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	<title>Sowjetunion Archive - 80 Jahre Potsdamer Konferenz</title>
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	<lastBuildDate>Tue, 13 Jan 2026 18:06:25 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>Die Häuser der sowjetischen Delegation</title>
		<link>https://konferenz.potsdam-chronik.de/2025/09/30/die-haeuser-der-sowjetischen-delegation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[geschichtsmanufaktur]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 10:27:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die nachfolgenden Ausführungen sind ein Versuch der Definition der von der sowjetischen Delegation auf der Potsdamer Konferenz genutzten Zone und der Verifizierung der darin befindlichen Häuser. Offizielle Dokumente &#8211; wie Telefon- oder Unterkunftsverzeichnisse &#8211; konnten bislang nicht gefunden werden. Im ersten Teil werden zunächst die Häuser behandelt, die sich direkt in dem von der sowjetischen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2025/09/30/die-haeuser-der-sowjetischen-delegation/">Die Häuser der sowjetischen Delegation</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die nachfolgenden Ausführungen sind ein Versuch der Definition der von der sowjetischen Delegation auf der Potsdamer Konferenz genutzten Zone und der Verifizierung der darin befindlichen Häuser. Offizielle Dokumente &#8211; wie Telefon- oder Unterkunftsverzeichnisse &#8211; konnten bislang nicht gefunden werden.</p>
<p>Im ersten Teil werden zunächst die Häuser behandelt, die sich direkt in dem von der sowjetischen Delegation benutzten Bereich befinden. Der zweite Teil befasst sich mit der Situation in Neubabelsberg nach dem Ende der Potsdamer Konferenz bis zur Auflösung des Sperrgebiets Neubabelsberg und der Übergabe der darin befindlichen Häuser an die Behörden der DDR am 1. Juli 1952.</p>
<h2>Teil 1 Potsdamer Konferenz Sommer 1945</h2>
<p>Als Grenzen des für die sowjetische Delegation geschaffenen Gebietes in Neubabelsberg lassen sich die Allee nach Glienicke im Norden, der Griebnitzsee im Osten, die heutige Rosa-Luxemburg-Straße im Westen und die Sauerbruchstraße im Süden bestimmen.<br />
Die <strong>Rekonstruktion</strong> ergab eine Gesamtzahl von 67 Häusern, die sich direkt darin befanden. Das waren in der Kaiserstraße 23 Häuser, in der Wasserstraße 8 Häuser, in der Bergstraße 6 Häuser, in der Behringstraße 6 Häuser, am Johann-Strauß-Platz 6 Häuser, in der Sauerbruchstraße 7 Häuser und in der Filchnerstraße 11 Häuser. Wie die auf dem Gebiet der Sternwarte und in der Straße An der Sternwarte stehenden Häuser genutzt wurden, muss noch untersucht werden.</p>
<p>Das entspricht der zuvor vermuteten Zahl 63 bis 68 Häusern. Darüber hinaus waren in Neubabelsberg außerhalb des für die Delegationen geschaffenen Sperrgebiets zahlreiche weitere Häuser beschlagnahmt worden, die nach der Konferenz in Einzelfällen zurückgegeben wurden.</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Kaiserstraße</span></h2>
<p>Heutige Bezeichnung: Karl-Marx-Straße</p>
<h3>Kaiserstr. 14</h3>
<p>&#8222;Übernahme 1952 durch DVA. Eigentümer: Schimmelpfennig.&#8220;</p>
<h3>Kaiserstr. 18</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 20</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 21</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 22</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 23</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 24</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 25</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 25a</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 26</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 27</h3>
<p><strong>Residenz von J. W. Stalin.</strong></p>
<h3>Kaiserstr. 28/29</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 30/31</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 32</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 33/34</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 35b</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 36a</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 38</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 41</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 44</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 46</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Kaiserstr. 54</h3>
<p>&#8222;Das Grundstück wurde zum Teil als Kohlenlager benutzt, so daß die untere Wohnung des Hauses durch die Inanspruchnahme ruiniert wurde. Lange Zeit Leerstand. Eigentümer: Schulz, Arnold.&#8220;</p>
<h3>Kaiserstr. 70</h3>
<p>&#8222;24.7.1957 Das Grundstück war während der Zeit der Nutzung durch sowjetische Einheiten mehrere Jahre nicht bewohnt.&#8220;</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Wasserstraße</span></h2>
<p>Heutige Bezeichnung: Wasserstraße</p>
<h3>Wasserstr. 1</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Wasserstr. 2</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Wasserstr. 3</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Wasserstr. 4</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Wasserstr. 5</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Wasserstr. 6</h3>
<p>&#8222;28.5.1957: Das Mietwohngrundstück Wasserstr. 6 wurde Anfang 1945 einschließlich dem gesamten Eigentum von 11 Familien durch die sowjetischen Besatzungstruppen zu deren Nutzung beschlagnahmt. &#8230;der bauliche Zustand des Grundstücks verschlechterte sich von Jahr zu Jahr. Hinzu kam die unsachgemäße bauliche Veränderung eines der drei Wohnhäuser, das in eine Garage verwandelt wurde &#8230;. Eigentümer: Vogel, Siegfried/Volkwein, Waltraud.&#8220;</p>
<h3>Wasserstr. 7</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Wasserstr. 8</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Wasserstr. 9</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Bergstraße</span></h2>
<p>Heutige Bezeichnung: Spitzweggasse</p>
<h3>Bergstr. 1</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Bergstr. 2</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Bergstr. 3</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Bergstr. 4</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Bergstr. 5</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Bergstr. 6</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Behringstraße</span></h2>
<p>Heutige Bezeichnung: Behringstraße</p>
<h3>Behringstr. 82</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Behringstr. 83</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Behringstr. 88</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Behringstr. 90</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Behringstr. 91</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Behringstr. 92</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Johann-Strauß-Platz</span></h2>
<p>Heutige Bezeichnung: Johann-Strauß-Platz</p>
<h3>Johann-Strauß-Platz 1</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Johann-Strauß-Platz 2</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Johann-Strauß-Platz 3</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Johann-Strauß-Platz 4</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Johann-Strauß-Platz 5</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Johann-Strauß-Platz 11</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Sauerbruchstraße</span></h2>
<p>Heutige Bezeichnung: Sauerbruchstraße</p>
<h3>Sauerbruchstr. 12</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Sauerbruchstr. 13</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Sauerbruchstr. 14</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Sauerbruchstr. 15</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Sauerbruchstr. 16</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Sauerbruchstr. 17</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Sauerbruchstr. 20</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Filchnerstraße</span></h2>
<p>Heutige Bezeichnung: Rosa-Luxemburg-Straße</p>
<h3>Filchnerstr. 15</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Filchnerstr. 14</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Filchnerstr. 13</h3>
<p>Herbst 1956: Übernahme des Grundstücks durch Deutsche Hochschule für Filmkunst, zuvor DASR.<br />
Enteignung auf Grundlage des Befehls Nr. 245. Eigentümerin: Krag, Erna, Lövenich (?) bzw. Wernigerode</p>
<h3>Filchnerstr. 12</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Filchnerstr. 11</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Filchnerstr. 10</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Filchnerstr. 9</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Filchnerstr. 8</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Filchnerstr. 7</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Filchnerstr. 6</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h3>Filchnerstr. 5</h3>
<p>Nutzung unbekannt.</p>
<h2>Teil 2 August 1945 &#8211; Juli 1952</h2>
<p>Im Brandenburgischen Landeshauptarchiv und im Stadtarchiv Potsdam befinden sich verschiedene Dokumente mit Informationen zur Nutzung der Häuser von Neubabelsberg nach dem Ende der Potsdamer Konferenz. Ein genauer Überblick kann jedoch nur entstehen, in dem die bislang eingesehenen Dokumente gründlich ausgewertet werden und eine systematische Suche nach weiteren Akten erfolgt. Die ausgewerteten Akten wurden in einer Quellenliste zusammengefasst und die darin aufgeführten Objekte miteinander abgeglichen.</p>
<p>Für die von der Sowjetarmee genutzten Häuser waren verschiedene Verwaltungen tätig.</p>
<p>1948                Beauftragter für Bauten der Besatzungsmacht, Oberbaurat Richard, Potsdam, Schwertfegerstr. 8</p>
<p>1950                Ketsch, Potsdam, Behlertstraße 4a (ermittelter Mitarbeiter Major Bebeschkow)</p>
<p>1951                 Zentralbaubüro für Bauten der Besatzungsmacht Luckenwalde, Sitz: Potsdam (?), Mauerstr. 13</p>
<p>Per 1. Juli 1952 waren von der sowjet. Dienststelle alle Grundstücke des ehemals abgesperrten Gebietes in Potsdam-Babelsberg übergeben worden. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Akademie_f%C3%BCr_Staats-_und_Rechtswissenschaft_der_DDR">Deutsche Verwaltungs-Akademie (DVA)</a> war der neue Nutzer. Nachfolgende Übersicht enthält die in Dokumenten nach der Übergabe aufgelisteten Objekte, die sich zuvor im Sperrgebiet befanden. In einzelnen Fällen gab es Vermerke. In anderen waren nur Adresse und vormaliger Eigentümer aufgeführt.</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">An der Sandscholle</span></h2>
<h3>An der Sandscholle 2</h3>
<h3>An der Sandscholle 4</h3>
<h2><span style="color: #ff0000;">August-Bebel-Straße</span></h2>
<h3>August-Bebel-Str. 13</h3>
<h2><span style="color: #ff0000;">August-Bier-Straße</span></h2>
<h3>August-Bier-Str. 2</h3>
<p>&#8222;Ab 1945 von sowjetischen Einheiten genutzt; keine Nutzung durch DVA, 1.10.1956 den Eigentümern übergeben. Eigentümer: Baumann`sche Erben&#8220;</p>
<h3>August-Bier-Str. 12</h3>
<p>&#8222;Gebäude von sowjetischen Einheiten ´abgetragen. `1.3.1957: Das Grundstück ist durch die Nutzung durch sowjetische Einheiten zu 80% zerstört, die Reste des hauses sind ebenfalls unbrauchbar und müssen angerissen werden. Eigentümer: Strohkorb, Eduard&#8220;</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Domstraße</span></h2>
<h3>Domstr. 2-8</h3>
<h3>Domstr. 25-27</h3>
<h3>Domstr. 26</h3>
<p>&#8222;Bis zum 1.7.52 von der Besatzungsmacht in Anspruch genommen. Eigentümerin: Lange Hilde, Potsdam H.-Maaß-Str. 22a&#8220;</p>
<h3>Domstr. 31</h3>
<p>&#8222;Nutzung als Kasernengebäude. Eigentümerin: Bredereck, Margarete.&#8220;</p>
<h3>Domstr. 40</h3>
<h3>Domstr. 46</h3>
<p>&#8222;Nutzung des Grundstücks durch sowjetische Einheiten. Eigentümer: Milchhöfer Erich.&#8220;</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Espengrund</span></h2>
<h3>Espengrund 7</h3>
<h2><span style="color: #ff0000;">Fontanestraße</span></h2>
<h3>Fontanestr. 10</h3>
<h3>Fontanestr. 13</h3>
<h3>Fontanestr. 15</h3>
<p>&#8222;Schäden wegen Nutzung durch Sowjetarmee. Eigentümerin: Ollenroth, Elisabeth, Potsdam, Uhlandstr. 19&#8220;</p>
<h3>Fontanestr. 20</h3>
<h2><span style="color: #ff0000;">Freiligrathstraße</span></h2>
<h3>Freiligrathstr. 1(?)</h3>
<p>&#8222;1952 von DVA übernommen, vorher Sowjetarmee, 1958 Übergang in Verwaltung des damaligen Eigentümers, 1958 Kauf durch Ruppin, Susanne-Eva.&#8220;</p>
<h3>Freiligrathstr. 5</h3>
<h3>Freiligrathstr. 7</h3>
<h3>Freiligrathstr. 10</h3>
<h2><span style="color: #ff0000;">Goethestraße</span></h2>
<h3>Goethestr. 48</h3>
<h3>Goethestr. 50</h3>
<h3>Goethestr. 75</h3>
<h2><span style="color: #ff0000;">Griebnitzstraße</span></h2>
<h3>Griebnitzstr. 3, 4, 5, 5a, 6</h3>
<p>&#8222;1954 noch beschlagnahmt. Eigentümerin: Werner, Margarete&#8220;</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Herderstraße</span></h2>
<h3>Herderstr. 1</h3>
<h3>Herderstr. 4</h3>
<p>&#8222;Von der Sowjetarmee als Schweinestall genutzt. Eigentümer: Ring, Hubert.&#8220;</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Johann-Strauß-Platz</span></h2>
<h3>Johann-Strauß-Platz 5</h3>
<h2><span style="color: #ff0000;">Karl-Marx-Straße</span></h2>
<h3>Karl-Marx-Str. 10a</h3>
<h3>Karl-Marx-Str. 15</h3>
<h3>Karl-Marx-Str. 41</h3>
<h3>Karl-Marx-Str. 51</h3>
<h3>Karl-Marx-Str. 54a</h3>
<h3>Karl-Marx-Str. 58</h3>
<h3>Karl-Marx-Str. 59</h3>
<h3>Karl-Marx-Str. 70</h3>
<h3>Karl-Marx-Str. 72</h3>
<p>&#8222;Leerstand während der Zeit der Besetzung. Eigentümerin, Ramm, Elfriede, Werder/Havel, Puschkinallee 22.&#8220;</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Körnerweg</span></h2>
<h3>Körnerweg 2</h3>
<p>&#8222;8.11.1957  Das Grundstück des Herrn Arthur Maessing (Schweinfurt a. Main) befand sich bei der Übernahme durch die Akademie in einem nicht bewohnbaren Zustand.&#8220;</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Lessingstraße</span></h2>
<p>&#8222;Die gesamten Gebäude in der Lessingstraße von Soldaten der Roten Armee bewohnt bzw. einige Gebäude als Arrestgebäude verwandt worden. &#8230; Im besonderen waren fast in jeder Etage von der Besatzungsmacht die Räume miteinander verbunden worden.&#8220;</p>
<h3>Lessingstr. 38</h3>
<p>&#8222;3.5.1957 Während der Zeit der Nutzung des Grundstücks durch sowjetische Einheiten hat es als Kaserne gedient. Beschlagnahmung des Grundstücks 19. August 1945 bis Oktober 1950. Eigentümerin: Andreas, Minna.&#8220;</p>
<h3>Lessingstr. 39</h3>
<h3>Lessingstr. 40 u. 42</h3>
<p>&#8222;2.2.1956 Von den sowjetischen Freunden wurde beide Gebäude als Dienstgebäude verwandt, u.a. waren Arrestzellen eingerichtet und in einzelnen Wohnungen Mauerdurchbrüche vorgenommen worden.&#8220;</p>
<h3>Lessingstr. 41</h3>
<h3>Lessingstr. 43/45</h3>
<p>&#8222;Schäden infolge Nutzung durch sowjetische Einheiten. Eigentümerin: Reipert, Frieda, Babelsberg, Rudolf-Breitscheid-Str. 78.&#8220;</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Pasul-Neumann-Straße</span></h2>
<h3>Paul-Neumann-Str. 92</h3>
<h2><span style="color: #ff0000;">Reuterstraße</span></h2>
<h3>Reuterstr. 19</h3>
<h3>Reuterstr. 21</h3>
<h3>Reuterstr. 24</h3>
<h2><span style="color: #ff0000;">Robert-Koch-Straße</span></h2>
<h3>Robert-Koch-Str. 1a</h3>
<h3>Robert-Koch-Str. 5</h3>
<h3>Robert-Koch-Str. 8a</h3>
<p>&#8222;Als ich mein Haus 1945 verlassen mußte, befand es sich in einem einwandfreien Zustand.&#8220; Erste Reparaturen durch Eigentümerin 1952. Eigentümerin: Murach, Meta, Babelsberg, Kopernikusstr. 17.</p>
<h3>Robert-Koch-Str. 9</h3>
<h2><span style="color: #ff0000;">Rosa-Luxemburg-Straße</span></h2>
<h3>Rosa-Luxemburg-Str. 13</h3>
<h3>Rosa-Luxemburg-Str. 15</h3>
<h3>Rosa-Luxemburg-Str. 21</h3>
<h3>Rosa-Luxemburg-Str. 23/24</h3>
<h3>Rosa-Luxemburg-Str. 40</h3>
<h3>Rosa-Luxemburg-Str. 41</h3>
<h2><span style="color: #ff0000;">Rudolf-Breitscheid-Straße</span></h2>
<h3>Rudolf-Breitscheid-Straße 134/136</h3>
<p>&#8222;1.7.1952 Übernahmedurch DASR. Eigentümerin: Baehr, Gertrud von.&#8220;</p>
<h3>Rudolf-Breitscheid-Straße 154</h3>
<h3>Rudolf-Breitscheid-Straße 158</h3>
<h3>Rudolf-Breitscheid-Straße 200</h3>
<h2><span style="color: #ff0000;">Stahnsdorfer Straße</span></h2>
<h3>Stahnsdorfer Str. 70</h3>
<h3>Stahnsdorfer Str. 72</h3>
<h3>Stahnsdorfer Str. 76/78</h3>
<p>&#8222;Lindenpark&#8220; durch sowjetische Einheiten als Klubhaus genutzt. 1957 Freigabe des Grundstücks durch DVA, Umbau als Klubhaus der Gewerkschaft Wissenschaft. Eigentümerin: Frau Bosdorf.&#8220;</p>
<h3>Stahnsdorfer Str. 100 u. 100a</h3>
<p>&#8222;Eigentümer: Glatzel, Willi. Keglerheim Waldschlößchen, auch Betreiber Gaststätte Jagdschloß Stern bzw. ´Altes Jagdschloß Stern`. 1.7.1957 Rückgabe durch DASR an Glatzel. Überlegungen zur Wiederherstellung der 10 Kegelbahnen und des Gaststättenbetriebes.&#8220;</p>
<h3>Stahnsdorfer Str. 102 u. 102a</h3>
<p>&#8222;Waldhaus&#8220; (102a) bisher als Studentenwohnheim genutzt, jetzt, 1957, Umnutzung zu Wohnungen. Vom 1.10.1945 (102) bzw. ab 15.5.1946 (102a &#8211; Waldhaus) von der Sowjetarmee beschlagnahmt, bis 30.6.1952. Eigentümerin: Bernert, Emilie.&#8220;</p>
<h3>Stahnsdorfer Str. 104</h3>
<p>&#8222;Von der Roten Armee bewohnt. Eigentümer: Ernst von Küchler.&#8220;</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Steinstraße</span></h2>
<h3>Steinstraße 18</h3>
<p>&#8222;Übernahme des Grundstücks 1.7.1952. Eigentümer: Rietz, Fritz.&#8220;</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Teltowerstraße</span></h2>
<h3>Teltowerstraße 2</h3>
<h2><span style="color: #ff0000;">Virchowstraße</span></h2>
<h3>Virchowstr. 2</h3>
<h3>Virchowstr. 9/11</h3>
<p>&#8222;28.03.1957 In diesem Grundstück war bisher die HO-Gaststätte ´Einheit` untergebracht. Wegen Unrentabilität ist die Gaststätte geschlossen worden. Übernahme durch die DASR. Übergabe an Hochschule für Filmkunst vorgesehen. Eigentümerin: Wieske, Lucie&#8220;</p>
<h3>Virchowstr. 9/11</h3>
<p>&#8222;1957 als Internat für Studenten genutzt. Großer Schwammschaden aus der Besatzungszeit. Eigentümer: Stülpnagel, Joachim von.&#8220;</p>
<h3>Virchowstr. 28</h3>
<h3>Virchowstr. 30/32</h3>
<h3>Virchowstr. 33</h3>
<p>&#8222;Nutzung durch Sowjetarmee. Eigentümer: Dr. Rostoski, Leopold.&#8220;</p>
<h3>Virchowstr. 38</h3>
<h3>Virchowstr. 40</h3>
<h3>Virchowstr. 45</h3>
<h3>Virchowstr. 47</h3>
<h3>Virchowstr. 48</h3>
<h3>Virchowstr. 49</h3>
<p>&#8222;Schäden aufgrund der Nutzung des Grundstücks durch sowjetische Einheiten. Eigentümer: Kiekebusch, Robert, Berlin-Frohnau&#8220;</p>
<h2><span style="color: #ff0000;">Wasserstraße</span></h2>
<h3>Wasserstr. 6</h3>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2025/09/30/die-haeuser-der-sowjetischen-delegation/">Die Häuser der sowjetischen Delegation</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Brücken der Potsdamer Konferenz 1945</title>
		<link>https://konferenz.potsdam-chronik.de/2021/02/07/die-bruecken-der-potsdamer-konferenz-1945/</link>
					<comments>https://konferenz.potsdam-chronik.de/2021/02/07/die-bruecken-der-potsdamer-konferenz-1945/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[geschichtsmanufaktur]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Feb 2021 11:56:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 15. Juni 1945 bis Ende 1949 diente eine zwischen dem 17. Mai 1945 und dem 14. Juni 1945 von Pioniereinheiten der Roten Armee gebaute Holzbrücke als provisorische Havelquerung und Ersatz für die am 30. April 1945 zerstörte Glienicker Brücke. Während der Potsdamer Konferenz wurde sie von den Staatsoberhäuptern der Mächte der Antihitlerkoalition genutzt, wenn [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2021/02/07/die-bruecken-der-potsdamer-konferenz-1945/">Die Brücken der Potsdamer Konferenz 1945</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Vom 15. Juni 1945 bis Ende 1949 diente eine zwischen dem 17. Mai 1945 und dem 14. Juni 1945 von Pioniereinheiten der Roten Armee gebaute Holzbrücke als provisorische Havelquerung und Ersatz für die am 30. April 1945 zerstörte Glienicker Brücke. Während der Potsdamer Konferenz wurde sie von den Staatsoberhäuptern der Mächte der Antihitlerkoalition genutzt, wenn sie von ihren Residenzen in Neubabelsberg zum Konferenz Cecilienhof und zurück fuhren. Ab dem 20. Dezember 1949 ging der Verkehr wieder über die seit 1947 wiederaufgebaute und am 19. Dezember 1949 offiziell freigegebene Glienicker Brücke.<br />
Der nachfolgende Beitrag schließt an den am 24.02.2020 veröffentlichten Beitrag an </em><a href="https://potsdam.presseclubpotsdam.com/wie-gelangten-stalin-churchill-und-truman-von-ihren-neubabelsberger-residenzen-zum-schloss-cecilienhof/"><strong><em>„Wie gelangten Stalin, Churchill und Truman von ihren Neubabelsberger Residenzen zum Schloss Cecilienhof?“</em></strong></a><em> und präzisiert die dort getätigten Aussagen unter Heranziehung von im Brandenburgischen Landeshauptarchiv gefundener Dokumente und von Informationen aus anderen Quellen.</em></p>
<h2><strong>Die Holzbrücke beim Schloss Glienicke</strong></h2>
<p>Die bei km 28,6 die Potsdamer Havel querende Glienicker Brücke wurde im Zuge der Kämpfe um Potsdam Ende April 1945 gesprengt. Eine Sprengstelle befand sich im Brückenfeld 4-5 der linken Seitenöffnung und eine zweite an den Brückenfeldern zwischen den Knotenpunkten 20-22. Wie sich bei Arbeiten an der zerstörten Brücke im Juli 1946 herausstellte, gab es weitere, jedoch nicht gezündete Sprengladungen. In einem Bericht heißt es dazu:</p>
<p>An der zerstörten Glienicker-Brücke sollten jetzt Teile der Konstruktion, die noch in das Durchfahrtsprofil hineinragen, abgebrannt werden. Dabei zeigte sich, dass sich dort noch Sprengkörper und Pulverladungen usw. befinden, die bei dem Abbrennen in Brand gerieten.<br />
Da die Brücke vielfach von Anglern und Badenden betreten wird, setzen sich diese einer grossen Gefahr aus. Ich habe deshalb veranlasst, dass ein Verbotsschild an der Brücke angebracht wird.<a href="#_ftn1" name="_ftnref1"><strong>[1]</strong></a></p>
<p>Im Mai 1945 war das noch nicht bekannt, und es spielte für die Verantwortlichen auch keine Rolle. Ihr Hauptproblem damals war, wie der Landverkehr trotz der zerstörten Glienicker Brücke über die Havel geführt werden konnte. Bereits am 17. Mai 1945 formulierte die damals noch in Potsdam residierende Wasserstraßendirektion Kurmark<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a> erste Überlegungen für einen Wiederaufbau der Glienicker Brücke.</p>
<blockquote><p>Die Glienicker Brücke ist im 3. bezw. 4. Feld hinter dem westlichen (Potsdamer) Strompfeiler gesprengt. Sie ist daher in den Gurtungen gerissen. Durch die Erschütterung ist auch das Portal über dem westlichen Strompfeiler durch die beiden Pfeilerköpfe hindurchgesackt, sodaß an der Sprengstelle die Fahrbahn zum Teil unter Wasser liegt. An dem östlichen Strompfeiler hat sich das Tragwerk über die Landöffnung hinweg zum großen Teil erhalten und kragt über dem Pfeiler bis zur 4. Vertikale hinaus, sodass unter der östlichen Landöffnung und unter dem verkragenden Teil der Brücke eine Durchfahrtmöglichkeit besteht, jedoch können Fahrzeuge mit hochherausragenden Aufbauten nur bei niedrigeren Wasserständen als den jetzigen hindurchkommen. Zur Erleichterung der Durchfahrt werden die von der Brücke herabhängenden zerstörten Konstruktionsteile zu beseitigen sein.<br />
Eine Beseitigung der Brücke und ein darauf folgender Neubau erfordert außerordentlich umfangreiche Arbeiten. Es ist daher eine vorläufige Herstellung der Benutzbarkeit der Brücke in Aussicht zu nehmen.<br />
Für den Fußgängerverkehr würde es genügen, eine Treppe von dem westlichen Widerlager zur Brückenfahrbahn herunterzuführen und ihn über die Fahrbahn weiterzuleiten und zwar möglichst auf der linken Seite, damit Raum für eine Fuhrwerksfahrbahn auf der rechten Seite verbleibt. Die Stelle, an der die Fahrbahn im Wasser liegt, müßte überbrückt werden, der im Wasser liegende Panzer könnte dabei als Stütze verwendet werden. Kleinere nach Osten zu gelegene Öffnungen und die Öffnung von der Brückenfahrbahn zum Widerlager müßte durch Bohlen überbrückt werden.<br />
Für die Wiederaufnahme eines Fahrverkehrs dürfte es zweckmäßig sein, eine 7 m breite Fahrbahn herzustellen. Sie müßte in ihrer Höhenlage gradlinig von dem westlichen Widerlager bis zur 4. Vertikale westlich des östlichen Widerlagers durchgeführt werden. Aufzubauen wäre sie auf Böcken, die auf der alten schrägen und zu tief liegenden Fahrbahn abgestützt werden. Von der 4. Vertikale westlich des östlichen Pfeilers kann die alte Fahrbahn unter Überbrückung der bei dem Fußgängersteg erwähnten Lücke benutzt werden, namentlich, wenn sie diagonal von der rechten Seite der Fahrbahn zur Mitte am östlichen Widerlager geführt wird.<br />
Die Maßnahme kann erst getroffen werden, wenn Übereinstimmung mit der russ. Kommandantur erzielt ist.<a href="#_ftn3" name="_ftnref3"><strong>[3]</strong></a></p></blockquote>
<p>Baurat Ademeit, der das Schreiben unterzeichnet hatte (und vermutlich auch Urheber des Inhalts), war mit diesen Überlegungen seiner Zeit um Monate voraus. Zudem wusste er offensichtlich nichts von den Zwängen, denen die sowjetischen Besatzungsbehörden unterlagen. Vor allem von jenen, die sich aus der Bestimmung Potsdams als Tagungsort für die Konferenz der Großen Drei im Juli/August 1945 ergaben.</p>
<p>Ab ungefähr 17. Mai 1945 bis 14. Juni 1945 errichteten Pioniere der 61. Ingenieur-Pionierbrigade der 5. Stoßarmee<a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a> der 1. Belorussischen Front<a href="#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a> eine hölzerne Jochbrücke. Sie hatte eine Breite von 9,8 m und war 143 m lang. Getragen wurde sie von 15 Jochen, die 7 m bis 16,40 m voneinander entfernt standen. Der größte Abstand zwischen den Pfahljochen befand sich in der Mitte des Flusses.</p>
<p>Kommandeur der 61. Ingenieur-Pionierbrigade war Gardeoberst Nikolaj Nikitowitsch Tschewytschelow. Ihm unterstanden das 116. Ingenieur-Pionierbataillon<a href="#_ftn6" name="_ftnref6">[6]</a> unter dessen Kommandeur Gardemajor Pjotr Fedosejewitsch Tschuiko<a href="#_ftn7" name="_ftnref7">[7]</a>, das 117. Ingenieur-Pionierbataillon unter Gardemajor Iwan Wassiljewitsch Schabatin<a href="#_ftn8" name="_ftnref8">[8]</a>, das 130. Ingenieur-Pionierbataillon unter Gardemajor Terentij Tarassowitsch Aleko<a href="#_ftn9" name="_ftnref9">[9]</a> und das 260. Ingenieur-Pionierbataillon unter Gardemajor Nikolai Wassiljewitsch Strelnitschenko<a href="#_ftn10" name="_ftnref10">[10]</a>.</p>
<figure id="attachment_2204" aria-describedby="caption-attachment-2204" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-2204 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Tschewytschelow-697x1024.jpg" alt="" width="640" height="940" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Tschewytschelow-697x1024.jpg 697w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Tschewytschelow-1045x1536.jpg 1045w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Tschewytschelow-1394x2048.jpg 1394w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Tschewytschelow-204x300.jpg 204w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Tschewytschelow-768x1128.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Tschewytschelow.jpg 1413w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption id="caption-attachment-2204" class="wp-caption-text">Gardeoberst Nikolaj Nikitowitsch Tschewytschelow.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2205" aria-describedby="caption-attachment-2205" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-2205 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Tschuiko-709x1024.jpg" alt="" width="640" height="924" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Tschuiko-709x1024.jpg 709w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Tschuiko-208x300.jpg 208w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Tschuiko-768x1109.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Tschuiko.jpg 907w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption id="caption-attachment-2205" class="wp-caption-text">Gardemajor Pjotr Fedosejewitsch Tschuiko.</figcaption></figure>
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<figure id="attachment_2206" aria-describedby="caption-attachment-2206" style="width: 212px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Schabatin.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-2206 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Schabatin.jpg" alt="" width="212" height="318" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Schabatin.jpg 212w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Schabatin-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 212px) 100vw, 212px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2206" class="wp-caption-text">Gardemajor Iwan Wassiljewitsch Schabatin.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2207" aria-describedby="caption-attachment-2207" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Aleko.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2207 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Aleko-662x1024.jpg" alt="" width="640" height="990" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Aleko-662x1024.jpg 662w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Aleko-194x300.jpg 194w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Aleko-768x1189.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Aleko.jpg 955w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2207" class="wp-caption-text">Gardemajor Terentij Tarassowitsch Aleko.</figcaption></figure>
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<figure id="attachment_2208" aria-describedby="caption-attachment-2208" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Strelnitschenko.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2208 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Strelnitschenko-692x1024.jpg" alt="" width="640" height="947" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Strelnitschenko-692x1024.jpg 692w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Strelnitschenko-203x300.jpg 203w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Strelnitschenko-768x1137.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Strelnitschenko.jpg 850w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2208" class="wp-caption-text">Gardemajor Nikolai Wassiljewitsch Strelnitschenko.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>Als Ersatz für die gesprengte Brücke wurde oberhalb derselben von russischen Pionieren in einer mittleren Entfernung von rund 22 m eine hölzerne rd. 9,8 m breite und 143 m lange Jochbrücke mit 15 Jochen in Achsabständen von 7 bis 16,40 m erbaut. Für die Durchführung der Schiffahrt sind zwei Öffnungen von rd. 12 m lichter Weite in der Mittelöffnung bzw. von rd. 14 m in der linken Seitenöffnung zwischen den Leitwerken angeordnet. An den Brückenjochen sind keine Eisbrecher als Schutz gegen Eisgang vorgesehen.<a href="#_ftn11" name="_ftnref11">[11]</a></p></blockquote>
<p>Die Traglast der Brücke soll bei 60 Tonnen gelegen haben, wie aus einem Schreiben des Tiefbauamtes der Stadt Potsdam an das Wasserstraßenamt Potsdam vom 3. Dezember 1946 hervorgeht.</p>
<blockquote><p>Die Glienicker Notbrücke ist durch die Russen gebaut worden. Nach ihrer Fertigstellung ist sie in die Unterhaltung der Stadt Potsdam übernommen worden. Es ist hier nicht bekannt, wer die Hinweisschilder – 60 to Tragfähigkeit – angebracht hat. Eine statische Berechnung über die Tragfähigkeit der Brücke ist vom Tiefbauamt nicht aufgestellt worden. Wir halten die angegebene Tragfähigkeit von 60 to für zu hoch.<a href="#_ftn12" name="_ftnref12"><strong>[12]</strong></a></p></blockquote>
<p>Beim Bau von Brücken für militärische Zwecke konnten die Pioniere der Roten Armee (ab 1946 Sowjetarmee) auf entsprechende Handbücher zurückgreifen. 1939 hatte der Verlag des Volkskommissariats für Verteidigung in dritter überarbeiteter Auflage das Handbuch „<em>Voyenno-inzhenernoye delo</em>“ (Militär-Ingenieur-Angelegenheiten), Autor D. Ushakov<a href="#_ftn13" name="_ftnref13">[13]</a>, veröffentlicht. Umfang 96 Seiten.<br />
Auf den Seiten 75 bis 89 wird der Bau verschiedener Typen von Brücken beschrieben, aus Holz oder mit Pontons errichtet. Über die zulässige Traglast wird nichts ausgeführt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2209 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Titel-1939.jpg" alt="" width="745" height="974" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Titel-1939.jpg 745w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Titel-1939-229x300.jpg 229w" sizes="auto, (max-width: 745px) 100vw, 745px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Brueckentyp-1.gif"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2210 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Brueckentyp-1.gif" alt="" width="610" height="482" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Brueckentyp-1.gif 610w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Brueckentyp-1-300x237.gif 300w" sizes="auto, (max-width: 610px) 100vw, 610px" /></a></p>
<p>Der von der Roten Armee genutzte Panzer vom Typ T-34<a href="#_ftn14" name="_ftnref14">[14]</a>, um nur ein Beispiel zu nennen, hatte ein Gewicht von rund 31 Tonnen. Der von der Roten Armee standardmäßig genutzte LKW vom Typ ZIS-5<a href="#_ftn15" name="_ftnref15">[15]</a> kam auf rund 6 Tonnen. Bei der Bewertung der möglichen Traglast der Holzbrücke ist zu beachten, über welchen Zeitraum sie sehr hoch belastet wurde und wie lange sie stehen sollte. Die Durchfahrtshöhe der Notbrücke orientierte sich an der der Glienicker Brücke, also über 5 m. Schließlich sollten sie auch Dampfschiffe mit Schornsteinen passieren können. Wobei es bis in die 1960er, teilweise sogar bis in die 1970er Jahre üblich war, dass die mit Dampfmaschinen betriebenen Schiffe beim Durchfahren von Brücken die Schornsteine umlegten.<a href="#_ftn16" name="_ftnref16">[16]</a></p>
<p>Am 13. Juni 1945 hielt der Potsdamer Werner von Kieckebusch in seinem Tagebuch fest:</p>
<blockquote><p>Anneli musste morgens auf dem Arbeitsamt antreten und wurde in einer Amazonenkolonne nach der Glienicker Brücke geführt, wo alle Zementplatten u. kleine Pflastersteine für die Zufahrt zur neuen Brücke tragen mussten, die jetzt von den Russen neben der gesprengten gebaut wird. Alle Abfälle der dicken Kiefern holten sich die Potsdamer, worauf wir uns einen Handwagen borgten und abends zu dritt auch hinfuhren. Mit 10 Zigaretten machten wir einige Russen weich und bekamen außer Kleinholz 5 riesige Kiefernrollen, jede ca. 1 ½ m lang und 30-35 cm stark, so dass wir sie kaum an den Wagen heranschleppen konnten.<a href="#_ftn17" name="_ftnref17"><strong>[17]</strong></a></p></blockquote>
<p>Bezogen auf die bei Nedlitz von den russischen Truppen errichteten hölzernen Notbrücken hatte er einige Tage zuvor festgehalten, dass diese innerhalb von drei Tagen fertig waren.<a href="#_ftn18" name="_ftnref18">[18]</a></p>
<p><figure id="attachment_2211" aria-describedby="caption-attachment-2211" style="width: 445px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Jochbruecke.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2211 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Jochbruecke.jpg" alt="" width="445" height="363" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Jochbruecke.jpg 445w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Jochbruecke-300x245.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 445px) 100vw, 445px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2211" class="wp-caption-text">Jochbrücke (Schema) [19]</figcaption></figure><strong><a href="#_ftn19" name="_ftnref19"></a></strong>Zur Beleuchtung standen auf der Brücke Lichtmasten, zur Sicherung der Stützen im Bereich der Schiffsdurchfahrt waren Leitwerke<a href="#_ftn20" name="_ftnref20">[20]</a> angebracht worden und an beiden Seiten wurde sie von Posten der Roten Armee bzw. Sowjetarmee bewacht. 1946 ging die Aufgabe der Bewachung an die Potsdamer Polizei über. Sowjetische Wachtposten waren aber weiterhin präsent. Zumal die Brücke ab Juli 1945 gewissermaßen einen (Grenz-) Übergang zwischen dem sowjetischen und dem amerikanischen Sektor bildete. Dieser Charakter der Grenze zwischen zwei Sektoren ging auf die Glienicker Brücke über und endete erst im November 1989 bzw. am 3. Oktober 1990.</p>
<figure id="attachment_2212" aria-describedby="caption-attachment-2212" style="width: 701px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Plan-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2212 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Plan-1.jpg" alt="" width="701" height="892" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Plan-1.jpg 701w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Plan-1-236x300.jpg 236w" sizes="auto, (max-width: 701px) 100vw, 701px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2212" class="wp-caption-text">Situation an der Glienicker Brücke 1945 (Überblick). [21]</figcaption></figure>
<figure id="attachment_2213" aria-describedby="caption-attachment-2213" style="width: 530px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Plan-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2213 " src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Plan-2.jpg" alt="" width="530" height="674" /></a><figcaption id="caption-attachment-2213" class="wp-caption-text">Lage der Notbrücke (Behelfsbrücke). [22]</figcaption></figure>
<figure id="attachment_2214" aria-describedby="caption-attachment-2214" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Behelfsbruecke-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2214 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Behelfsbruecke-1-1024x443.jpg" alt="" width="640" height="277" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Behelfsbruecke-1-1024x443.jpg 1024w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Behelfsbruecke-1-300x130.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Behelfsbruecke-1-768x332.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Behelfsbruecke-1.jpg 1462w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2214" class="wp-caption-text">Verkehrsführung an der Notbrücke (auf der Zeichnung unten) ab 15. Juni 1945. [23]</figcaption></figure>
<figure id="attachment_2215" aria-describedby="caption-attachment-2215" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Behelfsbruecke-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2215 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Behelfsbruecke-2-1024x534.jpg" alt="" width="640" height="334" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Behelfsbruecke-2-1024x534.jpg 1024w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Behelfsbruecke-2-300x156.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Behelfsbruecke-2-768x400.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Behelfsbruecke-2.jpg 1492w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2215" class="wp-caption-text">Notbrücke. Zeichnung Querschnitte. [24]</figcaption></figure>
<figure id="attachment_1917" aria-describedby="caption-attachment-1917" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Glienicker-Bruecke-1947-Beitragsbild.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1917 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Glienicker-Bruecke-1947-Beitragsbild-1024x662.jpg" alt="" width="640" height="414" /></a><figcaption id="caption-attachment-1917" class="wp-caption-text">Die Notbrücke (links) im Jahr 1947. [25]</figcaption></figure>
<figure id="attachment_2216" aria-describedby="caption-attachment-2216" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Notbruecke-1-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2216 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Notbruecke-1-1024x687.jpg" alt="" width="640" height="429" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Notbruecke-1-1024x687.jpg 1024w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Notbruecke-1-1536x1030.jpg 1536w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Notbruecke-1-2048x1374.jpg 2048w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Notbruecke-1-300x201.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Notbruecke-1-768x515.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2216" class="wp-caption-text">Die Notbrücke (hinter der zerstörten Glienicker Brücke) von Potsdam aus gesehen. [26]</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2218" aria-describedby="caption-attachment-2218" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Notbruecke-2-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2218 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Notbruecke-2-1024x722.jpg" alt="" width="640" height="451" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Notbruecke-2-1024x722.jpg 1024w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Notbruecke-2-1536x1084.jpg 1536w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Notbruecke-2-2048x1445.jpg 2048w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Notbruecke-2-300x212.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Notbruecke-2-768x542.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2218" class="wp-caption-text">Die Notbrücke links vor Beginn der Bauarbeiten an der Glienicker Brücke im Jahr 1947. [27]</figcaption></figure>
<figure id="attachment_2219" aria-describedby="caption-attachment-2219" style="width: 760px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/4180fb68-91f7-11ea-8eef-d2ef68bdbb43_w760.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2219 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/4180fb68-91f7-11ea-8eef-d2ef68bdbb43_w760.jpg" alt="" width="760" height="507" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/4180fb68-91f7-11ea-8eef-d2ef68bdbb43_w760.jpg 760w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/4180fb68-91f7-11ea-8eef-d2ef68bdbb43_w760-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 760px) 100vw, 760px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2219" class="wp-caption-text">Die Leitwerke an der Schifffahrtsöffnung der Notbrücke (rechts), aufgenommen im Jahr 1948. [28]</figcaption></figure>
<p><figure id="attachment_2220" aria-describedby="caption-attachment-2220" style="width: 498px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2220 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Gleinicker-Bruecke-1948-1.jpg" alt="" width="498" height="354" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Gleinicker-Bruecke-1948-1.jpg 498w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Gleinicker-Bruecke-1948-1-300x213.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 498px) 100vw, 498px" /><figcaption id="caption-attachment-2220" class="wp-caption-text">Andere Fassung des Fotos aus dem Jahr 1948. [29]</figcaption></figure>Nach der Freigabe der Brücke für den Verkehr am 15. Juni 1945 gingen die Arbeiten an dieser und in deren Nähe weiter, wie das Wasserstraßenamt Potsdam in einem Aktenvermerk am 19. Juni festhält.</p>
<blockquote><p>Eine Notbrücke unmittelbar nördlich der Glienicker Brücke ist seitens der russischen Wehrmacht erbaut und am 15.d.Mts. dem Verkehr übergeben worden. Zu diesem Zeitpunkt wurde der vom Wasserstraßenamt durchgeführte Fährbetrieb eingezogen. Die Schiffahrt geht z.Zt. Benutzung der alten Glienicker Brücke durch eine dahinter hergestellte Öffnung der Notbrücke hindurch. Die Russen sind z.Zt. dabei, anscheinend auch noch in der Mitte eine Schiffahrtöffnung herzustellen, wie aus der Anlage von Leitwerken hervorgeht. Es muß daher damit gerechnet werden, daß sie dann auch noch die dahinter liegende Eisen-Konstruktion für eine Schiffahrtöffnung ausschneiden.<br />
Eine Besprechung über eine mögliche Hebung der Glienicker Brücke hat am 12.d.Mts. mit den Herren v. Rohde der Fa. Siemens Bauunion<a href="#_ftn30" name="_ftnref30"><strong>[30]</strong></a> und Klein der Fa. Krupp &amp; Druckenmüller<a href="#_ftn31" name="_ftnref31"><strong>[31]</strong></a> auf dem Wasserstraßenamt stattgefunden. Die Firmen haben sich bereit erklärt, gegen Bezahlung ein Gutachten über die Durchführung der Hebung und den Wiederzusammenbau der Glienicker Brücke aufzustellen. Die Kosten hierfür betragen schätzungsweise 4 000 M. Der Dezernent für Wiederaufbau der Stadtverwaltung, Herr Neumann, hat sich mir gegenüber in persönlicher Rücksprache bereit erklärt, die Kosten für dieses Gutachten vorschußweise zu zahlen, bis zur Regelung der Verwaltungslage der Wasserstraßenverwaltung. Heute sprachen Herr …. und Herr Klein der Fa. Druckenmüller noch einmal in dieser Angelegenheit bei mir vor. Es wurde ihnen dargelegt, mit der Abfassung des Gutachtens noch etwas zu warten, bis einwandfrei geklärt ist, ob die Russen die Eisenkonstruktion an der Brücke noch aufschneiden, da dadurch für die Hebung und die Wiederinstandsetzung der Brücke andere technische Voraussetzungen geschaffen sind, als wie diese z.Zt. bestehen. Herr Neumann ist von dieser Sachlage unterrichtet und von mir gebeten worden, in dieser Richtung evtl. beim Kommandanten von Potsdam dahin vorstellig zu werden, daß an der Eisenkonstruktion der alten Glienicker Brücke nicht soviel herausgeschnitten wird, daß eine Wiederverwendung danach nicht mehr möglich ist.<a href="#_ftn32" name="_ftnref32"><strong>[32]</strong></a></p></blockquote>
<p>Vom 1. Juli 1945 datiert ein Schreiben von Dr-Ing. Hans Dehnert<a href="#_ftn33" name="_ftnref33">[33]</a> vom Wasserstraßenamt, das an den Oberbürgermeister der Stadt Potsdam<a href="#_ftn34" name="_ftnref34">[34]</a> sowie an den Dezernenten und Leiter für den Wiederaufbau der Stadt Potsdam, Reinhold Mohr<a href="#_ftn35" name="_ftnref35">[35]</a>, ging und die Wiederherstellung der Glienicker Brücke zum Inhalt hatte.</p>
<blockquote><p>Die Rote Armee hat keine weiteren Schritte mehr unternommen, das eiserne Tragwerk der alten Glienicker Brücke zwecks Herstellung einer Schiffahrtsöffnung zu zerschneiden. Da zudem die Schiffahrt auf dem Ostufer ungehindert unter dem dort noch stehenden Brückenteil hindurchgehenkann, ist anzunehmen, dass die durch Sprengung zerstörte Konstruktion keine weitere Änderung mehr erfährt und so von diesem Zustand ausgehend die Pläne für die Hebung angefertigt werden können.<br />
Die Aufstellung von Vorschlägen zur Hebung des eisernen Tragwerkes verlangt eine eingehende Besichtigung der Brückenbaustelle. Die für das Personal der Firmen Siemens-Bauunion und Krupp-Druckenmüller erforderlichen Ausweise haben Sie mir freundlichst zur Verfügung gestellt. Nach meinen Erfahrungen der letzten Woche genügt dies jedoch nicht, da seitens der an der Notbrücke aufgestellten Wachen auch das Betreten der gesprengten Konstruktion untersagt wird. Ich halte es daher für unbedingt erforderlich, dass von dem Herrn Kommandanten der Stadt Potsdam auf Antrag der Stadtverwaltung eine Genehmigung zum Betreten der alten Konstruktion für die durch Ausweis gekennzeichneten Personen bei den Wachstellen der Roten Armee erwirkt wird, da sonst eine reibungslose Durchführung der Vorarbeiten nicht gewährleistet ist. Die Firmen Krupp-Druckenmüller und Siemens-Bauunion werden nach Vorlegung eines entsprechenden Bescheides sodann von mir benachrichtigt mit ihren Arbeiten zu beginnen. Die meinerseits auszuführenden Vorarbeiten, bestehend aus der Anfertigung von Plänen, Gewichtsberechnungen usw. liegen fertig vor.<br />
In Verbindung damit bitte ich um eine schriftliche Bestätigung dahingehend, dass der Herr Oberbürgermeister der Stadt Potsdam bereit ist, die zur Aufstellung von Vorschlägen über die Hebung der Brücke aufzuwendenden Kosten in Höhe von 3 – 4000 RM dem Wasserstraßenamt Potsdam, das als bauleitende Dienststelle hierfür in Frage kommt, vorschußweise zu zahlen.<a href="#_ftn36" name="_ftnref36"><strong>[36]</strong></a></p></blockquote>
<p>Die Vorbereitungen für die Potsdamer Konferenz behinderten das weitere Vorgehen nicht unerheblich, wie ein Schreiben des Wasserstraßenamtes Potsdam vom 13. Juli 1945 zeigt.</p>
<blockquote><p>Ein Betreten des Geländes um die Glienicker Brücke und damit auch der Eisenkonstruktion der zerstörten Brücke selbst ist z. Zt. infolge von der russischen Wehrmacht durchgeführten Absperrmaßnahmen zur Sicherung der in den Baulichkeiten des Neuen Gartens tagenden Alliiertenkonferenz nicht möglich. Es muß daher mit der Vornahme der Untersuchungen zur Feststellung der Möglichkeiten hinsichtlich der Wiederherstellung der Glienicker Brücke abgewartet werden, bis die Absperrmaßnahmen aufgehoben sind. … Sie erhalten sofort von mir Bescheid, sobald Sie nach Lockerung der Absperrmaßnahmen seitens der Roten Armee mit Ihren Arbeiten an Ort und Stelle beginnen können.<a href="#_ftn37" name="_ftnref37"><strong>[37]</strong></a></p></blockquote>
<p>Nach dem Ende der Konferenz muss sich die Situation an der Notbrücke entspannt haben. Am 28. August 1945 berichtet Werner von Kieckebusch:</p>
<blockquote><p>Am Morgen fuhr ich mit dem Dampfer ab Glienicker Brücke zum Stößensee bei Spandau u. machte in Berlin Besorgungen.<a href="#_ftn38" name="_ftnref38"><strong>[38]</strong></a></p></blockquote>
<p>Zum 3. Oktober 1945 heißt es:</p>
<blockquote><p>Morgens ½ 9 startete ich mit Elsi nach Berlin, wir fuhren mit dem Dampfer ab Glienicker Brücke bis Wannsee, da die S-Bahn-Gleise von Potsdam nach dort immer noch von den Russen abmontiert sind.<a href="#_ftn39" name="_ftnref39"><strong>[39]</strong></a></p></blockquote>
<p>1945 und auch 1946 nutzte er diesen Weg mehrfach.</p>
<p>Seitens des Wasserstraßenamtes Berlin wurde die Behelfsbrücke oberhalb der Glienicker Brücke nur als eine Notlösung gesehen. In einem Schreiben vom 17. Februar 1946 stellte Dr.-Ing. Dehnert dazu fest:</p>
<blockquote><p>Hierzu kommt, daß die Ersatzbrücke im Hinblick auf ihre schlechte Lage zum durchgehenden Verkehr und mit Rücksicht auf ihre geringe Lebensdauer nur als ein Notbehelf angesehen werden kann.<a href="#_ftn40" name="_ftnref40"><strong>[40]</strong></a></p></blockquote>
<p>In einem Schreiben vom 20. Mai 1946 machte der als Grundstücksverwalter für die Familie des jüdischen Bankiers Paul Wallich<a href="#_ftn41" name="_ftnref41">[41]</a> tätige und in Potsdam, Charlottenstr. 21, wohnende Steueramtmann a. D. Friedrich Kröhl auf ein weiteres Problem aufmerksam.</p>
<blockquote><p>Das unbebaute Grundstück Potsdam Berlinerstrasse, direkt an der Glienicker Brücke links – bezeichnet mit Teilgrundstück Neue Königstrasse 61 ist Eigentum der Wallich`Erben. Ich bin Verwalter dieses Grundstückes und als solcher beauftragt, folgenden Antrag zu stellen:<br />
Das Grundstück ist durch Kriegsereignisse vollständig zerstört. Auf ihm liegen die grossen Steinblöcke usw. der Glienicker Brücke und ferner aller möglicher Unrat. Die Stadt verlangt eine Jahressteuer von 931, 40 RM. Dieses Grundstück war früher von der Wasserbauinspektion gut und stabil durch einen Zaun abgetrennt. Es führte von der Glienickerbrücke bzw. Berlinerstrasse eine massive Steintreppe zur Dampferanlage. Diese Treppe ist zerstört. Alles, was zum Dampfer geht, muss über das Wallich`sche Grundstück. Der Unrat häuft sich immerfort und das Grundstück wird zur Seuchengefahr.<br />
Ich stelle hierdurch den Antrag, die Provinzialverwaltung wolle dafür sorgen, dass die Grenze des Wallich`schen Grundstückes wieder hergestellt wird. Ich bin bereit, damit der Zugang zur Dampferanlage bis zum Wiederaufbau der Glienicker Brücke überhaupt möglich ist, einen Teil des Wallich`schen Grundstückes zur Verfügung zu stellen. Ich nehme dabei als selbstverständlich an, dass die Kosten für die Herstellung dieses Zaunes die Provinzialverwaltung trägt bzw. dass sie sich bei den Dampferbesitzern zum Teil schadlos hält. Auf alle Fälle mache ich nocheinmal auf die Beseitigung des Seuchenherdes aufmerksam. Es kann diese nicht Sache der Wallich`schen Erben sein.<a href="#_ftn42" name="_ftnref42"><strong>[42]</strong></a></p></blockquote>
<p>Die als längerer Zustand angesehene Führung des Verkehrs über die Holzbrücke machte verkehrsrechtliche Regelungen erforderlich.<br />
Am 7. November 1946 veröffentlichte die „Märkische Volksstimme“ eine <em>Verordnung zum Schutze der in Holzbau ausgeführten „Glienicker Brücke“ in Potsdam</em>.</p>
<blockquote><p>Zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit auf – und unter der verkehrswichtigen Glienicker Brücke in Potsdam wird zufolge § 14, des Polizeiverwaltungsgesetzes vom 1. Juni 1931 (Preußische Gesetzessammlung) s.77) nachstehende Verordnung erlassen,</p>
<p>1. a) Die Durchfahrt durch die Brücke ist für Wasserfahrzeuge aller Art –       ausgenommen für Dienstfahrzeuge der Wasserordnungspolizei und<br />
des Wasserstraßenamtes, während der Zeit von 18 – bis 8 Uhr<br />
verboten.</p>
<p>b) Jeglicher Aufenthalt unter der Brücke (angeln, fischen) ist untersagt.</p>
<p>c) Das Rauchen auf der Brücke ist wegen der damit verbundenen Feu-<br />
ergefahr verboten.</p>
<p>d) Die Fahrtgeschwindigkeit auf der Brücke darf 15 Km in der Stunde<br />
nicht überschreiten. Jegliches Überholen auf der Brücke ist verboten.</p>
<p>2. Die Befolgung dieser Verordnung wird durch Polizeiorgane laufend<br />
überwacht.</p>
<p>3. Festgestellte Zuwiderhandlungen hiergegen werden mit Geldstrafe<br />
bis zu 50,- RM oder mit entsprechender Haft bestraft.</p>
<p>4. Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in der<br />
Tagespresse in Kraft.<a href="#_ftn43" name="_ftnref43"><strong>[43]</strong></a></p></blockquote>
<p>Nicht allein die Notwendigkeit der verkehrsrechtlichen Regelung führte zu dieser Verordnung, sondern es gab einen weiteren Grund, auf den das Wasserstraßenamt Potsdam in einem Schreiben an das Wasserstraßenamt Berlin vom 9. November 1946 hinwies:</p>
<blockquote><p>Vor etwa zwei Wochen sei von der russischen Besatzungsbehörde die Bewachung der Glienicker Brücke den deutschen Polizeiorganen übertragen worden. Dabei habe die Hauptkommandantur Potsdam ausdrücklich verlangt, dass jeglicher Schiffsverkehr durch die Brücke in der Zeit von 18 bis 8 Uhr verboten werden soll. Die Ausnahme für Dienstfahrzeuge der Wasserordnungspolizei und des Wasserstraßenamtes habe die Ortspolizeibehörde von sich aus zugebilligt. Auf meinen Hinweis, dass seitens der SMA gerade verlangt werde, dass der ungehinderte Schiffsverkehr auch zur Nachtzeit möglich gemacht wird, wurde mir erwidert, dass die Ortspolizeibehörde Potsdam infolge des Befehls der Hauptkommandantur Potsdam nicht in der Lage sei, an dem grundsätzlichen Verbot etwas zu ändern. Wenn z.B. zugunsten der Berufsfischer eine Milderung des Verbots in irgendeiner Hinsicht erforderlich sei, so könne aber die Form einer Ausnahme zwischen den beteiligten Dienststellen noch verhandelt werden. Auf meinen Hinweis, dass die Ortspolizeibehörde zum Erlass einer derartigen Verordnung nicht zuständig sei, da dies Sache der Wasserpolizeibehörde sei, wurde erklärt, dass die Ortspolizeibehörde auch insoweit nur nach Befehl der russischen Besatzungsbehörde gehandelt habe.<a href="#_ftn44" name="_ftnref44"><strong>[44]</strong></a></p></blockquote>
<p>Da mit dieser Verordnung aber nicht geregelt war, welche Fahrzeuge die Notbrücke benutzen durften, machte sich eine Ergänzung hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit erforderlich. Unterzeichnet war das Schreiben von Reinhold Mohr, der die Nazi-Diktatur und die Umbrüche an deren Ende im Stadtbauamt überstanden hatte und bis 1966 in Potsdam tätig war bzw. lebte. Vom 19. April 1947 datiert die Antwort auf das Schreiben Mohrs.</p>
<blockquote><p>Da auch nach ihrer Beurteilung die Hinweisschilder an der Glienicker Notbrücke mit 60 t Tragfähigkeit unrichtig sind, bitte ich um die Anbringung von neuen Hinweisschildern, die der tatsächlichen Tragfähigkeit der Brücke entsprechen.<a href="#_ftn45" name="_ftnref45"><strong>[45]</strong></a></p></blockquote>
<p>Bei Frost und damit verbundener Eisbildung war die Notbrücke ebenfalls ein Problem. So heißt es in einem Schreiben an das Wasserstraßenamt in Brandenburg/Havel vom 10. Januar 1947:</p>
<blockquote><p>Am 6.1.1947 wurde der bauliche Zustand der Notbrücke Glienicker Straßenbrücke überprüft. Es waren keine Beanstandungen zu treffen. Jedoch ist erforderlich, die einreihigen Pfahljoche bald freizueisen. Auf Befehl des Stadtkommandanten ist die Stadt Potsdam für die Brücke unterhaltspflichtig.<br />
Ich habe den zuständigen Sachbearbeiter vom Tiefbauamt, Herrn Bernhard, fernmündlich davon in Kenntnis gesetzt; der die Freieisung gleich veranlassen wollte.<a href="#_ftn46" name="_ftnref46"><strong>[46]</strong></a></p></blockquote>
<p>Am 16. Januar 1947 wurde die Ausführung des Auftrages mitgeteilt:</p>
<blockquote><p>Die Freieisung der Brücke ist am 15.1.47 durch die Stadt Potsdam veranlaßt worden und erfolgt.<a href="#_ftn47" name="_ftnref47"><strong>[47]</strong></a></p></blockquote>
<p>In einem an das Wasserstraßenamt in Brandenburg/Havel gerichteten Schreiben vom 4. Mai 1948 zum Thema „Wiederherstellung der Glienicker Brücke in Potsdam“ wird die Notbrücke erneut erwähnt:</p>
<blockquote><p>Nach dem Arbeitsplan soll der Westteil bis Ende Mai gehoben sein. Dadurch entsteht eine Schiffahrtsöffnung mit 4,70 m Durchfahrtshöhe bei H.H.N. und eine Durchfahrtsbreite von rd. 15 m zwischen dem Widerlager und dem Hebejoch. Die Durchfahrtsbreiten der davor liegenden Joche der Notbrücke sind dagegen nur 5,80 m und 6,30 m, sodaß eine Benutzung durch die Transportflotte bei den einreihigen Pfahljochen ohne Sicherung nicht in Betracht kommt. Sie könnte nur von Kleinfahrzeugen benutzt werden.<a href="#_ftn48" name="_ftnref48"><strong>[48]</strong></a></p></blockquote>
<p>19 Monate mussten noch vergehen, bis die historische Glienicker Brücke wieder genutzt werden konnte. Schiffe konnten sowohl die Notbrücke als auch die teilweise im Wasser liegende Glienicker Brücke passieren. Aber weiter flußabwärts in Richtung Potsdam konnte es damit schon vorbei sein.</p>
<h2><strong>Die Pontonbrücke an der Glienicker Brücke</strong></h2>
<p>Am 30. Mai 1946 stieß das Motorschiff „Marienthal“ beim Queren der zerstörten Glienicker Brücke vermutlich gegen ein unter Wasser befindliches Hindernis und riss sich dabei den Schiffsboden auf. Das Schiff lief voll Wasser und wurde vom Schiffsführer, um die Ladung zu retten, „oberhalb der Notbrücke am linken Ufer an der Koppelstelle auf Strand“<a href="#_ftn49" name="_ftnref49">[49]</a> gesetzt. Wilhelm Ney<a href="#_ftn50" name="_ftnref50">[50]</a>, Eigner der „Marienthal“<a href="#_ftn51" name="_ftnref51">[51]</a>, beschrieb gegenüber seinem Auftraggeber, der Transport-Genossenschaft zu Berlin e. GmbH (TGB)<a href="#_ftn52" name="_ftnref52">[52]</a>, den Vorfall noch am gleichen Tag. In dem von ihrem Vertreter mit Ney verfassten Protokoll steht dazu:</p>
<blockquote><p>Ich hatte in Magdeburg Anweisung bekommen, die 1300 Sack Salz in Potsdam zu löschen. Um etwa 8.00 Uhr morgens passierte ich heute die Glienicker Straßenbrücke, da ich zur Löschstelle in Potsdam gelangen wollte. Die Brückenverhältnisse sind an dieser Stelle wie folgt: Es kommt havelabwärts gesehen als erste eine Notbrücke, unmittelbar daneben die zerstörte Glienicker Straßenbrücke, in etwa 1000 m Abstand eine von russischen Posten besetzte nur nach Aufziehen durchfahrbare Betonbrücke. Nachdem ich die ersten beiden Brücken passiert hatte, fuhr ich bis an die Pontonbrücke heran und verständigte den russischen Posten, daß ich mit dem Schiff die Brücke passieren möchte. Da die Verständigung unklar war, machte ich mein Beiboot los und ging zu ihm auf die Brücke. Der Posten erklärte mir, daß ein Aufziehen der Brücke wahrscheinlich nicht möglich ist, da kein Offizier anwesend wäre. Er ist von sich aus nicht berechtigt, die Brücke zu ziehen. Außerdem wäre heute Sonntag, womit er andeuten wollte, daß ein Aufziehen der Brücke noch unwahrscheinlicher wäre. Nachdem ich mich damit abfinden mußte, entschloß ich mich, die Reise nach Berlin fortzusetzen, um nicht unnötigerweise einen Tag still zu liegen. Das Salz hätte ich bei meiner Rückfahrt von Berlin nach Magdeburg in Potsdam gelöscht. Ich wendete also das Schiff und fuhr vollkommen gerade und in langsamem, steuersicherem Tempo in die Durchfahrt der zerstörten Glienicker Straßenbrücke ein.<a href="#_ftn53" name="_ftnref53"><strong>[53]</strong></a></p></blockquote>
<p>Wilhelm Ney berichtete hier von einer Pontonbrücke, die sich 1 000 m stromabwärts von der Glienicker Brücke entfernt befunden habe. Diese Brücke existierte seit dem Frühjahr 1945. Querte aber die Havel vermutlich wesentlich näher zur Glienicker Brücke.</p>
<p>Bei 1 000 m Entfernung hätte sie unterhalb der Gerichtslaube im Park Babelsberg im Fluss gelegen Gab Ney die Entfernung als Summe von Hin- und Rückfahrt an, könnte die Pontonbrücke unterhalb von Schloss Babelsberg die Havel überwunden und auf Potsdamer Seite in die Gasse am Sportplatz gemündet haben. Das ist wahrscheinlicher.<br />
Gegen einen Standort der Pontonbrücke bei 1 000 m bzw. 500 m spricht vor allem, dass sich die dorthin führenden Wege (bei 500 m nur im Park Babelsberg) kaum für die mit den schweren Pontonelementen beladenen LKW eigneten. Der Platz am Flussufer war zu gering für die großen Pontonparks. Bei den 1 000 m spricht auch die Breite des Flusses gegen den Standort.</p>
<figure id="attachment_2221" aria-describedby="caption-attachment-2221" style="width: 932px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/p-629-0103-mariental.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2221 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/p-629-0103-mariental.jpg" alt="" width="932" height="605" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/p-629-0103-mariental.jpg 932w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/p-629-0103-mariental-300x195.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/p-629-0103-mariental-768x499.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 932px) 100vw, 932px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2221" class="wp-caption-text">Das Motorschiff „Marienthal“ mit der Flagge der Transport-Genossenschaft zu Berlin eGmbH (TGB). (Quelle: https://www.ddr-binnenschifffahrt.de/fotogalerie-gross/sonst-DBR/p-629-0103-mariental.JPG)</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2222" aria-describedby="caption-attachment-2222" style="width: 806px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/1000m-Standort.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2222 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/1000m-Standort.jpg" alt="" width="806" height="812" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/1000m-Standort.jpg 806w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/1000m-Standort-150x150.jpg 150w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/1000m-Standort-298x300.jpg 298w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/1000m-Standort-768x774.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 806px) 100vw, 806px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2222" class="wp-caption-text">Mögliche Lage der Pontonbrücke bei 1 000 m Entfernung.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2223" aria-describedby="caption-attachment-2223" style="width: 795px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/500-m-Standort.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2223 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/500-m-Standort.jpg" alt="" width="795" height="807" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/500-m-Standort.jpg 795w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/500-m-Standort-296x300.jpg 296w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/500-m-Standort-768x780.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 795px) 100vw, 795px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2223" class="wp-caption-text">Mögliche Lage der Pontonbrücke bei 500 m Entfernung.</figcaption></figure>
<p>In der Niederschrift einer Aussage von Wilhelm Ney vom 31. Mai 1945 ist maschinenschriftlich als Entfernung die Zahl 100 m eintragen. Mit Bleistift wurde dann noch eine Null hinzugefügt, so dass sich 1 000 m ergaben. Die Entfernungsangabe von 100 m für die Lage der Pontonbrücke ist bislang die realistischere und möglicherweise auch die richtige. Auf beiden Seiten war ausreichend Platz für den Bau einer Pontonbrücke vorhanden. Die zum Ufer führenden Wege waren für die LKW gut geeignet und die Entfernung zwischen beiden Ufern mit rund 500 m machbar. Im Park des Jagdschlosses Klein Glienicke gab es zudem gemauerte Uferbefestigungen, die sich als Auflage für die Zufahrt zur Brücke eigneten. Sie sind auch heute noch zu sehen.<br />
Für die 100 m spricht ebenfalls, dass die Wasserfläche für das von Wilhelm Ney beschriebene und vollzogene Wendemanöver zwischen Pontonbrücke und Glienicker Brücke ausreichte.</p>
<figure id="attachment_2224" aria-describedby="caption-attachment-2224" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Lage-Pontonbruecke-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2224 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Lage-Pontonbruecke-2-1024x696.jpg" alt="" width="640" height="435" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Lage-Pontonbruecke-2-1024x696.jpg 1024w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Lage-Pontonbruecke-2-300x204.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Lage-Pontonbruecke-2-768x522.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Lage-Pontonbruecke-2.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2224" class="wp-caption-text">Lage der Pontonbrücke bei einer Entfernung von 100 m.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2225" aria-describedby="caption-attachment-2225" style="width: 597px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Pontonbruecke-Sacrow.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2225 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Pontonbruecke-Sacrow.jpg" alt="" width="597" height="350" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Pontonbruecke-Sacrow.jpg 597w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Pontonbruecke-Sacrow-300x176.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 597px) 100vw, 597px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2225" class="wp-caption-text">Die Pontonbrücke zwischen Sacrow und der Insel Wannsee. Die britische Flagge an dem Pkw lässt darauf schließen. Die Pontonbrücke an der Glienicker Brücke nutzte nur die Rote Armee.</figcaption></figure>
<p>Für die Beschreibung der Pontonbrücke wurden in den ausgewerteten Dokumenten verschiedene Begriffe verwendet: „<em>Nach Aufziehen durchfahrbare Betonbrücke</em>“ (Ney), „<em>Pontonbrücke</em>“ (Ney), „Sc<em>hiffbrücke</em>“ (Wasserstraßenamt Potsdam), „<em>Pontonbrücke</em>“ (Wasserstraßenamt Potsdam).</p>
<p>Es handelte sich um eine Pontonbrücke, gebaut aus Pontons vom Typ N2P-45.</p>
<figure id="attachment_2226" aria-describedby="caption-attachment-2226" style="width: 650px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Pontonpark.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2226 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Pontonpark.jpg" alt="" width="650" height="435" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Pontonpark.jpg 650w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Pontonpark-300x201.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2226" class="wp-caption-text">Pontons vom Typ N2P-45 auf LKW ZIS-5, ausgestattet mit einer Winde zum Auf- und Abladen.</figcaption></figure>
<p>Um die Pontons auf- und abzuladen wurden eine größere Fläche und eine breite Zufahrt für die schweren Fahrzeuge benötigt. Auch wenn die LKW einzeln heranfuhren, abluden und nach ihrer Abfahrt immer nur einer folgte.</p>
<blockquote><p>Der schwere Pontonpark Н2П (auch Н-2-П) war für den Bau von Brücken auf schwimmenden Elementen mit einer Tragfähigkeit von 16 bis 60 Tonnen ausgelegt. Er gestattete auch die Errichtung von Brücken auf starren Stützen. Der Н2П wurde 1932 von einer Gruppe Militäringenieuren entwickelt und durchlief im Verlauf der Jahre mehrere Weiterentwicklungen. Zu Beginn des Jahres 1945 erhielt der Pontonpark in Verbindung mit einer erneuten Modernisierung die Bezeichnung Н2П-45. Die Pontons verloren ihre skiartige Form und erhielten ein rechteckiges Erscheinungsbild. Die Tragfähigkeit der einzelnen Pontons wurde von 6,5 t auf 8 t erhöht. Zwei nebeneinander verlegte Pontons ermöglichten die Nutzung durch Fahrzeuge mit einem Gewicht von bis zu 16 t.<br />
Ein Pontonpark vom Typ Н2П bestand aus <strong>Bughalbpontons</strong> und den <strong>Mittelhalbpontons</strong>. In beiden Fällen handelte es sich um offene Metallboote.<br />
Der Bughalbponton verfügte über eine Standfläche, eine Steuereinrichtung zum Manövrieren und einen manuell zu betätigendem Kran. Sein Gewicht betrug 950 kg. Bug- und Mittelhalbponton bildeten zusammengesetzt ein Ponton. Mit der Modernisierung des Pontonparks kamen auch bereits zusammengefügte Elemente hinzu. Ein solcher Ponton wog 1.900 kg.<br />
Im Normalfall bestand ein Element für den Ponton-Brückenbau aus je zwei Bughalbpontons und einem Mittelhalbponton bzw. aus zwei zusammengesetzten Pontons. Im ersten Fall ergab sich eine Brückenbreite von rund 16 m und im zweiten von rund 21m.<br />
Auf die Pontons kamen die für die Nutzung durch Fahrzeuge erforderlichen Brückenaufbauten, zumeist Holz.<a href="#_ftn54" name="_ftnref54"><strong>[54]</strong></a> Am Anfang und Ende der Brücke befanden sich am Ufer auf festen Untergründen liegende Elemente für die Auffahrt der Fahrzeuge. Es konnte aber auch eine einfache Holzkonstruktion genutzt worden sein.</p></blockquote>
<figure id="attachment_2227" aria-describedby="caption-attachment-2227" style="width: 474px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/n2p-06.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2227 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/n2p-06.jpg" alt="" width="474" height="372" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/n2p-06.jpg 474w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/n2p-06-300x235.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2227" class="wp-caption-text">Zwei Halbpontons (oben), Bug- und mittlerer Ponton, sowie ein zusammengefügter Ponton.</figcaption></figure>
<p>Bei der Entwicklung des Pontonparks im Jahr 1932 gingen seine Konstrukteure davon aus, dass sich damit eine Schwimmbrücke mit einer Länge von 167 Metern und einer Traglast von 16 Tonnen in zwei Stunden bauen ließ. An benötigtem Personal berechneten sie 33 qualifizierte Pioniere und 264 Hilfskräfte.</p>
<figure id="attachment_2228" aria-describedby="caption-attachment-2228" style="width: 415px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/1266999783_n2p-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2228 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/1266999783_n2p-1.jpg" alt="" width="415" height="167" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/1266999783_n2p-1.jpg 415w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/1266999783_n2p-1-300x121.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 415px) 100vw, 415px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2228" class="wp-caption-text">Pontonbrücke, von Pionieren der Roten Armee gebaut.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2229" aria-describedby="caption-attachment-2229" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/0_f1d28_a13a2fe5_orig.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2229 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/0_f1d28_a13a2fe5_orig-1024x666.jpg" alt="" width="640" height="416" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/0_f1d28_a13a2fe5_orig-1024x666.jpg 1024w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/0_f1d28_a13a2fe5_orig-300x195.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/0_f1d28_a13a2fe5_orig-768x500.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/0_f1d28_a13a2fe5_orig.jpg 1531w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2229" class="wp-caption-text">Aus Halbpontons gebaute schwimmende Plattform zum Queren von Flüssen.</figcaption></figure>
<p>Die Pontonbrücke über die Havel könnte – wie die anfangs zitierten Aussagen von Wilhelm Ney zeigen – von den Aufbauten her so angelegt gewesen sein, dass sie sich in der Mitte öffnen ließ. Vermutlich als Klappbrücke. Ob das jedoch für Frachtschiffe vorgesehen war, ist fraglich. Vermutlich war die Öffnung nur für die kleinen Armeeboote oder -schiffe gedacht.<br />
Das Wasserstraßenamt hatte jedenfalls eine Durchfahrt der Pontonbrücke ausgeschlossen und per Aushang an der Schleuse in Brandenburg die Schiffsführer darauf hingewiesen, Potsdam von Westen herkommend nur über die Potsdamer Havel<a href="#_ftn55" name="_ftnref55">[55]</a> anzufahren und nicht über den Sacrow-Paretzer-Kanal<a href="#_ftn56" name="_ftnref56">[56]</a>. Wilhelm Ney hatte das nicht beachtet, als er die 1 300 Sack Salz bei der Firma Julius Brose –Schiffahrt/Spedition/Umschlag in Potsdam, Burgstraße 28/29<a href="#_ftn57" name="_ftnref57">[57]</a>, abliefern wollte.</p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Julius-Brose-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2230 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Julius-Brose-2.jpg" alt="" width="594" height="641" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Julius-Brose-2.jpg 594w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Julius-Brose-2-278x300.jpg 278w" sizes="auto, (max-width: 594px) 100vw, 594px" /></a><br />
Am 4. Juni 1946 informierte die Wasserstraßendirektion Berlin<a href="#_ftn58" name="_ftnref58">[58]</a> die Generaldirektion Schiffahrt<a href="#_ftn59" name="_ftnref59">[59]</a> in Berlin über den Vorfall an der Glienicker Brücke. Ein Exemplar ging auch an den Bevollmächtigten der Transportabteilung der Sowjetischen Militäradministration (SMA) bei der Wasserstraßendirektion Berlin, Oberstleutnant Polosoff. <a href="#_ftn60" name="_ftnref60">[60]</a></p>
<p>In einer Nebenbemerkung in dem Bericht wird indirekt die Situation an der Holzbrücke erwähnt.</p>
<blockquote><p>Die Rahmenpeilungen sind … bisher an Brücken deswegen unterblieben, weil die russischen Posten die Verwendung von Handkähnen<a href="#_ftn61" name="_ftnref61"><strong>[61]</strong></a> verhindert hätten.<a href="#_ftn62" name="_ftnref62"><strong>[62]</strong></a></p></blockquote>
<p>Polosoff verlangte, mögliche Schuldige für den Vorfall ausfindig zu machen und diese gerichtlich zu bestrafen. Der Wasserstraßendirektion dagegen erschien eher eine „Massregelung der Beamten“ als angebracht. Auf jeden Fall wurde eine umfangreiche Untersuchung vorgenommen. In die sich Rechtsanwalt Otto Vortisch<a href="#_ftn63" name="_ftnref63">[63]</a> als Verteidiger für den beschuldigten Schiffseigner und -führer Wilhelm Ney einbrachte. In einem Schreiben an die Militärstaatsanwaltschaft der Roten Armee in Berlin, Luisenstr. 46, schrieb der Rechtsanwalt am 13. August 1946 u.a.:</p>
<blockquote><p>Der Beschuldigte trägt in Ergänzung zu seinen Protokollen vom 30.5. und 8.6.1946 vor, dass er keine Schuld an der Havarie trägt. Er hat sein Motorschiff „Marienthal“ auch am 30. Mai 1946 bei der Durchfahrt durch die Glienicker Brücke ordnungsmässig nach den Regeln der Schiffahrt geführt. Er hat die Durchfahrt der teilweise zerstörten Brücke benutzt, die durch die angebrachten Schiffahrtszeichen hierfür freigegeben war. Er konnte nicht damit rechnen, dass sich in dieser Durchfahrt ein unter Wasser befindliches, über Wasser also nicht bemerkbares Hindernis befand. Die Beschädigung an dem Frachtkahn kann nur von einem solchen Hindernis, etwa einem im Wasser liegenden Brücken- oder Pfeilerteil verursacht worden sein, da der Boden des Fahrzeuges nicht an der Bordkante, sondern etwa 1 m von der Bordkante entfernt aufgerissen wurde.<a href="#_ftn64" name="_ftnref64"><strong>[64]</strong></a></p></blockquote>
<p>Seitens der sowjetischen Seite nahm als Untersuchungsrichter der Militärstaatsanwaltschaft Justizkapitän<a href="#_ftn65" name="_ftnref65">[65]</a> Dainega, Potsdam, Am Brunnen 10, die Befragungen vor. Zur Klärung der Situation unter Wasser erfolgte am 14. August 1946 der Einsatz eines Taucherkommandos unter Führung des Sergeanten Worodejko. Dieses kam nach der Information durch den Taucher Erich Vergien von der Firma Dyckerhoff &amp; Widmann<a href="#_ftn66" name="_ftnref66">[66]</a> zu folgendem Ergebnis:</p>
<blockquote><p>Besondere Hindernisse, Eisenteile, Fremdkörper usw. sind nicht gefunden worden. Um die Pfeiler herum liegen Steine, und zwar kleinere Steine. Der Grund ist im Übrigen durchaus sauber und hat keine störenden Gegenstände. Das Schiff muß auf die Steine der untersten Stufe gestoßen sein.<a href="#_ftn67" name="_ftnref67"><strong>[67]</strong></a></p></blockquote>
<p>Ein Aktenvermerk der Wasserstraßendirektion Berlin v. 1. Juni 1946 verweist indirekt noch einmal auf die Schuld von Ney an dem Vorfall, da er in Richtung Pontonbrücke nicht hätte fahren dürfen.</p>
<blockquote><p>Der Schiffer Ney, Eigner der „Marienthal“ …, sagte aus, dass er die Brücke durchfahren hatte, um in Potsdam Salz zu löschen. Da die Pontonbrücke die Durchfahrt sperrte, ist er wieder umgekehrt. Bei der Durchfahrt der Brücke hat er sich ein Leck gerissen.<a href="#_ftn68" name="_ftnref68"><strong>[68]</strong></a></p></blockquote>
<p>Ein weiterer Aktenvermerk der Wasserstraßendirektion Berlin v. 7. Juni 1946 präzisiert die Situation:</p>
<blockquote><p>Die Zufahrt nach Potsdam vom Westen her führt infolge Sperrung durch die Babelsberger Pontonbrücke über die Potsdamer Havel und nicht über die Paretzer Wasserstrasse. Der Schiffahrt ist dies durch Anschlag an der Schleuse in Brandenburg bekanntgegeben. Der Schiffer hatte die Pflicht, sich über die Zufahrt nach Potsdam rechtzeitig zu informieren. Schon durch die Tatsache, dass er die falsche Wasserstrasse benutzte, wäre ein Zeitverlust von etwa zwei Tagen entstanden, da er nochmals in Richtung Ketzin hätte zurückfahren müssen.<a href="#_ftn69" name="_ftnref69"><strong>[69]</strong></a></p></blockquote>
<p>Die Aussage von Oberstrommeister Steuer, Wasserstraßenamt Potsdam, bei seiner Vernehmung durch Oberbaurat Jurisch, Wasserstraßendirektion Berlin, am 7. Juni 1946 enthält ebenfalls Informationen zur Pontonbrücke. Steuer hatte die Ehefrau des Schiffsführers befragt, die ihm berichtete:</p>
<blockquote><p>Nach Abnehmen des Ruderschirmes, der zu hoch erschien, um unter der Brücke durchzukommen, haben wir das Fahrzeug in Richtung Potsdam langsam durchgezogen. Wegen der Pontonbrücke, die die russische Armee unterhalb der Glienicker Brücke erbaut hat, konnten wir nicht weiterfahren und mussten mit dem Fahrzeug kehrt machen und sind dann mit Motorkraft in Richtung Spandau zurückgefahren, wobei wir die Glienicker Brücke wieder passiert haben.<a href="#_ftn70" name="_ftnref70"><strong>[70]</strong></a></p></blockquote>
<p>Der Vermerk über die Vernehmung des Schiffseigners Wilhelm Ney vom 8. Juni 1946 enthält noch einmal eine ausführliche Beschreibung des Vorgangs:</p>
<blockquote><p>Nach dem Passieren der Notbrücke, deren Durchfahrt durch ein Leitwerk gesichert ist, kam ich mit meinem Schiff unter die Glienicker Brücke. Als das Schiff sich mit dem Bug unter der Brücke befand, schien es mir, daß ich mit den Aufbauten nicht glatt unter der nach Potsdam zu schräg herabhängenden Brücke kommen würde. Ich machte deswegen das Schiff ständig und baute das Steuerhaus ab.<br />
Ich fuhr dann mit Maschinenkraft weiter unter der Brücke durch ohne Benutzung von Staken, Haken oder Ankerseilen. Durch das Ständigmachen<a href="#_ftn71" name="_ftnref71"><strong>[71]</strong></a> mittels Rückwärtsgang der Maschine und den nach dem linken Ufer wehenden Wind kam das Schiff mit dem Bug etwas mehr nachdem linken Ufer hin.<br />
Bei Beginn der Weiterfahrt brachte ich das Schiff wieder in die Fahrtrichtung senkrecht zur Brücke und passierte die Brücke in mindestens 1,50 m Abstand vom Pfeiler.<br />
Als ich die Pontonbrücke bemerkte, wendete ich das Schiff und fuhr zurück. Wegen der Vorgänge an der Pontonbrücke verweise ich auf mein Protokoll vom 30.5.46, das die Transportgemeinschaft Berlin aufgenommen hat.<a href="#_ftn72" name="_ftnref72"><strong>[72]</strong></a></p></blockquote>
<p>Bereits am 7. Juni 1946 war die Untersuchung im Prinzip schon abgeschlossen Unterzeichnet wurde der mit diesem Datum versehene Akt von Oberstleutnant Polosoff  (Bevollmächtigter der Transportabteilung der SMA Brandenburg), Peters (Direktor der Wasserstraßendirektion Berlin), Seel (Leiter der Abteilung Berlin der Zentralen Arbeitsgemeinschaft Binnenschiffahrt) und Krusche (Bezirksingenieur der Wasserstraßendirektion Berlin und Dolmetscher).</p>
<blockquote><p>Im Einklang mit den Ausführungen erscheint als Hauptschuldiger des Unfalls des Schiffes „Marienthal“ des Potsdamer Wasserstraßenamtes Herr Erwin Schlickeiser, welcher durch sein fahrlässiges sträfliches Verhältnis zu seinen Pflichten bei der Peilung verstoßen und daher den Unfall des oben genannten Schiffes verursacht hat. Im Hinblick hierauf muß man auch den Leiter des Wasserstraßenamtes Potsdam, Herrn Hermann Körner<a href="#_ftn73" name="_ftnref73"><strong>[73]</strong></a>, als schuldig ansehen, da er als unmittelbarer Vorgesetzter des Herrn Schlickeiser keine Vorsorge zur Aufsicht der Arbeit getroffen hatte, was ein fahrlässiges, sträfliches Verhalten des Herrn Körner zu seinen Pflichten darstellt.<br />
Unter Berücksichtigung, daß die Schuld der Letzten dem Staate einen beträchtlichen Verlust zugeführt hat, ist die Angelegenheit der Untersuchung zuzuführen und die oben Genannten zur gerichtlichen Verantwortung vor die sowjetische Militärstaatsanwaltschaft zu stellen.<a href="#_ftn74" name="_ftnref74"><strong>[74]</strong></a></p></blockquote>
<p>Wie mit Schlickeiser und Körner verfahren wurde, ist nicht bekannt. Wilhelm Ney wurde vom Gericht ebenfalls für schuldig befunden und kam für zehn Wochen in Haft.</p>
<p>Die Havarie des Schiffes hatte für die Potsdamer Bevölkerung einen positiven Nebeneffekt. Um die Ladung vor dem einlaufenden Wasser zu schützen, wurde sie auf ein herbeigerufenes anderes Schiff geladen und was nicht auf die Schnelle verladen werden konnte, ans Ufer geschafft. 515 Sack Weißzucker in einer Gesamtmenge von 51 912 kg und 1 300 Sack Siedesalz in einer Gesamtmenge von 65.520 kg sowie Stückgut mit einem Gesamtgewicht von 17 000 kg mussten vom Schiff gebracht werden. Wilhelm Ney beschreibt den Ablauf wie folgt:</p>
<blockquote><p>Nachdem ich das Schiff durch die Durchfahrt (Glienicker Brücke) gebracht hatte, was mit keinen weiteren Schwierigkeiten verbunden war, stellte ich fest, daß das Wasser stark in den Schiffskörper drang. Ich setzte daher das Fahrzeug schnellstens längsseit auf Strand, um ein völliges Verlorengehen von Schiff und Ladung zu verhindern. Auf meine Notsignale kam mir der Schleppdampfer „Asgard behangen mit 4 Leerkähnen zu Hilfe. Der Kapitän des Dampfers ordnete an, daß sich der letzte Kahn seines Zuges, Besitzer Brandt aus Döhmitz, längsseits meines schon halb voll Wasser gelaufenen Schiffes legte, um noch alle zu bergenden Güter zu übernehmen. Einige Güter konnten geborgen werden und befinden sich auf vorgenanntem Fahrzeug. Sämtliche Besatzungsmitglieder des Schleppzuges leisteten beim Bergen Hilfsdienste.<a href="#_ftn75" name="_ftnref75"><strong>[75]</strong></a></p></blockquote>
<p>Der Dampfschlepper „Asgard“ war 1907 auf der Schiffswerft Danzig gebaut worden und gehörte Ernst Buchwald aus Wolgast.<a href="#_ftn76" name="_ftnref76">[76]</a> Der Schleppkahn „Hedwig“ war 1891 gebaut worden, Eigentümer Paul Brandt aus Dömitz. Er konnte 208 Tonnen Ladung transportieren<a href="#_ftn77" name="_ftnref77">[77]</a> Ein Teil der Ladung blieb am Ufer zwischengelagert zurück, woran sich u. a. in der Nähe wohnende Potsdamer bedienten.</p>
<p>Am Vormittag des 31. Mai 1946 wurde die Firma Asmus Bumann (Tief-, Beton- und Hochbau) aus Spandau, Am Pichelssee 36-39, mit dem Heben des Schiffes beauftragt. Auftraggeber war ein Herr Lorenz von der Generaldirektion Schiffahrt. Ob sich Auftraggeber und Auftragnehmer kannten und die Vergabe deshalb so erfolgte, ist nicht belegbar. Aber Asmus Bumann kannte die Bedingungen an dem Ort, wo das Schiff lag, durch einen früheren Auftrag sehr gut.<br />
1927 hatte seine Firma dort für den Eigentümer der Villa Berliner Str. 86 (Villa Schöningen),Bankier Paul Wallich, einen Bootssteg mit Sitzplatz gebaut.<a href="#_ftn78" name="_ftnref78">[78]</a></p>
<p>Das Pumpschiff der Firma Bumann<a href="#_ftn79" name="_ftnref79">[79]</a> traf gegen 18 Uhr an der Unfallstelle ein und begann mit den Pumparbeiten am Morgen des 1. Juni. Zuvor war das bereits mit einem Lecksegel<a href="#_ftn80" name="_ftnref80">[80]</a> geschützte Leck noch mit einem zweiten versehen worden.</p>
<blockquote><p>Bis 10.15 Uhr waren 19 cm Wasser aus dem Schiff gelenzt. Die Pumpe des Pumpschiffes von Bumann setzte häufig aus. Infolgedessen ließ das Wasserstraßenamt Potsdam eine von der Firma Dyckerhoff &amp; Widmann geliehene Motorpumpe von 50 m<sup>3</sup> stündlicher Leistung heranschaffen. Mit dieser Pumpe gelang es, das Schiff zu lenzen und zu heben.<br />
Die Hebung war am 2.6.46 nachmittags durchgeführt. Das Schiff wurde dann zum Südhafen Spandau verlegt.<a href="#_ftn81" name="_ftnref81"><strong>[81]</strong></a></p></blockquote>
<p>Vom 3. bis 4. Juni wurde das Schiff vollständig entladen. Die für den 5. Juni von Ney beabsichtigte Rückfahrt nach Plaue war kurzzeitig fraglich, weil es Probleme mit der Pumpe gab.</p>
<blockquote><p>Wasserstraßenamt Potsdam meldet am 5.6.46 – 10.00 Uhr -, daß die an Bord der Marienthal befindliche Pumpe von Dyckerhoff &amp; Widmann am 4.6. nachmittags ausgesetzt hat. Strommeister Steuer hat als Ersatz eine Feuerwehrpumpe von Spandau heranbringen lassen. Am 5.6. vormittags ist eine zweite Pumpe von Dyckerhoff &amp; Widmann mit Dieselantrieb herangeschafft worden. Nach Meldung von Potsdam um 11.15 Uhr läuft diese Pumpe zur Zufriedenheit. Ein Bedienungsmann von der Firma Dyckerhoff &amp; Widmann ist an Bord und bedient die Pumpe während der Fahrt nach Plaue.<a href="#_ftn82" name="_ftnref82"><strong>[82]</strong></a></p></blockquote>
<p><strong>Die Brücken und ihr weiteres Schicksal</strong></p>
<p>Am 11. März 1949 legte die Hauptabteilung Verkehr des Wirtschaftsministeriums der Landesregierung Brandenburg einen Kontrollbericht über den Stand der Wiederherstellung der Glienicker Brücke vor. Wirtschaftsminister Otto Falkenberg<a href="#_ftn83" name="_ftnref83">[83]</a> übersandte ihn am 23. März 1949 an den Innenminister, Bernhard Bechler<a href="#_ftn84" name="_ftnref84">[84]</a>. In dem Bericht heißt es u.a.:</p>
<blockquote><p>Infolge der Forderung der SMA Potsdam, den Verkehr über die Brücke am 1.5. hinüberzuleiten, ist ein vermehrter Einsatz von Arbeitskräften erforderlich, so dass Überstunden geleistet werden bezw. mehrere Schichten eingesetzt werden können.<a href="#_ftn85" name="_ftnref85"><strong>[85]</strong></a></p></blockquote>
<p>Diese Terminvorgabe konnte nicht eingehalten werden. Die offizielle Verkehrsübergabe der Brücke erfolgte am 19. Dezember 1949, 11 Uhr.</p>
<blockquote><p>Nach alter Tradition der Brückenbauer entspricht die Einweihung einer Brücke dem bei Bauten üblichen Richtfest. Die an der Arbeit beteiligten Arbeiter, Angestellten und Ingenieure erwarten ein solches.<br />
Es kommen etwa folgende Kosten in Frage:<br />
Für Ausschmückung der Brücke einschl. Musik und Verabreichung von Getränken und Speisen an 220 am Bau beteiligten Personen und etwa 30 Gäste pro Kopf 20.—DM = 5.000 DM.<br />
Dieser Betrag soll seitens der Landesregierung zur Verfügung gestellt werden.<a href="#_ftn86" name="_ftnref86"><strong>[86]</strong></a></p></blockquote>
<p>Der Oberbauleiter der Glienicker Brücke, Dr.-Ing. Hans Dehnert, richtete in einem Schreiben an das Sekretariat des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Rudolf Jahn<a href="#_ftn87" name="_ftnref87">[87]</a>, die zusätzliche Bitte, „<em>ausser den Vertretern der Reichs- und Landesregierung, die von dort unmittelbar eingeladen werden</em>“, noch weitere Personen vom Ministerium für Verkehr, Generaldirektion Kraftverkehr und Strassenwesen einzuladen.<a href="#_ftn88" name="_ftnref88">[88]</a></p>
<p>Von den sowjetischen Militärbehörden nahmen Oberstleutnant Popow sowie ein oder mehrere in  der Gästeliste nicht genauer benannte Vertreter der Sowjetischen Kontrollkommission (SKK)<a href="#_ftn89" name="_ftnref89">[89]</a> an der offiziellen Übergabe der Brücke und an dem nachfolgenden Mittagessen in der Gaststätte „Bürgershof“<a href="#_ftn90" name="_ftnref90">[90]</a> Klein Glienicke teil. Am 12. Dezember 1949 war an Garde-Generalmajor Scharow<a href="#_ftn91" name="_ftnref91">[91]</a>, dem Vertreter der SKK<a href="#_ftn92" name="_ftnref92">[92]</a> in Potsdam, Berliner Straße 74, eine Einladung herausgegangen.<a href="#_ftn93" name="_ftnref93">[93]</a> Vom 14. Dezember datiert die Einladung der Landesregierung an Oberstleutnant Pawlow von der SKK in Karlshorst.<a href="#_ftn94" name="_ftnref94">[94]</a></p>
<p>Nach dem Mittagessen gab es um 16 Uhr eine „Gemeinsame Kaffeetafel“ und um 18 Uhr Abendessen. Abgeschlossen wurde die Feier mit einem Tanzvergnügen.</p>
<p>Wie die aus Holz gebaute Notbrücke oberhalb der Glienicker Brücke blieb auch die Pontonbrücke bis zur Freigabe der wiederhergestellten Glienicker Brücke im Dezember 1949 bestehen. Wann, wie und durch wen der Rückbau der beiden Brücken erfolgte, ist nicht untersucht worden. Mit der Fertigstellung der Glienicker Brücke waren die Bedingungen wieder gegeben für eine freie und gefahrlosere Befahrung der Potsdamer Havel von und in Richtung Berlin.</p>
<p>Weitere Holzbrücken, in Jochbauweise errichtet, gab es als Not- bzw. Behelfsbrücken an der Baumgartenbrücke und an den Nedlitzer Brücken. Das Provisorium an der Baumgartenbrücke wurde 1950 entfernt, wie auch das an der Nedlitzer Südbrücke und an der Nedlitzer Nordbrücke. Einfache Brücken als einfache Holzbalkenbrücke waren nach Kriegsende 1945 – in Vorbereitung der Potsdamer Konferenz hergestellt – die Hasengrabenbrücke und die Parkbrücke Klein Glienicke.</p>
<p>Die Pontonbrücke, die unterhalb des Schlossparks Glienicke über die Havel nach Sacrow gebaut worden war und den Delegationen der an der Potsdamer Konferenz teilnehmenden Großmächte als Verbindung von Neubabelsberg zum Flugplatz Gatow diente, wurde vermutlich unmittelbar nach dem Ende der Potsdamer Konferenz zurückgebaut. Spätestens ab Ende August 1945 war Schiffsverkehr von der Anlegestelle Glienicker Brücke bis zur Anlegestelle Wannsee wieder möglich.</p>
<h2><strong>Danksagung und notwendige Bemerkungen</strong></h2>
<p>„<em>Die Brücken der Potsdamer Konferenz</em>“ ist der 16. Beitrag in der Reihe „<em>Geschichten rund um die Potsdamer Konferenz</em>“. Damit ist die Halbzeit erreicht und soll, bevor es vergessen wird, einmal Danke gesagt werden.</p>
<p>Zunächst Danke allen, die mir mit Informationen halfen, den vorliegenden Beitrag zu realisieren.<br />
Uwe Giesler (Berlin) hat ein enormes Wissen zur Geschichte der Binnenschifffahrt nach 1945 zusammengetragen.<br />
Marlis Ney, Schwiegertochter von Wilhelm Ney, und Roxana Ney, ihre Enkeltochter, (beide Brandenburg/Havel) wiesen mich nicht ab, als ich per Telefon in ihre Privatsphäre eindrang und gaben mir wertvolle Hinweise zur Person von Wilhelm Ney.<br />
Meiner Reiseleiterkollegin Natalia Semochkina (Moskau) danke ich für ihre Hilfe bei der Beschaffung von Dokumenten, für Übersetzungen und das Entziffern handschriftlicher Eintragungen.</p>
<p>Danke allen, die das Internet nutzen, um ihr Wissen der Öffentlichkeit zur Kenntnis zu geben und es mit ihr teilen. Danke vor allem den im Internet mit ihren Beständen präsenten Archiven, Bibliotheken, Museen und Presseverlagen in Deutschland, Großbritannien, den USA und Russlands. Die von ihnen gewährte Wissensvermittlung wurde gern genutzt und immer (sofern angegeben) in den Texten auf die genutzten Quellen verwiesen.</p>
<p>Danke den Kolleginnen und Kollegen des Brandenburgischen Landeshauptarchives, des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz, des Stadtarchivs Potsdam und der Sondersammlung Brandenburgica der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam. Danke für die von ihnen gewährte Hilfe, wenn es bei der Suche nach Archivdokumenten oder von Literatur darum ging, nicht ganz so offensichtliche Suchpfade einzuschlagen.</p>
<p>Danke allen, die mir Mut machten und machen, den beschrittenen Weg weiterzugehen und das auf die unterschiedlichste Weise signalisierten.</p>
<p>Nicht bedanken kann ich mich – leider – bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), insbesondere Dr. Jürgen Luh, Harald Berndt und Matthias Simmich. Eine Ausnahme bildet das Dokumentations- und Informationszentrum der SPSG, welches ich zwar bislang nur einmal aufsuchte, aber mit positiven Eindrücken.<br />
Nicht bedanken kann ich mich auch beim Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte, Hannes Wittenberg, und beim Förderverein des Potsdam Museums, Markus Wicke.<br />
Alle Angebote von mir zur Kooperation, die Übermittlung neuer Erkenntnisse und die konkret geäußerte Bitte um Hilfe stießen auf keine mir weiter helfende Reaktion.<br />
Eine Erfahrung, die ich nicht zum ersten Mal sammeln durfte.</p>
<p>Dank sagen kann ich auch nicht den Zeitungsredaktionen von PNN und MAZ sowie einiger großer Presseverlage in Deutschland. Obwohl sie frühzeitig darauf aufmerksam gemacht wurden, dass es neue und die historische Wahrheit richtigstellende Informationen geben wird, ignorierten und ignorieren sie dies und verbreiteten im Zusammenhang mit dem Jahrestag der Potsdamer Konferenz 2020 weiterhin viele falsche Informationen.</p>
<p>Die bisher veröffentlichten Texte sind Teil eines Prozesses, der Suche nach der historischen Wahrheit. Sie sind ein Fortschritt im Vergleich zu dem vor ihrer Veröffentlichung vorhandenen Wissensstand.<br />
Es kommen aber immer wieder neue Erkenntnisse hinzu und es müssen Korrekturen vorgenommen werden. Die hier gewählte Form der Publikation ist sehr gut geeignet, darauf zu reagieren und diesen Fortschritt abzubilden. Mit einem gedruckten Buch wäre das nicht möglich. Zudem würde ein solches bei dem jetzigen Kenntnisstand nur eine weitere Publikation sein, die Halbwissen in die Öffentlichkeit trägt.</p>
<h2>Anmerkungen</h2>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> BLHA, Rep. 57, Nr. 761 bis 761 (8), Bl. 47.</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dienstgeb%C3%A4ude_der_ehemaligen_Wasserstra%C3%9Fendirektion_Kurmark">https://de.wikipedia.org/wiki/Dienstgeb%C3%A4ude_der_ehemaligen_Wasserstra%C3%9Fendirektion_Kurmark</a></p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> BLHA, Rep. 57, Nr. 761 bis 761 (8), Bl. 3.</p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> Die 5. Stoßarmee stand, bis zu seinem frühen Unfalltod am 16. Juni 1945 unter dem Kommando von Generaloberst Nikolai Erastowitsch Bersarin (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolai_Erastowitsch_Bersarin">https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolai_Erastowitsch_Bersarin</a>). Sein Nachfolger war Generaloberst Alexander Wassiljewitsch Gorbatow (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Wassiljewitsch_Gorbatow">https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Wassiljewitsch_Gorbatow</a>)</p>
<p><a href="#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a> Generaloberst Alexej Iwanowitsch Proschljakow war Chef der Ingenieurtruppen der Front. Chef der Ingenieurtruppen der in Potsdam stationierten 5. Stoßarmee war Generalmajor Dmitrij Trofimowitsch Fursa. Die 61. Ingenieur-Pionierbrigade (61 inzhenerno-sapernaya brigada) der 5. Stoßarmee realisierte die anfallenden Pionierarbeiten, wie Minensuche, Straßen- und Brückenbau u.a.<br />
Zur Person von Fursa: <a href="https://selgazeta.ru/slovo-k-chitatelyu/general-fursa.html">https://selgazeta.ru/slovo-k-chitatelyu/general-fursa.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref6" name="_ftn6">[6]</a>Während des Großen Vaterländischen Krieges wurden allein bei den Ingenieurtruppen über 30 neue Arten von Bataillonen geschaffen: Panzerabwehr, Straßenbau, Ingenieurbauten, Brückenbau, Minenleger, Minenzerstörer, Minensucher, motorisierte Pioniere, Tarnobjekte und andere. Ein ingenieurpionier-Bataillon hatte einen Bestand von 220 Personen.</p>
<p><a href="#_ftnref7" name="_ftn7">[7]</a> Zur Person von Tschuiko: <a href="https://pamyat-naroda.ru/heroes/podvig-chelovek_nagrazhdenie1533083838/?backurl=%2Fheroes%2F%3Fadv_search%3Dy%26last_name%3D%D0%A7%D1%83%D0%B9%D0%BA%D0%BE%26first_name%3D%26middle_name%3D%26date_birth_from%3D%26static_hash%3D0509c3510b5ae4c6ff84c6509451f946m3%26group%3Dall%26types%3Dpamyat_commander%3Anagrady_nagrad_doc%3Anagrady_uchet_kartoteka%3Anagrady_ubilein_kartoteka%3Apdv_kart_in%3Apdv_kart_in_inostranec%3Apamyat_voenkomat%3Apotery_vpp%3Apamyat_zsp_parts%3Akld_ran%3Akld_bolezn%3Akld_polit%3Akld_upk%3Akld_vmf%3Apotery_doneseniya_o_poteryah%3Apotery_gospitali%3Apotery_utochenie_poter%3Apotery_spiski_zahoroneniy%3Apotery_voennoplen%3Apotery_iskluchenie_iz_spiskov%3Apotery_kartoteki%3Asame_doroga%26page%3D36">https://pamyat-naroda.ru/heroes/podvig-chelovek_nagrazhdenie1533083838/?backurl=%2Fheroes%2F%3Fadv_search%3Dy%26last_name%3D%D0%A7%D1%83%D0%B9%D0%BA%D0%BE%26first_name%3D%26middle_name%3D%26date_birth_from%3D%26static_hash%3D0509c3510b5ae4c6ff84c6509451f946m3%26group%3Dall%26types%3Dpamyat_commander%3Anagrady_nagrad_doc%3Anagrady_uchet_kartoteka%3Anagrady_ubilein_kartoteka%3Apdv_kart_in%3Apdv_kart_in_inostranec%3Apamyat_voenkomat%3Apotery_vpp%3Apamyat_zsp_parts%3Akld_ran%3Akld_bolezn%3Akld_polit%3Akld_upk%3Akld_vmf%3Apotery_doneseniya_o_poteryah%3Apotery_gospitali%3Apotery_utochenie_poter%3Apotery_spiski_zahoroneniy%3Apotery_voennoplen%3Apotery_iskluchenie_iz_spiskov%3Apotery_kartoteki%3Asame_doroga%26page%3D36</a></p>
<p><a href="#_ftnref8" name="_ftn8">[8]</a> Zur Person von Schabatin: <a href="https://pamyat-naroda.ru/heroes/podvig-chelovek_nagrazhdenie39289193/?backurl=%2Fheroes%2F%3Fadv_search%3Dy%26last_name%3D%D0%A8%D0%B0%D0%B1%D0%B0%D1%82%D0%B8%D0%BD%26first_name%3D%26middle_name%3D%26date_birth_from%3D%26static_hash%3Db59d2646ffcd697b3f5bc79eb7c8b4c7m3%26group%3Dall%26types%3Dpamyat_commander%3Anagrady_nagrad_doc%3Anagrady_uchet_kartoteka%3Anagrady_ubilein_kartoteka%3Apdv_kart_in%3Apdv_kart_in_inostranec%3Apamyat_voenkomat%3Apotery_vpp%3Apamyat_zsp_parts%3Akld_ran%3Akld_bolezn%3Akld_polit%3Akld_upk%3Akld_vmf%3Apotery_doneseniya_o_poteryah%3Apotery_gospitali%3Apotery_utochenie_poter%3Apotery_spiski_zahoroneniy%3Apotery_voennoplen%3Apotery_iskluchenie_iz_spiskov%3Apotery_kartoteki%3Asame_doroga%26page%3D11">https://pamyat-naroda.ru/heroes/podvig-chelovek_nagrazhdenie39289193/?backurl=%2Fheroes%2F%3Fadv_search%3Dy%26last_name%3D%D0%A8%D0%B0%D0%B1%D0%B0%D1%82%D0%B8%D0%BD%26first_name%3D%26middle_name%3D%26date_birth_from%3D%26static_hash%3Db59d2646ffcd697b3f5bc79eb7c8b4c7m3%26group%3Dall%26types%3Dpamyat_commander%3Anagrady_nagrad_doc%3Anagrady_uchet_kartoteka%3Anagrady_ubilein_kartoteka%3Apdv_kart_in%3Apdv_kart_in_inostranec%3Apamyat_voenkomat%3Apotery_vpp%3Apamyat_zsp_parts%3Akld_ran%3Akld_bolezn%3Akld_polit%3Akld_upk%3Akld_vmf%3Apotery_doneseniya_o_poteryah%3Apotery_gospitali%3Apotery_utochenie_poter%3Apotery_spiski_zahoroneniy%3Apotery_voennoplen%3Apotery_iskluchenie_iz_spiskov%3Apotery_kartoteki%3Asame_doroga%26page%3D11</a></p>
<p><a href="#_ftnref9" name="_ftn9">[9]</a> Zur Person von Aleko: <a href="https://pamyat-naroda.ru/heroes/podvig-chelovek_nagrazhdenie1560869568/?backurl=%2Fheroes%2F%3Fadv_search%3Dy%26last_name%3D%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D0%BE%26first_name%3D%26middle_name%3D%26date_birth_from%3D%26static_hash%3D0509c3510b5ae4c6ff84c6509451f946m3%26group%3Dall%26types%3Dpamyat_commander%3Anagrady_nagrad_doc%3Anagrady_uchet_kartoteka%3Anagrady_ubilein_kartoteka%3Apdv_kart_in%3Apdv_kart_in_inostranec%3Apamyat_voenkomat%3Apotery_vpp%3Apamyat_zsp_parts%3Akld_ran%3Akld_bolezn%3Akld_polit%3Akld_upk%3Akld_vmf%3Apotery_doneseniya_o_poteryah%3Apotery_gospitali%3Apotery_utochenie_poter%3Apotery_spiski_zahoroneniy%3Apotery_voennoplen%3Apotery_iskluchenie_iz_spiskov%3Apotery_kartoteki%3Asame_doroga%26page%3D4">https://pamyat-naroda.ru/heroes/podvig-chelovek_nagrazhdenie1560869568/?backurl=%2Fheroes%2F%3Fadv_search%3Dy%26last_name%3D%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D0%BE%26first_name%3D%26middle_name%3D%26date_birth_from%3D%26static_hash%3D0509c3510b5ae4c6ff84c6509451f946m3%26group%3Dall%26types%3Dpamyat_commander%3Anagrady_nagrad_doc%3Anagrady_uchet_kartoteka%3Anagrady_ubilein_kartoteka%3Apdv_kart_in%3Apdv_kart_in_inostranec%3Apamyat_voenkomat%3Apotery_vpp%3Apamyat_zsp_parts%3Akld_ran%3Akld_bolezn%3Akld_polit%3Akld_upk%3Akld_vmf%3Apotery_doneseniya_o_poteryah%3Apotery_gospitali%3Apotery_utochenie_poter%3Apotery_spiski_zahoroneniy%3Apotery_voennoplen%3Apotery_iskluchenie_iz_spiskov%3Apotery_kartoteki%3Asame_doroga%26page%3D4</a></p>
<p><a href="#_ftnref10" name="_ftn10">[10]</a> Zur Person von Strelnitschenko: <a href="https://pamyat-naroda.ru/heroes/podvig-chelovek_nagrazhdenie1561032790/?backurl=%2Fheroes%2F%3Fadv_search%3Dy%26last_name%3D%D0%A1%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D1%8C%D0%BD%D0%B8%D1%87%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE%26first_name%3D%26middle_name%3D%26date_birth_from%3D%26static_hash%3D0509c3510b5ae4c6ff84c6509451f946m3%26group%3Dall%26types%3Dpamyat_commander%3Anagrady_nagrad_doc%3Anagrady_uchet_kartoteka%3Anagrady_ubilein_kartoteka%3Apdv_kart_in%3Apdv_kart_in_inostranec%3Apamyat_voenkomat%3Apotery_vpp%3Apamyat_zsp_parts%3Akld_ran%3Akld_bolezn%3Akld_polit%3Akld_upk%3Akld_vmf%3Apotery_doneseniya_o_poteryah%3Apotery_gospitali%3Apotery_utochenie_poter%3Apotery_spiski_zahoroneniy%3Apotery_voennoplen%3Apotery_iskluchenie_iz_spiskov%3Apotery_kartoteki%3Asame_doroga%26page%3D3">https://pamyat-naroda.ru/heroes/podvig-chelovek_nagrazhdenie1561032790/?backurl=%2Fheroes%2F%3Fadv_search%3Dy%26last_name%3D%D0%A1%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D1%8C%D0%BD%D0%B8%D1%87%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE%26first_name%3D%26middle_name%3D%26date_birth_from%3D%26static_hash%3D0509c3510b5ae4c6ff84c6509451f946m3%26group%3Dall%26types%3Dpamyat_commander%3Anagrady_nagrad_doc%3Anagrady_uchet_kartoteka%3Anagrady_ubilein_kartoteka%3Apdv_kart_in%3Apdv_kart_in_inostranec%3Apamyat_voenkomat%3Apotery_vpp%3Apamyat_zsp_parts%3Akld_ran%3Akld_bolezn%3Akld_polit%3Akld_upk%3Akld_vmf%3Apotery_doneseniya_o_poteryah%3Apotery_gospitali%3Apotery_utochenie_poter%3Apotery_spiski_zahoroneniy%3Apotery_voennoplen%3Apotery_iskluchenie_iz_spiskov%3Apotery_kartoteki%3Asame_doroga%26page%3D3</a></p>
<p><a href="#_ftnref11" name="_ftn11">[11]</a> BLHA, Rep. 57, Nr. 317 Kt., Gutachten über die Hebung und Instandsetzung der Glienicker Brücke über die Havel in Potsdam v. 07.02.1946, Bl. 9.</p>
<p><a href="#_ftnref12" name="_ftn12">[12]</a> Ebenda, Bl. 64.</p>
<p><a href="#_ftnref13" name="_ftn13">[13]</a> Die zweite Auflage des Buches erschien 1936 mit einem Umfang von 104 Seiten. Zum Autor konnten keine Informationen gefunden werden.</p>
<p><a href="#_ftnref14" name="_ftn14">[14]</a> https://de.wikipedia.org/wiki/T-34</p>
<p><a href="#_ftnref15" name="_ftn15">[15]</a> https://de.wikipedia.org/wiki/ZIS-5</p>
<p><a href="#_ftnref16" name="_ftn16">[16]</a> Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Dampfschiff</p>
<p><a href="#_ftnref17" name="_ftn17">[17]</a> Kieckebusch, Werner von: <em>Ich traue dem Frieden nicht – Leben zwischen zwei Diktaturen – Tagebücher 1945–1946</em>. Herausgegeben von Jörg Bremer, Freiburg, 2020 S. 51.</p>
<p><a href="#_ftnref18" name="_ftn18">[18]</a> Ebenda, S. 50.</p>
<p><a href="#_ftnref19" name="_ftn19">[19]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jochbr%C3%BCcke">https://de.wikipedia.org/wiki/Jochbr%C3%BCcke</a></p>
<p><a href="#_ftnref20" name="_ftn20">[20]</a> <a href="https://www.buzer.de/gesetz/2427/a34413.htm">https://www.buzer.de/gesetz/2427/a34413.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref21" name="_ftn21">[21]</a> BLHA, Rep. 57, Nr. 317 c., Lageplan.</p>
<p><a href="#_ftnref22" name="_ftn22">[22]</a> Ebenda.</p>
<p><a href="#_ftnref23" name="_ftn23">[23]</a> BLHA, Rep. 57, Nr. 1085/15 C.</p>
<p><a href="#_ftnref24" name="_ftn24">[24]</a> BLHA, Rep. 57, Nr. 956.</p>
<p><a href="#_ftnref25" name="_ftn25">[25]</a> Dehnert, Hans: Die Wiederherstellung der Glienicker Brücke bei Potsdam (Sonderdruck aus der Zeitschrift „Bauplanung und Bautechnik“, Bd. 3, (1949), Nr. 12, S. 375 bis 384), S. 11.</p>
<p><a href="#_ftnref26" name="_ftn26">[26]</a> Pinterest</p>
<p><a href="#_ftnref27" name="_ftn27">[27]</a> <em>Standbild aus dem Film „Potsdam baut auf“ (DEFA, 1946, Regie: Joop Huisken), © DEFA-Stiftung/Joop Huisken</em></p>
<p><a href="#_ftnref28" name="_ftn28">[28]</a> Bildarchiv Lutz Hannemann, Potsdam.</p>
<p><a href="#_ftnref29" name="_ftn29">[29]</a> Bundesarchiv, Bundesbildstelle, Bild 183-R95996.</p>
<p><a href="#_ftnref30" name="_ftn30">[30]</a> Siehe zur Geschichte des Unternehmens: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Siemens-Bauunion">https://de.wikipedia.org/wiki/Siemens-Bauunion</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref31" name="_ftn31">[31]</a> Siehe zur Geschichte des Unternehmens: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Krupp-Druckenm%C3%BCller">https://de.wikipedia.org/wiki/Krupp-Druckenm%C3%BCller</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref32" name="_ftn32">[32]</a> Ebenda, Bl. 7.<br />
Der Verfasser des Aktenvermerks ist nicht bekannt, könnte aber Baurat Ademeit gewesen sein.</p>
<p><a href="#_ftnref33" name="_ftn33">[33]</a> Zur Person von Dr.-Ing. Hans Dehnert (1900 – 1955): <a href="https://books.google.de/books/about/Held_der_Arbeit_Prof_Dr_Ing_Hans_Dehnert.html?id=_4p5ygAACAAJ&amp;redir_esc=y">https://books.google.de/books/about/Held_der_Arbeit_Prof_Dr_Ing_Hans_Dehnert.html?id=_4p5ygAACAAJ&amp;redir_esc=y</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref34" name="_ftn34">[34]</a> Oberbürgermeister war zu diesem Zeitpunkt Heinz Zahn.</p>
<p><a href="#_ftnref35" name="_ftn35">[35]</a> Zur Person von Reinhold Mohr siehe: <a href="https://deu.archinform.net/arch/114234.htm">https://deu.archinform.net/arch/114234.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref36" name="_ftn36">[36]</a> Ebenda, Bl. 9.</p>
<p><a href="#_ftnref37" name="_ftn37">[37]</a> Ebenda, Bl. 10.</p>
<p><a href="#_ftnref38" name="_ftn38">[38]</a> Kieckebusch, Werner von, a.a.O., S. 78.</p>
<p><a href="#_ftnref39" name="_ftn39">[39]</a> Ebenda, S. 93.</p>
<p><a href="#_ftnref40" name="_ftn40">[40]</a> Schreiben Wasserstraßenamt, A. 327, an die Wasserstraßendirektion West in Brandenburg/Havel v. 17. Februar 1946, S. 2 f.. In: BLHA, Rep. 57, Nr. 317 Kt.</p>
<p><a href="#_ftnref41" name="_ftn41">[41]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Wallich">https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Wallich</a></p>
<p><a href="#_ftnref42" name="_ftn42">[42]</a> BLHA, Rep. 57, Nr. 761 bis 761 (8), Bl. 44.</p>
<p><a href="#_ftnref43" name="_ftn43">[43]</a> Ebenda, Bl. 55, 58 u. 68.</p>
<p><a href="#_ftnref44" name="_ftn44">[44]</a> Ebenda, Bl. 58 RS.</p>
<p><a href="#_ftnref45" name="_ftn45">[45]</a> BLHA, Rep. 57, Nr. 761 bis 761 (8), Bl. 65.</p>
<p><a href="#_ftnref46" name="_ftn46">[46]</a> Ebenda, Bl. 70.</p>
<p><a href="#_ftnref47" name="_ftn47">[47]</a> Ebenda, Bl. 71.</p>
<p><a href="#_ftnref48" name="_ftn48">[48]</a> Ebenda, Bl. 115.</p>
<p><a href="#_ftnref49" name="_ftn49">[49]</a> An der Koppelstelle erfolgte die Umordnung von Schiffsverbänden auf den Binnenwasserstraßen. Die Schiffsverbände werden entweder getrennt oder zusammengefügt.</p>
<p><a href="#_ftnref50" name="_ftn50">[50]</a> Wilhelm Ney (geb. in Marienthal, daher der Name des Schiffes) war in Plaue a. d. Havel ansässig. Am 3. Und 4. Februar 2021 mit der Schwiegertochter von ihm, Marlies Ney, geführte Telefongespräche ergaben:<br />
Aus Gesprächen ihrer Schwiegereltern hatte sie von dem Vorfall 1946 Kenntnis. Ihr Mann, Willi Ney, war zu diesem Zeitpunkt 7 Jahre alt. Über Unterlagen verfügt die Familie nicht. Wilhelm Ney wurde im Ergebnis der Untersuchungen schuldig gesprochen und inhaftiert. Die Gerichtsverhandlung fand am Sitz der SMAD in Berlin-Karlshorst statt. Nach zehn Wochen Haft – vermutlich in Berlin-Hohenschönhausen – kam er frei, sichtlich gezeichnet.<br />
Hildegard Ney, die Ehefrau von Wilhelm Ney, wurde nach dem Tod ihres Mannes 1966 Eigentümerin des Schiffes. Sie heiratete erneut, einen, Schiffer, und lebte unter dem Namen Hildegard Raboldt in Zerpenschleuse. Ab 1988 war sie wieder in Brandenburg a. d. Havel. 1990 übernahm ihr Sohn, Willi Ney, die Firma. Zusammen mit seiner Frau Marlis – sie war seit 1959 auf den Schiffen ihrer Schwiegereltern mit unterwegs – fuhr er bis zu seinem Renteneintritt 2003/2004.</p>
<p><a href="#_ftnref51" name="_ftn51">[51]</a> Das Motorschiff „Marienthal“, auch Mariental, war 1936 auf der Werft C. Heidelmann in Lauenburg gebaut worden. Besitzer war Wilhelm Ney aus Plaue/Brandenburg a. d. Havel, 1969 bis 1990 Hildegard Raboldt aus Zerpenschleuse. Seit 2003 ist das Schiff Eigentum der BITEK Bergungsdienst GmbH Bremen. Nach Umbau trägt es den Namen Delphin I., wird aber 2021 endgültig stillgelegt und abgewrackt.<br />
(Vgl. zu Details: <a href="https://www.ddr-binnenschifffahrt.de/db_verlauf.php?schiffId=2002057">https://www.ddr-binnenschifffahrt.de/db_verlauf.php?schiffId=2002057</a>)</p>
<p><a href="#_ftnref52" name="_ftn52">[52]</a> Die Transport-Genossenschaft zu Berlin e. GmbH (TGB) wurde im Jahr 1898 gegründet und war der erste genossenschaftliche Zusammenschluss in der Partikulierschifffahrt. Ihr Nachfolger ist die Deutsche Transport-Genossenschaft Binnenschifffahrt eG (DTG).<br />
1943 hatte die TGB ihren Sitz in der Burgstraße 4 II in Berlin. Vorstandsmitglieder bzw. Direktoren waren Wilhelm Bolle und Carl Zahl (beide Berlin) sowie Henry Haack (Hamburg). Vorsitzender des Aufsichtsrats: Reinhold Weber (Carolath). Die Genossenschaft hatte 1200 Mitglieder, die ca. 1500 Fahrzeuge in Größen von 200 bis 1000 Tonnen einbrachten.<br />
(Quelle: Schiffahrts-Kalender für das Elbe-Gebiet und die Märkischen Wasserstrassen, Bd. 61, Dresden 1943, S. 285 f.)<br />
1946 befand sich der Sitz der TGB im Westhafen und in der Mühlenstraße 61-63 in Berlin.<br />
Internetseite der DTG: <a href="https://dtg-eg.de/unternehmen/">https://dtg-eg.de/unternehmen/</a></p>
<p><a href="#_ftnref53" name="_ftn53">[53]</a> BLHA, Rep. 236, Nr. 80, Abschrift Protokoll v. 30. Mai 1946, Bl. 1f.</p>
<p><a href="#_ftnref54" name="_ftn54">[54]</a> Vgl. dazu: <a href="http://saper.isnet.ru/texnica-2/n2p.html">http://saper.isnet.ru/texnica-2/n2p.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref55" name="_ftn55">[55]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Potsdamer_Havel">https://de.wikipedia.org/wiki/Potsdamer_Havel</a></p>
<p><a href="#_ftnref56" name="_ftn56">[56]</a> https://de.wikipedia.org/wiki/Sacrow-Paretzer_Kanal</p>
<p><a href="#_ftnref57" name="_ftn57">[57]</a> Julius Brose, geb. 5. Oktober 1899 in Potsdam, war verheiratet und hatte vier Kinder. Burgstraße 28-29 war die Wohnschrift und die der Firma. Als Beruf wurde für ihn Schiffsspediteur angegeben. Brose war von 1933 bis 1945 Mitglied der NSDAP, nach einem im Brandenburgischen Landeshauptarchiv liegenden Dokument, muss er um 1935 dennoch in zeitweiliger Schutzhaft gewesen sein. Laut einer Aussage von Hedwig Lewy, Katzbachstr. 1 Babelsberg, soll er damals „2 Jüdinnen hilfreich zur Seite gestanden“ haben. Nach 1945 konnte Brose seine Spedition behalten und wurde mit Gründung der „Deutsche Schiffahrts- und Umschlagsbetriebszentrale“ (DSU) am 1. Oktober 1949 Direktor der Potsdamer Niederlassung.<br />
Am 13. April 1950, gegen 22 Uhr, hatte er in der HO-Gaststätte, Zeppelinstr. 168, zu Abend gegessen. Gegen 23.30 Uhr kam er in das Gespräch mit in der Bar sitzenden Gästen. Dabei kam es zu einem Vorfall, den PV-Kommissar Libke vom Ministerium für Staatssicherheit Verwaltung Brandenburg am 10. August 1950 in der von ihm verfassten Anklageschrift wie folgt beschrieb:<br />
<em>Hier verbreitete B. am Tisch der Zeugen Hönisch Fritz, Löschel Helmuth und Fröhlich Robert im betrunkenen Zustand tendenziöse Gerüchte. Unter anderem die Aktivisten sind Idioten, denen fehlt der sechste Sinn, denn sie merken nicht, wie sie ausgebeutet werden. Im selben Zusammenhang erklärte B. ferner, daß der Staatskapitalismus ein Ausbeutersystem wäre und die Menschen zum Werkzeug ihrer Machenschaften gebrauchen würde.<br />
Zum Vergleich stellte Brose den Privatkapitalismus, der nach seiner Meinung besser wäre.<br />
Des weiteren führte er an, daß die Arbeiter früher nicht ausgebeutet wurden, aber jetzt ja.“</em></p>
<p>Julius Brose befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Untersuchungshaft und wurde am 6. November 1950 wegen <em>„Verbrechens nach Abschnitt II Artikel III A III der Kontrollratsdirektive 38 … zu 25 000 DM Geldstrafe, an deren Stelle im Nichtbetreibungsfalle für je 80 DM 1 Tag Gefängnis tritt, verurteilt“.</em> Die Untersuchungshaft wurde auf die Geldstrafe anerkannt und Brose hatte die Kosten des Verfahrens zu tragen. Strafmildernd wurde angefügt, dass er das „Verbrechen“ im Vollrausch begangen habe. Das Verfahren leitete Richter Hermann Wohlgethan (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Wohlgethan">https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Wohlgethan</a>). Brose hatte bei der Urteilsverkündung bereits 207 Tage Untersuchungshaft hinter sich und somit bereits 16.650 DM abgegolten. Somit musste er als Strafe noch 8.350 DM plus Verfahrenskosten zahlen.<br />
Der weitere Lebensweg von Julius Brose ist bislang nicht erforscht worden. Auf jeden Fall befinden sich Unterlagen aus der Zeit des Nationalsozialismus, in denen er als Opfer erwähnt wird, in Yad Vashem in Jerusalem.<br />
Zur DSU: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Schiffahrts-_und_Umschlagbetriebe">https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Schiffahrts-_und_Umschlagbetriebe</a></p>
<p><a href="#_ftnref58" name="_ftn58">[58]</a> Am 1. Februar 1946 wurden mit Befehl Nr. 29 der SMAD zum 15. Februar 1946 die Wasserstraßendirektionen Berlin, Dresden, Magdeburg und Schwerin gebildet. Die Wasserstraßendirektion Berlin mit Sitz in Berlin war demnach für die Wasserstraßen des Bereiches der Provinz Brandenburg und der Oder bis Stettin zuständig. Ihrem Geschäftsbereich gehörten die Wasserstraßenämter Berlin, Eberswalde, Frankfurt (Oder) mit den Nebendienststellen Gartz und Schwedt (Oder), Fürstenberg, Fürstenwalde, Köpenick, Potsdam, Rathenow und Zehdenick an. Die Wasserstraßenämter waren innerhalb ihres jeweiligen territorialen Zuständigkeitsbereiches vorrangig verantwortlich für die Streckenaufsicht, und die Unterhaltung der verkehrsmäßigen, baulichen und technischen Einrichtungen, wie Wehre, Schleusen und Bauhöfe. Seit Februar 1948 wurden auch die örtlichen Geschäfte der Strom- und Schifffahrtspolizei durch sie wahrgenommen.<br />
Die Wasserstraßendirektion Berlin verwaltete insgesamt ca. 1200 km künstliche und natürliche Wasserstraßen und 51 Autostraßenbrücken über schiffbare Flüsse und Kanäle. An ihrer Spitze stand der Wasserstraßendirektor. Ihre Arbeitsgebiete waren analog denen der Generaldirektion Wasserstraßen, Schifffahrt und Schiffbau auf fünf Abteilungen distribuiert. Darüber hinaus oblag ihr die Verantwortung für die Vorbereitung der Brücken zum Durchlass von Hochwasser und Eisgang.<br />
(BLHA Bestandsinformation, Bestand Rep. 236 – Wasserstraßendirektion Berlin)</p>
<p><a href="#_ftnref59" name="_ftn59">[59]</a> Die für den Bau und die Unterhaltung der Wasserstraßen und der wasserbaulichen Anlagen in der Provinz Brandenburg zuständige und seit 1941 dem Generalinspektor für Wasser und Energie unterstehende Wasserstraßendirektion Potsdam setzte ihre Tätigkeit im Mai 1945 vorerst fort. Mit dem Befehl Nr. 199 der SMAD vom 7. September 1945 wurde die Leitung und Organisation der Wasserwirtschaft, insbesondere der Wasserwege, die Verwaltung der Binnenschifffahrt und der Hafen- und Umschlagbetriebe in der SBZ in die Verantwortung der Deutschen Generaldirektion Wasserstraßen, Schifffahrt und Schiffbau übergeben. Geleitet von einem Generaldirektor, gliederte sie sich in die fünf Abteilungen I. Transport und Verkehr, II. Wasserstraßen, III. Wasserwirtschaft, IV. Häfen und Werften sowie V. Verwaltung, Personal, Finanzen und Recht. Der Generaldirektion nachgeordnet und für die Provinzen Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie Teile der Länder Sachsen und Mecklenburg zuständig wurden die Wasserstraßendirektionen Ost, mit Sitz in Frankfurt (Oder), und West, mit Sitz in Brandenburg. In deren Verantwortungsbereich fielen die Wiederschiffbarmachung der Wasserstraßen, die Wiederaufnahme der technischen Schifffahrt, des Hochwassermelde-, Eiswacht- und hydrometeorologischen Dienstes, die Auftragsweise Übernahme der Instandsetzung und des Neuaufbaus zerstörter Brücken und wasserbaulichen Einrichtungen sowie die Aufsicht über die Häfen, Werften und Umschlagbetriebe. Zur Durchführung Ihrer Aufgaben unterstanden ihnen insgesamt achtzehn Wasserstraßenämter, die für die unmittelbare Beseitigung der Kriegsschäden an den Wasserstraßen in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich verantwortlich zeichneten. (Ebenda.)</p>
<p><a href="#_ftnref60" name="_ftn60">[60]</a> BLHA, Rep. 236, Nr. 80, Bl. o. Nr.</p>
<p><a href="#_ftnref61" name="_ftn61">[61]</a> Kompaktes, flaches Boot bzw. Kahn für die Binnenschifffahrt, auch als Nachen bezeichnet. Traditionell wurde und wird östlich der Elbe, besonders im Havelland und im früheren Ostpreußen für einen kleinen Kahn ähnlich der Verwendung des <em>Nachens</em> der Begriff <em>Handkahn</em> verwendet. Der Maler Max Pechstein bezeichnete eines seiner Bilder <em>Handkahn.</em></p>
<p><a href="#_ftnref62" name="_ftn62">[62]</a> Ebenda.</p>
<p><a href="#_ftnref63" name="_ftn63">[63]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Vortisch">https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Vortisch</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref64" name="_ftn64">[64]</a> Ebenda.</p>
<p><a href="#_ftnref65" name="_ftn65">[65]</a> Капитан юстиции.</p>
<p><a href="#_ftnref66" name="_ftn66">[66]</a> https://de.wikipedia.org/wiki/Dywidag</p>
<p><a href="#_ftnref67" name="_ftn67">[67]</a> BLHA, Rep. 236, Nr. 80, a.a.O.</p>
<p><a href="#_ftnref68" name="_ftn68">[68]</a> Ebenda, Aktenvermerk v. 1. Juni 1946, Tgb.-Nr. 4097/46, Bl. 1.</p>
<p><a href="#_ftnref69" name="_ftn69">[69]</a> Ebenda, Aktenvermerk v. 7. Juni 1946, Tgb.-Nr. 4386/46, Bl. 3.</p>
<p><a href="#_ftnref70" name="_ftn70">[70]</a> Ebenda, Dok. v. 7. Juni 1946, Bl. 1.</p>
<p><a href="#_ftnref71" name="_ftn71">[71]</a> <strong>Ständig machen</strong> – im Wasser auf der Stelle halten. (</p>
<p><a href="#_ftnref72" name="_ftn72">[72]</a> Ebenda, Aktenvermerk v. 8. Juni 1946, Tgb.-Nr. II/3/46-J/Bo-.</p>
<p><a href="#_ftnref73" name="_ftn73">[73]</a> Oberbaurat Hermann Körner wohnte 1948/49 in Potsdam, Drevesstr. 11.</p>
<p><a href="#_ftnref74" name="_ftn74">[74]</a> Ebenda, Akt v. 7. Juni 1946, Bl. 4 f.</p>
<p><a href="#_ftnref75" name="_ftn75">[75]</a> BLHA, Rep. 236, Nr. 80, Abschrift Protokoll v. 30. Mai 1946, Bl. 2.</p>
<p><a href="#_ftnref76" name="_ftn76">[76]</a> <a href="https://www.ddr-binnenschifffahrt.de/db_detail.php?id=32012591">https://www.ddr-binnenschifffahrt.de/db_detail.php?id=32012591</a></p>
<p><a href="#_ftnref77" name="_ftn77">[77]</a> <a href="https://www.ddr-binnenschifffahrt.de/db_detail.php?id=10409891">https://www.ddr-binnenschifffahrt.de/db_detail.php?id=10409891</a></p>
<p><a href="#_ftnref78" name="_ftn78">[78]</a> Vgl. Kürvers, Klaus: Villa Schöningen: Potsdam, Berliner Str. 86, Berlin/Potsdam 1999 bzw. 2007, S. 130 u. -2/Pläne 24.</p>
<p><a href="#_ftnref79" name="_ftn79">[79]</a> Vermutlich ist hier der Bumann gehörende Schleppkahn aus Eisen „Hamburg 4890 D“ gemeint. Baujahr 1910 und gebaut auf der Schiffswerft Waterhuizen (Niederlande). Doch einen Eigentumsbeleg für ihn gibt es erst aus dem Jahr 1957. (<a href="https://www.ddr-binnenschifffahrt.de/db_detail.php?id=10048900">https://www.ddr-binnenschifffahrt.de/db_detail.php?id=10048900</a>)</p>
<p><a href="#_ftnref80" name="_ftn80">[80]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lecksegel">https://de.wikipedia.org/wiki/Lecksegel</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref81" name="_ftn81">[81]</a> BLHA, Rep. 236, Nr. 80, Aktenvermerk der Wasserstraßendirektion Berlin v. 4.6.1946, Tgb.-Nr. II/3-4278/46-J/Bo-, Bl. 2.</p>
<p><a href="#_ftnref82" name="_ftn82">[82]</a> Ebenda, Bl. 3.</p>
<p><a href="#_ftnref83" name="_ftn83">[83]</a> Zur Person Otto Falkenberg: https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Falkenberg_(Politiker).</p>
<p><a href="#_ftnref84" name="_ftn84">[84]</a> Zur Person Berhard Bechler: https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Bechler.</p>
<p><a href="#_ftnref85" name="_ftn85">[85]</a> BLHA, Rep. 203, Nr. 95, Bl. 248.</p>
<p><a href="#_ftnref86" name="_ftn86">[86]</a> BLHA, Rep. 202 A, Nr. 325, Bl. 1.</p>
<p><a href="#_ftnref87" name="_ftn87">[87]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Jahn">https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Jahn</a></p>
<p><a href="#_ftnref88" name="_ftn88">[88]</a> Ebenda, Bl. 2.</p>
<p><a href="#_ftnref89" name="_ftn89">[89]</a> Ebenda, Bl. 7.</p>
<p><a href="#_ftnref90" name="_ftn90">[90]</a> <a href="https://www.pnn.de/potsdam/traditionsreicher-ausflugsort-potsdamer-buergershof-wird-abgerissen-und-ein-wohnhaus/25047548.html">https://www.pnn.de/potsdam/traditionsreicher-ausflugsort-potsdamer-buergershof-wird-abgerissen-und-ein-wohnhaus/25047548.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref91" name="_ftn91">[91]</a> Gemeint ist <strong>Wassili Michailowitsch Scharow</strong>, geb. 2. April 1907, gest. 1992. Nach 1945 zunächst Chef der Sowjetischen Militäradministration (SMA) Brandenburg, ab 1949 Chef der Sowjetischen Kontrollkommission.</p>
<p><a href="#_ftnref92" name="_ftn92">[92]</a> https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetische_Kontrollkommission</p>
<p><a href="#_ftnref93" name="_ftn93">[93]</a> Ebenda, Bl. 19.</p>
<p><a href="#_ftnref94" name="_ftn94">[94]</a> Ebenda, Bl. 21.</p>
<p><strong>© Dr. Volker Punzel, GeschichtsManufaktur Potsdam (</strong>07.02.2021)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2021/02/07/die-bruecken-der-potsdamer-konferenz-1945/">Die Brücken der Potsdamer Konferenz 1945</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
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		<title>Die Geheimdienste auf der Potsdamer Konferenz: Sowjetunion</title>
		<link>https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/10/26/die-geheimdienste-auf-der-potsdamer-konferenz-sowjetunion/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[geschichtsmanufaktur]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Oct 2020 14:50:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die drei Delegationen reisten mit einem umfangreichen Tross von Sicherheitsleuten in Potsdam an. Darunter waren Geheimdienstler, Personenschützer, Wachleute und besonders überprüfte Servicekräfte. Als zur Ausrichtung der Konferenz genötigter Gastgeber musste die Sowjetunion die meisten Sicherheitsleute stellen. Wie groß ihre Zahl genau war, woher sie kamen und welche Aufgaben sie konkret hatten, ist bis heute nur [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/10/26/die-geheimdienste-auf-der-potsdamer-konferenz-sowjetunion/">Die Geheimdienste auf der Potsdamer Konferenz: Sowjetunion</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die drei Delegationen reisten mit einem umfangreichen Tross von Sicherheitsleuten in Potsdam an. Darunter waren Geheimdienstler, Personenschützer, Wachleute und besonders überprüfte Servicekräfte. Als zur Ausrichtung der Konferenz genötigter Gastgeber musste die Sowjetunion die meisten Sicherheitsleute stellen. Wie groß ihre Zahl genau war, woher sie kamen und welche Aufgaben sie konkret hatten, ist bis heute nur bruchstückhaft untersucht. Was fehlt, ist eine sachliche und mit Fakten bzw. Dokumenten unterlegte solide wissenschaftliche Ausarbeitung zu dem Thema.</p>
<p>Am 16. September 1945 verabschiedete das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR einen Erlass <em>„Über die Auszeichnung mit Orden und Medaillen von Generälen, Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten des Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten der UdSSR, des Volkskommissariats für Staatssicherheit der UdSSR, des Volkskommissariats für Verteidigung der UdSSR und von Mitarbeitern des Volkskommissariats für Außenhandel“</em>. <a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> Es handelte sich hierbei um Personen, die mittelbar oder unmittelbar in die Vorbereitung und Durchführung der Potsdamer Konferenz eingebunden waren. Aber es waren auch Personen darunter, die diese Arbeit bereits in Verbindung mit der Konferenz der Alliierten Staatsoberhäupter in Jalta geleistet hatten.<br />
2.856 Personen sind in dem Erlass mit vollem Namen und, sofern es sich um Militärangehörige handelte, mit Dienstgrad aufgeführt. Für rund 70 der aufgeführten Personen sind in der im Internet veröffentlichten Übersicht biografische Angaben hinterlegt.<br />
Der Leninorden<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a> wurde zweimal vergeben, der Rotbannerorden<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a> 26mal, der Suworow-Orden 2. Klasse<a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a> viermal, der Kutusow-Orden 2. Klasse<a href="#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a> 11mal und der Kutusow-Orden 3. Klasse sechsmal. Weiterhin wurden vergeben: der Orden des Großen Vaterländischen Krieges 1. Klasse<a href="#_ftn6" name="_ftnref6">[6]</a> an 56 Personen und 2. Klasse an 216 Personen; der Orden des Roten Sterns<a href="#_ftn7" name="_ftnref7">[7]</a> an 799 Personen; der Orden „Zeichen der Ehre“<a href="#_ftn8" name="_ftnref8">[8]</a> an 102 Personen; die Medaille „Für Tapferkeit“<a href="#_ftn9" name="_ftnref9">[9]</a> an 143 Personen; die Medaille „Für Verdienste im  Kampf“ an 1.360 Personen; die Medaille „Für heldenmütige Arbeit“<a href="#_ftn10" name="_ftnref10">[10]</a> an 30 Personen und die Medaille „Für ausgezeichnete Arbeit“<a href="#_ftn11" name="_ftnref11">[11]</a> an 101 Personen.Den Leninorden erhielten der sowjetische Kommandant des Sperrgebiets Neubabelsberg, in dem sich die Residenzen der drei Staatsoberhäupter befanden, Generaloberst Sergej Nikiforowitsch Kruglow, und der Chef von Stalins Leibgarde, Generalleutnant Nikolai Sidorowitsch Wlasik.</p>
<p>Die Grundlage für alle Maßnahmen in Verbindung mit der Potsdamer Konferenz bildete der Befehl des NKWD der UdSSR vom 6. Juni 1945 „<em>Об  обеспечении специальных мероприятий по объектам «Пальма»</em>“ (deutsch: <em>Über die Sicherstellung besonderer Maßnahmen für die Objekte &#8222;Palme</em>&#8222;). Darin war unter anderem die personelle Verantwortung für die Vorbereitung der Konferenz festgelegt worden.<a href="#_ftn12" name="_ftnref12">[12]</a></p>
<p>In welchem Umfang die Sicherheit der Reiseroute Stalins von Moskau nach Potsdam garantiert wurde und wie die Sicherheitsmaßnahmen vor Ort aussahen, geht aus einem Bericht Lawrentij Berijas vom 2. Juli 1945 hervor:</p>
<blockquote><p>An den Genossen Stalin J. W.<br />
An den Genossen Molotow W. M.</p>
<p>Das NKWD der UdSSR berichtet über die Beendigung der Vorbereitung der Maßnahmen zur Vorbereitung des Empfangs und der Unterbringung der bevorstehenden Konferenz. Vorbereitet sind 62 Villen (10.000 Quadratmeter) und ein Zwei-Etagen-Einzelhaus für den Genossen Stalin, 15 Zimmer, eine offene Veranda, Mansarde (400 Quadratmeter). Das alleinstehende Gebäude ist mit allem ausgestattet. Es gibt ein Post- und Telegraphenamt. Es ist für Vorräte an Wild, Geflügel, gastronomischen und Kolonialwaren sowie anderen Produkten und Getränken gesorgt. Es sind Nebenwirtschaften sieben Kilometer von Potsdam geschaffen worden, mit Tier- und Geflügelfarmen, Gemüseanbau; es arbeiten zwei Brotbäckereien. Das gesamte Personal ist aus Moskau. Zwei spezielle Flughäfen stehen bereit. Für die Bewachung stehen sieben Regimenter der NKWD-Truppen und 1.500 Personen aus der operativen Mannschaft zur Verfügung. Die Bewachung ist in drei Ringen organisiert. Der Leiter der Leibwache des alleinstehenden Hauses ist Generalleutnant Wlasik. Die Bewachung des Konferenzorts übernimmt Kruglow. Ein Sonderzug ist vorbereitet. Die Reiseroute beträgt 1.923 Kilometer Länge (1.095 durch die UdSSR, 594 durch Polen, 270 durch Deutschland). Für die Sicherheit des Weges sorgen 17.000 Mann aus den Truppen des NKWD, 1.515 Personen aus der operativen Mannschaft. An jedem Kilometer der Eisenbahnstrecke stehen 6 bis 15 Personen Wache. Auf der Geleitlinie werden 8 Panzerzüge der Truppen des NKWD fahren.<br />
Für Molotow ist ein zweigeschossiges Gebäude vorbereitet worden (11 Zimmer). Für die Delegation 55 Villen, darunter acht einzelnstehende Häuser.</p>
<p>2. Juli 1945 L. Berija <a href="#_ftn13" name="_ftnref13"><strong>[13]</strong></a></p></blockquote>
<p>Um die Sicherheit Stalins zu gewährleisten, waren 900 Leibwächter aufgeboten worden, die sich vermutlich unter den von Berija genannten „<em>1.500 Personen aus der operativen Mannschaft</em>“ befinden. Für die Sicherheit am Aufenthaltsort von Stalin, Neubabelsberg, und am Konferenzort, Schloss Cecilienhof im Neuen Garten, war – wie Berija weiter informierte – „<em>das Einsatzpersonal der 6. NKGB-Abteilung zuständig, angeordnet in drei konzentrischen Ringen mit insgesamt 2041 Beamten</em>“.<a href="#_ftn14" name="_ftnref14">[14]</a> Für den Schutz der Telefonleitungen standen 16 dem NKWD unterstellte Kompanien zur Verfügung und es gab elf schnelle Flugverbindungen zwischen Berlin und Moskau.<a href="#_ftn15" name="_ftnref15">[15]</a> Neben den Volkskommissariaten für Inneres und Staatssicherheit war auch das für Verteidigung in  die Sicherheitsmaßnahmen eingebunden. Alle waren der Oberaufsicht durch das NKWD unterworfen.</p>
<h2><strong>Das NKWD und seine Inneren Truppen auf der  Konferenz</strong></h2>
<p>In den Darstellungen zur Geschichte der sowjetischen Besatzungszone, insbesondere zur Potsdamer Konferenz, wird – wenn es um das NKWD geht – sehr oft das maskuline grammatikalische Geschlecht „der“ verwendet. Wer sich mit der Thematik genauer befasst hat, nimmt das neutrale grammatikalische Geschlecht „das“. Was sachlich richtig ist. Da es bei mit der Sowjetunion oder Russland verbundenen Themen jedoch sehr oft um Propaganda geht, dominiert „der“. Denn dieser Artikel impliziert, dass es sich beim NKWD vor allem um einen Geheimdienst oder ähnliches gehandelt habe. Dass es den Charakter eines Ministeriums trug, wird dabei (oft bewusst) vernachlässigt.</p>
<p>Das NKWD wurde am 10. Juli 1934 als sowjetisches Unionsministerium gegründet und trug die Bezeichnung <em>Volkskommissariat für innere Angelegenheiten</em> (kurz: <strong>NKWD</strong> = <strong><em>N</em></strong><em>arodnyj <strong>k</strong>ommissariat <strong>w</strong>nutrennich <strong>d</strong>el</em>, russisch НКВД = Народный комиссариат внутренних дел). Diese Bezeichnung war von 1934 bis 1946 gebräuchlich. Die Aufgaben des NKWD und seine Struktur veränderten sich in dieser Zeit mehrfach. 1945 bestand das NKWD aus den folgenden Hauptverwaltungen:</p>
<ul>
<li><strong>ГУГБ</strong> — Hauptverwaltung für Staatssicherheit (Главное управление государственной безопасност)<a href="#_ftn16" name="_ftnref16">[16]</a></li>
<li><strong>ГУРКМ</strong> — Hauptverwaltung der Arbeiter- und Bauern-Miliz (Главное управление рабоче-крестьянской милиции)<a href="#_ftn17" name="_ftnref17">[17]</a></li>
<li><strong>ГУПиВО</strong> — Hauptverwaltung Grenzsicherheit und Innere Sicherheit (Главное управление пограничной и внутренней охраны)</li>
<li><strong>ГУПО</strong> — Hauptverwaltung Feuerwehr und Brandschutz (Главное управление пожарной охраны)</li>
<li><strong>ГУШосДор</strong> — Hauptverwaltung Straßen- und Verkehrswesen (Главное управление  шоссейных дорог)</li>
<li><strong>ГУЛАГ</strong> — Hauptverwaltung der Lager (Главное управление лагерей)<a href="#_ftn18" name="_ftnref18">[18]</a></li>
<li><strong>ГЭУ</strong> — Hauptverwaltung Wirtschaft (экономики)</li>
<li><strong>ГТУ</strong> — Hauptverwaltung Transport (транспорта)</li>
<li><strong>ГУВПИ</strong> — Hauptverwaltung für die Angelegenheiten der Kriegsgefangenen und Internierten (Главное управление по делам военнопленных и интернированных)</li>
</ul>
<p>Bei der Potsdamer Konferenz kamen vor allem die Hauptverwaltungen Grenzsicherheit und Innere Sicherheit (<strong>ГУПиВО</strong>) und für Staatssicherheit (<strong>ГУГБ</strong>) des NKWD zum Einsatz. Den Hauptteil an Personal stellte die Hauptverwaltung Grenzsicherheit und Innere Sicherheit. Unter dem Begriff „<strong>Innere Truppen</strong>“ werden diese Personen und Einheiten in den Veröffentlichungen zusammengefasst.</p>
<p>Nach der Gründung des NKWD 1934 wurden auf der Grundlage des bisherigen Grenzschutzes und der Truppen der OGPU<a href="#_ftn19" name="_ftnref19">[19]</a> (Vereinigte Staatliche Politische Verwaltung &#8211; Объединённое государственное политическое управление) die Grenzschutztruppen und die Truppen des NKWD geschaffen. Zu ihren Aufgaben gehörten: der Schutz der Staatsgrenze der UdSSR, der Kampf gegen Banditentum und gegen dessen Unterstützer, der Schutz von Eisenbahnen und Industrieunternehmen, der Schutz von Haftanstalten und die Begleitung von Gefangenen. Die Truppen waren der Hauptdirektion für Grenze und Innere Sicherheit des NKWD unterstellt. Am 29. September 1938 wurde es in die Hauptdirektion für die Grenz- und Innentruppen umgewandelt.</p>
<p>Mit dem Dekret des Rates der Volkskommissare der UdSSR &#8222;<em>Über die Umstrukturierung der Verwaltung der Grenz- und Inneren Truppen</em>&#8220; vom 2. Februar 1939 und mit dem Beschluss des NKWD Nr. 00206 vom 8. März 1939 wurde diese in sechs Hauptdirektionen aufgeteilt (Grenztruppen, NKWD-Truppen zum Schutz besonders wichtiger Militär- und Industrieunternehmen, zum Schutz des Eisenbahnnetzes, Begleittruppen, Hauptverwaltung für Versorgung der Inneren Truppen und Hauptverwaltung für Militärische Bauten) und es wurde der Posten des stellvertretenden Volkskommissars für die Inneren Truppen eingeführt.<br />
Aufgrund ihrer besonderen Rolle im Unterdrückungsapparat der Sowjetunion wurden die Hauptverwaltung der Lager (<strong>ГУЛАГ – </strong> Главное управление лагерей, GULAG) und die als Politische Polizei eingesetzten Einheiten des NKWD synonym für das NKWD.</p>
<p>Vom 11. März 1942 bis zum 2. April 1948 war <strong>Arkadij Nikolajewitsch Apollonow</strong> Stellvertreter für die Inneren Truppen des Volkskommissars für Innere Angelegenheiten der UdSSR, ab 29. Oktober 1943 im Rang eines Generaloberst. Im Mai und Juni 1945 leitete er die Deportation der Bevölkerung Ostpreußens und des Baltikums sowie der Ostukraine.<a href="#_ftn20" name="_ftnref20">[20]</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Struktur.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2261 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Struktur-808x1024.jpg" alt="" width="640" height="811" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Struktur-808x1024.jpg 808w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Struktur-237x300.jpg 237w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Struktur-768x973.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Struktur.jpg 834w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a></p>
<p style="text-align: center;">Struktur des NKWD im Jahr 1945. <a href="#_ftn21" name="_ftnref21">[21]</a></p>
<p>Aus den eingangs wiedergegebenen Angaben Berijas und aus weiteren inzwischen zugänglich gewordenen Informationen lässt sich die nachfolgende Übersicht der während der Potsdamer Konferenz zum Einsatz gekommenen Einheiten des NKWD aufstellen. Sie ist vermutlich nicht vollständig, aber geht über das bislang Bekannte hinaus.</p>
<p><strong>Gesamtübersicht der eingesetzten Mittel und des Personals:</strong></p>
<p><strong><em>8 Panzerzüge des NKWD der UdSSR</em></strong><br />
(8 бронепоездов НКВД СССР)</p>
<p><strong><em>Operative Mitarbeiter des NKWD (1.500 Personen)</em></strong><br />
(Оперативные сотрудники НКВД,1 500 чел)</p>
<p><strong><em>Truppen des NKWD (7 Regimenter)</em></strong><br />
(Войска НКВД СССР: 7 полков)</p>
<p><strong>Einzelübersicht der Einheiten des NKWD:<br />
</strong><br />
<strong><em>1. Motschützenregiment der 1. Selbständigen Motschützen-Division zur besonderen Verwendung „Felix E. Dshershinski“ der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR</em></strong><br />
(1. мотострелковый Краснознаменный полк 1 отдельной мотострелковой дивизии особого назначения им. Ф.Э.Дзержинского Внутренних войск НКВД СССР)</p>
<p><strong><em>32. Schützenregiment der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
</em></strong>(32 стрелковый полк ВВ НКВД СССР)</p>
<p><strong><em>38. Grenzregiment der Truppen des NKWD zum Schutz des Hinterlandes der kämpfenden Roten Armee<br />
</em></strong>(38 пограничный Краснознаменный ордена Суворова 3 ст. полк войск НКВД СССР по охране тыла Действующей Красной Армии)</p>
<p><strong><em>87. Grenz-Schützenregiment der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
(</em></strong>87 Осовецкий пограничный стрелковый полк Внутренних войск НКВД СССР)<a href="#_ftn22" name="_ftnref22">[22]</a></p>
<p><strong><em>92. Grenz-Schützenregiment der der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
</em></strong>(92 Карпатский Краснознаменный пограничный стрелковый полк Внутренних войск НКВД СССР)</p>
<p><strong><em>97. Grenz-Schützenregiment der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
</em></strong>(97 Черновицкий пограничный стрелковый полк Внутренних войск НКВД СССР)</p>
<p><strong><em>Sonderbataillon des 108. Schützenregiments der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR mit einem Personalbestand von 400 Leuten</em></strong><br />
(Сводный батальон от 108 стрелкового полка ВВ НКВД СССР в количестве  400 человек)</p>
<p><strong><em>Bataillon des 118. Schützenregiments der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR</em></strong><br />
(Батальон  от 118 стрелкового полка ВВ НКВД СССР)</p>
<p><strong><em>219. Grenzregiment der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
</em></strong>(219 пограничный полк Гдынский ордена Кутузова 3 ст. полк Внутренних войск НКВД СССР)</p>
<p><strong><em>273. Schützenregiment der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
</em></strong>(273 стрелковый Гданьский полк Внутренних войск НКВД СССР)<a href="#_ftn23" name="_ftnref23">[23]</a></p>
<p>Alle Angehörigen der für die Potsdamer Konferenz eingesetzten Truppen des NKWD wurden vorab einer Sicherheitsüberprüfung durch die Spionageabwehr „Smersch“ unterzogen, sowie deren Bewaffnung erneuert und ebenfalls überprüft.</p>
<p>Zu den vorstehend aufgeführten Einheiten konnten bislang folgende Informationen gefunden werde</p>
<p><strong>1. Motschützenregiment der 1. Selbständigen Motschützen-Division zur besonderen Verwendung „Felix E. Dshershinski“ der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
</strong>Kommandeur des 1. Motschützenregiments war zur Zeit der Potsdamer Konferenz <strong>Oberst Isaak Lwowitsch Kabakow</strong>.<a href="#_ftn24" name="_ftnref24">[24]</a></p>
<p><strong>63. Schützendivision der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
</strong>Die am 28. Februar 1945 gebildete 63. Schützendivision der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR (63-я стрелковая дивизия внутренних войск МВД СССР) bestand aus dem 32. Schützenregiment, dem 108. Schützenregiment und dem 273. Schützenregiment. Alle drei Regimenter kamen während der Potsdamer Konferenz zum Einsatz. Divisionskommandeur war von Januar 1945 bis 2. Februar 1946 <strong>Oberst Jewgenij Fjodorowitsch Ignatow<a href="#_ftn25" name="_ftnref25">[25]</a></strong>. Die 63. Schützendivision gehörte zum Bestand der Hauptabteilung Truppen des NKWD der 2. Belorussischen Front und kam bis zum Kriegsende in Ostpreußen, Pommern und den nördlichen Gebieten Brandenburgs zum Einsatz. Die Feldpostnummer (Полевая почта) lautete № 93802.<a href="#_ftn26" name="_ftnref26">[26]</a></p>
<p><em>32. Schützenregiment der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
</em>Das 32. Schützenregiment hatte die Feldpostnummer 53475. Regimentskommandeur war <strong>Oberstleutnant Alexander Michailowitsch Swistunow<a href="#_ftn27" name="_ftnref27">[27]</a></strong>. Er gehörte zu den am 16. September 1945 ausgezeichneten Personen.</p>
<p><em>Sonderbataillon des 108. Schützenregiments der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
</em>Das Sonderbataillon des 108. Schützenregiments der Inneren Truppen der UdSSR, Feldpostnummer 86628,<a href="#_ftn28" name="_ftnref28">[28]</a> hatte als Regimentskommandeur <strong>Oberstleutnant Boris Alexandrowitsch Schurkin<a href="#_ftn29" name="_ftnref29">[29]</a></strong>. Auch er war unter den Ausgezeichneten vom 16. September 1945.</p>
<p><em>273 Schützenregiment der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
</em>Das 273. Schützenregiment gehörte ebenfalls zur 63. Schützendivision. Regimentskommandeur war Oberstleutnant <strong>Sergej Timofejewitsch Politykin<a href="#_ftn30" name="_ftnref30">[30]</a></strong>.</p>
<p><strong>92. Grenz-Schützenregiment der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
</strong>Das 92. Grenz-Schützenregiment der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR stand von 1942 bis 1948 unter der Führung von <strong>Sinowij Osipowitsch Bljumin </strong>(geb. 1907, gest. 1993)<a href="#_ftn31" name="_ftnref31"><strong>[31]</strong></a>. 1945 trug er den Dienstgrad eines Oberstleutnants.</p>
<figure id="attachment_2262" aria-describedby="caption-attachment-2262" style="width: 621px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Bljumin.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2262 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Bljumin.jpg" alt="" width="621" height="788" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Bljumin.jpg 621w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Bljumin-236x300.jpg 236w" sizes="auto, (max-width: 621px) 100vw, 621px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2262" class="wp-caption-text">Sinowij Osipowitsch Bljumin.</figcaption></figure>
<p>Seine Einheit kam vor dem Kriegsende bei der Sicherung des Hinterlands der 4. Ukrainischen Front zum Einsatz.</p>
<blockquote><p>17. Juli &#8211; 2. August 1945<br />
Das 92. Grenzregiment übernahm unter seinem Kommando den militärischen Schutz der historischen Potsdamer Konferenz. Es war dieses Regiment unter dem Kommando von Oberst Z. O. Bljumin, dem der Staat eine äußerst wichtige Aufgabe anvertraute.<a href="#_ftn32" name="_ftnref32"><strong>[32]</strong></a></p></blockquote>
<p>Unter der Führung von Oberstleutnant Bljumin gehörte es nach der Potsdamer Konferenz zunächst zum Bestand der Inneren Truppen der Gruppe der Sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland und ab Januar 1947 bis März 1953 zum Bestand der Inneren Truppen des Ministeriums für Staatssicherheit der UdSSR (MGB) in Deutschland. Es war stationiert in Dresden und in Halle.<a href="#_ftn33" name="_ftnref33">[33]</a></p>
<p><strong>97. Grenz-Schützenregiment der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
</strong>Der Status des 97. Grenz-Schützenregiments im Jahr 1945 ist sehr schwer nachzuvollziehen. Da dazu kaum Dokumente gefunden werden konnten.</p>
<p><strong>Bataillon des 118. Schützenregiments der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
</strong>Es konnte kein Hinweis für die Existenz eines 118. Schützenregiments oder 118. Grenz-Schützenregiments des NKWD gefunden werden, sondern nur für das 118. Garde-Schützenregiment<a href="#_ftn34" name="_ftnref34">[34]</a>.</p>
<p><strong>219. Grenzregiment der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
</strong>Hatte in der Endphase des Krieges die Aufgabe, das Hinterland der 2. Belorussischen Front zu sichern.<a href="#_ftn35" name="_ftnref35">[35]</a> Kommandeur des 219. Grenzregiments soll zur Zeit der Potsdamer Konferenz ein Oberstleutnant (Oberst?) Drosdow gewesen sein.<br />
Nach Beendigung des Krieges wurde das Regiment mit der Gewährleistung der Sicherheit im Hinterland der 1. Belorussischen Front und danach der Gruppe der Sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland beauftragt.<a href="#_ftn36" name="_ftnref36">[36]</a></p>
<p><strong>87. Grenz-Schützenregiment der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR<br />
</strong>Das 87. Grenz-Schützenregiment der Inneren Truppen war mit dem Schutz des Eisenbahnnetzes betraut worden. Ab Juli 1945 war es mit zuständig für die Gewährleistung der Sicherheit im Hinterland der Gruppe der Sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland. Es wurde mit eingesetzt zur Sicherung der Fahrtroute Stalins zur Potsdamer Konferenz. Untergebracht waren die Angehörigen des Regiments auf der Insel Wannsee, vermutlich im Jagdschloss Glienicke oder in Klein Glienicke. In dieser Zeit entstanden 16 Fotos, erstellt von einem professionellen Fotografen und auf der Rückseite mit Widmungen. Sie wurden im Juli 2012 erstmalig auf einer russischen Internetplattform veröffentlicht. Die Bilder legten zuvor einen längeren Weg zurück, so dass sich nicht mehr feststellen lässt, aus welcher Originalquelle sie stammen. Es sind aber die bislang einzigen bekannten Aufnahmen privaten Charakters von Angehörigen der Inneren Truppen des NKWD während der Zeit der Potsdamer Konferenz.<br />
Weitere Fotos aus dieser Quelle entstanden zuvor in Stargard, Tribsees und Demmin.</p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Wannsee-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2263 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Wannsee-1.jpg" alt="" width="576" height="819" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Wannsee-1.jpg 576w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Wannsee-1-211x300.jpg 211w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /></a></p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Wannsee-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2264 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Wannsee-2.jpg" alt="" width="645" height="402" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Wannsee-2.jpg 645w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Wannsee-2-300x187.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 645px) 100vw, 645px" /></a></p>
<h2><strong>SMERSCH in Potsdam</strong></h2>
<p>Die Verwaltung der Spionageabwehr des Volkskommissariats für Verteidigung (UKR = Управление КонтрРазведки НКО) mit dem symbolischen Namen „Tod den Spionen“ (Смерть шпионам  = SMERSCH) beim Stab der 1. Belorussischen Front ließ sich in der Nähe des Konferenzortes am Rand des Neuen Gartens nieder. Die SMERSCH-Zentrale bestand vor allem aus Personen, die zuvor bei den SMERSCH-Abteilungen der einzelnen Truppenteile der 1. Belorussischen Front gedient hatten.</p>
<p>Die Struktur der Verwaltung der Spionageabwehr „SMERSCH“ einer Front sah wie folgt aus:</p>
<ul>
<li><em>Leitung (Chef der Verwaltung und seine Stellvertreter)</em></li>
<li><em>Sekretariat</em></li>
<li><em>1. Abteilung (zuständig für die Verwaltung und für den Stab der Front)</em></li>
<li><em>2. Abteilung (Spionageabwehrarbeit im Hinterland, Bekämpfung von Fallschirmspringern des Gegners, Arbeit mit Kriegsgefangenen, Überprüfung von im Hinterland und in der Umgebung befindlicher Personen)</em></li>
<li><em>3. Abteilung Leitung der Arbeit der untergeordneten Organe, Kampf gegen subversive Aktivitäten ausländischer Geheimdienste, gegen antisowjetische Elemente, Landesverräter, Kriegsverbrecher und Militärverbrechen)</em></li>
<li><em>4. Abteilung (Untersuchungsabteilung)</em></li>
<li><em>Kaderabteilung</em></li>
<li><em>Buchhaltung</em></li>
<li><em>Kommandantur<a href="#_ftn37" name="_ftnref37">[37]</a></em></li>
</ul>
<p>Um die operative Arbeit, die Begleitung und Bewachung von Verhafteten und die Bewachung von Haftanstalten sicherzustellen, wurde der SMERSCH-Verwaltung einer Front ein Schützenbataillon, der SMERSCH-Verwaltung einer Armee eine Schützenkompanie und den SMERSCH-Verwaltungen eines Korps, einer Division und einer Brigade je ein Schützenzug zugewiesen.<a href="#_ftn38" name="_ftnref38">[38]</a> Die UKR der 1. Belorussischen Front bestand bis zum 10. Juni 1945 und ging in die Spionageabwehr der neu geschaffenen Gruppe der Sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland über. Leiter der Zentrale war bis zu seiner Versetzung im Dezember 1945 <strong>Generalleutnant Alexander Anatoljewitsch Wadis</strong>.<a href="#_ftn39" name="_ftnref39">[39]</a></p>
<p>Seine Nachfolge übte von Dezember 1945 bis Mai 1946 Generalleutnant Pawel Wassiljewitsch Selenin aus. Ihre Stellvertreter:<br />
Iwan Michailowitsch Korjalkow (1944 – 1946)<br />
Generalmajor Grigorij Alexandrowitsch Mel`nikow (21.02.1944 – Mai 1946)<br />
Generalmajor Alexej Matwejewitsch Sidnjew (06.07.1944 – 10.11.1945)<br />
Generalmajor Jewgenij Nikolajewitsch Gorjainow (17.12.1945 – Mai 1946)</p>
<figure id="attachment_2265" aria-describedby="caption-attachment-2265" style="width: 285px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Wadis.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2265 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Wadis.jpg" alt="" width="285" height="450" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Wadis.jpg 285w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Wadis-190x300.jpg 190w" sizes="auto, (max-width: 285px) 100vw, 285px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2265" class="wp-caption-text">Generalleutnant Alexander A. Wadis.</figcaption></figure>
<figure id="attachment_2266" aria-describedby="caption-attachment-2266" style="width: 283px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Selenin.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2266 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Selenin.jpg" alt="" width="283" height="450" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Selenin.jpg 283w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Selenin-189x300.jpg 189w" sizes="auto, (max-width: 283px) 100vw, 283px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2266" class="wp-caption-text">Pawel W. Selenin.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2267" aria-describedby="caption-attachment-2267" style="width: 268px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Sidnjew.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2267 " src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Sidnjew.jpg" alt="" width="268" height="377" /></a><figcaption id="caption-attachment-2267" class="wp-caption-text">Alexej M. Sidnjew.</figcaption></figure>
<figure id="attachment_2268" aria-describedby="caption-attachment-2268" style="width: 273px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Gorjainow.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2268 " src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Gorjainow.jpg" alt="" width="273" height="364" /></a><figcaption id="caption-attachment-2268" class="wp-caption-text">Jewgenij N. Gorjainow.</figcaption></figure>
<p>Am 4. Mai 1946 wurde die Hauptverwaltung der Spionageabwehr des Verteidigungsministeriums in das Ministerium für Staatssicherheit eingegliedert und zu dessen 3. Hauptverwaltung.<a href="#_ftn40" name="_ftnref40">[40]</a> Zu der dann auch die vormalige SMERSCH-Zentrale in Potsdam gehörte. Die informative Internetplattform über das Volkskommissariat und spätere Ministerium für Staatsicherheit enthält leider keine detaillierteren Informationen über dessen Zusammensetzung und sein konkretes Wirken in Potsdam. Um die Unterbringung der Mitarbeiter und anderer Militärangehöriger zu gewährleisten wurden vor der Potsdamer Konferenz die Häuser rund um das große Gebäude des Kaiserin-Augusta-Stifts geräumt und ihre Bewohner gezwungen, sich eine neue Bleibe zu suchen.</p>
<p><strong>Hauptmann Alexej Konstantinowitsch Juschkewitsch</strong> diente damals in der Potsdamer SMERSCH-Zentrale. Er erinnerte sich, wie Angehörige der SS, des SD und der Gestapo versuchten, sich der Verantwortung zu entziehen. Sie boten Geld, um eine Enttarnung zu verhindern, trugen Kleidung von Häftlingen aus den Konzentrationslagern oder Zivilkleidung.<a href="#_ftn41" name="_ftnref41">[41]</a></p>
<p>Auch <strong>Georgij Michailowitsch Kuleschow</strong> war in Potsdam, vermutlich nur kurz. Zu Kriegsbeginn diente er beim Militärtribunal der 44. Selbständigen Schützenbrigade<a href="#_ftn42" name="_ftnref42">[42]</a>. Da war er 20 Jahre alt. Geboren am 3. Mai 1921 im Dorf Nikolajewka (Oblast Nowosibirsk), hatte er 1938 die sieben Klassen der Mittelschule absolviert und wollte auf eine Fliegerschule des Militärs. Die Komsomolorganisation entsandte ihn aber für zwei Jahre zur Ausbildung an die Juristische Schule in Krasnojarsk. Nach dem Abschluss der Schule ging er nach Uschur, einer Stadt in der Region Krasnojarsk. Statt einer von ihm erhofften Tätigkeit als Ermittler oder Richter wurde er als Rechtsanwalt eingesetzt. Anfang November 1941 wurde er zum Militär einberufen und in die in Krasnojarsk aufgestellte 44. Selbständige Schützenbrigade eingegliedert.</p>
<p>Am 5. November wurden wir ausgerüstet: Wir erhielten die Uniform und Ausrüstung eines Kommissars: Feldtasche, Klemmbrett und Gürtel mit einem leeren Holster für eine TT-Pistole. Ich zog mich an und ging zum Kollegium der Rechtsanwälte, wo ich den Vorsitzenden Boldankov traf. Er sah mich an und sagte: &#8222;Wie männlich Sie in Militäruniform aussehen.&#8220;<a href="#_ftn43" name="_ftnref43"><strong>[43]</strong></a></p>
<p>Am Abend des 20. November 1941 kam er mit seiner Einheit an die Westfront und war mitbeteiligt an der Verteidigung Moskaus.</p>
<p>Bald wurden seine Vorgesetzten auf den tapferen Kämpfer mit juristischer Ausbildung aufmerksam, und im Januar 1942 begann Georgij Kuleschow beim Militärtribunal. Der Veteran erinnerte sich daran, dass er jedoch fast keine Arbeit hatte, weil die Sibirier aus Krasnojarsk keine Gründe für eine Untersuchung hergaben. Der hohe patriotische Geist der Einwohner von Krasnojarsk und die Disziplin waren der Grund dafür, dass beim Tribunal keine Beschwerden eingingen.<a href="#_ftn44" name="_ftnref44"><strong>[44]</strong></a></p>
<p>Im Februar 1942 gehörte Kuleschow dem Militärtribunal der Nord-Westfront an. Im November 1942 kam er zum Spionageabwehrbatallion der 60. Ingenieur-Pionierbrigade. Mit der Bildung der Hauptverwaltung Spionageabwehr des Verteidigungsministeriums „SMERSCH“ im Jahr 1943 wurde er zu der für die Nord-Westfront zuständigen Abteilung berufen und diente in der Spionageabwehr von Mai 1943 bis Sommer 1945.</p>
<p>Bis Kriegsende fing er Spione, feindliche Saboteure und Deserteure. 1944 wurde ein besonders gefährlicher Verbrecher gefasst, der von einem Geheimversteck mit wichtigen Dokumenten und Waffen erzählte. Die gesamte Spezialeinheit zog an den von ihm genannten Ort, der sich auf einem Friedhof befand, und wurde dort überfallen. Nach einem langen Feuergefecht nahmen sie fast die gesamte Bande fest, öffneten das Geheimversteck und nahmen seinen Inhalt heraus, wodurch ein schweres und kompliziertes Verbrechen aufgedeckt wurde.<a href="#_ftn45" name="_ftnref45"><strong>[45]</strong></a></p>
<p>Er erlebte die Kämpfe um Berlin und laut Fotos war er am 9. Mai 1945 sowohl in Berlin als auch in Potsdam. Wie lange er hier war, ist nicht bekannt.</p>
<figure id="attachment_2269" aria-describedby="caption-attachment-2269" style="width: 367px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Kuleschow-44.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2269 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Kuleschow-44.jpg" alt="" width="367" height="600" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Kuleschow-44.jpg 367w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Kuleschow-44-184x300.jpg 184w" sizes="auto, (max-width: 367px) 100vw, 367px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2269" class="wp-caption-text">Kuleschow beim „SMERSCH“, 1944.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2270" aria-describedby="caption-attachment-2270" style="width: 420px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Kuleschow-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2270 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Kuleschow-1.jpg" alt="" width="420" height="579" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Kuleschow-1.jpg 420w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Kuleschow-1-218x300.jpg 218w" sizes="auto, (max-width: 420px) 100vw, 420px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2270" class="wp-caption-text">Beide Fotos sollen am 9. Mai 1945 entstanden sein. Das linke in Potsdam (Kuleschow, hinten) und das rechte in Berlin.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2271" aria-describedby="caption-attachment-2271" style="width: 415px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Kuleschow-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2271 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Kuleschow-2.jpg" alt="" width="415" height="562" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Kuleschow-2.jpg 415w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Kuleschow-2-222x300.jpg 222w" sizes="auto, (max-width: 415px) 100vw, 415px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2271" class="wp-caption-text">Vermutlich entstand dieses Foto auch auf der Insel Wannsee.</figcaption></figure>
<p><strong>Pinj Kiseljewitsch Browerman</strong>, geb. 6. Mai 1915, war zunächst Начальник отделения ОКР &#8222;СМЕРШ&#8220; 8 ВА (Kommandeur der Abteilung der Verwaltung Spionageabwehr „SMERSCH“ der 8. Luftarmee) im Rang eines Hauptmanns und dann im Dienstrang eines Gardemajors des MGB als Sicherheitsoffizier während der Potsdamer Konferenz tätig. Sein drei Jahre älterer Bruder Aron war am 28. Februar 1942 gefallen.<a href="#_ftn46" name="_ftnref46">[46]</a> Sein sechs Jahre jüngerer Bruder Schmilyk arbeitete ebenfalls für „SMERSCH“. Zuletzt im Rang eines Gardehauptmanns.<a href="#_ftn47" name="_ftnref47">[47]</a> Pinjs Laufbahn bei der Spionageabwehr führte über die УКР &#8222;СМЕРШ&#8220; der Südfront, ОО НКВД der Südfront zur ОКР &#8222;СМЕРШ&#8220; 8 ВА.  Am 30. September 1943 wurde er mit dem Orden „Roter Stern“ ausgezeichnet. In der Begründung für die Auszeichnung wird er folgt bewertet:</p>
<p>Тов. БРОВЕРМАН с первых дней Отечественной войны в действующей армии, участник обороны СТАЛИНГРАДА.<br />
Образцово организовал контроль и руководство за деятельностью органов контрразведки &#8222;СМЕРШ&#8220; 28 армии. Конкретно и целеустремлённо разработал оперативные мероприятия, по которым в воинских соединениях армии было разоблачено значительное количество агентов германской разведки, изменников и другого контрреволюционного элемента.<br />
Тов. БРОВЕРМАН в период наступательных боёв, систематически выезжая в органы &#8222;СМЕРШ&#8220; передовых частей, проделал большую работу по оказанию помощи оперативному составу органов &#8222;СМЕРШ&#8220; в организации поимки и репрессированию шпионов, предателей и изменников Родины.<br />
В боевой обстановке ведёт себя мужественно.</p>
<p><strong>(Übersetzung:</strong><br />
<em>Genosse. Broverman war seit den ersten Tagen des Vaterländischen Krieges in der aktiven Armee, ein Teilnehmer an der Verteidigung von STALINGRAD. Er organisierte eine vorbildliche Kontrolle und Leitung der Tätigkeit der Spionageabwehr „SMERSH“ der 28. Armee. Armee. Er entwickelte gezielt operative Maßnahmen, durch die eine bedeutende Anzahl von Agenten des deutschen Geheimdienstes, Verrätern und anderen konterrevolutionären Elementen in den militärischen Einheiten der Armee enttarnt wurde.</em><br />
<em>Genosse. BROWERMAN ging während der Offensivkämpfe systematisch zu den „SMERSH“-Organen der vorgerückten Einheiten und leistete dem operativen Stab der „SMERSH“-Organe bei der Organisation der Ergreifung und Unterdrückung von Spionen, Verrätern und Vaterlandsverrätern große Dienste. In einer Kampfsituation verhielt er sich mutig.</em>)</p>
<p>Am 27. Mai 1945 wurde er mit dem Orden „Großer Vaterländischer Krieg“ 2. Stufe ausgezeichnet und wie folgt beschrieben:</p>
<p>Тов. БРОВЕРМАН с первых дней Отечественной войны в действующей армии, участник обороны СТАЛИНГРАДА.<br />
Образцово организовал контроль и руководство за деятельностью органов контрразведки &#8222;СМЕРШ&#8220; 28 армии. Конкретно и целеустремлённо разработал оперативные мероприятия, по которым в воинских соединениях армии было разоблачено значительное количество агентов германской разведки, изменников и другого контрреволюционного элемента.<br />
Тов. БРОВЕРМАН в период наступательных боёв, систематически выезжая в органы &#8222;СМЕРШ&#8220; передовых частей, проделал большую работу по оказанию помощи оперативному составу органов &#8222;СМЕРШ&#8220; в организации поимки и репрессированию шпионов, предателей и изменников Родины.<br />
В боевой обстановке ведёт себя мужественно.<a href="#_ftn48" name="_ftnref48"><strong>[48]</strong></a></p>
<p>(<strong>Übersetzung:</strong><br />
<em>Genosse. Broverman war seit den ersten Tagen des Vaterländischen Krieges in der aktiven Armee, ein Teilnehmer an der Verteidigung von STALINGRAD.</em><br />
<em>Er organisierte eine vorbildliche Kontrolle und Leitung der Tätigkeit der Spionageabwehrorgane „SMERSH“ der 28. Armee. Armee. Konkret und zielgerichtet entwickelte er operative Maßnahmen, durch die eine beträchtliche Anzahl von Agenten des deutschen Geheimdienstes, Verrätern und anderen konterrevolutionären Elementen in den militärischen Einheiten der Armee enttarnt wurden.</em><br />
<em>Genosse Broverman reiste in der Zeit der Offensivkämpfe systematisch zu den „SMERSH“-Organen der vorgerückten Einheiten und leistete dem operativen Stab der „SMERSH“-Organe bei der Organisation der Ergreifung und Unterdrückung von Spionen, Verrätern und Vaterlandsverrätern große Dienste.</em><br />
<em>In einer Kampfsituation verhielt er sich mutig.</em>)</p>
<figure id="attachment_2274" aria-describedby="caption-attachment-2274" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Browerman-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2274 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Browerman-1-670x1024.jpg" alt="" width="640" height="978" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Browerman-1-670x1024.jpg 670w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Browerman-1-196x300.jpg 196w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Browerman-1-768x1174.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Browerman-1.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2274" class="wp-caption-text">Pinj Kiseljewitsch Browerman.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2273" aria-describedby="caption-attachment-2273" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Browerman-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2273 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Browerman-2-648x1024.jpg" alt="" width="640" height="1011" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Browerman-2-648x1024.jpg 648w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Browerman-2-190x300.jpg 190w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Browerman-2-768x1213.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Browerman-2.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2273" class="wp-caption-text">Browerman im Fronteinsatz.</figcaption></figure>
<div class="mceTemp"></div>
<p><strong>Leonid Georgijewitsch Iwanow</strong> war 1945 auch in Potsdam bei den Sicherheitsorganen tätig. Am 18. August 1918 wurde er in dem Dorf Tschernawka (Oblast Tambow) geboren. Schloss mit ausgezeichneten Leistungen die Mittelschule ab und nahm danach ein Studium an der Technischen Universität für Ferndmeldewesen und Informatik in Moskau auf. Und wurde während dieser Zeit Mitarbeiter des NKWD. 1944 verrichtete er seinen Dienst bei der 5. Stoßarmee. Unter der Führung Bersarins kam er mit der 1. Belorussischen Front, deren Sonderabteilung für Spionageabwehr „Smersch“ er angehörte, bis nach Berlin.<br />
An die Kapitulation der Berliner Garnison am 2. Mai 1945 erinnert er sich wie folgt:</p>
<blockquote><p>Kapitulation. Bersarin lud mich ein – also war ich bei der Kapitulation zugegen. Das bedeutete &#8211; zwei Panzer, rechts und links, bildeten den Eingang, dann ein Zug Maschinengewehrschützen. Dann, die Deutschen &#8211; der Teufel wusste: Alles war möglich. Hier – die Gruppe der Generäle. Und &#8211; ich: Offizier, Major &#8230; ging &#8211; anderthalb Stunden zogen die Kolonnen vorbei. Dabei war ein Offizier mit Kneifer, so stolz: nicht wie ein Gefangener, sondern wie auf einer Parade. Ein anderer &#8211; sein Kopf gesenkt, der dritte &#8211; schaut wütend zu uns &#8230; so zogen sie vorbei.<a href="#_ftn49" name="_ftnref49"><strong>[49]</strong></a></p></blockquote>
<p>Er war dann auch bei der offiziellen Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde zugegen, zuständig für die Sicherheit.</p>
<blockquote><p>Ich stellte Mitarbeiter an allen Ecken auf und befahl: „Lassen Sie niemanden herein: keinen Militärangehörigen, auch wenn er die Uniform eines Offiziers trägt. Der Befehl &#8211; &#8222;Stopp!&#8220; Wird dem nicht gefolgt, schießen Sie, um zu töten.&#8220; Warum? Vielleicht trägt ein Deutscher diese Uniform! Wirft eine Granate durch das Fenster und das wars. …<br />
Ich selbst ging in das Gebäude. War ja dazu berechtigt und sah dort viele Leute Da Schukow, und dort war noch Serow, der Stellvertreter des Volkskommissars für Innere Angelegenheiten. Er kannte Schukow gut aus Kiew. Schukow war Chef des Militärbezirks Kiew, und Serow war der zuständige Volkskommissar des NKWD.<a href="#_ftn50" name="_ftnref50"><strong>[50]</strong></a></p></blockquote>
<p>Wie Iwanow in einem mit ihm am 10. September 2017 geführten Interview berichtete, bestand die Sonderabteilung der Spionageabwehr einer Front aus 52 Personen. Die einer Division aus 21. Dazu kamen der Kommandant, die Sekretärin, der Chiffrierer und der Dolmetscher. In einem Regiment bestand die Spionageabwehr aus drei Personen. Ein Oberkommissar und zwei Kommissare. Die überwiegende Zahl der Mitarbeiter der Spionageabwehr waren ehemalige Armeeangehörige.</p>
<p>In seiner Biografie wird es nicht eindeutig erwähnt, aber es ist davon auszugehen, dass Iwanow in hochrangiger Position in die Sicherheitsmaßnahmen der Potsdam Konferenz eingebunden war. Zu diesem Zeitpunkt im Rang eines Oberstleutnants.<a href="#_ftn51" name="_ftnref51">[51]</a></p>
<figure id="attachment_2272" aria-describedby="caption-attachment-2272" style="width: 300px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwanow-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2272 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwanow-1.jpg" alt="" width="300" height="409" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwanow-1.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwanow-1-220x300.jpg 220w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2272" class="wp-caption-text">Leonid G. Iwanow.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2275" aria-describedby="caption-attachment-2275" style="width: 400px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwanow-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2275 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwanow-2.jpg" alt="" width="400" height="596" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwanow-2.jpg 400w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwanow-2-201x300.jpg 201w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2275" class="wp-caption-text">Vor dem Reichstag in Berlin (Iwanow 1. von rechts).</figcaption></figure>
<p><strong><br />
Wassili Iwanowitsch Titow</strong> diente 1945 beim SMERSCH in Potsdam. Am 11. Mai 1926 geboren, wurde er als 17jähriger zum Wehrdienst einberufen und kam zu den Flugabwehrtruppen. Am 14. Januar 1945 war er bei der Überwindung der Weichsel dabei und sowohl an der Befreiung Warschaus und am Sturm auf Berlin beteiligt. Nach der Befreiung diente er von 1945 bis 1950 (vermutlich) als Kraftfahrer bei der Spionageabwehr in Potsdam. In einem mit ihm geführten Interview berichtete Titow:</p>
<blockquote><p>1945 bin ich von der Flugabwehr zu SMERSH gekommen &#8230; es gab so ein Büro &#8211; &#8222;Tod für Spione!&#8220;, Ich habe dort als Fahrer gedient. Pkw fuhren wir hauptsächlich in Berlin, durch die verschiedenen Besatzungszonen. Ich kannte keine Sprachen, mit den Amerikanern sprach ich &#8222;mit den Händen“. <a href="#_ftn52" name="_ftnref52"><strong>[52]</strong></a></p></blockquote>
<p><strong>Michail Matwejewitsch Bjelogurow </strong>war ebenfalls in der Potsdamer Zentrale von „SMERSCH“ tätig. Iwan Iwanowitsch Schalai, der als Soldat von „SMERSCH“ verhaftet worden war lernte ihn als Untersuchungsführer im Rang eines Oberleutnants kennen. Bjelogurow, geb. 20.06.1920, wurde 1941 in Ischanowo im Oblast Kemerowo zum Militärdienst eingezogen. Er diente zunächst beim Selbständigen Granatwerfer-Bataillon der 84. Schützenbrigade und später, bis zu seinem Dienstende in der Spionageabwehr. Sein letzter Dienstrang war der eines Majors. Er lebte mit seiner Familie in Omsk, wo er am 13. August 1980 verstarb.<a href="#_ftn53" name="_ftnref53">[53]</a></p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Bjelogurow.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2276 aligncenter" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Bjelogurow-676x1024.jpg" alt="" width="395" height="598" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Bjelogurow-676x1024.jpg 676w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Bjelogurow-198x300.jpg 198w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Bjelogurow-768x1164.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Bjelogurow.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 395px) 100vw, 395px" /></a></p>
<figure id="attachment_2277" aria-describedby="caption-attachment-2277" style="width: 463px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Bjelogurow1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2277" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Bjelogurow1.jpg" alt="" width="463" height="602" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Bjelogurow1.jpg 389w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Bjelogurow1-231x300.jpg 231w" sizes="auto, (max-width: 463px) 100vw, 463px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2277" class="wp-caption-text">Michail M. Bjelogurow.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Dmitrij Anjompodistowitsch Tichomirow</strong> war von August 1945 bis Oktober 1949 Leitender Untersuchungsführer in der Untersuchungsabteilung der Spionageabwehr „SMERSCH“ in Potsdam. Zuvor war er Untersuchungsführer bei „SMERSCH“ in Moskau. Er wurde am 15. Oktober 1918 geboren und verstarb am 5. Dezember 2005 in Rostow am Don.</p>
<figure id="attachment_2278" aria-describedby="caption-attachment-2278" style="width: 328px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Tichomirow-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2278 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Tichomirow-1.jpg" alt="" width="328" height="466" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Tichomirow-1.jpg 328w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Tichomirow-1-211x300.jpg 211w" sizes="auto, (max-width: 328px) 100vw, 328px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2278" class="wp-caption-text">Dmitrij A. Tichomirow.</figcaption></figure>
<p><strong>Nikolai Nikolajewitsch Terjochin</strong> (geb. 1907) war seit Mitte der 1930er Jahre Angehöriger der Staatssicherheit, ab 1943 im Rang eines Oberstleutnants. Am Kriegsende diente er vermutlich in der Spionageabwehr der 4. Ukrainischen Front und kam von dort in die Zentrals von SMERSCH nach Potsdam, wo er stellvertrender Chef der Unterabteilung I war.</p>
<p><strong>Konstantin Abramowitsch Artjomenko</strong> (geb. 1909) kam von der Spionageabwehr der 2. Panzerarmee in das SMERSCH-Hauptquartier in Potsdam. 1945 hatte er den Dienstarng eines Hauptmanns. Seit März 1936 war er Mitarbeiter des NKWD und ab Oktober 1943 diente er bei SMERSCH.<a href="#_ftn54" name="_ftnref54">[54]</a></p>
<p><strong>Nikolai Josifowitsch Tereschenko</strong> (geb. 1913) diente 1945 im Rang eines Majors bei der Spionageabwehr der 51. Armee und kam von dort in das Potsdamer Hauptquartier. Im Juni 1936 begann er seine Laufbahn bei der Staatssicherheit mit seiner Ernennung zum Sergeanten. Seit November 1943 war er bei SMERSCH.<a href="#_ftn55" name="_ftnref55">[55]</a></p>
<p><strong>Hauptmann Artjom Prokopjewitsch Garascha</strong> kam von der Spionageabwehr der 1. Belorussischen Front in das SMERSCH-Hauptquartier in Potsdam.</p>
<p><strong>Major Nochim Nochimowitsch Gerschgorin</strong>, Mitarbeiter der Spionageabwehr der 1. Belorussischen Front.</p>
<p><strong>Generalleutnant Pjotr Iwanowitsch Iwaschutin</strong> (geb. 5 September 1909, gest. 4. Juni 2002) war 1939 Hauptmann der Staatssicherheit und ab Juli 1945 Chef der Spionageabwehr „SMERSCH“ der Südgruppe der Roten Armee. 1946 übernahm er die Leitung der der Spionageabwehr des Ministeriums für Staatssicherheit bei der Südgruppe und im November 1947 die Spionageabwehr der Gruppe der Sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland.<a href="#_ftn56" name="_ftnref56">[56]</a></p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwaschutin.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2279 " src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwaschutin.jpg" alt="" width="418" height="666" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwaschutin.jpg 251w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwaschutin-188x300.jpg 188w" sizes="auto, (max-width: 418px) 100vw, 418px" /></a></p>
<figure id="attachment_2280" aria-describedby="caption-attachment-2280" style="width: 734px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwaschutin-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2280 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwaschutin-1.jpg" alt="" width="734" height="1020" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwaschutin-1.jpg 734w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/10/Iwaschutin-1-216x300.jpg 216w" sizes="auto, (max-width: 734px) 100vw, 734px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2280" class="wp-caption-text">Pjotr I. Iwaschutin.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Sergej Alexejewitsch Alexejew</strong> lernte „SMERSCH“ auf andere Weise kennen. Der 1871 geborene Religionsphilosoph, der unter dem Pseudonym „Sergej Askoldow“ publizierte, wurde unter der Sowjetmacht 1927 und 1930 verhaftet und verbannt. Ab 1933 lebte er arbeitslos in Nowgorod. Den Krieg nutzte er für die Zusammenarbeit mit der deutschen Besatzungsmacht und um sowjetisches Territorium zu verlassen. 1941 hielt er sich in Prag auf, später in Berlin. Im Mai 1945 wurde er in der Russischen Kolonie Alexandrowka in Potsdam von „SMERSCH“ verhaftet. Er starb am 23. Mai 1945 in Potsdam als SMERSCH-Häftling.<a href="#_ftn57" name="_ftnref57">[57]</a></p>
<h2><strong>Staatssicherheit in Potsdam</strong></h2>
<p>Die <strong>ГУГБ</strong> — Hauptverwaltung für Staatssicherheit (Главное управление государственной безопасност)<a href="#_ftn58" name="_ftnref58">[58]</a> war von 1934 bis 1943 Teil des NKWD. 1941 kurzzeitig selbstständig unter der Bezeichnung „Ministerium für Staatssicherheit der UdSSR“ und von 1943 bis 1946 „Volkskommissariat für Staatssicherheit der UdSSR“ (NKGB). Trotz einer gewissen Selbstständigkeit unterlag es der Oberaufsicht des NKWD, d.h. Berijas.</p>
<p>Chef des Volkskommissariats war vom 14. April 1943 bis zum 4. Mai 1946 <strong>Wsewolod Nikolajewitsch Merkulow</strong><a href="#_ftn59" name="_ftnref59"><strong>[59]</strong></a>. Sein Erster Stellvertreter <strong>Bogdan Sacharowitsch Kobulow</strong> (14.04.1943 bis 04.12.1945)<a href="#_ftn60" name="_ftnref60">[60]</a> und sein Stellvertreter für Personalangelegenheiten <strong>Michail Georgijewitsch Swinelupow</strong> (11.05.1943 bis 31.12.1950)<a href="#_ftn61" name="_ftnref61">[61]</a>. Im Juli 1945 erhielt Merkulow den militärischen Rang eines Armeegenerals, Korbulow den Rang eines Generalobersts und Swinelupow den eines Generalmajors.</p>
<p>Zum Zeitpunkt der Potsdamer Konferenz hatte das NKGB folgende Struktur:</p>
<p><strong>Sekretariat<br />
</strong>Leiter: <strong>Avraam Iosifowitsch Kossoi</strong> (12.05.1943 bis 20.05.1946)<a href="#_ftn62" name="_ftnref62">[62]</a></p>
<p><strong>1. Verwaltung – Aufklärung<a href="#_ftn63" name="_ftnref63">[63]</a></strong><br />
Leiter: <strong>Pawel Michailowitsch Fitin </strong>(12.05.1943 bis 15.06.1946)<a href="#_ftn64" name="_ftnref64">[64]</a><br />
Stellvertreter: <strong>Gaik Bagdalowitsch Owakimjan</strong> (10.09.1943 bis 25.06.1947)<a href="#_ftn65" name="_ftnref65">[65]</a></p>
<p><strong>2. Verwaltung – Abwehr bzw. Gegenaufklärung<a href="#_ftn66" name="_ftnref66">[66]</a></strong> (inklusive der Geheimdienstarbeit in den Auslandsagenturen)<br />
Leiter: <strong>Pjotr Wassiljewitsch Fedotow</strong> (12.04.1943 bis 09.09.1946)<a href="#_ftn67" name="_ftnref67">[67]</a><br />
Stellvertreter: <strong>Leonid Fjodorowitsch Rajchman</strong> (20.05.1943 bis 19.10.1951)<a href="#_ftn68" name="_ftnref68">[68]</a><br />
<strong>Dmitrii Gawrilowitsch Rodionow</strong> (20.05.1943 bis 15.06.1946)<a href="#_ftn69" name="_ftnref69">[69]</a><br />
<strong>Ilja Israeljewitsch Iljuschin</strong> (20.05.1943 bis 15.06.1946)<a href="#_ftn70" name="_ftnref70">[70]</a></p>
<p><strong>3. Verwaltung – Transportfragen<a href="#_ftn71" name="_ftnref71">[71]</a></strong><br />
Leiter: <strong>Solomon Rafailjowitsch Mil`stein </strong>(12.05.1943 bis Juni 1947)<a href="#_ftn72" name="_ftnref72"><strong>[72]</strong></a><strong><br />
</strong>Stellvertreter:<strong> Sergeij Alexeijewitsch Klepow </strong>(21.05.1943 bis Juni 1946)<a href="#_ftn73" name="_ftnref73">[73]</a><strong><br />
Ilja Filippowitsch Pronin </strong>(21.05.1943 bis 04.04.1951)<a href="#_ftn74" name="_ftnref74">[74]</a><br />
<strong>Alexander Petrowitsch Wolkow</strong> (19.11.1943 bis 15.07.1946)<a href="#_ftn75" name="_ftnref75">[75]</a></p>
<p><strong>4. Verwaltung – Diversion</strong><a href="#_ftn76" name="_ftnref76">[76]</a> (Terroristische Einsätze des NKGB im Ausland)<br />
Leiter: <strong>Pawel Anatoljewitsch Sudoplatow</strong> (11.05.1943 bis November 1946)<a href="#_ftn77" name="_ftnref77">[77]</a><br />
Stellvertreter: <strong>Leonid Alexandrowitsch Naumow</strong> (Mai 1943 bis Oktober 1946)<a href="#_ftn78" name="_ftnref78">[78]</a></p>
<p><strong>5. Verwaltung – Chiffrierung und Dechiffrierung<a href="#_ftn79" name="_ftnref79">[79]</a></strong><br />
Leiter: <strong>Iwan Grigorjewitsch Scheweljew </strong>(12.05.1943 bis 15.11.1949)<a href="#_ftn80" name="_ftnref80">[80]</a><strong><br />
</strong>Stellvertreter:<strong> Alexeij Iwanowitsch Kopytzew </strong>(Mai 1943 bis Oktober 1949)<a href="#_ftn81" name="_ftnref81">[81]</a></p>
<p><strong>6. Verwaltung – Sicherheit<a href="#_ftn82" name="_ftnref82">[82]</a><br />
</strong>Leiter: <strong>Alexander Konstantinowitsch Kusnezow </strong>(09.08.1943 bis 15.04.1946)<a href="#_ftn83" name="_ftnref83">[83]</a><strong><br />
</strong>1. Stellvertreter:<strong> Nikolai Sidorowitsch Wlasik </strong>(09.08.1943 bis 15.04.1946)<a href="#_ftn84" name="_ftnref84">[84]</a><strong><br />
</strong>Stellvertreter:<strong> Dmitrij Nikolajewitsch Schadrin </strong>(17.05.1943 bis 15.04.1946)<a href="#_ftn85" name="_ftnref85">[85]</a><strong><br />
Alexander Jakowlewitsch Jegnataschwili </strong>(17.05.1943 bis 28.05.1945)<a href="#_ftn86" name="_ftnref86">[86]</a></p>
<p><strong>Verwaltung des Kommandanten des Moskauer Kremls<a href="#_ftn87" name="_ftnref87">[87]</a><br />
</strong>Leiter:<strong> Nikolaj Kirillowitsch Spiridonow </strong>(12.05.1943 bis 05.03.1953)<a href="#_ftn88" name="_ftnref88">[88]</a><strong><br />
</strong>Stellvertreter:<strong> Nikolaj Semjonowitsch Spigow </strong>(12.05.1943 bis April 1947)<a href="#_ftn89" name="_ftnref89">[89]</a><strong><br />
Pjotr Jewdokimowitsch Kosynkin </strong>(14.04.1943 bis 15.02.1953)<a href="#_ftn90" name="_ftnref90">[90]</a></p>
<p><strong>Verwaltung für Administration-Wirtschaft-Finanzen</strong> (<em>Kontrolle der dem NKGB unterstehenden Wirtschaftsunternehmen, Bergwerke und Bauvorhaben</em>)</p>
<p><strong>Einheit für besonders wichtige Aufgaben<a href="#_ftn91" name="_ftnref91">[91]</a></strong> (<em>Spionage, Bekämpfung „antisowjetischer“ Tätigkeit</em>)<br />
Leiter: <strong>Lew Jemeljanowitsch Wlodsimirskij</strong> (12.05.1943 bis 20.05.1946)<a href="#_ftn92" name="_ftnref92">[92]</a><br />
Stellvertreter: <strong>Lew Leonidowitsch Schwarzman</strong> (15.05.1943 bis 13.07.1951)<a href="#_ftn93" name="_ftnref93">[93]</a><br />
<strong>Boris Wenjamowitsch Rodos</strong> (15.05.1943 bis 20.05.1946)<a href="#_ftn94" name="_ftnref94">[94]</a><br />
Mitarbeiter: <strong>Sergeij Michailowitsch Kuschnerow</strong> (15.05.1943 bis 05.08.1946)<a href="#_ftn95" name="_ftnref95">[95]</a><br />
<strong>Viktor Georgijewitsch Zepkow</strong> (01.10.1944 bis Januar 1947)<a href="#_ftn96" name="_ftnref96">[96]</a></p>
<p><strong>Abteilung „A“ – Archiv und Dokumentation<a href="#_ftn97" name="_ftnref97">[97]</a><br />
</strong>Leiter:<strong> Arkadij Jakowlewitsch Gerzowskij </strong>(12.05.1943 bis 16.05.1953)<a href="#_ftn98" name="_ftnref98">[98]</a></p>
<p><strong>Abteilung „B“ – Einsatz Operativer Technik</strong> (<em>Abhören, Überwachung</em>)<a href="#_ftn99" name="_ftnref99">[99]</a><br />
Leiter: <strong>Jewgenij Petrowitsch Lapschin</strong> (12.05.1943 bis 24.10.1946)<a href="#_ftn100" name="_ftnref100">[100]</a></p>
<p><strong>Abteilung „V“ – Postüberwachung und Handschriftenentzifferung<a href="#_ftn101" name="_ftnref101">[101]</a><br />
</strong>Leiter: <strong>Wladimir Timofejewitsch Smorodinskij </strong>(Mai 1943 bis 1945)<a href="#_ftn102" name="_ftnref102">[102]</a><strong><br />
</strong>Stellvertreter:<strong> Nikolai Naumowitsch Kalinin </strong>(Dezember 1944 bis 1948)<a href="#_ftn103" name="_ftnref103">[103]</a><br />
<strong>Solomon Grigorjewitsch Guterman</strong> (ab Januar 1945)<a href="#_ftn104" name="_ftnref104">[104]</a></p>
<p><strong>Kaderabteilung<a href="#_ftn105" name="_ftnref105">[105]</a><br />
Leiter: Michail Georgijewitsch Swinelupow</strong> (11.05.1943 bis 31.12.1950)<a href="#_ftn106" name="_ftnref106">[106]</a><br />
Stellvertreter: <strong>Iwan Andrijanowitsch Babkin</strong> (Mai 1943 bis 28.06.1946)<a href="#_ftn107" name="_ftnref107">[107]</a></p>
<p>Bei der Vorbereitung und Durchführung der Potsdamer Konferenz war das Volkskommissariat für Staatssicherheit mit dem folgenden Personal eingebunden:</p>
<blockquote><p><strong><em>Mitarbeiter des NKGB der UdSSR (Objektschutz, Kraftfahrer, Personenschutz)</em></strong><br />
(Сотрудники НКГБ СССР: постовая охрана объектов, водители, сотрудники личной охраны)</p></blockquote>
<p>Soweit die einzige bislang bekannte Benennung, die so im russischsprachigen Internet veröffentlicht wurde. Es ist aber davon auszugehen, dass wesentlich mehr Personal im Einsatz war. So lange die Dokumente dazu nicht veröffentlicht wurden, lässt sich der Personalbestand mit Hilfe der vorstehenden Übersicht dennoch genauer eingrenzen.  Das ist aber eine Arbeit, die eine Person allein nicht zu leisten vermag.</p>
<p>Bei der Potsdamer Konferenz zum Einsatz gelangtes Personal kam, was die technischen Themen anbelangte, auf jeden Fall aus der 3. Verwaltung des NKGB (Transportfragen – Kraftfahrer und technisches Personal), aus der 5. Verwaltung (Chiffrierung und Dechiffrierung), aus der 6. Verwaltung (Objekt- und Personenschutz), aus der Einheit zur Bekämpfung von Spionage und „antisowjetischer“ Tätigkeit, aus der Abteilung „B“ (Abhören und sonstige technische Überwachung) sowie aus der Abteilung „V“ (Postüberwachung).<br />
Die einmalige Gelegenheit zum Abschöpfen von Informationen bzw. zur Rekrutierung von Agenten wollten selbstverständlich auch die Hauptverwaltungen 1 und 2 nutzen. Weshalb sie entweder über Personal der vorgenannten Verwaltungen oder mit eigenen Leuten aktiv wurden. Letztere waren vor allem unter den für die Konferenz zugelassenen bzw. in die Delegationen eingeschleusten Journalisten und Fotografen zu finden.</p>
<p>Doch alle Überlegungen darüber müssen sich im Bereich der Spekulation bewegen, so lange es keinen Zugang zu den in den Archiven liegenden Dokumenten gibt.</p>
<h2>Anmerkungen</h2>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> <a href="https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%94%D0%BE%D0%BA%D1%83%D0%BC%D0%B5%D0%BD%D1%82:%D0%A3%D0%BA%D0%B0%D0%B7_%D0%9F%D1%80%D0%B5%D0%B7%D0%B8%D0%B4%D0%B8%D1%83%D0%BC%D0%B0_%D0%92%D0%A1_%D0%A1%D0%A1%D0%A1%D0%A0_%D0%BE%D1%82_16.09.1945_%E2%80%94_%D1%87%D0%B0%D1%81%D1%82%D1%8C_1_%D0%B8%D0%B7_8">https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%94%D0%BE%D0%BA%D1%83%D0%BC%D0%B5%D0%BD%D1%82:%D0%A3%D0%BA%D0%B0%D0%B7_%D0%9F%D1%80%D0%B5%D0%B7%D0%B8%D0%B4%D0%B8%D1%83%D0%BC%D0%B0_%D0%92%D0%A1_%D0%A1%D0%A1%D0%A1%D0%A0_%D0%BE%D1%82_16.09.1945_%E2%80%94_%D1%87%D0%B0%D1%81%D1%82%D1%8C_1_%D0%B8%D0%B7_8</a></p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leninorden">https://de.wikipedia.org/wiki/Leninorden</a></p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rotbannerorden">https://de.wikipedia.org/wiki/Rotbannerorden</a></p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Suworow-Orden">https://de.wikipedia.org/wiki/Suworow-Orden</a></p>
<p><a href="#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kutusoworden">https://de.wikipedia.org/wiki/Kutusoworden</a></p>
<p><a href="#_ftnref6" name="_ftn6">[6]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orden_des_Gro%C3%9Fen_Vaterl%C3%A4ndischen_Krieges">https://de.wikipedia.org/wiki/Orden_des_Gro%C3%9Fen_Vaterl%C3%A4ndischen_Krieges</a></p>
<p><a href="#_ftnref7" name="_ftn7">[7]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orden_des_Roten_Sterns">https://de.wikipedia.org/wiki/Orden_des_Roten_Sterns</a></p>
<p><a href="#_ftnref8" name="_ftn8">[8]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ehrenzeichen_der_Sowjetunion">https://de.wikipedia.org/wiki/Ehrenzeichen_der_Sowjetunion</a></p>
<p><a href="#_ftnref9" name="_ftn9">[9]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tapferkeitsmedaille_(Sowjetunion)">https://de.wikipedia.org/wiki/Tapferkeitsmedaille_(Sowjetunion)</a></p>
<p><a href="#_ftnref10" name="_ftn10">[10]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Medaille_%E2%80%9EF%C3%BCr_heldenm%C3%BCtige_Arbeit%E2%80%9C">https://de.wikipedia.org/wiki/Medaille_%E2%80%9EF%C3%BCr_heldenm%C3%BCtige_Arbeit%E2%80%9C</a></p>
<p><a href="#_ftnref11" name="_ftn11">[11]</a> <a href="http://mondvor.narod.ru/MTrOtl.html">http://mondvor.narod.ru/MTrOtl.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref12" name="_ftn12">[12]</a> Siehe: <a href="https://potsdam.presseclubpotsdam.com/?p=1125">https://potsdam.presseclubpotsdam.com/?p=1125</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref13" name="_ftn13">[13]</a> Государственный архив Российской Федерации. Ф.9401.Оп.2.Д. 97.Т.VI.Лл.124 — 130.<br />
Zitiert in: Wolkogonow, Dimitri: Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt, Berlin 2015, S. 687 f.</p>
<p><a href="#_ftnref14" name="_ftn14">[14]</a> Zitiert in: Montefiore, Simon Sebag: Stalin. Am Hof des Roten Zaren, Frankfurt am Main 2009, S. 567.</p>
<p><a href="#_ftnref15" name="_ftn15">[15]</a> Vgl. ebenda, S. 568.</p>
<p><a href="#_ftnref16" name="_ftn16">[16]</a> <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Main_Directorate_of_State_Security">https://en.wikipedia.org/wiki/Main_Directorate_of_State_Security</a></p>
<p><a href="#_ftnref17" name="_ftn17">[17]</a> <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%93%D0%BB%D0%B0%D0%B2%D0%BD%D0%BE%D0%B5_%D1%83%D0%BF%D1%80%D0%B0%D0%B2%D0%BB%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B5_%D1%80%D0%B0%D0%B1%D0%BE%D1%87%D0%B5-%D0%BA%D1%80%D0%B5%D1%81%D1%82%D1%8C%D1%8F%D0%BD%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%B9_%D0%BC%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D1%86%D0%B8%D0%B8_%D0%9D%D0%9A%D0%92%D0%94_%D0%A1%D0%A1%D0%A1%D0%A0">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%93%D0%BB%D0%B0%D0%B2%D0%BD%D0%BE%D0%B5_%D1%83%D0%BF%D1%80%D0%B0%D0%B2%D0%BB%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B5_%D1%80%D0%B0%D0%B1%D0%BE%D1%87%D0%B5-%D0%BA%D1%80%D0%B5%D1%81%D1%82%D1%8C%D1%8F%D0%BD%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%B9_%D0%BC%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D1%86%D0%B8%D0%B8_%D0%9D%D0%9A%D0%92%D0%94_%D0%A1%D0%A1%D0%A1%D0%A0</a></p>
<p><a href="#_ftnref18" name="_ftn18">[18]</a> <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%93%D0%A3%D0%9B%D0%90%D0%93">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%93%D0%A3%D0%9B%D0%90%D0%93</a></p>
<p><a href="#_ftnref19" name="_ftn19">[19]</a> Vgl. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gossudarstwennoje_polititscheskoje_uprawlenije">https://de.wikipedia.org/wiki/Gossudarstwennoje_polititscheskoje_uprawlenije</a></p>
<p><a href="#_ftnref20" name="_ftn20">[20]</a> Zur Person: <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/apollonov_a_n.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/apollonov_a_n.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref21" name="_ftn21">[21]</a></p>
<p><a href="#_ftnref22" name="_ftn22">[22]</a> <a href="http://www.sammler.ru/index.php?showtopic=113547&amp;page=3">http://www.sammler.ru/index.php?showtopic=113547&amp;page=3</a></p>
<p><a href="#_ftnref23" name="_ftn23">[23]</a> Voyska NKVD v gody Velikoy Otechestvennoy voyny, Москва 2019, S. 69.</p>
<p><a href="#_ftnref24" name="_ftn24">[24]</a> <a href="https://www.rulit.me/books/diviziya-imeni-dzerzhinskogo-read-210990-135.html">https://www.rulit.me/books/diviziya-imeni-dzerzhinskogo-read-210990-135.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref25" name="_ftn25">[25]</a> Für die Suche: <a href="https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&amp;q=%D0%BF%D0%BE%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%BD%D0%B8%D0%BA+%D0%95%D0%B2%D0%B3%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B9+%D0%A4%D1%91%D0%B4%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87+%D0%98%D0%B3%D0%BD%D0%B0%D1%82%D0%BE%D0%B2">https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&amp;q=%D0%BF%D0%BE%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%BD%D0%B8%D0%BA+%D0%95%D0%B2%D0%B3%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B9+%D0%A4%D1%91%D0%B4%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87+%D0%98%D0%B3%D0%BD%D0%B0%D1%82%D0%BE%D0%B2</a></p>
<p><a href="#_ftnref26" name="_ftn26">[26]</a> Vgl. <a href="http://voenspez.ru/index.php?topic=80349.0;wap2">http://voenspez.ru/index.php?topic=80349.0;wap2</a></p>
<p><a href="#_ftnref27" name="_ftn27">[27]</a> Für die Suche: <a href="https://www.google.com/search?safe=active&amp;client=firefox-b-d&amp;sxsrf=ALeKk004RTdQYjbu23KGncLjHO3sH8OdBw%3A1595520924878&amp;ei=nLcZX6awNcahgQbk66aQCw&amp;q=%D0%BF%D0%BE%D0%B4%D0%BF%D0%BE%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%BD%D0%B8%D0%BA+%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D1%80+%D0%9C%D0%B8%D1%85%D0%B0%D0%B9%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87+%D0%A1%D0%B2%D0%B8%D1%81%D1%82%D1%83%D0%BD%D0%BE%D0%B2&amp;oq=%D0%BF%D0%BE%D0%B4%D0%BF%D0%BE%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%BD%D0%B8%D0%BA+%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D1%80+%D0%9C%D0%B8%D1%85%D0%B0%D0%B9%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87+%D0%A1%D0%B2%D0%B8%D1%81%D1%82%D1%83%D0%BD%D0%BE%D0%B2&amp;gs_lcp=CgZwc3ktYWIQAzoECCMQJ1Du2QFY7tkBYMHdAWgAcAB4AIABqwGIAZcCkgEDMC4ymAEAoAECoAEBqgEHZ3dzLXdpesABAQ&amp;sclient=psy-ab&amp;ved=0ahUKEwim7tXP4uPqAhXGUMAKHeS1CbIQ4dUDCAs&amp;uact=5">https://www.google.com/search?safe=active&amp;client=firefox-b-d&amp;sxsrf=ALeKk004RTdQYjbu23KGncLjHO3sH8OdBw%3A1595520924878&amp;ei=nLcZX6awNcahgQbk66aQCw&amp;q=%D0%BF%D0%BE%D0%B4%D0%BF%D0%BE%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%BD%D0%B8%D0%BA+%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D1%80+%D0%9C%D0%B8%D1%85%D0%B0%D0%B9%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87+%D0%A1%D0%B2%D0%B8%D1%81%D1%82%D1%83%D0%BD%D0%BE%D0%B2&amp;oq=%D0%BF%D0%BE%D0%B4%D0%BF%D0%BE%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%BD%D0%B8%D0%BA+%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D1%80+%D0%9C%D0%B8%D1%85%D0%B0%D0%B9%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87+%D0%A1%D0%B2%D0%B8%D1%81%D1%82%D1%83%D0%BD%D0%BE%D0%B2&amp;gs_lcp=CgZwc3ktYWIQAzoECCMQJ1Du2QFY7tkBYMHdAWgAcAB4AIABqwGIAZcCkgEDMC4ymAEAoAECoAEBqgEHZ3dzLXdpesABAQ&amp;sclient=psy-ab&amp;ved=0ahUKEwim7tXP4uPqAhXGUMAKHeS1CbIQ4dUDCAs&amp;uact=5</a></p>
<p><a href="#_ftnref28" name="_ftn28">[28]</a> Siehe zur Geschichte des 108. Schützenregiments: <a href="https://www.angrapa.ru/arkhiv-statej/2725-108-j-strelkovyj-polk-vnutrennikh-vojsk-nkvd-mvd-sssr.html">https://www.angrapa.ru/arkhiv-statej/2725-108-j-strelkovyj-polk-vnutrennikh-vojsk-nkvd-mvd-sssr.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref29" name="_ftn29">[29]</a> Für die Suche: <a href="https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&amp;q=%D0%BF%D0%BE%D0%B4%D0%BF%D0%BE%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%BD%D0%B8%D0%BA+%D0%91%D0%BE%D1%80%D0%B8%D1%81+%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87+%D0%A7%D1%83%D1%80%D0%BA%D0%B8%D0%BD">https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&amp;q=%D0%BF%D0%BE%D0%B4%D0%BF%D0%BE%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%BD%D0%B8%D0%BA+%D0%91%D0%BE%D1%80%D0%B8%D1%81+%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87+%D0%A7%D1%83%D1%80%D0%BA%D0%B8%D0%BD</a></p>
<p><a href="#_ftnref30" name="_ftn30">[30]</a> Zur Person: <a href="https://pamyat-naroda.su/awards/10933736">https://pamyat-naroda.su/awards/10933736</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref31" name="_ftn31">[31]</a> Zur Person:<br />
<a href="https://www.jewmil.com/index.php/biografii/item/964-blyumin-zinovij-osipovich?cat=599">https://www.jewmil.com/index.php/biografii/item/964-blyumin-zinovij-osipovich?cat=599</a>;</p>
<p><a href="https://pamyat-naroda.su/awards/10933537">https://pamyat-naroda.su/awards/10933537</a>;<br />
<a href="http://www.rusalbom.ru/photo/default/13088">http://www.rusalbom.ru/photo/default/13088</a></p>
<p><a href="#_ftnref32" name="_ftn32">[32]</a> <a href="https://www.jewmil.com/index.php/biografii/item/964-blyumin-zinovij-osipovich?cat=599">https://www.jewmil.com/index.php/biografii/item/964-blyumin-zinovij-osipovich?cat=599</a></p>
<p><a href="#_ftnref33" name="_ftn33">[33]</a> <a href="https://vif2ne.org/rkka/forum/arhprint/45719">https://vif2ne.org/rkka/forum/arhprint/45719</a></p>
<p><a href="#_ftnref34" name="_ftn34">[34]</a> Vgl. u.a.: <a href="http://www.pobeda1945.su/division/3938">http://www.pobeda1945.su/division/3938</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref35" name="_ftn35">[35]</a> <strong><u>Управление войск НКВД – МВД по охране тыла Северной группы советских войск /бывшее Управление пограничных войск НКВД Прибалтийского округа (август 1940 г. – сентябрь 1941 г.); Управление войск НКВД по охране тыла фронтов: Северо–Западного (сентябрь 1941 г. – февраль 1944 г.); 2-го Белорусского (февраль 1944 г. – июль 1945 г.)/ &#8211; фонд 32904.</u></strong><strong><br />
</strong>Содержит 385 дел за 1941 – 1945 гг. На секретном хранении оставлены документы разведывательного отдела в количестве 78 дел.<br />
<u>Боевой состав на июль 1941 г.: </u><strong>6-й, 8-й, 9-й, 10-й, 11-й, 12-й пограничные отряды. </strong><u>Боевой состав на 15 июня 1943 г.: </u><strong>9-й, 11-й, 12-й, 133-й пограничные полки, 103-я отдельная маневренная группа.</strong> Б<u>оевой состав на март – апрель 1944 г.: </u><strong>18-й, 98-й, 127-й пограничные полки, 103-я отдельная маневренная группа. </strong><u>Боевой состав на 1 января 1945 г.: </u><strong>87-й, 218-й, 219-й, 332-й пограничные полки, 103-я отдельная маневренная группа.<br />
</strong><strong>Quelle: </strong><a href="http://rgvarchive.ru/iv-uspenskii-glavnyi-spetsialist-dokumentalnye-materialy-rgva-po-istorii-velikoi-otechestvennoi-voin#3">http://rgvarchive.ru/iv-uspenskii-glavnyi-spetsialist-dokumentalnye-materialy-rgva-po-istorii-velikoi-otechestvennoi-voin#3</a></p>
<p><a href="#_ftnref36" name="_ftn36">[36]</a> Vgl. <a href="https://vif2ne.org/rkka/forum/arhprint/45719">https://vif2ne.org/rkka/forum/arhprint/45719</a></p>
<p><a href="#_ftnref37" name="_ftn37">[37]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/gukr/front/front_west.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/gukr/front/front_west.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref38" name="_ftn38">[38]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/gukr/front.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/gukr/front.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref39" name="_ftn39">[39]</a> Zur Person von Wadis: <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/vadis_a_a.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/vadis_a_a.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref40" name="_ftn40">[40]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/3GU.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/3GU.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref41" name="_ftn41">[41]</a> Vgl. <a href="https://voenhronika.ru/publ/vtoraja_mirovaja_vojna_sssr_khronika/na_chto_tolko_ne_shli_ss_i_karateli_v_konce_vojny_chtoby_skrytsja_istorii_kapitana_smersha_alekseja_jushkevicha_2019/22-1-0-6467">https://voenhronika.ru/publ/vtoraja_mirovaja_vojna_sssr_khronika/na_chto_tolko_ne_shli_ss_i_karateli_v_konce_vojny_chtoby_skrytsja_istorii_kapitana_smersha_alekseja_jushkevicha_2019/22-1-0-6467</a></p>
<p><a href="#_ftnref42" name="_ftn42">[42]</a> Vgl.: <a href="https://lughistory.ru/poslednij-rubezh/44-ya-osbr/">https://lughistory.ru/poslednij-rubezh/44-ya-osbr/</a></p>
<p><a href="#_ftnref43" name="_ftn43">[43]</a> <a href="http://sc19.ru/museum/museum_poisk/44/kulesh.php">http://sc19.ru/museum/museum_poisk/44/kulesh.php</a></p>
<p><a href="#_ftnref44" name="_ftn44">[44]</a> <a href="https://mvdrus.ru/news/1543210-v-politsii-krasnoyarska-vspominayut.html">https://mvdrus.ru/news/1543210-v-politsii-krasnoyarska-vspominayut.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref45" name="_ftn45">[45]</a> Ebenda.</p>
<p><a href="#_ftnref46" name="_ftn46">[46]</a> <a href="https://www.moypolk.ru/soldier/broverman-aron-kisilevich">https://www.moypolk.ru/soldier/broverman-aron-kisilevich</a></p>
<p><a href="#_ftnref47" name="_ftn47">[47]</a> <a href="https://www.moypolk.ru/soldier/broverman-shmilyk-kisilevich">https://www.moypolk.ru/soldier/broverman-shmilyk-kisilevich</a></p>
<p><a href="#_ftnref48" name="_ftn48">[48]</a> <a href="https://www.moypolk.ru/soldier/broverman-pin-kiselevich">https://www.moypolk.ru/soldier/broverman-pin-kiselevich</a></p>
<p><a href="#_ftnref49" name="_ftn49">[49]</a> <a href="https://iremember.ru/memoirs/nkvd-i-smersh/ivanov-leonid-georgievich/">https://iremember.ru/memoirs/nkvd-i-smersh/ivanov-leonid-georgievich/</a></p>
<p><a href="#_ftnref50" name="_ftn50">[50]</a> Ebenda.</p>
<p><a href="#_ftnref51" name="_ftn51">[51]</a> Zur Person von Iwanow: <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/ivanov_l_g.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/ivanov_l_g.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref52" name="_ftn52">[52]</a> <a href="https://sledcom.ru/Proekty/LP/FIO-276/?print=1">https://sledcom.ru/Proekty/LP/FIO-276/?print=1</a></p>
<p><a href="#_ftnref53" name="_ftn53">[53]</a> Vgl. <a href="https://www.moypolk.ru/soldier/belogurov-mihail-matveevichgl">https://www.moypolk.ru/soldier/belogurov-mihail-matveevichgl</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref54" name="_ftn54">[54]</a> <a href="https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%90%D1%80%D1%82%D0%B5%D0%BC%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE,_%D0%9A%D0%BE%D0%BD%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D1%82%D0%B8%D0%BD_%D0%90%D0%B1%D1%80%D0%B0%D0%BC%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%90%D1%80%D1%82%D0%B5%D0%BC%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE,_%D0%9A%D0%BE%D0%BD%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D1%82%D0%B8%D0%BD_%D0%90%D0%B1%D1%80%D0%B0%D0%BC%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref55" name="_ftn55">[55]</a> <a href="https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%A2%D0%B5%D1%80%D0%B5%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE,_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B9_%D0%98%D0%BE%D1%81%D0%B8%D1%84%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%A2%D0%B5%D1%80%D0%B5%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE,_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B9_%D0%98%D0%BE%D1%81%D0%B8%D1%84%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref56" name="_ftn56">[56]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/ivashutin_p_i.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/ivashutin_p_i.htm</a><br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%98%D0%B2%D0%B0%D1%88%D1%83%D1%82%D0%B8%D0%BD,_%D0%9F%D1%91%D1%82%D1%80_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%98%D0%B2%D0%B0%D1%88%D1%83%D1%82%D0%B8%D0%BD,_%D0%9F%D1%91%D1%82%D1%80_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref57" name="_ftn57">[57]</a> Vgl. <a href="http://www.encspb.ru/object/2805399356?lc=ru">http://www.encspb.ru/object/2805399356?lc=ru</a><br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%90%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D1%8C%D0%B4%D0%BE%D0%B2,_%D0%A1%D0%B5%D1%80%D0%B3%D0%B5%D0%B9_%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B5%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%90%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D1%8C%D0%B4%D0%BE%D0%B2,_%D0%A1%D0%B5%D1%80%D0%B3%D0%B5%D0%B9_%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B5%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref58" name="_ftn58">[58]</a> <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Main_Directorate_of_State_Security">https://en.wikipedia.org/wiki/Main_Directorate_of_State_Security</a></p>
<p><a href="#_ftnref59" name="_ftn59">[59]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wsewolod_Nikolajewitsch_Merkulow">https://de.wikipedia.org/wiki/Wsewolod_Nikolajewitsch_Merkulow</a></p>
<p><a href="#_ftnref60" name="_ftn60">[60]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bogdan_Kobulow">https://de.wikipedia.org/wiki/Bogdan_Kobulow</a></p>
<p><a href="#_ftnref61" name="_ftn61">[61]</a> <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A1%D0%B2%D0%B8%D0%BD%D0%B5%D0%BB%D1%83%D0%BF%D0%BE%D0%B2,_%D0%9C%D0%B8%D1%85%D0%B0%D0%B8%D0%BB_%D0%93%D0%B5%D0%BE%D1%80%D0%B3%D0%B8%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A1%D0%B2%D0%B8%D0%BD%D0%B5%D0%BB%D1%83%D0%BF%D0%BE%D0%B2,_%D0%9C%D0%B8%D1%85%D0%B0%D0%B8%D0%BB_%D0%93%D0%B5%D0%BE%D1%80%D0%B3%D0%B8%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref62" name="_ftn62">[62]</a> <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%BE%D1%81%D1%81%D0%BE%D0%B9,_%D0%90%D0%B2%D1%80%D0%B0%D0%B0%D0%BC_%D0%98%D0%BE%D1%81%D0%B8%D1%84%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%BE%D1%81%D1%81%D0%BE%D0%B9,_%D0%90%D0%B2%D1%80%D0%B0%D0%B0%D0%BC_%D0%98%D0%BE%D1%81%D0%B8%D1%84%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref63" name="_ftn63">[63]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/1U.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/1U.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref64" name="_ftn64">[64]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/fitin_p_m.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/fitin_p_m.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref65" name="_ftn65">[65]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/ovakimyan_g_b.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/ovakimyan_g_b.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref66" name="_ftn66">[66]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/2U.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/2U.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref67" name="_ftn67">[67]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/fedotov_p_v.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/fedotov_p_v.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref68" name="_ftn68">[68]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/raihman_l_f.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/raihman_l_f.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref69" name="_ftn69">[69]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/rodionov_d_g.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/rodionov_d_g.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref70" name="_ftn70">[70]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/ilyushin_i_i.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/ilyushin_i_i.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref71" name="_ftn71">[71]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/3U.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/3U.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref72" name="_ftn72">[72]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/milstein_s_r.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/milstein_s_r.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref73" name="_ftn73">[73]</a> <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%BB%D1%91%D0%BF%D0%BE%D0%B2,_%D0%A1%D0%B5%D1%80%D0%B3%D0%B5%D0%B9_%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B5%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%BB%D1%91%D0%BF%D0%BE%D0%B2,_%D0%A1%D0%B5%D1%80%D0%B3%D0%B5%D0%B9_%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B5%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref74" name="_ftn74">[74]</a> <a href="https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%9F%D1%80%D0%BE%D0%BD%D0%B8%D0%BD,_%D0%98%D0%BB%D1%8C%D1%8F_%D0%A4%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D0%BF%D0%BF%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%9F%D1%80%D0%BE%D0%BD%D0%B8%D0%BD,_%D0%98%D0%BB%D1%8C%D1%8F_%D0%A4%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D0%BF%D0%BF%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref75" name="_ftn75">[75]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/volkov_a_p.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/volkov_a_p.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref76" name="_ftn76">[76]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/4U.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/4U.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref77" name="_ftn77">[77]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/sudoplatov_p_a.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/sudoplatov_p_a.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref78" name="_ftn78">[78]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/eitingon_n_i.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/eitingon_n_i.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref79" name="_ftn79">[79]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/5U.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/5U.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref80" name="_ftn80">[80]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/shevelev_i_g.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/shevelev_i_g.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref81" name="_ftn81">[81]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/kopytzev_a_i.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/kopytzev_a_i.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref82" name="_ftn82">[82]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/6U.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/6U.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref83" name="_ftn83">[83]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/2018/kuznezov_a_k.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/2018/kuznezov_a_k.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref84" name="_ftn84">[84]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/vlasik_n_s.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/vlasik_n_s.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref85" name="_ftn85">[85]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/2019/shadrin_d_n.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/2019/shadrin_d_n.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref86" name="_ftn86">[86]</a> <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%95%D0%B3%D0%BD%D0%B0%D1%82%D0%B0%D1%88%D0%B2%D0%B8%D0%BB%D0%B8,_%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D1%80_%D0%AF%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%BB%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%95%D0%B3%D0%BD%D0%B0%D1%82%D0%B0%D1%88%D0%B2%D0%B8%D0%BB%D0%B8,_%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D1%80_%D0%AF%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%BB%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref87" name="_ftn87">[87]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/GUO/UKMK.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/GUO/UKMK.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref88" name="_ftn88">[88]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/2019/spiridonov_n_k.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/2019/spiridonov_n_k.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref89" name="_ftn89">[89]</a> <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A8%D0%BF%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D0%B2,_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B9_%D0%A1%D0%B5%D0%BC%D1%91%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A8%D0%BF%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D0%B2,_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B9_%D0%A1%D0%B5%D0%BC%D1%91%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref90" name="_ftn90">[90]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/2020/kosynkin_p_e.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/2020/kosynkin_p_e.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref91" name="_ftn91">[91]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/sledchast.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/sledchast.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref92" name="_ftn92">[92]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/vlodzimirskiy_l_e.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/vlodzimirskiy_l_e.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref93" name="_ftn93">[93]</a> <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A8%D0%B2%D0%B0%D1%80%D1%86%D0%BC%D0%B0%D0%BD,_%D0%9B%D0%B5%D0%B2_%D0%9B%D0%B5%D0%BE%D0%BD%D0%B8%D0%B4%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A8%D0%B2%D0%B0%D1%80%D1%86%D0%BC%D0%B0%D0%BD,_%D0%9B%D0%B5%D0%B2_%D0%9B%D0%B5%D0%BE%D0%BD%D0%B8%D0%B4%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
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<p><a href="#_ftnref102" name="_ftn102">[102]</a> <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A1%D0%BC%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B4%D0%B8%D0%BD%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%92%D0%BB%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BC%D0%B8%D1%80_%D0%A2%D0%B8%D0%BC%D0%BE%D1%84%D0%B5%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A1%D0%BC%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B4%D0%B8%D0%BD%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%92%D0%BB%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BC%D0%B8%D1%80_%D0%A2%D0%B8%D0%BC%D0%BE%D1%84%D0%B5%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref103" name="_ftn103">[103]</a> <a href="http://www.knowbysight.info/KKK/15466.asp">http://www.knowbysight.info/KKK/15466.asp</a></p>
<p><a href="#_ftnref104" name="_ftn104">[104]</a> <a href="https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%93%D1%83%D1%82%D0%B5%D1%80%D0%BC%D0%B0%D0%BD,_%D0%A1%D0%BE%D0%BB%D0%BE%D0%BC%D0%BE%D0%BD_%D0%93%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D1%80%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%93%D1%83%D1%82%D0%B5%D1%80%D0%BC%D0%B0%D0%BD,_%D0%A1%D0%BE%D0%BB%D0%BE%D0%BC%D0%BE%D0%BD_%D0%93%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D1%80%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref105" name="_ftn105">[105]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/OK.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/nkgb4353/structure/OK.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref106" name="_ftn106">[106]</a> <a href="http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/svinelupov_m_g.htm">http://shieldandsword.mozohin.ru/personnel/svinelupov_m_g.htm</a></p>
<p><a href="#_ftnref107" name="_ftn107">[107]</a> <a href="https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%91%D0%B0%D0%B1%D0%BA%D0%B8%D0%BD,_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD_%D0%90%D0%BD%D0%B4%D1%80%D0%B8%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%91%D0%B0%D0%B1%D0%BA%D0%B8%D0%BD,_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD_%D0%90%D0%BD%D0%B4%D1%80%D0%B8%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref108" name="_ftn108">[108]</a> <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A2%D1%8B%D0%BB_%D0%92%D0%BE%D0%BE%D1%80%D1%83%D0%B6%D1%91%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D1%85_%D1%81%D0%B8%D0%BB_%D0%A1%D0%A1%D0%A1%D0%A0">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A2%D1%8B%D0%BB_%D0%92%D0%BE%D0%BE%D1%80%D1%83%D0%B6%D1%91%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D1%85_%D1%81%D0%B8%D0%BB_%D0%A1%D0%A1%D0%A1%D0%A0</a></p>
<p><a href="#_ftnref109" name="_ftn109">[109]</a><br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%96%D0%B5%D0%BB%D0%B5%D0%B7%D0%BD%D0%BE%D0%B4%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B6%D0%BD%D1%8B%D0%B5_%D0%B2%D0%BE%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0_%D0%A1%D0%A1%D0%A1%D0%A0">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%96%D0%B5%D0%BB%D0%B5%D0%B7%D0%BD%D0%BE%D0%B4%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B6%D0%BD%D1%8B%D0%B5_%D0%B2%D0%BE%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0_%D0%A1%D0%A1%D0%A1%D0%A0</a><br />
Als sie sich in Potsdam aufhielten, soll Kowaljow Stalin gebeten haben, den einstigen Feiertag für die Beschäftigten der Eisenbahn wieder einzuführen. Stalin habe zugestimmt und auch eine ihm vorgelegte Liste von zur Auszeichnung vorgesehenen Eisenbahnern unterschrieben.</p>
<p><a href="#_ftnref110" name="_ftn110">[110]</a> <a href="https://pamyat-naroda.ru/memorial/?static_hash=6bc1b92c1f6bdc752e096e214739b191">https://pamyat-naroda.ru/memorial/?static_hash=6bc1b92c1f6bdc752e096e214739b191</a></p>
<p><a href="#_ftnref111" name="_ftn111">[111]</a> <a href="http://osfsb.ru/upload/iblock/d31/d31a3ed2db97778b3329bbec71a7c559.pdf">http://osfsb.ru/upload/iblock/d31/d31a3ed2db97778b3329bbec71a7c559.pdf</a>, S. 43</p>
<p><strong>© Dr. Volker Punzel, GeschichtsManufaktur Potsdam </strong>(26.10.2020)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/10/26/die-geheimdienste-auf-der-potsdamer-konferenz-sowjetunion/">Die Geheimdienste auf der Potsdamer Konferenz: Sowjetunion</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
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		<item>
		<title>25./30. April 1945: Die Rote Armee erobert Potsdam</title>
		<link>https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/05/29/25-30-april-1945-die-rote-armee-erobert-potsdam/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[geschichtsmanufaktur]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2020 16:07:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vorgeschichte Am Abend des 1. April 1945 unterschrieb der Oberbefehlshaber der Roten Armee, Josif W. Stalin, im Hauptquartier in Moskau die Direktive für die 1. Belorussische Front über die Vorbereitung und Durchführung der Operation zur Eroberung Berlins sowie die Direktive, innerhalb von 12 bis 15 Tagen die Elbe zu erreichen. Ungefähr zur gleichen Zeit unterzeichnete [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/05/29/25-30-april-1945-die-rote-armee-erobert-potsdam/">25./30. April 1945: Die Rote Armee erobert Potsdam</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Vorgeschichte</h2>
<p>Am Abend des 1. April 1945 unterschrieb der Oberbefehlshaber der Roten Armee, Josif W. Stalin, im Hauptquartier in Moskau die Direktive für die 1. Belorussische Front über die Vorbereitung und Durchführung der Operation zur Eroberung Berlins sowie die Direktive, innerhalb von 12 bis 15 Tagen die Elbe zu erreichen. Ungefähr zur gleichen Zeit unterzeichnete er auch die Direktive für die 1. Ukrainische Front. Für die 2. Belorussische Front wurden allgemein zu erreichende Ziele und zu erfüllende Aufgaben festgelegt.<br />
Die 1. Belorussische Front hatte den Auftrag erhalten, Berlin aus Richtung Osten und Norden einzuschließen und die 1. Ukrainische Front von Südosten und Süden her. Vollständig schließen sollte den Ring, aus Nordosten und Westen, die 2. Belorussische Front. Die 1. Belorussische Front sollte aus Brückenköpfen zwischen Frankfurt (Oder) und Küstrin vorstoßen und den Hauptstoß aus dem Brückenkopf Küstrin mit 4 allgemeinen Armeen und 2 Panzerarmeen führen. Die Direktive des Hauptquartiers sah vor, die 1. und die 2. Garde-Panzerarmee zum Angriff auf Berlin vom Nordosten und zur Umgehung Berlins vom Norden her einzusetzen.</p>
<p>In den Grundzügen war die Berliner Operation klar. Was den konkreten Verlauf und vor allem die zeitlichen Abläufe anbelangte, musste die Planung immer wieder konkretisiert werden. Das betraf auch die Einnahme Potsdams.</p>
<blockquote><p>So präzisierte das Hauptquartier während der Operation das Zusammenwirken des rechten Flügels der 1. Belorussischen Front mit der 4. Panzerarmee der 1. Ukrainischen Front, die den Raum Potsdam-Rathenow-Brandenburg erreicht hatte, so daß die operative Einschließung der gesamten Berliner Gruppierung vollendet wurde.<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a></p></blockquote>
<p>Am 21. April drangen die Truppen der 3. Stoßarmee, der 2. Gardepanzerarmee, der 47. Armee<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a> und der 5. Stoßarmee in die nördlichen und westlichen Vororte von Berlin ein. Am 25. April vereinigten sich die 328. Schützendivision der 47. Armee und die 65. Panzerbrigade der 2. Gardepanzerarmee der 1. Belorussischen Front, die westlich von Berlin angriffen, bei Ketzin mit dem 6. Mechanisierten Gardekorps der 4. Gardepanzerarmee der 1. Ukrainischen Front. Die Berliner Gruppierung der deutschen Truppen war damit in zwei voneinander isolierte Gruppen geteilt worden. In die Berliner Gruppe und in die Gruppe Frankfurt-Guben.<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a><br />
Die sich innerhalb des Rings befindlichen Truppen – Wehrmacht, Waffen-SS, Polizei, Volkssturm –  mussten durch Einheiten der die Umschließung bildenden Hauptgruppierungen der Roten Armee vernichtet bzw. zur Kapitulation gezwungen werden. Es galt, ihnen jede Möglichkeit zu nehmen, in die Kämpfe um das Zentrum Berlins eingreifen oder aus der Umschließung ausbrechen zu können. Im nördlichen Gebiet Potsdams zog sich am 25. April 1945 die Kampflinie entlang der Havel, von Spandau bis Ketzin.</p>
<p>Die Einheiten der 47. Armee der 1. Belorussischen Front spielten die Hauptrolle im von Norden und Nordwesten aus geführten Kampf um Potsdam. Die 47. Armee stand im April 1945 unter dem Kommando von Generalleutnant Franz Josifowitsch Perchorovitsch.<a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a> Mitglied des Kriegsrates war Generalmajor Iwan Nikolajewitsch Koroljow<a href="#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a> und Stabschef Generalmajor Grigori Sergejewitsch Lukjanenko<a href="#_ftn6" name="_ftnref6">[6]</a>, Leiter der Politabteilung Oberst M. Ch. Kalaschnik.<a href="#_ftn7" name="_ftnref7">[7]</a> Kommandeur der Artillerie der 47. Armee war Generalleutnant Grigori Wasiljewitsch Godin<a href="#_ftn8" name="_ftnref8">[8]</a>.</p>
<p>Zur 47. Armee gehörten folgende Einheiten:</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>77. Schützenkorps</strong></td>
<td>185. Schützendivision</td>
<td>260. Schützendivision</td>
<td>328. Schützendivision<a href="#_ftn9" name="_ftnref9">[9]</a><a href="#_ftn10" name="_ftnref10"></a></td>
</tr>
<tr>
<td><strong>125. Schützenkorps</strong></td>
<td>60. Schützendivision</td>
<td>76. Schützendivision</td>
<td>175. Schützendivision</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>129. Schützenkorps</strong></td>
<td>82. Schützendivision</td>
<td>132. Schützendivision</td>
<td>143. Schützendivision</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>70. Panzerregiment</strong></td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="4"><strong>334. Selbstfahrendes Artillerieregiment</strong></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="4"><strong>1204. Selbstfahrendes Artillerieregiment</strong></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="4"><strong>1416. Selbstfahrendes Artillerieregiment</strong></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="4"><strong>1825. Selbstfahrendes Artillerieregiment</strong></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="4"><strong>1892. Selbstfahrendes Artillerieregiment</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Kommandeur der 328. Schützendivision war Oberst Iwan Grigorjewitsch Pavlovskij.<a href="#_ftn10" name="_ftnref10">[10]</a> Wer Kommandeur des 129. Schützenkorps war, ist nicht bekannt. Die 132. Schützendivision<a href="#_ftn11" name="_ftnref11">[11]</a> befehligte als Divisionskommandeur Oberst Iwan Wladimirowitsch Solowjow.<a href="#_ftn12" name="_ftnref12">[12]</a></p>
<h2>Vorbereitung des Angriffs</h2>
<p>Der Verlauf der Kämpfe hatte das 125. Schützenkorps<a href="#_ftn13" name="_ftnref13">[13]</a> der 47. Armee am 25. April 1945 an das nördliche Ufer der Havel gegenüber der Stadt Potsdam gebracht. Das 129. Schützenkorps der 47. Armee war vor Spandau in Kämpfe verwickelt, die entlang der Linie Gartenstadt, Staaken, Seeburg und Groß Glienicke tobten. Zwischen den Einheiten des 129. Schützenkorps und des 125. gab es zeitweilig eine Lücke von 10 bis 12 Kilometern, vor allem zwischen Gatow, Kladow und Sacrow, die die in diesem Bereich kämpfenden deutschen Truppen hätten nutzen können, um die Einheiten der 47. Armee, insbesondere das bei Neu Fahrland stehende 125. Schützenkorps anzugreifen und aus der Umkreisung auszubrechen.</p>
<blockquote><p>Ohne den Angriff auf Potsdam zu stoppen, war es unbedingt notwendig, den Gegner im Abschnitt Staaken, Seeburg, Groß Glienicke zu zerschlagen, die westliche Vorderseite des inneren Verteidigungsringes von Berlin im Bereich Staaken-Seeburg-Groß Glienicke, zu halten, ihm alle Stützpunkte zu nehmen, den einzigen ihm verbliebenen Flugplatz in Kladow und den Bereitstellungsraum auf dem anderen Ufer der Havel, um so die Möglichkeit eines bewaffneten Durchbruchs  von Gruppierungen des Gegners aus Berlin in Richtung Westen auszuschließen.<a href="#_ftn14" name="_ftnref14">[14]</a></p></blockquote>
<p>Gegen 14 Uhr stand das 282. Schützenregiment der 175. Schützendivision des 125. Schützenkorps am Weißen See.<a href="#_ftn15" name="_ftnref15">[15]</a> Da die Nordbrücke bei Neu Fahrland gesprengt war, setzte es sich hier fest. Die Führung des 125. Schützenkorps war wenig später nachgerückt und  richtete ihren Kommandopunkt (KP) vermutlich in der Kasernenanlage von Krampnitz ein. Der Komplex konnte zugleich auch als Lazarett genutzt worden sein.</p>
<p>Die Kämpfe der Einheiten des 125. Schützenkorps, wie auch die aller Einheiten der Roten Armee seit Kriegsbeginn am 22. Juni 1941, sind sehr gut dokumentiert und seit Anfang 2015 öffentlich zugänglich. Auf dem Internet-Portal „Память народа“ (Pamyat&#8216; naroda) befinden sich aktuell mehr als 15 Millionen Seiten von Archivdokumenten, die unter der Schirmherrschaft des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation veröffentlicht wurden. Sie auszuwerten, kostet viel Zeit und Kraft. Deshalb wird sich hier auf die Vorgänge konzentriert, die mit zur Vorgeschichte der Potsdamer Konferenz gerechnet werden können.<br />
Jede Einheit fertigte täglich Berichte über ihre Kampfhandlungen an. Diese Kampfberichte (<em>Боевое донесение</em>) wurden monatlich und vierteljährlich in umfassenderen Berichten zusammengefasst (<em>Журнал боевых действий</em>). Jeder Tages-Kampfbericht trug eine Nummer und unterlag der strengsten Geheimhaltung. Erstellt wurden die Unterlagen zumeist vom Stabschef der jeweiligen Einheit. Die Monats – und Quartalsberichte trugen aber auch die Unterschriften des jeweiligen Kommandeurs und des Poilitstellvertreters. Neben den allgemeinen Berichten entstanden auch Dokumente zu einzelnen Aspekten der Kampfhandlungen, wie z.B. zum Einsatz der Artillerie oder zu Veränderungen des Bestandes an Personal, Tieren, Technik und Waffen. Des Weiteren gab es noch die Operativen Übersichten (<em>Оперативная сводка</em>), Aufstellungen zur Kampfordnung (<em>Боевое распоряжение</em>) und spezielle Befehlsdokumente (<em>Приказание штаба</em>).<br />
Die Auswertung dieser Dokumente steht noch am Anfang. Aber sie werden zu einer sachlicheren Betrachtung der Vorgänge im ersten Halbjahr 1945 auf dem Territorium Deutschlands beitragen. Kommandeur des 125. Schützenkorps war Generalmajor Andrej Matwejewitsch Andrejew<a href="#_ftn16" name="_ftnref16">[16]</a>. Stellvertreter für Politische Arbeit Alexej Iljitsch Kolunow und Stabschef Oberst G. F. Gruschewskij.<br />
Das 125. Schützenkorps bestand aus der 60., 76. und 175. Schützendivision.<br />
Die 60. Schützendivision<a href="#_ftn17" name="_ftnref17">[17]</a> stand unter dem Kommando von Oberst Georgij Stepanowitsch Iwanow<a href="#_ftn18" name="_ftnref18">[18]</a>. Die 76. Schützendivision<a href="#_ftn19" name="_ftnref19">[19]</a> führte Oberst Andrej Nikititsch Gervasijew.<a href="#_ftn20" name="_ftnref20">[20]</a> Das Kommando über die 175. Schützendivision<a href="#_ftn21" name="_ftnref21">[21]</a> hatte Generalmajor Zakhari Petrowitsch Vydrigan.<a href="#_ftn22" name="_ftnref22">[22]</a> Nach dem Statut der Roten Armee 04/400-416 vom 05. April 1941 bestand eine Schützendivision aus dem Stab, drei Schützenregimentern und einem Artillerieregiment sowie weiteren Einheiten und Unterabteilungen. Die Stärke einer Division wurde mit durchschnittlich 4.500 Mann angegeben.<br />
Vydrigan befehligte beim Angriff auf Potsdam die nachfolgend aufgeführten Einheiten:</p>
<ul>
<li>Divisionsstab (<em>Управление</em>)
<ul>
<li>Stabsbatterie des Chefs der Artilleriedivision<br />
(<em>Штабная батарея начальника артиллерии дивизии</em>)</li>
<li>Divisionskommandeur</li>
<li>Leiter Politabteilung</li>
<li>Stabschef</li>
<li>Chef Rückwärtige Dienste</li>
<li>Militärtribunal</li>
</ul>
</li>
<li>277. Schützenregiment<br />
(<em>277-й стрелковый Карельский Краснознамённый ордена Суворова полк</em>)</li>
<li>278. Schützenregiment<br />
(<em>278-й стрелковый Ревдинский орденов Суворова и Кутузова полк</em><a href="#_ftn23" name="_ftnref23">[23]</a>)</li>
<li>282. Schützenregiment<br />
(<em>282-й стрелковый Свердловско-Варшавский ордена Суворова полк</em>)</li>
<li>373. Artillerieregiment<br />
(373-й артиллерийский Чусовско-Варшавский ордена Суворова полк)</li>
<li>123. Selbständige Panzerabwehrdivision<br />
<em>(123-й отдельный истребительно-противотанковый дивизион)</em></li>
<li>71. Aufklärungskompanie<br />
<em>(71-я разведывательная рота)</em></li>
<li>89. Pionierbataillon<br />
<em>(89-й сапёрный батальон)</em></li>
<li>454. Selbständiges Nachrichtenbataillon<br />
<em>(454-й отдельный батальон связи)</em></li>
<li><em>104. Medizinsanitätsbatallion</em><br />
<em>(104-й медико-санитарный батальон)</em></li>
<li>35. Selbständige Kompanie für Chemiscvhe Verteidigung<br />
<em>(35-я отдельная рота химической защиты)</em></li>
<li>331. Motorisierte Transportkompanie<br />
(331-я автотранспортная рота)</li>
<li>67. Feldbäckerei<br />
(<em>67-я полевая хлебопекарня</em>)</li>
<li>43. Divisions-Veterinärlazarett<br />
(<em>43-й дивизионный ветеринарный лазарет</em>)</li>
<li>2275. Feldpoststation<br />
(<em>2275-я полевая почтовая станция</em>)</li>
<li>1845. Feldkasse der Staatsbank<br />
(<em>1845-я полевая касса Государственного банка</em>)</li>
</ul>
<p>Der ehemalige Kommandeur des 125. Schützenkorps, Andrej M. Andrejew, veröffentlichte 1984 unter dem Titel „Ot pervogo mgnoveniya“ (Vom ersten Augenblick)  Erinnerungen an die Kämpfe im Frühjahr 1945 und geht dabei auch auf die Einnahme Potsdams durch die Einheiten seines Korps ein.<br />
Wie Andrejew berichtet, musste er sich zunächst mit der Situation vertraut machen, um danach eine Entscheidung über die Angriffsoperation zu treffen.<br />
Für die Entscheidungsfindung konnte er „<em>die aktuellesten topographischen Karten</em>“ nutzen und daraus die „<em>besondere Lage des bedeutenden Siedlungspunktes Potsdam erkennen, eines Vororts von Berlin</em>“.<a href="#_ftn24" name="_ftnref24">[24]</a></p>
<blockquote><p>Potsdam ist von allen Seiten von einer natürlichen „Mauer“ umgeben – Seen und Kanäle, die die Stadt im Süden, Westen, Norden und besonders zuverlässig im Osten mit einem Seensystem schützten: der Krampnitzsee, der Lehnitzsee, der Jungfernsee und der Fluß Havel. Rund um die Inselstadt hab es nicht nur Wasserhindernisse, sondern auch Landhaus-Vorstädte mit massiven Steingebäuden. Die Potsdamer Garnison bestand aus mehreren Einheiten, darunter die Division „Friedrich Ludwig Jahn“, und verfügte über einen großen Vorrat an Waffen und Munition.<a href="#_ftn25" name="_ftnref25">[25]</a></p></blockquote>
<p>Laut Andrejew sei sein Korps in Vorbereitung auf den Angriff auch über die besondere kulturhistorische Bedeutung Potsdams unterrichtet worden.</p>
<blockquote><p>Zu Beginn einer Zusammenkunft im Korpsstab berichtete der Leiter der Politabteilung,  Oberst Alexej Iljitsch Kolunow, der kurz zuvor aus der Politabteilung der 47. Armee<a href="#_ftn26" name="_ftnref26"><strong>[26]</strong></a> gekommen war, dass Potsdam – die frühere Sommerresidenz der preußischen Könige und deutschen Kaiser – eine tausendjährige Geschichte habe. Aus dieser Zeit gäbe es eine Vielzahl alter Denkmäler. Die besondere Attaktion von Potsdam seien die Parks und Schlösser von San-Souci. Hier arbeiteten viele Jahre die besten Baumeister, Bildhauer, Maler und Gärtner. Die Säle der Schlösser und die Bildergalerien sind gefüllt mit Gemälden und Skulpturen großer Meister. All das war persönliches Eigentum der Könige und Kaiser, und nur wenige hatten Zugang zu der Schatzkammer. …<br />
„Das Mitglied des Kriegsrates der Front, Generalleutnant Telegin, und Generalleutnant Galadschew, Leiter der Politabteilung“, sagte Alexej Iljitsch den Versammelten, „haben gebeten, einen Befehl des Marschalls der Sowjetunion Shukow zu übermitteln: Es ist wichtig, die Stadt einzunehmen, um die weltberühmten historischen Werte unbeschädigt zu erhalten.“<br />
Dieser Forderung des Befehlshabers der 1. Belorussischen Front gedenkend, begannen wir mit der Planung der Kampfhandlungen …<a href="#_ftn27" name="_ftnref27">[27]</a></p></blockquote>
<p>Im Monat April hatte der Stab der 2. Stoßarmee verschiedene Instruktionen für die Durchführung von Kämpfen und Angriffsoperationen in einfachen Städten und besonders großen Städten erarbeitet und in  die Einheiten versandt. Das waren:<br />
„<strong>Kampf in der Stadt</strong>. Instruktion für den Offiziers- und den Unteroffiziersbestand“ (БОЙ В ГОРОДЕ  (Памятка для офицерского и сержантского состава)] vom April 1945.<a href="#_ftn28" name="_ftnref28">[28]</a><br />
„<strong>Kampf in der Stadt.</strong> Instruktion für den Mannschaftsbestand“ [БОЙ В ГОРОДЕ  (Памятка для рядового состава)] vom April 1945.<a href="#_ftn29" name="_ftnref29">[29]</a><br />
In eine ähnliche Richtung ging die geschriebene, aber nicht veröffentlichte „Instruktion für die Kommandeure der Sturmabteilungen und Sturmgruppen für die Führung des Angriffs in einer großen Stadt“ (Памятка командиру штурмового отряда и штурмовой группы по ведению наступательного боя в крупном городе) vom 27. April 1945.<a href="#_ftn30" name="_ftnref30">[30]</a><br />
Nach einer Darstellung der Taktik der deutschen Truppen bei der Verteidigung der Städte wurde auf die eigene Taktik eingegangen und auf die Zusammensetzung der Sturmabteilungen und –gruppen sowie auf deren Personalbestand und die einzusetzenden Waffen. Dabei wurde unterschieden zwischen den durchzuführenden Handlungen in den Vorstädten und der „Neustadt“ sowie der „Altstadt“.<strong>  </strong></p>
<p>Vermutlich fand die Beratung am späten Nachmittag bzw. Abend des 25. April statt. Sie endete mit der Entscheidung, am Morgen des 27. April Potsdam anzugreifen.</p>
<blockquote><p>Nach der Beurteilung der Situation beschloss ich am 25. April, um 21 Uhr, die demonstrativen Vorbereitungen zur Überquerung des Sacrow-Paretzer Kanals von der Halbinsel Neu Fahrland aus nach Potsdam fortzusetzen. Die Hauptvorbereitung sollte aber auf der Überquerung des Jungfernsees von Ost nach West liegen. Für den Gegner würde das überraschend kommen. Unsere Truppen, die den östlichen Rand Potsdams in der Nähe des Schlosses Cecilienhof einnehmen, könnten erfolgreich in das Stadtzentrum vordringen und den Gegner unter den Schlägen unserer aus Nord-Westen und Süden vorrückenden Truppen an die Stadtgrenzen drängen. …<br />
Oberstleutnant A. E. Dolzhikov, Kommandeur der gepanzerten Truppen des Korps, erhielt die Aufgabe, ein motorisiertes Bataillon von Schwimmfahrzeugen für den Transport von Einheiten der 175. Schützendivision über den Jungfernsee zu beschaffen. … Weniger als drei Stunden später berichtete Oberstleutnant Dolzhikov, dass das 286. motorisierte Bataillon mit Schwimmfahrzeugen bei der 175. Schützendivision eingetroffen sei.<a href="#_ftn31" name="_ftnref31">[31]</a></p></blockquote>
<p>Es handelte sich um das 286. Motorisierte Bataillon besonderer Bedeutung (Amphibienfahrzeuge)<a href="#_ftn32" name="_ftnref32">[32]</a>. Kurt Arlt und Werner Stang schreiben in ihrer 1995 veröffentlichten Studie „Kampf um Potsdam Ende April 1945“ nach Auswertung eines Dokuments aus dem Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation über die weiteren Handlungen der 175. Schützendivision:</p>
<blockquote><p>Der Divisionskommandeur entschloß sich, in der Nacht den See zu forcieren. Doch aufgrund eines neuen Befehls ging die Division noch um 21.00 Uhr mit zwei Regimentern in der neuen Richtung östlich des Lehnitzsees in Richtung Südwest- und Nordostufer des Sacrower Sees vor. Sie deckte damit die linke Flanke der Armee gegen eventuelle deutsche Angriffe aus Richtung Kladow.<a href="#_ftn33" name="_ftnref33">[33]</a></p></blockquote>
<p>Der Angriff auf Potsdam im östlichen und zentralen Frontabschnitt, bezogen auf Neufahrland als Mittelpunkt, sollte durch die 175. Schützendivision<a href="#_ftn34" name="_ftnref34">[34]</a> erfolgen.</p>
<blockquote><p>Ich rief General Vydrigan an und fragte ihn. Welches Regiment von ihm beauftragt worden sei, den Jungfernsee zu überwinden. „Das 282. Schützenregiment“, antwortete er. Ich befahl ihm, ausgiebig zu trainieren. Wobei die Infanterie besser in der Lage ist zu improvisieren, als Amphibienfahrzeuge. … Die Einheiten des 282. Schützenregiments übten die Elemente der Landung, das Ablegen und die Überquerung des Jungfernsees auf Amphibienfahrzeugen. Besonderes Augenmerk legten sie auf die genaue Bestimmung des Ablaufs der Kampfhandlungen auf dem gegenüberliegenden Seeufer: Festsetzen am Ufer, nicht zum Stehen kommen, einen schnellen Angriff ausführen. … Jeder Einheit der ersten Staffel war auf eine bestimmte örtliche Besonderheit orientiert: Schloß – Palast Cecilienhof – die Garnisonkirche (in der die preußischen Könige Friedrich Wilhelm I. und sein Sohn Friedrich II. bestattet worden waren). Die Kommandeure der Einheiten erarbeiteten mit den Artilleristen und den Spezialisten der Pioniertruppen sorgfältig die einzelnen Elemente des Zusammenwirkens in den Abschnitten, die Ziele und Zeitabläufe.<br />
Jedes Ziel wurde ausführlich betrachtet. Die Artilleristen suchten nach Möglichkeiten, alle Ziele mit historischem Wert aus der Feuerzone herauszuhalten. Die Munition wurde frühzeitig herangeschafft. Alle Truppenbewegungen, ihre Konzentration, wurden sorgfältig getarnt. Im Gebiet der vorgeblichen Überquerung des Kanals  &#8211; auf der Halbinsel Neu Fahrland in Richtung Nedlitz – führten Einheiten der 16. Schützendivision am 26. April und in der Nacht auf den 27. April Kampfhandlungen in Richtung Potsdam aus,  um die zunehmende Vorbereitung zu tarnen.<a href="#_ftn35" name="_ftnref35">[35]</a></p></blockquote>
<p>Arlt/Stang bestätigen die Aussagen bezüglich des Trainings des 282. Schützenregiments am 26. April: <em>„Am Morgen des nächsten Tages, um 9.00 Uhr, marschierte das 282. SchtzRgt zusammen mit einem mit Schwimmitteln ausgerüsteten Pionierbataillon in den Südteil des Königswaldes und bereitete sich darauf vor, hier den Jungfernsee zu überwinden und auf seinem Südwestufer einen Landekopf zu bilden.“<a href="#_ftn36" name="_ftnref36"><strong>[36]</strong></a></em> Geführt wurde das Schützenregiment von Oberstleutnant Nikolai Seliverstovich Lazebnikov<a href="#_ftn37" name="_ftnref37">[37]</a>.<br />
Bei der in seinen Erinnerungen erwähnten 16. Schützendivision hat sich Andrejew vermutlich geirrt. Es gab in der Roten Armee eine 16. Schützendivision, doch diese gehörte zur Leningrader Front und beendete den Krieg im Baltikum.<a href="#_ftn38" name="_ftnref38">[38]</a> Vermutlich meinte er die zu seinem Korps gehörende 60. Schützendivision. Auf deren Lage er in seinem Bericht über die Vorbereitung des Angriffs kurz darauf eingeht.</p>
<blockquote><p>Auf einem schmalen Angriffsstreifen der 60. Schützendivision verteidigte sich der Gegner nordwestlich von Groß Glienicke und leistete unseren Truppen starken Feuerwiderstand.<br />
Bedeutende Kräfte der Potsdamer Garnison der Hitlertruppen wurden im Ergebnis der aktiven, kühnen und entschlossenen Handlungen unserer Nachbarn in die zu verteidigenden Gebiet verlegt – die Vorstädte Potsdams im Süden, Westen und Norden – wo sich schwere Kämpfe entwickelten. Unsere Nachbarn, die Potsdam von Nordwesten angriffen – die 328. Schützendivision von Oberst I. G. Pawlowskij und Teile des 9. Garde-Panzerkorps des Generalmajors der Panzertruppen N. D. Vedenejev – banden den Gegner mit ihren aktiven Handlungen im Raum Grube-Bornim. Von Süden rückte  aus dem Gebiet des Teltow die Garde-Panzerbrigade auf Potsdam vor.<a href="#_ftn39" name="_ftnref39">[39]</a></p></blockquote>
<p>Die erwähnte 328. Schützendivision gehörte zum 77. Schützenkorps der 47. Armee, zu deren Bestand auch Andrejews Korps zählte. Ihr Kommandeur war Oberst Iwan Grigorjewitsch Pavlovskij.<a href="#_ftn40" name="_ftnref40">[40]</a> Das 9. Garde-Panzerkorps<a href="#_ftn41" name="_ftnref41">[41]</a>, erst am 20. November 1944 aufgestellt, gehörte zur 2. Garde-Panzerarmee<a href="#_ftn42" name="_ftnref42">[42]</a> der Belorussischen Front. Kommandeur: Generalmajor der Panzertruppen Nikolai Denisowitsch Vedenejev.<a href="#_ftn43" name="_ftnref43">[43]</a> Welche Garde-Panzerbrigade hier gemeint ist, lässt sich nur anhand des Verlaufs der Kampfhandlungen dieser Front feststellen. Zur Auswahl stehen u.a. die 51., 52. und 53. Garde-Panzerbrigade der 3. Garde-Panzerarmee. Es soll sich aber um die 1. Garde-Panzerbrigade<a href="#_ftn44" name="_ftnref44">[44]</a> der 1. Garde-Panzerarmee<a href="#_ftn45" name="_ftnref45">[45]</a> der 1. Belorussischen Front gehandelt haben.</p>
<blockquote><p>Der für die Überquerung des Jungfernsees ausgewählte Bereich befand sich 500 bis 600 m nördlich von Cecilienhof. Das Schloss steht am Seeufer, umgeben von einem malerischen Park. Es wurde zu Beginn des Jahrhunderts für den deutschen Kronprinz Wilhelm und seine Frau Cecilie erbaut. Nach ihr wurde das im Stil eines englischen Landgutes geschaffene Schloss benannt. Das Ufer wurde nur von Wachpatrouillen gesichert. Der Gegner konzentrierte seine ganze Aufmerksamkeit auf Neu Fahrland, wo wir verstärkt mit der demonstrativen Vorbereitung der Überquerung des Sacrow-Paretzer-Kanals fortfuhren, der sich mit mit dem Fahrländer See und dem Schlänitzsee verbindet.<a href="#_ftn46" name="_ftnref46">[46]</a></p></blockquote>
<h2>Angriff über den Jungfernsee</h2>
<p>Am Morgen des 27. April griff die 328. Schützendivision aus Richtung Bornstedt Potsdams Innenstadt an. Parallel dazu erfolgte die Überquerung des Jungfernsees durch das 282. Schützenregiment.</p>
<blockquote><p>Am 27. April 1945, um 6.50 Uhr, bezogen die 123. Selbständige Panzerabwehrdivision und die Kanonenbataillone des 373. Artillerie-Regiments der 175. Schützendivision „im Eiltempo“ die früher vorbereiteten Feuerpositionen am Ufer des Jungfernsees. Mit gezieltem und starkem Feuer der Haubitzen- und Mörserbatterien zerstörten sie die entdeckten Feuerpunkte des Gegners und blendeten seine Beobachtungsposten.<br />
Mit dem Beginn der Artillerievorbereitung  überquerte das Angriffsbataillon des 282. Schützenregiments um 7.00 Uhr in den für sie eingesetzten Amphibienfahrzeugen ohne Verluste den See. Auf dem gegenüberliegenden Ufer, in Kampfformationen zusammengestellt, drängten die Sturmkompanien einzelne Gruppen des Gegners zurück. Ohne anzuhalten, stürmten unsere Infanteristen vorwärts.<br />
Die Schnelligkeit und Entschlossenheit der ersten Staffel, der dadurch erreichte Geländegewinn ermöglichten es den nachfolgenden Einheiten des 282. Schützenregiments, später auch des 277. Schützenregiments, unterstützt von starkem Feuer der Divisionsartillerie den See fast ohne Verluste zu überqueren.<a href="#_ftn47" name="_ftnref47">[47]</a></p></blockquote>
<p>Arlt/Stang beschreiben diesen Vorgang und die weiteren Ereignisse mit den folgenden Worten:</p>
<blockquote><p>Als am Morgen des 27. April die 328. SchtzDiv aus Richtung Bornstedt Potsdams Innenstadt angriff, forcierte das SchtzRgt ohne Artillerievorbereitung als erster Truppenteil zwischen Riesterhorn und Quapphorn den Jungfernsee. Dieses Vorhaben muß die deutschen Verteidiger so überrascht haben, daß die übersetzenden Einheiten des 282. SchtzRgt auf nur ganz geringen Widerstand stießen. Dem 282. SchtzRgt folgte in der 2. Staffel der Division das 277. SchtzRgt. Bereits um 9.30 Uhr kämpften beide Regimenter am Nordostrand Potsdam und um 12.30 Uhr besetzten sie die Ruine des Stadtschlosses. Bis 13.00 Uhr hatte die SchtzDiv das Stadtzentrum eingenommen. Unterstützt wuirde der Kampf der 175. SchtzDiv durch den Angriff eines Bataillons des 6. mechGardeK von der Teltower Vorstadt aus, das nach kurzer Artillerievorbereitung die Alte Fahrt forcierte.<a href="#_ftn48" name="_ftnref48">[48]</a></p></blockquote>
<p>Hanna Grisebach<a href="#_ftn49" name="_ftnref49">[49]</a>, die mit ihrem Mann und den zwei Kindern damals in der Wörtherstraße 3 (heute: Menzelstraße) in Nachbarschaft mit dem Verleger Ludwig Voggenreiter<a href="#_ftn50" name="_ftnref50">[50]</a> wohnte, hielt in einem Tagebuch ihre persönlichen Eindrücke dieser Tage fest.</p>
<blockquote><p>Die Kämpfe nähern sich nun unserem Stadtviertel. Die Russen haben bereits den Königswald am gegenüberliegenden Havelufer besetzt und bestreichen mit MGs unser Ufer. Ein Erkundungsgang meines Mannes mit mir ist recht unheimlich, wir müssen Deckung nehmen, denn sobald wir uns zum Wasserholen blicken lassen, fegt eine Maschinengewehrgarbe herüber. Deutsche Offiziere mit ihren Burschen haben sich bei uns einquartiert, verschwinden aber bald wieder und lassen nur einen großen Kochtopf zurück, der mir in der nächsten Zeit gute Dienste leistet. Wir kochen jetzt im Keller bei den Hausleuten, deren Stube vollgepfropft ist mit Flüchtlingen aus anderen Stadtvierteln, die bereits in russischer Hand sind. Ein Mädchen erzählt unter Tränen von ihrer Vergewaltigung, aber da sie dadurch zum Mittelpunkt des Interesses wird, scheint sie zugleich befriedigt über ihr Abenteuer.<br />
Plötzlich ziehen etwa 30 Volkssturmmänner in das Haus. Sie sind fast alle ohne Uniform, nur mit Gewehren alten Kalibers und Handgranaten ausgerüstet. Trotz meines lebhaften Protestes an der Haustür, daß unser Haus bereits mit Flüchtlingen überfüllt sei, läßt der Verleger N., ein alter überzeugter Parteigenosse, die Männer herein, und sie versperren nun den schmalen Kellergang, ihre Munition unter den Sitzbänken anhäufend! Es entsteht ein beängstigendes Gedränge im Dunkeln, und wir ziehen uns in unseren kleinen kleinen Kellerraum zurück. …<br />
Schon damals, noch während der Kämpfe, begann jenes sinnlos scheinende Hin- und Herströmen der verstörten Menschenmassen, die wie Ameisen durcheinanderwimmeln. Die einen liefen nach Westen, die anderen nach Osten, und zwar mit solcher Windeseile, als ob davon ihr Leben abhinge. Besonders die Nazis unter ihnen waren von Angst gehetzt. Wenn sie nicht längst auf und davon waren, wie die Familie des Kapitäns<a href="#_ftn51" name="_ftnref51"><strong>[51]</strong></a>, die ihr herrliches, uns benachbartes Haus mit allem Inventar im Stiche ließ, verschwanden sie noch im letzten Augenblick. So die Frau des genannten Verlegers. Er selbst war dadurch des letzten Halts beraubt, schenkte dem Polenmädchen Marja alle Kleider und den Schmuck seiner Frau und hoffte so gerettet zu werden. Doch sie &gt;&gt;türmte&lt;&lt; allein, um sich nach ihrem Heimatdorf bei Lublin durchzuschlagen, mußte aber wieder umkehren, wobei ihr die Schmuckstücke von den Russen geraubt wurden. Sie verschmähte es aber, Rache an ihrer Herrschaft zu üben, die sie einmal wegen angeblicher Arbeitsscheu ins Gefängnis hatte stecken lassen.<a href="#_ftn52" name="_ftnref52">[52]</a></p></blockquote>
<p>Spätestens um 8.30 Uhr werden sich – die Beschreibung von Andrejew interpretierend – die Hauptkräfte des 282. und des 277. Schützenregiments der Roten Armee am Landungspunkt in der Bertinistraße und im Neuen Garten befunden haben. Kommandeur des 277. Schützenregiments war Oberst Andrej Zakharowitsch Werin, seit März 1945 zugleich Stellvertreter des Kommandeurs der 175. Schützendivision. Die geringen Schäden in diesem Gebiet der Nauener Vorstadt verweisen auf die Glaubwürdigkeit der Aussagen Andrejews, was das gezielte Artilleriefeuer anbelangte. Die Artillerieschläge richteten sich vor allem auf das gegenüberliegende Ufer und vermutlich auch auf die Kasernenanlagen entlang der heutigen Bundesstraße 2 – die Roten und die Grauen Kasernen. Es ist ebenfalls möglich, dass sich um diese Zeit neben dem Regimentskommandeur des 282. Schützenregiments, Oberstleutant Lazebnikov, auch der Kommandeur der 175. Schützendivision, Generalleutnant Vydrigan, bereits auf der Potsdamer Seite aufhielt. Es ist ebenfalls davon auszugehen, da es offensichtlich nur geringen Widerstand gab, dass spätestens um 10 Uhr das Schloss Cecilienhof von Vydrigans Einheiten besetzt war und er dort seinen Führungspunkt eingerichtet hatte.</p>
<blockquote><p>Um 10.30 Uhr begann der umfassende Angriff auf Potsdam. Rechts griff das 277. Schützenregiment von Major Gennady Abramovich Vodovozov an. Links das 282. Schützenregiment von Oberst Nikolai Seliverstovich Lazebnikov. Unsere Einheiten stießen gezielt nach Süden vor und trennten dabei die nordwestlichen Gruppierungen des Gegners von den südöstlichen. Unterstützt wurde ihr Vormarsch von sie begleitenden Infanteriewaffen. Ohne sich in den Kampf um einzelne herrschaftliche Bauten einzulassen – Villen hochgestellter Adelsfamilien der preußischen Könige und Kaiser Deutschlands – , durch Parkanlagen stürzten die Schützenkompanien buchstäblich mit ihren Infanteriewaffen, unterstützt von den Pionieren, in das Stadtzentrum, trugen den Kampf auf die Straßen und die Plätze. Dabei eroberten sie das Marmorschloss – das Schloss der Dynastie Hohenzollern, des früheren Kaisers Wilhelm II., in dem bis Ende März 1945 sein Sohn August Hohenzollern lebte. Einheiten der 175. Schützendivision vertreiben den Gegner und eroberten den Bezirk um das Schloss San-Souci und die Garnisonkirche.<a href="#_ftn53" name="_ftnref53">[53]</a></p></blockquote>
<p>Die Angriffsrichtung wird aus Richtung Norden und von Neu Fahrland aus beschrieben. Danach bildete die heutige Bundesstraße 2 vermutlich die Trennlinie zwischen den beiden angreifenden Regimentern. Das 277. Schützenregiment kämpfte sich durch die Jägervorstadt und Bornstedt, den Park Sanssouci und die Brandenburger Vorstadt in das Stadtzentrum vor.<a href="#_ftn54" name="_ftnref54">[54]</a> Das 282. Schützenregiment durch den Neuen Garten, die Nauener Vorstadt und die Berliner Vorstadt.<br />
Mit dem „Marmorschloss“ meint Andrejew das Schloss Cecilienhof. „August Hohenzollern“ ist August Wilhelm von Preußen. Er wohnte vor seiner Flucht in Richtung Westen kurzzeitig im Schloss Cecilienhof. Und bei der genannten „Garnisonkirche“ kann es sich um die Friedenskirche im Park Sanssouci gehandelt haben.</p>
<blockquote><p>Der Vorstoß dieser Einheiten war für den Gegner derartig heftig und unerwartet, dass der Kommandostab der deutschen Truppen der Potsdamer Garnison gegen Mittag die Führung über seine nordwestlichen und südöstlichen Gruppierungen verlor und sie in Unordnung begannen, sich aus dem Stadtzentrum nach Westen und Südosten zurückzuziehen. Im Gebiet Nedlitz zerschlugen Einheiten des 277. Schützenregiments im Zusammenwirken mit der 33. Garde-Motschützenbrigade des 9. Garde-Panzerkorps vollständig die nördliche Truppengruppierung des Gegners. Die südliche wurde in zwei Richtungen zum Rückzug gezwungen: nach Südwesten in Richtung Geltow und nach Südosten in des Gebiet des Übergangs auf die Insel Wannsee.<br />
Um 13.00 Uhr hatte die 175. Schützendivision am 27. April 1945 im Zusammenwirken mit Einheiten des 9. Garde-Panzerkorps das Zentrum sowie die nördlichen und südlichen Teile Potsdams eingenommen.<a href="#_ftn55" name="_ftnref55">[55]</a></p></blockquote>
<p>Innerhalb eines halben Tages war der größte Teil Potsdams besetzt worden. Der Auftrag der Korpsgruppe Reymann, im Raum Potsdam einen Korridor als Flucht- bzw. Ausbruchsmöglichkeit aus Berlin offenzuhalten, war endgültig gescheitert. Im Lagebericht Ost des Oberkommandos des Heeres vom 28. April 1945 wurde das mit den Worten beschrieben: „…<em>mußte Potsdam dem mit überlegenen Pz.- und Inf.-Kräften angreifenden Feind überlassen werden.</em>“<a href="#_ftn56" name="_ftnref56">[56]</a></p>
<h2>Belagerung und Eroberung aus Süden und Südosten</h2>
<p>Am 22. April 1945 standen Panzer des 10. Panzerkorps der 1. Ukrainischen Front in Stahnsdorf und Güterfelde. Am 23. April war die Korpsgruppe Reymann „mit ihren schwachen Sicherungen auf die Seen-Engen um Potsdam zurückgeworfen“. <a href="#_ftn57" name="_ftnref57">[57]</a> In der Nacht zum 24. April gegen 1.00 Uhr rollten die ersten 3 Panzer vom Typ 34, begleitet von einem Schützenzug, bis zu der vor der Autobahnauffahrt Drewitz errichteten Panzersperre. In den Morgenstunden des 24. April besetzte das 3. Panzerbataillon der 63. Garde-Panzerbrigade des 10. Panzerkorps der 4. Garde-Panzerarmee von Güterfelde kommend einen großen Teil von Potsdam-Babelsberg. Bei den Kämpfen in Babelsberg verlor das 3. Panzerbataillon einen Panzer und hatte 3 Tote und 6 Verwundete zu beklagen.<br />
Bis zum 27. April besetzten die 61. und die 63. Garde-Panzerbrigade alle übrigen Teile von Babelsberg. Besonders heftige Kämpfe gab es im Umfeld des Schlosses Babelsberg. Nach sowjetischen Unterlagen kamen hier etwa 250 deutsche Soldaten und Offiziere ums Leben. Die mit der Infanterie eingesetzten zwei Panzerbataillone der 63. Garde-Panzerbrigade hatten 8 Tote und 16 Verwundete.</p>
<p>Am 24. April griff die 61. Garde-Panzerbrigade des 10. Panzerkorps von Bergholz-Rehbrücke aus entlang der Saarmunder Straße (heute: Heinrich-Mann-Allee) in Richtung Potsdam an.<a href="#_ftn58" name="_ftnref58">[58]</a></p>
<blockquote><p>Bis 9.00 Uhr besetzte ihre Vorausabteilung den Südostteil Potsdams, die Teltower Vorstadt. Ein weiteres Vorgehen über die Havel in das Stadtzentrum hinein wurde durch die Sprengung  der Langen Brücke und durch gegnerisches Feuer verhindert. Aus der Bewegung heraus und ohne infanterieunterstützung konnte die in den vorangegangenen Kämpfen erheblich geschwächte Panzerbrigade die Innenstadt nicht erreichen. Erst in der Nacht zum 26. April griff die 61. Garde-Panzerbrigade im Zusammenwirken mit einem auf Kraftfahrzeugen beschleunigt herangebrachten Schützenregiment der 350. Schützendivision erneut in Richtung Stadtzentrum an. Dabei forcierten zwar die Angreifer den Schiffahrtskanal, die Neue Fahrt, und erreichten die Freundschaftsinsel, doch kamen sie gegen das Feuer der deutschen Verteidiger nicht über die Alte Fahrt. Nach diesem Mißerfolg begnügten sie sich mit dem Erreichten, sicherlich vor allem um die Ankunft weiterer Kräfte abzuwarten.<a href="#_ftn59" name="_ftnref59">[59]</a></p></blockquote>
<p>Die am 24. April begonnene Beschießung Potsdams wurde am 26. April fortgesetzt, und intensiviert. Vor allem die als Beobachtungsstellen geeigneten Kirchtürme wurden von den auf dem Brauhausberg befindlichen Artilleristen beschossen. Die beim Bombenangriff auf Potsdam in der Nacht vom 14. zum 15. April 1945 nur leicht beschädigte Heiliggeistkirche brannte dabei völlig aus; die Nikolaikirche erlitt schwere Schäden an der Kuppel und am Mauerwerk. Getroffen wurde auch die bereits sehr stark in Mitleidenschaft gezogene Garnisonkirche. Am 25. April war im Gefolge des Artilleriebeschusses das vormalige Königliche Schauspielhaus bis auf die Umfassungsmauern ausgebrannt. Längs der Havel befindliche Straßenzüge und dort befindliche Lagerhäuser wurden ebenfalls zerstört.</p>
<p>Am 24. April 1945 hatten Einheiten der 1. Ukrainischen Front der Roten Armee die Randgebiete Potsdams im Süden bzw. Südosten erreicht. Am Morgen diesen Tages griffen zwei Brigaden (vermutlich die 61. und 62. Garde-Panzerbrigade)  des 10. Garde-Panzerkorps<a href="#_ftn60" name="_ftnref60">[60]</a> der 4. Garde-Panzerarmee<a href="#_ftn61" name="_ftnref61">[61]</a> gemeinsam mit der 350. Schützendivision<a href="#_ftn62" name="_ftnref62">[62]</a> des 27. Schützenkorps der 13. Armee<a href="#_ftn63" name="_ftnref63">[63]</a> aus dem Gebiet um die Ortschaft Drewitz an, eroberten Babelsberg und erreichten am Abend die Havel sowie den Griebnitzsee und den Teltow-Kanal. Da die Brücken zerstört waren, blieben die sowjetischen Einheiten vor den Gewässern stehen und bereiteten deren Überquerung vor. Die 350. Schützendivision wurde geführt von Generalmajor Grigorij Iwanowitsch Wechin<a href="#_ftn64" name="_ftnref64">[64]</a>.<br />
Am 25. April kämpften das 10. Garde-Panzerkoprs und die 350. Schützendivision im Raum Neubabelsberg-Kohlhasenbrück-Brück gegen die dort Berlin verteidigenden deutschen Truppen.  Die Einkreisung Berlins mit einem äußeren Ring war an diesem Tag vollendet, als das 6. Mechanisierte Gardekorps<a href="#_ftn65" name="_ftnref65">[65]</a> der 4. Garde-Panzerarmee um 12 Uhr, nach der Eroberung von Ketzin und Paretz, bei Uetz und Falkenrehde auf Teile der 328. Schützendivison des 77. Schützenkorps der 47. Armee traf.<br />
Die Kämpfe im Gebiet Neubabelsberg-Wannsee gingen auch am 26. April weiter, so dass die 4. Garde-Panzerarmee und die 350. Schützendivision nicht vorankamen. Parallel mit dem am Morgen des 27. April aus Richtung Norden eingeleiteten Großangriff auf Potsdam wurden auch die Kampfhandlungen im Südosten, Süden und Westen der Stadt forciert.<br />
Die Soldaten der über die Havel aus Richtung Süden in Potsdam eingedrungenen 61. Swerdlower-Lwower Garde-Panzerbrigade<a href="#_ftn66" name="_ftnref66">[66]</a> des 10. Garde-Panzerkorps trafen im Zentrum Potsdams, vermutlich am heutigen Platz der Einheit, mit den aus Richtung Norden kämpfend in die Stadtmitte gelangten Soldaten des 282. Swerdlower-Warschauer Schützenregiments zusammen. Vor ihnen soll aber bereits eine Einheit Aufklärer im Gebäude der Hauptpost mit dem 282. Schützenregiment zusammengetroffen sein.<a href="#_ftn67" name="_ftnref67">[67]</a> Es könnte sich dabei um Angehörige der 416. Selbständigen Aufklärungskompanie der 350. Schützendivision gehandelt haben, die aus Richtung Babelsberg in Potsdams Zentrum gelangt waren.<a href="#_ftn68" name="_ftnref68">[68]</a></p>
<h2>Die ersten sowjetischen Stadtkommandanten von Potsdam</h2>
<p>Nach der Einnahme der östlichen Stadtteile und des Zentrums von Potsdam meldete der Kommandeur des 282. Schützenregiments, Oberstleutnant Nikolai Seliverstovich Lazebnikov, über Funk seinem Divisionskommandeur,  Generalmajor Zakhari Petrowitsch Vydrigan, die  Erfüllung der ihm gestellten Kampfaufgabe. Darauf erhielt Lazebnikov den Befehl: „<em>Das eroberte Gebiet bis zum Eintreffen der Hauptkräfte der Division halten. Dabei jedoch darauf achten, dass die Berliner Gruppierung der deutschen Truppen versuchen wird, das Regiment heftig zu attackieren, um den Weg nach Westen freizuhalten.</em>“ Vydrigan beauftragte den Oberstleutnant zugleich, die Funktion des Stadtkommandanten von Potsdam zu übernehmern bis zu einer weiteren Entscheidung über deren Besetzung nach Eintreffen des Divisionsstabes im Stadtzentrum. Da Nikolai S. Lazebnikov aber noch mit der Bekämpfung von gegnerischen Gruppen im Stadtzentrum befasst war, übertrug er die Einrichtung der Stadtkommandantur seinem Stabschef, Major N. P. Smirnow, dem Politstellvertreter des Regiments, Oberleutnant Lebedjew, und dem Dolmetscher, Oberleutnant A. I. Lewin.<br />
Die Interimstätigkeit der provisorischen Potsdamer Stadtkommandantur, die vermutlich bis Anfang Mai 1945 von den vorstehend genannten Personen geführt wurde und dann provisorisch auf Oberstleutnant Andrej Sacharowitsch Werin, Stellvertreter des Kommandeurs der 175. Schützendivision, überging  wurde am 15. Mai 1945 mit der offiziellen Ernennung Werins durch den Befehlshaber der 1. Belorussischen Front, Marschall Georgij K. Shukow, zum Stadtkommandanten von Potsdam beendet.<a href="#_ftn69" name="_ftnref69">[69]</a></p>
<h2>Die Übergabe des &#8222;Potsdamer Stadtschlüssels&#8220;</h2>
<p>Gegen 12 Uhr hatte der Kommandeur der 175. Schützendivision, Generalmajor Zakhari Petrovich Vydrigan, am 27. April 1945 – die Kämpfe im Stadtzentrrum waren noch in vollem Gange – seinem Korpskommandeur, Generalmajor Andrej M. Andrejew, mitgeteilt, dass sich in dem von ihm besetzten Schloss Cecilienhof Vertreter des Potsdamer Magistrats mit Schlüsseln eingefunden hätten und diese übergeben wollten. Vydrigan wurde von Andrejew beauftragt, die Schlüssel zu übernehmen.</p>
<p>In seinen 1984 erschienen Erinnerungen beschreibt Andrejew, wie er die Schlüsselübergabe erlebt hat.</p>
<blockquote><p>Am Mittag war ich Augenzeuge und Teilnehmer eines Ereignisses im Cecilienhof. Der Kommandeur der 175. Schützendivision, Generalmajor Zakhar Petrovich Vydrigan, erhielt von Vertretern des Potsdamer Magistrats Schlüssel aus dem Kaiserpalast. „Ich bin erfreut über die Ehre, mit der großen Mission hierher zu kommen &#8211; das deutsche Volk vom faschistischen Joch zu befreien – und nun die Schlüssel zu übernehmen“, sagte der General fest. „… Sehr geehrte Vertreter des Magistrats von Potsdam! Im September 1941 forderte Ihr Führer, dass die Stadt Leningrad mit ihren historischen Denkmälern vom Erdboden verschwindet. Die Leningrader überlebten und gewannen, obwohl die Nazis in der Nähe der Stadt Paläste, Kunstgalerien und Parks zerstörten &#8211; die historischen Werte des sowjetischen Volkes. Krieger der Roten Armee werden niemals mit den faschistischen Kannibalen verglichen werden können und werden niemals die Würde der Sowjetbürger verlieren. Die Rote Armee ist eine Befreiungsarmee, die Armee des großen sowjetischen Volkes, das die Welt vor der Sklaverei der Nazis gerettet hat. <a href="#_ftn70" name="_ftnref70">[70]</a></p></blockquote>
<p>1965 stellte der Korrespondent des Zentralorgans des sowjetischen Jugendverbandes „Komomolskaja Pravda“ nach einem Gespräch mit dem damals 67jährigen Vydrigan – der zwei Jahre später verstarb – den Vorgang wie folgt dar:</p>
<blockquote><p>Der Schlüssel von Potsdam wurde Generalmajor S. P. Vydrigan, Kommandeur der Division, die Potsdam im April 1945 erstürmt hat, von Repräsentanten des Bürgermeisters ausgehändigt.“ Dieser lakonische Text und der mit Initialen verzierte Schlüssel selbst ziehen die Aufmerksamkeit der Besucher des Historischen Museums Cherson auf sich.<br />
Der Museumsführer, an den wir uns mit der Bitte wandten, die Geschichte dieses Exponats zu erzählen, schlug vor, sich doch selbst mit Sachar Petrowitsch Vydrigan zu treffen – der Generalmajor, inzwischen im Ruhestand, wohnt in Cherson.<br />
… Mit dem ersten Bataillon landete auch General Vydrigan am feindlichen Ufer. Den Widerstand der Verteidiger überwindend besetzte die Division die Stadt. In Panik flüchtete die Besatzung der Garnison. Gegen Mittag wehte die Rote Fahne vom Familienschloss der deutschen Imperatoren, der letzten Festung der Feinde. Und hier übergab der erschrockene zitternde Vertreter des Potsdamer Bürgermeisters sich tief verneigend dem General den Schlüssel der Stadt.<br />
So ergab es sich, beendete Sachar Petrowitsch seine Erzählung, dass der traditionelle Schlüssel, der die Öffnung der Festungstore symbolisiert, den Ring um Berlin schloss. Denn genau in Potsdam trafen wir auf die Kämpfer der Ersten Ukrainischen Front, die Hitlers Hauptstadt von Süden eingekreist hatten. <a href="#_ftn71" name="_ftnref71">[71]</a></p></blockquote>
<p>Als seine Memoiren erschienen, war Andrejew 79 Jahre alt. Vermutlich waren sie ein Baustein der Vorbereitung auf den 40. Jahrestag des Endes des Großen Vaterländischen Krieges im Jahr 1985. Ob wirklich alles so abgelaufen ist, wie von ihm geschildert, lässt sich nicht nachprüfen. Aber er war dabei und somit Zeitzeuge. Das trifft auch für den nachfolgenden von ihm beschriebenen Vorgang zu.</p>
<blockquote><p>Nach der Zeremonie der Schlüsselübergabe (der jetzt in General Vydrigans Heimat im Chersoner Regionalmuseum für örtliche Geschichte aufbewahrt wird) verließen wir zusammen mit den Vertretern des Magistrats den Palast. Wie absichtlich kam eine Kolonne gefangener deutscher Soldaten und Offiziere evorbei. Eine junge deutsche Frau schluchzte am Palastplatz in einer Menge von Anwohnern. Zakhar Petrovich, der missmutig seinen Budjonny-Schnurrbart drehte, befahl dem Dolmetscher, herauszufinden, was da los sei. Zwei ältere Frauen traten vor. Sie fielen sich gegenseitig ins Wort und sagten: In der Kolonne der Kriegsgefangenen ist ein junger deutscher Bräutigam und sie weint, weil sie ihn nie wieder sehen wird. Der General befahl, die Kolonne anzuhalten und den Bräutigam zu finden. Heraus trat trat ein ziemlich ramponiert aussehender, sehr junger Soldat. Nachdem Zakhar Petrovich das Mädchen gerufen hatte, nahm er die Hände der jungen Menschen und wünschte ihnen Glück.<br />
Lautes Stimmengewirr unter den erstaunten gefangenen Soldaten. Ergriffen wischten sich Einheimische die Tränen weg. Eine der Frauen verbeugte sich vor dem russischen General und sagte: „Wir werden diesen Augenblick nie vergessen! Gestatten Sie mir, in die Stadtteile zu gehen, in denen die Deutschen noch Widerstand leisten. Ich und andere Frauen werden ihnen sagen, dass die Russen nicht so sind, wie Goebbels sie geschildert hat.“ Nach ungefähr einer Stunde kehrten die Frauen zurück. Sie berichteten, dass der Hitleroberst bereit ist, den Widerstand einzustellen und sich dem russischen General mit dem langen Schnurrbart zu ergeben.</p></blockquote>
<p>Um 12 Uhr hatte Vydrigan seinen Korpskommandeur über den Wunsch der Schlüsselübergabe informiert.  Interessant ist, wie dieser Wunsch an Vydrigan selbst herangetragen wurde und vor allem durch wen. Eine Rolle dabei könnte der zum Zeitpunkt der Besetzung des Schlosses Cecilienhof dort anwesende Privatsekretär des Kronprinzen Wilhelm von Preußen, Arthur Berg, gespielt haben. Zumindest gewährte ihm die sowjetische Besatzungsmacht auch nach der Einnahme Potsdams viel Handlungsfreiheit. Möglicherweise trug auch seine Bekanntschaft mit dem Obermagistratsrat Dr. Friedrich Bestehorn<a href="#_ftn72" name="_ftnref72">[72]</a> dazu bei, der seit dem 25. April als Oberbürgermeister von Potsdam wirkte. Berg war 1945 im Alter von 56 Jahren, Bestehorn 57 Jahre alt und nicht nur Verwaltungsfachmann, sondern tief in der Geschichte verhafteteter Historiker. Möglicherweise hatte Berg die Zeremonie der Schlüsselübergabe Bestehorn telefonisch suggeriert. Um mit dieser symbolischen Geste die Angreifer für sich einzunehmen. Was anfänglich auch funktioniert hat – kurzzeitig bei Bestehorn<a href="#_ftn73" name="_ftnref73">[73]</a>, über ein Jahr lang bei Berg.</p>
<p>Oberbürgermeister Hans Friedrichs (NSDAP)<a href="#_ftn74" name="_ftnref74">[74]</a> hatte sich am 23. April mit NSDAP-Gauleiter Emil Stürtz<a href="#_ftn75" name="_ftnref75">[75]</a> und dem NSDAP-Kreisleiter Karl Scholze<a href="#_ftn76" name="_ftnref76">[76]</a> sowie dem Polizeipräsidenten Heinrich von Dolega-Kozierowski<a href="#_ftn77" name="_ftnref77">[77]</a> und verschiedenen Dezernenten der Stadtverwaltung in Richtung Westen abgesetzt. Die Geschäfte des Oberbürgermeisters übte seit dem 25. April Obermagistratsrat Dr. Friedrich Bestehorn aus. Für die Leitung der von ihren Chefs verlassenen Verwaltungsressorts hatte er „ die fähigsten älteren Berufsbeamten aus(gesucht), die auch politisch im nationalsozialistischen Staat nie aktiv hervorgetreten waren.“ Bestehorn wohnte in der Allee nach Sanssouci 5. Vermutlich hielt er sich am 27. April im Gebäude des Regierungspräsidenten (heute: Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Potsdam, Friedrich-Ebert-Straße 79/81) auf, da das Stadtschloss – der eigentliche Sitz der Stadtverwaltung – zerstört war. Aber was soll ihn bewogen haben, sich während der Kämpfe in das Schloss Cecilienhof zu begeben? Oder war er dort hingebracht worden? Aber wer soll gewusst haben, dass er die Amtsgeschäfte des Oberbürgermeisters ausübte? Zwischen dem Beginn der sowjetischen Offensive um 10.30 Uhr und der Information über die gewünschte Schlüsselübergabe waren gerade 90 Minuten vergangen! Arthur Berg war das bekannt.</p>
<figure id="attachment_2181" aria-describedby="caption-attachment-2181" style="width: 617px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Potsdamer-Schluessel.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2181 " src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Potsdamer-Schluessel-300x124.jpg" alt="" width="617" height="255" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Potsdamer-Schluessel-300x124.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Potsdamer-Schluessel-1536x635.jpg 1536w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Potsdamer-Schluessel-768x318.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Potsdamer-Schluessel-1024x423.jpg 1024w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Potsdamer-Schluessel.jpg 1710w" sizes="auto, (max-width: 617px) 100vw, 617px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2181" class="wp-caption-text">Der am 27. April 1945 an die Rote Armee übergebene &#8222;Potsdamer Schlüssel&#8220;.</figcaption></figure>
<p>Der Zeitraum zwischen der Besetzung von Schloss Cecilienhof (zwischen 8.30 Uhr und 9.30 Uhr), dem Beginn der sowjetischen Offensive (10.30 Uhr) und der Übermittlung des Wunsches der Schlüsselübergabe (12.00 Uhr) spielt auch eine Rolle, wenn es um die Antwort auf die Frage geht: Wie erfolgte die Auswahl des Schlüssels und was für einer wurde übergeben. Einen offiziellen Stadtschlüssel gab es in Potsdam nicht. Bestehorn hatte zu diesem Zeitpunkt nur Zugriff auf die in seinen Büroräumen befindlichen Schlüssel und Berg auf die im Schloss Cecillienhof. Die Reite des Schlüssels, d.h. der Griff, war kunstvoll gestaltet, mit einem Katzenkopf bzw. einer Maske im Zentrum. Es wirkt aber verspielt und weist eher auf die Bewohner von Schloss Cecilienhof hin als auf die doch sehr sachlich und korrekt agierenden Beamten der Stadtverwaltung bzw. des Regierungspräsidiums.<br />
Eine Antwort auf die vorstehenden Fragen und Vermutungen liefert das Journal der Kampfhandlungen der 175. Schützendivision für den Zeitraum 1. bis 30. April 1945, in dem es zum 27. April 1945 heißt:</p>
<blockquote><p>Um 12 Uhr war der Beobachtungspunkt des Kommandeurs der Division schon im nordöstlichen Gebiet Potsdams, im Schloss der Dynastie des vormaligen Kaisers von Deutschland, Wilhelm II. Hohenzollern, in dem bis Ende März 1945 sein Sohn August Hohenzollern wohnte. Der Schlüssel zum Schloss wurde dem Divisionskommandeur vom Kommandeur des 2. Bataillons des 282. Schützenregiments übergeben, das das Schloss eingenommen hatte und im Verlauf des Tages im südlichen Bereich Potsdams vorging.<a href="#_ftn78" name="_ftnref78">[78]</a></p></blockquote>
<p>Das Schloss Cecilienhof diente dem Komandeur und dem Stab der 175. Schützendivision vom 27. bis zum 30. April 1945 (bzw. bis zum 1. Mai) als Kommandopunkt. Das und die vor allem im südöstlichen Bereich des Neuen Gartens bis Ende April geführten Kämpfe müssen Auswirkungen auf die Bewohner des Schlosses Cecilienhof sowie weiterer im Neuen Garten befindlicher Wohnhäuser gehabt haben.</p>
<p>Viel Pathos und Theatralisches enthält die Beschreibung der Szene, die sich vor dem Schloss Cecilienhof abgespielt haben soll. Man kann es als nachträgliche Propaganda abtun, andererseits sind die vorhergehenden Beschreibungen von Andrejew weitgehend sachlich gehalten und enthalten durch offizielle Dokumente bestätigte Fakten. Doch auch dafür hält der schon vorstehend zitierte Bericht für den 27. April Erklärungen bereit:</p>
<blockquote><p>In der Nacht wurden in der Stadt kleinere Gruppen des Gegners liquidiert und zum Morgen des 28.4.45 wurde Potsdam vollständig gesäubert. In den Kämpfen um Potsdam verlor der Gegner:<br />
Tote –  bis zu 100 Soldaten und Offiziere, Gefangene – 398 Soldaten und Offiziere, darunter auch ein Oberst des Luftfahrtministeriums…<a href="#_ftn79" name="_ftnref79">[79]</a></p></blockquote>
<p>Am 27. April 1945, 13 Uhr, waren Babelsberg, die Nauener Vorstadt, die Jägervorstadt, die Innenstadt und die Teltower Vorstadt von der Sowjetarmee eingenommen. In der Brandenburger Vorstadt, im südlichen Teil des Neuen Gartens und in der Berliner Vorstadt gingen die Kämpfe weiter.</p>
<h2>Letzte Kämpfe in der Berliner Vorstadt</h2>
<p>In der Berliner Vorstadt hatten sich aus den umkämpften und danach besetzten Stadtgebieten abgedrängte bzw. ausgewichene Teile der Potsdamer Besatzung verschanzt. Rund 300 Mann sollen es gewesen sein, vorwiegend Volkssturmmänner mit Gewehren älterer Bauart und Handgranaten. Aber auch ein Trupp SS-Männer unter Führung eines SS-Sturmbannführers sowie Angehörige der Polizei. Sie verfügten über etwa 50 Maschinengewehre, mindestens 26 Geschütze unterschiedlichsten Kalbers und wenigstens 2 Sturmgeschütze. Das von dieser Kampfgruppe gehaltene Gebiet hatte als Grenzen die Havel im Süden, die Behlertstraße im Westen, die Straßen am Rand des Neuen Gartens im Norden und den Jungfernsee im Osten. Verschanzt hatte sie sich vorwiegend in den Kasernen am Westende des Gebietes, entlang des Heiligen Sees und des Hasengrabens sowie im Bereich der Glienicker Brücke.<br />
Am 28. April begann die 75. Schützendivision von Generalmajor Vydrigan mit dem Angriff auf die Berliner Vorstadt. Geführt wurden die Angriffshandlungen von dem im Schloss Cecilienhof befindlichen Kommandopunkt der Einheit.<br />
Das 2. Bataillon des 277. Schützenregiments der Division griff südöstlich vom Schloss Cecilienhof an, vermutlich ab dem Grünen Haus und auf dem Teilstück des Neuen Gartens zwischen Heiligem See und Jungfernsee. Am Hasengraben stieß es auf Widerstand. Um diesen zu brechen, wurden vom Neuen Garten aus Granatwerfer und leichte Artillerie sowie Scharfschützen eingesetzt. Da es in der Berliner Vorstadt kaum Zerstörungen gab, werden die Geschosse konzentriert auf die deutsche Verteidigungslinie abgefeuert worden sein.</p>
<p>Hanna Grisebach beschreibt den Vorgang mit ihren Worten:</p>
<blockquote><p>Der 28. April, ein Sonntag, bringt die entscheidenden letzten Kämpfe. Granatwerfer, im Neuen Garten aufgestellt, und leichte Artillerie beschießen unsere Wohnviertel, dazu Tiefflieger mit ihren MGs und Scharfschützen. Unter Lebensgefahr holen wir die notwendigen nahrungsmittel aus der Wohnung. Als meine Tochter bei einem solchen Gang oben in der Küche ist, hört sie das Heulen einer Granate, sieht wie die Soldaten draußen auf der Straße sich zur Erde werfen  &#8211; und schon steckt das Geschoß in der decke, sie mit Mörtel und Staub überschüttet. Es ist ein Blindgänger, und äußerlich ruhig, als ob nichts geschehen ist, kommt sie zu uns in den Keller.<br />
Inzwischen ist, zu unser aller Schrecken, eine Horde von SS-Männern unter Führung eines &gt;&gt;Sturmbannführers&gt;&gt; ins Haus gerückt. Sein Adjutant hatte uns oft durch die zynische Roheit seiner Erzählungen im Luftschutzkeller über die Verteidigung Posens Abscheu eingeflößt. Nun brachte er durch die Einquartierung das Leben von mindestens fünfzig Menschen in höchste Gefahr. Quälende Spannung bemächtigte sich unser, ob die SS wohl aus den Fenstern feuern würde, dann wären wir später von den Russen erschossen und das Haus eingeäschert worden: Wir wußten von gleichen Maßnahmen anderwärts. Ein Freund meines Sohnes in Berlin war das unschuldige Opfer davon geworden.<br />
Einmannlöcher wurden vor unseren Kellerfenstern in den Garten gegraben und uns unter Androhung der Erschießung verboten, die weiße Fahne zu hissen. In der gegenüberliegenden Villa, die Frau von B. mit fünf Töchtern bewohnte<a href="#_ftn80" name="_ftnref80">[80]</a>, rissen wutentbrannte SS-Leute die herausgehängten Bettlaken herunter. Mein Mann versuchte Frau von B. zu verteidigen, er mußte aber ins Haus zurückfliehen, um nichts selbst ergriffen zu werden, &#8211; ich schlug geistesgegenwärtig die schwere Eichentür den Verfolgern vor der Nase zu. Im selben Augenblick setzt ein heftiges Bombardement ein, unser Keller bebt unter den vielen Einschlägen. Oft dringt der Rauch der Explosionen zu uns herein, wir ziehen zum Schutz gegen Splitter dicke Wolldecken über die Köpfe und pressen uns an Wand und Boden, aber der Keller hält! Er hat seine Feuerprobe bestanden.<br />
Nicht lange danach stürzen zwei Schwerverwundete herein: Es sind der SS-Mann Sch. Und ein Polizeiwachtmeister. Sie kriechen auf allen Vieren, Blutspuren nach sich ziehend, werden rasch verbunden und auf Wagen über die Brücke abtransportiert. Herr Sch. nimmt seine Tochter mit, die er als Rote-Kreuz-Schwester mit Windjacke, Stahlhelm und Armbinde ausstaffiert hat. Gerade hatte dieses Mädchen, das wir die &gt;&gt;Jungfrau von Orleans&lt;&lt; nannten, die Granaten verächtlich als &gt;&gt;kleine harmlose Dinger&gt;&gt; bezeichnet – nun machten sie ihren Vater für Jahre, wenn nicht für immer, zum Krüppel. Später soll der NKWD der Russen ihn lange in einem der Lazarette gesucht haben, konnte ihn aber nicht finden, da er wie alle SS-Leute über doppelte Papiere verfügte.<br />
In zwölfter Stunde verlassen endlich Volkssturm und SS das Haus, die unerträglich gestiegene Spannung läßt nach und wir atmen auf. Von welcher Seite der Befehl zur Räumung ausgegangen war, bleibt uns unbekannt, obwohl der Stab des Generals L. im Hause schräg gegenüber<a href="#_ftn81" name="_ftnref81">[81]</a> liegt. Dies gibt mir Gelegenheit, als unfreiwillige Zeugin ein Gespräch zwischen dem General und seinem Adutanten zu belauschen, während sie vor unserem Kellerfenster auf und ab gehen, so daß ich ihre hin- und herschreitenden Füße sehen kann. Es handelt sich um die nie zu lösende Frage: Kapitulieren oder weiterkämpfen? Der Major tritt für das Aufgeben des doch zwecklosen Kampfes ein, der General in altem preußischem Pflichtgefühl kanzelt ihn ab und erwidert etwas scharf, aber mit tiefer Überzeugung in der Stimme: „Ich werde jedenfalls bis zum letzten Augenblick hier helfen!“ Damit ist der jüngere Offizier gedemütigt, niedergeschlagen geht er langsam aus dem Hofe.<br />
Die Russen rücken nun vom Neuen Garten her an, die kleine Brücke über den sog. Hasengraben ist hart umfochten, die Villen daran sind in Brand geschossen, Flammen und Rauch steigen in langer Zeile empor. Wir hören die letzten noch übriggebliebenen Verteidiger ihre Gewehre laden und schießen, dann der Ruf: „Zurück, der Russe kommt!“ Kurz darauf donnert es unsere Haustür, aber erst gegen Morgen dringt der erste Russe in den Keller. Für uns bedeutet das, daß wir uns nicht mehr in unmittelbarem Kampfgebiet befinden. Draußen aber geht die Schlacht um Berlin weiter, und die Abschüsse der schweren Artillerie von der nahen Brückenstellung aus erschüttern unser Haus. Bei einem raschen Inspektionsgang konstatieren wir zwei Treffer in Küche und Wohnzimmer, dessen Decke durchschlagen ist. Fast alle Fenster sind zerbrochen. Die Scheibenreste klopfen wir heraus und werfen sie zu einem großen Glashaufen auf die Straße.<a href="#_ftn82" name="_ftnref82">[82]</a></p></blockquote>
<p>Hannah von Bredow, die mit ihren noch zu Hause befindlichen vier Töchtern in der Wörtherstraße 15 (Menzelstraße 15) wohnte, schilderte ihrem Bruder in einem Brief den von Hanna Grisebach beschriebenen Vorgang um die aus ihrem Haus hängenden weißen Tücher wie folgt:</p>
<blockquote><p>Und plötzlich entstand in einer Feuerpause vor meinem Haus ein Menschenauflauf. S.S.-Kerle, Zivilisten, Weiber aller Artt brüllten nach mir. Ich ging ans Fenster: &#8222;An die Laterne die Verräterin! Handgranaten ins Haus! Weiße Fahnen! Solche Weiber sollte man zerreißen!&#8220; Immer mehr Leute sammelten sich an. Mich ergriff eine ganz große Wut. Ich beugte mich heraus und rief: &#8222;Scheren sie sich alle zum Teufel! Schämen Sie sich selber! Was liegt hier in der Straße herum? Gewehre, Monturen, Uniformen, Koppel, Munition! Wer bettelt um Zivilkleider? Die S.S.! Wer ist feige? Sie alle! Glauben Sie, dass ich meine Töchter diesem Wahnsinn opfern will? Wenn Sie mir beweisen können, dass die Russen noch nicht da sind, werde cih die Fahnen einziehen, werde sie aber sofort heraushängen, wenn die ersten Russen kommen.&#8220;<a href="#_ftn83" name="_ftnref83">[83]</a></p></blockquote>
<p>Hintergrund des Handelns von Frau von Bredow war die am 27. April in Potsdam umlaufende Nachricht vom Einmarsch der Roten Armee. Doch das bezog sich auf andere Teile der Stadt, noch nicht auf die Berliner Vorstadt.</p>
<p>Der Angriff der Roten Armee kam am Hasengraben zum Stocken und wurde erst am 29. April wieder aufgenommen. Generalmajor Vydrigan plante einen Hauptangriff zwischen der Gotischen Bibliothek und dem Westende des Hasengrabens über den Heiligen See in Kombination mit einem erneuten Angriff des 277. Schützenregiments entlang des Hasengrabens sowie mit einem Vorstoß des 282. Schützenregiments aus dem Bereich des Gaswerks an der Schiffbauergasse heraus. Das 282. hatte das Gaswerk am 28. April gegen 20.00 Uhr mit zwei Bataillonen eingenommen und sich dort festgesetzt. Vydrigan konzentrierte am Westufer des Sees, vermutlich im Umfeld des Marmorpalais, ein Bataillon mit Schwimmfahrzeugen, das den See überwinden und einen Schlag in die Flanke des Gegners führen sollte. Sowohl des 277. SchtzRgt als auch das 282. SchtzRgt waren nicht erfolgreich. Gegen 19.00 Uhr mussten sie zwei Gegenangriffe abwehren, die gegen das 277. mit 150 Mann und 2 Sturmgeschützen und gegen das 282. ebenfalls mit 150 Mann und 3 Sturmgeschützen geführt wurden. Die Gegenangriffe scheiterten unter erheblichen Verlusten auf der deutschen Seite, was dazu führte, dass die sowjetischen Truppen dann doch noch erfolgreich waren.</p>
<blockquote><p>In der Nacht zum 30. April gelang dann der Stoß über den Heiligen See bei gleichzeitigem Angriff von den beiden anderen Seiten. Im Zusammenwirken mit dem 3. Bataillon des 277. SchRgt nahm das 282. SchtzRgt unter Einbsatz von Artillerie im direkten Richten die Berliner Vorstadt bis 1.00 Uhr ein. Etwa 160 deutsche Soldaten und Offiziere waren gefallen, 140, darunter ein Oberst, gaben sich gefangen. Ein weiterer Teil der deutschen Besatzung von Potsdam zog sich über die Glienicker Brücke auf die Insel Wannsee zurück, während die Brücke durch ein einschlagendes Geschoß vorzeitig zerstört wurde.<a href="#_ftn84" name="_ftnref84">[84]</a></p></blockquote>
<p>Hanna Grisebach hat in der Nacht vom 29. zum 30. April in ihrem Keller in der Wörtherstraße 3 den ersten Soldaten der Roten Armee gesehen haben.</p>
<blockquote><p>Als dann in der Nacht des 29. April der erste Russe in unser Haus drang, fungierte Marja in sehr verständiger Weise als Dolmetscherin und rettete unsern Sohn durch den Hinweis auf seine Krankheit vor Belästigungen. Ihr Brotherr<a href="#_ftn85" name="_ftnref85"><strong>[85]</strong></a> war durch die Ereignisse so gebrochen, daß er auf die Frage meines Mannes, was er tun würde, wenn die Russen kämen, antwortete: Ich werde den Hut ziehen und sagen „Guten Tag, meine Herren“. Dies war, so grotesk es uns erschien, ernst gemeint. Er wurde jedoch nach wenigen Tagen von dem NKWD abgeholt und nach Rußland abtransportiert. Sein Geschick ist tragisch zu nennen, weil er ein Opfer der falschen Ideologie des Nazismus wurde und viel Gutes und echter Idealismus in dem Manne steckten. In normalen Zeiten wäre er ein geachtetes und sozial in aufbauendem Sinne wirkendes Mitglied des Bürgertums geblieben.<a href="#_ftn86" name="_ftnref86">[86]</a></p></blockquote>
<p>In der Wörtherstraße 15, dem Haus von Hannah von Bredow und ihren Töchtern, wurde der erste Soldat der Roten Armee am 30. April registriert.</p>
<blockquote><p>Nun ging es ununterbrochen: Russen, Russen, und ich versteckte die Mädel oben im blauen Zimmer. Die Russen lieben keine Treppen.<a href="#_ftn87" name="_ftnref87">[87]</a></p></blockquote>
<p>Hannah von Bredows Biograph, Reiner Möckelmann, fasste die weiteren Erlebnisse aus ihren Tagebucheintragungen wie folgt zusammen.</p>
<blockquote><p>Einen gewissen Schutz boten Hannah von Bredow der bei ihr wohnende Sydney Jessen<a href="#_ftn88" name="_ftnref88">[88]</a> und der Diplomat Maximilian von Engelbrechten<a href="#_ftn89" name="_ftnref89">[89]</a>. So setzte Engelbrechten auf die Liebe der Russen zur Musik, als ein betrunkener Soldat Jessen im Haus mit einer Pistole bedrohte. Mit Takten aus einer Arie von Haydns „Schöpfung“ beruhigte er den Angreifer und ermöglichte Hannah, ihre vier Töchter im Alter zwischen 19 und 26 Jahren im Obergeschoss zu verstecken. Einen Tag darauf fehlten nach Verlassen von 14 russischen „Übernachtungsgästen“ allerdings Teppiche, Schuhe und Wertgegenstände. Ein Protest in der russischen Kommandantur und der Hinweis auf dieselbe gegenüber weiteren russischen Eindringlingen erbrachte zumindest Schutz gegen erneute Übergriffe.<a href="#_ftn90" name="_ftnref90">[90]</a></p></blockquote>
<p>Am 30. April waren gegen heftigen Widerstand auch die Brandenburger Vorstadt, Eiche und Golm eingenommen worden. Am 1. Mai verdrängten die sowjetischen Truppen die letzten deutschen Einheiten aus dem Gebiet Pirschheide-Wildpark über die Baumgartenbrücke von der Insel Potsdam.</p>
<p>Bei der Heftigkeit der im Gebiet Neuer Garten – Berliner Vorstadt geführten Kämpfe ist es erstaunlich, dass es diese unzerstört überstand. Mögliche Schäden müssen so geringfügig gwesen sein, dass sie keine Aufnahme in die Bestandsübersicht von Wohnhäusern in der Stadt Potsdam vom 28. Mai 1947<a href="#_ftn91" name="_ftnref91">[91]</a> fanden.</p>
<p>Das Haus Neue Königstraße 62 (heute: Berliner Straße 86), „Villa Schöningen“ überstand den Krieg ebenfalls ohne größere Schäden. Bewohnt wurde es zum Zeitpunkt der Kämpfe von Hausangestellten der Eigentümerfamilie Wallich, der Köchin und drei Hausmädchen. Die Eigentümer hatten das Haus ab 1939 nicht mehr aufgesucht. Zeitweilig wurde das Haus von der Roten Armee genutzt, um dort verwundete Soldaten unterzubringen. Das war vermutlich ab dem 29. April der Fall. <a href="#_ftn92" name="_ftnref92">[92]</a></p>
<p>Einer ausführlicheren Untersuchung wert wäre das Haus Schwanenallee 10. Es befindet sich kurz vor der Schwanenbrücke und lag während der Kämpfe Ende April 1945 mitten im Zentrum derselben. Sein Eigentümer war zu diesem Zeitpunkt Oberregierungsrat Dr. Hermann Albrecht. Albrecht war noch im Jahr 1949, als alle anderen Häuser der Schwanenallee von der Besatzungsmacht vereinnahmt worden waren, als Eigentümer im Adressbuch eingetragen. Als „Oberregierungsrat a. D.“.<br />
Hermann Albrecht war am 6. August 1881 geboren worden und verstarb am 28. März 1965 in Potsdam. Sein Grab befindet sich auf dem Neuen Friedhof in der Heinrich-Mann-Allee.<a href="#_ftn93" name="_ftnref93">[93]</a><br />
Seit 1915 ist der 34jährige Jurist Hermann Albrecht im Potsdamer Adressbuch verzeichnet: Dr. jur. und Gerichtsassessor sowie wohnhaft Neue Königstraße 82. Dort wohnt er auch 1917, nunmehr als Regierungsassessor. 1919 ist der Regierungsrat Hermann Albrecht in der Wörther Str. 6 zu finden, wo er auch 1922 als Oberregierungsrat wohnt. 1925 ist er Eigentümer der Schwanenallee 9/10. 1922 hieß die Eigentümerin Lisbeth Frick, Witwe. Für 1938 ist Albrecht im Adressbuch als in Misdroy<a href="#_ftn94" name="_ftnref94">[94]</a> wohnend und mit 57 Jahren als noch beruflich tätig verzeichnet.<br />
In seiner Freizeit befasste er sich mit der Natur, und er war mit dem Staudenzüchter Karl Foerster befreundet. 1935 erschien ein von Hermann Albrecht verfasster Beitrag mit dem Titel „<em>Landschaftsgestaltung an der Ostseeküste. Vom Zauber der Dünen, von Menschen- und Weltseele</em>“. Die Freundschaft mit Karl Foerster hat vermutlich den Ursprung in der beruflichen Tätigkeit ihrer Väter, Wilhelm Foerster<a href="#_ftn95" name="_ftnref95">[95]</a> und Carl Theodor Albrecht<a href="#_ftn96" name="_ftnref96">[96]</a>, und in der freundschaftlichen Beziehung ihrer Familien. Carl Theodor Albrecht wohnte mit seiner Familie auf dem Telegrafenberg, wo er am 31. August 1915 verstarb.<br />
Hermann Albrecht erwarb das Grundstück, auf dem der Maurermeister Albert Lüdicke 1874 für den Kaufmann Paul Eckert ein kleines Sommerhaus baute. Der Hoflieferant Eckert besaß in der Schwertfegerstraße 13 ein „Magazin f. Haus u. Küchengeräthe“. 1995 wird das Haus wie folgt beschrieben:</p>
<blockquote><p>Dadurch erwarb er sich vermutlich auch das Privileg, so nahe am Heiligen See, in der zur Krone gehörenden, &gt;&gt;von der Schwanenbrücke im Neuen Garten nach der Glienicker Brücke führenden Chaussee&lt;&lt; sein Sommerhaus erbauen zu dürfen. Das kleine eingeschossige Haus, das an der Rückseite schlimme Auswucherungen durch immer wieder neue Anbauten aus späterer Zeit zeigt, hat einen giebelbekrönten Mittelrisalit, dem ein Altan vorgelagert ist. Dieser wurde später zur glasüberdachten Veranda ausgebaut. Der Kranz im Giebelfeld, noch mehr aber die Loggia mit ihrem reichen plastischen Schmuck, den schönen Figurenkapitellen und den drei Reliefmedaillons mit den munter agierenden Putten, die heute unter dem Glasdach versteckt sind, lassen erkennen, daß dieses Haus einst wohl mehr war als ein bescheidenes Sommerhaus. Dafür spricht auch das pfeilergeschmückte, mehrfach erweiterte Gartenhaus aus gelbem Backstein direkt an der Grundstücksgrenze zur Schwanenallee 11, ein mittlerweile völlig zugewachsener Bau, von dem aus sich ursprünglich ein weiter Ausblick nach Norden auf den Jungfernsee bis nach Sacrow bot.<a href="#_ftn97" name="_ftnref97">[97]</a></p></blockquote>
<p>Dass in der Architekturbeschreibung keine während des Krieges entstandenen Schäden benannt werden, grenzt an ein Wunder, angesichts der dort stattgefundenden Kämpfe.</p>
<h2>Anmerkungen</h2>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Shukow, G. K.: Erinnerungen und Gedanken. In: Volksarmee, Sonderausgabe Nr. 4,. S. 111.</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Zur<strong> 47. Armee</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/47-%D1%8F_%D0%B0%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%8F_(%D0%A1%D0%A1%D0%A1%D0%A0)">https://ru.wikipedia.org/wiki/47-%D1%8F_%D0%B0%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%8F_(%D0%A1%D0%A1%D0%A1%D0%A0)</a> ; <a href="https://web.archive.org/web/20110425185202/http:/bdsa.ru/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=2818&amp;Itemid=28">https://web.archive.org/web/20110425185202/http://bdsa.ru/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=2818&amp;Itemid=28</a></p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> Vgl. Shukow, a.a.O., S. 113.<br />
Am 24. April hatte die 47. Armee, die nördlich an Berlin vorbeigestoßen war und nun nach Südwesten zur Schließung des Ringes um Berlin einschwenkte, zurückweichende deutsche Kräfte verfolgt und mit ihrem 77. Schützenkorps Nauen erreicht.<br />
Um 20 Uhr erhielt die 328. Schützendivision des 77. Schützenkorps den Auftrag, mit der 65. Panzerbrigade der 2. Panzerarmee und dem 21. Leichten Artillerieregiment die Stadt anzugreifen und einzunehmen. Offensichtlich weurden in der nacht aber nur einige Panzer mit aufgesessener Infanterie in Marsch gesetzt. Sie bekämpften und beseitigten gegnerische Straßensperren, die um diese Zeit nur von wenigen Volkssturmmännern besetzt waren.<br />
Um 22.10 Uhr trafen die Spitzen des 1103. Schützenregiment der 328. Schützendivision, das auf der Straße Markee-Etzin-Ketzin vorgerückt war, am Nordrand von Ketzin auf eine Einheit der 35. Garde-Motschützenbrigade des 6. Mechanisierten Panzerkorps der 4. Garde-Panzerarmee der 1. Ukrainischen Front. Nach einer anderen Quelle soll das Zusammentreffen um 23.30 Uhr erfolgt sein.<br />
Am Morgen des 25. April folgten die Hauptkräfte der 328. Schützendivision. Auf der Straße Bredow-Wustermark-Falkenrehde erreichte gegen 10.00 Uhr die zum Teil auf Panzern aufgesessene Infanterie südlich von Marquardt das Nordufer des Sacrow-Paretzer Kanals. Die Straßenbrücke und vermutlich auch die wenige hundert Meter weiter westlich gelegene Eisenbahnbrücke waren gesprengt bzw. vermint. Mögliche Übersetzstellen sicherten die auf der Südseite liegenden deutschen Truppenteile mit Maschinengewehr- und Granatwerferfeuer. Die sowjetischen Einheiten antworteten mit Geschützfeuer und versuchten den Kanal zu überqueren. Bis 13.00 Uhr war ein Bataillon des 1107. Schützenregiments der 328. Schützendivision übergesetzt. Die übrigen Einheiten folgten. Bis 20.00 Uhr erreichten die Spitzen der Division Bornim. Damit schwere Kampftechnik (Panzer, Geschütze, Lastkraftwagen) nachgeführt werden konnte, wurde über den Sacrow-Paretzer-Kanal eine Behelfsbrücke errichtet.<br />
(Vgl. Arlt, Kurt/Stang, Werner: Kampf um Potsdam Ende April 1945. In: Brandenburg im Jahr 1945. Studien. Herausgegeben von Werner Stang unter Mitarbeit von Kurt Arlt, Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, Potsdam 1995, S. 175 f.)<br />
Die Autoren hatten 1995 die Möglichkeit, Unterlagen zu verwenden, die im Zentralarchiv des Ministeriums für Verteidigung der Russischen Föderation liegen sowie aus dem Bundesarchiv-Militärarchiv/Militärisches Zwischenarchiv Potsdam. Es ist bis heute die faktenreichste und am sachlichsten gehaltene Arbeit über die Kämpfe um und in Potsdam im April 1945.</p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> Zur Person von <strong>Franz Josifowitsch Perchorovitsch</strong>: <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9F%D0%B5%D1%80%D1%85%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87,_%D0%A4%D1%80%D0%B0%D0%BD%D1%86_%D0%98%D0%BE%D1%81%D0%B8%D1%84%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9F%D0%B5%D1%80%D1%85%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87,_%D0%A4%D1%80%D0%B0%D0%BD%D1%86_%D0%98%D0%BE%D1%81%D0%B8%D1%84%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a> Zur Person von <strong>Iwan Nikolajewitsch Koroljow</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%BB%D1%91%D0%B2,_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%BB%D1%91%D0%B2,_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87</a><br />
sowie<br />
<a href="http://www.podvignaroda.ru/filter/filterimage?path=VS/422/033-0686046-0044%2B010-0041/00000332.jpg&amp;id=46810440&amp;id1=f0b46a0804cc79c060d250ca5b12e125">http://www.podvignaroda.ru/filter/filterimage?path=VS/422/033-0686046-0044%2B010-0041/00000332.jpg&amp;id=46810440&amp;id1=f0b46a0804cc79c060d250ca5b12e125</a></p>
<p><a href="#_ftnref6" name="_ftn6">[6]</a> Zur Person von <strong>Grigori Sergejewitsch Lukjanenko</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9B%D1%83%D0%BA%D1%8C%D1%8F%D0%BD%D1%87%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE,_%D0%93%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B9_%D0%A1%D0%B5%D1%80%D0%B3%D0%B5%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9B%D1%83%D0%BA%D1%8C%D1%8F%D0%BD%D1%87%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE,_%D0%93%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B9_%D0%A1%D0%B5%D1%80%D0%B3%D0%B5%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87</a><br />
sowie<br />
<a href="https://1941g.wordpress.com/about/%D0%B3%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D1%80%D0%B0%D0%BB%D1%8B-%D0%B8-%D0%B0%D0%B4%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%B0%D0%BB%D1%8B-%D0%BB/%D0%BB%D1%83%D0%BA%D1%8C%D1%8F%D0%BD%D1%87%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE-%D0%B3%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B9%D1%81%D0%B5%D1%80%D0%B3%D0%B5%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%871902-1967/">https://1941g.wordpress.com/about/%D0%B3%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D1%80%D0%B0%D0%BB%D1%8B-%D0%B8-%D0%B0%D0%B4%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%B0%D0%BB%D1%8B-%D0%BB/%D0%BB%D1%83%D0%BA%D1%8C%D1%8F%D0%BD%D1%87%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE-%D0%B3%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B9%D1%81%D0%B5%D1%80%D0%B3%D0%B5%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%871902-1967/</a></p>
<p><a href="#_ftnref7" name="_ftn7">[7]</a> Vgl. Shukow, S. 113.</p>
<p><a href="#_ftnref8" name="_ftn8">[8]</a> Zur Person von <strong>Grigori Wasiljewitsch Godin</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%93%D0%BE%D0%B4%D0%B8%D0%BD,_%D0%93%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B9_%D0%92%D0%B0%D1%81%D0%B8%D0%BB%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%93%D0%BE%D0%B4%D0%B8%D0%BD,_%D0%93%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B9_%D0%92%D0%B0%D1%81%D0%B8%D0%BB%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref9" name="_ftn9">[9]</a> Zur <strong>328. Schützendivision</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/328-%D1%8F_%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B4%D0%B8%D0%B2%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%8F_(2-%D0%B3%D0%BE_%D1%84%D0%BE%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%8F)">https://ru.wikipedia.org/wiki/328-%D1%8F_%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B4%D0%B8%D0%B2%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%8F_(2-%D0%B3%D0%BE_%D1%84%D0%BE%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%8F)</a></p>
<p><a href="#_ftnref10" name="_ftn10">[10]</a> Zur Person von <strong>Iwan Grigorjewitsch Pavlovskij</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9F%D0%B0%D0%B2%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD_%D0%93%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D1%80%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87_(%D0%B3%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D1%80%D0%B0%D0%BB)">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9F%D0%B0%D0%B2%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD_%D0%93%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D1%80%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87_(%D0%B3%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D1%80%D0%B0%D0%BB)</a></p>
<p><a href="#_ftnref11" name="_ftn11">[11]</a> Zur <strong>132. Schützendivision</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/132-%D1%8F_%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B4%D0%B8%D0%B2%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%8F">https://ru.wikipedia.org/wiki/132-%D1%8F_%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B4%D0%B8%D0%B2%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%8F</a></p>
<p><a href="#_ftnref12" name="_ftn12">[12]</a> Zur Person von <strong>Iwan Wladimirowitsch Solowjow</strong>:<br />
https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A1%D0%BE%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D1%8C%D1%91%D0%B2,_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD_%D0%92%D0%BB%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87_(%D0%93%D0%B5%D1%80%D0%BE%D0%B9_%D0%A1%D0%BE%D0%B2%D0%B5%D1%82%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%B3%D0%BE_%D0%A1%D0%BE%D1%8E%D0%B7%D0%B0)</p>
<p><a href="#_ftnref13" name="_ftn13">[13]</a> Zum <strong>125. Schützenkorps</strong>:<br />
<a href="http://www.edinainedelima.ru/sssr/korpusa/125-j-strelkovyj-korpus-sssr/">http://www.edinainedelima.ru/sssr/korpusa/125-j-strelkovyj-korpus-sssr/</a></p>
<p><a href="#_ftnref14" name="_ftn14">[14]</a> Andrejew, Andrej M.: Ot pervogo mgnoveniya, Moskva (Voyenizdat) 1984, S. 53.</p>
<p><a href="#_ftnref15" name="_ftn15">[15]</a> Am 25. April 1945 wurde der Eigentümer des Hotels „Adlon“ in Berlin, Louis Adlon, in Neu Fahrland von Angehörigen der Roten Armee festgenommen und zum Stab der 47. Armee nach Falkensee gebracht. Adlon hielt sich in der seiner Ehefrau gehörenden Villa, die „Villa Adlon“ auf und wurde vermutlich Opfer eines sprachlichen Mißverständnisses. Am 7. Mai 1945 ist er in Falkensee im Alter von 71 Jahren unter bislang ungeklärten Umständen verstorben. (Vgl. dazu: <a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/familiensitz-in-neu-fahrland-adlons-schicksalsvilla/7608424.html">https://www.tagesspiegel.de/berlin/familiensitz-in-neu-fahrland-adlons-schicksalsvilla/7608424.html</a>)</p>
<p><a href="#_ftnref16" name="_ftn16">[16]</a> Zur Person von <strong>Andrej Matwejewitsch Andrejew</strong>:<br />
<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Andrey_Matveyevich_Andreyev">https://en.wikipedia.org/wiki/Andrey_Matveyevich_Andreyev</a></p>
<p><a href="#_ftnref17" name="_ftn17">[17]</a> Zur <strong>60. Schützendivision:</strong><br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/60-%D1%8F_%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B4%D0%B8%D0%B2%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%8F_(2-%D0%B3%D0%BE_%D1%84%D0%BE%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%8F)">https://ru.wikipedia.org/wiki/60-%D1%8F_%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B4%D0%B8%D0%B2%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%8F_(2-%D0%B3%D0%BE_%D1%84%D0%BE%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%8F)</a></p>
<p><a href="#_ftnref18" name="_ftn18">[18]</a> Zur Person von <strong>Georgij St. Iwanow</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2,_%D0%93%D0%B5%D0%BE%D1%80%D0%B3%D0%B8%D0%B9_%D0%A1%D1%82%D0%B5%D0%BF%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2,_%D0%93%D0%B5%D0%BE%D1%80%D0%B3%D0%B8%D0%B9_%D0%A1%D1%82%D0%B5%D0%BF%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref19" name="_ftn19">[19]</a> Zur <strong>76. Schützendivision</strong>:<br />
<a href="http://www.pobeda1945.su/division/967">http://www.pobeda1945.su/division/967</a></p>
<p><a href="#_ftnref20" name="_ftn20">[20]</a> Zur Person von <strong>Andrej Nikititsch Gervasijew</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%93%D0%B5%D1%80%D0%B2%D0%B0%D1%81%D0%B8%D0%B5%D0%B2,_%D0%90%D0%BD%D0%B4%D1%80%D0%B5%D0%B9_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%B8%D1%82%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%93%D0%B5%D1%80%D0%B2%D0%B0%D1%81%D0%B8%D0%B5%D0%B2,_%D0%90%D0%BD%D0%B4%D1%80%D0%B5%D0%B9_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%B8%D1%82%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref21" name="_ftn21">[21]</a> Zur <strong>175. Schützendivision</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/175-%D1%8F_%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B4%D0%B8%D0%B2%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%8F_(3-%D0%B3%D0%BE_%D1%84%D0%BE%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%8F)">https://ru.wikipedia.org/wiki/175-%D1%8F_%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B4%D0%B8%D0%B2%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%8F_(3-%D0%B3%D0%BE_%D1%84%D0%BE%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%8F)</a></p>
<p><a href="#_ftnref22" name="_ftn22">[22]</a> Zur Person von <strong>Zakhari Petrowitsch Vydrigan</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%92%D1%8B%D0%B4%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%B0%D0%BD,_%D0%97%D0%B0%D1%85%D0%B0%D1%80%D0%B8%D0%B9_%D0%9F%D0%B5%D1%82%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%92%D1%8B%D0%B4%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%B0%D0%BD,_%D0%97%D0%B0%D1%85%D0%B0%D1%80%D0%B8%D0%B9_%D0%9F%D0%B5%D1%82%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref23" name="_ftn23">[23]</a> <a href="http://www.pobeda1945.su/division/12124">http://www.pobeda1945.su/division/12124</a></p>
<p><a href="#_ftnref24" name="_ftn24">[24]</a> Vgl. Andrejew, Andrej M., a.a.O., S. 52.<br />
Die ihm zur Verfügung gestellten topographischen Karten waren in den ersten Monaten des Jahres 1945 erstellt worden. Genutzt wurden dafür aber Informationen aus deutschen Karten, deren jüngste von 1937 bzw. 1938 waren. Teilweise wurden auch weitaus ältere Karten in die Herstellung der eigenen einbezogen.</p>
<p><a href="#_ftnref25" name="_ftn25">[25]</a> Ebenda.</p>
<p><a href="#_ftnref26" name="_ftn26">[26]</a> Der Führungspunkt der 47. Armee befand sich seit dem 21. April 1945 in einem in Falkensee gelegenen Objekt. Nach der Eintragung in einer operativen Karte kommen zwei Objekte in Betracht:  Villa Rheinstraße 86 (https://www.schacher-immobilien.de/objekte/beeindruckend-schoenes-jugendstil-juwel-von-1898-in-spitzenlage-von-falkensee-falkenhain_2385.php) bzw. die heutige Forstschule Finkenkrug (https://falkenseeaktuell.de/2013/05/09/forstschule-finkenkrug-kummert-sich-um-die-weiterbildung-lernende-forster/).</p>
<p><a href="#_ftnref27" name="_ftn27">[27]</a> Ebenda.<br />
Friedhild-Andrea Anders schrieb 1999:<br />
<em>Die politische Führung der DDR gefiel sich darin, die Rote Armee zu glorifizieren. Die Sowjetarmee habe den Park von Sanssouci umgangen, um die Schlösser zu schützen, hieß es bereits 1951 in der Zeitung „Märkische Union“. Bei jedem runden Jahrestag der Befreiung vom Faschismus wurde die angebliche Rettungstat der Sowjetsoldaten weiter ausgeschmückt bis hin zur Erfindung eines Spezialbefehls von Stalin zum Schutz von Sanssouci. Um den Antagonismus von Roter Armee und faschistischer Wehrmacht noch stärker zu unterstreichen, wurde die Verminung von Sanssouci durch fanatische Nazis erfunden. Die angebliche Authentizität schien sich durch biographische Skzizzen beteiligter sowjetischer offiziere zu bestätigen. Sowjetunion und DDR hielten ihre Archivbestände und die Menschen ihre Erinnerungen unter Verschluß. Was war wirklich in den letzten Kriegstagen um und in Sanssouci geschehen?</em><br />
Anders, Friedhild-Andrea: Schlösser in der Stunde Null. Die Berliner und Potsdamer schlösser während der Kriegs- und Nachkriegszeit, Potsdam 1999, S. 35.<br />
Als sie dies niederschrieb, lagen die Erinnerungen von Generalmajor Andrejew schon seit 15 Jahren als Veröffentlichung vor. Wie auch weitere Publikationen, die Details zum Kampf um Potsdam im April 1945 enthielten. Aber keine davon wurde weder ausgewertet noch wenigstens erwähnt. Wie sie schreibt, stützte sie sich bei der Schilderung der Kampfhandlungen im Wesentlichen auf eine Publikation von Arlt/Stang aus dem Jahr 1995. (Vgl.  Anders, Friedhild-Andrea, a.a.O., S. 106, Anm 56.)<br />
Gemeint ist folgendes Buch: Arlt, Kurt/Stang, Werner: Kampf um Potsdam Ende April 1945. In: Brandenburg im Jahr 1945. Studien, hrsg. von Werner Stang unter Mitarbeit von Kurt Arlt, Potsdam 1995, S. 167-194.</p>
<p><a href="#_ftnref28" name="_ftn28">[28]</a> ЦАМО, Ф. 359. О. 20165сс. Д 9. Л. 213-217.</p>
<p><a href="#_ftnref29" name="_ftn29">[29]</a> ЦАМО, Ф. 309. О. 20165сс. Д. 9. Л. 217.</p>
<p><a href="#_ftnref30" name="_ftn30">[30]</a> ЦАМО, Ф. 418. О. 74132с. Д. 12. Л. 109-116.</p>
<p><a href="#_ftnref31" name="_ftn31">[31]</a> Ebenda, S. 53.<br />
<em>In der Nacht des 26. Juli wurde Bornstedt von russischen Truppen aus nördlicher Richtung besetzt. In erbitterten Kämpfen zogen sich die deutschen Soldaten nach Potsdam zurück. Nach einem von der deutschen Verteidigung nicht erwarteten Übersetzen von Einheiten der Roten Armee über den Jungfernsee auf die Insel Potsdam befanden sich russische Truppen im Neuen Garten. Nach tagelangem Beschuß, bei dem die Ruinen der Altstadt restlos zerstört wurden, gelang den russischen Kampftruppen ein Übersetzen über die Havel. Die Altstadt wurde besetzt und die deutsche Verteidigung aufgespalten. Ein Teil verschanzte sich in der Berliner Vorstadt, der zweite setzte sich in der Brandenburger Vorstadt fest.</em><br />
Anders, Friedhild-Andrea, a.a.O., S. 38</p>
<p><a href="#_ftnref32" name="_ftn32">[32]</a> Zum <strong>286. Motorisierten Bataillon besonderer Bedeutung</strong>:<br />
<a href="https://www.moypolk.ru/soldier/yakovlev-artemiy-yakovlevich">https://www.moypolk.ru/soldier/yakovlev-artemiy-yakovlevich</a><br />
sowie<br />
<a href="https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&amp;q=%D0%9E%D0%A1%D0%9D%D0%90%D0%97">https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&amp;q=%D0%9E%D0%A1%D0%9D%D0%90%D0%97</a></p>
<p><a href="#_ftnref33" name="_ftn33">[33]</a> Arlt, Kurt/Stang, Werner: Kampf um Potsdam Ende April 1945. In: Brandenburg im Jahr 1945. Studien. Herausgegeben von Werner Stang unter Mitarbeit von Kurt Arlt, Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, Potsdam 1995, S. 179.</p>
<p><a href="#_ftnref34" name="_ftn34">[34]</a> Zur <strong>175. Schützendivision</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/175-%D1%8F_%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B4%D0%B8%D0%B2%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%8F_(3-%D0%B3%D0%BE_%D1%84%D0%BE%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%8F)">https://ru.wikipedia.org/wiki/175-%D1%8F_%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B4%D0%B8%D0%B2%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%8F_(3-%D0%B3%D0%BE_%D1%84%D0%BE%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%8F)</a></p>
<p><a href="#_ftnref35" name="_ftn35">[35]</a> Andrejew, Andrej M., a.a.O., S. 53.</p>
<p><a href="#_ftnref36" name="_ftn36">[36]</a> Arlt, Kurt/Stang, Werner, a.a.O., S. 179.</p>
<p><a href="#_ftnref37" name="_ftn37">[37]</a> Zur Person von <strong>Nikolai Seliverstovich Lazebnikov</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9B%D0%B0%D0%B7%D0%B5%D0%B1%D0%BD%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%B2,_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B9_%D0%A1%D0%B5%D0%BB%D0%B8%D0%B2%D0%B5%D1%80%D1%81%D1%82%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9B%D0%B0%D0%B7%D0%B5%D0%B1%D0%BD%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%B2,_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B9_%D0%A1%D0%B5%D0%BB%D0%B8%D0%B2%D0%B5%D1%80%D1%81%D1%82%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a><br />
sowie<br />
<a href="https://pamyat-naroda.ru/heroes/podvig-chelovek_nagrazhdenie30078040/">https://pamyat-naroda.ru/heroes/podvig-chelovek_nagrazhdenie30078040/</a></p>
<p><a href="#_ftnref38" name="_ftn38">[38]</a> Zur <strong>16. Schützendivision</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/16-%D1%8F_%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B4%D0%B8%D0%B2%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%8F_(2-%D0%B3%D0%BE_%D1%84%D0%BE%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%8F)">https://ru.wikipedia.org/wiki/16-%D1%8F_%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B4%D0%B8%D0%B2%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%8F_(2-%D0%B3%D0%BE_%D1%84%D0%BE%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%8F)</a></p>
<p><a href="#_ftnref39" name="_ftn39">[39]</a> Andrejew, Andrej M., a.a.O.</p>
<p><a href="#_ftnref40" name="_ftn40">[40]</a> Zur Person von <strong>Iwan Grigorjewitsch Pavlovskij</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9F%D0%B0%D0%B2%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD_%D0%93%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D1%80%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87_(%D0%B3%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D1%80%D0%B0%D0%BB)">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9F%D0%B0%D0%B2%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD_%D0%93%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D1%80%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87_(%D0%B3%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D1%80%D0%B0%D0%BB)</a></p>
<p><a href="#_ftnref41" name="_ftn41">[41]</a> <strong>Zum 9. Garde-Panzerkorps</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/9-%D0%B9_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9_%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D1%8B%D0%B9_%D0%BA%D0%BE%D1%80%D0%BF%D1%83%D1%81">https://ru.wikipedia.org/wiki/9-%D0%B9_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9_%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D1%8B%D0%B9_%D0%BA%D0%BE%D1%80%D0%BF%D1%83%D1%81</a></p>
<p><a href="#_ftnref42" name="_ftn42">[42]</a> <strong>Zur 2. Garde-Panzerarmee</strong>:<br />
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/2._Garde-Panzerarmee">https://de.wikipedia.org/wiki/2._Garde-Panzerarmee</a><br />
sowie<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/2-%D1%8F_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B0%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%8F">https://ru.wikipedia.org/wiki/2-%D1%8F_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B0%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%8F</a>; <a href="http://www.2gvta.ru/">http://www.2gvta.ru/</a></p>
<p><a href="#_ftnref43" name="_ftn43">[43]</a> Zur Person von <strong>Nikolai Denisowitsch Vedenejev</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%92%D0%B5%D0%B4%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D0%B5%D0%B2,_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B9_%D0%94%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D1%81%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%92%D0%B5%D0%B4%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D0%B5%D0%B2,_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B9_%D0%94%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D1%81%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref44" name="_ftn44">[44]</a> Zur <strong>1. Garde-Panzerbrigade</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/1-%D1%8F_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B1%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%B0%D0%B4%D0%B0">https://ru.wikipedia.org/wiki/1-%D1%8F_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B1%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%B0%D0%B4%D0%B0</a></p>
<p><a href="#_ftnref45" name="_ftn45">[45]</a> Zur <strong>1. Garde-Panzerarmee</strong><br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/1-%D1%8F_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B0%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%8F#1-%D1%8F_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B0%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%8F">https://ru.wikipedia.org/wiki/1-%D1%8F_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B0%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%8F#1-%D1%8F_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B0%D1%80%D0%BC%D0%B8%D1%8F</a></p>
<p><a href="#_ftnref46" name="_ftn46">[46]</a> Andrejew, Andrej M., a.a.O., S. 53.</p>
<p><a href="#_ftnref47" name="_ftn47">[47]</a> Andrejew, Andrej M., a.a.O.</p>
<p><a href="#_ftnref48" name="_ftn48">[48]</a> Arlt, Kurt/Stang, Werner, a.a.O., S. 179 f.</p>
<p><a href="#_ftnref49" name="_ftn49">[49]</a> Zur Person von <strong>Hanna Grisebach</strong>:<br />
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hanna_Grisebach">https://de.wikipedia.org/wiki/Hanna_Grisebach</a>.  Ihre Erinnerungen erschienen unter dem Titel: Grisebach, Hanna: Potsdamer Tagebuch. Mit einem Nachwort von Hilde Domin, Heidelberg 1974.</p>
<p><a href="#_ftnref50" name="_ftn50">[50]</a> Zum Verleger <strong>Ludwig Voggenreiter</strong>:<br />
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Voggenreiter_Verlag">https://de.wikipedia.org/wiki/Voggenreiter_Verlag</a> sowie <a href="https://www.voggenreiter.de/custom/index/sCustom/47">https://www.voggenreiter.de/custom/index/sCustom/47</a>.<br />
Ludwig Voggenreiter hatte mit seiner Frau Josepha eine Wohnung im Haus Wörtherstraße 3 und war zugleich Eigentümer des Hauses Wörtherstraße 18, in dem sich der Verlag befand. Hanna Grisebach erwähnt ihn in ihren Erinnerungen auf S. 28 f., kürzt seinen Namen (warum auch immer) mit dem Buchstaben „N.“ ab. Ludwig Voggenreiters Bruder, Hermann, mit dem er gemeinsam den Verlag betrieb wohnte Auf dem Kiewitt 32. Josepha Voggenreiter betrieb in der Brandenburger Straße 23 ein Geschäft für Bekleidung und Sportausrüsrtung.</p>
<p><a href="#_ftnref51" name="_ftn51">[51]</a> Welche „Kapitäns“-Familie Hanna Grisebach hier erwähnt, lässt sich nicht nachvollziehen. Nach dem Potsdamer Adressbuch von 1938/39 gab es in den benachbarten Häusern keine Eigentümer, auf die diese Beschreibung zutreffen könnte.</p>
<p><a href="#_ftnref52" name="_ftn52">[52]</a> Grisebach, Hanna, a.a.O., S. 27-29.</p>
<p><a href="#_ftnref53" name="_ftn53">[53]</a> Andrejew, Andrej M., a.a.O., S. 53 f.</p>
<p><a href="#_ftnref54" name="_ftn54">[54]</a> Eine starke Verteidigungslinie entstand auf der Höhe Wildpark – Neues Palais – Straße nach Eiche. Vom 24. Zum 25. April hatte sich kurzzeitg der Führungsstab der Potsdamer Verteidigung, die Korpsgruppe Reymann, im Neuen Palais einquartiert. Er wurde abgelöst durch den Abschnittskommandanten des Verteidigungsbereiches Potsdam. Sowjetische Tieffliegerangriffe am 23. und 26. April sollten die deutsche Verteidigungsfront aufweichen.<br />
Der Schloßoberinspektor des Neuen Palais hörte am 26. und 27. April die erbitterten Kämpfe im Park Sanssouci und am Neuen Palais. Er war besonders beunruhigt, befanden sich doch über 1.000 Personen in den Kellerräumen des Neuen Palais. Am 28. April begannen sowjetische Panzer, das Neue Palais und die Communs zu beschießen. Auf das Angebot eines russischen Parlamentärs, das Neue Palais zu übergeben, durfte der Abschnittskommandeur n icht eingehen. Seine Stellung sollte gehalten werden. Erst als er sich abgesetzt hatte, konnte der Schloßoberinspektor am Kellereingang die weiße Fahne zeigen. Wäre sie auf dem Dach des Neuen Palais angebracht worden, hätten möglicherweise deutsche Truppen das Schloß beschossen.</p>
<p><a href="#_ftnref55" name="_ftn55">[55]</a> Ebenda, S. 54.</p>
<p><a href="#_ftnref56" name="_ftn56">[56]</a> Vgl. Arlt, Kurt/Stang, Werner, a.a.O., S. 180 f.</p>
<p><a href="#_ftnref57" name="_ftn57">[57]</a> Vgl. Tagesmeldung der Heeresgruppe Weichsel vom 24. April 1945. BA-MA/MZwA, WF-03/5088, Bl. 131.</p>
<p><a href="#_ftnref58" name="_ftn58">[58]</a> Vgl. Arlt, Kurt/Stang, Werner, a.a.O., S. 172 u. 174.</p>
<p><a href="#_ftnref59" name="_ftn59">[59]</a> Ebenda, S. 174.</p>
<p><a href="#_ftnref60" name="_ftn60">[60]</a> Zum <strong>10. Garde-Panzerkorps</strong>:<br />
<a href="http://tankfront.ru/ussr/tk/gvtk10.html">http://tankfront.ru/ussr/tk/gvtk10.html</a><br />
Zum Bestand des 10. Garde-Panzerkorps gehörten folgende Einheiten:<br />
61. Swerdlowsker Garde-Panzerbrigade, 62. Molotowsker Garde-Panzerbrigade,  63. Tscheljabinsker Garde-Panzerbrigade, 29. Garde-Motschützenbrigade, 299. Granatwerferregiment, 1621. Selbständiges Artillerieregiment, 7. Garde-Motorradbataillon, 152. Selbständiges Garde-Nachrichtenbataillon, 131. Selbständige Pionierbataillon, 141. Selbständige Chemische Abwehrkompanie, 769. Selbständige Motorisierte Tankkompanie, 266. Feldreparaturbasis für Panzer, 267. Feldreparaturbasis für Lastkraftwagen, Luftverbindungseinheit, 48. Motorisierte Feldbäckerei, 1930. Feldkasse der Staatsbank, 2737. Feldpoststation.<br />
Kommandeur war Jewtichij Jemeljanowitsch Below. (<a href="http://tankfront.ru/ussr/persons/gen-tv/BelovYeYe.html">http://tankfront.ru/ussr/persons/gen-tv/BelovYeYe.html</a>)</p>
<p><a href="#_ftnref61" name="_ftn61">[61]</a> Zur <strong>4. Garde-Panzerarmee</strong>:<br />
<a href="http://tankfront.ru/ussr/ta/gvta4.html">http://tankfront.ru/ussr/ta/gvta4.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref62" name="_ftn62">[62]</a> Zur <strong>350. Schützendivision</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/350-%D1%8F_%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B4%D0%B8%D0%B2%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%8F">https://ru.wikipedia.org/wiki/350-%D1%8F_%D1%81%D1%82%D1%80%D0%B5%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B4%D0%B8%D0%B2%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%8F</a><br />
Zum Bestand der 350. Schützendivision gehörten folgende Einheiten:<br />
776. Divisions-Veterinärlazarett, 641. Fliegerabwehrkompanie, 1176. Schützenregiment, 1178. Schützenregiment, 1180 Schützenregiment, 917. Artillerieregiment, 268. Selbständige Panzerabwehrabteilung, 416. Selbständige Aufklärungskompanie, 474. Selbständiges Pionierbataillon, 805. Selbständiges Nachrichtenbataillon, 439. Sanitätsbataillon, 432. Selbständige Chemische Abwehrkompanie, 469. Transportkompanie, 305. Selbständige Fluzgabwehrbatterie, 208. Feldbäckerei, 761. Divisions-Veterinärlazarett, 285. Feldpoststation, … . Feldkasse der Staatsbank, Sperrabteilung (https://en.wikipedia.org/wiki/Barrier_troops) , Selbständiges Ausbildungsbataillon, 208. Motorisierte Feldbäckerei (<em><strong>ПАХ</strong></em><strong><em> (</em></strong>полевого автохлебозавода).</p>
<p><a href="#_ftnref63" name="_ftn63">[63]</a> Zur <strong>13. Armee</strong>:<br />
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/13._Armee_(Rote_Armee)">https://de.wikipedia.org/wiki/13._Armee_(Rote_Armee)</a></p>
<p><a href="#_ftnref64" name="_ftn64">[64]</a> Zur Person von <strong>Grigorij Iwanowitsch Wechin</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%92%D0%B5%D1%85%D0%B8%D0%BD,_%D0%93%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B9_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%92%D0%B5%D1%85%D0%B8%D0%BD,_%D0%93%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B9_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref65" name="_ftn65">[65]</a> Zum <strong>6. Mechanisierten Gardekorps</strong>:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/6-%D0%B9_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9_%D0%BC%D0%B5%D1%85%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9_%D0%BA%D0%BE%D1%80%D0%BF%D1%83%D1%81">https://ru.wikipedia.org/wiki/6-%D0%B9_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9_%D0%BC%D0%B5%D1%85%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D0%B7%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B9_%D0%BA%D0%BE%D1%80%D0%BF%D1%83%D1%81</a>.</p>
<p>Korpskommandeur war <strong>Wasilij Ijnatjewitsch Korezkij</strong>.<br />
(<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%BE%D1%80%D0%B5%D1%86%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%92%D0%B0%D1%81%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D0%B9_%D0%98%D0%B3%D0%BD%D0%B0%D1%82%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%BE%D1%80%D0%B5%D1%86%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%92%D0%B0%D1%81%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D0%B9_%D0%98%D0%B3%D0%BD%D0%B0%D1%82%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87</a>)</p>
<p><a href="#_ftnref66" name="_ftn66">[66]</a> Zur <strong>61. Garde-Panzerbrigade</strong>: <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/61-%D1%8F_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B1%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%B0%D0%B4%D0%B0">https://ru.wikipedia.org/wiki/61-%D1%8F_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%8F_%D0%B1%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%B0%D0%B4%D0%B0</a><br />
Kommandeur der 61. Garde-Panzerbrigade war <strong>Oberstleutnant Wasilij Iwanowitsch Saizew</strong>. (<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%97%D0%B0%D0%B9%D1%86%D0%B5%D0%B2,_%D0%92%D0%B0%D1%81%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D0%B9_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87_(%D0%BF%D0%BE%D0%B4%D0%BF%D0%BE%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%BD%D0%B8%D0%BA)">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%97%D0%B0%D0%B9%D1%86%D0%B5%D0%B2,_%D0%92%D0%B0%D1%81%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D0%B9_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87_(%D0%BF%D0%BE%D0%B4%D0%BF%D0%BE%D0%BB%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%BD%D0%B8%D0%BA)</a><br />
Die 61. Garde-Panzerbrigade setzte sich aus folgenden Einheiten zusammen:<br />
Brigadestab, Stabskompanie, 1. Selbständiges Panzerbataillon, 2. Selbständiges Panzerbataillon, 3. Selbständiges Panzerbataillon, Motorisiertes Maschinengewehrbataillon, Fliegerabwehr-Maschinengewehrkompanie, Technik-Sicherstellungskompanie, Sanitätszug.</p>
<p><a href="#_ftnref67" name="_ftn67">[67]</a> Eine andere Version dieser Geschichte besagt, dass sich die Aufklärer der 1. Ukrainischen Front in der Nacht vom 26. auf den 27. April im Gebäude der Hauptpost mit Lazebnikovs Stab getroffen und diese über die Stellungen der auf der gegenüberliegenden Havelseite wartenden sowjetischen Einheiten informiert hätten. Ort und Zeitpunkt des Treffens sind aber unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass die Begegnung zu diesem Zeitpunkt im Kommandopunkt des 125. Schützenkorps in Neu Fahrland stattfand.</p>
<p><a href="#_ftnref68" name="_ftn68">[68]</a> Die Kämpfe im Raum Potsdam zogen sich bis Anfang Mai 1945 hin. Die Kampfhandlungen erfolgten vor allem an den Übergängen nach Wannsee, insbesondere an der Glienicker Brücke und bei Klein Glieniecke sowie entlang des Griebnitzsees.</p>
<p><a href="#_ftnref69" name="_ftn69">[69]</a> Die Informationen zur Frühgeschichte der sowjetischen Stadtkommandantur von Potsdam stellte Bernd Muck aus Kleinmachnow zur Verfügung.</p>
<p><a href="#_ftnref70" name="_ftn70">[70]</a> Andrejew, Andrej M., a.a.O., S. 1.</p>
<p><a href="#_ftnref71" name="_ftn71">[71]</a> Дубовник Э.: Потсдамский ключ. История одной реликвии. (Dubovnik E.: Potsdamskiy klyuch. Istoriya odnoy relikvii). In: Комсомольская правда (Komsomol&#8217;skaya pravda) v. 8. Mai 1965. Übersetzt wurde der Zeitungsbeitrag von Bernd Muck (Kleinmachnow). Zusammen mit anderen Dokumenten machte er die „Märkische Allgemeine Zeitung“ auf diesen Sachverhalt aufmerksam, die am 28. April 2017 darüber berichtete. Siehe: Oelschläger, Volker: Der Schlüssel von Potsdam. In: MAZ v. 28.04.2017.  (Gesehen am 18.05.2020: https://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Der-Schluessel-von-Potsdam)</p>
<p><a href="#_ftnref72" name="_ftn72">[72]</a> Zur Person von Dr. Friedrich Bestehorn gibt es nur sehr wenige Informationen, die der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurden. Der im Stadtarchiv Potsdam liegende Lebenslauf, den er am 22. Oktober 1945 verfasst hatte, wurde bislang nicht ausgewertet und in die Öffentlichkeit gebracht. Vgl. Stadtarchiv Potsdam, o. Sign., Lebenslauf des Dr. Friedrich Bestehorn, 22.10.1945, Bl. 1 bis 10</p>
<p><a href="#_ftnref73" name="_ftn73">[73]</a>Oberbürgermeister Dr. Friedrich Bestehorn wurde am 13. Mai 1945 – zwei Tage vor der offiziellen Ernennung von Oberstleutnant A. S. Werin zum sowjetischen Stadtkommandanten – abgesetzt und von sowjetischer Seite eine offizielle Untersuchung zu seinem Wirken in der zeit zwischen 1933 und 1945 eingeleitet. Am 19. Mai 1945 wurde die neue Stadtverwaltung unter dem 28 Jahre alten Heinz Zahn als Oberbürgermeister vorgestellt.</p>
<p><a href="#_ftnref74" name="_ftn74">[74]</a> Zur Person von <strong>Hans Friedrichs</strong>:<br />
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Friedrichs</p>
<p><a href="#_ftnref75" name="_ftn75">[75]</a> Zur Person von <strong>Emil Stürtz</strong>:<br />
https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_St%C3%BCrtz</p>
<p><a href="#_ftnref76" name="_ftn76">[76]</a> Zur Person von <strong>Karl Scholze</strong>:<br />
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Scholze">https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Scholze</a></p>
<p><a href="#_ftnref77" name="_ftn77">[77]</a> Zur Person von <strong>Heinrich Dolega-Kozierowski</strong>:<br />
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Kozierowski">https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Kozierowski</a></p>
<p><a href="#_ftnref78" name="_ftn78">[78]</a> Журналы боевых действий. Дата создания документа: 02.05.1945 г., Архив: ЦАМО, Фонд: 1017, Опись: 1, Дело: 211, стр. 214.</p>
<p><a href="#_ftnref79" name="_ftn79">[79]</a> Ebenda.<br />
Ein Name für den Lufwaffenoberst wird in den Unterlagen nicht angegeben. Aber in Potsdam gab es zu diesem Zeitpunkt einen weiteren Oberst: <strong>Oberst Georg Lux</strong>, Kampfkommandant von Potsdam. (<a href="https://forum.axishistory.com/viewtopic.php?t=235082#p2137912">https://forum.axishistory.com/viewtopic.php?t=235082#p2137912</a>). Doch Lux war Heeresoffizier.</p>
<p><a href="#_ftnref80" name="_ftn80">[80]</a> Hannah von Bredow wohnte in der Wörtherstraße (Menzelstraße) 15. (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hannah_von_Bredow">https://de.wikipedia.org/wiki/Hannah_von_Bredow</a>) Ihr Mann, Leopold von Bredow, war Anfang Oktober 1933 verstorben. Sie hatten fünf Töchter und drei Söhne. Siehe zu Frau Bredows Erlebnissen Ende April 1945 den nachfolgenden Text.</p>
<p><a href="#_ftnref81" name="_ftn81">[81]</a> Es könnte sich um die Wörtherstraße 18 oder 19 gehandelt haben. In der 18 befand sich der Voggenreiter-Verlag und die 19 gehörte Oberstleutnant a. D. Theobald von Schäfer, Direktor bei der Kriegsgeschichtlichen Forschungsanstalt des Heeres. 1949 wohnte er in der Sonnenlandstraße 24. Vgl. dazu: https://www.geni.com/people/Theobald-von-Sch%C3%A4fer/6000000033307141165 . Wer <em>General L.</em> war, muss noch geklärt werden. Aber es könnte sich um eine Verwechslung gehandelt haben und Hanna Grisebach sah Oberst <strong>Georg Lux</strong>, den Kampfkommandanten von Potsdam.</p>
<p><a href="#_ftnref82" name="_ftn82">[82]</a> Grisebach, Hanna, a.a.O., S. 29 – 31.</p>
<p><a href="#_ftnref83" name="_ftn83">[83]</a> Möckelmann, Reiner:Hannah von Bredow. Bismarcks furchtlose Enkelin gegen Hitler, Darmstadt 2018, S. 205.</p>
<p><a href="#_ftnref84" name="_ftn84">[84]</a> Arlt, Kurt/Stang, Werner, a.a.O., S. 186.</p>
<p><a href="#_ftnref85" name="_ftn85">[85]</a> Ludwig Voggenreiter ist hier gemeint. Er wurde 1945 von der Besatzungsmacht verhaftet und zeitweilig im Speziallager Nr. 6 Jamlitz festgehalten. Von dort kam er in das Speziallager Nr. Buchenwald, wo er am 15. August 1947 im Alter von 49 Jahren verstirbt.</p>
<p><a href="#_ftnref86" name="_ftn86">[86]</a> Grisebach, Hanna, a.a.O., S. 29.</p>
<p><a href="#_ftnref87" name="_ftn87">[87]</a> Möckelmann, Rainer, a.a.O., S. 205.</p>
<p><a href="#_ftnref88" name="_ftn88">[88]</a> Zur Person von <strong>Dr. Sydney Jessen</strong> (geb. 1892) siehe seine eigenen Auskünfte:<br />
<em>„Ich bin nach humanistischem Abitur 1911 als Seekadett in die Kriegsmarine eingetreten. Kam als Lt. z. S. auf S.M.S. Gneisenau 1914 bei den Falklands Inseln in engl. Kriegsgefangenschaft. Wurde noch 1918 Kommandeur der Funktstation Rothenkrug und dann als Oblt. Z. S. verabschiedet.<br />
Nach Studium in Zürich, München, Hamburg promovierte ich 1923 in Berlin zum Dr. rer. pol., war anschließend Privatsekretär des Fürsten v. Bismarck für dessen Tätigkeit als M.d.R. bis zu dessen Übertritt in den dipl. Dienst 1926. Von 1927-1930 war ich Geschäftsführer im Deutsch-französischen Studeinkomitee in Berlin. Übernahm anschliessend ein der Familie gehörendes Weingut in der Markgrafschaft/Baden. Geriet dort unmittelbar nach der Machtübernahme mit dem NS in Konflikt. Als Gründer und Leiter und Mitbegründer von wichtigen Genossenschaften wurde ich aus zahlreichen ehrenamtlichen Stellungen entfernt.<br />
Im wesentlichen aus Sicherungsgründen folgte ich erstmals 1934 der Aufforderung, an Reserveübungen teilzunehmen.<br />
Als ich Ende 1938 von einem befreundeten Admiral aufgefordert wurde, zum OKM zu kommen und da ich den Krieg kommen sah, trat ich Anfang 1939 in die Nachrichtenabtlg. der Seekriegsleitung (3/SKL) ein, als Kapitänleutnant E. Ich erhielt zuerst das Wirtschaftsreferat, dann das für die USA und schliesslich dazu das der Feindlage. 1943 im Dezember wurde z. V. gestellt, weil ich mich weigerte, in das aktive Korps übernommen zu werden.<br />
Juli 44 verhaftet; August 44 aus der Wehrmacht ausgestossen.“</em><br />
(Archiv Institut für Zeitgeschichte München, ZS-1484-1)</p>
<p>Sydney Jessen beschrieb 1946 sehr ausführlich das Wirken Hannah von Bredows während der Nazizeit:</p>
<p><em>KKpt. (Korvettenkapitän) Jessen gehörte seit vielen Jahren zu dem Freundeskreis des hauses von Frau von Bredow, geb. Gräfin von Bismarck in Potsdam. Dort war ihm auch ein Zimmer überlassen worden, als er im November 1943 durch einen Luftangriff seine Berliner Wohnung verloren hatte.<br />
Frau von Bredow war die entschiedenste Gegnerin des Hitlertums. Sie machte nie einen Hehl aus ihrer Einstellung und tart mit aller Leidenschaft den Ansichten entgegen, die Hitler selbst entschuldigen wollten und die Verantwortung für die Untaten untergeordneten Organen glaubten zuschieben zu müssen. Ihrer Energie und Kompromißlosigkeit allein war es zu danken, daß ihre Söhne und Töchter sich von den Nazi-Jugendorganisationen, insbesondere dem Arbeitsdienst fernhalten konnten. Mehrfache Denunziationen aus den Jahren 35, 37 und 38 brachten ihr die Drohung der Verhaftung, die während der ganzen zehn Jahre nicht aus dem Bereich der Möglichkeit verschwand. Bei dem Mißbrauch, der von den Hitlerleuten mit dem Namen „Bismarck“ getrieben wurde, wäre eine Verhaftung der Enkelin des Altreichskanzlers ein öffentliches Eingeständnis der Partei geworden, daß diese nicht dem Führer folgte – eine den Nazis untragbar erscheinende Belastung ihrer inneren Propaganda, die u.a. beim Stapellauf des Schlachtschiffes „Bismarck“ sich s. Zt. ausgewirkt hatte.<br />
So konnte Frau von Bredow mit ihren Kindern eine der wenigen Stellen in Deutschland bleiben, an denen die dem Massenwahn nicht erlegenen Menschen stets die Möglichkeit freien Sprechens fanden, um gestärkt und bereichert in ihr jeweiliges Leben zurückzukehren. Man war sicher an jedem Wochenende ältere und jüngere Gäste anzutreffen, die sich um den Eintopf oder um brotähnliche Kuchenstücke versammelten. Mancher junge Franzose gesellte sich hinzu, der zur Zwangsarbeit nach Berlin gekommen war und hier geistige und körperliche Erholung fand. Frau von Bredow gab jedem etwas Helfendes mit auf den Weg und kaum jemand ahnte ihre eigene Überanstrengung durch ihre weitsichtige Vorausschau des Schicksals, dem Deutschland unter Hitler entgegeneilte, durch die immer wiederkehrenden nächtlichen anonymen Störungsanrufe der Gestapo – ein beliebtes Mittel des individuellen Nervenkrieges – durch die gelegentlichen Beobachter des Hauses und Beschatter auf der Straße. Jeder, der dieses Haus in der Wörtherstraße in Potsdam kennengelernt hat und dem diese Zeilen einmal vor Augen kommen solllten, wird sich seiner in diesem Sinne dankbar erinnern. Ein gnädiges Schicksal hat seine Insassen vor dem tragischen Ende so vieler Angehöriger der Widerstandsbewegung bewahrt, wenn auch Frau von Bredow und ihre Töchter in den dramatischen Ablauf der letzten Ereignisse verwickelt wurden.<br />
Kkpt. Dr. Jessen verbrachte seine Wochenendurlaube regelmäßig im Hause von Frau von Bredow, in den ersten Kriegsjahren von Berlin aus, nach Zerstörung des Kriegsministeriums von dem Ausweichquartier des OKM (Oberkommando Marine), das unter dem Tarnwort „Koralle“ bekannt war und in dem nordöstlichen Vorgelände der Stadt lag.<br />
(</em>Archiv Institut für Zeitgeschichte München, ZS-1484-9 f.)<em><br />
</em>Sydney Jessen wurde im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 20. Juli 1944 verhaftet und im Gefängnis in der Lehrterstraße in Berlin inhaftiert. Einer möglichen Hinrichtung entging er<em>, „als die Russen am 25. April 1945 Berlin nördlich der Spree besetzt hatten“</em>. Er schlug sich nach Potsdam durch und wohnte während der Kämpofe in der Berliner Vorstadt wieder bei Hannah von Bredow in der Wörtherstraße 15.</p>
<p><a href="#_ftnref89" name="_ftn89">[89]</a> Zur Person von <strong>Maximilian von Engelbrechten</strong>:<br />
<em>Geboren am 3. August 1901 in Bückeburg (Schaumburg-Lippe), wohnhaft in Berlin, Jurist, tätig als Rechtsanwalt, verwaltete ab 1937 sein eigenes Gut in Oppershausen/Celle, ab September 1939 für die Abwehr tätig, ab Herbst 1939 als Sonderführer der Abwehr Abt. III mit der Funktion des Konsuls in das Deutsche Konsulat Genf (Schweiz) eingebaut, Mitglied des Legationsrates des Auswärtigen Amtes, seit 1941 Mitglied der NSDAP, im Frühjahr 1944 Umzug von Genf nach Potsdam, vermutlich Verbindungen zur Widerstandsgruppe um den Chef der Militärabwehr Admiral Wilhelm Canaris. Engelbrechten wurde am 27. Juni 1945 wegen seiner Verbindung zu Canaris in Potsdam festgenommen und am 29. Oktober 1945 aufgrund Art. 58-6 des Strafgesetzbuches der RSFSR vom Sowjetischen Militärtribunal (SMT) der Gruppe der Sowejtischen Besatzungskräfte in Deutschland zum Tode durch Erschießen verurteilt. Vorwurf: Spionage. Das Urteil wurde am 20. November 1945 vollstreckt, vermutlich in der Sowjetunion. Später aus der Haft nach Deutschland zurückgekehrte Diplomaten wollen ihn in Moskau gesehen haben. Das Rote Kreuz Moskau teilte dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) 1957 mit, dass Engelbrechten am 20. November 1945 in Sschodnia „einem Herzinfarkt erlegen“ sei. Die Glawnaja Wojennaja Prokuratura (GWP = Obermilitärstaatsanwaltschaft) der Russischen  Föderation rehabilitierte ihn am 26. Oktober 2001.<br />
</em>(Vgl. Schmeitzner, Mike; Weigelt, Andreas; Müller, Klaus-Dieter; Schaarschmidt, Thomas: Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944-1947). Eine historisch-biographische Studie, Göttingen 2015, S. 121.)<br />
Engelbrechten wohnte ab Frühjahr 1944 offensichtlich mit im Haus von Hanah von Bredow.</p>
<p><a href="#_ftnref90" name="_ftn90">[90]</a> Ebenda, S. 206.<br />
Aus einem Text Hannah von Bredows mit dem Titel „Gedanken über das Phänomen Angst“, geschrieben am 26. Januar 1949, geht hervor, dass sich die Kommandantur in der Wörtherstraße befand.<br />
<em>Ich erlebte es mehrmals, dass hohe englische Offiziere, die uns in der russischen Zone besuchten, von russischen Mannschaften der neben unserem Haus liegenden Kommandantur abgeführt und einem Verhör unterzogen wurden. Sie verloren ihre Haltung, folgten den russischen Soldaten, die sie abführten, ohne Widerrede und waren unsagbar erleichtert, wenn sie nach einigen Stunden entlassen wurden.</em><br />
(Möckelmann, Rainer, a.a.O., S. 256 f.)</p>
<p><a href="#_ftnref91" name="_ftn91">[91]</a> Vgl. Stadtarchiv Potsdam, Sign. 400, Stadtbauamt, o. Bl.-Nr.</p>
<p><a href="#_ftnref92" name="_ftn92">[92]</a> Vgl. Kürvers, Klaus: Villa Schöningen: Potsdam, Berliner Straße 86. Die Baugeschichte einer „Turmvilla“ von Ludwig Persius. Eine baugeschichtliche Dokumentation, Berlin/Potsdam 1999. Unveränderte digitale PDF-Version von April 2007, S. 103 f.</p>
<p><a href="#_ftnref93" name="_ftn93">[93]</a> Vgl. <a href="https://www.literaturport.de/literaturlandschaft/autoren-berlinbrandenburg/autor/hermann-albrecht/">https://www.literaturport.de/literaturlandschaft/autoren-berlinbrandenburg/autor/hermann-albrecht/</a></p>
<p><a href="#_ftnref94" name="_ftn94">[94]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mi%C4%99dzyzdroje">https://de.wikipedia.org/wiki/Mi%C4%99dzyzdroje</a></p>
<p><a href="#_ftnref95" name="_ftn95">[95]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Foerster">https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Foerster</a></p>
<p><a href="#_ftnref96" name="_ftn96">[96]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Theodor_Albrecht">https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Theodor_Albrecht</a></p>
<p><a href="#_ftnref97" name="_ftn97">[97]</a> Bohle-Heintzenberg, Sabine: Die Berliner Vorstadt. Geschichte und Architektur eines Potsdamer Stadtteils, Berlin 1995, S. 65.<a href="#_ftnref88" name="_ftnref87"></a></p>
<p><strong>© Dr. Volker Punzel, GeschichtsManufaktur Potsdam </strong>(29.05.2020)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/05/29/25-30-april-1945-die-rote-armee-erobert-potsdam/">25./30. April 1945: Die Rote Armee erobert Potsdam</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
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		<title>Operation „Пальма“: Stalins Sonderzug nach Potsdam</title>
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		<dc:creator><![CDATA[geschichtsmanufaktur]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 May 2020 11:58:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„ … Bis zur Abreise erkundigte sich Stalin, oft einige Male am Tag, bei Berija mal nach der Geheimhaltung des Abfahrtstermins, mal nach der Dicke des Panzerblechs der Waggons, mal nach der Strecke, die durch das Territorium Polens führte….“[1] Der Befehl des NKWD [2] der UdSSR vom 6. Juni 1945 „Об  обеспечении специальных мероприятий по [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/05/09/operation-%d0%bf%d0%b0%d0%bb%d1%8c%d0%bc%d0%b0-stalins-sonderzug-nach-potsdam/">Operation „Пальма“: Stalins Sonderzug nach Potsdam</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>„ … Bis zur Abreise erkundigte sich Stalin, oft einige Male am Tag, bei Berija mal nach der Geheimhaltung des Abfahrtstermins, mal nach der Dicke des Panzerblechs der Waggons, mal nach der Strecke, die durch das Territorium Polens führte….“<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a></p></blockquote>
<p>Der Befehl des NKWD <a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a> der UdSSR vom 6. Juni 1945 „<strong><em>Об  обеспечении специальных мероприятий по объектам «Пальма»</em></strong>“ (deutsch: <em>Über die Sicherstellung besonderer Maßnahmen für die Objekte &#8222;Palme</em>&#8222;) bezog sich auch auf die Maßnahmen in Verbindung mit der Reise J. W. Stalins zur Drei-Mächte-Konferenz in Potsdam. Zunächst war daran gedacht worden, Stalin mit dem Flugzeug an den Konferenzort zu bringen. Doch dieser lehnte das ab. Zu tief eingeprägt hatten sich die Erlebnisse mit seinem Flug zur Konferenz in Teheran (28.11./1.12.1943). Auf dem Hinflug geriet die Maschine in Luftlöcher und sackte immer wieder mal ab, was Stalin – dessen erster Flug das war – um sein Leben fürchten ließ. Aus diesem Grund wurde auf das Flugzeug verzichtet und stattdessen die Fahrt mit dem Zug vorbereitet. <a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a></p>
<blockquote><p>„Die Operation zur Beförderung des Führers nach Berlin wurde sorgfältiger geplant als viele Kriegsoperationen.“ <a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a></p></blockquote>
<p>Unter der Leitung des Chefs des NKWD (Innenministerium der UdSSR), Lawrentij P. Berija<a href="#_ftn5" name="_ftnref5"> [5]</a><sup>,</sup> wurde eine spezielle Fahrtroute ausgearbeitet und ein Sonderzug mit gepanzerten Waggons, mit Wachen und anderer Begleitung vorbereitet. Wie die Fahrt genau ablief, lässt sich nicht anhand offizieller, veröffentlichter Dokumente rekonstruieren. Stattdessen existieren viele Erinnerungen, die sich auf Episoden während der Fahrt beziehen, sowie andere Geschichten und Legenden. Dennoch wird hier der Versuch unternommen, Licht in die Vorgänge zu bringen, die am 15. Juli mit der Abfahrt des Zuges in Moskau begannen und am 16. Juli 1945 am Bahnhof Potsdam endeten. Die Rückfahrt, vom 2. bis zum 3. August 1945, wird nicht betrachtet.</p>
<h2><strong>Vorbereitungen und Start in Moskau</strong></h2>
<p>Seit der Mitte der 1930er Jahre gab es für die Reisen Stalins durch die Sowjetunion einen eigenen Zug „Spezpoesd“. Später erhielt er die Bezeichnung „Zug der besonderen Regeln“. <a href="#_ftn6" name="_ftnref6">[6]</a>  Während des Großen Vaterländischen Krieges (1941-1945) stand eine gepanzerte Version des Zuges für eine sofortige Nutzung dauerhaft in Bereitschaft. Das heißt für den Fall, dass Stalin und die Führung von Partei und Staat kurzfristig aus Moskau hätten evakuiert werden müssen. Alexej T. Rybin <a href="#_ftn7" name="_ftnref7">[7]</a>, einer von Stalins Personenschützern, erinnert sich, dass für Stalin ständig fünf Züge verfügbar waren. Einer für den Einsatzfall, der gepanzerte „Zug der besonderen Regeln“  und vier als Reserve. Der genaue Standort der Züge, wurde geheim gehalten. In einem Brief an die Zeitschrift „Kommunist“, schreibt Rybin 1982, dass der Zug für den Einsatzfall auf einem Gleis zwischen den Moskauer Metrostationen Kurskaya und Krest&#8217;yanskaya zastava gestanden habe.<a href="#_ftn8" name="_ftnref8"> [8]</a></p>
<p>Viktor Jakowlewitsch Lion <a href="#_ftn9" name="_ftnref9">[9]</a>, 1911 geboren, war der Lokführer des Regierungszuges. Wie bereits sein Vater hatte er als Lokführer für Personenzüge in einem Bahnbetriebswerk in Moskau gearbeitet. Im November 1942 suchte ihn der NKGB-Oberst Kusma P. Lukin<a href="#_ftn10" name="_ftnref10">[10]</a> auf und warb ihn sowie seinen Hilfslokführer Nikolai Iwanowitsch Kudrjawkin für eine Arbeit in der Transportabteilung der Hauptverwaltung für Staatssicherheit. Warum die Wahl auf sie gefallen war, wussten beide nicht. Zweiter Hilfslokführer war Wassili Iwanow.<br />
Juri Nikolajewitsch Chumachenko, in den 1950er Jahren Heizer im Team von Lion, charakterisierte den Lokführer wie folgt:</p>
<blockquote><p>Wir haben Viktor Jakowlewitsch als werktätigen Intellektuellen bezeichnet. Er war immer rasiert und die Uniform war wie angepasst. Er behandelte die Lokomotiven mit besonderer Zärtlichkeit und Sorgfalt. Wenn er auf Arbeit kam, ging er sofort zur Lokomotive und untersuchte sie sorgfältig. Kein einziges Detail entging seinem Blick. Bei ihm waren die Armaturen nicht nur gewartet, sondern glänzten im wahrsten Sinne des Wortes. Außerdem hatte er eine persönliche, ich würde sagen, Lioner Regel, der er immer treu blieb: Näherte sich unsere „Pobeda“-Dampflok (P 36) dem Bahnhof, zog er weiße Handschuhe an, setzte seine Dienstmütze auf und sah aus dem Fenster. Auf meine dumme Frage antwortete er einmal: &#8222;Wundern Sie sich nicht, Juri Nikolajewitsch, ich möchte, dass jeder, der uns jetzt sieht, auch durch unser Aussehen feststellt, dass hier eine Moskauer Lokomotivbesatzung fährt!&#8220;<a href="#_ftn11" name="_ftnref11"> [11]</a></p></blockquote>
<p>Vor Antritt der Fahrt hatte das technische Personal den Zustand der Lokomotive, insbesondere der Räder, zu überprüfen. Zeigten sich Mängel, musste die Lok ersetzt werden. Der Lokführer hatte darüber hinaus die Arbeit der Mitglieder seiner Brigade ständig zu überwachen.<br />
Bevor die Fahrt nach Potsdam angetreten wurde, gab es eine Testfahrt. Bei der Stadt Moschaisk, 110 km westlich von Moskau gelegen, schaffte es die Dampflok nicht, den Zug eine längere Anhöhe hinaufzuziehen und rutschte, weil der Sandstreuer <a href="#_ftn12" name="_ftnref12">[12]</a> nicht in Ordnung war. Zudem musste ein defekter Radsatz ausgetauscht werden. Nach diesen Erfahrungen wurde entschieden, den Regierungszug mit zwei Lokomotiven zu versehen. Mit einer starken Dampflok und einer leistungsschwächeren Diesellok, die im Rahmen der so genannten Lend-Lease-Vereinbarung aus den USA geliefert worden war.<a href="#_ftn13" name="_ftnref13"> [13]</a> Ab Moskau zog den Zug die Dampflok CO 17-12 <a href="#_ftn14" name="_ftnref14">[14]</a> (Leistung 1.950 PS, max. Geschwindigkeit 70 km/h) gemeinsam mit einer amerikanischen Diesellok vom Typ Д<sup>А</sup> 20-27 (Leistung 1.000 PS, max. Geschwindigkeit 100 km/h). In Poznan wurde die Dampflok durch die CO 17-1613<a href="#_ftn15" name="_ftnref15"> [15]</a> ersetzt. Die Diesellok fuhr durchgehend, bis Potsdam und wieder zurück.Die Abkürzung CO steht für Sergo Ordshonikidse (offizieller Name: Grigori Konstantinowitsch Ordshonikidse <a href="#_ftn16" name="_ftnref16">[16]</a>), dem 1937 verstorbenen Volkskommissar für Schwerindustrie. Ihre Achslast betrug 17 t, deshalb die 17 in der Typenbezeichnung, und es waren die 12. bzw. die 1613. Lok in der Baureihe, von denen insgesamt 2.523 in Betrieb gingen. Gebaut wurden sie zwischen 1934 und 1951 und erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von 70 Kilometer/Stunde.<a href="#_ftn17" name="_ftnref17"> [17]</a> Die Diesellok kam auf eine maximale Geschwindigkeit von 96 km/h.<br />
Der Zug hatte 11 Wagen: einen Salonwagen für Stalin und weitere zwei für seine engere Begleitung sowie weitere Wagen für die anderen ihn begleitenden bzw. betreuenden Personen, einen für die Sicherheitsleute, einen Stabs-Wagen, einen Garagen-Wagen, einen Restaurant-Wagen und einem Wagen mit den für die Versorgung benötigten Lebensmitteln. 1985 teilt Rolf Badstübner mit, dass der Zug aus drei Salonwagen und acht Reiseschlafwagen bestanden habe. Einen Quellenbeleg für diese und weitere Aussagen bleibt er uns schuldig .<a href="#_ftn18" name="_ftnref18">[18]</a></p>
<p>Zur Besatzung des Zuges gehörten Funker, Sekretäre, Schreibkräfte und Chiffreure sowie Funktionäre des Volkskommissariats für auswärtige Angelegenheiten. Badstübner beziffert ihre Zahl auf 50. <a href="#_ftn19" name="_ftnref19">[19]</a> Weiterhin gab es Sicherheitspersonal an Bord. 80 Offiziere sollen es gewesen sein. In einer anderen Publikation wird die Zahl 90 genannt. Sie befanden sich im Zug und auf zwei Plattformen mit Fliegerabwehrgeschützen, eine am Ende des Zuges und eine am Anfang. In dem Garagen-Wagen standen zwei Personenkraftwagen des US-amerikanischen Autoherstellers „Packard Motor Cars“<a href="#_ftn20" name="_ftnref20"> [20]</a>, einer gepanzert und einer vermutlich offen. Nach einer anderen Quelle hätten allein für Stalin vier grüne Luxuswaggons zur Verfügung gestanden. Diese seien bereits vom Zaren Nikolaus II. (1868-1918) genutzt und für die Verwendung durch Stalin aus dem Museum geholt worden. Die Lebensmittel waren vor ihrer Verladung in den Zug sorgfältig durch ein Speziallabor überprüft worden. Um Giftanschläge auf den Generalissimus zu verhindern. Im Zug bestand dauerhaft Fernmeldeverbindung. Für alle technischen Fragen war der Volkskommissar für das Eisenbahnwesen, Generalleutnant Iwan W. Kowaljow <a href="#_ftn21" name="_ftnref21">[21]</a>, verantwortlich. Er befand sich die gesamte Fahrt im Zug.<br />
Im Stalin-Museum in Gori ist ein Eisenbahnwaggon zu sehen, der sich in Stalins Zug befunden haben soll und dessen Außenwände mit Panzerplatten verstärkt worden waren. <a href="#_ftn22" name="_ftnref22">[22]</a></p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Waggon-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2314 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Waggon-1.jpg" alt="" width="850" height="566" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Waggon-1.jpg 850w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Waggon-1-300x200.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Waggon-1-768x511.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Waggon-5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2315 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Waggon-5.jpg" alt="" width="850" height="566" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Waggon-5.jpg 850w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Waggon-5-300x200.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Waggon-5-768x511.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Bereits am 2. Juli 1945 waren, wie aus einem Bericht von Berija hervorgeht, alle Vorbereitungen für die Fahrt abgeschlossen, wobei er vor allem auf die vorgenommenen bzw. geplanten Sicherungsmaßnahmen entlang der Strecke eingeht.</p>
<blockquote><p>… Ein Sonderzug ist vorbereitet. Die Reiseroute beträgt 1.923 Kilometer Länge (1.095 durch die UdSSR, 594 durch Polen, 270 durch Deutschland). Für die Sicherheit des Weges sorgen 17.000 Mann aus den Truppen des NKWD, 1.515 Personen aus der operativen Mannschaft. An jedem Kilometer der Eisenbahnstrecke stehen 6 bis 15 Personen Wache. Auf der Geleitlinie werden 8 Panzerzüge der Truppen des NKWD fahren. …<a href="#_ftn23" name="_ftnref23">[23]</a></p></blockquote>
<p>Zum Schutz der gesamten Strecke wurden 17.140 NKWD-Soldaten eingesetzt. Innerhalb der Sowjetunion, also von Moskau bis Brest, kamen 6 Soldaten pro Streckenkilometer zum Einsatz, in Polen je Kilometer 10 und in Deutschland 15. Für jeden 3 bis 5 Kilometer langen Streckenabschnitt gab es zusätzlich einen Mitarbeiter, der für die nachrichtendienstlichen und operativen Aktivitäten in einer fünf Kilometer breiten Zone an der Bahnstrecke verantwortlich war. In einer anderen Information ist von einer 40 Kilometer breiten Zone die Rede. Die von Berija erwähnten gepanzerten Züge kamen vor allem in den Gebieten zum Einsatz, wo es Widerstand gegen die Besetzung durch die Rote Armee gab bzw. Angriffe befürchtet wurden. In der Sowjetunion und in Polen patrouillierten jeweils zwei Panzerzüge und in Deutschland vier. <a href="#_ftn24" name="_ftnref24">[24]</a> Wie viele Personen, konkret in Verbindung mit Stalins Reise als so genannte „feindliche Elemente“ vorsorglich festgenommen worden waren, ist nicht bekannt.</p>
<h2><strong>Die Zugfahrt</strong></h2>
<p>Am 15. Juli 1945 fuhr Stalins Sonderzug vom Belorussischen Bahnhof in Moskau ab. Die Strecke führte auf sowjetischem Territorium zunächst über Smolensk und Orscha bis nach Minsk.<br />
Alle Bahnhöfe unterwegs waren vor und nach der Durchfahrt des Zuges geschlossen und innerhalb eines<em> 20 km breiten Korridors auf jeder Seite</em> der Bahnlinie alle – von den Sicherheitsbehörden als erforderlich angesehene – Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit des Staatsoberhauptes getroffen worden. Vor  und hinter dem Regierungszug fuhr in angemessener Entfernung jeweils ein Sicherungszug. In dem vorausfahrenden Zug befanden sich 40 Sicherheitsleute des NKWD und in dem nachfolgenden weitere 70.  Im Führerstand der Lokomotive gab es ein Telefon, für die Kommunikation mit dem Zugkommandanten. Darüber hinaus waren die Gehilfen des Zugkommandanten, Staatssicherheitsmajor Nikolai N. Komov <a href="#_ftn25" name="_ftnref25">[25]</a> und Oberleutnant Petukhov, verpflichtet, die ganze Zeit im Führerstand zu bleiben und die Arbeit der Lokomotivbesatzungen (die auch Angehörige der Staatssicherheit waren) zu überwachen.</p>
<figure id="attachment_2316" aria-describedby="caption-attachment-2316" style="width: 525px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Komov.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2316 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Komov.jpg" alt="" width="525" height="593" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Komov.jpg 525w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Komov-266x300.jpg 266w" sizes="auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2316" class="wp-caption-text">Major der Staatssicherheit Nikolai N. Komov, Gehilfe des Zugkommandanten.</figcaption></figure>
<p>Für die Zugstrecke von Moskau bis Brest, Territorium der UdSSR, gab Berija eine Streckenlänge von 1.095 km an. Von Moskau bis Minsk sind es rund 700 Kilometer. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h benötigte der Zug bis Minsk also rund 10 Stunden. In den frühen Abendstunden traf der Zug dort ein, d. h. er könnte gegen 07.00 Uhr früh in Moskau abgefahren sein. <a href="#_ftn26" name="_ftnref26">[26]</a></p>
<p>Generalleutnant Panteleimon Kondratjewitsch Ponomarenko erinnert sich an einen kurzen Stopp Stalins in Minsk. Ponomarenko war 1945 Erster Sekretär der Kommunistischen Partei Belorusslands und Vorsitzender des Ministerrates der Belorussischen Sozialistischen Sowjetrepublik (BSSR). <a href="#_ftn27" name="_ftnref27">[27]</a></p>
<blockquote><p>&#8230; Ich erinnere mich noch gut an diesen Tag, den 15. Juli 1945, als in den frühen Abendstunden der Sonderzug des Obersten Oberbefehlshabers und Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare der UdSSR, J.W. Stalin am Bahnsteig des Minsker Bahnhofs hielt. Führende Funktionäre von Partei und Sowjetorganen begrüßten ihn. J. W. Stalin, W. M. Molotov, L. P. Beria stiegen aus dem Waggon (er begleitete Stalin bis zur Grenze); auch A. Ja. Wyschinski, S.I. Kawtaradze; der Generalstabschef, Armeegeneral A. I. Antonow und der Volkskommissar für Eisenbahnwesen der UdSSR, Generalleutnant I.W. Kowaljow, sowie andere Mitglieder der Delegation. Sie begrüßten die Menschen, die mich und meine Kollegen begleitet hatten und liefen den langen Bahnsteig entlang, wobei sie die Ruinen der Stadt entlang der Straße betrachteten. Dann gingen sie auf den Bahnhofsvorplatz. Stalin drückte den am Rande des Platzes stehenden und ihm applaudierenden Minskern die Hände und sagte: „Überall, bei Smolensk beginnend, ist sehr viel zerstört. Bereits vom Zug aus war zu sehen, dass Minsk nur aus Ruinen besteht. Die von der Außerordentlichen Staatskommission veröffentlichten Zahlen der Zerstörungen im ganzen Land scheinen der Wahrheit zu entsprechen. Aber die Zerstörung in Belarus übertrifft alles Vorstellbare. Was man jedoch nur durch eigenes Sehen verstehen und einschätzen kann.&#8220; Noch während des Aufenthaltes des Zuges in Minsk, unterhielten wir uns mit Stalin und seiner Begleitung hauptsächlich über die Probleme von Belorussland. Nach 25 Minuten fuhr der Zug ab. Stalin schlug vor, ihn durch das Gebiet von Belarus zu begleiten. Im Waggon des Obersten Oberbefehlshabers und Regierungschefs wurde das Gespräch über Belorussland fortgesetzt, über die Aufgaben für die rasche Wiederbelebung der Volkswirtschaft der Republik. <a href="#_ftn28" name="_ftnref28">[28]</a></p></blockquote>
<p>Ponomarenko und seine Leute verließen Stalins Zug am Bahnhof Baranowitschi.<a href="#_ftn29" name="_ftnref29"> [29]</a> Zuvor hatte Stalin ihn aufgefordert, mit nach Berlin zu kommen, um sich weiter unterhalten zu können. Worauf der Parteifunktionär antwortete, dass er nach Minsk fahren, dort etwas holen und dann nachkommen würde. In Minsk entschied Ponomarenko jedoch, dass es besser wäre, nicht nach Berlin zu fahren, da er  Stalin vielleicht nur stören könnte. Später teilte ihm der Sicherheitschef Stalins, General N. S. Wlasik, mit, dass für  ihn in Potsdam ein Haus vorbereitet worden wäre, und Stalin, beim Vorbeigehen während der Konferenz, Wlasik gefragt habe: „Ist Ponomarenko gekommen?“ Aber sich dann sagte, dass er offensichtlich nicht kommen würde, weil er durch etwas aufgehalten worden sei. <a href="#_ftn30" name="_ftnref30">[30]</a></p>
<p>Der in dem vorstehenden Bericht erwähnte Volkskommissar für das Eisenbahnwesen, Generalleutnant Iwan W. Kowaljow, erinnert sich an den Stopp in Minsk wie folgt:</p>
<blockquote><p>Als wir in Minsk einen Aufenthalt einlegten, machte Stalin einen Spaziergang. Dabei sah er eine ungewöhnliche Lokomotive. In ihrem Führerstand lag auf dem Boden ein Teppich und die Besatzung trug weiße Hemden und Krawatten. Stalin stellte ihnen einige Fragen zur Versorgung der Lokomotive mit Wasser und Kraftstoff, und kehrte dann zu seinem Wagen zurück. Die Dampflok wurde auf seinen Befehl gegen die neue Lok ausgetauscht. Als der Zug in Potsdam eintraf, fragte Stalin den ihn abholenden Marschall Shukow, ob er wisse, was das für eine Lok sei. Doch er wusste es nicht. „Das ist eine Diesellokomotive“, antwortete Stalin. „Eine Maschine, die eine große Zukunft haben wird.“ <a href="#_ftn31" name="_ftnref31">[31]</a></p></blockquote>
<p>Eine andere Variante dieser Geschichte lautet wie folgt:</p>
<blockquote><p>Während des Stopps näherte sich Stalin der Diesellokomotive und begrüßte die Besatzung. „Werden wir es mit dieser Lokomotive bis nach Berlin schaffen?&#8220;, fragte er Kudrjawkin. &#8222;Nicht nur bis nach Berlin&#8220;, antwortete Nikolai Iwanowitsch, &#8222;sondern wir werden damit auch nach Moskau zurückkehren, Genosse Stalin.&#8220;<a href="#_ftn32" name="_ftnref32"> [32]</a></p></blockquote>
<p>Von Minsk bis zum Grenzbahnhof in Brest sind es ungefähr 329 Kilometer. Und von Brest bis Poznan, wo der Zug ein drittes Mal hielt, rund 520 km. Insgesamt waren es also 849 km. Wäre Stalin in Minsk zwischen 17.30 Uhr und 18 Uhr abgefahren, hätte er bei einer Geschwindigkeit von 70 km/h, nach 12 Stunden Fahrzeit in Poznań eintreffen können, also am 16. Juli 1945, gegen 6 Uhr morgens. Er war jedoch bereits gegen Mitternacht dort. Demnach müsste der Zug mit einer Geschwindigkeit von mindestens 135 km/h gefahren sein.</p>
<h2><strong>Fahrt durch Polen</strong></h2>
<p>In seinem Bericht an Stalin und Molotow vom 2. Juli 1945 hatte Berija geschrieben, dass der Sonderzug 1.095 km durch die UdSSR, 594 durch Polen und 270 durch Deutschland fahren müsse. Für die UdSSR entsprach das ungefähr der vorstehend beschriebenen Strecke. 594 km durch Polen bedeutete: Brest bis Poznań = 520 km.  Die noch fehlenden Kilometer entsprechen ungefähr der Entfernung von Poznań bis Zbąszynek (Neu Bentschen). Neu Bentschen war von 1919 bis zur Festlegung der Grenze an der Oder und der Lausitzer Neiße der Grenzbahnhof zwischen dem Deutschen Reich und Polen gewesen. Und diese Grenze hatte zur Zeit der Fahrt Stalins noch ihre Gültigkeit. <a href="#_ftn33" name="_ftnref33">[33]</a></p>
<p>Auf dem Bahnhof in Brest mussten die Züge normalerweise von dem in der Sowjetunion gültigen Gleisabstand  von 1.524 mm auf den in Polen und in den anderen europäischen Ländern geltenden Abstand von 1.435 mm umgespurt werden. Gelöst wurde das Problem mit dem Austausch kompletter Radsätze oder Drehgestelle. Später gab es Rollmaterial mit veränderlicher Spurweite und Umspuranlagen. Die Fahrgäste konnten im Wagen sitzen bleiben, während die Räder auf den Achsen in die neue Position verschoben wurden. Anfangs dauerte das Umspuren rund zwei Stunden, später verkürzte sich die Zeit. <a href="#_ftn34" name="_ftnref34">[34]</a> Um diesen Aufwand zu vermeiden, war 1945 entschieden worden, die Hauptverbindungsstrecke zwischen Moskau und Berlin auf die in der Sowjetunion gültige Breite zu erweitern. Die Arbeiten verliefen parallel mit dem Vormarsch der Truppen der Roten Armee.</p>
<p>Generalleutnant Nikolai A. Antipenko, 1945 Stellvertreter für Rückwärtige Dienste des Oberbefehlshabers der 1. Belorussischen Front, leitete den Umbau der Strecke.<a href="#_ftn35" name="_ftnref35"> [35]</a></p>
<blockquote><p>Die Wiederherstellung der Bahnlinien und der Bau von Brücken über die Weichsel begannen sofort nach der Vertreibung des Gegners vom linken Weichselufer. Die Arbeiten dauerten Tag und Nacht an. Wir setzten alle möglichen Maschinen ein und kamen dadurch schnell voran. Zeit sparten wir, da die Strecken ihre westeuropäische Spurweite behielten. … Wir waren bestrebt, den Beschluß des Staatlichen Verteidigungskomitees über die Verwendung des westeuropäischen rollenden Materials so gut wie möglich zu erfüllen. Am 29. Januar 1945 waren die Warschauer Eisenbahnbrücke und der 300 km lange Streckenabschnitt Warschau – Poznan fertig. … Als endlich der langerwartete Tag herankam, an dem wir erklären konnten, daß die Hauptbahnlinie in Betrieb genommen werden könnte, traf die Anweisung ein, sofort mit dem Umnageln der ganzen Bahnlinie auf sowjetische Spurweite zu beginnen. Das ist kein Pappenstiel, eine 300 Kilometer zweigleisige Bahnlinie umzunageln.<a href="#_ftn36" name="_ftnref36"> [36]</a></p></blockquote>
<p>Antipenko unterstanden der Chef Transportwesen der 1. Belorussischen Front, Generalmajor Alexander Georgijewitsch Tschernjakow <a href="#_ftn37" name="_ftnref37">[37]</a>, und der Chef der militärischen Instandsetzungsarbeiten, Generalmajor Nikolai Wladimirowitsch Borisow <a href="#_ftn38" name="_ftnref38">[38]</a>.</p>
<blockquote><p>„Tempo und nochmals Tempo“ stand jetzt über allem. Schon diese Eile beim Umnageln verhieß nichts Gutes. Es traten aber noch weitere Hindernisse auf. Im Unterschied zur UdSSR wurden in Westeuropa die Schienen nicht mit Hakennägeln befestigt, sondern an den Schwellen verschraubt. Durch die große Eile und den Werkzeugmangel sind bei der Spurenverbreiterung in einigen Gleisbereichen die Schrauben nicht geschraubt, sondern wie Hakennägel eingeschlagen worden. Dadurch litt die Schienenbefestigung erheblich. Hinzu kam, daß auf einigen Streckenabschnitten Stahl- statt Holzschwellen lagen, was die Arbeiten noch mehr erschwerte. Auf das Umspuren solcher Streckenabschnitte waren unsere Truppen überhaupt nicht vorbereitet. Es kam zu merklichen Abweichungen von den Toleranzen. Das alles führte zu Zugentgleisungen; es bildeten sich „Verstopfungen“.<a href="#_ftn39" name="_ftnref39"> [39]</a></p></blockquote>
<p>Im März 1945 rollte der Zugverkehr von Moskau bis Frankfurt (Oder) schon auf sowjetischer Spurweite. <a href="#_ftn40" name="_ftnref40">[40]</a> Am 25. April 1945, 18 Uhr, fuhr der erste Zug beladen mit schwerer Artillerie im Bahnhof Berlin-Lichtenberg ein. <a href="#_ftn41" name="_ftnref41">[41]</a> Ab 25. Juni 1945 verkehrten Personenzüge zwischen Moskau und Berlin.</p>
<p>Während des Krieges gab es auf sowjetischer Seite so genannte „Lokomotivkolonnen“. Die ersten entstanden während der Schlacht vor Moskau 1941 und wurden aus der besonderen Reserve des Volkskommissariats für Verkehrswege für die besondere Verwendung des Hauptquartiers gebildet. Jede Kolonne umfasste 30 Lokomotiven und bestand aus den für ihren Betrieb erforderlichen Lokführern und deren Gehilfen, Heizern, Wagenmeistern, Zugbegleitern und, falls es sich um Personenzüge handelte, Kontrolleuren. Alle Personen wurden in das Militär übernommen und erhielten militärische Ränge. <a href="#_ftn42" name="_ftnref42">[42]</a></p>
<p>Eine der Lokomotivkolonnen, die Kolonne Nr. 7 <a href="#_ftn43" name="_ftnref43">[43]</a>, befand sich zur Zeit der Fahrt Stalins nach Potsdam in Poznań bzw. in dessen Nähe. <a href="#_ftn44" name="_ftnref44">[44]</a> Zu dieser Kolonne gehörte die Lokomotive CO 17-1613, die nach einer gründlichen Inspektion am späten Abend des 15. Juli das Bahnbetriebswerk verließ und auf dem Bahnhof in Poznań die den Zug seit Moskau ziehende Lokomotive CO 17-12 ersetzte.</p>
<p style="text-align: left;">Nach Mitternacht, also am 16. Juli 1945, soll der Zug Poznań verlassen haben. In der Mannschaft der CO 17-1613 waren Personen verschiedener Nationalitäten: Lokführer Alexej Grigorjewitsch Smirnow <a href="#_ftn45" name="_ftnref45">[45]</a>, Russe; Hilfslokführer Michail Pletnija, Hilfslokführer Pjotr Alfonsowitsch  Tsirulis<a href="#_ftn46" name="_ftnref46"> [46]</a>, Lette; Pjotr Zenin, Weißrusse; Ukrainer; Heizer Aram Avakjan, Armenier; Heizer Boris Tabilischwili, Georgier.<a href="#_ftn47" name="_ftnref47"> [47]</a> Smirnow war am 5. November 1943 mit dem Leninorden ausgezeichnet worden. Bereits kurz nach der Einnahme Berlins hatte er mit seinen Leuten den ersten Zug bis zum Schlesischen Bahnhof (heute: Ostbahnhof) gefahren.</p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Smirnow.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2317 " src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/05/Smirnow.jpg" alt="" width="263" height="348" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><em>A. G. Smirnow, Lokführer der Dampflok für Stalins Sonderzug von Poznan nach Potsdam. <a href="#_ftn48" name="_ftnref48">[48]</a></em></p>
<h2><strong>Fahrt durch Deutschland</strong></h2>
<p>Als der Zug den Bahnhof Neu Bentschen (poln. Zbąszynek)  erreicht hatte, ging die Fahrt auf deutschem Territorium weiter. Berija hatte die Streckenlängedurch Deutschland mit 270 km angegeben. Von Zbąszynek bis Potsdam sind es auf der Hauptstrecke rund 200 km, von Poznań bis Potsdam stimmt die Streckenlänge mit 270 km.<br />
Über die Fahrt des Zuges nach Potsdam gibt es folgende Informationen.</p>
<blockquote><p>Als der Zug in den Morgenstunden des 16. Juli 1945 unterwegs war, wechselte das Wetter. Trockenes und heißes Wetter wurde abgelöst durch dunkle Wolken und einem schweren Gewitter mit Donner, Blitzen und starkem Regen. An der Oder wurde es wieder besser. Als der Zug durch Berlin fuhr, so der Autor des Erlebnisberichts, sahen seine Insassen die Folgen des Krieges: Straßen mit zerstörten Häusern, gesprengte Brücken, mit Gras bewachsene Parkanlagen und Plätze sowie an Stangen hängende Reste von Drahtnetzen. Fast eine halbe Stunde war dieses Bild zu sehen. Dann traf der Zug in Potsdam ein und hielt in der Nähe des Bahnhofs. Nach einiger Zeit trafen noch zwei Züge ein.</p></blockquote>
<p>Die Oder überquerte der Zug auf einer Behelfsbrücke, da die alte Eisenbahnbrücke zerstört war. Dazu musste er auf 5 km/h herunter gebremst werden. Die Bremsbeläge wurden sehr heiß und qualmten. Der Hilfslokführer Wassili Iwanow bemerkte dies und lehnte sich aus dem Fenster der Diesellok. Dabei stieß er mit einem Signalmast zusammen und fiel raus. Er hatte nicht beachtet, dass der Abstand zwischen Gleis und Signalanlagen westeuropäischen Maßen entsprach.<br />
Der Zug musste anhalten. Das Unglücksopfer wurde in ein in der Nähe befindliches Krankenhaus gebracht vermutlich Frankfurt (Oder). <a href="#_ftn49" name="_ftnref49">[49]</a> Der Lokführer Viktor Lion erinnerte sich später:</p>
<blockquote><p> Ich dachte, dass meine hochgestellten Passagiere diesem Fall nicht viel Aufmerksamkeit schenken würden. Aber es stellte sich anders heraus. Am Tag der Abreise aus Potsdam kam Stalin am Bahnhof an und ging direkt zu unserer Diesellokomotive. Seine erste Frage an mich war: ´Wie fühlt sich Wassili Iwanowitsch?` Iwanow sah in dem Augenblick aus der Lokomotive und antwortete: ´Gut, Josif Wissarionowitsch.` Stalin sah ihn an und drohte mit seinem Finger: ´Es ist wichtig, vorsichtig zu sein.`<a href="#_ftn50" name="_ftnref50"> 50]</a></p></blockquote>
<p>Marschall Georgi K. Shukow erinnert sich an die Ankunft Stalins in Potsdam wie folgt:</p>
<blockquote><p>Am 16. Juli sollte der Sonderzug mit Stalin, Molotow und anderen einlaufen. Am Vortag rief mich Stalin an und sagte: „Lassen Sie sich nur nicht einfallen, irgendwelche Ehrenwachen mit Orchester zu arrangieren. Kommen Sie selbst zum Bahnhof und nehmen Sie mit, wen Sie für nötig halten.“ Wir kamen ungefähr eine halbe Stunde vor dem Eintreffen des Zuges am Bahnhof an. Hier waren Wyschinski, Antonow, Kusnezow, Telegin, Sokolowski, Malinin und andere Militärs versammelt.<br />
Ich begrüßte Stalin auf dem Bahnsteig. Er war gut gelaunt, ging auf die Gruppe der zum Empfang Erschienenen zu und hob zum Gruß kurz die Hand. Er ließ seinen Blick kurz über den Bahnhofsplatz schweifen, setzte sich gemächlich in den Wagen, öffnete dann noch einmal die Tür und forderte mich auf, neben ihm Platz zu nehmen. Unterwegs erkundigte er sich, ob alles zur Eröffnung der Konferenz bereit wäre.<a href="#_ftn51" name="_ftnref51"> [51]</a></p></blockquote>
<p>Nach Rolf Badstübner soll Stalins Zug um 11 Uhr in Potsdam eingetroffen sein.<a href="#_ftn52" name="_ftnref52"> [52]</a> Welche Fahrtroute seine Autokolonne vom Bahnhof Potsdam aus nahm und welches der im Zug mitgeführten Automobile er nutzte, ist nicht bekannt. Anzunehmen ist jedoch, dass die Kolonne über die heutige Babelsberger Straße fuhr, entlang der heutigen Straßen Alt Nowawes und Allee nach Glienicke bis zu Stalins Residenz in der Karl-Marx-Straße.</p>
<p>Dem Lokführer der Dampflokomotive 17-1613, Alexej Smirnow, dem Hilfslokführer, Michail Pletnija, und dem Heizer, Aram Awakyan, wurden durch den Volkskommissar für das Eisenbahnwesen, I. W. Kowaljow, für die geleistete Arbeit das Ehrenzeichen „Verdienstvoller Eisenbahner verliehen“.<a href="#_ftn53" name="_ftnref53">[ 53]</a><br />
Am 16. September 1945 überreichte Berija den Teilnehmern der Operation Palme Auszeichnungen &#8222;für die erfolgreiche Erfüllung einer besonderen Regierungsaufgabe&#8220;. Insgesamt wurden 2851 Personen für ihre vor und während der Potsdamer Konferenz erbrachten Leistungen geehrt. Einige der Palme-Teilnehmer erhielten den Lenin-, den Suworow- bzw. den Kutusow-Orden, was zeigte, dass der Erfolg der Potsdamer Konferenz für Stalin gleichbedeutend mit einem glänzenden militärischen Sieg war.<a href="#_ftn54" name="_ftnref54"> [54]</a></p>
<h2>Anmerkungen</h2>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Wolkogonow, Dimitri: Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt, Berlin 2015, S. 687 f.</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> NKWD = Volkskommissariat des Inneren (Innenministerium der UdSSR). Verfügte über eigene Truppen und ab 1935 auch über die Geheimpolizei.</p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> Vgl. Wolkogonow, Dimitri: Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt, Berlin 2015, S. 686 f.</p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> Ebenda, S. 687.</p>
<p><a href="#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a> Zur Person: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lawrenti_Beria">https://de.wikipedia.org/wiki/Lawrenti_Beria</a></p>
<p><a href="#_ftnref6" name="_ftn6">[6]</a> Sonderzug (russ: Специальный поезд, kurz: Спецпоезд). Zug der besonderen Regeln (russ: Поезд особой нормы).</p>
<p><a href="#_ftnref7" name="_ftn7">[7]</a> Alexej Trofimowitsch Rybin gehörte zur 1. Abteilung der Hauptdirektion für Staatssicherheit des NKWD der UdSSR. 1937 trat er der Staatsicherheit bei, seit 1943 trug er den Rang eines Hauptmanns (Kapitan). Bei der Roten Armee gleichrangig dem Dienstgrad Oberst.</p>
<p><a href="#_ftnref8" name="_ftn8">[8]</a> Рыбин А.Т.: Письмо в редакцию журнала «Коммунист» 1982 г.<br />
Vgl. auch: Bogomolow, A.: Спасти Генералиссимуса Сталина (Spasti Generalissimusa Stalin). In: Komsomolskaja Pravda, 49. Jg. (2012), 6./13.12.2012, S. 52 f.</p>
<p><a href="#_ftnref9" name="_ftn9">[9]</a> Unterleutnant der Staatssicherheit. Siehe dazu: <a href="https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%9B%D0%B8%D0%BE%D0%BD,_%D0%92%D0%B8%D0%BA%D1%82%D0%BE%D1%80_%D0%AF%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%BB%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%9B%D0%B8%D0%BE%D0%BD,_%D0%92%D0%B8%D0%BA%D1%82%D0%BE%D1%80_%D0%AF%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%BB%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref10" name="_ftn10">[10]</a> Lukin, Kusma Pawlowitsch, geb. 1895. Im März 1945 Oberst der Zentralabteilung der Staatssicherheit.<br />
<a href="https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%9B%D1%83%D0%BA%D0%B8%D0%BD,_%D0%9A%D1%83%D0%B7%D1%8C%D0%BC%D0%B0_%D0%9F%D0%B0%D0%B2%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%9B%D1%83%D0%BA%D0%B8%D0%BD,_%D0%9A%D1%83%D0%B7%D1%8C%D0%BC%D0%B0_%D0%9F%D0%B0%D0%B2%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref11" name="_ftn11">[11]</a> Teterjatnik, Vitalij: Kto vy, Viktor Lion? In: Gudok, Nr. 17 v. 4.2.2016<br />
<a href="https://www.gudok.ru/newspaper/?ID=1326197&amp;archive=2016.02.04">https://www.gudok.ru/newspaper/?ID=1326197&amp;archive=2016.02.04</a><br />
Der Inhalt geht vermutlich auf einen Text zurück, der 1995 in der russischen Zeitschrift „Lokomotiv“ veröffentlicht wurde.<br />
Siehe auch: Kusnezowa, Maria: V nemetskij Potsdam – na «amerikance»&#8230;. In: Gudok, Nr. 49 v. 21.12.2007.<br />
<a href="https://www.gudok.ru/zdr/174/?ID=610381">https://www.gudok.ru/zdr/174/?ID=610381</a></p>
<p><a href="#_ftnref12" name="_ftn12">[12]</a> Mit Druckluft (ca. 8 bar) oder durch die Wirkung der Schwerkraft wurde Sand aus einem Vorratsbehälter (Sandkasten) durch Sandfallrohre unter die Räder geblasen bzw. vor den Rädern auf die Schienen gestreut, um die Reibung zwischen Rad und Schiene zu erhöhen und so den Zug abzubremsen.</p>
<p><a href="#_ftnref13" name="_ftn13">[13]</a> Vgl. Teterjatnik, Vitalij, a.a.O.</p>
<p><a href="#_ftnref14" name="_ftn14">[14]</a> <a href="https://trainpix.org/vehicle/71820/">https://trainpix.org/vehicle/71820/</a></p>
<p><a href="#_ftnref15" name="_ftn15">[15]</a> Ein am 10. Oktober 1974 in der Stadt Dnjepropetrowsk errichtetes Denkmal für die Dampflokomotive CO 17-1613wurde mit einer Tafel sehen, auf der zu lesen ist, dass sie Stalins Zug zur Potsdamer Konferenz zog.<br />
Siehe: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=6HqkOHT7kR0">https://www.youtube.com/watch?v=6HqkOHT7kR0</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref16" name="_ftn16">[16]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Grigori_Konstantinowitsch_Ordschonikidse">https://de.wikipedia.org/wiki/Grigori_Konstantinowitsch_Ordschonikidse</a></p>
<p><a href="#_ftnref17" name="_ftn17">[17]</a> Siehe dazu: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/S%C5%BDD-Baureihe_%D0%A1%D0%9E">https://de.wikipedia.org/wiki/S%C5%BDD-Baureihe_%D0%A1%D0%9E</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref18" name="_ftn18">[18]</a> Vgl. Badstübner, Rolf: Code „Terminal“. Die Potsdamer Konferenz, Illustrierte Historische Hefte 36, Berlin 1985, S. 7.</p>
<p><a href="#_ftnref19" name="_ftn19">[19]</a> Vgl. ebenda.</p>
<p><a href="#_ftnref20" name="_ftn20">[20]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Packard_(Automobilhersteller)#12._Serie">https://de.wikipedia.org/wiki/Packard_(Automobilhersteller)#12._Serie</a>.<br />
<a href="https://stalin-auto.my1.ru/index/pakkard_tvelv/0-8">https://stalin-auto.my1.ru/index/pakkard_tvelv/0-8</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref21" name="_ftn21">[21]</a> Zur Person: <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BB%D1%91%D0%B2,_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD_%D0%92%D0%BB%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9A%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BB%D1%91%D0%B2,_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD_%D0%92%D0%BB%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref22" name="_ftn22">[22]</a> <a href="https://yura-koshel.livejournal.com/133474.html">https://yura-koshel.livejournal.com/133474.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref23" name="_ftn23">[23]</a> Wolkogonow, Dimitri: Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt, Berlin 2015, S. 687 f.<br />
Zunächst war darüber nachgedacht worden, dass Stalin nach Berlin fliegt. Das lehnte er jedoch ab. Hintergrund dafür war, dass sein Flugzeug auf dem Weg zur Konferenz in Teheran in Luftlöcher geriet. Was ihm Angst und Schrecken eingejagt hatte. Das wollte er nicht noch einmal durchmachen. (Vgl. ebenda, S. 686 f.)</p>
<p><a href="#_ftnref24" name="_ftn24">[24]</a> Vgl. Montefiore, Simon Sebag: Stalin. Am Hof des Roten Zaren, Frankfurt a. Main 2009, S. 567. Er schreibt konkret:<br />
<em>„Um für angemessenen Schutz zu sorgen, sind 1.515 Einsatzkräfte des NKWD/GB und 17.409 NKWD-Soldaten wie folgt zu verteilen: Auf sowjetischem Territorium sechs, auf polnischem zehn und auf deutschem fünfzehn Mann pro Kilometer. Darüber hinaus werden auf der Strecke acht Panzerzüge patrouillieren – zwei in der UdSSR, zwei in Polen und vier in Deutschland.“</em></p>
<p><a href="#_ftnref25" name="_ftn25">[25]</a> Nikolai Nikolajewitsch Komov, geb. 8. März 1906, gehörte seit dem 9. Januar 1937 dem Staatssicherheitsdienst der UdSSR an. Am 24. Februar 1945 war er zum Major der Staatssicherheit befördert worden. Vermutlich für seine bei der Konferenz in Jalta als Sicherheitsoffizier erbrachten Leistungen. Bei der Staatssicherheit war er Leiter der Abteilung Eisenbahnwesen und in dieser Eigenschaft in Stalins Sonderzug Gehilfe des Zugkommandanten. Er starb am 12. Januar 1971 in Moskau.<br />
Vgl. <a href="https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%9A%D0%BE%D0%BC%D0%BE%D0%B2,_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B9_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%9A%D0%BE%D0%BC%D0%BE%D0%B2,_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B9_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87</a> sowie <a href="https://www.polkmoskva.ru/people/1021624/">https://www.polkmoskva.ru/people/1021624/</a></p>
<p><a href="#_ftnref26" name="_ftn26">[26]</a> Rolf Badstübner schreibt 1985, dass die technischen Kräfte um 6 Uhr am Abfahrtsort eingetroffen sein sollen. Molotow und seine Begleitung um 7 Uhr und Stalin um 7.30 Uhr.<br />
Vgl. Badstübner, Rolf, a.a.O.</p>
<p><a href="#_ftnref27" name="_ftn27">[27]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Panteleimon_Kondratjewitsch_Ponomarenko">https://de.wikipedia.org/wiki/Panteleimon_Kondratjewitsch_Ponomarenko</a></p>
<p><a href="#_ftnref28" name="_ftn28">[28]</a> <a href="https://www.sb.by/articles/stalin-v-belarusi.html">https://www.sb.by/articles/stalin-v-belarusi.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref29" name="_ftn29">[29]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baranawitschy">https://de.wikipedia.org/wiki/Baranawitschy</a></p>
<p><a href="#_ftnref30" name="_ftn30">[30]</a> Vgl. <em>Пономаренко, П</em>. <em>К</em>.: <em>Страницы моей жизни</em>, Минск, 1976.<br />
Zitiert auf: <a href="https://www.sb.by/articles/stalin-v-belarusi.html">https://www.sb.by/articles/stalin-v-belarusi.html</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref31" name="_ftn31">[31]</a> Vgl. Рельсы Победы. In: Наш современник, № 5/1985.<br />
Zititiert in: <a href="http://deduhova.ru/statesman/ivan-vladimirovich-kovalev/">http://deduhova.ru/statesman/ivan-vladimirovich-kovalev/</a></p>
<p><a href="#_ftnref32" name="_ftn32">[32]</a> Teterjatnik, Vitalij: Kto vy, Viktor Lion? In: Gudok, Nr. 17 v. 4.2.2016.</p>
<p><a href="#_ftnref33" name="_ftn33">[33]</a> Vgl. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Zb%C4%85szynek">https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Zb%C4%85szynek</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref34" name="_ftn34">[34]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Umspurung_(Eisenbahnfahrzeug)">https://de.wikipedia.org/wiki/Umspurung_(Eisenbahnfahrzeug)</a></p>
<p><a href="#_ftnref35" name="_ftn35">[35]</a> <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%90%D0%BD%D1%82%D0%B8%D0%BF%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE,_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B9_%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%90%D0%BD%D1%82%D0%B8%D0%BF%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE,_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B9_%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref36" name="_ftn36">[36]</a> Antipenko, N. A.: In der Hauptrichtung, Berlin 1982, S. 230 f.</p>
<p><a href="#_ftnref37" name="_ftn37">[37]</a> Zur Person von Alexander G. Tschernjakow:<br />
<a href="http://cyclowiki.org/wiki/%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D1%80_%D0%93%D0%B5%D0%BE%D1%80%D0%B3%D0%B8%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87_%D0%A7%D0%B5%D1%80%D0%BD%D1%8F%D0%BA%D0%BE%D0%B2">http://cyclowiki.org/wiki/%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B0%D0%BD%D0%B4%D1%80_%D0%93%D0%B5%D0%BE%D1%80%D0%B3%D0%B8%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87_%D0%A7%D0%B5%D1%80%D0%BD%D1%8F%D0%BA%D0%BE%D0%B2</a></p>
<p><a href="#_ftnref38" name="_ftn38">[38]</a> Zur Person von Nikolai W. Borisow:<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%91%D0%BE%D1%80%D0%B8%D1%81%D0%BE%D0%B2,_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B9_%D0%92%D0%BB%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%91%D0%BE%D1%80%D0%B8%D1%81%D0%BE%D0%B2,_%D0%9D%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%BB%D0%B0%D0%B9_%D0%92%D0%BB%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref39" name="_ftn39">[39]</a> Antipenko, N. A., a.a.O., S. 232.</p>
<p><a href="#_ftnref40" name="_ftn40">[40]</a> Vgl. ebenda, S. 251.</p>
<p><a href="#_ftnref41" name="_ftn41">[41]</a> Vgl. ebenda, S. 255.<br />
Lokführer dieses Zuges war Andreij J. Lesnikow.  Zur Person: <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9B%D0%B5%D1%81%D0%BD%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%B2,_%D0%90%D0%BD%D0%B4%D1%80%D0%B5%D0%B9_%D0%95%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9B%D0%B5%D1%81%D0%BD%D0%B8%D0%BA%D0%BE%D0%B2,_%D0%90%D0%BD%D0%B4%D1%80%D0%B5%D0%B9_%D0%95%D0%B3%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref42" name="_ftn42">[42]</a> Vgl. ebenda, S. 334.</p>
<p><a href="#_ftnref43" name="_ftn43">[43]</a> russisch: 7-й отдельного резерва колонны паровозов (ОРКП-7).</p>
<p><a href="#_ftnref44" name="_ftn44">[44]</a> In der Literatur wird das „Bahndepot Poznan“ erwähnt. Es könnte sich aber auch um das Bahnbetriebswerk Wolsztyn, rund 75 km südwestlich von Poznan, gehandelt haben.</p>
<p><a href="#_ftnref45" name="_ftn45">[45]</a> Zur Person Smirnows siehe: <a href="http://www.warheroes.ru/hero/hero.asp?Hero_id=12748">http://www.warheroes.ru/hero/hero.asp?Hero_id=12748</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref46" name="_ftn46">[46]</a> Der Name wird in den vor 2000 erschienenen Berichten in der russischen Fassung verwendet. Das russische „Pjotr“ ist das lettische „Pēteris“ = Pēteris Zirulis. Auskünfte über ihn sind im Internet aber nur über die russische Fassung des Namens zu finden.<br />
1915 geb. in einem Dorf bei Rēzekne (dtsch. Rositten) in Lettland geboren. 1.11.1942 inhaftiert, 7.1.1943 verurteilt, 30. April 1996 rehabilitiert. Паровозная колонны особого резерва НКПС № 7, Помощник машиниста. Проживал: ст.Свердловск, 7-я колонна НКПС. (<a href="http://lists.memo.ru/d35/f261.htm">http://lists.memo.ru/d35/f261.htm</a>). Für wie lange er verurteilt wurde und wann seine Freilassung erfolgte, geht aus den veröffentlichten Unterlagen nicht hervor. In Veröffentlichungen zu seiner Person aus der Zeit der UdSSR wird weder auf seine Verurteilung noch auf den Sopnderzug Stalins 1945 eingegangen.<br />
Vgl. dazu: Legendarnyy parovoz na P&#8217;yedestalje. In: Tjaga. Elektricheskaya i Teplovoznaya, Nr. 2/1970, S. 2 u. 14 sowie Ebenda, Nr. 5/1975, S. 8 bis 11. In beiden Ausgaben auch Fotos von Zirulis sowie von der Lokomotive und ihrer Mannschaft auf dem Schlesischen Bahnhof in Berlin im April 1945.</p>
<p><a href="#_ftnref47" name="_ftn47">[47]</a> Russisch: поездные кочегары грузин Борис Табилишвили, армянин Арам Авакян, помощники машиниста латыш Петр A. Цирулис, украинец Михаил Плетень, белорус Петр Зенин и машинист Алексей Смирнов.</p>
<p><a href="#_ftnref48" name="_ftn48">[48]</a> <a href="http://modernlib.net/books/konarev_n/zheleznodorozhniki_v_velikoy_otechestvennoy_voyne_19411945/read_29/">http://modernlib.net/books/konarev_n/zheleznodorozhniki_v_velikoy_otechestvennoy_voyne_19411945/read_29/</a></p>
<p><a href="#_ftnref49" name="_ftn49">[49]</a> Vgl. Teterjatnik, Vitalij, a.a.O.</p>
<p><a href="#_ftnref50" name="_ftn50">[50]</a> Viktorow, Viktor: Pojezd Generalissimusa. In: Gudok v. 3.8.2002.<br />
<a href="https://gudok.ru/newspaper/?ID=773979">https://gudok.ru/newspaper/?ID=773979</a></p>
<p><a href="#_ftnref51" name="_ftn51">[51]</a> Shukow, Georgij K.: Erinnerungen und Gedanken, Berlin 1969, S. 363.</p>
<p><a href="#_ftnref52" name="_ftn52">[52]</a> Vgl. Badstübner, Rolf, a.a.O., S. 13.<br />
Badstübners Zeitangabe ist mit Vorsicht zu behandeln, zumal er dafür keine Quellenangabe als Beleg liefert.</p>
<p><a href="#_ftnref53" name="_ftn53">[53]</a> Vgl. <a href="http://modernlib.net/books/konarev_n/">Конарев Н.</a>:  <a href="http://modernlib.net/books/konarev_n/zheleznodorozhniki_v_velikoy_otechestvennoy_voyne_19411945/">Железнодорожники в Великой Отечественной войне 1941–1945</a> – Чтение, S. 29)</p>
<p><a href="#_ftnref54" name="_ftn54">[54]</a> Vgl. <a href="https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%94%D0%BE%D0%BA%D1%83%D0%BC%D0%B5%D0%BD%D1%82:%D0%A3%D0%BA%D0%B0%D0%B7_%D0%9F%D1%80%D0%B5%D0%B7%D0%B8%D0%B4%D0%B8%D1%83%D0%BC%D0%B0_%D0%92%D0%A1_%D0%A1%D0%A1%D0%A1%D0%A0_%D0%BE%D1%82_16.09.1945_%E2%80%94_%D1%87%D0%B0%D1%81%D1%82%D1%8C_1_%D0%B8%D0%B7_8">https://nkvd.memo.ru/index.php/%D0%94%D0%BE%D0%BA%D1%83%D0%BC%D0%B5%D0%BD%D1%82:%D0%A3%D0%BA%D0%B0%D0%B7_%D0%9F%D1%80%D0%B5%D0%B7%D0%B8%D0%B4%D0%B8%D1%83%D0%BC%D0%B0_%D0%92%D0%A1_%D0%A1%D0%A1%D0%A1%D0%A0_%D0%BE%D1%82_16.09.1945_%E2%80%94_%D1%87%D0%B0%D1%81%D1%82%D1%8C_1_%D0%B8%D0%B7_8</a></p>
<p><strong>© Dr. Witold Lukjanenko, Gastbeitrag für GeschichtsManufaktur Potsdam </strong>(09.05.2020)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/05/09/operation-%d0%bf%d0%b0%d0%bb%d1%8c%d0%bc%d0%b0-stalins-sonderzug-nach-potsdam/">Operation „Пальма“: Stalins Sonderzug nach Potsdam</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
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		<title>Operation „Пальма“ und das NKWD: Vorbereitung der Potsdamer Konferenz</title>
		<link>https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/03/06/operation-%d0%bf%d0%b0%d0%bb%d1%8c%d0%bc%d0%b0-und-das-nkwd-vorbereitung-der-potsdamer-konferenz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[geschichtsmanufaktur]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2020 14:35:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Iran gab es Palmen, auf der Krim waren Palmen, und in Berlin wird es &#8222;Пальма&#8220; geben. (Lawrentij P. Berija, 3. Juli 1945[1]) Am 6. Juni 1945, 18 Uhr, trafen sich Josif W. Stalin, Vorsitzender des Rates der Volkskommissare und oberster Befehlshaber der Roten Armee, und der Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten der UdSSR, Wjatscheslaw M. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/03/06/operation-%d0%bf%d0%b0%d0%bb%d1%8c%d0%bc%d0%b0-und-das-nkwd-vorbereitung-der-potsdamer-konferenz/">Operation „Пальма“ und das NKWD: Vorbereitung der Potsdamer Konferenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align: center;">Im Iran gab es Palmen, auf der Krim waren Palmen,<br />
und in Berlin wird es &#8222;Пальма&#8220; geben.<br />
(Lawrentij P. Berija, 3. Juli 1945<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>)</p>
</blockquote>
<p>Am 6. Juni 1945, 18 Uhr, trafen sich Josif W. Stalin, Vorsitzender des Rates der Volkskommissare und oberster Befehlshaber der Roten Armee, und der Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten der UdSSR, Wjatscheslaw M. Molotow, mit Harry L. Hopkins, Sondergesandter des US-Präsidenten Harry S. Truman, und der Botschafter der USA in der UdSSR,  William A. Harriman im Kreml.  Mit dabei waren auch die Dolmetscher beider Seiten, Wladimir N. Pawlow und Charles Bohlen. Es war ihr, in diesem Kreis im Verlauf weniger Tage geführtes, sechstes und letztes Gespräch. Wichtiges Ergebnis: Die Bestätigung des Termins für den Beginn der Konferenz der Großen Drei: der 15. Juli 1945.<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a>Dass es eine derartige Beratung geben sollte – ein Wunsch von Winston Churchill, dem sich der neue US-Präsident Truman anschloss – war bereits seit der letzten Mai-Woche klar und auch über die Orte der Durchführung der Beratungen sowie der Unterbringung der Delegationen herrschte weitgehend Klarheit. Georgi K. Shukow, Oberkommandierender der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland, schrieb in seinen Memoiren:</p>
<blockquote><p>Ende Mai 1945 kündigte J. W. Stalin in einem Gespräch mit mir an, daß Harry Hopkins, ein Vertrauter des US-Präsidenten, mich auf der Durchreise in Berlin kennenlernen und sprechen wollte. Ich kannte Hopkins nicht persönlich. Er war aber, wie Stalin sagte, eine hervorragende Persönlichkeit. Hopkins hatte viel für die Festigung der wirtschaftlichen Beziehungen der USA zur Sowjetunion getan. … An dem Gespräch beteiligte sich Wyschinski. Wir luden das Ehepaar zum Kaffee ein. Hopkins sagte, er sei in Moskau bei Stalin gewesen, um Fragen der bevorstehenden Gipfelkonferenz zu regeln. „Churchill besteht darauf, die Konferenz für den fünfzehnten Juni nach Berlin einzuberufen“, sagte Hopkins, „wir werden bis dahin aber noch nicht bereit sein, an einer so verantwortungsvollen Konferenz teilzunehmen. Unser Präsident hat vorgeschlagen, die Konferenz auf den fünfzehnten Juli anzusetzen. Wir sind sehr erfreut, daß Herr Stalin mit unserem Vorschlag einverstanden ist.“<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a></p></blockquote>
<p>Hopkins selbst hatte Winston Churchill in kurzer Form vorab über seinen Zwischenstopp in Berlin informiert:</p>
<blockquote><p>Ich verlasse Moskau am Morgen. Ich werde ein bisschen Sightseeing in Berlin machen, dann nach Hause.<a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a></p></blockquote>
<p>Hopkins war vermutlich am 7. Juni bei Shukow. Wenig später erhielt dieser erneut Besuch, aus Moskau:</p>
<blockquote><p>Bald darauf trafen bei uns Generäle des Staatssicherheitsdienstes und Mitarbeiter des Volkskommissariats für Auswärtige Angelegenheiten ein, um die Konferenz vorzubereiten. Ich erklärte ihnen, daß Berlin keine geeigneten Voraussetzungen für eine Gipfelkonferenz habe. Ich schlug ihnen vor, sich Potsdam und Babelsberg anzusehen. Potsdam war ebenfalls stark zerstört, so daß es schwierig gewesen wäre, die Delegationen dort unterzubringen. Das einzige erhaltengebliebene große Gebäude war Schloß Cecilienhof. Dort gab es Raum genug für Sitzungen und für die Arbeit der zahlreichen Experten und Berater. Für die Einquartierung der Delegationsleiter, der Außenminister, der Hauptberater und -experten eignete sich der Vorort Babelsberg, den der Krieg fast unbehelligt gelassen hatte. In Babelsberg hatten vor dem Kriege höchste Regierungsbeamte, Generale und Nazis gewohnt. Der Ort bestand aus zahlreichen zweigeschossigen Villen, die in Grün gebettet waren. Moskau stimmte unserem Vorschlag zu, die Konferenz in Potsdam vorzubereiten. Die Engländer und die Amerikaner gaben ebenfalls ihr Einverständnis.<a href="#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a></p></blockquote>
<p>Stalin und Molotow waren sehr gut vorbereitet, was das Thema der Konferenz der Großen Drei anbelangte, als sie am 6. Juni mit Hopkins und Harriman sprachen. Sie ließen sich das aber nicht anmerken. Denn bereits am 28. Mai 1945 sollen grundlegende Fragen geklärt worden sein, nachdem ihnen bekannt war, dass die Sowjetunion von Churchill und Truman auserkoren wurde, die Gastgeberrolle übernehmen zu müssen.<br />
Am 28. Mai 1945 hatten sich im Büro Stalins, in dem sich bereits Lawrentij P. Berija, Volkskommissar für Innere Angelegenheiten,  befand, der stellvertretende Volkskommissar für Innere Angelegenheiten, Kommissar für Staatssicherheit des 2. Ranges, Sergej N. Kruglow, und der stellvertretende Leiter der 6. Direktion des NKGB (Regierungssicherheit) und Chef von Stalins Leibgarde, Kommissar für Staatssicherheit des 3. Ranges, Nikolai S. Wlasik eingefunden. Das Briefing dauerte nach den Einträgen im Besucher-Tagebuch Stalins genau fünf Minuten. Alle mit der Vorbereitung und Durchführung der Konferenz verbundenen organisatorischen Maßnahmen wurden mit dem Codewort „Операция Пальма“ (Operation „Palme“) bezeichnet und Kruglow gemeinsam mit Wlasik zu den Hauptverantwortlichen für die Umsetzung derselben ernannt. Am Nachmittag des 29. Mai trafen beide in Berlin ein und verschafften sich einen ersten Überblick über die Situation. Nach Moskau meldeten sie, dass die Eisenbahnverbindung bis Berlin am 4. Juni wiederhergestellt sei. Schwieriger wäre es jedoch, einen geeigneten Ort für die Konferenz zu finden.<a href="#_ftn6" name="_ftnref6">[6]</a></p>
<p>Vermutlich nach dem Gespräch mit Hopkins und Harriman entstand der Befehl des NKWD<a href="#_ftn7" name="_ftnref7">[7]</a> der UdSSR vom 6. Juni 1945 „<em>Об  обеспечении специальных мероприятий по объектам «Пальма»</em>“ (deutsch: <em>Über die Sicherstellung besonderer Maßnahmen für die Objekte &#8222;Palme</em>&#8222;). Darin war unter anderem die personelle Verantwortung für die Vorbereitung der Konferenz festgelegt worden.</p>
<p>Ganz oben in der Hierarchie standen J. W. Stalin und Außenminister W. M. Molotow. Dann folgten Lawrenti P. Berija, Volkskommissar für Innere Angelegenheiten und der Chef von Stalins Leibwache Nikolai S. Wlasik, Erster Stellvertreter des Chefs der 6. Verwaltung des NKWD der UdSSR, Kommissar für Staatssicherheit 3. Ranges. Die Aufsicht in Deutschland hatte, als offizieller Vertreter Stalins und Molotows, der stellvertretende Außenminister der UdSSR, Andrej J. Wyschinski. Als einziger Zivilist war er am 9. Mai 1945 dabei, als in Berlin-Karlshorst die Urkunde über die bedingungslose Kapitulation Deutschlands unterzeichnet wurde. Auch in der Folgezeit war er stets präsent und überwachte die Handlungen der Militärs.<a href="#_ftn8" name="_ftnref8">[8]</a><br />
Der Stab für die Organisation und Durchführung der Maßnahmen der Operation „Palme“<a href="#_ftn9" name="_ftnref9">[9]</a> vor Ort bestand vor allem aus Personen des dem Innenministerium, damit Berija, unterstehenden Sicherheitsapparates. Aus dem:<br />
Stellvertreter des Volkskommissars für Innere Angelegenheiten, Kommissar für Staatssicherheit 2. Ranges<a href="#_ftn10" name="_ftnref10">[10]</a>, Sergej N. Kruglow<a href="#_ftn11" name="_ftnref11">[11]</a>;<br />
Stellvertreter des Volkskommissars für Innere Angelegenheiten, Kommissar für Staatssicherheit 2. Ranges, Iwan A. Serow<a href="#_ftn12" name="_ftnref12">[12]</a>;<br />
Ersten Stellvertreter des Chefs der 6. Verwaltung des NKWD der UdSSR, Kommissar für Staatssicherheit 3. Ranges, Nikolai Wlasik.<a href="#_ftn13" name="_ftnref13">[13]</a><br />
Die Aufgabe der praktischen Umsetzung der Maßnahmen fiel in die Verantwortung der Militärs. Und zwar in die der im Raum Berlin befindlichen 1. Belorussischen Front. Als Oberbefehlshaber der Roten Armee hatte Stalin auch hier das Sagen. Ihm unterstand Marschall Shukow, zunächst Oberbefehlshaber der 1. Belorussischen Front, ab 9. Juni 1945 Oberbefehlshaber der Gruppe der Sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland (GSBT) und Oberster Chef der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD). Unterstützt wurde Shukow von den Mitgliedern seines Frontstabes, die ab 9. Juni überwiegend das Oberkommando bildeten.<br />
Der Sitz des Oberkommandos der Gruppe der Sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland befand sich in Neubabelsberg, im ehemaligen Sitz des Präsidiums des Deutschen Roten Kreuzes, heute August-Bebel-Straße 89.<a href="#_ftn14" name="_ftnref14">[14]</a> Am 26. April 1945 war das DRK-Gelände von sowjetischen Truppen besetzt worden. Elitesoldaten sicherten es. Es ist davon auszugehen, dass Shukow das Areal mit seinem Stab in Verbindung mit der Konkretisierung der Planungen für die Drei-Mächte-Konferenz bezog, also in der letzten Mai-Woche 1945. Ab 10. Juni 1945 war es offiziell der Sitz des GSBT-Oberkommandos. In einer Studie der Universität Potsdam heißt es, dass „<em>sich im Hauptquartier etwa 8.000 Mann</em>“ befanden.<a href="#_ftn15" name="_ftnref15">[15]</a> Das bezieht sich vermutlich nicht allein auf das ehemalige DRK-Gelände, mit Präsidiumssitz und DRK-Hauptlager, sondern hier müssen auch die Truppenteile mit einberechnet worden sein, die sich auf anderen Arealen des Sperrgebiets Neubabelsberg befanden, u.a. auf dem vormaligen UFA-Gelände.</p>
<p>Bis zum 17. Juni wussten Churchill und Truman lediglich, dass die „Dreier-Konferenz“ in Berlin bzw. in dessen Umgebung stattfinden sollte. Aber die genauen Orte für die Tagung und für die Unterbringung der Delegationen waren ihnen nicht bekannt. Deshalb schrieb Churchill am 17. Juni 1945 an Stalin:</p>
<blockquote><p>1. Es ist äußerst wichtig, dass der genaue Ort der bevorstehenden Konferenz so bald wie möglich festgelegt wird, da viele Vorarbeiten erforderlich sein werden.</p>
<p>2. Ich bin fest davon überzeugt, und bin mir sicher, sie stimmen mir zu, dass bei dieser Gelegenheit die russische, die amerikanische und die britische Delegation jeweils getrennte Enklaven haben und dass sie selbst Vorkehrungen für Unterkunft, Verpflegung, Transport, Bewachung und Kommunikation treffen sollten usw. Ich schlage vor, dass es einen vierten Ort geben sollte, an dem sich die drei Delegationen treffen könnten, um zu beraten. Es wäre sehr zu schätzen, wenn die Sowjetregierung Vorkehrungen für diesen gemeinsamen Treffpunkt treffen würde.</p>
<p>3. Präsident Truman ist völlig einverstanden mit dem obigen Vorschlag.</p>
<p>4. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir so bald wie möglich mitteilen würden, welches Gebiet in der Nähe Berlins Sie für die Konferenz vorschlagen und welche genauen Orte innerhalb dieses Gebiets für die Zuweisung an die sowjetische, die amerikanische und die britische Delegation. Nach Eingang Ihrer Antwort würde ich Feldmarschall Montgomery umgehend anweisen, in Absprache mit Marschall Schukow und General Eisenhower eine Vorauspartei zu entsenden, um alle Vorkehrungen für die britische Delegation zu treffen.</p>
<p>5. Ich hoffe, dass auch berücksichtigt wird, dass wir einen Flugplatz in der Nähe unseres Delegationsbereichs benötigen. Wir könnten uns mit den Amerikanern, wenn es Ihnen passt, einen Flugplatz teilen.<a href="#_ftn16" name="_ftnref16">[16]</a></p></blockquote>
<p>Am 21. Juni 1945 erfuhren die alliierten Staatsoberhäupter Genaueres. In einem Gespräch in der Moskauer Botschaft der USA mit deren Erstem Sekretär, Edward Page Jr.<a href="#_ftn17" name="_ftnref17">[17]</a>, informierte der stellvertretende Außenminister der UdSSR, Andrej J. Wyschinski, über die Orte für die Unterbringung der Delegationen und für die Durchführung der Konferenz:</p>
<blockquote><p>Mr. Vyshinski teilte mit, dass er noch keine endgültige Information geben könne. Jedoch war vorgeschlagen worden, wie bei der Krim-Konferenz, jeder Delegation eine besondere Zone zuzuweisen. Da Berlin völlig zerstört sei, habe man beschlossen, die Konferenz in Babelsberg bei Potsdam abzuhalten. Die Konferenz selbst würde im Palast des Kronprinzen tagen.<a href="#_ftn18" name="_ftnref18">[18]</a></p></blockquote>
<h2>Minensuche im Schloss Cecilienhof und im Neuen Garten</h2>
<p>Damit waren Shukow und sein Stab nun auch offiziell gefordert, die Arbeiten für die Vorbereitung der Konferenz rechtzeitig zu einem Ende zu bringen. Vorarbeiten hatten sie bereits geleistet, dennoch war noch einiges zu tun:</p>
<blockquote><p>In fieberhafter Eile wurden nun Gelände, Gebäude, An- und Abfahrtswege gebührend vorbereitet. Für diese Arbeiten mußten zahlreiche Abteilungen und Kommandos der Pioniertruppen bereitgestellt werden. Es wurde beinahe nahezu ununterbrochen Tag und Nacht gearbeitet. Bis zum 10. Juli waren sämtliche Arbeiten abgeschlossen, auch die Herrichtung der Räumlichkeiten ging zu Ende. Es muß dem Personal der Rückwärtigen Dienste der Front hoch angerechnet werden, daß es binnen kurzer Zeit ein kolossales Pensum bewältigt hat. Besonders hohe Anforderungen stellte diese Arbeit an den Chef der Unterkunftsabteilung der Front, Oberst G. D. Kossogljad.<a href="#_ftn19" name="_ftnref19">[19]</a></p></blockquote>
<p>Was Shukow in seinen (gedruckten) Memoiren nur in einem Absatz beschreibt, aber als ein zu bewältigendes „kolossales Pensum“ bezeichnet, war eine enorme Leistung, die zunächst vor allem die im Raum Berlin-Potsdam stationierten sowjetischen Truppen zu bewältigen hatten. Mit den dann im Zusammenhang mit der Organisation der Anreise Stalins von Moskau nach Berlin entlang der Fahrtroute und im Umfeld der Potsdamer Konferenz zum Einsatz gekommenen weiteren Einheiten der Grenztruppen und der Staatssicherheit waren es allein von sowjetischer Seite mehrere Tausend Menschen, die für die Konferenz tätig waren. Hinzu kamen noch die britischen und amerikanischen Einheiten, die den Aufenthalt ihrer jeweiligen Delegationen vorbereiteten und während der Konferenz in allen Bereichen absicherten.<br />
Bislang sind ihre Leistungen nicht gewürdigt worden. Aber es ist erforderlich. Ein einzelner Historiker oder eine einzelne Historikerin ist dazu nicht in der Lage. Hierzu wäre eine internationale Arbeitsgruppe erforderlich, mit Russen, Amerikanern, Briten, Deutschen, Polen und Franzosen. In den Archiven der jeweiligen Länder sowie in den in privater Hand befindlichen Unterlagen einzelner Teilnehmer der Konferenz versteckt sich eine Vielzahl bislang nicht erfasster und ausgewerteter Unterlagen. An dieser Stelle ist es nicht möglich, die umfangreichen Vorarbeiten für die Konferenz gebührend zu beschreiben und zu würdigen. Deshalb erfolgt eine Auswahl einzelner, bislang noch nicht in deutscher Sprache beschriebener Tätigkeitsfelder. Generaloberst Alexej Iwanowitsch Proschljakow<a href="#_ftn20" name="_ftnref20">[20]</a> kommandierte die Ingenieurtruppen der 1. Belorussischen Front. In dieser Eigenschaft hatte er die Oberaufsicht  über die Arbeiten zur Aufklärung und Beseitigung von Minen und anderen Explosivstoffen in den für die Drei-Mächte-Konferenz vorgesehenen Gebieten und Parkanlagen, in Potsdam und auch im Schloss Cecilienhof.<a href="#_ftn21" name="_ftnref21">[21]</a> Brigadeoberst Viktor K. Kharchenko<a href="#_ftn22" name="_ftnref22">[22]</a>, Stellvertretender Kommandeur der 1. Selbständigen Motorisierten Ingenieur-Gardebrigade der Reserve des Oberkommandos der Roten Armee<a href="#_ftn23" name="_ftnref23">[23]</a>,   hatte in seinem Bestand das 8. Mineur-Spezialbataillon. In seinen 1973 erschienenen Memoiren berichtet er über die besonderen Aufgaben, die die Einheit in Vorbereitung der Potsdamer Konferenz übertragen bekam.</p>
<blockquote><p>Mitte Mai erhielt unsere Brigade eine verantwortungsvolle Aufgabe – Erkundung und Minenräumung in Potsdam und auf den Autostraßen, die diese Stadt mit Berlin und den drei nächstgelegenen Flughäfen verbanden. Zu der Zeit kannten wir die Ursache für diese dringende Aufgabe nicht. Aber wir vermuteten, dass es eine große internationale Konferenz geben könne. Die Kampfaufgabe übernahm das 8. Mineur-Spezialbataillon. Es war in Babelsberg in Gebäuden des „UFA“-Filmstudios stationiert. … Die Erkundung zeigte, dass unser Bataillon für die gründliche Beräumung explosiver Gegenstände und Minen mit Langzeitzündung mindestens fünf bis sechs Monate benötigen würde. Wir bekamen dafür aber maximal anderthalb Monate Zeit. Auf der Offiziersberatung des Bataillons wurde eine salomonische Entscheidung getroffen – nur die Gebäude und Straßen zu überprüfen und zu beräumen, die mit der bevorstehenden Konferenz in Verbindung standen. Das übrige Territorium von Potsdam wurde vorübergehend von unseren Truppen bewacht. Die Beräumung dieses Gebiets konnte dann nach Abschluss der Konferenz erfolgen.<a href="#_ftn24" name="_ftnref24">[24]</a></p></blockquote>
<p>Die Erkundung und Beseitigung von Kampfmitteln erfolgte vorrangig auf den Straßen zu den Flughäfen Gatow, Tempelhof und Dallgow sowie nach Berlin.  Nachdem das im Neuen Garten gelegene Schloss Cecilienhof als Tagungsort ausgewählt worden war und die Villenkolonie Neubabelsberg als Areal für die Unterbringung der Delegationen, wurden dort alle Straßen sowie Zugangswege untersucht. Das traf auch für den Neuen Garten zu, das Schloss und die für die Delegationen vorgesehenen, zuvor von ihren früheren Bewohnern geräumten Wohnhäuser. Die Pioniere arbeiteten in Schichten, 12 bis 14 Stunden täglich. Bei der Suche nach Minen, vor allem nach solchen mit Zeitzündern, und nach sonstigen liegen gebliebenen Kampfmitteln wurde jeder Meter Straße untersucht und jeder Quadratzentimeter der Wände und Böden in den Gebäuden. In den Gebäuden aufgefundene Wandverkleidungen klopften und hörten sie ab.<a href="#_ftn25" name="_ftnref25">[25]</a></p>
<blockquote><p>Viel Zeit und Kraft wurde auch für die Kampfmittelberäumung im Neuen Palais, im Marmorpalais und im Schloss Charlottenhof aufgewendet. Die meisten Gebäude des Schlösserensembles wurden in der Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet. Allerdings wurde die Mehrzahl von ihnen nach dieser Zeit mehrfach umgebaut. Deshalb zeichneten unsere Offiziere genaue Pläne der Räume, Keller und Verbindungen neu. Es kam vor, dass die Pioniere in den Wänden verschiedene Hohlräume feststellten. In solchen Fällen wurden diese unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen sorgfältig geöffnet. Meistens befanden sich in den Hohlräumen vor Jahrhunderten eingerichtete Verstecke zur Aufbewahrung von Wertgegenständen und Geheimdokumenten. Glücklicherweise wurden keinerlei Minen mit Langzeitzündern gefunden. Ja, den Hitler´schen Pionieren stand vor Berlin der Sinn schon nicht mehr nach verschiedenen explosiven Überraschungen.<a href="#_ftn26" name="_ftnref26">[26]</a></p></blockquote>
<p>Minen mit Langzeitzündern wurden nicht gefunden, jedoch viele andere explosive Gegenstände. In den von den Pionieren der Roten Armee kontrollierten Gebäuden in Neubabelsberg entdeckten sie mitunter Schusswaffen sowie so genannte „kalte“ Waffen, Generalsparadeuniformen und Schachteln mit Sammlungen verschiedener Orden. „Einmal wurde sogar im Keller einer Villa ein SS-Standartenführer festgenommen und im benachbarten Haus – ein hochrangiger Gestapomann.“<a href="#_ftn27" name="_ftnref27">[27]</a> Besonders sensibel wurde bei der Entdeckung von Explosivmunition mit Zeitzündern reagiert. So entdeckten sie im Pfeiler einer zerstörten Brücke auf der Autobahn von Potsdam nach Berlin einen „unbekannten Zünder mit Verzögerungswirkung“. Es handelte sich um einen chemischen Zünder. Aber zunächst war unklar, für welche Reaktionszeit er entwickelt worden war. Zudem war zu dem Zeitpunkt nicht klar, ob es sich um den einzigen Zünder dieser Art handelte oder ob nicht noch mehr versteckt worden waren.</p>
<blockquote><p>Der Brigadekommandeur entschied, unverzüglich Major Treguba mit dem Zünder nach Moskau zu schicken. Wenn dort in der Technischen Verwaltung festgestellt wird, dass der Zünder für eine Langzeitverzögerung konstruiert ist, muss die Frage nach einer Verlegung der Konferenz aus Potsdam in einen anderen Ort gestellt werden. Zu dieser Zeit hatten die Pioniere in den Brückenpfeilern noch einige weitere chemische Zünder des gleichen Typs gefunden. Erneut wurde das „faschistische Geschenk“ sorgfältig untersucht. Dieses Mal gelang es festzustellen, dass die Verzögerungszeit lediglich auf 5 Minuten berechnet war. Augenscheinlich wollten die Hitler`schen Pioniere damit die Brücke sprengen und es schaffen, ihre Beine noch vor Auslösung der Sprengung aus der Region fortzubekommen. Uns fiel ein Stein vom Herzen. Die Notwendigkeit der Dienstreise von Major Treguba nach Moskau entfiel.<a href="#_ftn28" name="_ftnref28">[28]</a></p></blockquote>
<p>Anfang Juli erhielt die Einheit den Befehl, das Schloss Cecilienhof noch einmal gründlich abzusuchen. Wie bereits in allen anderen von ihnen untersuchten Schlössern überprüften sie sorgfältig alle verdächtigen Stellen im Gebäude und auf dem es umgebenden Gebiet.</p>
<blockquote><p>Einmal stellte ein Pionier aus der Kompanie von Paschkow einen Hohlraum in einer Ziegelinnenwand neben dem angenommenen Sitzungssaal fest. Das wurde unverzüglich dem Potsdamer Kommandanten gemeldet (259). Was tun? Die Wand, die mit cremefarbenen Tapeten bedeckt und mit rotem Holz getäfelt war, aufbrechen oder nicht? Sie wieder herzustellen, wäre sehr schwierig, und Zeit war dafür auch nicht mehr übrig. Andererseits ging es auch nicht ohne Überprüfung – im Hohlraum konnte ja eine Mine mit Langzeitwirkung stecken. Der Kommandant bat: „Genossen Pioniere, vielleicht geht es auch ohne Aufbrechen der Wand? Bitte denkt nach, denn die bevorstehende bedeutende Maßnahme wird in Kürze beginnen.“ Man dachte nach und fand einen Ausweg. Die Wand wurde sorgfältig von oben bis unten abgeklopft. Es stellte sich heraus, dass der Hohlraum bis in einen Kellerraum reichte. Dort wurde die Ziegelwand dann aufgebrochen. Es zeigte sich, dass vom Keller bis zum Dachboden eine sorgfältig verborgene Geheimtreppe führte. Zu untersuchen, wofür diese diente und wann sie erbaut wurde, blieb keine Zeit. Jedenfalls hat uns auch dieses Geheimnis eines Potsdamer Schlosses viel Zeit und Kraft gekostet.<a href="#_ftn29" name="_ftnref29">[29]</a></p></blockquote>
<p>Bis Anfang Juli waren die Erkundung und Beräumung der Kampfmittel in den für die Konferenz vorgesehenen Gebieten und Gebäuden abgeschlossen. Parallel mit den Minensuchern waren Pioniereinheiten und Teile der in Potsdam und Babelsberg lebenden Erwachsenen für Vorbereitungsarbeiten eingesetzt. Sie beräumten Straßen von Trümmern und Zeugnissen der bis zum 26. April 1945 geführten Kämpfe. Die Pioniere bauten im Konferenzgebiet provisorische Brücken oder, wo dies möglich war, stellten die vorherigen wieder her. Am 2. Juli waren die Kraftwerke in Babelsberg und Potsdam repariert und wurden wieder in Betrieb genommen. Garagen und die Flugplätze in Dallgow und Kladow waren erneut nutzbar. Die Versorgungs- und Entsorgungsleitungen nach Neubabelsberg und innerhalb des künftigen Sperrgebiets wurden untersucht und repariert, ebenso die Telefonleitungen. Beteiligt waren an den technischen Arbeiten auch Ingenieure aus Diensteinheiten des NKWD. Alle Hände voll zu tun hatte ebenfalls die Unterkunftsabteilung der 1. Belorussischen Front. Ingenieur-Oberst Grigori Davidowitsch Kosogljad<a href="#_ftn30" name="_ftnref30">[30]</a> war ihr Chef. Ihm oblag die Beschaffung der für die Konferenz und für die Unterbringung der Delegationen der drei Großmächte benötigten Gebäude, deren Renovierung und Möblierung. Das galt auch für die Ausstattung von Schloss Cecilienhof, dessen vorherige Bewohner – Kronprinz Wilhelm von Preußen und seine Frau Cecilie von Preußen – auf ihrer Flucht vor der anrückenden Roten Armee den größten Teil der Einrichtung mitgenommen hatten.</p>
<blockquote><p> „Stalin forderte häufig Berichte an über den Verlauf der Vorbereitungen für die Konferenz, …, ihn interessierten Details, und er gab Anweisungen.“<a href="#_ftn31" name="_ftnref31">[31]</a></p></blockquote>
<p>Mitunter erkundigte er sich mehrmals am Tag bei Berija nach Details. Und wenn dieser nicht in der Lage war, zufriedenstellende Auskünfte zu erteilen, mussten die vor Ort arbeitenden Kräfte die gewünschten Informationen beschaffen.</p>
<h2>Häuser für die Siegermächte</h2>
<p>Die von Churchill und Truman zum Gastgeber der Konferenz gekürte Sowjetunion ging bei der Klärung der Unterbringung der Delegationen davon aus, dass diese in der Größe anreisen würden, wie das bereits bei der Konferenz in Jalta (4./11. Februar 1945) der Fall war. Deshalb hatten die Quartiermeister der Roten Armee in Neubabelsberg zunächst alle Gebäude und Grundstücke in Beschlag genommen, die dem Deutschen Reich oder mit ihm verbundener Unternehmen und Einrichtungen gehört hatten. Die zweite Gruppe von ihnen beschlagnahmter Gebäude waren leerstehende, weil ihre Bewohner bzw. Eigentümer vor der Roten Armee in Richtung Westen geflohen waren. Hinzu kamen alle Häuser, die sich in dem Gebiet befanden, das als Sondergebiet bzw. Sperrgebiet Neubabelsberg für die Nutzung während der Konferenz und darüber hinaus vorgesehen war. Die Außengrenzen dieses Gebietes werden im Mai 1945 festgelegt worden sein, die Grenzen der darin liegenden drei Sektoren (USA, Großbritannien, Sowjetunion) im Juni. Inwieweit die Grenzen des Sperrgebiets im Verlauf der Vorbereitungen weiter in Richtung Westen verschoben wurden, lässt sich bislang nicht belegen. Bekannt ist jedoch, wie die sowjetischen Gastgeber überrascht wurden (und zwar negativ) , als ihnen die Briten und die Amerikaner die Listen mit den Teilnehmern ihrer jeweiligen Delegation plus die Übersichten mit dem zu deren Betreuung benötigten Personal vorlegten und die damit verbundenen Wünsche, was die Unterbringung anbelangte. Die Zahlen waren um ein Wesentliches höher als in Jalta.<br />
Letztlich waren es ca. 320 Häuser, die in Vorbereitung der Potsdamer Konferenz bzw. in Verbindung mit ihr, beschlagnahmt wurden und bis 1956 zum Sperrgebiet Neubabelsberg gehörten. Die Repräsentanten aller drei an der Potsdamer Konferenz beteiligten Mächte waren sich bewusst, was sie den Eigentümern und den noch darin lebenden Menschen in den für ihren Aufenthalt beschlagnahmten Häusern zumuteten. Aber weder Churchill noch Truman machten sich darüber Gedanken. Die Deutschen waren die Verlierer, also mussten sie das aushalten, so vermutlich die das Gewissen der beiden beruhigende Rechtfertigung. Der für Churchills Regierung tätige Alexander Cadogan ist, wie bislang bekannt, der einzige der in Neubabelsberg wohnenden Teilnehmer der Konferenz, der sich sehr deutlich zu dem Problem der geräumten Häuser äußerte, indem er seiner Frau damals schrieb:</p>
<blockquote><p>Alle Deutschen hatten sie natürlich verlassen müssen. Wo sie hingegangen sind, weiß keiner. Kannst Du dir vorstellen, was wir fühlen würden, wenn Deutsche und Japaner dies in England tun würden und wenn wir alle unser Bündel hätten schnüren müssen, damit Hitler und Co. in unseren Häusern hocken und über unser Schicksal entscheiden könnten, während wir in Höhlen in den Trümmerhaufen von London leben?<a href="#_ftn32" name="_ftnref32">[32]</a></p></blockquote>
<p>Bis heute ist in der Literatur aber eine Rechtfertigungs-Argumentation zu finden, die sich aus der Charakterisierung von Neubabelsberg herleitet.</p>
<blockquote><p> „In der Region Potsdam und Babelsberg lebten im Sommer die Vertreter der Oberschicht des faschistischen Reiches.“<a href="#_ftn33" name="_ftnref33">[33]</a></p>
<p>In Babelsberg hatten vor dem Kriege höchste Regierungsbeamte, Generale und Nazis gewohnt. (Shukow)<a href="#_ftn34" name="_ftnref34">[34]</a></p>
<p>Der Vorort Neubabelsberg liegt ungefähr zwanzig Kilometer südwestlich von Berlin auf dem Wege nach Potsdam in einer dicht bewaldeten Gegend zwischen dem Teltower Kanal und dem gewundenen Griebnitzsee. Er war vor dem Krieg der Sitz der Filmindustrie und ein beliebter Sommeraufenthalt. Ich wurde in einer dreistöckigen Villa, Kaiserstraße Nr. 2, untergebracht, die das Heim des Generaldirektors einer deutschen Filmgesellschaft gewesen war. (Harry S. Truman)<a href="#_ftn35" name="_ftnref35">[35]</a></p></blockquote>
<p>Der britische Premierminister Winston Churchill und seine ihn als persönlicher Adjutant begleitende Tochter Mary haben sich in Neubabelsberg wohl gefühlt. Aber in ihren Memoiren ist kein Satz über das Wohngebiet und seine vormaligen Bewohner zu finden. Und das zieht sich durch die Mehrzahl der Veröffentlichungen zur Potsdamer Konferenz – entweder Einschätzungen, wie in den vorstehenden Zitaten oder Schweigen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/03/Britische-Delegation_1-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2319 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/03/Britische-Delegation_1-1024x729.jpg" alt="" width="640" height="456" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/03/Britische-Delegation_1-1024x729.jpg 1024w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/03/Britische-Delegation_1-1536x1094.jpg 1536w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/03/Britische-Delegation_1-2048x1458.jpg 2048w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/03/Britische-Delegation_1-300x214.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/03/Britische-Delegation_1-768x547.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a></p>
<p>Das Haus des Verlegers Gustav Müller-Grote<a href="#_ftn36" name="_ftnref36">[36]</a>, Kaiserstraße 2, das „Little White House“ und Wohnsitz von Truman während der Potsdamer Konferenz, war beim Einmarsch der Roten Armee in Neubabelsberg Ende April 1945 noch bewohnt. Die damals 33jährige Friedl Eleonore Müller-Grote schrieb 2002 ihre Erinnerungen an diese Zeit nieder:</p>
<blockquote><p>Der erste Russeneinmarsch in unserem Haus brachte, abgesehen von Plünderungen, Einbrüchen und Vergewaltigungen durch die Rote Armee die Beschlagnahme des Hauses „für einige Tage“ durch General Shukov, dem „Sieger der Schlacht um Berlin“. Die Familie – die Flüchtlinge hatten sich schon während der Belästigungen durch die Russen andere Unterkünfte ausgesucht – zog in das gegenüberliegende ehemalige Gärtnerhaus, das unser Vater für die Familie Behrens ausgebaut hatte.<br />
Shukov und seine Mannen hinterließen das Haus in einem Chaos, in das wir uns nicht wieder hineintrauten. Allerdings ließen sie die Möbel stehen. Erst dann kam der endgültige Räumbefehl, der uns auch aus dem kleineren Haus vertrieb, wobei alle über die Straße hin geretteten Gegenstände geplündert wurden und in der großen Villa unter dem Kommando von deutschen (aus Russland reimportierten?) Kommunisten alles abgefahren und in den Wald gekippt wurde, Möbel, sämtlicher Hausrat und Verlagsvorräte. Alle Häuser um den Griebnitzsee bis in entfernte Seitenstraßen wurden geräumt und vom Inhalt entleert, um der Potsdamer Konferenz Platz zu machen. Natürlich wussten wir nicht, was da vorgehen sollte. Das ganze Gebiet um den Griebnitzsee herum war noch lange Jahre gesperrt.<a href="#_ftn37" name="_ftnref37">[37]</a></p></blockquote>
<p>Als 1955 die Memoiren von Harry S. Truman erstmalig in deutscher Sprache erschienen, schrieb ihr Bruder, Hans-Dietrich Müller-Grote, dem ehemaligen US-Präsidenten. Er wollte ihm mitteilen, wie es damals wirklich um das Haus gestanden hatte, in dem Truman im Sommer 1945 gewohnt hatte.</p>
<blockquote><p>Anfang Mai 1945 kamen die Russen dorthin; vier Wochen, bevor Sie in dieses Haus einzogen, Mr. Truman, lebten seine Bewohner in Angst und Schrecken, bei Tage und bei Nacht aufgescheucht durch plündernde russische Soldaten, die meine Schwestern vor den Augen ihrer Eltern und ihrer eigenen Kinder vergewaltigten und meine alten Eltern prügelten. Alle Schränke, alle Schubladen, alle Koffer wurden mit Bajonetten aufgeschlagen, ihr Inhalt auf die Erde geworfen, in unbeschreiblicher Weise beschmutzt und zerstört. Der ganze Reichtum eines alten gepflegten Hauses an Hausrat wurde innerhalb von Stunden vernichtet. Darunter übrigens auch die Noten jenes a-moll-Walzers von Chopin, den man auf Ihren Wunsch für den Pianisten Eugene List aus Paris beschaffen musste. Mitte Mai, also nach der Kapitulation, wurden die Bewohner dieses Hauses von einer Stunde auf die andere auf die Strasse gesetzt; sie durften kaum das Lebensnotwendigste mitnehmen. Offensichtlich hatte man etwas Besonderes mit dieser sehr schönen grossen Villa vor. Dazu „räumte“ man sie völlig aus, um sie, die einmalig schöne und wertvolle alte Möbel wie deutsche und italienische Renaissance-Schränke enthielt, mit Möbeln aus Schlössern der Umgebung neu auszustaffieren. Die mühsam gerettete Verlagsbibliothek, die grosse, sehr wertvolle Privatbibliothek meines Vaters, die Archive – alles flog auf die Strasse, wurde zum Teil mit Mistgabeln auf Lastwagen verladen und diente zum Ausfüllen von Bombentrichtern. Es waren nicht nur Russen an diesem Werk beteiligt, es waren ebenso Deutsche und alsbald auch Amerikaner, die ihre Ankunft vorbereiteten und die von den Russen erfundene Methode der „Reinigung“ des Hauses durch völliges Ausleeren und Abfahren in den Wald übernommen hatten. Es sind Angehörige der US-Armee mit Bildern aus unserem Hause gesehen worden. Es hingen dort alte Niederländer und deutsche Meister sowie Gemälde moderner Künstler.<a href="#_ftn38" name="_ftnref38">[38]</a></p></blockquote>
<p>Zu jedem einzelnen beschlagnahmten Haus gibt es eine Geschichte. Zum Teil spielte sich dort alles so ab, wie vorstehend beschrieben, zum Teil aber auch anders. Die Aufarbeitung dieser Vorgänge ist bislang nicht erfolgt. Die Geschichten, die in den Familien erzählt wurden, die ihre Häuser verlassen mussten, müssen erst noch entdeckt bzw. niedergeschrieben werden. Nur mit ihrer Hilfe und mit den noch nicht freigegebenen Archivdokumenten lässt sich ein sachliches Bild der Ereignisse dieser Zeit zeichnen.</p>
<p>Stalin ließ sich über den Stand der Vorbereitungen für die Konferenz sehr genau informieren. Bis zu seiner Abfahrt nach Potsdam erkundigte er sich, „manchmal einige Male am Tag, bei Berija“ nach Einzelheiten.<a href="#_ftn39" name="_ftnref39">[39]</a> Am 2. Juli 1945 konnte dieser Stalin und Molotow folgenden schriftlichen Bericht erstatten:</p>
<blockquote><p>An den Genossen Stalin J. W.<br />
An den Genossen Molotow W. M.</p>
<p>Das NKWD der UdSSR berichtet über die Beendigung der Vorbereitung der Maßnahmen zur Vorbereitung des Empfangs und der Unterbringung der bevorstehenden Konferenz. Vorbereitet sind 62 Villen (10.000 Quadratmeter) und ein Zwei-Etagen-Einzelhaus für den Genossen Stalin, 15 Zimmer, eine offene Veranda, Mansarde (400 Quadratmeter). Das allein stehende Gebäude ist mit allem ausgestattet. Es gibt ein  Post- und Telegraphenamt. Es ist für Vorräte an Wild, Geflügel, gastronomischen und Kolonialwaren sowie anderen Produkten und Getränken gesorgt. Es sind Nebenwirtschaften sieben Kilometer von Potsdam geschaffen worden, mit Tier- und Geflügelfarmen, Gemüseanbau; es arbeiten zwei Brotbäckereien. Das gesamte Personal ist aus Moskau. Zwei spezielle Flughäfen stehen bereit. Für die Bewachung stehen sieben Regimenter der NKWD-Truppen und 1.500 Personen aus der operativen Mannschaft zur Verfügung. Die Bewachung ist in drei Ringen organisiert. Der Leiter der Leibwache des allein stehenden Hauses ist Generalleutnant Wlassik. Die Bewachung des Konferenzorts übernimmt Kruglow. Ein Sonderzug ist vorbereitet. Die Reiseroute beträgt 1.923 Kilometer Länge (1.095 durch die UdSSR, 594 durch Polen, 270 durch Deutschland). Für die Sicherheit des Weges sorgen 17.000 Mann aus den Truppen des NKWD, 1.515 Personen aus der operativen Mannschaft. An jedem Kilometer der Eisenbahnstrecke stehen 6 bis 15 Personen Wache. Auf der Geleitlinie werden 8 Panzerzüge der Truppen des NKWD fahren.<br />
Für Molotow ist ein zweigeschossiges Gebäude vorbereitet worden (11 Zimmer). Für die Delegation 55 Villen, darunter acht einzeln stehende Häuser.             2. Juli 1945 L. Berija<a href="#_ftn40" name="_ftnref40">[40]</a></p></blockquote>
<p>Doch die Vorbereitungsarbeiten liefen weiter. Am 14. Juli 1945 war alles geschafft.</p>
<h2>Schlussbemerkungen</h2>
<p>Die vorstehenden Ausführungen sind nur ein Ausschnitt der Ereignisse aus der Zeit der direkten Vorbereitung der Potsdamer Konferenz. Sie sind in diesem Umfang belassen worden, um die Lesbarkeit nicht zu beeinträchtigen.</p>
<p>Ausgewertet wurden Unterlagen, die allgemein zugänglich sind, aber in sehr vielen Fällen nicht in der deutschen Sprache vorliegen. Soweit es möglich war, wurden sie übersetzt. Ihrer Auswertung harren noch zahlreiche, vor allem in russischer Sprache, aufgefundene Dokumente und Erinnerungen. Ein ausführlicheres Bild ist aber auch jetzt schon möglich, indem der Text in Verbindung mit den bereits in diesem Blog veröffentlichten und den noch folgenden Beiträgen gelesen wird.</p>
<p>Mein besonderer Dank gilt Herrn Bernd Muck, Kleinmachnow, für die Unterstützung bei der Übersetzung von Texten aus der russischen Sprache.</p>
<h2>Anmerkungen</h2>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Beriya, Lavrentiy: «Vtoroy voyny ya ne vyderzhu&#8230;». Taynyy dnevnik 1941-1945,o.O. 2012, S. 257. Original<em>: „</em><em>В Иране были пальмы, в Крыму были пальмы, а в Берлине т</em><em>o</em><em>же будет «Пальма».</em><em>“</em></p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Vgl.  Foreign Relations of the United States. Diplomatic Papers The Conference of Berlin (The Potsdam Conference) 1945. In two Volumes, Volume I., Washington 1960, Dok. Nr. 29, S. 60.</p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> Shukow, Georgij K.: Erinnerungen und Gedanken, Berlin 1969, S. 361.<br />
Hopkins hatte seine Ehefrau nach Moskau mitgenommen und flog nach dem Kurzaufenthalt in Berlin bis London, wo er sich mit Churchill treffen wollte.</p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> Churchill, Winston: Triumph and Tragedy,New York 2002, S. 690.<br />
Original: „I am leaving Moscow in the morning. Am going to do a little sight-seeing in Berlin, then home.“</p>
<p><a href="#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a> Shukow, Georgij K., a.a.O., S. 362.</p>
<p><a href="#_ftnref6" name="_ftn6">[6]</a> In Nr. 28 vom 18.07.2000, S. 52, veröffentlichte das russische Journal „Kommersant“ („Коммерсантъ&#8220;) unter dem Titel „<em>Gornichnykh predstavit&#8216; k nagradam</em> (Dienstmädchen zur Auszeichnung vorgeschlagen) einen Beitrag von Jewgeni Schirnow (Евгений Жирнов), Geschichtsredakteur der Zeitschrift, mit Einzelheiten über die Vorbereitung der Potsdamer Konferenz durch die Sowjetunion, darunter auch über die Fahrt Stalins mit dem Zug von Moskau nach Berlin und zurück. Auf welche Dokumente sich Schirnow dabei bezog, gab er nicht an.</p>
<p><a href="#_ftnref7" name="_ftn7">[7]</a> NKWD = Volkskommissariat des Inneren (Innenministerium der UdSSR). Verfügte über eigene Truppen und ab 1935 auch über die Geheimpolizei.</p>
<p><a href="#_ftnref8" name="_ftn8">[8]</a> Zur Person: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Andrei_Januarjewitsch_Wyschinski">https://de.wikipedia.org/wiki/Andrei_Januarjewitsch_Wyschinski</a>.<br />
Vgl. Waksberg, Arkadi: Gnadenlos. Andrei Wyschinski – Mörder im Dienste Stalins, Bergisch Gladbach 1991, S. 337 ff.</p>
<p><a href="#_ftnref9" name="_ftn9">[9]</a> <em>„Пальма“ (dtsch: Palme) war sowohl das Codewort für die Operation zur Vorbereitung der Potsdamer Konferenz, ihrer Durchführung und Unterbringung der sowjetischen Delegation als auch das Codewort für den Ort der Unterbringung der sowjetischen Delegation.</em></p>
<p><a href="#_ftnref10" name="_ftn10">[10]</a> „Im Juli 1945, unmittelbar nach Kriegsende und kurz vor der Potsdamer Konferenz, unterzeichnete Stalin ein Dekret, das die Umwandlung aller militärischen Ränge des NKWD/NKGB, wie sie in der Roten Armee üblich waren, vorsah. Fitin und ich wurden durch den Ministerrat zum Generalleutnant (zwei Sterne) befördert.“ (Sudoplatow, Pawel A.: Der Handlanger der Macht. Sudoplatow. Enthüllungen eines KGB-Generals, Berlin 2018, S. 286. Wyschinski war von Stalin als politischer Berater Shukows für dessen Tätigkeit im Alliierten Kontrollrat benannt worden und hielt sich seit Ende Mai 1945 in Berlin auf.</p>
<p><a href="#_ftnref11" name="_ftn11">[11]</a> Sergej N. Kruglow (1905-1957) war von 1943 bis 1946 Chef der Hauptverwaltung Abwehr beim Volkskommissariat für Staatssicherheit (NKGB). Mit der Umwandlung der Dienstränge im Juli 1945 wurde er Generaloberst der Staatssicherheit.</p>
<p><a href="#_ftnref12" name="_ftn12">[12]</a> Iwan A. Serow arbeitete während des Krieges an leitender Stelle der Spionageabwehr „Smersch“.</p>
<p><a href="#_ftnref13" name="_ftn13">[13]</a> Vgl. <a href="http://voenspez.ru/index.php?topic=20402.0;wap2">http://voenspez.ru/index.php?topic=20402.0;wap2</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref14" name="_ftn14">[14]</a> Vgl. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralfront">https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralfront</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref15" name="_ftn15">[15]</a> Grauert, Adda u.a.: Der Universitätscampus Griebnitzsee. Eine Standortgeschichte, Potsdam 2016, S. 47.</p>
<p><a href="#_ftnref16" name="_ftn16">[16]</a> Foreign Relations of the United States. Diplomatic Papers The Conference of Berlin (The Potsdam Conference) 1945. In two Volumes, Volume I., a.a.O., Dok. Nr. 74, S. 106 f.<br />
Im Original:<br />
1. It is most important that the exact venue of the forthcoming conference should be settled as soon as possible since much preparatory work will be necessary.</p>
<ol start="2">
<li>I feel very strongly, and I am sure you will agree, that on this occasion the Russian, American and British delegations should each have separate enclaves, and that they should make their own arrangements for accommodation, food, transport, guards, communications, etc. I suggest that, in addition, there should be a fourth place in which the three delegations could meet to confer. It would be much appreciated if the Soviet Government would make arrangements for this common meeting place.</li>
<li>President Truman is in entire agreement with the above proposal.</li>
<li>I should therefore be glad if you would let me know as soon as possible the area in the vicinity of Berlin that you propose for the conference, and the precise localities within that area that it proposed to allot to the Soviet, American and British delegations respectively. On receipt of your reply, I would immediately instruct Field Marshal Montgomery to send advance parties to make all arrangements for the British Delegation, in consultation with Marshal Zhukov and General Eisenhower.</li>
<li>I hope that it will be borne in mind that we will require the use of an airfield as near as possible to our delegation area. We could, if convenient, share an airfield with the Americans.</li>
</ol>
<p><a href="#_ftnref17" name="_ftn17">[17]</a> <a href="https://history.state.gov/departmenthistory/people/page-edward">https://history.state.gov/departmenthistory/people/page-edward</a></p>
<p><a href="#_ftnref18" name="_ftn18">[18]</a> Foreign Relations of the United States. Diplomatic Papers The Conference of Berlin (The Potsdam Conference) 1945. In two Volumes, Volume I., a.a.O., Dok. Nr. 84, S. 114.<br />
Im Original: „Mr. Vyshinski stated that he could not give any definite information at the present time. However, it was proposed to assign a special zone, like at the Crimean Conference, to each delegations. Since Berlin was completely destroyed, it had been decided to hold the conference in Babelsberg near Potsdam. The Conference itself would be held in the Crown Prince`s palace.“</p>
<p><a href="#_ftnref19" name="_ftn19">[19]</a> Shukow, G. K., a.a.O., S. 362.</p>
<p><a href="#_ftnref20" name="_ftn20">[20]</a> <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9F%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%BB%D1%8F%D0%BA%D0%BE%D0%B2,_%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B5%D0%B9_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9F%D1%80%D0%BE%D1%88%D0%BB%D1%8F%D0%BA%D0%BE%D0%B2,_%D0%90%D0%BB%D0%B5%D0%BA%D1%81%D0%B5%D0%B9_%D0%98%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref21" name="_ftn21">[21]</a> Vgl. <a href="https://rv-ryazan.ru/old/news/50546.html">https://rv-ryazan.ru/old/news/50546.html</a></p>
<p><a href="#_ftnref22" name="_ftn22">[22]</a> <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A5%D0%B0%D1%80%D1%87%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE,_%D0%92%D0%B8%D0%BA%D1%82%D0%BE%D1%80_%D0%9A%D0%BE%D0%BD%D0%B4%D1%80%D0%B0%D1%82%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87">https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A5%D0%B0%D1%80%D1%87%D0%B5%D0%BD%D0%BA%D0%BE,_%D0%92%D0%B8%D0%BA%D1%82%D0%BE%D1%80_%D0%9A%D0%BE%D0%BD%D0%B4%D1%80%D0%B0%D1%82%D1%8C%D0%B5%D0%B2%D0%B8%D1%87</a></p>
<p><a href="#_ftnref23" name="_ftn23">[23]</a> Russisch: <strong>1-я гвардейская отдельная Брестско-Берлинская Краснознамённая орденов Суворова и Кутузова моторизованная инженерная бригада РГК</strong>.<br />
<a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/1-%D1%8F_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D0%BC%D0%BE%D1%82%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B7%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%B8%D0%BD%D0%B6%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D1%80%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%B1%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%B0%D0%B4%D0%B0">https://ru.wikipedia.org/wiki/1-%D1%8F_%D0%B3%D0%B2%D0%B0%D1%80%D0%B4%D0%B5%D0%B9%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D0%BC%D0%BE%D1%82%D0%BE%D1%80%D0%B8%D0%B7%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D0%BD%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%B8%D0%BD%D0%B6%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D1%80%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%B1%D1%80%D0%B8%D0%B3%D0%B0%D0%B4%D0%B0</a></p>
<p><a href="#_ftnref24" name="_ftn24">[24]</a> Kharchenko V. K.:&#8230;Spetsial&#8217;nogo naznacheniya, Москва (Voyenizdat), 1973, S. 256 f.</p>
<p><a href="#_ftnref25" name="_ftn25">[25]</a> Vgl. ebenda, S. 257.</p>
<p><a href="#_ftnref26" name="_ftn26">[26]</a> Ebenda, S. 258.</p>
<p><a href="#_ftnref27" name="_ftn27">[27]</a> Ebenda, S. 257.</p>
<p><a href="#_ftnref28" name="_ftn28">[28]</a> Ebenda, S. 257 f.</p>
<p><a href="#_ftnref29" name="_ftn29">[29]</a> Ebenda, S. 258 f.</p>
<p><a href="#_ftnref30" name="_ftn30">[30]</a> Косогляд, Григорий Давидович.<br />
Dokumente zu seiner Person: <a href="https://rgavmf.ru/fond/r-2192/fond-r-2192-opis-3/fond-r-2192-opis-3-edhr1523">https://rgavmf.ru/fond/r-2192/fond-r-2192-opis-3/fond-r-2192-opis-3-edhr1523</a>.</p>
<p><a href="#_ftnref31" name="_ftn31">[31]</a> Wolkogonow, Dimitri: Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt, Berlin 2015, S. 687 f.</p>
<p><a href="#_ftnref32" name="_ftn32">[32]</a> Dilks, David (Ed.): The Diaries of Sir Alexander Cadogan 1938 – 1945, London 1971, S. 761 f.<br />
Original:<br />
„All the Germans have of course been turned out. Where they`ve gone, no one knows. Can you imagine what we would feel if Germans and Japanese were doing this in England, and if weh ad all been bundled out to make way for Hitler and Co. to squat in our homes and decide our fate while we lived in holes in the rubble heaps of London?“</p>
<p><a href="#_ftnref33" name="_ftn33">[33]</a> Kharchenko V. K.:&#8230;Spetsial&#8217;nogo naznacheniya, Москва (Voyenizdat), 1973, S. 257.</p>
<p><a href="#_ftnref34" name="_ftn34">[34]</a> Shukow, G. K., a.a.O., S. 362.</p>
<p><a href="#_ftnref35" name="_ftn35">[35]</a> Truman, Harry S.: Memoiren. Band 1: Das Jahr der Entscheidungen (1945), S. 331.</p>
<p><a href="#_ftnref36" name="_ftn36">[36]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Dietrich_M%C3%BCller-Grote">https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Dietrich_M%C3%BCller-Grote</a></p>
<p><a href="#_ftnref37" name="_ftn37">[37]</a> Mackay, Robert S.: Sie werden verstehen, es bewegt mich sehr…. Ein Haus und seine ergreifende Geschichte von 1892 bis zur Gegenwart. Familiensitz – Little White House – Schule – Ruine – Restauration und Neubau, Berlin 2002, S. 25.</p>
<p><a href="#_ftnref38" name="_ftn38">[38]</a> Ebenda.</p>
<p><a href="#_ftnref39" name="_ftn39">[39]</a> Vgl. Wolkogonow, Dimitri: Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt, Berlin 2015, S. 687 f.</p>
<p><a href="#_ftnref40" name="_ftn40">[40]</a> Государственный архив Российской Федерации. Ф.9401.Оп.2.Д. 97.Т.VI.Лл.124 — 130.<br />
Zitiert in: Wolkogonow, Dimitri: Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt, Berlin 2015, S. 687 f.<br />
Zunächst war darüber nachgedacht worden, dass Stalin nach Berlin fliegt. Das lehnte er jedoch ab. Hintergrund dafür war, dass sein Flugzeug auf dem Weg zur Konferenz in Teheran in Luftlöcher geriet. Was ihm Angst und Schrecken eingejagt hatte. Das wollte er nicht noch einmal durchmachen. (Vgl. ebenda, S. 686 f.)<a href="#_ftn18" name="_ftnref18"></a></p>
<p><strong>© Dr. Volker Punzel, GeschichtsManufaktur Potsdam </strong>(06.03.2020)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/03/06/operation-%d0%bf%d0%b0%d0%bb%d1%8c%d0%bc%d0%b0-und-das-nkwd-vorbereitung-der-potsdamer-konferenz/">Operation „Пальма“ und das NKWD: Vorbereitung der Potsdamer Konferenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
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		<title>Wie gelangten Stalin, Churchill und Truman von ihren Neubabelsberger Residenzen zum Schloss Cecilienhof?</title>
		<link>https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/02/24/wie-gelangten-stalin-churchill-und-truman-von-ihren-neubabelsberger-residenzen-zum-schloss-cecilienhof/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[geschichtsmanufaktur]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Feb 2020 17:52:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anlässlich des 70. Jahrestages der Potsdamer Konferenz veröffentlichte die „Märkische Allgemeine Zeitung“ in ihrer Ausgabe vom 01. August 2015 die beigefügte Darstellung der möglichen Fahrtroute der „Großen Drei“ zwischen ihren Residenzen in Neubabelsberg und dem Tagungsort im Schloss Cecilienhof. Als Quelle wird angegeben: „Zeitzeugen“. Die Karte hätte nicht veröffentlicht werden dürfen, denn sie geht hinter [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/02/24/wie-gelangten-stalin-churchill-und-truman-von-ihren-neubabelsberger-residenzen-zum-schloss-cecilienhof/">Wie gelangten Stalin, Churchill und Truman von ihren Neubabelsberger Residenzen zum Schloss Cecilienhof?</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich des 70. Jahrestages der Potsdamer Konferenz veröffentlichte die „Märkische Allgemeine Zeitung“ in ihrer Ausgabe vom 01. August 2015 die beigefügte Darstellung der möglichen Fahrtroute der „Großen Drei“ zwischen ihren Residenzen in Neubabelsberg und dem Tagungsort im Schloss Cecilienhof. Als Quelle wird angegeben: „Zeitzeugen“. Die Karte hätte nicht veröffentlicht werden dürfen, denn sie geht hinter den Erkenntnisstand zurück, der – in soliderer Form und nicht in der nach öffentlicher Aufmerksamkeit heischenden Aufmachung der „Zeitzeugen“ – bereits 1995 veröffentlicht worden war. Doch es ist typisch für die Tageszeitungen, regionale und überregionale –, dass sie vor einer Veröffentlichung keine solide Prüfung des Inhalts des Beitrages vornehmen. Geht es ihnen doch nur um den Augenblickseffekt. Dabei waren und sind die Tageszeitungen für Historiker eine wichtige Informationsgrundlage.</p>
<p>Die MAZ-Karte ist nur teilweise richtig, wie Aufnahmen sowjetischer Kameraleute und in der Zeit der Potsdamer Konferenz entstandene Fotografien belegen. So lange wir aber nicht die offiziellen Dokumente auswerten können, wie die von der sowjetischen Seite erstellten Pläne und Dokumente für die Organisation der Unterbringung der an der Potsdamer Konferenz teilnehmenden Delegationen, bleiben trotzdem Fragezeichen.<br />
Im Folgenden wird der Versuch unternommen, anhand bislang bekannter bzw. neu aufgefundener Fakten die Fahrtroute von Stalin, Churchill und Truman zu rekonstruieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Fahrtroute.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2295 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Fahrtroute.jpg" alt="" width="631" height="467" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Fahrtroute.jpg 631w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Fahrtroute-300x222.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 631px) 100vw, 631px" /></a></p>
<h2>Einführung</h2>
<p>Für den 8. Juli 1945 machte der Dolmetscher der britischen Delegation, George Leggett, folgende Eintragung in seinem Tagebuch:</p>
<blockquote><p>Abgesehen von der Übersetzung bestand meine einzige Aufgabe an diesem Tag darin, einen C. M. P.-Hauptmann <sup class="modern-footnotes-footnote ">1</sup> auf einer Tour über die verschiedenen Routen rund um BABELSBERG zu begleiten. Zusammen mit einem netten sowjetischen Oberst untersuchten wir mehrere Umwege und Staus, die von der sowjetischen Verkehrskontrolle ohne ganz ersichtlichen Grund verursacht wurden.  Der sowjetische Oberst stimmte zu, daß dies überraschend und unerklärlich sei, wenn man bedenke, daß alle diese Routen mit den Russen besprochen und nach reiflicher Beratung von den Leuten der C. M. P. genehmigt worden seien.  Er erstattete Bericht bei der Kommandatura, die später eine endgültige Entscheidung treffen wird.  Die mit &#8222;Sun&#8220; ausgeschilderte Route ist die kurze Route für leichte Fahrzeuge mit Vorfahrtskarten zum Konferenzpalast Cecilienhof, während &#8222;Moon&#8220; die längere Route für schwere Fahrzeuge anzeigt.  Die Routen nach KLADOW, nach BERLIN, nach ELSTREE und 4 L. of C. Advance HQ sind ebenfalls deutlich ausgeschildert.</p></blockquote>
<figure id="attachment_2501" aria-describedby="caption-attachment-2501" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Verkehrsfuehrung_Plan.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2501 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Verkehrsfuehrung_Plan-1024x968.jpg" alt="" width="640" height="605" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Verkehrsfuehrung_Plan-1024x968.jpg 1024w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Verkehrsfuehrung_Plan-1536x1452.jpg 1536w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Verkehrsfuehrung_Plan-2048x1936.jpg 2048w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Verkehrsfuehrung_Plan-300x284.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Verkehrsfuehrung_Plan-768x726.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2501" class="wp-caption-text">Plan der Verkehrsführung für die Delegationen während der Potsdamer Konferenz.</figcaption></figure>
<h2></h2>
<p>Bereits am 6. Juli 1945 war Leggett zugegen, als in der sowjetischen Kommandantur für das Delegationsareal, Ludwigstr. 8 (heute: Spindelstr.) folgende Entscheidung getroffen wurde:</p>
<blockquote><p>Erlaubnis für Krankenwagen über 1 Tonne Gewicht zur Überquerung einer neu errichteten Pontonbrücke, die den Weg zum Flugplatz verkürzen soll.</p></blockquote>
<p>Der vorstehende Plan war Teil eines Taschenbüchleins (Pockett-Book), das allen Delegationsmitgliedern ausgehändigt wurde. Auf der Rückseite war der Plan des britischen Delegationsareals abgedruckt.</p>
<p>Geregelt wurde laut dem Plan die Verkehrsführung von schweren und leichten Militärfahrzeugen vom Sperrgebiet in Neubabelsberg zum Konferenzort im Schloss Cecilienhof. Nicht ersichtlich ist, ob die Route „<strong><em>Sun</em></strong>“ auch für die Fahrzeuge der Regierungsoberhäupter galt. Aufgrund besonderer Sicherheitsvorkehrungen für diese Personen ist es nicht vorstellbar, dass deren Fahrtrouten so öffentlich gemacht wurden. Zudem ist es möglich, dass Churchill, Truman und Stalin, aus Sicherheitsgründen, auf wechselnden Fahrtrouten unterwegs waren. Zumindest ist auf dem Plan nach Überquerung der Behelfsbrücke neben der zerstörten Glienicker Brücke eine durchgehende Strecke entlang der Schwanenallee über die Schwanenbrücke durch den Neuen Garten und bis zum Schloss Cecilienhof eingezeichnet.</p>
<h2>Der Weg zum Schloss Cecilienhof</h2>
<p>Die Staatsoberhäupter der Sowjetunion, Großbritanniens und der USA fuhren von ihren Residenzen in Neubabelsberg aus die Kaiserstraße (später: Karl-Marx-Straße) entlang und bogen vor dem Eingang zum Babelsberger Park nach rechts in Richtung Klein Glienicke ab. Den „Durchstich zu Klein Glienicke“, der die Glienicker Lake mit dem Griebnitzsee verbindet, querten die Wagenkolonnen in Höhe der bei Kriegsende gesprengten, aber von der Roten Armee durch eine Behelfsbrücke ersetzten Enver-Pascha-Brücke.  An der Kreuzung Kurfürstenstraße (später: Waldmüllerstraße)/Am Böttcherberg standen drei Kontrollposten, jeweils einer von jeder Nation, die die Fahrzeuge nach links in die Waldmüllerstraße einwiesen, an deren Ende, d. h. vor dem Eingang zum Gelände des Jagdschlosses Glienicke, sie nach rechts in die Parkstraße (später: Mövenstraße) einbogen.</p>
<p>Sie querten das Wasser über eine Behelfsbrücke, um zur damaligen Kurfürstenstraße (heute: Waldmüllerstraße) zu kommen. An der Kreuzung Parkstraße/Berliner Chaussee (später: Königstraße) führte die Fahrtroute weiter über die Parkstraße bis zur Glienicker Brücke. Vor der bei Kriegsende ebenfalls zerstörten Glienicker Brücke standen unterhalb der Großen Neugierde drei Wegweiser – Potsdam, Berlin, Aerodrom – und eine Verkehrsreguliererin der Roten Armee. Sie leitete die Fahrzeuge in Richtung Osten zum Flugplatz Gatow, über Krampnitz und Kladow. Über die Berliner Chaussee nach Wannsee und weiter Zentrum Berlin. Nach Potsdam über die Havel.</p>
<p>Um den Fluss an der Glienicker Brücke queren zu können, hatten die Pioniertruppen der Roten Armee an deren nordöstlicher Seite eine Holzbrücke gebaut, die zur Kreuzung Schwanenallee/Neue Königstraße (später: Berliner Straße) führte. Eine zweite Brücke gab es südwestlich. Sie begann im Park des Jagdschlosses Glienicke und endete an der Neuen Königstraße, westlich des Abzweigs in die Schwanenallee.<br />
Generalleutnant Nikolai A. Antipenko, Stellvertreter des Oberbefehlshabers für Rückwärtige Dienste der 1. Belorussischen Front, berichtet rückblickend, dass von seinen Leuten auf der Fahrstrecke zum Schloss Cecilienhof zwei neue Brücken gebaut und zwei andere repariert wurden.</p>
<figure id="attachment_2187" aria-describedby="caption-attachment-2187" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Karte-1949_0.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2187 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Karte-1949_0-1024x647.jpg" alt="" width="640" height="404" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Karte-1949_0-1024x647.jpg 1024w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Karte-1949_0-1536x970.jpg 1536w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Karte-1949_0-300x189.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Karte-1949_0-768x485.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Karte-1949_0.jpg 1645w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2187" class="wp-caption-text">Auszüge aus Potsdamer Stadtplänen, oben 1949 und unten 1930er Jahre.</figcaption></figure>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Karte-1938.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2296 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Karte-1938-743x1024.jpg" alt="" width="640" height="882" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Karte-1938-743x1024.jpg 743w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Karte-1938-1115x1536.jpg 1115w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Karte-1938-218x300.jpg 218w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Karte-1938-768x1058.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Karte-1938.jpg 1166w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Für die vorstehend beschriebene Fahrstrecke gibt es einzelne, bislang bekannte, bildliche Belege – eine Fotografie von der Ersatzbrücke für die Park-Brücke und eine von der Kreuzung Kurfürstenstraße/Am Böttcherberg sowie die Szene aus einem während der Potsdamer Konferenz entstandenen sowjetischen Dokumentarfilm, in dem die Kreuzung vor der Glienicker Brücke und diese querende Fahrzeuge zu sehen sind.</p>
<figure id="attachment_2297" aria-describedby="caption-attachment-2297" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Bruecke-Klein-Glienicke.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2297 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Bruecke-Klein-Glienicke-1024x665.jpg" alt="" width="640" height="416" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Bruecke-Klein-Glienicke-1024x665.jpg 1024w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Bruecke-Klein-Glienicke-1536x998.jpg 1536w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Bruecke-Klein-Glienicke-300x195.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Bruecke-Klein-Glienicke-768x499.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Bruecke-Klein-Glienicke.jpg 1702w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2297" class="wp-caption-text">Holzbrücke über den Durchstich zu Klein Glienicke. Quelle: Potsdam-Museum</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2298" aria-describedby="caption-attachment-2298" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Foto-13.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2298 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Foto-13.jpg" alt="" width="780" height="528" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Foto-13.jpg 780w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Foto-13-300x203.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Foto-13-768x520.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2298" class="wp-caption-text">Posten in Klein Glienicke an der Protokollstrecke zum Schloss Cecilienhof.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2299" aria-describedby="caption-attachment-2299" style="width: 960px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Gleinicker-Bruecke-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2299 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Gleinicker-Bruecke-1.jpg" alt="" width="960" height="662" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Gleinicker-Bruecke-1.jpg 960w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Gleinicker-Bruecke-1-300x207.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Gleinicker-Bruecke-1-768x530.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2299" class="wp-caption-text">Zufahrt zur Glienicker Brücke.</figcaption></figure>
<p>Ebenfalls als Beleg kann eine Aussage aus dem offiziellen Protokoll des Aufenthalts von US-Präsident Truman in Neubabelsberg herangezogen werden. Darin heißt es, dass das Präsidentenauto und die ihn begleitenden Fahrzeuge für die Fahrt von seiner Residenz bis zum Schloss Cecilienhof 10 Minuten benötigten.</p>
<blockquote><p>16.40: Der Präsident verließ im Auto, begleitet von seinem persönlichen Stab, das Little White House nach Cecilienhof, zur Eröffnungssitzung der Konferenz. Der Präsident erreichte Cecilienhof um 16.50 Uhr. Der Premierminister und der Generalissimus waren bereits da, als er eintraf.<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a></p></blockquote>
<p>Hierbei handelt es sich nicht um eine einmalige Aussage, sondern sie erscheint an fast jedem Tag des Aufenthalts von Truman. Die 10 Minuten scheinen sehr gewagt, benötigt man doch schon von der Karl-Marx-Straße 2 bis zur Glienicker Brücke mit dem Auto ca. acht Minuten. 15 Minuten könnten schon eher hinkommen. Dennoch: Die in einem offiziellen Regierungsdokument stehende Aussage ist eine Tatsache.</p>
<figure id="attachment_1929" aria-describedby="caption-attachment-1929" style="width: 597px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Pontonbruecke-Sacrow.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1929 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Pontonbruecke-Sacrow.jpg" alt="" width="597" height="350" /></a><figcaption id="caption-attachment-1929" class="wp-caption-text">Foto von einer Pontonbrücke unweit der Glienicker Brücke. Da sie auch von den westlichen Alliierten genutzt wurde, könnte es der Übergang nach Sacrow &#8211; Gatow sein. Völlig auszuschließen ist ebenfalls nicht, dass es ich um eine westlich der Glienicker Brücke gebaute handelt.</figcaption></figure>
<figure id="attachment_2300" aria-describedby="caption-attachment-2300" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Glienicker-Bruecke-jagdpanzer-berlin-1945.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2300 size-full" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Glienicker-Bruecke-jagdpanzer-berlin-1945.jpg" alt="" width="640" height="493" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Glienicker-Bruecke-jagdpanzer-berlin-1945.jpg 640w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Glienicker-Bruecke-jagdpanzer-berlin-1945-300x231.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2300" class="wp-caption-text">Der Titel dieses Fotos lautet &#8222;Jagdpanzer IV auf der Glienicker Brücke&#8220;. Links ist die östlich von der Brücke errichtete Behelfsbrücke aus Holz zu sehen.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2146" aria-describedby="caption-attachment-2146" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Glienicker-Bruecke-1947-Beitragsbild.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2146 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Glienicker-Bruecke-1947-Beitragsbild-1024x662.jpg" alt="" width="640" height="414" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Glienicker-Bruecke-1947-Beitragsbild-1024x662.jpg 1024w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Glienicker-Bruecke-1947-Beitragsbild-300x194.jpg 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Glienicker-Bruecke-1947-Beitragsbild-768x496.jpg 768w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Glienicker-Bruecke-1947-Beitragsbild-1536x992.jpg 1536w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2021/02/Glienicker-Bruecke-1947-Beitragsbild-2048x1323.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2146" class="wp-caption-text">Die Behelfsbrücke (links) im Jahr 1948. Sie stand mindestens bis 1950.</figcaption></figure>
<p>Nach Überquerung der östlichen Behelfsbrücke müsste Trumans Konvoi in die Schwanenallee eingebogen und über die Schwanenbrücke den Neuen Garten gefahren sein. Hier nahm er den Fahrweg vorbei am Grünen Haus, bis zum Schloss Cecilienhof.  Im östlichen Seitenflügel des einstigen Wohnsitzes der Familie des Kronprinzen Wilhelm von Preußen befand sich der Eingang zu den Konferenzräumen der britischen Delegation, im westlichen der für die amerikanische Delegation. Die sowjetische Delegation nutzte den Eingang in das vormalige Musikzimmer auf der Gartenseite des Schlosses. Der Haupteingang von Schloss Cecilienhof, vorbei am extra für die Konferenz angelegten Roten Stern im Innenhof, war offensichtlich den „Großen Drei“ vorbehalten, wenn diese in repräsentativer Form den Tagungsort betraten oder bei sonstigen offiziellen Anlässen.</p>
<p>Es ist davon auszugehen, dass der oben beschriebene Weg durch Neubabelsberg nur für Fahrten der  Staatsoberhäupter genutzt werden durfte. Fuhren sie doch durch eigentlich für sie gesperrte Zonen, zumindest was Truman und Churchill betraf. Im Normalfall mussten die Fahrzeuge der drei Mächte um die für sie gesperrten Zonen herumfahren.</p>
<p>Eine weitere Variante für die Zufahrt von der Glienicker Brücke zum Schloss Cecilienhof brachte der DDR-Historiker Rolf Badstübner im Jahr 1985 in die Öffentlichkeit. Er schrieb:</p>
<blockquote><p>Das nahegelegene Babelsberg, ein Villenvorort Berlins, bot Unterkunftsmöglichkeiten für die Delegationen. Sie konnten von hier aus Cecilienhof auf der Allee nach Glienicke und über eine Pontonbrücke, die die zerstörte Glienicker Brücke ersetzte, direkt und ohne die schwer zerstörte Potsdamer Innenstadt durchqueren zu müssen, mit dem Auto in etwa zehn Minuten erreichen.<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a></p></blockquote>
<p>Seiner Feststellung, für die er leider keine Quellenbelege angibt, ist die untere Karte beigefügt. Danach fuhren die Fahrzeuge ab der Glienicker Brücvke durch die heutige Berkiner Straße, die Behlertstraße, und die Straße Am Neuen Garten bis zum Haupteingang des Neuen Gartens. Im Neuen Garten führte der Weg danach durch die Eichenallee vorbei am Holländischen Etablissement und dem Marmorpalais zum Schloss Cecilienhof. Die heute bekannte Asphaltstraße im Neuen Garten, vom Haupttor zum Schloss Cecilienhof, wurde erst nach der Potsdamer Konferenz gebaut.</p>
<p>Badstübners Version entsprechen auch einige Szenen aus Filmen, die während der Potsdamer Konferenbz entstanden.Was die 10 Minuten Fahrzeit anbelangt, so ist diese Angabe sehr mutig. Auch wenn die Fahrzeugkolonne durchgängig freie Fahrt hatte.</p>
<p><a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Fahrtroute-Delegationen-1985-scaled.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2301 size-large" src="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Fahrtroute-Delegationen-1985-1024x873.png" alt="" width="640" height="546" srcset="https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Fahrtroute-Delegationen-1985-1024x873.png 1024w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Fahrtroute-Delegationen-1985-1536x1309.png 1536w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Fahrtroute-Delegationen-1985-2048x1745.png 2048w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Fahrtroute-Delegationen-1985-300x256.png 300w, https://konferenz.potsdam-chronik.de/wp-content/uploads/2020/02/Fahrtroute-Delegationen-1985-768x655.png 768w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Die Strecke vom und zum Flughafen Gatow</h2>
<p>Den Weg der britischen und der amerikanischen Delegation nachzuvollziehen, den sie von Neubabelsberg zum Flugplatz in Gatow und zurück nahmen, gestaltet sich noch etwas schwieriger. Da es mehrere Optionen gibt. Aber Ausgangspunkt für die Ermittlung der Fahrtroute könnte die schon erwähnte Sequenz aus dem sowjetischen Dokumentarfilm von 1945 sein, in der die Wegweiser unterhalb der Großen Neugierde zu sehen sind. Das Schild mit der Aufschrift „Aerodrom“ (Flugplatz) zeigt sichtbar in östliche Richtung, auf die entlang der Havel bis zum Krughorn führende Straße. Die Havel in Richtung Sacrow wurde wiederum mittels einer Behelfsbrücke überquert. Der weitere Weg könnte danach über die Kladower Straße – Sakrower Landstraße – Ritterfelddamm – Seekorso – Am Flugplatz Gatow bis zur Einfahrt des Flugplatzes geführt haben. Die Länge dieser Strecke beträgt rund neun Meilen oder 14 Kilometer und lässt sich mit dem Auto bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h in rund 20 Minuten bewältigen.</p>
<p>Die Fahrzeugkolonne von Präsident Truman benötigte am Tag seiner Anreise in Gatow – Sonntag, 15 Juli 1945 – für den Weg vom Flugplatz bis zu seiner Residenz in Neubabelsberg 30 Minuten. Die Länge der Strecke wird mit 10 Meilen angegeben. Das könnte für diese Streckenführung sprechen. In der grob gehaltenen Beschreibung des Weges steht jedoch, dass sie einen Abschnitt bzw. Teil von Potsdam passiert hätte. Die von der Roten Armee offiziell besetzte Zone begann in Höhe von Groß Glienicke, das die Delegationsmitglieder zwar nicht sehen konnten, aber durch den Wechsel der entlang der Straße stehenden Posten wahrnahmen. Sacrow könnte von ihnen als „Teil von Potsdam“ angesehen worden sein, da es ja auch in der Sowjetischen Besatzungszone lag.</p>
<blockquote><p>Um 16.30 verließen der Präsident und Begleitung Gatow zu ihrem Quartier in Babelsberg, ungefähr 10 Meilen entfernt. … Wir fuhren von Gatow nach Babelsberg durch einen Teil Potsdams. Ein Teil der Strecke wurde von amerikanischen und britischen Truppen bewacht, aber der größte von sowjetischen Grenzschutzbeamten mit grüner Kappe, weil dies sowjetisch kontrolliertes Gebiet war. … 17.00: Der Präsident und Begleitung kommen in ihrem Quartier in Babelsberg an.<a href="#_ftn3" name="_ftnref2">[3]</a></p></blockquote>
<p>Der britische Premierminister Winston Churchill traf am 16. Juli 1945, einem Montag, mit dem Flugzeug in Gatow ein. Seine ihn als Adjutantin begleitende jüngste Tochter Mary schreibt über den Weg nach Babelsberg:</p>
<blockquote><p>Wir fahren sehr zügig auf von schmucken und gut aussehenden russischen Soldaten bewachten Straßen zu unserer Villa.<a href="#_ftn4" name="_ftnref3">[4]</a></p></blockquote>
<p>Der einen Tag vorher eingetroffene britische Generalstabschef Feldmarschall Alan Brooke hält für die Zeit nach seinem offiziellen Empfang auf dem Flugplatz Gatow fest:</p>
<blockquote><p>Danach eine Fahrt von ca. 20 Minuten zu unseren Unterkünften in Babelsberg.<a href="#_ftn5" name="_ftnref4">[5]</a></p></blockquote>
<p>Es gibt Filmaufnahmen von der Anreise nach Potsdam. Dabei handelt es sich aber um die von Stalin. Er kam jedoch nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Zug. Vom Potsdamer Bahnhof in Berlin fuhr er dann mit seiner Begleitung nach Neubabelsberg und musste, so ist es den Aufnahmen zu entnehmen, westlich um die für die amerikanische und britische Delegation eingerichtete Zone herum fahren. Es hat den Anschein, als ob er von der Autobahn kommend über die Großbeerenstraße bis zur Filmakademiestraße (später: August-Bebel-Straße) fuhr. Weiter zur Berliner Straße (heute: Rudolf-Breitscheid-Straße), bis die Kolonne dann nach rechts in die Fontanestraße einbog und über die Heimdalstraße (später: Hermann-Maaß-Straße) sowie die Waldemarstraße (später: Behringstraße) zu seiner Residenz in der Kaiserstraße fuhr.</p>
<p>Wie bereits eingangs festgestellt, handelt es sich bei den vorstehenden Beschreibungen um Möglichkeiten. Die weitere Auswertung von Memoiren und Bildmaterial wird zeigen, ob sie Bestand haben oder korrigiert werden müssen.<br />
Das gilt auch für die Antwort auf die Frage: Wo begann die westlich der Glienicker Brücke gebaute Behelfsbrücke und wo endete sie genau auf der Potsdamer Seite der Havel?</p>
<p>Im Jagdschloss Glienicke befand sich zur Zeit der Potsdamer Konferenz eine Sondereinheit der Roten Armee, möglicherweise des Innenministeriums und oder der Grenztruppen. Die damalige Kurfürstenstraße (heute: Waldmüllerstraße) führte auf das Haupttor des Schlossgeländes. Östlich am Schloss vorbei führte ein Weg in den Park, der auch durch größere Fahrzeuge genutzt worden sein kann, in Richtung Havelufer. Am Ufer gibt es zwei gemauerte Plattformen, von denen sich die in Richtung Glienicker Brücke nördlicher gelegene als Ausgangspunkt für den Bau einer Brücke eignen würde. Ob sie dazu auch diente, kann nur eine Auswertung von Bauunterlagen und anderen Dokumenten zur Geschichte des Jagdschlosses Glienicke ergeben.</p>
<h2>Anmerkungen</h2>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> „<em>Log of the Presidents`s Trip tot he Conference</em>“. In: Foreign Relations of the United States: Diplomatic Papers, The Conference of Berlin (The Potsdam Conference), 1945, Volume II, Washington, D.C.: U.S. Government Printing Office, 1960, Dok. Nr. 710, S. 12.<br />
Im Original heißt es:<br />
„<em>1640: The President, accompanied by his personal staff, left the Little White House by motocar for Cecilienhof fort he opening session of the conference. The President arrived at Cecilienhof at 1650. The Prime Minister and the Generalissimo were there when he arrived.</em>“<br />
Zu den gebauten Brücken vgl. Antipenko, N. A.: In der Hauptrichtung, Berlin 1982, S. 281.</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2] </a>Badstübner, Rolf: Code &#8222;Terminal&#8220;. Die Potsdamer Konferenz (Illustrierte Historische Hefte, Nr. 36), Berlin 1985, S. 2 f.<br />
Diese Version wurde 1995, aber auch ohne Belege dafür anzuführen, von Frank Bauer und Tony Le Tissier übernommen. (Frank Bauer / Tony Le Tissier: Die Konferenz im Schloß Cecilienhof. In:  Schloß Cecilienhof und die Potsdamer Konferenz 1945. Von der Hohenzollernwohnung zur Gedenkstätte, Berlin-Kleinmachnow-Potsdam 1995, S. 108.)</p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn2">[3]</a> Ebenda, S. 8f.<br />
Im Original lautet der Text:<br />
„<em>At 1630 the President and party departed Gatow for his quarters in Babelsberg, approximately 10 miles distant. … We passed through a section of Potsdam enroute from Gatow to Babelsberg. Part of the route was guarded by American and British troops, but the greater part of the route was patrolled by green-capped Soviet frontier guardsmen as this was a Soviet-controlled area. … 1700: The President and party arrived at his assigned quarters in Babelsberg.“</em></p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn3">[4]</a> Soames, Mary, A daughter`s tale: the Memoir of Winston Churchill´s youngest child, New York 2011, S. 318.<br />
Original:<br />
„<em>We speed of to our villa along roads posted with smart and beautiful  looking Russian soldiers.</em>“</p>
<p><a href="#_ftnref5" name="_ftn4">[5]</a> Brooke, Alan: War Diaries 1939-1945. Edited by Alex Danchev and Daniel Todman, Berkeley 2003, S. 705.<br />
Original: „<em>After that a drive of some 20 minutes to our dwellings at Babelsberg!</em>“</p>
<p><strong>© Dr. Volker Punzel, GeschichtsManufaktur Potsdam </strong>(24.02.2020)</p>
<p><em><strong>Hinweis:</strong> Der Beitrag wurde am 24. Februar 2020 veröffentlicht. 2025 bekannt gewordene neue Informationen machten eine Überarbeitung erforderlich. Diese ist noch nicht vollständig erfolgt, sodass es mitunter zu textlichen Unsicherheiten kommt.</em></p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;C. M.P. = Corps Military Police. Entspricht dem deutschen Kommandantendienst und ist u. a. zuständig für alle Fragen des Verkehrs von Militärfahrzeugen.</div><p>Der Beitrag <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de/2020/02/24/wie-gelangten-stalin-churchill-und-truman-von-ihren-neubabelsberger-residenzen-zum-schloss-cecilienhof/">Wie gelangten Stalin, Churchill und Truman von ihren Neubabelsberger Residenzen zum Schloss Cecilienhof?</a> erschien zuerst auf <a href="https://konferenz.potsdam-chronik.de">80 Jahre Potsdamer Konferenz</a>.</p>
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