Potsdam 1999, S. 110, Anm. 131.</p>
<p><a href="#_ftnref13" name="_ftn13">[13]</a> Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Rep. 205 A, Bl. 130-135.<br />
Zitiert in: Anders, Friedhild-Andrea, a. a. O., S. 98.</p>
<p><a href="#_ftnref14" name="_ftn14">[14]</a> Vgl. <a href="http://militera.lib.ru/research/suvorov10/06.html">http://militera.lib.ru/research/suvorov10/06.html</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref15" name="_ftn15">[15]</a> Gotthold Blüthgen verstarb am 15. November 2007 im Alter von 83 Jahren. In Verbindung mit seinem Tod erschienen verschiedene Nachrufe:<br />
<a href="https://www.pnn.de/sport/gotthold-bluethgen-beigesetzt/22047190.html">https://www.pnn.de/sport/gotthold-bluethgen-beigesetzt/22047190.html</a><br />
Siehe auch:<br />
<a href="https://www.pnn.de/sport/eine-radsportlegende/22390744.html">https://www.pnn.de/sport/eine-radsportlegende/22390744.html</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref16" name="_ftn16">[16]</a> Braune, Detlef: Rundenjagd im Neuen Garten. Die moderne Radrennbahn an historischer Stätte blieb eine Episode. In: MAZ v. 18. Oktober 2012.</p>
<p><a href="#_ftnref17" name="_ftn17">[17]</a> Ebenda.</p>
<p><a href="#_ftnref18" name="_ftn18">[18]</a> Siehe dazu: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Radrennbahn">https://de.wikipedia.org/wiki/Radrennbahn</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref19" name="_ftn19">[19]</a> Vgl. Pietrowiak, Fritz: Nur der Wille zählt. Erinnerungen, Frankfurt/Main 2009, S. 143-145.<br />
<a href="https://www.beuth-hochschule.de/fileadmin/oe/alumni/dokumente/Erfolgreich/FB_IV/Pionier_im_Fertigbau.pdf">https://www.beuth-hochschule.de/fileadmin/oe/alumni/dokumente/Erfolgreich/FB_IV/Pionier_im_Fertigbau.pdf</a></p>
<p><a href="#_ftnref20" name="_ftn20">[20]</a> Pietrowiak, Fritz ,a.a.O., S. 144 f.</p>
<p><a href="#_ftnref21" name="_ftn21">[21]</a> <strong>Oberstleutnant Anatoli Nikolajewitsch Lawrentjew</strong> war 1949 Leiter der Abteilungen Kultur und Leserbriefe in der Redaktion der von der SMAD herausgegebenen Zeitung „Sowjetskoje slowo“. (S. 235) Danach war er in der mit Beschluss vom 10. Oktober 1949 geschaffenen Sowjetischen Kontrollkommission in Deutschland (SKK) tätig. Welche Funktion er in der SKK wahrnahm, ließ sich nicht ermitteln.</p>
<p><a href="#_ftnref22" name="_ftn22">[22]</a> SPSG, Archiv, Cecilienhof.<br />
Zitiert in: Anders, Friedhild-Andrea, a.a.O., S. 110, Anm. 129.</p>
<p><strong>© Dr. Volker Punzel, GeschichtsManufaktur Potsdam </strong>(09.07.2020)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/07/09/der-neue-garten-nach-der-potsdamer-konferenz-1945-bis-1952/">Der Neue Garten nach der Potsdamer Konferenz (1945 bis 1952)</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
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		<title>Cecilienhof, Frühjahr 1945: Vom Schloss zum Konferenzort</title>
		<link>https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/07/05/cecilienhof-fruehjahr-1945-vom-schloss-zum-konferenzort/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[geschichtsmanufaktur]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2020 18:18:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 2. Februar 1945 verließ Kronprinzessin Cecilie von Preußen Potsdam. Ihr Handgepäck bestand aus zwei Koffern und einer Tasche. Bekleidet war sie mit einem wertvollen Pelzmantel aus Zobelfellen. Geblieben war ihr auch ein aus Brillianten, Diamanten und Platin bestehendes Diadem, das sie vom Kronprinzen Wilhelm am Tag ihrer Hochzeit am 6. Juni 1905 erhalten hatte.[1] [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/07/05/cecilienhof-fruehjahr-1945-vom-schloss-zum-konferenzort/">Cecilienhof, Frühjahr 1945: Vom Schloss zum Konferenzort</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 2. Februar 1945 verließ Kronprinzessin Cecilie von Preußen Potsdam. Ihr Handgepäck bestand aus zwei Koffern und einer Tasche. Bekleidet war sie mit einem wertvollen Pelzmantel aus Zobelfellen. Geblieben war ihr auch ein aus Brillianten, Diamanten und Platin bestehendes Diadem, das sie vom Kronprinzen Wilhelm am Tag ihrer Hochzeit am 6. Juni 1905 erhalten hatte.<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> Sie wurde begleitet von ihrem Sohn Hubertus und seiner Ehefrau Magdalene. Mit Cecilie reisten ihr Kammerdiener und ihre Zofe sowie ihre langjährige Freundin Edelgarde Raehse<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a>. Ziel ihrer Fahrt, die sie in einem von Berlin (Anhalter Bahnhof) nach Stuttgart fahrenden D-Zug unternahmen,  war Bad Kissingen. Sie verfügten über zwei für sie reservierte Abteile, vermutlich 1. Klasse, mit insgesamt zwölf Sitzplätzen. <em>„Nachdem wir eingestiegen waren, überließen wir die noch freien Plätze anderen Reisenden, denn der Zug war total überfüllt.</em>“<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a><br />
Zu diesem Transport gehörten auch „13 Stück Gepäck“. Überwacht wurde alles vom ebenfalls mitreisenden Haushofmeister Paul Wieczoreck.<a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a></p>
<p>Nach der Abreise Cecilies trafen in einem von der Kronprinzessin beschafften Pkw Schwiegertochter Dorothea, Ehefrau ihres zu Beginn des Krieges gefallenen ältesten Sohnes Wilhelm, mit ihrer Mutter und den Töchtern in Potsdam ein. Sie hielt sich aber nur kurz auf und reiste nach Verden an der Aller weiter.<a href="#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a> Verwaltet wurde das Vermögen der Familie von Preußen durch Kurt von Plettenberg<a href="#_ftn6" name="_ftnref6">[6]</a>, seit 1941 Leiter der Generalverwaltung des vormals regierenden preußischen Königshauses<a href="#_ftn7" name="_ftnref7">[7]</a>. Bis zu seinem Tod am 10. März 1945 im Gestapo-Gefängnis, Prinz-Albrecht-Straße 8, in Berlin übte er diese Tätigkeit aus.</p>
<blockquote><p>Ehe die Postverbindungen ganz aufhörten, kamen noch hin und wieder Berichte der „Hofkammer“ mit langen Listen, die mit bürokratischer Sorgfalt &gt;&gt;gerettete&lt;&lt; oder „vermißte“ Besitzgegenstände verzeichneten, und kurz vor Kriegsende besuchte uns Freiherr von Plettenberg, der Chef der Generalverwaltung, unseres Hause. Er kam von meinem Vater aus Mittelberg. Wir hatten Gelegenheit, mit ihm unsere Situation zu besprechen. Dann fuhr er nach Berlin zurück, weil er es für seine Pflicht hielt, dort nach dem Rechten zu sehen. Bald nach seiner Ankunft in Potsdam wurde er von der Gestapo verhaftet; ein Grund wurde nicht angegeben. Wiederum zwei Tage später ließ ein Kriminalkommissar Geheimrat Berg, den Privatsekretär meines Vaters, aus Potsdam nach Berlin kommen, um ihm mitzuteilen, Baron Plettenberg habe Selbstmord begangen, indem er sich aus einem Fenster gestürzt habe.<a href="#_ftn8" name="_ftnref8"><strong>[8]</strong></a></p></blockquote>
<p>Am 14. März 1945 wurde Louis Müldner von Mülnheim<a href="#_ftn9" name="_ftnref9">[9]</a> durch Oskar Prinz von Preußen<a href="#_ftn10" name="_ftnref10">[10]</a> damit beauftragt, in Vertretung des Kronprinzen und anstelle des vier Tage zuvor ums Leben gekommenen Verwalters  Kurt von Plettenberg die Gesamtgeschäfte bei der Generalverwaltung und Hofkammer zu übernehmen. In der Zeit seines Wirkens veranlasste er, gemeinsam mit dem Privatsekretär des Kronprinzen Wilhelm, dem Geheimen Hofrat Arthur Berg, die Überweisung von Geldmitteln, Aktien und Wertpapieren der Hohenzollern an deren Aufenthaltsorte.<br />
Oskar Prinz von Preußen, der jüngere Bruder von Kronprinz Wilhelm soll das letzte Mitglied der Familie von Preußen gewesen sein, das sich in Potsdam – in der in der Großen Weinmeisterstraße gelegenen Villa Quandt –  aufhielt und am 12. April 1945 die Stadt verlassen habe.<a href="#_ftn11" name="_ftnref11">[11]</a> Sein älterer Bruder August Wilhelm war aus Potsdam bereits im Februar 1945 abgereist und hatte seinen Wohnsitz, die Villa Liegnitz (Park Sanssouci), geräumt.<a href="#_ftn12" name="_ftnref12">[12]</a></p>
<h2><strong>Selbstmord im Cecilienhof</strong></h2>
<p>Louis Müldner von Mülnheim war Anfang Februar 1944 mit seiner Lebensgefährtin<a href="#_ftn13" name="_ftnref13">[13]</a> in das Schloss Cecilienhof eingezogen, nachdem seine Wohnung in der Nachodstraße 27 in Berlin-Wilmersdorf bei einem Bombenangriff am 30. Januar 1944 „total beschädigt worden war“. Er bezog ein Zimmer in der Nähe des Büros der Kronprinzlichen Verwaltung, das sich im südwestlichen Flügel des Mittelbaus befand.<br />
Am 1. April 1876 in Angermünde geboren, war er ab 1915 im Rang eines Majors Adjutant von Kronprinz Wilhelm und ab 1918 Leiter der Generalverwaltung des vormals regierenden preußischen Königshauses. Von 1938 bis 1941 war er Chef der Hofverwaltung und Kabinettschef von Wilhelm II. im Exil. Ab 1942 diente Müldner von Mülnheim dem Kronprinzen als Personalreferent.<a href="#_ftn14" name="_ftnref14">[14]</a> Über seine Tätigkeit, die hier nur grob skizziert wurde, geben die im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz aufbewahrten Unterlagen Auskunft. Darunter befinden sich auch Notizhefte aus dem Jahr 1945: ein Heft mit der Auflistung persönlicher Ausgaben und ein Tageskalender mit Eintragungen.<a href="#_ftn15" name="_ftnref15">[15]</a> In die Zeit seines Wirkens fällt auch, dass die Kronprinzliche Verwaltung, nach Zeitzeugenberichten, nur wenige Stunden vor der Bombardierung Potsdams am 14. April 1945 noch Aktien und Wertsachen aus der Stadt geschafft haben soll.<a href="#_ftn16" name="_ftnref16">[16]</a></p>
<figure id="attachment_2306" aria-describedby="caption-attachment-2306" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Muelner-und-List.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2306 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Muelner-und-List-687x1024.jpg" alt="" width="640" height="954" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Muelner-und-List-687x1024.jpg 687w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Muelner-und-List-1030x1536.jpg 1030w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Muelner-und-List-201x300.jpg 201w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Muelner-und-List-768x1145.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Muelner-und-List.jpg 1312w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2306" class="wp-caption-text">Anneliese List und Louis Müldner von Mülnheim. Foto: GStAPK</figcaption></figure>
<p>Am Abend des 25. April 1945 schrieb Anneliese List, geb. Emshoff und kurz genannt Annelie, in ihrem Zimmer im Schloss Cecilienhof mit Bleistift einen Brief an ihre Mutter. Es war ein Abschiedsbrief und er sollte <strong>Henriette Emshoff</strong>, die aus Berlin geflüchtet war und sich zu diesem Zeitpunkt in dem Ort Haldem unter der Adresse <strong>Haldem 6<a href="#_ftn17" name="_ftnref17">[17]</a></strong> (heute: Rosenstraße 22) aufhielt, vom selbst gewählten Tod ihrer Tochter und deren Lebensgefährten unterrichten.</p>
<blockquote><p>Potsdam, den 25. April 1945</p>
<p>Meine geliebte, teure Mutter!</p>
<p>Die schwerste Zeit, die je über die Menschheit gekommen ist, hält uns in ihren Klammern. – Mit meinen Gedanken u. Gebeten bei Dir und unserer Klara u. Elli u. den lieben Kindern u. unserer Elise u. Sophie küsse ich Euch alle tausend-tausendmal. Und Dir meiner über alles geliebten Mutter sei bedankt für Deine wahrhaft mütterliche Liebe! Trotz allem muß ich Dir den größten Schmerz zufügen, daß ich freiwillig mit meinem geliebten Major aus dem Leben scheide. Ein Entrinnen war leider nicht mehr möglich. – Mein Major hat nun wirklich bis zum letzten Atemzuge dem Königshaus gedient. Und ich gehöre doch nun mal zu ihm. – Vergib mir den Schritt, denke immer – u. sage es auch allen Lieben, die mich gern haben, daß ich die glücklichste Frau war u. es jetzt auch bin!<br />
Es ist schrecklich, nichts von Euch Allen, auch von Elise u. Sophie zu wissen.</p>
<p>Nun mein Mütterlein Gott befohlen!</p>
<p>Deine Tochter</p>
<p>Annelie</p></blockquote>
<p>Eingeschoben waren in den Text, mit Kopierstift geschrieben, einige Worte Müldner von Mülnheims:</p>
<blockquote><p>Ich denke an Sie und Ihre Lieben in herzlicher Verbundenheit und Dankbarkeit für das Glück, daß Annelie mir gegeben hat. Sie ist meine Frau vor Gott und wird es vor den Menschen sein, wenn der Himmel mir Leben und Freiheit schenken sollte!</p>
<p>Ihr getreuer u. dankbarer<br />
L. von Müldner<a href="#_ftn18" name="_ftnref18"><strong>[18]</strong></a></p></blockquote>
<p>In der Nacht vom 25. auf den 26. April 1945, von Mittwoch zu Donnerstag.<a href="#_ftn19" name="_ftnref19">[19]</a>, vermutlich um Mitternacht, erschoss Louis Müldner von Mülnheim mit seiner Dienstwaffe zunächst seine Lebensgefährtin und danach sich. Die Schüsse könnten im Schloss gehört worden sein und zur Entdeckung der Toten geführt haben. Diese könnten aber auch erst am 26. April 1945 von im Schloss tätigem Dienstpersonal<a href="#_ftn20" name="_ftnref20">[20]</a> gefunden worden sein, als es sich Gedanken wegen des Nichterscheinens von Mülnheims in seinem Büro machte. Dieses unterrichtete dann den nunmehr ranghöchsten Vertreter des Kronprinzen Wilhelm in Potsdam, seinen Privatsekretär, den Geheimen Hofrat Arthur Berg<a href="#_ftn21" name="_ftnref21">[21]</a>, von dem Vorfall. Dieser wohnte mit Ehefrau und Sohn Wilfried im Neuen Garten, im so genannten Holländischen Etablissement<a href="#_ftn22" name="_ftnref22">[22]</a>, Diensthaus Nr. 1. Angenommen werden kann weiterhin, dass der ebenfalls in Potsdam befindliche Haushofmeister Paul Wieczoreck<a href="#_ftn23" name="_ftnref23">[23]</a> mit eingebunden worden ist. Wieczoreck war am 7. Februar 1945 von Bad Kissingen in das Schloss Cecilienhof zurückgekehrt.<br />
Berg kümmerte sich um die Leichen. In Potsdams Umgebung und an den Grenzen der Stadt gab es zu diesem Zeitpunkt bereits Kämpfe mit Einheiten der Roten Armee, so dass es schwierig gewesen sein könnte, die bei Todesfällen üblichen Amtshandlungen durchzuführen. Ein ärztlich beglaubigter Totenschein<a href="#_ftn24" name="_ftnref24">[24]</a> sowie eine standesamtliche Sterbeurkunde<a href="#_ftn25" name="_ftnref25">[25]</a> sind in den Unterlagen jedenfalls nicht enthalten. Ein Bestattungsunternehmen wird angesichts der um Potsdam tobenden Kämpfe nicht gekommen sein, so dass die Leichen wohl im Keller des Schlosses aufgebahrt wurden. Die Pietät und der Rang des Toten werden wohl davon abgehalten haben, sie im Wirtschaftshof von Cecilienhof zwischenzulagern. Vermutlich werden sie bis Ende April/Anfang Mai 1945 im Schlosskeller gelegen haben und danach sowohl die offiziellen Beurkundungen als auch die Beerdigung erfolgt sein. Wo Louis Müldner von Mülnheim und seine Lebensgefährtin bestattet wurden, ist dem Autor dieses Textes nicht bekannt. Arthur Berg wird auch dafür gesorgt haben, dass sämtliche privaten Unterlagen – darunter der Abschiedsbrief – aus dem Zimmer der Verstorbenen in das ebenfalls im Schloss Cecilienhof befindliche Büro der Hofverwaltung gebracht wurden.</p>
<p>Die Art und Weise des Doppelsuizids entsprach, zumindest bezogen auf Müldner von Mülnheim, dem Ehrenkodex des Militärs. Warum sie sich das Leben nahmen und warum gerade an diesem Tag, beantwortet der Abschiedsbrief nicht. Eine mögliche Antwort wäre:<br />
Am 25. April wurde in Neu Fahrland der Eigentümer des Hotels „Adlon“ in Berlin, Louis Adlon, von sowjetischen Soldaten verhaftet und nach Falkensee gebracht. Die Verhaftung erfolgte in der seiner Frau gehörenden Villa am Weißen See, der „Villa Adlon“. Es könnte sein, dass zu diesem Zeitpunkt die Telefonleitungen noch intakt waren und es könnte auch sein, dass es zwischen den Adlons und Müldner von Mülnheim Kontakt gab und er von der Verhaftung erfuhr. Was ihn zu seinem Entschluss bewog, gerade jetzt aus dem Leben zu scheiden.</p>
<h2><strong>Die Situation im Neuen Garten beim Einmarsch der Roten Armee</strong></h2>
<p>Die Situation im Neuen Garten in der Zeit vor dem Einmarsch der Roten Armee  war wie folgt.<br />
Der Neue Garten und das Marmorpalais, die Einsiedelei und die Grotte am Jungfernsee  gehörten seit 1927 zur Verwaltung der Staatlichen  Schlösser und Gärten (Sitz: Berlin C 2, Schloß), als Eigentümerin. Die Verwaltung betreute des Weiteren folgende Wohn- bzw. Dienstgebäude:<br />
das Küchengebäude beim Marmorpalais, das so genannte Diensthaus 3, das Braune Haus, das Damenhaus, das Grüne Haus, das Rote Haus, das Weiße Haus, das Pförtnerhaus, das Schlosspolierhaus und das Wachgebäude. Verwalter des Neuen Gartens und aller dem Preußischen Staat gehörenden Gebäude war 1938 der Schlossoberinspektor Friedrich Ehlers. Er wohnte im Diensthaus 3.<br />
Laut dem Potsdamer Adressbuch von 1938/39 wohnten in den vorstehend aufgeführten Gebäuden folgende Personen:</p>
<p><strong>Marmorpalais</strong>: Friedrich Ehlers (Verwalter)<br />
<strong>Küchengebäude</strong>: Gertrud Voß (Verkäuferin); Gustav Schlepps (Schlossarbeiter)<a href="#_ftn26" name="_ftnref26">[26]</a><br />
<strong>Diensthaus 3</strong>: Friedrich Ehlers (Verwalter, Whg.)<br />
<strong>Braunes Haus</strong>: Dr. jur. Carl Haslinde, Ministerial Rat<a href="#_ftn27" name="_ftnref27">[27]</a><br />
<strong>Damenhaus<a href="#_ftn28" name="_ftnref28">[28]</a></strong>: Gräfin Mathilde von Keller<a href="#_ftn29" name="_ftnref29">[29]</a>, Hofstaatsdame a. D.; Marianne von Rumohr<a href="#_ftn30" name="_ftnref30">[30]</a><br />
<strong>Grünes Haus</strong>: Eduard Jaeger (Gärtner); Adolf Leonhardt (Gärtner)<a href="#_ftn31" name="_ftnref31">[31]</a>; Heinrich Scheffler (Architekt und Gartengestalter)<a href="#_ftn32" name="_ftnref32">[32]</a>; Fritz Schmidt (Gärtner)<a href="#_ftn33" name="_ftnref33">[33]</a>; Kurt Seifert (Gartenaufseher)<br />
<strong>Rotes Haus</strong>: C. J. Stadtlander v. d. Linde<br />
<strong>Weißes Haus</strong>: Susanne Chales de Beaulieu<a href="#_ftn34" name="_ftnref34">[34]</a>; Albert Pehrson (Reichsbank Ober Zählmeister)<a href="#_ftn35" name="_ftnref35">[35]</a><br />
<strong>Pförtnerhaus</strong>: Wilhelm Hedtke (Gartenaufseher); Max Ullrich (Schloßwart)<br />
<strong>Schlosspolierhaus</strong>: Karl Klüsener (Regierungs-Bauwart)<br />
<strong>Wachgebäude</strong>: Luise Günther (Rentnerin)<a href="#_ftn36" name="_ftnref36">[36]</a></p>
<p>Über das Schloss Cecilienhof, die Diensthäuser 1, 2, 4,  das Graue Haus, den Marstall und das Schindelhaus verfügte das vormals regierende preußische Königshaus, also Kronprinz Wilhelm mit seiner Frau Cecilie. Verwalter dieser Gebäude war von staatlicher Seite der Schlossoberinspektor Max Ackermann, wohnhaft im Diensthaus 2. Daneben existierte die Kronprinzliche Verwaltung mit Sitz im Schloss Cecilienhof.<br />
Das Potsdamer Adressbuch von 1938/39 ordnet den vorstehend aufgeführten Gebäuden folgende darin wohnende Mieter zu:</p>
<p><strong>Schloss Cecilienhof</strong>: Oskar Berndt (Silberverwalter); Kronprinzliche Verwaltung<br />
<strong>Diensthaus 1</strong>: Geheimer Hofrat Arthur Berg<br />
<strong>Diensthaus 2</strong>: Max Ackermann (Verwalter)<br />
<strong>Diensthaus 4</strong>: Georg Schumann (Ober Wagenmeister)<a href="#_ftn37" name="_ftnref37">[37]</a><br />
<strong>Graues Haus</strong>: Fritz Ernst (Heizer); Paul Kurok (Diener); Walter Weber (Schlossdiener)<br />
<strong>Marstall</strong>: Maria Bürger; Emil Dörr (Oberwagenführer)<a href="#_ftn38" name="_ftnref38">[38]</a>; Hans Hofmann (Ober Wagenmeister); Hermann Lenke (Marstallverwalter); Luise Wegmann<br />
<strong>Schindelhaus<a href="#_ftn39" name="_ftnref39">[39]</a></strong>: Wilhelm Fechner (Kanzleisekretär a. D.)</p>
<p>Weitere am Hof des Kronprinzen angestellte bzw. für die Kronprinzliche Verwaltung oder für die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten tätige Personen wohnten außerhalb des Neuen Gartens, wie z.B. der Haushofmeister Paul Wieczoreck (Albrechtstraße 32 b).</p>
<p>Die Parkanlagen in Potsdam waren bis April beziehungsweise Anfang Mai 1945 zugänglich.<a href="#_ftn40" name="_ftnref40">[40]</a> Im Neuen Garten war durch einen Bombennotabwurf im März 1944 einzig das Marmorpalais beschädigt worden.<a href="#_ftn41" name="_ftnref41">[41]</a><br />
Die Mehrzahl der vorstehend aufgeführten Personen, sofern nicht vorher in Richtung Westen geflüchtet, blieb auch beim Einmarsch der Roten Armee in ihren Wohnungen. Sie sind darin vermutlich zunächst geduldet worden und wurden teilweise, zumindest bei der Vorbereitung des Neuen Gartens und des Schlosses Cecilienhof für die Potsdamer Konferenz zu Arbeiten herangezogen. Die 92jährige Gräfin von Keller wurde von der Besatzungsmacht Ende Oktober/Anfang November 1945 zur kurzfristigen Räumung ihrer Wohnung im Damenhaus aufgefordert. Sie starb am 4. November 1945 und wurde auf dem Friedhof in Bornstedt beigesetzt.<a href="#_ftn42" name="_ftnref42">[42]</a></p>
<h2><strong>Der Geheime Hofrat Arthur Berg und die Besatzungsmacht</strong></h2>
<p>Ein spezieller Fall ist der des Geheimen Hofrats Arthur Berg. Als die Rote Armee am 27. April 1945 das Schloss Cecilienhof besetzte und der Stab der 175. Schützendivision dort einzog, war Berg anwesend und nahm Kontakt zum Kommandeur der Division Vydrigan auf.<a href="#_ftn43" name="_ftnref43">[43]</a> Der Divisionsstab wird sich bis Anfang Mai im Schloss Cecilienhof aufgehalten haben. Es ist davon auszugehen, dass die Offiziere der Roten Armee die Sach- und Ortskenntnis Bergs und die Dienste des Personals genutzt haben. Arthur Berg lernte auf diese Weise auch Oberstleutnant Andrej Sacharowitsch Werin kennen, Kommandeur des 277. Schützenregiments und Stellvertreter des Kommandeurs der 175. Schützendivision sowie ab dem 15. Mai 1945 offiziell ernannter Stadtkommandant von Potsdam.<br />
Ein Sachverhalt ist dokumentiert, wo Werin die Hilfe Bergs in Anspruch nahm: Für die Betreuung von Sonderberichterstattern der sowjetischen Nachrichtenagentur TASS, wenige Tage nach seiner Ernennung zum Stadtkommandanten.</p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Werin-in-Sanssouci.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2307 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Werin-in-Sanssouci.jpg" alt="" width="675" height="528" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Werin-in-Sanssouci.jpg 675w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Werin-in-Sanssouci-300x235.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 675px) 100vw, 675px" /></a></p>
<p>Arthur Berg (l.), eine bislang namentlich unbekannte Person (vmtl. Heinz Zahn, OBM Potsdam) und Stadtkommandant Andrej S. Werin am Schloss Sanssouci, Mai 1945. Foto: Archiv GMP</p>
<h3><strong>Mai 1945: TASS berichtet über Potsdam</strong></h3>
<p>Am 22. Mai 1945 erschien in der in Nowosibirsk erscheinenden regionalen Parteizeitung „Sovjetskaja Sibir`“ ein Beitrag der Sonderkorrespondenten der staatlichen Nachrichtenagentur der Sowjetunion, TASS, Boris Afanasjew<a href="#_ftn44" name="_ftnref44">[44]</a> und Konstantin Suchin<a href="#_ftn45" name="_ftnref45">[45]</a>. Sie berichten darin über einen Besuch im von der Roten Armee besetzten Potsdam.<a href="#_ftn46" name="_ftnref46">[46]</a></p>
<blockquote><p><strong><em>In der Residenz der preußischen Könige</em></strong></p>
<p>Rund dreißig Kilometer vom Zentrum Berlins entfernt, zwischen weitläufigen Waldgebieten und malerischen Seen, erstreckt sich die alte deutsche Stadt Potsdam. Schon beim Durchfahren der Straßen fällt einem die alte Architektur der Bauten ins Auge, die einst höfischen Zwecken der deutschen Aristokratie diente.<br />
Potsdam wurde durch anglo-amerikanische Luftangriffe getroffen. Der Potsdamer Eisenbahnknoten und eine Reihe industrieller Einrichtungen tragen die unübersehbaren Spuren der Arbeit der amerikanischen und englischen Flieger. Der Eisenbahnknoten ist in einen Haufen Ruinen verwandelt, die Schlösser jedoch wurden von den Luftangriffen nicht getroffen.<br />
Die Straßen Potsdams sind belebt. Die Einwohner der Stadt arbeiten am Wiederaufbau von Gebäuden, beräumen die Stadtviertel und gehen ihren Erledigungen nach. Auf den Straßen gibt es regen Autoverkehr.<br />
Die sowjetische Kommandantur hat große Anstrengungen zum Wiederaufbau des städtischen Lebens unternommen. In vielen Straßen haben die Geschäfte geöffnet. Hier bekommen die Potsdamer die ihnen entsprechend ihrer Marken zustehenden Lebensmittel. Ein Netz inzwischen wieder geöffneter Geschäfte sichert die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung.<br />
Wir sind beim Stadtkommandanten. Oberst Andrej Sacharowitsch Werin <a name="_ftnref1"></a>hat mit dem ersten Tag der Einnahme der Stadt den Posten des Kommandanten inne. Der Mann aus Saratow an der Wolga hat zusammen mit seinen Truppen diese Stadt der Schlösser, die Sommerresidenz der germanischen Zaren eingenommen. Während der Straßenkämpfe konnte er deren „Geographie“ erforschen, nun leitet er die komplizierte und vielfältige Wirtschaft der Stadt.<br />
Potsdam zählt rund 140.000  Einwohner. Hier trifft man auf Menschen mit gänzlich unterschiedlichen Berufen, angefangen vom Arbeiter bis hin zu herausragenden Vertretern der Wissenschaft, Technik und der Kunst. Derzeit ist die Stadt in sieben Stadteile gegliedert, in denen unter Führung der Stadteilkommandanten die Vertreter der örtlichen Bevölkerung in Person der Bürgermeister ihre Arbeit verrichten. Der Oberbürgermeister Dr. Zahn vereint alle örtlichen Selbstverwaltungen. Zum Aufbau des normalen Lebens wurden 10 Abteilungen gegründet.<br />
Als wir Potsdam besuchten, wurden gerade die ersten Ausgaben der „Zeitung Rundschau“ ausgeliefert. Sofort sammelte sich um die große mobile Lautsprecheranlage eine riesige Menschentraube. Die Einwohner der Stadt ergatterten die ersten Ausgaben der Zeitung. Es waren dies die ersten Blätter mit der Wahrheit über die Sowjetunion und die Rote Armee. Die Zeitung wurde sofort und noch auf der Straße gelesen. Noch lange standen die Menschen um die Lautsprecher herum. In Potsdam ist eine große Druckerei erhalten geblieben. In nächster Zeit nimmt sie ihre Arbeit auf und dann hat die Bevölkerung auch wieder eine lokale Zeitung.</p>
<p>Vor einigen Tagen wandte sich der deutsche Künstler Otto Nagel über seine Frau an das Büro des Kommandanten. Er ist schwer krank und befindet sich in einem ernsten Zustand. Die Nazis, die seine früheren Beziehungen zu Vertretern der sowjetischen Kunst kannten, verfolgten ihn durchgängig. Das Büro des Kommandanten unterstützte den Künstler sofort.<a href="#_ftn47" name="_ftnref47"><strong>[47]</strong></a></p>
<p>Professor Maximilian Esterer – ehemaliger Abteilungsleiter am Polytechnischen Institut Berlin. Dem 64-jährigen Wissenschaftler hatten die Nazis das Unterrichten verboten, was für ihn unerträgliche materielle Bedingungen brachte. Trotzdem schrieb der Professor mehrere Arbeiten zu Fragen des Maschinenbaus und kam in die Kommandantur mit der Bitte um Hilfe, sie zu veröffentlichen und so sein Wissen zu nutzen. Kurz bevor wir die Kommandantur besuchten, unterbreitete er dem Kommandanten sein Projekt der Wiederherstellung der normalen Arbeit an den Potsdamer Bildungseinrichtungen.<a href="#_ftn48" name="_ftnref48"><strong>[48]</strong></a></p>
<p>Der Professor für Philosophie an der Universität Leipzig, Dr. Eberts, wurde von den Nazis wegen seiner Ansichten von der Universität vertrieben. Jetzt bietet er seine Dienste für die Arbeit an Hochschulen an.<a href="#_ftn49" name="_ftnref49"><strong>[49]</strong></a></p>
<p>Wir fahren in den Schlossbezirk. Biegen am Obelisken mit den ägyptischen Hieroglyphen ab und rollen durch ein gusseisernes Tor, welches von einem Wächter geöffnet wird. Wir fahren in den Park des Schlosses Sanssouci, welches im Jahre 1747 erbaut wurde. Hier wurden vor Jahrhunderten Komplotte gegen Russland, Polen und Österreich geschmiedet.<br />
In den Kabinetten dieses Schlosses erarbeitete vor rund zweihundert Jahren der preußische König Friedrich II. die Pläne zum Marsch gen Osten, die letztlich gründlich scheiterten. Am Ende des Siebenjährigen Krieges rückten die russischen Truppen, die Friedrich II. gründlich zusammengehauen hatten in Berlin und hier in Potsdam ein. Und heute, im Jahre 1945, ist dieses Schloss, an dessen Türen sowjetische Posten stehen, erneut Zeuge eines deutschen Zusammenbruchs, eines Scheiterns seiner Eroberungspläne.<br />
Auf Befehl des nazistischen Oberkommandos haben die deutschen Truppen genau hier, bei den Schlössern den letzten sinnlosen Widerstand geleistet. Die sowjetischen Truppen haben den Kampf so geführt, dass die Hitlertruppen verjagt wurden, die Schlösser dabei jedoch unbeschadet blieben. Sie wurden sofort unter Bewachung gestellt. Wie widerspricht doch dies alles dem, was die Deutschen mit unseren Denkmälern der Kunst und Geschichte gemacht haben! Wenn man die Säle der Potsdamer Schlösser betritt, ergreift einen unwillkürlich ein Gefühl des Grolls und der Wut, denkt man dabei an die Ruinen Peterhofs, die verbrannten Mauern des Schlosses in Gatschina oder die gesprengte Enfilade des Katharinenpalastes in Puschkin.<br />
In Begleitung des Geheimrates Arthur Berg durchschreiten wir eines nach dem anderen die Zimmer des Schlosses, betrachten die Säle, Schlafzimmer und Kabinette in denen Friedrich II. lebte. Wir werden von einer Gruppe kampferfahrener Offiziere begleitet. Sie sind enttäuscht: nach den Schlössern von Peterhof und Detskoe Selo schockieren diese Bauten mit ihrer Kasernenhaftigkeit und ihrer plumpen und geschmacklosen Dekoration.<br />
In jenem Zimmer, in dem einst Voltaire lebte, halten die sowjetischen Menschen inne.  Mit dem Gefühl vollster Hochachtung erinnern sie sich des großen französischen Schriftstellerphilosophen.<br />
Wir umfahren den Park und schauen uns das neue Schloss an, welches nach dem Siebenjährigen Krieg errichtet wurde. Später war es die Residenz von Kaiser Wilhelm II..  Noch später versammelte hier der von Hitler zum Kanzler Preußens ernannte Göring den Preußischen Staatsrat und beschwor den Geist Friedrichs. Das hinderte die nazistischen Anführer aber nicht daran, die wertvollsten Einrichtungsgegenstände des Schlosses in ihre Villen zu verschleppen.<a href="#_ftn50" name="_ftnref50"><strong>[50]</strong></a></p></blockquote>
<p>Am 19. Mai hatte die Einwohnerschaft Potsdams über die „Mitteilungen der Stadt Potsdam“ erfahren, dass nunmehr ein Dr. Heinz Zahn Oberbürgermeister sei. Am 13. Mai war der seit dem 25. April 1945 amtierende Oberbürgermeister Dr. Friedrich Bestehorn mit einigen Dezernenten durch die Besatzungsmacht verhaftet worden. Nach Vernehmungen in Potsdam und Berlin kam er am 19. Mai 1945 wieder frei, blieb aber vom Dienst suspendiert. Der in dem Beitrag erwähnte Oberst Andrej Sacharowitsch Werin hatte am 15. Mai seine offizielle Ernennung als Stadtkommandant Potsdams erhalten. Davor herrschte eine Art Interregnum mit wechselnden Verantwortlichkeiten auf Seiten der Besatzungsmacht.<br />
Es ist davon auszugehen, dass Afanasjew und Suchin zwischen dem 18. und dem 20. Mai 1945 in Potsdam waren. Vorangegangen war eine offizielle Anmeldung beim Stadtkommandanten, der wiederum – vermutlich auf der Grundlage geäußerter Wünsche – die Programmgestaltung übernahm und die Begleiter aussuchte, die die TASS-Korrespondenten betreuen sollten. Wie aus einem Foto hervorgeht, das im Verlauf des Besuches vor dem Schloss Sanssouci entstand, waren darunter auch zwei Deutsche. Einer wird in dem Beitrag genannt: Geheimrat Arthur Berg. Nach dem Namen des anderen wird noch gesucht.  Der Beitrag über Potsdam erschien zunächst im Informationsbulletin von TASS „Frontovoi Vestnik“ (Фронтово<em>й</em> Вестник), das an alle von der Nachrichtenagentur betreuten Redaktionen und Rundfunkstationen ging. Vorrang hatten die Presseorgane der Partei, des Staates, der Armee, der Jugendorganisation und anderer Organisationen. Dann wurden die Regionalzeitungen der Partei bedient.<a href="#_ftn51" name="_ftnref51">[51]</a></p>
<figure id="attachment_2154" aria-describedby="caption-attachment-2154" style="width: 510px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Suchin-3a.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2154 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Suchin-3a.jpg" alt="" width="510" height="365" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Suchin-3a.jpg 510w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Suchin-3a-300x215.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2154" class="wp-caption-text">Die Korrespondenten von TASS und ihre Begleiter vor dem Schloss Sanssouci, Mai 1945. Arthur Berg (2.v.l.), vmtl. Potsdams OBM Heinz Zahn (3.v.l.), TASS-Sonderkorrespondent Konstantin Suchin (4.v.l.), Stadtkommandant Andrej S. Werin (4. v.r.), TASS-Sonderkorrespondent Boris M. Afanasjew ((2. v. r.). Die anderen Personen konnten noch nicht ermittelt werden. Foto: Archiv GMP</figcaption></figure>
<p>Die Betreuung der sowjetischen Korrespondenten wird nicht der letzte Dienst gewesen sein, den Berg der Besatzungsmacht geleistet hat – im eigenen Interesse, aber auch in dem seines Dienstherren und dessen Frau, Kronprinz Wilhelm und Kronprinzessin Cecilie. Das schloss auch die sich im Schloss Cecilienhof im Frühjahr 1945 abspielenden Vorgänge ein.</p>
<p>Hanna Grisebach hatte bereits Anfang Mai eigene Eindrücke von den Vorgängen rund um die sowjetische Kommandantur sammeln können und berichtet von chaotischen Zuständen in Potsdam.</p>
<blockquote><p>Da mir inzwischen mein letztes Fahrrad von den Russen abgenommen worden war, streifte ich in der Stadt zu Fuß umher, um Brot aufzutreiben, und hatte dabei manche interessante Begegnung. Vor der neuerrichteten russischen Kommandantur sammelten sich viele hilfesuchende Menschen: der alte Adlige, der aus dem KZ Oranienburg befreit, in seine Heimat Mecklenburg auf einem herrenlosen Pferd zurückreiten will, die alte Jungfer aus dem Polizeigefängnis für politische Gefangene, der Däne, der jüdische Kaufmann mit seiner Familie und andere.<br />
…Überall herrschen anarchische Zustände: Jungen schießen Enten auf dem Heiligen See, andere reiten auf den umherirrenden Pferden, herrenlose Boote werden von jedermann benutzt.<br />
Ein besonderes Chaos herrscht in der sogenannten „Reichsführerschule“, deren protziger Bau in unserer Nähe uns oft beleidigt hatte. Jetzt steht das lebensgroße „Führerbild“ unbeachtet in der Garage, man hatte es wohl rechtzeitig abgehängt. Keiner begehrt es für sich, während alles übrige Inventar an Möbeln, Hausrat, Geschirr und sogar Öfen herausgeholt wird. Man tritt auf Uniformen herum, Kinder wühlen auf der Erde in dem Haufen von Büchern. Wir suchen uns einige brauchbare heraus, auch eine Reihe guter Grammophonplatten, und mein Sohn rettet den Schmalfilmapparat vor der Zerstörung durch herumtollende Halbwüchsige. <a href="#_ftn52" name="_ftnref52"><strong>[52]</strong></a></p></blockquote>
<h2><strong>Die Rote Armee im Schloss Cecilienhof</strong></h2>
<p>Über die Einnahme von Schloss Cecilienhof und die bis zum 30. April 1945 andauernden Kämpfe ist bereits ausführlich in einem anderen Text geschrieben worden.<a href="#_ftn53" name="_ftnref53">[53]</a> Deshalb hier nur eine Kurzfassung.<br />
Am 27. April 1945 wurde das Schloss Cecilienhof vom 282. Infanterieregiment der 175. Schützendivision eingenommen. Das Kommando über die 175. Schützendivision hatte Generalmajor Zakhari Petrowitsch Vydrigan.  Nach dem Statut der Roten Armee 04/400-416 vom 05. April 1941 bestand eine Schützendivision aus dem Stab, drei Schützenregimentern und einem Artillerieregiment sowie weiteren Einheiten und Unterabteilungen. Die Stärke einer Division wurde mit durchschnittlich 4.500 Mann angegeben.<br />
Vydrigan befehligte beim Angriff auf Potsdam die nachfolgend aufgeführten Einheiten:</p>
<ul>
<li>Divisionsstab (<em>Управление</em>)
<ul>
<li>Stabsbatterie des Chefs der Artilleriedivision<br />
(<em>Штабная батарея начальника артиллерии дивизии</em>)</li>
<li>Divisionskommandeur</li>
<li>Leiter Politabteilung</li>
<li>Stabschef</li>
<li>Chef Rückwärtige Dienste</li>
<li>Militärtribunal</li>
</ul>
</li>
<li>277. Schützenregiment<br />
(<em>277-й стрелковый Карельский Краснознамённый ордена Суворова полк</em>)</li>
<li>278. Schützenregiment<br />
(<em>278-й стрелковый Ревдинский орденов Суворова и Кутузова полк</em><a name="_ftnref23"></a><a href="#_ftn23">[23]</a>)</li>
<li>282. Schützenregiment<br />
(<em>282-й стрелковый Свердловско-Варшавский ордена Суворова полк</em>)</li>
<li>373. Artillerieregiment<br />
(373-й артиллерийский Чусовско-Варшавский ордена Суворова полк)</li>
<li>123. Selbständige Panzerabwehrdivision<br />
<em>(123-й отдельный истребительно-противотанковый дивизион)</em></li>
<li>71. Aufklärungskompanie<br />
<em>(71-я разведывательная рота)</em></li>
<li>89. Pionierbataillon<br />
<em>(89-й сапёрный батальон)</em></li>
<li>454. Selbständiges Nachrichtenbataillon<br />
<em>(454-й отдельный батальон связи)</em></li>
<li><em>104. Medizinsanitätsbatallion</em><br />
<em>(104-й медико-санитарный батальон)</em></li>
<li>35. Selbständige Kompanie für Chemische Verteidigung<br />
<em>(35-я отдельная рота химической защиты)</em></li>
<li>331. Motorisierte Transportkompanie<br />
(331-я автотранспортная рота)</li>
<li>67. Feldbäckerei<br />
(<em>67-я полевая хлебопекарня</em>)</li>
<li>43. Divisions-Veterinärlazarett<br />
(<em>43-й дивизионный ветеринарный лазарет</em>)</li>
<li>2275. Feldpoststation<br />
(<em>2275-я полевая почтовая станция</em>)</li>
<li>1845. Feldkasse der Staatsbank<br />
(<em>1845-я полевая касса Государственного банка</em>)</li>
</ul>
<p>Der Stab der 175. Schützendivision nutzte das Schloss Cecilienhof als Kommandopunkt bzw. Stabsquartier. Somit befanden sich hier:<br />
&#8211; Divisionskommandeur<br />
&#8211; Leiter Politabteilung<br />
&#8211; Stabschef<br />
&#8211; Chef Rückwärtige Dienste<br />
&#8211; Militärtribunal.<br />
Das waren Offiziers-, Unteroffiziers- und Soldatendienstgrade. Sie werden im Schloss gearbeitet, gegessen und geschlafen haben. Die Versorgung der sowjetischen Militärs erfolgte vorrangig durch eigene Küchen- und Servicekräfte unter Nutzung der Küche von Cecilienhof und von zum Schloss gehörendem und sich dort auskennendem Dienstpersonal. Die sowjetischen Besatzer erhielten eine Betreuung, die sich nach Dienstgrad und Dienststellung richtete. Das äußerte sich vor allem bei den Schlafmöglichkeiten und den Speiseräumen. Angeleitet wurde das einheimische Personal vom Haushofmeister Paul Wieczoreck und von Arthur Berg. Der Hauptsaal des Schlosses wird für die Lagebesprechungen gedient haben. Die angrenzenden Räume im Erdgeschoss werden durch den Kommandeur und die einzelnen Abteilungschefs des Stabes genutzt worden sein. Vermutlich befanden sich im Schloss auch die Schlafmöglichkeiten, zumindest für die obersten Dienstgrade.<br />
Bis zum 4. Mai 1945 ist ein Aufenthalt des Stabes der 175. Schützendivision im Schloss Cecilienhof möglich. Zwischen dem 3. und 4. Mai 1945 erhielt die Einheit den Auftrag, in Richtung Westen bis zur Elbe im Raum Wittenberge vorzustoßen.<br />
Als der Stab der 175. Schützendivision das Schloss Cecilienhof verließ, werden wohl leicht zu transportierende Gegenstände den Eigentümer gewechselt haben und sich heute in den Privathaushalten der über die einstigen Republiken der Sowjetunion verteilten Nachkommen dieser Militärs befinden.</p>
<p>Oskar Prinz von Preußen hielt in einem Bericht über die damalige Situation im Schloss Cecilienhof fest, mehrere Monate nachdem er Potsdam am 12. April 1945 verlassen hatte:</p>
<blockquote><p>Das Schloss war voellig eingerichtet, vollgestopft mit wertvollen Bildern, Moebeln, Porzellan und Silber, die man dorthin gerettet hatte, ausserdem voll belegt mit Ausgebombten (Mueldner, Plettenberg, Fraeulein Sauer mit Mutter und Schwester, ein Rittmeister Sabotta, Fahrabteilung der Wehrmacht mit Anhang, Fluechtlinge aus Oels und Prinkenau, eine Kinderklinik usw. Was aus allem und allen geworden ist, ahne ich nicht.“<a href="#_ftn54" name="_ftnref54"><strong>[54]</strong></a></p></blockquote>
<p>Louis Ferdinand Prinz von Preußen, designierter Nachfolger als Chef des Hauses Hohenzollern, beschreibt die Situation seiner Familie nach dem Verlassen von Schloss Cecilienhof und Potsdam wie folgt:</p>
<blockquote><p>Meine Familie hatte nur das Notwendigste auf die Flucht von Ostpreußen mitnehmen können. In den späten vierziger Jahren gingen die Mitglieder des Hauses Preußen so schlecht gekleidet und waren so mangelhaft ernährt wie das Gros unserer Landsleute. Wir hatten nicht nur fast unsere ganze persönliche Habe verloren, das Haus hatte 95 Prozent seines Vermögens, darunter den gesamten Grundbesitz eingebüßt. Von den 300 000 Morgen Grundvermögen, die uns nach dem Auseinandersetzungsvertrag mit dem preußischen Staat 1926 neben einem Teil des Barvermögens und Industrieanteilen verblieben waren, lag einzig die nur wenige Morgen umfassende Prinzeninsel im Großen Plöner See, aus der wirtschaftlicher Nutzen nicht zu ziehen ist, auf westdeutschem Gebiet. Alle Familiengüter dagegen befanden sich in der sowjetischen Besatzungszone und in den polnisch und sowjetisch besetzten Ostgebieten; sie waren sofort enteignet worden.<a href="#_ftn55" name="_ftnref55"><strong>[55]</strong></a></p></blockquote>
<p>Zur konkreten Lage der Kronprinzessin erfahren wir aus einer anderen Quelle:</p>
<blockquote><p>Im Februar 1945 mußte <em>Kronprinzessin Cecilie</em> vor der herannahenden Roten Armee fliehen. Dabei war es ihr nicht mehr möglich, ihren persönlichen Besitz aus Schloß Cecilienhof zu retten. So lebte die Kronprinzessin nach dem Krieg in äußerst bescheidenen Verhältnissen in zwei Zimmern in Bad Kissingen.<a href="#_ftn56" name="_ftnref56"><strong>[56]</strong></a></p></blockquote>
<p>Was die Lebenssituation seines Vaters, Kronprinz Wilhelm von Preußen, anbelangt, so schreibt sein Sohn aus der Rückschau:</p>
<blockquote><p>Er hatte nicht nur den Thron eingebüßt, für den er ausersehen war, er mußte auch zweimal in seinem Leben den Zusammenbruch Deutschlands sehen; er hatte zwei Söhne verloren und war selbst mit wenigen Dingen, die er aus dem allgemeinen Chaos gerettet hatte, in dem kleinen Haus in Hechingen gestrandet, von wo sein Blick hinüber zu der Burg ging, von welcher vor siebenhundert Jahren seine Vorfahren ihren unerhörten glorreichen Aufstieg genommen hatten. Tiefe Betrübnis und Resignation hatten schon das Leben meines Vaters überwölkt, noch ehe der Krieg sein für Deutschland so verhängnisvolles Ende nahm.<a href="#_ftn57" name="_ftnref57"><strong>[57]</strong></a></p></blockquote>
<p>Es kann davon ausgegangen werden, dass die Einrichtungsgegenstände aus dem Schloss Cecilienhof in Potsdam verblieben waren. Bis 1990 bewegten sich die Beschreibungen über das Schicksal des Eigentums der Kronprinzenfamilie, je nach Standort der Beschreibenden, zwischen „<em>sie waren fast völlig mittellos</em>“ und „<em>sie hatten alles mitgenommen</em>“.</p>
<blockquote><p>Mit seiner Familie brachte der ehemalige Kronprinz auch das bewegliche Gut des Hauses in Sicherheit. Eine Kleinigkeit nahm er in der Hast seines unfreiwilligen Umzuges nicht mit: die Liste seiner verlagerten Aktien bei der deutschen Rüstungsindustrie im Werte von fast 10 Millionen Mark.<a href="#_ftn58" name="_ftnref58"><strong>[58]</strong></a></p></blockquote>
<p>Diese Aussage wurde auch in späteren Veröffentlichungen über die Ausstellung im Schloss Cecilienhof wiederholt.</p>
<blockquote><p>Im März 1945 setzte sich die ehemalige kronprinzliche Familie von Cecilienhof unter Mitnahme des kostbaren Inventars nach Westdeutschland ab.<a href="#_ftn59" name="_ftnref59"><strong>[59]</strong></a></p></blockquote>
<p>Am 30. Juli 1980 berichtete Walter Weber (bis 1945 Schlossdiener in Cecilienhof) vor dem „Arbeitskreis der Historischen Gedenkstätte Cecilienhof“, was sich im Protokoll wie folgt liest:</p>
<blockquote><p>Nach Aussage des ehemaligen Dieners Walter Weber befanden sich am 26. April 1945 noch folgende Wertgegenstände in Cecilienhof: &#8211; das gesamte Mobilar [sic], &#8211; das gesamte Tafelsilber, &#8211; das gesamte Porzellan […], &#8211; ein echt silbernes Modelschiff von 2 Meter Länge. – Im Keller 3 Tresore gefüllt mit Silberzeug aus der Zeit Friedrichs des Großen, &#8211; eine Sammlung alter Gewehre, &#8211; eine Säbel- u. Degensammlung, &#8211; im Tresor des Kronprinzen: sämtliche Orden mit Brillanten, goldene Uhren u. Armspangen, Perlen u.a. Schmuck. – Weißzeug im Werte von 1 Mill. RM – die gesamte Bibliothek, &#8211; im Planetarium waren über 250 Gemälde gelagert, die am Ende des Krieges aus dem Niederländischen Palais in Berlin nach Potsdam ausgelagert wurden.<a href="#_ftn60" name="_ftnref60"><strong>[60]</strong></a></p></blockquote>
<p>Webers Angaben sind, soweit bekannt, nie überprüft worden. Obwohl durch Mülder von Mülnheim und Arthur Berg das eine oder andere schon vorher in Richtung Westen abgesandt worden war. Zudem muss Weber zum Zeitpunkt seines Auftritts vor dem Arbeitskreis nicht mehr der Jüngste gewesen sein.</p>
<p>Die Kleinmachnower Schriftstellerin Gisela Heller veröffentlichte 1984 ihr Buch „Potsdamer Geschichten“. Über die Umstände der Flucht der Kronprinzen-Familie schreibt sie darin:</p>
<blockquote><p>Cecilie, als junge Frau fabelhaft aussehend, später weniger attraktiv, dirigierte auch den Auszug aus Cecilienhof, packte im März fünfundvierzig noch den Kronschmuck zusammen – Diademe, Ketten, Armbänder, ein Reichsschwert, ein Kurschwert, einen Brillantknopf vom Hute Napoleons und einen goldenen Reichsapfel mit siebenundvierzig Brillanten – und verschwand.<a href="#_ftn61" name="_ftnref61"><strong>[61]</strong></a></p></blockquote>
<p>Der Historiker Rolf Badstübner schrieb im Jahr 1985:</p>
<blockquote><p>Cecilienhof, die Residenz des ehemaligen Kronprinzen Wilhelm von Hohenzollern, im März 1945 von der kronprinzlichen Familie verlassen, hatte den Krieg unbeschädigt überstanden. Das kostbare Inventar war allerdings ausgelagert worden und zum Teil in alle Winde verstreut.<a href="#_ftn62" name="_ftnref62"><strong>[62]</strong></a></p></blockquote>
<p>Nach 1990 wird die Darstellung differenzierter und es kommen neue Informationen hinzu. So wie bereits in den Jahrzehnten zuvor, ist aber auch bei diesen Berichten nicht immer nachvollziehbar, aus welchen Quellen die Informationen stammen.</p>
<p>Günter Grützner liefert 1994 seine Deutung der Vorgänge nach der Abreise der Kronprinzessin.</p>
<blockquote><p>Der Kronprinz verließ Potsdam im Januar 1945 und lebte vorerst im bayrischen Oberstdorf. Cecilie reiste um den 10. Februar von Potsdam nach Bad Kissingen zur Familie ihres Sohnes Louis Ferdinand. … Der Weggang des Kronprinzenpaares im Januar und Februar 1945 und die damit vorhandene Zeitspanne bis zum Eintreffen sowjetischer Truppen am 26.4.1945 wurde genutzt, um das originale Mobiliar und alle weiteren beweglichen Gegenstände, mit Ausnahme der Bibliothek, aus dem Schloß zu entwenden. Prinz Louis Ferdinand erklärte später gegenüber der Presse, daß die Kronprinzessin bei ihrer Flucht vor der Sowjetarmee kein Inventar mitgenommen hat. Es wurde geraubt und ist bis heute nicht auffindbar. Blieb den Sowjets etwas anderes übrig, als sich aus dem Möbelfundus unzerstörter Schlösser in Potsdam und Berlin zu bedienen?<a href="#_ftn63" name="_ftnref63"><strong>[63]</strong></a></p></blockquote>
<p>Im Jahr 2003 kam eine neue Version ins Spiel, die der Redakteur der Tageszeitung „Potsdamer Neueste Nachrichten“ (PNN), Erhart Hohenstein ausführlich beschrieb.</p>
<blockquote><p>Im Januar 1945 verließ der Kronprinz Potsdam zur Kur in Oberstdorf, im Februar folgte Cecilie, die sich in Bad Kissingen niederließ. Das Schloss war zu dieser Zeit mit Möbeln und Kunstgütern, auch aus den ostelbischen Besitzungen, voll gestopft. Davon ist kaum etwas erhalten; zur Potsdamer Konferenz der „großen Drei“ wurden 1945 die Räume, zum Teil mit Stücken aus dem Neuen Palais, dem Marmorpalais und Schloss Babelsberg, neu möbliert. Dazu wurde in der DDR-Zeit die Legende kolportiert, der Kronprinzessin sei ein Güterzug zur Verfügung gestellt worden, in dem das gesamte Inventar abtransportiert wurde. Abgesehen davon, dass dies kurz vor Kriegsende äußerst unwahrscheinlich gewesen wäre, hat Cecilie selbst beklagt, dass sie nicht einmal „einiges uns Wichtige und Wertvolle noch rechtzeitig in den Westen“ schaffen konnte. Auch dass in der Nachkriegszeit Wilhelm in Hechingen und Cecilie zunächst in Bad Kissingen, dann in Stuttgart bis zu ihrem Tode in bescheidenen Verhältnissen lebten, bestätigt diese Aussage. Jörg Kirschstein hat recherchiert, dass erhebliche Teile des Schlossinventars in der nahen Meierei eingelagert wurden, die wenig später infolge fahrlässiger Brandstiftung durch dort untergebrachte Besatzungssoldaten ausbrannte. Von ehemaligen Mitarbeitern in Cecilienhof war unter vorgehaltener Hand zu hören, dass besonders jüngere Stücke des Mobiliars, deren Wert nicht erkannt wurde, als Heizmaterial in die Öfen wanderten. Inwieweit in den Güterzügen mit „Beutekunst“ vom Stadtbahnhof aus auch Stücke aus Cecilienhof in die Sowjetunion transportiert wurden, ist ungeklärt.<a href="#_ftn64" name="_ftnref64"><strong>[64]</strong></a></p></blockquote>
<p>Harald Berndt, Schlossbereichsleiter vom Schloss Cecilienhof, konkretisiert die vorstehende Aussage im Jahr 2008.</p>
<blockquote><p>Im Gegensatz zu den anderen Schlössern im Raum Berlin-Potsdam, aus denen die Rote Armee Kunstgut in die Sowjetunion abtransportiert hatte und in denen es auch zu willkürlichen Plünderungen gekommen war, wurde in Schloss Cecilienhof die historische Einrichtung 1945 ganz bewusst verändert, indem man sie in Vorbereitung der Konferenz gegen Möbel aus den Villen der Umgebung sowie aus dem Neuen Palais, dem Marmorpalais und dem Schloss Babelsberg austauschte. Mit diesem gravierenden Eingriff und der Auslagerung vieler kunsthistorisch bedeutsamer Stücke in die nahegelegene Meierei war deren unwiederbringlicher Verlust verbunden, denn am 18. Juli 1945 brannte dieses Gebäude fast vollständig aus.<a href="#_ftn65" name="_ftnref65"><strong>[65]</strong></a></p></blockquote>
<p>Es ist davon auszugehen, dass sowohl die damals im Schloss anwesenden Personen aus dem vorherigen Dienstpersonal, vor allem Arthur Berg und Paul Wieczoreck, Kenntnis davon hatten, was nach dem Auszug der Roten Armee im Cecilienhof an wesentlichen Dingen fehlte. Und sie könnten darüber, wie auch über nachfolgende Vorgänge des Jahres 1945, ihren Dienstherren bzw. ihre Dienstherrin informiert haben. Bekannt ist vor allem ein Kontakt zwischen Arthur Berg und Kronprinzessin Cecilie in Bad Kissingen. Im Nachlass Bergs ist ein Brief vorhanden, den ihm Cecilie am 29. August 1945 geschrieben hatte. Es ist davon auszugehen, dass dem mindestens ein Schreiben Bergs an die Kronprinzessin vorangegangen war.</p>
<p>Wie aus Veröffentlichungen aus den 1950er Jahren hervorgeht, hatte Arthur Berg auch nach der Besetzung Potsdams die Möglichkeit, in Deutschland zu reisen. Überliefert ist ein Besuch vom Herbst 1945 bei Kronprinzessin Cecilie in Bad Kissingen, von dem er wieder nach Potsdam zurückkehrte. Ob es sich dabei um eine Ausnahme handelte, ist nicht bekannt.<br />
Die Information zu Bergs Reisetätigkeit entstammt Berichten über einen Skandal um Cecilies jüngeren Nachkriegsbegleiter und Privatchauffeur Otto Groha<a href="#_ftn66" name="_ftnref66">[66]</a>.</p>
<blockquote><p>Zu dieser Tätigkeit war es schon 1945 gekommen, als Otto Groha über etwas verfügte, was damals in zivilen deutschen Händen eine Rarität war: ein Auto. Groha hatte den Geheimrat Berg aus der Suite des Kronprinzen einmal aus Gefälligkeit ein Stück mitgenommen, und der Geheimrat erzählte seinem jungen Gönner von der mißlichen Lage des Kronprinzenpaares. So kam Groha zur Kronprinzessin, die damals in Bad Kissingen wohnte, fuhr sie zu ihrem Gatten in Hechingen, zu ihren Kindern und zur Beerdigung ihres Bruders, des Großherzogs von Mecklenburg, besorgte ihr Lebensmittel, erledigte finanzielle Transaktionen für sie und stand ihr schließlich als engster Berater und Sekretär so nahe wie niemand sonst.<a href="#_ftn67" name="_ftnref67"><strong>[67]</strong></a></p></blockquote>
<p>In einem weiteren Beitrag wird die Angelegenheit wie folgt dargestellt:</p>
<blockquote><p>Otto Groha war als Sohn eines Schweinfurter Garagenbesitzers in der unmittelbaren Nachkriegszeit in der glücklichen Lage gewesen, dem Geheimrat Berg (seit 1914 Privatsekretär des Kronprinzen), der aus dem Osten auf dem Wege zur Kronprinzessin war, für die letzte Teilstrecke Schweinfurt-Kissingen mit einem Fahrzeug behilflich sein zu können.<a href="#_ftn68" name="_ftnref68"><strong>[68]</strong></a></p></blockquote>
<p>In den Memoiren von Louis Ferdinand Prinz von Preußen wird dieser Sachverhalt nicht erwähnt. Er wohnte damals in Bad Kissingen zunächst im Hotel „Fürstenhof“<a href="#_ftn69" name="_ftnref69">[69]</a>, seine Mutter in der Villa Gordon<a href="#_ftn70" name="_ftnref70">[70]</a>, dem Privathaus der damaligen Hotelbesitzerfamilie Sotier<a href="#_ftn71" name="_ftnref71">[71]</a>. Sein Vater muss in die vorstehend beschriebenen Vorgänge nicht involviert gewesen sein oder darüber gewusst haben. Sonst hätte er den nachfolgenden Text 1947 wohl so nicht verfasst.</p>
<blockquote><p>Eine frühere Angestellte von mir ist jetzt hier bei mir, sie hat grauenhafte Dinge erlebt, als die Asiaten C hof besetzten, alles verwüstet, alle Frauen vergewaltigt, selbst Kinder u. s. w. Die Welt schweigt aber über diese Dinge. Die Vereinigung Europas unter Führung von U.S.A. und England ist die einzige Rettung, sonst ist der Untergang des Abendlandes sicher.<a href="#_ftn72" name="_ftnref72"><strong>[72]</strong></a></p></blockquote>
<p>Es gibt keine, mit Dokumenten oder Zeugenaussagen belegbare, Aussagen darüber, was im Schloss Cecilienhof ab Anfang Mai bis zur Eröffnung der Potsdamer Konferenz geschah.<br />
Es gab vereinzelt Treffen, an denen auch einstige Angestellte der Kronprinzenfamilie teilnahmen. Doch diese hatten sich entweder 1945 nicht mehr in Potsdam aufgehalten<a href="#_ftn73" name="_ftnref73">[73]</a> oder ihre Aussagen blieben in den Aktenschränken der einstigen Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci und späteren Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg unter Verschluss. Des Weiteren gab es keine ausführlicheren Gespräche über ihre Erlebnisse in Potsdam im Jahr 1945 mit dem nunmehr verstorbenen Sohn von Arthur Berg, Wilfried Berg, oder mit der Stieftochter von Margarete Gräfin von Keller. Beide hätten nach 1990 ohne Probleme gefunden und befragt werden können. Und auch jetzt bestände noch die Chance mehr zu erfahren, indem Kontakt zu den Nachkommen bzw. Erben aufgenommen würde.</p>
<p>Nach dem Auszug des Stabes der 175. Schützendivision aus dem Schloss Cecilienhof wird dieses, wie auch der Neue Garten, weiter durch die Besatzungsmacht bewacht worden sein. Der Kontakt zwischen Andrej Sacharowitsch Werin und Arthur Berg macht dies zu einer realistischen Möglichkeit. Vielleicht hat Werin zunächst sogar im Schloss Cecilienhof gewohnt.</p>
<p>Wie Hanna Grisebach von Mitte Mai 1945 berichtet, muss der Neue Garten aber trotzdem zugänglich gewesen sein.</p>
<blockquote><p>Für uns beginnt jetzt – Mitte Mai – die große Hungerperiode, die etwa bis Mitte August andauern sollte. Wir verzehren unser letztes Fett und Fleisch und essen zum ersten Male Kartoffelflockensuppe, die nun für viele Wochen unser Frühstück darstellt. Aber immer wieder – auch während der ärgsten Hungerzeit kommen leichtere Tage, an denen ich mit den Kindern erfolgreiche Streifzüge zu Lande und zu Wasser unternehme. Vor allem hilft uns das viele Gemüse und Obst, das wir in einer verlassenen Gärtnerei ernten oder auf dem ehemaligen Besitztum des Kronprinzen im Neuen Garten.<a href="#_ftn74" name="_ftnref74"><strong>[74]</strong></a></p></blockquote>
<figure id="attachment_2308" aria-describedby="caption-attachment-2308" style="width: 327px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Foto-Werin-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2308 " src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Foto-Werin-1.jpg" alt="" width="327" height="480" /></a><figcaption id="caption-attachment-2308" class="wp-caption-text">Andrej S. Werin.</figcaption></figure>
<p><strong><em>Andrej Sacharowitsch Werin</em></strong><em> wurde 1907 in Petropawlowsk (Kasachstan) geboren. 1929 ging er zur Roten Arbeiter- und Bauern-Armee (RKKA). 1939 bis 1940 war Werin im Sowjetisch-Finnischen Krieg und von 1940 bis 1941 mit dem Dienstgrad Hauptmann bei den zum NKWD gehörenden Grenztruppen an der Grenze zu Finnland in dem Dorf Куолаярви, (finn. </em><em>Kuolajärvi)</em><em> Kommandant des 2. Grenzabschnitts der 101. Grenzabteilung. Hier erlebte er auch den Beginn des Großen Vaterländischen Krieges am 22. Juni 1941 und verblieb bis zum November 1942 an der Karelischen Front, wo er (Stand 1.5. 1942) Chef des Regimentsstabes des 82. Grenzregiments der Truppen des NKWD zur Sicherung des Hinterlandes war.<a href="#_ftn75" name="_ftnref75"><strong>[75]</strong></a> Seit dem 2. März 1943 zunächst bei der zur Zentralfront gehörenden 70. Armee und dann bei der 1. Belorussischen Front. 1945 Oberst und Kommandeur des 277. Schützenregiments in der 175. Schützendivision. Stellvertreter des Divisionskommandeurs.<a href="#_ftn76" name="_ftnref76"><strong>[76]</strong></a> Ab dem 15. Mai 1945 offiziell ernannt zum Stadtkommandanten von Potsdam. Werin verstarb 1973.</em></p>
<p>In den Unterlagen der Roten Armee sind die Auszeichnungsdokumente Werins zu finden, ansonsten aber keine weiteren Dokumente zu seiner Person. Dagegen wird er auf den Internetseiten der Inneren Truppen des NKWD bzw. MWD <a href="#_ftn77" name="_ftnref77">[77]</a> erwähnt. <a href="#_ftn78" name="_ftnref78">[78]</a> Hinsichtlich seiner Tätigkeit in Potsdam sollte er deshalb auch in seiner Eigenschaft als Angehöriger des NKWD bzw. MWD betrachtet werden.</p>
<p>Walter Paul, Oberbürgermeister Potsdams von 1945 bis 1950, beschreibt Oberst Werin und seine erste Begegnung mit ihm, aus dem Jahr 1952 rückblickend, wie folgt:</p>
<blockquote><p>Potsdams Vorkriegs- und Kriegs-Oberbürgermeister, General a.D. Friedrichs, hatte die Stadt bald nach dem Bombenangriff im April 1945 im Stich gelassen und war über die Elbe gegangen – nach heftigen Auseinandersetzungen mit einem Kommando der Waffen-SS, das aus Potsdam eine germanische Walhalla machen wollte.<br />
Das Glockenspiel der zerbombten Garnisonkirche „Ueb immer Treu und Redlichkeit“ war verstummt und das Kirchenschiff über den leeren Gruften des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. zusammengestürzt. Jetzt regierte Sowjetoberst Werin die Stadt, ein untersetzter, kraushaariger Vierziger, der mich im Juli 1945 mit dringendem Ukas zu sich bestellte.<br />
Kommandant Werin sagte nur: „Babelsberg, odschin karascho“, und lobte die Selbsthilfe, mit der hier lebenswichtige Betriebe in kurzer zeit wieder in Gang gebracht worden waren. Die Bauern müßten weiterhin ihre Sollabgaben fleißig erfüllen, um die Stadtbevölkerung zu versorgen.<br />
Werin zitierte einen Satz aus Wyschinskis Gerichtsreden: „Die Revolution darf nicht durch die Knochenhand des Hungers erwürgt werden“ und sagte dann: „Nu Gospodin Pawel, du jetzt Bürgermeister in Potsdam…“<br />
Ich hatte nun aber einige Wochen vorher gerade im Keller der Babelsberger Kommandantur gesessen, weil ich meinem Bezirkskommandanten sehr energisch entgegengetreten war, und hätte mich am liebsten wieder auf einen Schneidertisch gesetzt.<br />
Das sagte ich dem Oberst. Ich sei Handwerksmeister und kein politischer Schneider, wie der Magdeburger Wilhelm Weitling, der vor hundert Jahren die Welt verbessern wollte und Singers Nähmaschine verfluchte.<br />
Doch Kommandant Werin blieb stur: „Egal – du machen.“<a href="#_ftn79" name="_ftnref79"><strong>[79]</strong></a></p></blockquote>
<p>Das Gespräch zwischen Werin und Paul könnte am 8. Juli 1945 stattgefunden haben. Im Protokoll der Ratssitzung vom 24. Juli jedenfalls wird er als Oberbürgermeister benannt. Bereits am 7. Mai 1945 war Walter Paul durch die Besatzungsmacht zum Bürgermeister von Babelsberg ernannt worden.</p>
<blockquote><p>Inzwischen ist in Potsdam noch manches andere liquidiert worden, wovon ich mir keine Vorstellung machen konnte, als mich bald nach dem Russensturm auf Berlin der Sowjet-Kommandant von Babelsberg, einem Stadtteil Potsdams, der früher Nowawes hieß, zu sich beorderte. Der Kommandant blätterte in einer dicken Akte, in der die „Kontrzasjedka“ (Abwehr der Roten Armee) gleich nach dem Einmarsch die Aussagen der Fremdarbeiter festgehalten hatte.<br />
Babelsberg war mit 11 000 arbeitsverpflichteten Kriegsgefangenen und Ostarbeitern überschwemmt. Ich war mit vielen von ihnen gut Freund. Meine Wohnung in der Kleiststraße 15 war für sie eine heimliche Herberge. Hier konnten sie kochen, braten, verbotene Briefe schreiben und sich aus Dünnbier und Brot Wodka-Ersatz brauen, um ihren Kummer hinunterzuspülen.<br />
Das hatten sie offensichtlich alles dem sowjetischen Abwehrmajor Bogeslawro erzählt und mir das höchste Lob gespendet.<br />
Der Kommandant schob seine Tellermütze ins Genick und radebrechte: „Du Burgermastrow.“ Das hieß soviel wie: Jetzt bist du Bezirks-Bürgermeister in Babelsberg!“<a href="#_ftn80" name="_ftnref80"><strong>[80]</strong></a></p></blockquote>
<p>Seit ca. 15. Mai 1945 war ein Dr. Heinz Zahn Oberbürgermeister in Potsdam. Er war 28 Jahre alt und hatte, mit seinen Verbindungen zur KPD prahlend, den Stadtkommandanten für sich einnehmen können. Der Doktortitel war ihm nie verliehen worden und Erfahrungen in der Kommunalpolitik besaß er keine. Rund zwei Monate muss die Schwindelei funktioniert haben und als sie aufflog, verschwand „Dr.“ Zahn.</p>
<p>Am 21. Juni 1945 erhielten die US-Amerikaner und Briten von der sowjetischen Seite die offizielle Information über Schloss Cecilienhof als Ort für die von Churchill gewünschte und auf seine Bitte hin auch von Truman unterstützte Konferenz der drei Siegermächte sowie Neubabelsberg für die Unterbringung der drei Delegationen. Berlin war als möglicher Konferenzort bereits seit dem 26. Mai 1945 ins Auge gefasst worden. Und die Vorbereitungen für die Konferenz, zumindest was die Schaffung der Bedingungen für die Unterbringung der drei Delegationen anbelangte, liefen spätestens Anfang Juni 1945 an. Der damalige Bürgermeister von Babelsberg, Walter Paul, erinnerte sich 1952, wie diese bezogen auf Neubabelsberg abliefen, rund vier Wochen nach seiner am 7. Mai erfolgten Einführung in das Amt.</p>
<blockquote><p>In dieser Eigenschaft mußte ich dann knapp vier Wochen später für Stalin höchstpersönlich Quartier machen. …<br />
Es stand für den Kommandanten außer Zweifel, daß Stalin nur in Babelsberg in der „Straße der SA“ wohnen konnte. Hier waren die repräsentativen Villen. Schließlich wurde die pompöse Villa des Berliner Teppichhändlers Herpich, Straße der SA Nr. 27 (heute ostzonales Heiligtum), für würdig befunden.<br />
Ich mußte nun 600 Handwerker auftreiben, die vier Wochen in diesem Villenviertel die Fenster verglasten, die Wände strichen und die Möbel polierten. Ganz Neu-Babelsberg mußte geräumt werden.<br />
Die meisten Villenbesitzer hatten aber die Gegend schon vorher verlassen – nur Großadmiral Raeder nicht.<a href="#_ftn81" name="_ftnref81"><strong>[81]</strong></a></p></blockquote>
<p>Eine Auswertung der zu Neubabelsberg vorhandenen Unterlagen aus der Zeit vor 1960 sowie der Zeitzeugenberichte würde nicht nur Pauls Angaben bestätigen, sondern auch die in einzelnen Etappen bzw. Wellen ablaufenden Räumungen, ausgehend von den durch Briten und Amerikaner geäußerten Unterbringungswünschen und -zahlen.</p>
<figure id="attachment_2309" aria-describedby="caption-attachment-2309" style="width: 463px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Walter-Paul-1952.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2309 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Walter-Paul-1952.jpg" alt="" width="463" height="771" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Walter-Paul-1952.jpg 463w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Walter-Paul-1952-180x300.jpg 180w" sizes="auto, (max-width: 463px) 100vw, 463px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2309" class="wp-caption-text">Walter Paul im Jahr 1952.</figcaption></figure>
<p>So wie Walter Paul in Babelsberg in die Vorbereitungsarbeiten für die Potsdamer Konferenz eingebunden wurde, so wird das auch mit Oberbürgermeister Zahn in Potsdam der Fall gewesen sein. Und es könnte diesbezüglich sogar eine Art Triumvirat bestanden haben: Stadtkommandant Werin, als lokales Oberhaupt der Besatzungsmacht; Oberbürgermeister Zahn, als Oberhaupt der örtlichen Verwaltung und Arthur Berg, als Spezialist für alle Fragen rund um Schloss Cecilienhof und als Vorgesetzter des im Schloss noch tätigen deutschen Dienstpersonals. Das ist natürlich spekulativ, aber auch nicht unmöglich.<br />
Arbeitskräfte und Material für die Vorbereitungsarbeiten der Konferenz mussten auch in Potsdam beschafft werden.</p>
<p>Am 29. Mai 1945 war Schloss Cecilienhof als Konferenzort für die Führung der Sowjetunion noch nicht klar. Um den 8. Juni 1945 muss sich das aber geändert haben, wie den Aussagen Marschall Georgij K. Shukows entnommen werden kann:</p>
<blockquote><p>Bald darauf trafen bei uns Generäle des Staatssicherheitsdienstes und Mitarbeiter des Volkskommissariats für Auswärtige Angelegenheiten ein, um die Konferenz vorzubereiten. Ich erklärte ihnen, daß Berlin keine geeigneten Voraussetzungen für eine Gipfelkonferenz habe. Ich schlug ihnen vor, sich Potsdam und Babelsberg anzusehen. Potsdam war ebenfalls stark zerstört, so daß es schwierig gewesen wäre, die Delegationen dort unterzubringen. Das einzige erhaltengebliebene große Gebäude war Schloß Cecilienhof. Dort gab es Raum genug für Sitzungen und für die Arbeit der zahlreichen Experten und Berater. Für die Einquartierung der Delegationsleiter, der Außenminister, der Hauptberater und -experten eignete sich der Vorort Babelsberg, den der Krieg fast unbehelligt gelassen hatte. In Babelsberg hatten vor dem Kriege höchste Regierungsbeamte, Generale und Nazis gewohnt. Der Ort bestand aus zahlreichen zweigeschossigen Villen, die in Grün gebettet waren. Moskau stimmte unserem Vorschlag zu, die Konferenz in Potsdam vorzubereiten. Die Engländer und die Amerikaner gaben ebenfalls ihr Einverständnis.<a href="#_ftn82" name="_ftnref82"><strong>[82]</strong></a></p></blockquote>
<p>Vermutlich Ende Mai wird der Auftrag an Shukow ergangen sein, in Berlin und im Umfeld der Reichshauptstadt nach einem Ort für die Konferenz zu suchen. Dieser gab den Auftrag an seine Unterstellten weiter. Die schriftliche Information über das Ergebnis muss im Staatsarchiv oder im Militärarchiv Russlands liegen.<br />
Generalleutnant Nikolai A. Antipenko, Stellvertreter für Rückwärtige Dienste des Oberbefehlshabers der 1. Belorussischen Front und in der gleichen Eigenschaft ab 10. Juni 1945 des Oberkommandierenden der Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland – also von Shukow – beschreibt den Ablauf in seinen Erinnerungen:</p>
<blockquote><p>Wir begannen mit der Suche nach einem Konferenzort. Eine Gruppe von Offizieren mit dem Chef der Unterkunftsabteilung der Front, Kossogljad, fuhr durch die Umgebung von Berlin. Ihre Wahl fiel auf Schloß Cecilienhof als Konferenzstätte und die Babelsberger Villengegend als Unterkunft für die einzelnen Delegationen.<br />
Shukow billigte diese Wahl, und auch Stalin stimmte zu.</p></blockquote>
<p>Das könnte zwischen dem 6. und dem 10. Juni der Fall gewesen sein. Der Auftrag für die Planung und Leitung der Vorbereitungsarbeiten ging an Antipenko.</p>
<blockquote><p>Während des diplomatischen Schriftwechsels begannen wir mit umfangreichen Restaurierungsarbeiten. Vor dem Einmarsch der sowjetischen Truppen waren Wasserleitungen, Kanalisation und das Energienetz zerstört worden. Sechs bis acht Villen für jede Delegation mußten instand gesetzt und die Zufahrtswege zu ihnen in Ordnung gebracht werden. 6 Kilometer neue Asphaltstraßen wurden gebaut und 15 Kilometer alte Straßen überholt.<br />
…Für alle Arbeiten wurden deutsche Ingenieure, Techniker und Arbeiter herangezogen. Der Chef Rückwärtige Dienste der Front stellte für sie 1200 Verpflegungssätze bereit. Gute Arbeit leisteten die Straßenbautruppen unter General Donez und die Pioniertruppen unter General Proschljakow. Sie pflasterten und asphaltierten mit ungewöhnlicher Schnelligkeit alle Ein- und Ausfahrten, die so angelegt waren, daß ein Gegenverkehr ausgeschlossen war. Zwei neue Brücken wurden gebaut, zwei andere wurden repariert. …<br />
Zu meinem ständigen Vertreter beim Apparat der Delegation bestimmte ich den Stabschef der rückwärtigen Dienste, General Schljachtenko. Der unmittelbare Leiter der Reparatur- und Bauarbeiten war Oberst Kossogljad, und mit den Dienstleistungen befaßte sich der Chef der Wirtschaftsabteilung des Frontstabes, Tschernorysh.<a href="#_ftn83" name="_ftnref83"><strong>[83]</strong></a></p></blockquote>
<p>Vom 6. Juni 1945 stammt der Beschluss Nr. 85 des Kriegsrates der 1. Belorussischen Front. Darin ging es um die Bereitstellung von deutschen Arbeits- und Fachkräften für die Durchführung von Bau- und Reparaturarbeiten im Gebiet Potsdam. Angegeben wurde darin eine Anzahl von 800 Personen.</p>
<figure id="attachment_2310" aria-describedby="caption-attachment-2310" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/06.-Juni-1945-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2310 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/06.-Juni-1945-1-646x1024.jpg" alt="" width="640" height="1014" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/06.-Juni-1945-1-646x1024.jpg 646w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/06.-Juni-1945-1-969x1536.jpg 969w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/06.-Juni-1945-1-189x300.jpg 189w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/06.-Juni-1945-1-768x1218.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/06.-Juni-1945-1.jpg 1106w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2310" class="wp-caption-text">Beschluss Nr. 85 vom Kriegsrat der 1. Belorussischen Front, 06.06.1945.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>Viel Arbeit mußte in das Schloß Cecilienhof investiert werden. Hier war viele Jahre nichts gemacht worden. Für jede Delegation mußte eine Auffahrt gebaut werden; eine gemeinsame Auffahrt war für die Korrespondenten und das Bedienungspersonal bestimmt. Der Konferenzsaal, in dem die gemeinsamen Sitzungen abgehalten werden sollten, hatte ebenfalls vier Eingänge. Außerdem standen jeder Delegation ein weiterer Saal und mehrere Arbeitszimmer zur Verfügung. So gab es einen „Weißen Saal“ für die sowjetische Delegation, einen „Blauen Saal“ für die amerikanische Delegation und einen „Roten Saal“ für die britische Delegation. Der Konferenzsaal war mit Eiche getäfelt, die Täfelung wurde sorgfältig gesäubert. Die Vertreter der USA und Großbritanniens verfolgten den Verlauf der Restaurierungsarbeiten sehr aufmerksam und stellten mitunter hohe Ansprüche. Auf ihren Wunsch hin mußten wir die Wände in verschiedenen Räumen mit farbiger Seide bespannen. Die Fußböden waren überall mit kostbaren Teppichen belegt.<br />
Mir schien, daß Stalins Räume nicht weniger luxuriös ausgestattet werden sollten. Einiges war schon getan worden. Aber der Vertreter Moskaus, General Wlassik, erklärte, je bescheidener die Ausstattung sei, desto besser. An Stelle des kostbaren Mobiliars, das aus anderen Schlössern herangebracht worden war, sind einfache Möbel gekommen. Arbeitszimmer, Schlafzimmer und Empfangsraum wurden dunkel gestrichen; an Stelle der Teppiche legten wir Läufer.<br />
Für den Konferenzsaal wurde von der Moskauer Möbelfabrik „Lux“ ein runder Tisch mit einem Durchmesser von 6,8 Metern hergestellt. Um den Tisch stellte man zwei Reihen Sessel auf: die erste Reihe war für die Leiter und Mitglieder der Delegationen bestimmt, die zweite für deren Stellvertreter und Berater.<a href="#_ftn84" name="_ftnref84"><strong>[84]</strong></a></p></blockquote>
<p>Shukow ergänzte Antipenkos Ausführungen in zusammengefasster Form in seinen Memoiren.</p>
<blockquote><p>In fieberhafter Eile wurden nun Gelände, Gebäude, An- und Abfahrtswege gebührend vorbereitet. Für diese Arbeiten mußten zahlreiche Abteilungen und Kommandos der Pioniertruppen bereitgestellt werden. Es wurde beinahe nahezu ununterbrochen Tag und Nacht gearbeitet. Bis zum 10. Juli waren sämtliche Arbeiten abgeschlossen, auch die Herrichtung der Räumlichkeiten ging zu Ende. Es muß dem Personal der Rückwärtigen Dienste der Front hoch angerechnet werden, daß es binnen kurzer Zeit ein kolossales Pensum bewältigt hat. Besonders hohe Anforderungen stellte diese Arbeit an den Chef der Unterkunftsabteilung der Front, Oberst G. D. Kossogljad.<a href="#_ftn85" name="_ftnref85"><strong>[85]</strong></a></p></blockquote>
<p>Die Führung der am 10. Juni 1945 geschaffenen Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland lässt sich, was die Verantwortlichkeiten für die Arbeiten zur Potsdamer Konferenz anbelangte, aus den obigen Angaben wie folgt rekonstruieren:</p>
<p>Marschall Georgij K. Shukow                                     Oberkommandierender<br />
Generalleutnant Konstantin F. Telegin                         Mitglied des Kriegsrates<br />
Generaloberst Michail S. Malinin                               Stabschef<br />
Armeegeneral Wassili D. Sokolowski                        Erster Stellvertreter des Oberkommandierenden<br />
Generalleutnant Nikolai A. Antipenko                        Chef Rückwärtige Dienste<br />
General Schljachtenko, Michail K.                            Stabschef Rückwärtige Dienste<br />
Oberst Grigori D. Kosogljad<a href="#_ftn86" name="_ftnref86">[86]</a>                                Chef Unterkunftsabteilung (KETSCH)<br />
Major Leonid St. Tschernorysh                                 Chef Wirtschaftsabteilung des Stabes<br />
Generaloberst Alexej I. Proschljakow                        Chef Pioniertruppen<br />
Generalmajor Georgi T. Donez                                 Chef Straßenbautruppen</p>
<p>Generaloberst Alexej Iwanowitsch Proschljakow<a href="#_ftn87" name="_ftnref87">[87]</a> hatte in seiner Funktion auch die Oberaufsicht  über die Arbeiten zur Aufklärung und Beseitigung von Minen und anderen Explosivstoffen in den für die Drei-Mächte-Konferenz vorgesehenen Gebieten und Parkanlagen, in Potsdam und auch im Schloss Cecilienhof.<a href="#_ftn88" name="_ftnref88">[88]</a>  Brigadeoberst Viktor K. Kharchenko<a href="#_ftn89" name="_ftnref89">[89]</a>, Stellvertretender Kommandeur der 1. Selbständigen Motorisierten Ingenieur-Gardebrigade der Reserve des Oberkommandos der Roten Armee<a href="#_ftn90" name="_ftnref90">[90]</a>,   hatte unter sich das 8. Minenräum-Spezialbataillon. In seinen 1973 erschienenen Memoiren berichtet er über die besonderen Aufgaben, die die Einheit in der Vorbereitung der Potsdamer Konferenz übertragen bekam.</p>
<p>Anfang Juli erhielt die Einheit den Befehl, das Schloss Cecilienhof gründlich abzusuchen. Wie bereits in anderen von ihnen in Potsdam untersuchten Schlössern, wie dem Neuen Palais, dem Marmorpalais und dem Schloss Charlottenhof, überprüften sie alle verdächtigen Stellen im Gebäude und auf dem es umgebenden Gebiet.</p>
<blockquote><p>Einmal stellte ein Pionier aus der Kompanie von Paschkow einen Hohlraum in einer Ziegelinnenwand neben dem angenommenen Sitzungssaal fest. Das wurde unverzüglich dem Potsdamer Kommandanten gemeldet. Was tun? Die Wand, die mit cremefarbenen Tapeten bedeckt und mit rotem Holz getäfelt war, aufbrechen oder nicht? Sie wieder herzustellen, wäre sehr schwierig, und Zeit war dafür auch nicht mehr übrig. Andererseits ging es auch nicht ohne Überprüfung – im Hohlraum konnte ja eine Mine mit Langzeitwirkung stecken. Der Kommandant bat: „Genossen Pioniere, vielleicht geht es auch ohne Aufbrechen der Wand? Bitte denkt nach, denn die bevorstehende bedeutende Maßnahme wird in Kürze beginnen.“ Man dachte nach und fand einen Ausweg. Die Wand wurde sorgfältig von oben bis unten abgeklopft. Es stellte sich heraus, dass der Hohlraum bis in einen Kellerraum reichte. Dort wurde die Ziegelwand dann aufgebrochen. Es zeigte sich, dass vom Keller bis zum Dachboden eine sorgfältig verborgene Geheimtreppe führte. Zu untersuchen, wofür diese diente und wann sie erbaut wurde, blieb keine Zeit. Jedenfalls hat uns auch dieses Geheimnis eines Potsdamer Schlosses viel Zeit und Kraft gekostet.<a href="#_ftn91" name="_ftnref91"><strong>[91]</strong></a></p></blockquote>
<p>Die Tatsache, dass die Pioniere die bei der Untersuchung von Schloss Cecilienhof gemachte Entdeckung unverzüglich dem „Potsdamer Kommandanten“ (d.i. Andrej S. Werin) meldeten und nicht ihrem militärischen Dienstvorgesetzten verweist auf dessen vorstehend schon einmal angedeutete besondere Rolle bei der Vorbereitung von Schloss Cecilienhof für die Konferenz. Eingeweiht worden sein wird er auch in die Beräumung des Schlosses und die nachfolgende Konferenz-Möblierung.</p>
<p>Cecilienhof war als Wohnschloss im Stil des zweiten und dritten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts möbliert. Das Mobiliar wies 1945 die Spuren der28jährigen Nutzung auf. Und es eignete sich kaum – was vor allem das Mobiliar im Erdgeschoss betraf – für die Zwecke der Konferenz. Also wurde das Schloss beräumt und neu ausgestattet. Eine Liste, in der das Anfang 1945 im Cecilienhof befindliche Mobiliar aufgelistet wurde, ist nicht bekannt. Die Vertreter der Besatzungsmacht werden bei der Beräumung des Schlosses auch keine aufgestellt haben. Ob nun alle beräumten Möbel in der nahegelegenen Meierei deponiert wurden, ist fraglich. Als Lagerort boten sich im Neuen Garten u.a. ebenfalls die Orangerie und die Reithalle an. Es kann auch sein, dass ein Teil des Mobiliars Verwendung in Dienstwohnungen hochrangiger Offiziere der Besatzungsmacht fand oder in deren Büroräumen. Potsdamer, die eng mit der Besatzungsmacht zusammenarbeiteten, könnten sich auch bedient haben.</p>
<blockquote><p>Mit diesem gravierenden Eingriff und der Auslagerung vieler kunsthistorisch bedeutsamer Stücke in die nahegelegene Meierei war deren unwiederbringlicher Verlust verbunden, denn am 18. Juli 1945 brannte dieses Gebäude fast vollständig aus.<a href="#_ftn92" name="_ftnref92"><strong>[92]</strong></a></p></blockquote>
<p>Das von Harald Berndt im Jahr 2008 genannte Datum, 18. Juli 1945, ist es wert, näher betrachtet zu werden.<br />
Am Abend des 17. Juli 1945 war die Potsdamer Konferenz unter den höchsten Sicherheitsbedingungen, die man sich vorstellen konnte, eröffnet worden. Ganz besonders traf das für das Schloss Cecilienhof und seine nähere Umgebung zu. Hätte es am 18. Juli in der Nähe des Schlosses ein großes Feuer gegeben, wäre das nicht unbemerkt geblieben und hätte seinen Niederschlag in den während der Konferenz geschriebenen Dokumenten oder Pressebeiträgen bzw. in den danach verfassten Erinnerungen gefunden. Es wird von einer kurzzeitigen Sturmbö während der Konferenz berichtet. Die Bäume entwurzelt habe und die von den Konferenzdelegationen mitgebrachten Feuerwehrleute zum Einsatz zwang. Aber das war am Nachmittag des 22. Juli 1945.<a href="#_ftn93" name="_ftnref93">[93]</a></p>
<figure id="attachment_2311" aria-describedby="caption-attachment-2311" style="width: 534px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Bild-21-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2311 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Bild-21-1.jpg" alt="" width="534" height="800" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Bild-21-1.jpg 534w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/07/Bild-21-1-200x300.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2311" class="wp-caption-text">Richard Beckman in Trumans Bibliothek im Schloss Cecilienhof.</figcaption></figure>
<p>Nach dem 10. Juli muss Schloss Cecilienhof in einem solchen Zustand gewesen sein, dass es auch von Vertretern der an der Konferenz teilnehmenden Delegationen besichtigt werden durfte. Einer von ihnen war Richard Beckman, der als Agent der Criminal Investigation Division des FBI<a href="#_ftn94" name="_ftnref94">[94]</a> sowohl den Präsidenten der USA als auch die von ihm im Schloss Cecilienhof genutzten Räumlichkeiten sichern sollte. Seit dem 9. Juli hielt er sich in Berlin auf und wohnte im Pressecamp der Amerikaner, in der Potsdamer Straße in Zehlendorf. Einige Tage vor Beginn der Konferenz besichtigte er Cecilienhof und fotografierte die für den Präsidenten vorgesehenen Räume. Die Fotos werden in der „Harry S. Truman Library and Museum“ in Independence (Missouri) aufbewahrt. Als Aufnahmedatum der Fotos wird teilweise der 13. Juli angegeben und sie zeigen folgende im Schloss befindliche Räume Trumans: Salon, Büro, Bibliothek, Esszimmer, Schlafzimmer. Nach Antipenko verfügte Stalin im Cecilienhof über einen Empfangsraum (der „Weiße Salon“), ein Arbeitszimmer (mit Bibliothek) und ein Schlafzimmer. Es ist davon auszugehen, dass auch Churchill diese Zahl an Räumen mit den Funktionen zur Verfügung gestellt wurde, wie für Truman. Sie standen bereit. Wurden aber – da sich die einzelnen Beratungstage für die Oberhäupter der Delegationen nicht gerade in die Länge zogen – wohl nie genutzt.</p>
<h2><strong>Deutsche Sicht auf die Vorbereitung der Konferenz</strong></h2>
<p>Hanna Grisebach erlebte als Bewohnerin der in der Berliner Vorstadt gelegenen heutigen Menzelstraße die Vorbereitungen für die Potsdamer Konferenz und fasste ihre Erlebnisse drei Jahre später in einem Bericht zusammen.</p>
<blockquote><p>Ende Juni erreicht uns das Gerücht, daß die Konferenz der Großen Drei in Potsdam, und zwar in dem uns dicht benachbarten Schloß Cecilienhof, dem früheren Wohnsitz des Kronprinzen, stattfinden soll. Der Neue Garten wird gesperrt, und GPU durchsucht die Schwanen-Allee, die als Zufahrtstraße von allen Bewohnern geräumt werden muß. Auch unsere Wohnung wird kontrolliert, aber man versichert uns, daß wir darin bleiben dürfen. Eine Verhaftungswelle geht durch die Stadt, die Menschen sind in großer Angst und Erregung. Viele Männer werden abgeholt, darunter auch Herr von E.<a href="#_ftn95" name="_ftnref95"><sup><strong>[95]</strong></sup></a>, mit dem ich bis vor kurzem musiziert hatte. In unserm Garten wird ein Posten aufgestellt und wir erhalten Befehl, alle Haus- und Gartentüren auch nachts offen zu halten. Unsere Bewegungsfreiheit ist nun in den folgenden Wochen sehr eingeschränkt. Bäume und Sträucher der angrenzenden Gärten werden niedergelegt und das Erdreich wird mit langen Stangen nach Minen durchstöbert, wodurch eine häßliche Wüstenei entsteht.<br />
Rasch wird eine neue Straße gebaut mit anschließender Brücke nach Babelsberg, wo Churchill wohnen soll, auch nach Sakrow entsteht eine Pontonbrücke. Vor dem großen Hallenfenster von Stalins Quartier Cäcilienhof pflanzen junge Russen einen riesigen Sowjetstern aus roten Geranien. Die Neue Königstraße ist leergefegt von Deutschen, aber dafür voller russischer Autos. Die Bauerntrecks aus Schlesien und dem Osten sind gezwungen, große Umwege zu machen. Niemand von der Bevölkerung darf sich mehr an oder auf dem Wasser aufhalten. Dagegen reiten die Russen ihre Pferde zur Schwemme am Havelufer, nackt auf den ungesattelten Rücken der Tiere und wie in mythischer Vorzeit mit ihnen verwachsen scheinend. Die Spannung wächst: in den nächsten Tagen werden die Großen Drei erwartet.<a href="#_ftn96" name="_ftnref96"><strong>[96]</strong></a></p></blockquote>
<h2>Anmerkungen</h2>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Vgl. Markert, Karin: Werbung mit Kronprinzenpaar. Im Marmorpalais-Nordflügel wird Cecilien-Ausstellung aufgebaut. In: MAZ v. 29. April 2004</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Zur Person von Edelgarde Raehse siehe: <a href="http://www.vongoetze.com/egf/abfrage.pl?aktion=person_zeigen&amp;person_id=19279&amp;sprache=de">http://www.vongoetze.com/egf/abfrage.pl?aktion=person_zeigen&amp;person_id=19279&amp;sprache=de</a></p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> Kirschstein, Jörg: Kronprinzessin Cecilie. Die Bildbiographie der letzten deutschen Kronprinzessin, Berlin 2012, S. 94.</p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> Vgl. ebenda, S. 93 f. sowie Anm. 47, S. 146.</p>
<p><a href="#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a> Vgl. ebenda, S. 94.</p>
<p><a href="#_ftnref6" name="_ftn6">[6]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_von_Plettenberg">https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_von_Plettenberg</a></p>
<p><a href="#_ftnref7" name="_ftn7">[7]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Generalverwaltung_des_vormals_regierenden_preu%C3%9Fischen_K%C3%B6nigshauses">https://de.wikipedia.org/wiki/Generalverwaltung_des_vormals_regierenden_preu%C3%9Fischen_K%C3%B6nigshauses</a></p>
<p><a href="#_ftnref8" name="_ftn8">[8]</a> Prinz von Preußen, Louis Ferdinand: Im Strom der Geschichte, München 1989, S. 314.</p>
<p><a href="#_ftnref9" name="_ftn9">[9]</a> Zur Person: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_M%C3%BCldner_von_M%C3%BClnheim">https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_M%C3%BCldner_von_M%C3%BClnheim</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref10" name="_ftn10">[10]</a> Zur Person: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_von_Preu%C3%9Fen_(Herrenmeister,_1888)">https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_von_Preu%C3%9Fen_(Herrenmeister,_1888)</a></p>
<p><a href="#_ftnref11" name="_ftn11">[11]</a> Vgl. Korschanowski, Jessica: Rot dominiert – Funktion und Ausstattung des Weißen Salons im Schloss Cecilienhof während der Potsdamer Konferenz 1945. Betrachtungen anlässlich der Sonderausstellung 2020. Teil 1, S. 23 f.</p>
<p><a href="#_ftnref12" name="_ftn12">[12]</a> In Unterlagen der Roten Armee wird August Wilhelm mehrfach als letzter Bewohner des Schlosses Cecilienhof seitens der Hohenzollern genannt. Woher diese Information stammte, ist nicht bekannt. Aber vielleicht war er aufgrund seiner sehr engen Verbindung zum nationalsozialistischen Regime für die Sowjetunion bedeutender als sein Bruder Oskar.<br />
Zur Person von August Wilhelm von Preußen: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/August_Wilhelm_von_Preu%C3%9Fen_(1887%E2%80%931949)">https://de.wikipedia.org/wiki/August_Wilhelm_von_Preu%C3%9Fen_(1887%E2%80%931949)</a><br />
Zu seinem Wohnsitz Villa Liegnitz: <a href="https://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Villa-Liegnitz-wird-saniert">https://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Villa-Liegnitz-wird-saniert</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref13" name="_ftn13">[13]</a> Anneliese List (?)</p>
<p><a href="#_ftnref14" name="_ftn14">[14]</a> Zur Person von Louis Müldner von Mülnheim:<br />
<a href="https://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/10a/adr/adrmr/kap1_1/para2_254.html">https://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/10a/adr/adrmr/kap1_1/para2_254.html</a><br />
<a href="https://wynekens.de/WynekenDatabase/wc07/wc07_387.html">https://wynekens.de/WynekenDatabase/wc07/wc07_387.html</a><br />
<a href="https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/FMTZRIUZ5BOOYVIHDOVUDI6HIV4LOHWO">https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/FMTZRIUZ5BOOYVIHDOVUDI6HIV4LOHWO</a></p>
<p><a href="#_ftnref15" name="_ftn15">[15]</a> <a href="https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/HGLIKCIYD23WURAUCLNY3254HEEFOZCZ">https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/HGLIKCIYD23WURAUCLNY3254HEEFOZCZ</a></p>
<p><a href="#_ftnref16" name="_ftn16">[16]</a> Vgl. K. S.: Aussagen des Hofpersonals und Fotos vervollständigen das Bild vom Schloß und seinen Bewohnern / Seit 1978 existiert der Arbeitskreis Cecilienhof. In: BNN v. 3.8.1984.<br />
Der Arbeitskreis „Historische Gedenkstätte Cecilienhof“ wurde am 2. August 1978, 33 Jahre nach Abschluss der Potsdamer Konferenz gegründet. 1980 übernahm Heinz Kreuzmann, Leiter des Schirrhofs der Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci seine Leitung.</p>
<p><a href="#_ftnref17" name="_ftn17">[17]</a> Diese Adresse steht auf dem Briefumschlag, der dem Abschiedsbrief beigefügt war. Eine Recherche, die das Stadtarchiv Lübbecke im Auftrag von Dr. Volker Punzel vornahm, erbrachte aber keinen Hinweis auf die damalige Anwesenheit von Henriette Emshoff. Da der Name Emshoff im Umfeld von Haldem aber sehr zahlreich zu finden ist, kann davon ausgegangen werden, dass sie dort über Verwandtschaft verfügte. Das lässt sich jedoch nur mit familiengeschichtlichen Recherchen klären.</p>
<p><a href="#_ftnref18" name="_ftn18">[18]</a> GStA PK, Brandenburg-Preußisches Hausarchiv, Rep. 192 Nl. Müldner von Mülnheim, Louis, Nr. 2, Abschiedsbrief</p>
<p><a href="#_ftnref19" name="_ftn19">[19]</a> Vgl. <a href="https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/FMTZRIUZ5BOOYVIHDOVUDI6HIV4LOHWO">https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/FMTZRIUZ5BOOYVIHDOVUDI6HIV4LOHWO</a>. Die Deutsche Digitale Bibliothek gibt als Todesdatum den 25. April 1945 an. Das Bundesarchiv den 26. April 1945. <a href="https://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/1a1/adr/adrmr/kap1_1/para2_254.html">https://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/1a1/adr/adrmr/kap1_1/para2_254.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref20" name="_ftn20">[20]</a> Das Dienstpersonal umfasste u.a. Gärtner, Telefonistin, Heizer, Schlossdiener, Koch und Küchenkräfte, Reinigungspersonal, Silberverwalter, Chauffeur.<br />
Im Nachlass von Müldner von Mülnheims befinden sich auf den 30. April 1945 vordatierte, aber von ihm noch nicht unterschriebene, Auszahlungsbelege über „freiwillige Zuwendung … aus der Kronprinzlichen Schloßverwaltungs-Kasse“. Empfänger sollten sein: Paul Kurok (Diener), Fritz Ernst (Heizer), Frau Hedtke (Ehefrau des im Pförtnerhaus des Neuen Gartens wohnenden Gartenaufsehers Wilhelm Hedtke), Kurt Seifert (Gartenaufseher, wohnte im Grünen Haus), Herr Günther (Sohn? der Rentnerin Luise Günther, wohnhaft Wachgebäude Neuer Garten), Herr Neumann und Frau Ritl.<br />
Siehe dazu: GStA PK, Brandenburg-Preußisches Hausarchiv, Rep. 192 Nl. Müldner von Mülnheim, Louis, Nr. 5.</p>
<p><a href="#_ftnref21" name="_ftn21">[21]</a> Zur Person von Arthur Berg: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Berg">https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Berg</a>.<br />
Berg wohnte mit seiner Familie im Neuen Garten, Diensthaus 1.<br />
Kenntnis gibt es nur von der Existenz eines Sohnes, Wilfried Berg. 1944 hatte er Konfirmation, war also 14 Jahre alt. Belegt ist, dass Arthur Berg am 7. Juli 1947 In Potsdam starb. Dass er „in sowjetischer Internierungshaft in Potsdam“ starb, wie auf der Wikipedia-Seite behauptet, ist noch nicht geklärt.<br />
In den 1980er Jahren übergab Wilfried Berg den Nachlass seines Vaters dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin.<br />
<strong><em>Berg, Arthur </em></strong><em>Geheimer Hofrat, Privatsekretär des Kronprinzen Wilhelm von Preußen; 1889-1947 </em><em>BPH, Rep. 192; 0,08 lfm, teilweise nur Kopien und Abschriften; Findbuch, benutzbar mit Sondergenehmigung des Archivs Kaum Persönliches (Konfirmationsgratulation des Freiherrn von Plettenberg für den Sohn Wilfried Berg 1944, Testamentsnachtrag von Kronprinz Wilhelm zur Sicherung von Wohnsitzen u. a. für Berg 1944), dienstliche Unterlagen aus der Zeit 1935 bis 1947: Rechtsverfügungen, Denkschriften, Klageschrift des Generals Ludendorff gegen Walter Elze wegen „Beleidigung“ (1935), Vertretungsvollmacht des Kronprinzen Wilhelm von Preußen für seinen Bruder Oskar vom 20. Juli 1944 (Durchschrift), Korrespondenzen (u. a. zum Röhm- Putsch und zur militärischen Lage des Deutschen Reiches im Jahre 1938, Internierung des Prinzen Friedrich von Preußen in England 1940-1941, 3 Briefe der Kronprinzessin Cecilie von Preußen über Persönliches 1944-1945), Photos und Photokopien (Kronprinz Wilhelm und Arthur Berg um 1925, Fest in Locarno um 1925/1926, Überführung der Leiche des Prinzen Oskar aus Polen nach Groß Wartenberg/Schlesien 1939), Kondolenzen zum Ableben Bergs, vom Sohn Wilfried gefertigter Auszug aus einer Stellungnahme der Generalverwaltung des vormals regierenden Preußischen Königshauses zu Aussagen über Arthur Berg in der Literatur (Juli 1975), 2 Schreiben des Prinzen Wilhelm-Karl von Preußen an Wilfried Berg (1987, 2003) </em></p>
<p><em>Literatur Zur Person: </em><em>Prinz Louis Ferdinand von Preußen, Als Kaiserenkel durch die Welt. Berlin 1952, S. 384; K. W. Jonas, Der Kronprinz Wilhelm. Frankfurt/Main 1962, S. 149 u. ö. (hier fälschlich: Albrecht Berg); Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen, „Gott helfe unserem Vaterland“. Das Haus Hohenzollern von 1918 bis 1945. (München 1985). 2. durchgesehene und erweiterte Neuauflage, München 2003, S. 233-234 (hier ebenfalls fälschlich: Albrecht Berg)<br />
</em>Quelle: Familienarchive und Nachlässe im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz. Ein Inventar, bearbeitet von Ute Dietsch, Berlin 2008, S. 552 f.</p>
<p><a href="#_ftnref22" name="_ftn22">[22]</a> Das Holländische Etablissement war 1789/90 war mit einem Portierhaus, einem Kavalier- oder Damenhaus, vier Hofbedientenhäusern, zwei Pferdeställen und einer Wagenremise gebaut worden. Laut einem Plan des Neuen Gartens von 1798 mit Erläuterungen aus dem Jahr 1800 kam, vom Marmorpalais aus gesehen, zunächst das Cavalier- bzw. Damenhaus, daneben (in Richtung Parkeingang) befanden sich der Kutschpferde-Stall, die Wagenremise, der Reitpferde-Stall mit dem Pfirsichhaus, zwei Häuser als Kastellans-Wohnung und schließlich drei Häuser für die Dienerschaft.</p>
<p><a href="#_ftnref23" name="_ftn23">[23]</a> Paul Wieczoreck wohnte in Potsdam, Albrechtstraße 32 b.<br />
Die Albrechtstraße ist die heutige Straße „Am Neuen Garten“. Von 1945 bis 1994 befand sich das Haus im so genannten „Verbotenen Städtchen“ und die Straße hieß <a href="https://www.potsdam-chronik.de/index.php?title=Uliza_Bibliotetschnaja">Uliza Bibliotetschnaja</a>. Im Adressbuch von 1949 ist Wieczoreck nicht mehr in Potsdam registriert.</p>
<p><a href="#_ftnref24" name="_ftn24">[24]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Totenschein">https://de.wikipedia.org/wiki/Totenschein</a></p>
<p><a href="#_ftnref25" name="_ftn25">[25]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sterbeurkunde">https://de.wikipedia.org/wiki/Sterbeurkunde</a></p>
<p><a href="#_ftnref26" name="_ftn26">[26]</a> Gustav Schlepps wohnte 1949 am Neuen Palais, im Haus am Nordtor, und war als Arbeiter tätig.</p>
<p><a href="#_ftnref27" name="_ftn27">[27]</a> Carl Haslinde (1893-1964) war seit 1933 in der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten In Berlin tätig.<br />
Zur Person siehe: <a href="https://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/0000/adr/adrhl/kap1_1/para2_103.html">https://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/0000/adr/adrhl/kap1_1/para2_103.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref28" name="_ftn28">[28]</a> Zum Damenhaus siehe folgende Beiträge:<br />
Lenhard, Ulrich: Die Gärtnerfamilie wohnt, wo einst Hofdamen und Mätressen logierten. In: Potsdamer Morgenpost v. 29. Mai 1992.<br />
V-r: Das Damenhaus und seine Bewohnerinnen. Die Gräfin Lichtenau wurde hier am 16. November 1797 unter Arrest gestellt. In: MAZ v. 16. Oktober 1996.<br />
V-r: Fast 40 Jahre im Dienst von Auguste Viktoria. Die Gräfinnen von Brockdorff und von Keller bewohnten das Damenhaus im Neuen Garten. In: MAZ v. 13. November 1996</p>
<p><a href="#_ftnref29" name="_ftn29">[29]</a> Am 4. November 1945 im Alter von 92 Jahren in Potsdam verstorben.<br />
Siehe zu ihrer Person: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mathilde_von_Keller">https://de.wikipedia.org/wiki/Mathilde_von_Keller</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref30" name="_ftn30">[30]</a> Eigentlich Marianne Gräfin von Keller-Rumohr (1891-1983). Adoptivtocher von  Mathilde von Keller.<br />
Siehe: <a href="https://geneall.net/de/name/1792164/marianne-karoline-adolfine-thekla-elisabeth-lida-graefin-keller-von-rumohr/">https://geneall.net/de/name/1792164/marianne-karoline-adolfine-thekla-elisabeth-lida-graefin-keller-von-rumohr/</a> .  Beiträge von Marianne Gräfin Keller von Rumohr in: Brita Gräfin von Harrach: <em>Preetz im Wandel der Jahrhunderte, </em>Kiel 1983, S. 45, 52 und 63 ff.</p>
<p><a href="#_ftnref31" name="_ftn31">[31]</a> Wohnte 1949, ebenfalls Gärtner, in der Lennéstraße 74.</p>
<p><a href="#_ftnref32" name="_ftn32">[32]</a> Heinrich (auch: Heinz) Scheffler, geb. um 1909, gefallen 1945, kam am 1. April 1937 zu Georg Potente an Potsdam. Siehe dazu die Angaben zu seiner Person in: Wacker, Jörg: Georg Potente (1876-1945). Die Entwicklung vom Gartengestalter zum Gartendenkmalpfleger zwischen 1902 und 1938 in Potsdam-Sanssouci. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam, Oktober 2003.</p>
<p><a href="#_ftnref33" name="_ftn33">[33]</a> Wohnte 1949, ebenfalls Gärtner, in der Stadtheide 37.</p>
<p><a href="#_ftnref34" name="_ftn34">[34]</a> Susanne Chales de Beaulieu war Kammerfrau bei Kaiserin Auguste Victoria (1858-1921).<br />
Vgl. dazu: <a href="https://m.pnn.de/potsdam/sensationsfund-im-neuen-palais-1000-privatbriefe-der-letzten-deutschen-kaiserin-entdeckt/22890872.html">https://m.pnn.de/potsdam/sensationsfund-im-neuen-palais-1000-privatbriefe-der-letzten-deutschen-kaiserin-entdeckt/22890872.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref35" name="_ftn35">[35]</a> Wohnte 1949 als Rentner in der Bismarckstraße 12 (heute: Kurfürstenstraße).</p>
<p><a href="#_ftnref36" name="_ftn36">[36]</a> Luise Günther wohnte 1949 in der Behlertstraße 21.</p>
<p><a href="#_ftnref37" name="_ftn37">[37]</a> Georg Schumann wohnte 1949 Friedrich-Ebert-Str. 73 und war als Kraftfahrer tätig.</p>
<p><a href="#_ftnref38" name="_ftn38">[38]</a> Emil Dörr wohnte 1949 Am Neuen Garten 3a und war als Kraftfahrer tätig.</p>
<p><a href="#_ftnref39" name="_ftn39">[39]</a> Zum Schindelhaus siehe folgende Beiträge:<br />
Hieß erst später Schindelhaus. Grottierungseffekt wird durch Fehlbrandziegel erreicht. In: BNN v. 15. März 1986.<br />
Markert, Karin: Dach aus Thüringer Naturschiefer. Schindelhaus im Neuen Garten wird wieder zum Schmuckstück. In: MAZ v. 4. September 1996.<br />
Das Schindelhaus im Neuen Garten. In: PNN v. 24. Februar 1996.</p>
<p><a href="#_ftnref40" name="_ftn40">[40]</a> Vgl. Anders, Friedhild-Andrea: Schlösser in der Stunde Null. Die Berliner und Potsdamer Schlösser während der Kriegs- und Nachkriegszeit, Potsdam 1999, S. 27.</p>
<p><a href="#_ftnref41" name="_ftn41">[41]</a> Vgl. ebenda, S. 30.</p>
<p><a href="#_ftnref42" name="_ftn42">[42]</a> Vgl. V-r: Fast 40 Jahre im Dienst von Auguste Viktoria. Die Gräfinnen von Brockdorff und von Keller bewohnten das Damenhaus im Neuen Garten. In: MAZ v. 13. November 1996</p>
<p><a href="#_ftnref43" name="_ftn43">[43]</a> Vgl. Punzel, Volker: Die Übergabe des „Potsdamer Stadtschlüssels“. In: 25./30. April 1945. Die Rote Armee erobert Potsdam. (<a href="https://potsdam.presseclubpotsdam.com/?p=1197#Die_Uebergabe_des_8220Potsdamer_Stadtschluessels8221">https://potsdam.presseclubpotsdam.com/?p=1197#Die_Uebergabe_des_8220Potsdamer_Stadtschluessels8221</a>)</p>
<p><a href="#_ftnref44" name="_ftn44">[44]</a> Über den TASS-Sonderkorrespondenten Boris Afanasjew sind nur sehr wenige Informationen zu finden.<br />
Es könnte sich aber um <strong>Boris Manuilowitsch Afanasjew</strong> (1902-1981) gehandelt haben. 1945 war er Oberstleutnant der Staatssicherheit und dort stellvertretender Leiter der für Deutschland und Skandinavien zuständigen 2. Abteilung der 1. Verwaltung. Es ist nicht unüblich gewesen, dass Mitarbeiter der Staatssicherheit unter der Legende eines TASS-Korrespondenten eingesetzt wurden. Zudem war er durchaus in der Lage, sich auch journalistisch zu betätigen, was seine Tätigkeit beim Verlag Fremdsprachige Literatur 1948 bis 1953 belegt sowie als Mitarbeiter in leitender Position bei verschiedenen Presseerzeugnissen der UdSSR, zuletzt von 1963 bis 1965 als Stellvertreter des Chefredakteurs des Journals „Sowjetliteratur“.<br />
Auf die besondere Rolle von Afanasjew verweist auch sein Einsatz bei herausragenden Ereignissen am Ende des 2. Weltkrieges, wie der Berichterstattung über die Einnahme Berlins, über die Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde in Karlshorst und vom Nürnberger Kriegsverbrecherprozess. Sein Besuch in Potsdam diente offensichtlich nicht nur der Berichterstattung, sondern möglicherweise auch dem Zweck der geheimdienstlichen Einschätzung der dortigen Lage.<br />
Zur Person von <strong>Boris Manuilowitsch Afanasjew</strong>:<br />
https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%90%D1%84%D0%B0%D0%BD%D0%B0%D1%81%D1%8C%D0%B5%D0%B2,_%D0%91%D0%BE%D1%80%D0%B8%D1%81_%D0%9C%D0%B0%D0%BD%D1%83%D0%B8%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</p>
<p><a href="#_ftnref45" name="_ftn45">[45]</a> <strong>Konstantin Suchin</strong>, Sonderkorrespondent von TASS, arbeitete für die Radioabteilung Leningrad der Nachrichtenagentur. Im Rang eines Hauptmanns war er 1944 als TASS-Sonderkorrespondent an der Karelischen Front zu finden. Wo zwei Jahre zuvor der erste Stadtkommandant von Potsdam, Andrej S. Werin, gedient hatte.</p>
<p><a href="#_ftnref46" name="_ftn46">[46]</a> Am gleichen Tag veröffentlichte den Beitrag auch die in Kostroma erscheinende Parteizeitung „Severnaja Pravda“. (<a href="https://севернаяправда.рф/wp-content/uploads/2020/05/%D0%A1%D0%9F.22.05.1945.%E2%84%96100.pdf">https://севернаяправда.рф/wp-content/uploads/2020/05/%D0%A1%D0%9F.22.05.1945.%E2%84%96100.pdf</a>)</p>
<p><a href="#_ftnref47" name="_ftn47">[47]</a> Zur Person von Otto Nagel: https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Nagel.<br />
Seine Frau, Walentina Nagel, wurde in Russland geboren und kam als Ehefrau Nagels 1926 nach Berlin. 1979 schreibt sie ihre Lebenserinnerungen nieder. (<a href="https://geschichten-aus.berlin/walli-nagel-und-die-grosse-liebe/">https://geschichten-aus.berlin/walli-nagel-und-die-grosse-liebe/</a>) 1945 wohnten die Nagels in Bergholz-Rehbrücke.</p>
<p><a href="#_ftnref48" name="_ftn48">[48]</a> <strong>Maximilian Esterer </strong>kommt in dieser Beschreibung als Person vor, die er so nie war. Er hatte sich wissenschaftlich betätigt. Doch das machte nur einen kleinen Teil seines Lebens aus. Der größere Teil sah anders aus.<br />
Maximilian Esterer wurde am 12. Oktober 1880 in Altötting (Bayern) als Sohn des Werkstatt- und Gießereibesitzers Josef Esterer geboren. Die noch heute in Altötting unter dem Namen Esterer Gießerei GmbH existierende Firma wurde nicht sein Lebensmittelpunkt. Nach einer Ausbildung zum Ingenieur ging er im April 1900 zur Marine und war danach als Prokurist für die Firma Siemens in Tsingtau (China) tätig. Am 25. August 1904 heiratete er Johanna Marie Meißner und hatte mit ihr sieben Kinder, fünf Söhne und zwei Töchter. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Esterer im August 1914 als Artilleriemaat der Reserve zur 3. Kompanie der Matrosenartilllerie-Abteilung Kiautschou einberufen, am 4. Oktober 1914 Beförderung zum Vizefeuerwerker der Reserve. Im November 1914 geriet er in japanische Gefangenschaft und kam zunächst in das Kriegsgefangenenlager Osaka. Am 19. Februar 1917 erfolgte seine Verlegung in das Lager Ninoshima. Mehrere missglückte Fluchtversuche brachten ihm verschärften Arrest ein und zuletzt, ab 1918, drei Haft im Zuchthaus Hiroshima. 1920 amnestiert und entlassen kehrte Esterer mit der Familie – seine Frau verbrachte die Kriegszeit mit damals sechs Kindern in Shanghai – nach Deutschland zurück. Ab 13. April 1921 Leutnant der Reserve und beschäftigt bei der Firma Hugo Stinnes. Ab 1927 wohnhaft in Potsdam und wieder bei der Firma Siemens angestellt, in deren Überseeabteilung  mit Schwerpunkt Südamerika (u.a. Argentinien, Brasilien). 1935 soll Esterer zum zweiten Mal geheiratet und den Titel eines Professors geführt haben, den ihm der Präsident Chinas, Tschiang Kai-Schek, verliehen habe. In Potsdam wohnte das Ehepaar in der Wörther Straße 20 (heute: Menzelstraße). Esterer wird im Adressbuch von 1938/39 als Ingenieur geführt. Nach 1945 verließ er mit seiner Frau Potsdam und ließ sich in Pullachmühle (Oberbayern) und später in Grünbach bei Mühldorf nieder, wo Maximilian Esterer am 4. April 1958 verstarb. (Vgl. dazu <a href="http://www.tsingtau.info/index.html?namen/e.htm">http://www.tsingtau.info/index.html?namen/e.htm</a>)<br />
Über seine in China gesammelten Erfahrungen schrieb Esterer Bücher und hielt Vorträge. 1929 erschien sein Buch „Chinas natürliche Ordnung und die Maschine“. (<a href="https://www.zvab.com/manuskripte-papierantiquitaeten/MAXIMILIAN-ESTERER-1880--1956-deutscher-Matrose/16155079276/bd">https://www.zvab.com/manuskripte-papierantiquitaeten/MAXIMILIAN-ESTERER-1880&#8211;1956-deutscher-Matrose/16155079276/bd</a>) 1933 hielt er in der „Volkswirtschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Siemens des Vereins der Siemensbeamten e.V.“ einen Vortrag über „Geistige Strömungen in China“. Diese AG war erst in diesem Jahr geschaffen worden und bezeichnete sich selbst als „eine Vereinigung jüngerer Herren des Konzerns, die teils studierte Volkswirte, teils Techniker und Kaufleute sind“. (<a href="https://books.google.de/books?id=JAzv9ye6mn0C&amp;pg=PA109&amp;lpg=PA109&amp;dq=Volkswirtschaftlichen+Arbeitsgemeinschaft+Siemens&amp;source=bl&amp;ots=xH17cycQ4W&amp;sig=ACfU3U3OMkmAUYF6FihSW-XLlua8qX_rbg&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwiUt4ns-YbqAhVdwMQBHVmICDAQ6AEwAHoECAUQAQ#v=onepage&amp;q=Volkswirtschaftlichen%20Arbeitsgemeinschaft%20Siemens&amp;f=false">https://books.google.de/books?id=JAzv9ye6mn0C&amp;pg=PA109&amp;lpg=PA109&amp;dq=Volkswirtschaftlichen+Arbeitsgemeinschaft+Siemens&amp;source=bl&amp;ots=xH17cycQ4W&amp;sig=ACfU3U3OMkmAUYF6FihSW-XLlua8qX_rbg&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwiUt4ns-YbqAhVdwMQBHVmICDAQ6AEwAHoECAUQAQ#v=onepage&amp;q=Volkswirtschaftlichen%20Arbeitsgemeinschaft%20Siemens&amp;f=false</a>)<br />
1937 soll Esterer Pressereferent des Hauptamts für Technik in der NSDAP gewesen sein. Leiter des Amts war zu dieser Zeit Fritz Todt. (Vgl. dazu <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hauptamt_f%C3%BCr_Technik_in_der_NSDAP">https://de.wikipedia.org/wiki/Hauptamt_f%C3%BCr_Technik_in_der_NSDAP</a> und <a href="https://books.google.de/books?id=TS9IAAAAQBAJ&amp;pg=PT521&amp;lpg=PT521&amp;dq=Volkswirtschaftlichen+Arbeitsgemeinschaft+Siemens&amp;source=bl&amp;ots=rl3kB08RQq&amp;sig=ACfU3U33gcapEgIecoKL2nLQbs2lbG1OSQ&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwiUt4ns-YbqAhVdwMQBHVmICDAQ6AEwAXoECAsQAQ#v=onepage&amp;q=Volkswirtschaftlichen%20Arbeitsgemeinschaft%20Siemens&amp;f=false">https://books.google.de/books?id=TS9IAAAAQBAJ&amp;pg=PT521&amp;lpg=PT521&amp;dq=Volkswirtschaftlichen+Arbeitsgemeinschaft+Siemens&amp;source=bl&amp;ots=rl3kB08RQq&amp;sig=ACfU3U33gcapEgIecoKL2nLQbs2lbG1OSQ&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwiUt4ns-YbqAhVdwMQBHVmICDAQ6AEwAXoECAsQAQ#v=onepage&amp;q=Volkswirtschaftlichen%20Arbeitsgemeinschaft%20Siemens&amp;f=false</a>)</p>
<p><a href="#_ftnref49" name="_ftn49">[49]</a> Mit Beginn der Naziherrschaft in Deutschland verloren 30 Professoren und Dozenten der Alma Mater Lipsiensis aus rassischen oder politischen Gründen ihre Stellung. (Vgl. <a href="https://research.uni-leipzig.de/agintern/baugeschichteuni/uni3345.htm">https://research.uni-leipzig.de/agintern/baugeschichteuni/uni3345.htm</a>) Wer der hier genannte „Dr. Eberts“ war, müsste sich aus den Akten der Universität Leipzig erschließen lassen.</p>
<p><a href="#_ftnref50" name="_ftn50">[50]</a> Erstmals veröffentlicht wurde der Zeitungsbeitrag in übersetzter und kommentierter Fassung von Robert Leichsenring am 19. August 2016. (<a href="https://storyofpotsdam.wordpress.com/2016/08/19/potsdam-1945-der-sowjetische-blick/">https://storyofpotsdam.wordpress.com/2016/08/19/potsdam-1945-der-sowjetische-blick/</a>)</p>
<p><a href="#_ftnref51" name="_ftn51">[51]</a> Detailliertere Informationen ergeben sich vermutlich aus der Auswertung des „Archivfundus zu TASS“ im Staatsarchiv der Russischen Föderation in Moskau (<a href="http://statearchive.ru/515">http://statearchive.ru/515</a>).</p>
<p><a href="#_ftnref52" name="_ftn52">[52]</a> Grisebach, Hanna: Potsdamer Tagebuch, Heidelberg 1974, S. 36 ff.</p>
<p><a href="#_ftnref53" name="_ftn53">[53]</a> Punzel, Volker: 25./30. April 1945: Die Rote Armee erobert Potsdam, Potsdam 29.05.2020 (<a href="https://potsdam.presseclubpotsdam.com/?p=1197">https://potsdam.presseclubpotsdam.com/?p=1197</a>)</p>
<p><a href="#_ftnref54" name="_ftn54">[54]</a> Bericht des Prinzen Oskar über seine Tätigkeit als Leiter der Generalverwaltung und seine Flucht nach Niedersachsen, 31. Juli 1945. In: GStA PK, Brandenburg-Preußisches Hausarchiv, Rep. 16A, Nr. 6, S. 11.<br />
Zitiert in: Korschanowski, Jessica: Rot dominiert – Funktion und Ausstattung des Weißen Salons im Schloss Cecilienhof während der Potsdamer Konferenz 1945. Betrachtungen anlässlich der Sonderausstellung 2020. Teil 1, S. 24.<br />
Eine Abteilung des Städtischen Krankenhauses Potsdam, geschrieben wird von der Kinderstation, soll schon vor dem 14. April 1945 in das Schloss Cecilienhof ausgelagert worden sein. Im Krankenhaus gab es eine Gynäkologische-Geburtshilfliche Abteilung, aber keine reine Abteilung für Kinderkrankheiten. Somit könnten es Kinder gewesen sein, die in den verschiedenen Abteilungen behandelt wurden. Mit ihrer Auslagerung wurden freie Betten geschaffen für Verwundete aus den bereits absehbaren Kämpfen um Potsdam. Dass die Stadt am 14./15. April so heftig bombardiert werden würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt wohl niemand. Nach dem Bombardement wurden die Kinder nach Beelitz-Heilstätten gebracht.<br />
Vgl. zu diesem Thema Beevor, Anthony: Berlin. The Downfall 1945, London u.a. 2002, S. 224.</p>
<p><a href="#_ftnref55" name="_ftn55">[55]</a> Prinz von Preußen, Louis Ferdinand, a. a. O., S. 339 f.</p>
<p><a href="#_ftnref56" name="_ftn56">[56]</a> CORONA. Nachrichten für Monarchisten v. 6. Mai 2014. (<a href="https://coronanachrichten.wordpress.com/2014/05/06/kronprinzessin-cecilie-starb-vor-60-jahren/">https://coronanachrichten.wordpress.com/2014/05/06/kronprinzessin-cecilie-starb-vor-60-jahren/</a>)</p>
<p><a href="#_ftnref57" name="_ftn57">[57]</a> Prinz von Preußen, Louis Ferdinand, a. a .O., S. 334.</p>
<p><a href="#_ftnref58" name="_ftn58">[58]</a> Cecilienhof. Nationale Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens, Potsdam Neuer Garten. Ein Gang durch die historische Stätte, Nationale Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens Potsdam, Cecilienhof, o. J. (1959), S. 49.</p>
<p><a href="#_ftnref59" name="_ftn59">[59]</a> Cecilienhof. Historische Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens, Generaldirektion der Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci 1983, S. 44.</p>
<p><a href="#_ftnref60" name="_ftn60">[60]</a> Vgl. Korschanowski, Jessica: Rot dominiert – Funktion und Ausstattung des Weißen Salons im Schloss Cecilienhof während der Potsdamer Konferenz 1945. Betrachtungen anlässlich der Sonderausstellung 2020. Teil 1, S. 27, Anm.74.</p>
<p><a href="#_ftnref61" name="_ftn61">[61]</a> Heller, Gisela: Potsdamer Geschichten, Berlin 1984, S. 504.<br />
In der Ausgabe des Buches von 2019 ist der gleiche Vorgang wie folgt beschrieben:<br />
„<em>Als die Rote Armee die Oder überschritt, ging die Kronprinzessin daran, ein halbe Million Reichsmark zu transferieren, wovon der Herr Gemahl – vorwiegend in der Schweiz – noch recht behaglich bis zu seinem Tode 1951 leben konnte. Alle riskanten Transaktionen lagen in ihren Händen. Sie war es auch, die couragiert den Auszug aus Cecilienhof dirigierte. Im März fünfundvierzig packte sie den Kronschmuck – Diademe, Ketten, Armbänder, ein Reichsschwert, ein Kurschwert, einen Brillantknopf vom Hute Napoleons und einen Reichsapfel mit siebenundvierzig Brillanten – zusammen und begab sich damit in den Flüchtlingsstrom, der in den Südwesten des Reiches floss.</em>“<br />
(Heller, Gisela: Potsdamer Geschichten, Pinnow 2019, S. …. Zitiert nach der bei Google Books veröffentlichten Leseprobe: <a href="https://books.google.de/books?id=Gt6kDwAAQBAJ&amp;pg=PT386&amp;lpg=PT386&amp;dq=Herbrig,+Erika&amp;source=bl&amp;ots=M-SRavm9KP&amp;sig=ACfU3U3eyB7Rm4ojPx6IZZqqkaqaVSvTEw&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwjs6vmomffoAhVS_KQKHWhJA_YQ6AEwDnoECAsQLQ#v=onepage&amp;q=Herbrig%2C%20Erika&amp;f=false">https://books.google.de/books?id=Gt6kDwAAQBAJ&amp;pg=PT386&amp;lpg=PT386&amp;dq=Herbrig,+Erika&amp;source=bl&amp;ots=M-SRavm9KP&amp;sig=ACfU3U3eyB7Rm4ojPx6IZZqqkaqaVSvTEw&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwjs6vmomffoAhVS_KQKHWhJA_YQ6AEwDnoECAsQLQ#v=onepage&amp;q=Herbrig%2C%20Erika&amp;f=false</a>)</p>
<p><a href="#_ftnref62" name="_ftn62">[62]</a> Badstübner, Rolf: Code „Terminal“. Die Potsdamer Konferenz. (Illustrierte Historische Hefte, Nr. 36), Berlin 1985, S. 2.</p>
<p><a href="#_ftnref63" name="_ftn63">[63]</a> Grützner, Günter: Cecilienhof Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens im Neuen Garten, Stiftung Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci o. J. (1994), S. 6.</p>
<p><a href="#_ftnref64" name="_ftn64">[64]</a> Hohenstein, Erhart: Gefangener Vogel im vergrabenen Winkel. In Potsdam wurde Cecilie nicht glücklich: Ausstellung zum 50. Jahrestag der Kronprinzessin im Marmorpalais. In: Potsdamer Neueste Nachrichten v. 27. Dezember 2003. (Zitiert nach: <a href="https://www.pnn.de/potsdam/gefangener-vogel-im-vergrabenen-winkel/22370886.html">https://www.pnn.de/potsdam/gefangener-vogel-im-vergrabenen-winkel/22370886.html</a>).</p>
<p><a href="#_ftnref65" name="_ftn65">[65]</a> Berndt, Harald: Schloss Cecilienhof – nur eine Gedenkstätte? Anmerkungen zum konzeptionellen Umgang mit dem letzten Schlossbau der Hohenzollern. In: Zeitenblicke 7 (2008), Nr. 1, [05.06.2008], Absatz &lt;9&gt;, URL: http://www.zeitenblicke.de/2008/1/berndt/index_html, URN: urn:nbn:de:0009-9-13100</p>
<p><a href="#_ftnref66" name="_ftn66">[66]</a> Zur Person von Otto Groha: <a href="https://www.munzinger.de/search/portrait/Otto+Groha/0/6589.html">https://www.munzinger.de/search/portrait/Otto+Groha/0/6589.html</a>.<br />
Der Spiegel, Nr. 26/1954 v. 23. Juni 1954. Der Spiegel, Nr. 49/1961 v. 29. November 1961.<br />
Die Erinnerungen Grohas im Hessischen Staatsarchiv Darmstadts: <a href="https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v4216862">https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v4216862</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref67" name="_ftn67">[67]</a> Die Bänder der Cecilie. In: Der Spiegel, Nr. 19/1955 v. 4. Mai 1955.</p>
<p><a href="#_ftnref68" name="_ftn68">[68]</a> Des Hofrats Verdienste. In: Der Spiegel, Nr. 15/1954 v. 7. April 1954.</p>
<p><a href="#_ftnref69" name="_ftn69">[69]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstenhof_(Bad_Kissingen)">https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstenhof_(Bad_Kissingen)</a></p>
<p><a href="#_ftnref70" name="_ftn70">[70]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bismarckstra%C3%9Fe_6,_Marbachweg_4_(Bad_Kissingen)">https://de.wikipedia.org/wiki/Bismarckstra%C3%9Fe_6,_Marbachweg_4_(Bad_Kissingen)</a></p>
<p><a href="#_ftnref71" name="_ftn71">[71]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Sotier">https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Sotier</a></p>
<p><a href="#_ftnref72" name="_ftn72">[72]</a> Brief von Wilhelm Prinz von Preußen an Ines, verfasst in Hechingen, Fürstenstraße 16, 1947. In: In: GStA PK, Brandenburg-Preußisches Hausarchiv, Rep. 54, Nr. 125, S. Iv-IIv.</p>
<p><a href="#_ftnref73" name="_ftn73">[73]</a> Vgl. Markert, Karin: Hochadel trifft sich bei Cecilie. Hohenzollernchef Georg Friedrich bei Ausstellungseröffnung. In: MAZ v. 10. Mai 2004.</p>
<p><a href="#_ftnref74" name="_ftn74">[74]</a> Grisebach, Hanna, a.a.O., S. 41.</p>
<p><a href="#_ftnref75" name="_ftn75">[75]</a> Vgl. <a href="http://forum.mozohin.ru/index.php?topic=781.10;wap2">http://forum.mozohin.ru/index.php?topic=781.10;wap2</a></p>
<p><a href="#_ftnref76" name="_ftn76">[76]</a> Vgl. zu den Personenangaben die Angaben im Internetforum der sowjetisch/russischen Grenztruppen: <a href="http://www.pogranec.ru/showthread.php?t=33482">http://www.pogranec.ru/showthread.php?t=33482</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref77" name="_ftn77">[77]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Innenministerium_der_Russischen_F%C3%B6deration">https://de.wikipedia.org/wiki/Innenministerium_der_Russischen_F%C3%B6deration</a></p>
<p><a href="#_ftnref78" name="_ftn78">[78]</a> Vgl. <a href="http://vvmvd.ru/menu2/history/vv-vov/vv-vov_5.html">http://vvmvd.ru/menu2/history/vv-vov/vv-vov_5.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref79" name="_ftn79">[79]</a> Paul, Walter: Wir hauen beide Beine weg. In: Der Spiegel, Nr. 10/1952 vom 05.03.1952, S. 10.</p>
<p><a href="#_ftnref80" name="_ftn80">[80]</a> Ebenda.</p>
<p><a href="#_ftnref81" name="_ftn81">[81]</a> Ebenda.</p>
<p><a href="#_ftnref82" name="_ftn82">[82]</a> Shukow, Georgij K.: Erinnerungen und Gedanken, Berlin 1969, S. 362.</p>
<p><a href="#_ftnref83" name="_ftn83">[83]</a> Antipenko, N. A.: In der Hauptrichtung, Berlin 1982, S. 279 ff.</p>
<p><a href="#_ftnref84" name="_ftn84">[84]</a> Ebenda, S. 280.</p>
<p><a href="#_ftnref85" name="_ftn85">[85]</a> Shukow, G. K., a.a.O., S. 362.</p>
<p><a href="#_ftnref86" name="_ftn86">[86]</a> Zur Person von <strong>Kosogljad, Grigori Davidowitsch</strong> siehe:<br />
Косогляд, Григорий Давидович.<br />
Dokumente zu seiner Person: <a href="https://rgavmf.ru/fond/r-2192/fond-r-2192-opis-3/fond-r-2192-opis-3-edhr1523">https://rgavmf.ru/fond/r-2192/fond-r-2192-opis-3/fond-r-2192-opis-3-edhr1523</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref87" name="_ftn87">[87]</a> <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9F%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%BB%D1%8F%D0%BA%D0%BE%D0%B2,_%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B5%D0%B9_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9F%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%BB%D1%8F%D0%BA%D0%BE%D0%B2,_%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B5%D0%B9_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref88" name="_ftn88">[88]</a> Vgl. <a href="https://rv-ryazan.ru/old/news/50546.html">https://rv-ryazan.ru/old/news/50546.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref89" name="_ftn89">[89]</a> <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A5%D0%B0%D1%80%D1%87%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE,_%D0%92%D0%B8%D0%BA%D1%82%D0%BE%D1%80_%D0%9A%D0%BE%D0%BD%D0%B4%D1%80%D0%B0%D1%82%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A5%D0%B0%D1%80%D1%87%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE,_%D0%92%D0%B8%D0%BA%D1%82%D0%BE%D1%80_%D0%9A%D0%BE%D0%BD%D0%B4%D1%80%D0%B0%D1%82%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref90" name="_ftn90">[90]</a> Russisch: <strong>1-я гвардейская отдельная Брестско-Берлинская Краснознамённая орденов Суворова и Кутузова моторизованная инженерная бригада РГК</strong>.<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/1-%D1%8F_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D0%BC%D0%BE%D1%82%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B7%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%B8%D0%BD%D0%B6%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D1%80%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%B1%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%B0%D0%B4%D0%B0">https://ru.wikipedia.org/wiki/1-%D1%8F_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D0%BC%D0%BE%D1%82%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B7%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%B8%D0%BD%D0%B6%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D1%80%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%B1%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%B0%D0%B4%D0%B0</a></p>
<p><a href="#_ftnref91" name="_ftn91">[91]</a> Ebenda, S. 258 f.</p>
<p><a href="#_ftnref92" name="_ftn92">[92]</a> Berndt, Harald: Schloss Cecilienhof – nur eine Gedenkstätte? Anmerkungen zum konzeptionellen Umgang mit dem letzten Schlossbau der Hohenzollern. In: Zeitenblicke 7 (2008), Nr. 1, [05.06.2008], Absatz &lt;9&gt;, URL: http://www.zeitenblicke.de/2008/1/berndt/index_html, URN: urn:nbn:de:0009-9-13100</p>
<p><a href="#_ftnref93" name="_ftn93">[93]</a> Vgl. u.a. Hunter, Joy: Joy`s Journey. A Memoir, Umbria Press London, S. 100.</p>
<p><a href="#_ftnref94" name="_ftn94">[94]</a> <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/FBI_Criminal_Investigative_Division">https://en.wikipedia.org/wiki/FBI_Criminal_Investigative_Division</a></p>
<p><a href="#_ftnref95" name="_ftn95">[95]</a> Gemeint ist vermutlich Dr. jur. Karl Heinrich von Eckartsberg, Amtsgerichtsrat a.D. und Eigentümer des Hauses Wörther Straße 10 (heute: Menzelstraße).<br />
Er war Mitglied des Entomologischen Vereins zu Potsdam und hinterließ eine Sammlung, die heute zum Bestand der Entomologischen Sammlung (Insektensammlung) des Naturkundemuseums Potsdam zählt. Sein Enkel, Wolfgang von Eckartsberg, geb. 22.01.1924, diente als Leutnant und galt ab 18.02.1944 als vermißt. Eckartsberg muss nur kurzzeitig inhaftiert worden sein, um ihm auf diese Weise klarzumachen, dass er nunmehr kein Hauseigentum mehr habe und sich nach einer neuen Bleibe umsehen müsse. 1949 ist er in der Heinrichstraße 16 (heute. Clara-Zetkin-Straße 16) im Haus des Amtsrates a.D. G. Friedrich zu finden.<br />
(Siehe dazu „Dahlemer Blätter. Aus dem Schülerheim“ Nr. 1/2 v. Mai/August 1944, S. 3: <a href="https://www.altearndter.de/wp-content/uploads/2015/08/dahlemer_blaetter_1944-45.pdf">https://www.altearndter.de/wp-content/uploads/2015/08/dahlemer_blaetter_1944-45.pdf</a> )</p>
<p><a href="#_ftnref96" name="_ftn96">[96]</a> Grisebach, Hanna, a.a.O., S. 45 f.</p>
<p><strong>© Dr. Volker Punzel, GeschichtsManufaktur Potsdam </strong>(04.07.2020)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/07/05/cecilienhof-fruehjahr-1945-vom-schloss-zum-konferenzort/">Cecilienhof, Frühjahr 1945: Vom Schloss zum Konferenzort</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
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