Die Presse war von der direkten Berichterstattung über die vom 17. Juli bis 2. August in Potsdam tagende Konferenz ausgeschlossen. Das betraf auch die Presseleute, die als Mitglieder der jeweiligen Länderdelegation angereist waren. Zurück ging dies auf einen besonderen Wunsch Stalins, wurde aber auch von Churchill und Truman akzeptiert. Bei Fotografen und Filmemachern gab es Ausnahmen. Sie durften zu besonderen Terminen in das Konferenzgebäude Schloss Cecilienhof. Hinsichtlich der Anfertigung fotografischer und filmischer Aufnahmen im Areal der Unterbringung der Delegationen in Neubabelsberg konnten die Leitungen der jeweiligen Delegationen frei entschieden. Aber nur jeweils für ihre eigene Zone. Am Beispiel der US-Delegation soll das nachfolgend genauer betrachtet werden.
Interpretation und Wirklichkeit
Eine bemerkenswerte Neuerung bei der Zusammensetzung der Delegation des Präsidenten war die Einbeziehung von Zeitungsreportern. Mit dem Ende des Krieges in Europa war das Sicherheitsbedürfnis nicht mehr so groß wie bei früheren Konferenzen. Der Präsident zögerte nicht, Reportern im Juni mitzuteilen, dass er im darauffolgenden Monat ins Ausland reisen wolle; der Tagungsort der Konferenz wurde Ende Juni in London bekannt gegeben. Der Präsident beschloss, mehrere Reporter mitzunehmen, damit das amerikanische Volk umfassend über seine Reise informiert werden konnte. Obwohl er Washington am Abend des 6. Juli ohne vorherige Ankündigung verließ, bestand in der Öffentlichkeit kein Zweifel an seinem Reiseziel. Überall hegte man die Hoffnung, dass es ihm gelingen würde, jenes große Problem zu lösen, das er selbst erst wenige Tage zuvor umrissen hatte:
„Die entscheidende Aufgabe, vor der wir stehen, besteht darin, die Einheit, das gegenseitige Vertrauen und den Respekt, die zum militärischen Sieg geführt haben, zu bewahren, um einen gerechten und dauerhaften Frieden zu sichern.“1Log of the PRESIDENTS TRIP to the BERLIN CONFERENCE (July 6, 1945 to August 7, 1945). Written and compiled by Lieutenant William M. Rigdon, U.S.N, S. II.
Das von Lieutenant George McKee Elsey, Offizier im Map Room des Weißen Hauses, verfasste Vorwort zum Logbuch der Reise des US-Präsidenten zeigt, wie unterschiedlich die Sicht auf die gleichen Ereignisse sein konnte. Was auch Folgen hat für ihre Darstellung durch Historiker, wenn diese nur einzelne Quellen untersuchen und nicht deren Summe.
Elsey hatte im Sommer 1945 ein Alter von 27 Jahren. Albert Meeriman Smith, offizieller Berichterstatter aus dem Weißen Haus für die Agentur United Press, kritisierte seinen Text.
Was der Beamte über die Neueinführung der Teilnahme von Journalisten geschrieben hatte, zeigte seine völlige Ahnungslosigkeit. Offensichtlich hatte der junge Mann, der die Eintragungen vornahm, keine Ahnung von den Reisen Mr. Roosevelts während des Krieges.
Der Satz, daß „ein genauer Bericht über seine Reise dem amerikanischen Volk gegeben werden könnte“, ist genauso kindisch. Hätte Drew Pearson nicht am Abend nach der Abfahrt Mr. Trumans die Zensurvorschriften durchbrochen, wäre die ganze Reise über den Atlantik geheim geblieben. Pearson aber kümmerte sich nicht um die Zensur und gab im Radio bekannt, daß der Präsident auf hoher See sei und in Antwerpen landen würde.2Meeriman, Smith, Danke sehr, Herr Präsident! Notizbuch aus dem Weißen Haus, Wien 1948, S. 203.
Meeriman Smith bekam während der Reise über den Atlantik Einblick in die Gedankengänge des Präsidenten.
Mr. Truman gefiel auch der Gedanke nicht, daß er mit dem britischen Premierminister und dem russischen Marschall eine geheime Konferenz abhalten solle. Er war der Meinung, daß die Zeit gekommen sei, in der alle Besprechungen offen geführt werden sollten, aber seine Partner teilten diese Ansicht nicht.3Ebenda, S. 206.
Eben A. Ayers, stellvertretender Pressesprecher der Truman-Administration, schrieb in sein Tagebuch unter dem Datum 7. Juli 1945:
Im Weißen Haus herrschte heute Morgen eine ruhige Atmosphäre, da der Präsident und andere abwesend waren. Ich kam später als gewöhnlich zur Arbeit, hielt aber um 10:30 Uhr eine Pressekonferenz ab; dabei gab ich einige Neuigkeiten bekannt und sprach das Thema an, auf das Byrnes mich gestern hingewiesen hatte: die Möglichkeit, dass er und der Präsident mit dem Flugzeug reisen würden. Wir geben jedoch nicht bekannt, dass der Präsident bereits abgereist ist; dies darf hier weder bestätigt noch verkündet werden, bevor er in Europa eingetroffen ist – es sei denn, es ergehen anderslautende Anweisungen. Matt Connelly bemerkte heute Morgen, die „Zensur“ sei nun aufgehoben und wir im Büro könnten die Reise durchaus erwähnen. Das war eine Anspielung auf die Geheimhaltung, auf der Vardaman bestanden hatte.4Truman in the White House. The diary of Eben A. Ayers. Edited with commentary by Robert H. Ferrell, Columbia and London 1991, S. 52.
Im Folgenden geht er jedoch nicht darauf ein, wie die Geheimhaltung durch die Indiskretion von Drew Pearson aufflog. Die Funksprüche bzw. Fernschreiben zwischen dem Lagezentrum (Map Room) im Weißen Haus und dem auf der USS „Augusta“ sind diesbezüglich aussagekräftiger.
Außer den Berichterstattern der drei Nachrichtenbüros – Bob Nixon für I. N. S, Vaccaro und mir – befanden sich ein Radiosprecher, zwei Wochenschaukameraleute und ein Pressephotograph in der Gesellschaft des Präsidenten, als sich dieser auf dem Kreuzer „Augusta“ einschiffte. 5Merriman Smith, a.a.O., S. 196.
Auf der USS „Augusta“ befanden sich folgende Vertreter der Medien:
Beatty, Morgan, Vertreter der gemeinsamen Hörfunkverbünde.
Nixon, Robert, Vertreter des International News Service (I.N.S., Nachrichtendienste).
Smith, Merriman, Vertreter von United Press.
Vacarro, Ernest, Vertreter von Associated Press.
Johnson, Carl Hugo, Vertreter der Wochenschau-Unternehmen
Oeth, Albert, Vertreter der Wochenschau-Unternehmen.
Thompson, Francis I., Vertreter der Fotodienste.
Sie gehörten zum Presse-, Rundfunk- und Fotografenpool für die Berichterstattung über die „Berliner Konferenz“. Die Bezeichnung „Potsdamer Konferenz“ setzte sich erst später durch. Offizieller Fotograf der Delegation des Präsidenten war William Belknap, Jr., CPhoM (Chief Photographer’s Mate – Cheffotografengehilfe, U.S.N., Navy Photographer (Navy Fotograf).
Am 9. Juli 1945 wurde Captain James Kimble Vardaman Jr. durch den Map Room in Washington informiert, dass die Geheimhaltung der Reise aufgeflogen sei.
In seiner Sonntagabend-Sendung sagte Pearson gestern Abend, dass der Präsident bereits zum Treffen der „Big Three“ nach Berlin gereist sei. Pearson beschrieb die Delegation, die etwa einhundert Berater umfasse, als die größte, die je an einem Treffen der „Big Three“ teilgenommen habe. Das Weiße Haus lehnte eine Bestätigung oder Dementierung des Berichts ab.6MR-OUT 66
Um 21.11 Uhr informierte der in Washington verbliebene Ayers seinen Chef auf der „Augusta, Pressesprecher Charles G. Ross darüber.
Pearson meldete gestern Abend, dass der Präsident zur Konferenz aufgebrochen sei. Die Associated Press griff die Meldung unter Berufung auf Pearson auf. Sämtliche Nachrichtenquellen bestätigen heute unmissverständlich, dass sich der Präsident auf dem Weg nach Europa zu einer Zusammenkunft befindet – die laut Associated Press in Potsdam bei Berlin stattfinden soll. United Press berichtet, zur Delegation gehörten unter anderem der Außenminister, Dunn und Bohlen sowie Pressevertreter; zudem sei bekannt, dass der Präsident nach der Konferenz Abstecher innerhalb Europas plane, voraussichtlich auch nach London.
Journalisten kritisieren das Fehlen einer offiziellen Bestätigung vor Ort und drängen auf Informationen.7MR-OUT 73
Damit der Präsident und seine Delegation sowie die an Bord befindlichen Presseleute über alle Entwicklungen informiert waren, wurden Maßnahmen zur Übermittlung von Pressenachrichten getroffen. Ayers schrieb an Commander Tyree ebenfalls um 21.11 Uhr:
Es wurden Vorkehrungen getroffen, Ihnen Nachrichten wie in Ihrer Mitteilung angeregt zu übermitteln. Auszüge von United Press, Associated Press und International News Service im Umfang von insgesamt zweitausend bis dreitausend Wörtern sollen jeweils um 09:00, 13:00, 17:00 und 21:00 Uhr gesendet werden.8MR-OUT 74
Am 10. Juli, 13.04 Uhr, ließ Ross an Ayers ein Schreiben zum Thema „Presse“ senden.
Angesichts des vorzeitigen Bekanntwerden der Reise des Präsidenten erhalten die an Bord befindlichen Presse- und Rundfunkvertreter die Genehmigung, ihre Berichte noch heute zu übermitteln. Diese werden heute im Weißen Haus eintreffen. Bitte warten Sie, bis alle vier Berichte vorliegen; rufen Sie dann die Vertreter der Nachrichtenagenturen und Rundfunksender zusammen und geben Sie die Meldungen gleichzeitig zur sofortigen Veröffentlichung frei. Der Name des Schiffes darf nicht genannt werden; als Orts- und Zeitangabe ist jedoch „heute, auf See mit dem Präsidenten auf dem Weg zur Konferenz der Großen Drei“ zu verwenden.9MR-IN 23
Einen Tag später berichtet Ayers an Ross über die Berichterstattung in den Morgenzeitungen.
Die heutigen Meldungen in den Morgenzeitungen enthalten den Namen des Präsidentenschiffs. Der Name war nicht in der Kopie enthalten, die vom Schiff an die Nachrichtenagenturen und Redlo-Vertreter hier weitergeleitet wurde, sondern wurde offenbar anhand der Namen der kommandierenden Offiziere der Navy ermittelt.10MR-OUT 92
Erste Fotos bzw. Filmsequenzen mit dem Präsidenten, dem US-Außenminister und anderen Mitgliedern der Delegation entstanden auf der USS „Augusta“. So wurde im offiziellen Logbuch der Reise des Präsidenten für den 13. Juli 1945 eingetragen:
Nach dem Mittagessen erschienen der Präsident, Minister Byrnes und Admiral Leahy an Deck und posierten gemeinsam für Fotos und Filmaufnahmen. 11Log of the PRESIDENTS TRIP to the BERLIN CONFERENCE , a.a.O., S. 10.
Kurz danach schrieb Pressesprecher Charles G. Ross an seinen Stellvertreter in Washington, Ayers.
Das an Bord aufgenommene Bildmaterial – sowohl Standfotos als auch Filmaufnahmen – wird Ihnen per Kurierpost des Weißen Hauses zugesandt und sollte am Montag oder Dienstag eintreffen. Bitte berufen Sie eine Besprechung mit den Vertretern der Film- und Fotobereiche ein, um die Veröffentlichungstermine festzulegen. Auch die Öffentlichkeitsarbeit der Marine sollte daran beteiligt werden, um sicherzustellen, dass die Veröffentlichung von offiziellem und kommerziellem Filmmaterial zeitgleich erfolgt.
Bei etwaigen Meinungsverschiedenheiten liegt die Entscheidungsbefugnis bei Ihnen.12MR-IN v. 13.07.1945
Vermutlich hatten Merriman Smith und seine an Bord befindlichen Kollegen zu diesem Zeitpunkt keine Kenntnis, dass bereits während der Schifffahrt festgelegt wurde, dass sie nicht bei der US-Delegation bleiben und den Konferenzverlauf beobachten durften.
Am 10. Juli hatte der Militäradjutant des Präsidenten, Vaughan, eine Anfrage an das Hauptquartier von General Eisenhower in Deutschland (SHAEF) gerichtet.
Ist vorgesehen, dass Korrespondenten aller Nationen während der Konferenz in Berlin bleiben dürfen?13MR-IN 26
Am gleichen Tag erhielt Meeriman Smith über den Map Room in Washington eine Nachricht von Sharpe14Es könnte sich hier um Norvelle Wallace Sharpe handeln. im Büro von United Press, in der es um eine Nachricht seines ebenfalls an Bord befindlichen Kollegen Nixon ging.
Folliard, Post, berichtet – unter Berufung auf Nixon –, dass Truman auf Zwischenstopps verzichtet und sich unmittelbar nach Konferenzende auf den Heimweg macht. Folliard ergänzt, die Rückkehr stehe vermutlich im Zusammenhang mit der Entwicklung des Krieges gegen Japan; hochrangige Vertreter von Heer und Marine gingen davon aus, dass sich in den nächsten Wochen zeigen werde, ob Japan die schweren Schläge weiter hinnehme oder aufgebe. Sollte Truman diese Einschätzung teilen, würde dies seine Entscheidung erklären. Ebenso möglich sei, dass Truman während der Überfahrt über wichtige Entwicklungen informiert wurde.15MR-IN X1
Am 11. Juli hat sich nach einer um 11.56 Uhr gesendeten Mitteilung von Ross an Ayers die Situation um die Berichterstattung über Trumans Reise weiter entspannt.
Eine weitere Reihe von Pressemeldungen folgt in Kürze. Bitte leiten Sie diese gleichzeitig an die Presseverbände weiter. Es ist nun gestattet, das Schiff, auf dem wir uns befinden, als AUGUSTA und das andere Schiff des Verbands als PHILADELPHIA zu bezeichnen; Datumszeilen lauten fortan „An Bord der AUGUSTA“. Es ist unmöglich, genau mitzuteilen, wann die Berichte übermittelt werden, da sie verschiedene Instanzen durchlaufen müssen. Im Nachhinein betrachtet hätten Sie die Information, dass wir uns auf dem Schiff befinden, auf dem die Roosevelt-Churchill-Konferenz stattfand, gar nicht streichen müssen, da die Marine – seltsamerweise – die Veröffentlichung dieses Details nicht untersagt hat. Natürlich verstehe ich, warum Sie die Streichung vorgenommen haben. Nochmals: Die vollständige Identifizierung der Schiffe ist nun erlaubt, doch dürfen wir weder den Zielhafen noch die Ankunftszeit nennen. Bitte geben Sie die Schiffsnamen dort noch nicht bekannt, sondern überlassen Sie die erste Ankündigung den heutigen Berichten vom Schiff. Eine Zensur vor Ort ist nicht erforderlich, da sämtliche Meldungen von der AUGUSTA bereits von mir und den Marinebehörden vollständig freigegeben worden sind.16MR-IN 29
Damit korrespondiert ein Schreiben, das die Adjutanten von Truman, Vaughan und Vardaman, fast zeitgleich in dessen Namen an den Kriegsminister, den Marineminister, an das COMNAVEU, COMNAVFOR GERMANY und SHAEF versandten:
Der Präsident ordnet an, dass Anweisungen erteilt werden, um sicherzustellen, dass alle Presse- oder öffentlichen Informationen oder Bekanntmachungen bezüglich seiner Bewegungen, Pläne oder derer seiner Delegation, seines Schiffes, seines Flugzeugs oder seines Zuges ausschließlich über seinen Pressesprecher Charles Ross verbreitet werden.17MR-IN 32
Um 16.47 Uhr, erhielt Vaughan die Antwort auf seine Anfrage an SHAEF vom Tag zuvor.
Bezüglich Ihrer Anfrage der Korrespondenten in Berlin:
Etwa 200 von SHAEF akkreditierte Kriegsberichterstatter, die alle westlichen alliierten Nationen vertreten, reisten nach Berlin ein, in dem Bewusstsein, dass ihr Einzug ausschließlich der Berichterstattung über die Truppenbesetzung Berlins und deren Anwesenheit diente und nicht mit der Konferenz der Großen Drei verbunden war. Korrespondenten können in Berlin bleiben, sofern Unterkünfte verfügbar sind. Es wurde jedoch keinem Korrespondenten eine Zusage bezüglich der Akkreditierung für die Konferenz der Großen Drei gegeben. Dies wurde den Korrespondenten vor ihrer Ankunft in Berlin mitgeteilt. Pressesprecher Ross wurde vom Kriegsministerium über diese Regelungen informiert. Ich empfehle Ihnen, sich bezüglich der Details mit ihm in Verbindung zu setzen.18MR-OUT 93
Um 17.09 Uhr schreibt Vaughan zurück:
Fordern Sie angemessene Unterkünfte, Arbeitsmöglichkeiten und Transportmittel für sieben den Präsidenten begleitende Korrespondenten und Fotografen an. Diese Personen sollen im Raum Berlin stationiert werden und über Mittel zur ständigen Kommunikation mit dem Pressesprecher des Präsidenten, Mr. Ross, verfügen.19MR-IN 31
Der Fotograf William Belknap Jr. hatte seine Unterkunft im Dachgeschoss der Kaiserstr. 2 erhalten, der Neubabeslberger Residenz von Harry S. Truman.
Am 12. Juli, 20.45 Uhr, sendet Vaughan dem SHAEF eine Autorisierung durch den Präsidenten.
Der Präsident hat die Genehmigung für sieben Korrespondenten und Fotografen erteilt, die seine Delegation begleiten, um nach Berlin zu reisen. Morgan Beatty, der die vereinigten amerikanischen Rundfunknetzwerke vertritt, wurde die Erlaubnis erteilt, unmittelbar nach der Ankunft aus Berlin zu senden.20MR-IN 122045Z
Drei Funksprüche vom 12. Juli enthalten Informationen zu technischen bzw. organisatorischen Fragen der Nachrichtenübermittlung aus Deutschland in die USA.
Persönlich für Robert Nixon.
Von Hutchinson
Huss Kilgallen in Berlin.
Übermitteln Sie Ihre Berichte von dort aus – wenn möglich – über Press Wireless nach New York. Tolle Geschichte heute. Sie sind die einzige Quelle für das Potsdam Meeting…21Special Party Call 122143 v. 12.07.1945
Auf das euphorische Lob folgte wenige Stunden später ein sprichwörtlicher Schlag in die Magengrube.
Persönlich für Robert Nixon.
Von Hutchinson
New York hat angewiesen, Ihre beiden Beiträge umzuschreiben. Der erste soll sich auf die in der nächsten Woche stattfindende Konferenz konzentrieren. Der zweite auf die Eskorte durch ein britisches Kriegsschiff. Bitte stellen Sie die aktuellen Nachrichten an den Anfang Ihrer Beiträge. Es ist unerlässlich, dass Sie die Sätze kürzer schreiben.22Special Party Call 1201173 v. 12.07.1945
Persönlich an Morgan Beatty (NBC)
von McAndrew (NBC).
Ich würde Sie bitten, den Beitrag am Samstag, den 14. Juli, um 13:45 Uhr (EWT) zu übernehmen, wenn möglich. Zudem wäre eine Beschreibung der Ankunft wünschenswert, sofern machbar. Bitte um möglichst frühzeitige Benachrichtigung.23Special Party Call 122138 v. 12.07.1945
Die Funksprüche standen in Verbindung mit einer Mitteilung, die Ayers am 13. Juli an Ross sandte.
Offenbar gibt es Schwierigkeiten bei der Übermittlung von Nachrichten an die Korrespondenten an Bord des Schiffes von ihrem Büro aus, obwohl Nachrichten von ihnen an ihr Büro empfangen werden. Ihre Büros würden es begrüßen, wenn Sie alle notwendigen Anweisungen erteilen könnten, um diese notwendigen Nachrichten mit Anweisungen von hier an diese Männer zu übermitteln.24MR-OUT 109
Mit jeder Nachricht, die von Bord des Schiffes kam und in den USA veröffentlichten wurden, drängten die anderen Zeitungen darauf, ebenfalls in die Berichterstattung einbezogen zu werden. Am gleichen Tag schrieb Ayers an Ross:
Angesichts der täglich eintreffenden Nachrichten von Korrespondenten an Bord des Schiffes drängen einige der Journalisten, die später zur Gruppe stoßen wollten, nun auf eine Genehmigung zur früheren Abreise. Andrews, Lockeit und andere argumentieren, dass sie, wenn sie weiterhin täglich berichten wollen, ebenfalls vor Ort sein müssten, und fragen, ob die Abreise nicht auf nächste Woche oder so bald wie möglich vorgezogen werden könne. Die Verantwortlichen der Fluggesellschaft bitten um möglichst frühzeitige Informationen zum genauen Abreisedatum der Journalistengruppe, um die Flugzeugkapazitäten sicherzustellen, da es sonst möglicherweise nicht möglich sei, alle Teilnehmer im selben Flugzeug unterzubringen. Die Liste umfasst nun 18 Personen, ohne die Vertreter von Reuters und der französischen Nachrichtenagentur.25MR-OUT 110
Eine Nachricht von Ayers an Ross vom 11. Juli, 22.59 Uhr, muss damit in Verbindung gesehen werden..
Frau Shipley vom Passbüro des Außenministeriums teilt mit, dass die Joint Chiefs of Staff der Mitnahme von Korrespondenten ausländischer Nachrichtenagenturen auf der Pressereise nicht zustimmen. Sollten diese dennoch teilnehmen, müssen sie sich eigenständig um Transport, Unterkunft sowie Aus- und Einreisegenehmigungen (als Ausländer) usw. kümmern.
Lediglich Reuters und die französische Nachrichtenagentur planen eine Teilnahme an der Reise.26MR-OUT 96
Die Map Rooms in Washington und auf der „Augusta“ hatten nicht wenige Probleme mit den Aktivitäten der Journalisten aber auch des Pressebüros in Washington. Am 13. Juli 1945 erhielt der „Augusta“-Map Room von dem aus Washington folgende Nachricht:
Das Büro Ayers übermittelt weitere Nachrichten von Korrespondenten an Bord von Schiffen. Bitte teilen Sie uns mit, ob wir derartige Sendungen ab sofort zur Übermittlung annehmen sollen und welche Übermittlungsart gewünscht wird. Bezugnahme auf OUT 105. Bitte erstellen Sie im Kartenraum eine unnummerierte ULTRA-Meldung OUT 105. Der Marine ist ein Exklusiverfolg gelungen. Wir gehen davon aus, dass Marshall dies dem Präsidenten vorlegen wird. Laut Nixons heutiger Mitteilung hat der Präsident den gesamten Stab des Kartenraums im Weißen Haus bei sich. Wir halten diese Meldung für unzutreffend.27MR-OUT 106. Die erwähnte Nachricht MR-OUT 105 ist in den Archivunterlagen nicht vorhanden.
In Ergänzung zu der vorstehenden Nachricht schrieb Major Putnam aus dem Map Room in Washington:
Ayers ist ziemlich beunruhigt darüber, dass wir auf eine Anweisung warten, um Nachrichten an Korrespondenten zu versenden. Ich verschicke zwei im Klartext, bis ein Standardverfahren festgelegt ist.
Robert Nixon erhielt am 13. Juli von seinem Chef Hutchinson folgende Nachricht:
Nutzen Sie für Ihre Berichterstattung über die Truman-Konferenz alle verfügbaren Kanäle. Sollten offizielle Mitteilungen herausgegeben werden, werden wir diese in Ihrem Namen bearbeiten. Sie sollten solche Informationen jedoch für Ihre Berichte (einschließlich „Overnights“ und Nachtmeldungen) verwenden. Falls Zweifel bezüglich einer Veröffentlichung vor Ort bestehen: Reichen Sie Ihre Meldung dort ein. Behalten Sie dieses Verfahren so lange wie möglich bei und übermitteln Sie den Text anschließend per „Press Wireless“ nach New York.28MR-IN 1322492Z
Der Rundfunk-Reporter Morgan Beatty von N.B.C. wurde an diesem Tag bereits auf die Nachrichtenübertragung zur Ankunft der „Augusta“ in Antwerpen vorbereitet.
Für Morgan Beatty, NBC, von McAndres, NBC.
Live-Pool-Schalte (5 Minuten) für Sonntag, 15. Juli, 23:55 Uhr vorgesehen.
Übertragung ist gut.29MR-IN 132047Z
Zwei Stunden später wurde das Prozedere ergänzt.
Für Morgan Beatty (NBC) von McAndres (NBC).
Wir bieten Ihnen zusätzlich den Zeitraum von 13:30:20 bis 13:44:15 Uhr am Sonntag, dem 15. Juli, an. Dies ist eine Ergänzung zur fünfminütigen Pool-Übertragung um 23:55 Uhr. Bitte beachten Sie, dass alle Zeitangaben für zukünftige Planungen gelten. Der Auftrag kommt per Fax aus Berlin. Bitte geben Sie Bescheid, ob Sie beide Zeitfenster nutzen können.30MR-IN 132247Z
Der 14. Juli verlief für die Presseleute hinsichtlich des Nachrichtenaustauschs ruhig. Lediglich Merriman Smith wurde vn Frandsen im Büro von Unitde Press mit folgender Information kontaktiert:
Vacarro sagt, Truman habe erklärt, dass in Potsdam keine geheimen Verpflichtungen eingegangen werden. Benötige das gleiche.31MR-IN 141707Z
Offenbar drängten nicht nur die Journalisten auf ihre Beteiligung an der Berichterstattung über die Potsdamer Konferenz, sondern auch die Herausgeber von Zeitungen in den USA wünschten einen Besuch in Berlin. Das lässt sich zumindest aus einer Nachricht von Ross an Ayers vom 14. Juli herauslesen.
Zustimmung zu den vom Kriegsministerium vorgeschlagenen Einladungen an die Herausgeber.32MR-IN vom 14.07.1945 (plain language)
Am 15. Juli 1945 veröffentlichte die New York Times einen bereits am 13. Juli verfassten Beitrag ihres Berliner Korrespondenten, Raymond Daniells. Darin befasst er sich mit den Arbeitsbedingungen der Journalisten am Ort der Potsdamer Konferenz.
Die meisten der derzeit in Berlin anwesenden amerikanischen und britischen Zeitungskorrespondenten sind vor allem deshalb hierhergekommen, um über die Konferenz der „Großen Drei“ zu berichten. Doch genau darüber dürfen sie nicht schreiben – nicht einmal in Form von Spekulationen über Zeit und Ort des Treffens von Präsident Truman, Premier Stalin und Premierminister Churchill.
Das mystische Wort „Sicherheit“ wird als Grund für die derzeitige Geheimhaltungspolitik angeführt; dennoch liefern Radiosendungen täglich Einzelheiten über die Überfahrt des Präsidenten, und der russische Rundfunk meldete zunächst, die Konferenz würde heute beginnen, nannte dann aber in einer späteren Sendung den Dienstag als Termin.
Es gibt kaum einen Deutschen in Berlin, der nicht den genauen Ort des historischen Treffens kennt – tatsächlich hat mir ein Berliner den Ort sogar beschrieben. Zwei Korrespondenten, ein Brite und ein Amerikaner, wurden bereits dafür bestraft, dass sie sich in die Sperrzone außerhalb Berlins gewagt hatten. Sie wurden für 72 Stunden suspendiert, wobei ihnen in dieser Zeit die Übermittlung von Berichten untersagt war.33New York Times v. 15. Juli 1945.
Wie er weiter berichtet, durften Fotografen bei einem geführten Rundgang den Flughafen Gatow, auf dem die Delegationen landen würden, ansehen, aber nicht die Journalisten.
Der Flughafen wurde für alle Korrespondenten zur Sperrzone erklärt. Fotografen durften dennoch an einer geführten Besichtigung des Geländes und des Gebäudes teilnehmen, in dem die Konferenz stattfinden soll, während Reportern und Rundfunkkommentatoren der Zutritt verwehrt blieb.
Eine heute Morgen in den USA veröffentlichte Meldung von der „Augusta“, wonach Präsident Truman geheime Abmachungen ablehne, stieß bei den Korrespondenten vor Ort auf großes Interesse. Eine weitere Meldung – wonach die derzeit in Berlin anwesenden Korrespondenten (darunter viele, die seit Kriegsbeginn von der Front berichtet haben) nicht über das Dreiertreffen berichten dürften und dieses Privileg auf die Begleiter des Präsidenten beschränkt bliebe – weckte zwar kaum glaubwürdiges, aber dennoch anders geartetes Interesse.
Ohne eine Prognose zum Eröffnungszeitpunkt der Konferenz wagen zu wollen, gibt es einige interessante Entwicklungen, über die es sich objektiv zu berichten lohnt. Die Bewachung der Sperrzone, die im russischen Besatzungsgebiet liegt, wurde verstärkt. Zudem hat der Flugverkehr zum Flughafen in den vergangenen 24 Stunden zugenommen. Zudem beschwerten sich heute einige amerikanische Offiziere darüber, dass sie – ausgerechnet in dem Moment, als sie alle Hände voll damit zu tun hatten, Lastwagen für den Transport von Lebensmitteln im amerikanischen Sektor der Hauptstadt zu beschaffen – dazu herangezogen wurden, Fahrzeuge für den Transport von Möbeln, Teppichen sowie Wein und Spirituosen für hochrangige Besucher bereitzustellen.34Ebenda.
Am 15. Juli, dem Tag der Ankunft von Truman in Antwerpen und seiner Weiterreise via Brüssel nach Gatow musste die Kommunikation zwischen den Map Rooms neu organisiert werden. Nachrichten zu Angelegenheiten der Presse gibt es deshalb keine.
Presse während der Konferenz
Für die Woche vom 16. bis 21. Juli 1945 hielt der stellvertretende Pressesprecher der US-Regierung, Eben Ayers, in seinem Tagebuch fest:
Der Präsident hielt sich die ganze Woche über in Potsdam auf, um an den Treffen mit Stalin und Churchill teilzunehmen, die zu Wochenbeginn begonnen hatten. Während dieser Zeit wurde ich von einigen Washingtoner Korrespondenten bedrängt, die auf der Liste derjenigen standen, die sich Ende des Monats der Delegation des Präsidenten in Berlin anschließen sollten, um ihn auf etwaigen Reisen nach Konferenzende zu begleiten. Von Charlie Ross hörte ich bis Donnerstagabend kaum etwas; dann erhielt ich eine ausführliche Nachricht, der zufolge der Präsident derzeit dazu tendiere, direkt nach Abschluss der Konferenz nach Hause zurückzukehren. Wann dies sein würde, war noch unklar. Ross erklärte, der Präsident hoffe auf ein Ende gegen Ende der kommenden Woche, sei aber darauf eingestellt, drei Wochen zu bleiben.35Ayers, Eben A., a.a.O., S. 54.
16. Juli 1945
Am 16. Juli, 06.40 Uhr, erhielt Ayers die erste Nachricht von seinem nun in Neubabelsberg weilenden Chef, Charles G. Ross.
Bitte veranlassen Sie, dass alle Nachrichten von Nachrichtenunternehmen an Journalisten über kommerzielle Leitungen übermittelt werden. Die derzeit in Berlin befindlichen Journalisten sind von der Gruppe getrennt.36MR-IN 59
Meeriman Smith beschrieb das Eintreffen der Delegation und der ihr angehörenden Journalisten in seinen Erinnerungen:
Die Reisegesellschaft des Präsidenten löste sich auf dem Flugfeld von Brüssel in mehrere Gruppen auf. Byrnes und seine Berater aus dem Außenministerium reisten in dem einen Flugzeug nach Berlin. Der Präsident flog mit seinem Stab in der „Heiligen Kuh“ und für die Journalisten war ein drittes Flugzeug bestimmt.
Der Präsident landete am Flughafen in Gatow, in der Nähe von Potsdam. Wir jedoch in Tempelhof, in Berlin.
General Vaughan sorgte dafür, daß wir Quartiere und Fahrzeuge bekamen und vom Flugplatz abgeholt wurden. Wir waren angenehm überrascht, als uns Oberstleutnant John R. Reeding, der Leiter des Berliner Pressebüros, in ein wunderschönes altes Haus führte. es war in Zehlendorf, einem Vorort von Berlin, gelegen. … Auf dem Tisch eines der drei Wohnzimmer im ersten Stock befand sich der wichtigste Einrichtungsgegenstand des ganzen Hauses – ein Telephonapparat, der uns direkt mit der Telephonzentrale des Weißen Hauses in Potsdam verband.37Meeriman Smith, a.a.O., S. 207.
Am Nachmittag des 16. Juli stieß Merriman Smith mit seinen Kollegen aus der offiziellen Delegation in Berlin zu Truman, der in Begleitung von Delegationsmitgliedern eine rundfahrt durch das zerstörte Berlin unternahm. Smith unterhielt sich mit ihm vor dem Gebäude der Reichskanzlei.
Ich hatte Gelegenheit mit ihm unter dem berühmten Balkon von Hitlers zerstörter Reichskanzlei zu sprechen. Mr. Truman war über das Ausmaß der Vernichtung der Berliner Innenstadt zutiefst erschüttert.
Er schaute zu dem Balkon hinauf, von dem aus Hitler die Welt in Brandsetzte und deutete dann auf die Ruinen ringsum. „Da sieht man, was geschehen kann, wenn ein Mensch größenwahnsinnig wird.“
Er blickte auf die anderen Gebäude, die aus den einstmaligen stolzen Burgen des Nazismus zu kahlen, ausgebrannten Ruinen geworden war. „Ich habe noch nie solche Zerstörungen gesehen“, sagte er zu Byrnes, der neben ihm in dem offenen Wagen saß. „Ob sie wohl daraus gelernt haben?“38Ebenda, S. 208.
Die New York Times titelte mit einem Bericht des Besuchs auf S. 1 ihrer Ausgabe vom 17. Juli 1945. Der von The Associated Press übernommene Beitrag war vermutlich von Ernest Vacarro verfasst worden, Kollege von Merriman Smith:
Der Präsident, der sich in der Nacht zum Sonntag früh zur Ruhe begeben hatte und bis 8 Uhr morgens schlief – mehr als eine Stunde später als seine gewohnte Aufstehzeit –, verließ Potsdam für zwei Stunden. Er besichtigte Berlin und nahm die berühmte 2. Panzerdivision („Hell on Wheels“) in Augenschein, die entlang der breiten Autobahn AVUS zwischen Potsdam und Berlin aufmarschiert war.
Nachdem er den militärischen Gruß entgegengenommen hatte, fuhr Mr. Truman – elegant gekleidet in einen blauen Anzug und mit grauem Hut – zügig nach Berlin und passierte das Brandenburger Tor; dort wurde er von Generaloberst Alexander W. Gorbatow, dem sowjetischen Kommandanten von Berlin, und dessen Stellvertreter, Generalmajor Nikolai Barinow, begrüßt.
Die Berliner nahmen kaum Notiz davon, als die Wagenkolonne an den Trümmern des Reichstags und an Schlangen wartender Menschen vor Brot vorbeifuhr sowie unter riesigen Porträts des Präsidenten, Mr. Churchills und Generalissimus Stalins hindurch, die im russischen Sektor der Hauptstadt aufgestellt worden waren.
Mr. Trumans Limousine hielt vor der im Krieg zerstörten Reichskanzlei, jenem Ort, an dem Adolf Hitler den Geist des Nationalsozialismus angeheizt hatte und wo er Berichten zufolge den Tod fand. Unter Kopfschütteln sagte der Präsident zu den ihn begleitenden Reportern:
„Es (die Zerstörung) ist eine schreckliche Sache, aber sie haben es selbst verschuldet. Es zeigt nur, wozu der Mensch fähig ist, wenn er das Maß verliert.“…
Zu seiner Inspektionsfahrt brach Präsident Truman von Potsdam aus in Begleitung von Admiral Leahy, Außenminister James F. Byrnes sowie seinen militärischen und maritimen Adjutanten auf. Als er die Autobahn erreichte, wurde er von der Musikkapelle der 2. Panzerdivision begrüßt; er nahm den Hut ab, erwiderte den militärischen Gruß und verlieh anschließend eine Auszeichnung. In einem Halbkettenfahrzeug stehend, überreichte er die Ehrung an die Kompanie E des 17. Panzerpionierbataillons, die unter Beschuss eine Brücke über den Rhein geschlagen hatte, und sagte: „Ich bedaure nur, dass ich selbst keine Gelegenheit hatte, an irgendeiner Phase dieses Krieges teilzunehmen.“ 39New York Times v. 17. Juli 1945.
Um 18.58 Uhr, übermittelte Charles G. Ross an Ayers die Pressemitteilung zu einem Statement des US-Präsidenten betreffend Anforderungen aus dem Krieg gegen Japan.
Die folgende Erklärung des Präsidenten von seiner zeitweiligen Residenz im Raum Potsdam wird hiermit zur sofortigen Veröffentlichung freigegeben:
Um den Anforderungen des Krieges gegen Japan gerecht zu werden, benötigen die Eisenbahnen im Westen unverzüglich zusätzliches Personal. Der Arbeitskräftemangel ist so gravierend, dass das Kriegsministerium kürzlich die Freistellung von 4.000 erfahrenen Eisenbahnern aus der Armee angeordnet hat, um die Lage zu entschärfen; doch dies ist nur ein Bruchteil der tatsächlich benötigten Anzahl.
Die Eisenbahnen im Westen benötigen heute dringend 65.000 Arbeitskräfte. Der Nachschub an Personal und Material zu den Häfen muss so schnell fließen, wie unsere Konvois ihn in das Kampfgebiet transportieren können.
Die Auswirkungen des Personalmangels sind bereits spürbar, obwohl die Spitzenbelastung erst in einigen Monaten bevorsteht. Unsere aus dem Europafeldzug zurückkehrenden Soldaten erhalten keine optimalen Unterbringungsbedingungen, da sich viele Waggons zur Reparatur und Instandsetzung in den Werkstätten befinden. Der Abtransport einiger Truppenteile aus den Häfen verzögert sich, weil Züge nicht rechtzeitig bereitgestellt werden können. Überlastete Zugbesatzungen benötigen Ruhepausen, bevor sie Züge auf lange, strapaziöse Fahrten übernehmen. Oft kommt es zu Verspätungen, weil zu wenig Rangierpersonal zur Verfügung steht, um den Verkehr mit maximaler Effizienz abzuwickeln. Ohne zusätzliches Personal werden diese Verzögerungen mit zunehmender Belastung zu einem ernsten Problem werden.
Aus diesem Grund mache ich das amerikanische Volk auf diese Situation aufmerksam. Jeder patriotische Amerikaner, der nicht bereits in einem kriegswichtigen Bereich tätig ist, kann einen wesentlichen Beitrag zum Sieg über Japan leisten, indem er sich in dieser Notlage um eine Stelle bei einer Eisenbahngesellschaft im Westen bewirbt. Wer bereits bei der Eisenbahn arbeitet, leistet seinem Land einen großen Dienst, indem er seinen Arbeitsplatz behält.40MR-IN 161858Z
Eigentlich waren alle Beteiligten von einer Eröffnung der Konferenz am 16. Juli ausgegangen. Diesen Wissenstand verbreiteten einzelne Journalisten, da sie von den Delegationsleitungen keine anderslautenden Informationen erhielten.
Die Zensur untersagte uns am ersten Abend die Meldung, daß Stalin noch nicht angekommen sei, und so warteten wir bis zum nächsten Morgen. Anstatt das Haustelephon zu benützen, ging ich in Reedings Büro und rief von dort Ross an. Stalin war noch immer nicht angekommen. Nach kurzem Überlegen sandte ich eine Meldung durch, daß die Konferenz der Großen Drei um vierundzwanzig Stunden verschoben würde. Zur gleichen Zeit gab der Berliner Reuter-Vertreter eine Medung heraus, in der er die Eröffnung der Konferenz bekanntgab. Er mußte später seine Meldung korrigieren.41Meeriman Smith, a.a.O., S. 208.
Doch auch New York Times-Korrespondent Daniells unterlag diesem Irrtum und schrieb am 15. Juli einen Beitrag, in dem er sehr viel spekulierte, teilweise falsch:
Wie heute Abend nach der Ankunft von Präsident Truman, Premierminister Churchill und ihren Begleitstäben bekannt gegeben wurde, beginnt morgen die Dreierkonferenz zur Neuordnung der europäischen Landkarte und zur Entscheidung über das Schicksal des besiegten Deutschlands. Man ging davon aus, dass auch Ministerpräsident Stalin eingetroffen war, wenngleich es von russischer Seite keine offizielle Mitteilung dazu gab.
Der Präsident, der Premierminister sowie ihre Außenminister und militärischen Berater für Heer, Marine und Luftwaffe trafen in einer gewaltigen Flotte aus großen „York“- und C-47-Maschinen ein, die zwischen 14:30 und 18:15 Uhr auf einem Berliner Flughafen landeten. Churchill und Truman begaben sich zu den Villen, die sie während der Konferenz – deren Dauer auf zehn Tage bis drei Wochen veranschlagt wird – beziehen werden. Die von ihnen befahrene Strecke war beidseitig bis in eine Tiefe von rund 640 Metern (700 Yards) durch Panzer, Panzerwagen und Maschinengewehrposten stark gesichert.42New York Times v. 15. Juli 1945.
17. Juli 1945
Am 17. Juli 1945 fand die erste Sitzung der Konferenz statt. Meeriman Smith hielt in seinen Erinnerungen dazu fest:
Stalin erschien am 17. Juli und dann begann die Konferenz. Schon am ersten Tag stand fest, daß dabei nicht viele Meldungen herausschauen würden. Reeding und sein britischer Kollege hielten zweimal am Tag kurze Pressekonferenzen ab, aber sie konnten nicht mehr berichten, als daß die Großen Drei und die Außenminister eine Zusammenkunft gehabt oder miteinander gespeist hätten und was dabei gegessen worden sei.
Die einzigen Nachrichten mit einigen interessanten Details kamen von den amerikanischen Journalisten. Die Briten brachten schon weniger und die Russen gaben überhaupt nichts von sich.
Sie hätten im Gegenteil ihre Kollegen am liebsten veranlaßt, auch Stillschweigen zu bewahren, aber die Amerikaner lehnten es ab, sich dieser völligen Geheimhaltung anzuschließen.
Der Präsident war mit dieser Situation nicht einverstanden, aber er konnte nichts tun, ohne Stalin ernstlich zu beleigen.
Einige Zwischenkommuniqués hätten leicht ausgegeben werden können, ohne die notwendige Geheimhaltung der militärischen Besprechungen zu gefährden. Aber die Russen waren hartnäckig. Wenn es auf sie angekommen wäre, hätte es nur eine einzige offizielle Bekanntmachung gegeben – den Text des Schlußkommuniqués der Konferenz, als Stalin schon längst auf dem Heimweg nach Moskau war.
So konnten die Journalisten aus dem Gefolge des Präsidenten über die Konferenz der Großen Drei nur ziemlich nichtssagende, kurze Meldungen durchgeben, in denen alles Wesentliche fehlte.43Ebenda, S. 209.
Im Logbuch der Reise des US-Präsidenten heißt es zur Eröffnung der Konferenz:
Um 17.00 Uhr trafen sich der Präsident, Premierminister Churchill, Generalissimus Stalin und die Delegierten der drei Alliierten im Konferenzraum (dem ehemaligen Empfangszimmer des Palastes), wo man sich begrüßte und Filmaufnahmen sowie Fotos gemacht wurden.44Log of the PRESIDENTS TRIP to the BERLIN CONFERENCE (July 6, 1945 to August 7, 1945).., S. 21.
17.10 Uhr begann die Konferenz dann offiziell.
Im Anschluss an die erste Sitzung der Konferenz, um 23.00 Uhr, wurde das erste und vermutlich auch einzige Zwischenkommuniqué veröffentlicht. Inwieweit der Inhalt mit allen Beteiligten abgestimmt worden war, ist nicht bekannt. Die „New York Times“ veröffentlichte es in ihrer Ausgabe vom 18. Juli.
Dreier-Kommuniqué
Die Berliner Konferenz der Regierungschefs des Vereinigten Königreichs, der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion trat heute Nachmittag um 17 Uhr zusammen. Auf Einladung seiner beiden Kollegen führt der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika den Vorsitz bei den Sitzungen der Konferenz. Es fand ein erster Meinungsaustausch über Fragen statt, die eine Entscheidung der Regierungschefs erfordern. Es wurde beschlossen, dass die drei Außenminister regelmäßige Zusammenkünfte abhalten sollen, um die Arbeit der Konferenz vorzubereiten. 45The Conference of Berlin (The Potsdam Conference) 1945. (In Two Volumes), Volume II, Washington 1960, S. 63.
Um 19.57 Uhr erhielt Ross in Neubabelsberg von Ayers aus dem Weißen Haus in Washington eine Nachricht mit folgendem Inhalt:
Die Schiffsaufnahmen sind heute per Kurier eingetroffen. Bei den einzigen Standbildern handelte es sich um solche des für den Pool tätigen Fotografen. Die Marine hat lediglich Filmmaterial erhalten und bittet um Auskunft, ob ihr Fotograf Standbilder aufgenommen hat und – falls ja – was mit diesen geschehen ist.
Zu Ihrer Information: Das Signal Corps hat ab Sonntag eine beträchtliche Anzahl von Bildern per Funk übermittelt, darunter Aufnahmen von Schiffen, von der Landung und Ankunft in Potsdam sowie – von gestern – Bilder des Präsidenten und Churchills. Diese wurden breit veröffentlicht.46MR-OUT 165.
18. Juli 1945
In der zweiten Sitzung der alliierten Staatsoberhäupter am 18. Juli 1945 meldete sich Churchill eingangs mit der Frage zu Wort, welche Rolle der Presse in dieser Konferenz zugedacht sei“.
In Teheran hätten die Presseleute nur mit Mühe Zugang gehabt, in Jalta überhaupt keinen. Hier in Potsdam hätten sich jedoch viele Pressevertreter außerhalb der wohlbewachten Festung, in der die Konferenz tage, angesammelt, und sie erhöben in der Weltpresse ein großes Geschrei, weil sie so gut wie keine Informationen erhalten könnten.47Truman, Harry S., Memoiren, Bd. I, S. 345.
Stalin reagierte darauf laut mit der Frage: „Wer hat sie hereingelassen?“
Churchill erwiderte, die Presseleute befänden sich außerhalb des Konferenzareals. Falls seine Kollegen zustimmten, sei er bereit, mit ihnen zu reden, nicht um sie über die Arbeit der Konferenz zu orientieren, sondern um ihnen zu erklären, weshalb die Presse ausgeschlossen werden müsse.
Ich sah keine Notwendigkeit dazu und erklärte, daß jede Delegation ihren Presseverbindungsmann habe und dieser den Journalisten die Lage klarmachen solle. Im Stillen Ozean stünden wir noch immer im Krieg, und in Europa seien viele heikle Probleme zu regeln, worüber die Presse nicht im einzelnen orientiert werden dürfe.48Ebenda.Originaltext in: Bd. II, S. 88.
Merriman Smith, der mit der Delegation des Präsidenten nach Berlin gekommen war, sah sich gezwungen, diese besondere Situation der Presseleute zu erklären:
Mein Dolmetsch war ein Hauptmann aus Chikago – Allen Hackner, der vor dem Krieg Zivilingenieur war. Er pflegte seine Gedanken immer laut zu äußern, was mitunter nicht sehr angenehm war. …
„Sie sind also der Berichterstatter der United Preß im Weißen Haus?
„Spielt das eine besondere Rolle?“
„Nein, ich finde es nur sonderbar.“
„Was finden Sie sonderbar?“
„Daß Sie nicht mit dem Präsidenten in Potsdam sind.“
Daran war nur Stalin schuld. Das muß ich dem Mann lassen: wenn er sagt, daß er bei einer Sache keine Journalisten dabei haben will, so sind keine Journalisten dort. Er konnte nicht verhindern, daß wir Präsident Truman in die deutsche Hauptstadt begleiteten, aber er lehnte es ab, uns nach Potsdam zu lassen, wo die Konferenz der Großen Drei abgehalten wurde. 49Merriman Smith, a.a.O., S. 201 f.
Am 18. Juli machte Truman einen Besuch in Stalins Residenz. von 15.04 Uhr bis 16.00 Uhr hielten er und seine Begleiter sich dort auf. Das Logbuch hlet dazu fest:
Beim Aussteigen aus seinem Wagen wurde der Präsident von Mr. Molotow empfangen, der ihn und seine Begleitung ins Innere geleitete, wo Mr. Stalin bereits wartete. Obwohl der Großteil unserer Delegation gerade erst den Mittagstisch verlassen hatte, wurden wir an einen großen Esstisch geführt, an dem uns ein Mittagsbuffet serviert wurde. Nach dem Essen und den darauf folgenden Trinksprüchen unterhielt sich der Präsident kurz mit dem Generalissimus. Anschließend stellten sie sich für Foto- und Filmaufnahmen zur Verfügung. Der Präsident und seine Begleitung verließen das Haus des Generalissimus um 16:00 Uhr in Richtung Cecilienhof. Wir trafen um 16:08 Uhr im Schloss ein.50Log of the PRESIDENTS TRIP to the BERLIN CONFERENCE (July 6, 1945 to August 7, 1945).., S. 23.
19. Juli 1945
Am 19. Juli fand Charles G. Ross Zeit, um Eben A. Ayers in Washington auf von ihm vor dem 15. Juli in Funksprüchen gestellte Fragen zu antworten. Dabei ging es um die Sonderstellung der direkt der Delegation angeschlossenen Journalisten und der nicht dazu gehörenden Pressevertreter hinsichtlich der Erlangung und Verbreitung von Informationen über die Potsdamer Konferenz.
Zu Ihrem ersten Punkt in Ihrem Schreiben vom 13. Juli:
Ich möchte nichts weiter unternehmen, um die Vertreter von Reuters und der französischen Nachrichtenagentur hierher zu holen. Die Entscheidung des Außenministeriums ist mir recht. Zu Ihrem zweiten Punkt im selben Schreiben: Bert Andrews, Lockett und die anderen Beschwerdeführer haben die Situation an Bord völlig missverstanden. Eine Erklärung hierzu wäre zu lang. Es genügt zu sagen, dass die Tatsache, dass die Männer an Bord täglich Nachrichtenberichte verfassten, nicht bedeutete, dass sie nach der Landung weiterhin Zugang zum Präsidenten haben würden. Nach ihrer Ankunft in Berlin begeben sich unsere Korrespondenten in das sogenannte Pressezentrum, wo sie den bereits anwesenden Korrespondenten gleichgestellt sind. (Ich würde Ihnen gern meine Meinung zu den Handlungen einiger dieser Korrespondenten mitteilen, aber sie müsste auf Asbest geschrieben werden.) …
Zurück zum Protest von Lockett, Short und Bert Andrews: Ob die drei Nachrichtendienste gegen ethische Grundsätze verstoßen haben, indem sie unsere Abreise auf der Grundlage von Drew Pearsons Sendung veröffentlichten, steht mir nicht zu, zu beurteilen. Ich möchte betonen, dass die Männer auf dem Schiff die Pearson-Sendung nicht nutzten, um Druck auszuüben und die Erlaubnis zum Berichten vom Schiff zu erhalten. Ich habe die Angelegenheit aus eigener Initiative mit dem Präsidenten besprochen, und er stimmte, ebenso wie Admiral Leahy und andere, zu, dass es, da die Geschichte in den Vereinigten Staaten bereits veröffentlicht worden war, keinen Grund mehr gab, die Nachrichtensperre fortzusetzen. Niemand wurde durch unsere Aktion überrumpelt. Die drei Männer an Bord repräsentierten die gesamte amerikanische Presse. Ich kann Bert Andrews‘ Standpunkt nicht nachvollziehen. Ich frage mich, ob er es vorgezogen hätte, wenn die Nachrichtensperre fortgesetzt worden wäre. Es erscheint mir völlig absurd zu behaupten, es habe eine Art „Ausschluss“ der Sonderberichte gegeben. Andrews sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass praktisch alle großen Zeitungen nicht nur von den Presseverbänden, sondern auch von ihren eigenen Leuten geschützt werden, die regelmäßig hier sind.
Was seine Aussage betrifft, „dass die Vertreter der Nachrichtenagenturen Druck ausüben und das Material trotzdem vor den anderen erhalten werden“, so entspricht das schlicht nicht den Tatsachen. Hier sind alle gleichgestellt.51MR-IN 83.
Mit der Formulierung „auf Asbest geschrieben werden„, meint Ross die Brisanz einer eventuellen Meinungsäußerung. Aber Sorgen bereitete ihm auch, eine Idee, die vermutlich vor der Abreise der Delegation in Washington entwickelt worden war, einer Pressereise nach Europa.
Nun zu Ihrem Brief vom 14. Juli.
Ich bin nicht hellseherisch. Ich kann nicht genau sagen, was der Präsident tun wird. Bei jedem Schritt habe ich jedoch versucht, den Journalisten zu ihrer Orientierung meine Einschätzung der Wahrscheinlichkeiten mitzuteilen. Es wäre einfacher gewesen, eine vollständige Nachrichtensperre zu verhängen, aber wir – Sie und ich – haben versucht, hilfreich zu sein. Es scheint, je mehr wir es versuchen, desto mehr Ärger bekommen wir. Um es zu wiederholen: Ich denke, die geplante Reise sollte nicht unternommen werden. Sie wurde, wie Sie wissen, in der damals gültigen Erwartung arrangiert, dass der Präsident einige interessante Abstecher unternehmen würde, darunter einen nach London. Es ist nun höchst unwahrscheinlich, dass eine dieser Reisen stattfinden wird. Der Präsident neigt derzeit dazu, nach der Konferenz direkt nach Hause zu fahren. Angesichts dessen halte ich es für ratsam, dass die Korrespondenten zu Hause bleiben. Wir sind jedoch an die Reise gebunden und müssen sie für diejenigen durchführen, die sie wünschen, sofern diese weiterhin daran interessiert sind. Es ist auch zu bedenken – und ich hoffe, Sie werden dies den Korrespondenten ebenfalls vortragen –, dass der Präsident möglicherweise seine Meinung ändert und einen oder mehrere Abstecher unternimmt. Es lässt sich auch nicht sagen, wann die Konferenz enden wird. Weder der Präsident noch sonst jemand weiß das. Es spielen dabei die unterschiedlichsten Faktoren eine Rolle.
Die Hoffnung war, dass die Konferenz nicht länger als bis Ende nächster Woche dauern würde. Der Präsident ist bereit, bis zu drei Wochen zu bleiben; ich bezweifle, ob er einen längeren Aufenthalt in Betracht ziehen würde. Daher ist die ganze Angelegenheit noch ungewiss, und ich hoffe, Sie werden die Korrespondenten darüber informieren, damit sie ihre Entscheidung im Lichte all unserer Informationen treffen können. Da sie, oder einige von ihnen, auf eine frühe Abreise drängen, schlage ich vor, dass Sie die Reise für nächsten Dienstag oder Mittwoch ansetzen. Ich bezweifle, ob Sie es früher schaffen könnten. Lassen Sie Beckley außerdem außen vor. Dies aus zwei Gründen: seiner eigenen Abneigung gegen das Fliegen und der Tatsache – wie ich jetzt sehe –, dass seine Dienste nicht wirklich benötigt werden. Alle anderen sollen kommen, wenn sie wollen, aber teilen Sie ihnen klar und vertraulich mit, dass sie, falls sie kommen, zwangsläufig die gleichen Voraussetzungen wie alle anderen Männer hier haben werden, einschließlich der Gruppe vom White House. Das bedeutet, dass sie lediglich solche Informationen erhalten, wie wir sie weitergeben können – Informationen, die die Tagesordnung der Konferenz nicht berühren und in einen gemeinsamen Pool einfließen. Die einzigen Neuigkeiten über die Arbeit der Konferenz werden weiterhin in Form offizieller Kommuniqués veröffentlicht, und es ist sehr wahrscheinlich, dass es bis zum Ende der Konferenz keine weiteren Kommuniqués geben wird und dass dieses letzte Kommuniqué, wie in Jalta, zur gleichzeitigen Veröffentlichung in den drei Hauptstädten freigegeben wird. All dies muss völlig unverständlich sein. Schicken Sie mir bitte ein Telegramm, falls etwas unklar erscheint.52Ebenda.
Die Eifersüchteleien unter den Journalisten hatten auch Auswirkungen auf die Gestaltung ihrer Arbeit in Berlin, wie aus den folgenden Mitteilungen von Ross an Ayers hervorgeht.
Um jeden Verdacht auszuräumen, dass unsere Mitarbeiter der White House News Agency bevorzugt behandelt werden, habe ich sogar ein Telefon entfernen lassen, das in ihren Büros installiert worden war. Sie können mich nun nur noch über Colonel Redding, den Pressesprecher dieses Bezirks, erreichen. Redding hatte es übrigens genauso schwer wie Sie und ich, und er hat hervorragende Arbeit geleistet. Im Grunde läuft alles darauf hinaus: Erstens erhalten die Mitarbeiter der Agentur genau das Gleiche wie alle anderen, und nicht mehr. Sie dienen der gesamten Presse. Mir geht es darum, die gesamte Presse zu schützen und nicht darum, das Ansehen einzelner Personen oder Gruppen zu fördern. Zweitens: Informieren Sie die Reporter vertraulich über die Fakten, und wenn sie oder einer von ihnen die Reise wie ursprünglich geplant wünschen, terminieren Sie sie und lassen Sie sie kommen und ihr Glück versuchen. Ich hatte vorhin gesagt, die Reise solle für nächsten Dienstag oder Mittwoch organisiert werden. Ich möchte das korrigieren: Organisieren Sie es bitte so schnell wie möglich. Falls nur ein oder zwei Personen die Reise antreten möchten, wäre es vielleicht besser, keinen Sonderflug zu organisieren, sondern ihnen nur die wichtigsten Dinge zukommen zu lassen.53Ebenda.
Oberstleutnant John Maclean Redding (1908-1965) arbeitete als Journalist für die Chicago Tribune, den Chicago Herald American und den International News Service. Im März 1942 trat er dem 131. Infanterieregiment der Illinois Nationalgarde bei. Während des Krieges diente er in der A-2-Sektion der Achten US-Luftflotte, dann als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der US-Armeegruppe in Europa. In dieser Eigenschaft war er auch zuständig für die Betreuung der US-Journalisten während der Potsdamer Konferenz. Wie der vorstehende Text zeigte, gab es Proteste der US-Medien und denen aus Großbritannien zur Informationspolitik von Armee und Regierung.
Die Zeitung St. Paul Pioneer Press brachte dazu am 18. Juli einen Beitrag des United Press Korrespondenten Jack Martin Fleischer.
KEIN INTERESSE AN „POLITIK“ –
US-Armee stoppt Nachrichten zum Treffen der „Großen Drei“
Von JACK FLEISCHER
BERLIN — (UP) — Die extreme Geheimhaltung, die das Treffen der „Großen Drei“ umgab, wurde am Dienstag noch verschärft, als die US-Armee die Informationsweitergabe zur Konferenz einstellte; zur Begründung hieß es, die Armee wolle sich nicht in „Politik“ hineinziehen lassen. Künftig, so wurde bekannt gegeben, würden die Presseoffiziere der Armee lediglich als Vermittler von Informationen fungieren, die von den Konferenzverantwortlichen bereitgestellt werden. Im Konferenzhauptquartier wurden lediglich nackte Fakten über die Kontakte zwischen den Staatschefs der „Großen Drei“ sowie Meldungen über deren Besichtigungen und diverse Randnotizen ausgegeben – Informationen, die insgesamt dürftig und weitgehend belanglos waren. Es wurden keinerlei politische Nachrichten veröffentlicht.
Zu den eher nebensächlichen Informationen, die bekannt gegeben wurden, gehörten Details wie:
Das Trinkwasser für die Delegationsleiter wird täglich aus dem Ausland eingeflogen; die Delegierten zahlen für ihre Mahlzeiten zwei Mark fürs Frühstück sowie jeweils vier Mark für Mittag- und Abendessen; und die Wachmannschaft der Armee hält am „Little White House“ von Präsident Truman täglich Appelle zum Wecken und zum Tagesabschluss ab.
Das Menü des Dienstags-Mittagessens, bei dem der Präsident Marschall Josef Stalin bewirtete, wurde zwar veröffentlicht, die Liste der servierten Getränke jedoch unter Verschluss gehalten – vermutlich aus Sicherheitsgründen.
Oberstleutnant John Redding, Presseoffizier für Berlin, und sein Stellvertreter, Oberstleutnant C. W. Gilchrist, gaben bekannt, dass die Armee keine weiteren Informationen über die „Großen Drei“ herausgeben werde. Ein Grund für diese Ankündigung war die scharfe Kritik an der militärischen Zensur, die einige Korrespondenten in ihren Berichten geäußert hatten. Protesten gegen die Geheimhaltung wurde mit dem Hinweis begegnet, es sei bereits vor dem Treffen der „Großen Drei“ angekündigt worden, dass es Mitgliedern des Berliner Pressekorps nicht gestattet sei, über die Konferenz zu berichten. Den Mitgliedern des Korps ist der Zutritt zum Konferenzgelände untersagt. Zudem wurde mitgeteilt, dass Charles G. Ross, der Pressesprecher des Präsidenten, und der Pressesprecher von Premierminister Winston Churchill das Konferenzgelände nicht verlassen könnten, um Informationen zu erteilen, da Korrespondenten der Zutritt zu diesem „abgeschirmten Bereich“ verwehrt sei. Mitglieder des Korrespondentenausschusses bemühten sich am Dienstag um ein Treffen mit den Pressesprechern. Auf Bitten von Raymond Daniell, dem Korrespondenten der *New York Times* und Vorsitzenden des Ausschusses, versprach Oberst Redding, ein Treffen mit den Pressesprechern in die Wege zu leiten – in der Hoffnung, dass eine tägliche Pressemitteilung herausgegeben werden könnten.54St. Paul Pioneer Press, Mittwoch, 18. Juli 1945
Wer der britische Partner von Charles G. Ross als Pressesprecher war, ist nicht so einfach zu bestimmen, da Winston Churchill die institutionelle Rolle eines festen Regierungs-Pressesprechers in der Downing Street mied, die zuvor von George Steward (bis 1944) ausgeübt worden war.
Eben Ayers jedenfalls war beruhigt über die Antwort, die er von seinem Chef aus Neubabelsberg erhalten hatte.
Vielen Dank für Ihre Nachricht; sie hat viele der Fragen beantwortet, die ich Ihnen zuvor übermittelt hatte – unter anderem im Zusammenhang mit der Gruppe, deren Unterlagen heute (19. Juli) mit der Post auf den Weg gebracht wurden. Besonders erfreulich ist für mich zudem, dass Ihre Ausführungen meine bisherigen Antworten an die hartnäckigen Korrespondenten bestätigen.
Ich werde mich umgehend darum kümmern, die Abreise ohne Verzögerung in die Wege zu leiten; allerdings rechne ich damit, dass es dabei zu einer Klärung kommen wird, durch die eine beträchtliche Anzahl von Personen von der Liste gestrichen wird. Sobald die endgültige Zusammensetzung feststeht, werde ich Ihnen die Namen derjenigen mitteilen, die tatsächlich mitreisen. Die Lufttransportabteilung plant, die Gruppe mit einer regulären Flugverbindung ab Washington reisen zu lassen; ein Sonderflug wird voraussichtlich nicht erforderlich sein. Zudem bestehen Vorkehrungen für die Nutzung von Flugzeugen innerhalb Europas, falls Abstecher geplant sind – voraussichtlich zu regulären Passagiertarifen statt zu Charterpreisen, sodass die Reise nicht so kostspielig wird wie befürchtet. Die aktuellen Ereignisse im Ausland haben die Begeisterung einiger Interessenten offenbar etwas gedämpft. Ich habe mich bemüht, eher abschreckend zu wirken, ohne jedoch den Eindruck zu erwecken, wir wollten sie nicht dabeihaben.
Entgegen Ihrer Befürchtung hat Ihre Nachricht für große Klarheit gesorgt und war äußerst hilfreich. Ich kann Ihre Situation gut nachvollziehen. Die einzige offene Frage betrifft meines Erachtens die Korrespondenten, die sich bereits in Europa aufhalten und sich der Gruppe anschließen möchten.55MR-OUT 191.
23. Juli 1945
Bis zum 22. Juli ist kein Schriftverkehr zwischen Ayers und Ross zu finden. Am 23. Juli schreibt Eben Ayers aus Washington:
Nachrichtenmeldungen heute zitieren den NBC-Korrespondenten Roy Porter, der aus Berlin berichtet, das ein Teil der amerikanischen Delegation zur Konferenz Deutschland verlassen habe und ein anderer Teil sich auf die Abreise zu einem neuen und überraschenden Ziel vorbereite. Außerdem, Smiths UP-Story berichtet heute, dass man glaube, Roseman werde aus Washington einberufen, um bei der Ausarbeitung von Mr. Trumans Bericht an den Senat zu helfen. Das Vorstehende nur zu Ihrer Information. Ansonsten sind einige seltsame Geschichten eingegangen, die unter Potsdamer Datum stehen.56MR-OUT 216.
25. Juli 1945
Am 25. Juli 1945 musste Churchill nach London reisen, um die Ergebnisse der Parlamentswahlen zu vernehmen.
Um ihm entgegenzukommen, hatten wir für diesen Tag eine Vormittagssitzung anberaumt, und ehe diese neunte Sitzung der Konferenz begann, stellten wir uns den Photographen im Schloßhof zu den ersten offiziellen Aufnahmen der Konferenz.57Truman, Harry S., Memoiren Bd. I, a.a.O., S. 390.
Im Logbuch von Präsident Trumans Reise wird dies wie folgt beschrieben:
10:35 Uhr: Der Präsident und seine Delegation verließen das „Little White House“ in Richtung Cecilienhof, wo sie um 10:45 Uhr eintrafen. Bevor die Konferenz eröffnet wurde, stellten sich der Präsident, der Premierminister und der Generalissimus im Schlossgarten für Foto- und Filmaufnahmen auf. Es waren Fotografen (sowohl Militärangehörige als auch Zivilisten) aus allen drei Nationen anwesend.
11:00 Uhr: Die „Großen Drei“ und weitere Delegierte betraten den Konferenzraum, und der Präsident eröffnete die neunte Sitzung der Berliner Konferenz.58Log of the PRESIDENTS TRIP to the BERLIN CONFERENCE (July 6, 1945 to August 7, 1945).., S. 30.
26. Juli 1945
Am 26. Juli flogen wir mit dem Präsidenten nach Frankfurt. General Eisenhower hielt ihm zu Ehren eine Parade ab, nach deren Abschluß im Hauptquartier ein Lunch stattfand. In dem stattlichen Haus begegnete ich dem Präsidenten in der einstigen Bibliothek. „Wie ist die Lage?“ fragte ich ihn:
Mr. Truman warf den Kopf zurück und sagte temperamentvoll, daß „sie“ – sichtlich meinte er Stalin und Churchill – zugeständnisse machen müßten. Der Präsident kannte die Stärke seiner Position.59Meeriman Smith, a.a.O., S. 214.
Am 28. Juli 1945 fand die erste Sitzung der Konferenz statt, an der Churchill nicht mehr teilnahm. Clement Attlee, neuer Premierminister Großbritanniens ersetzte ihn. Das Logbuch vermerkte:
22:15 Uhr: Der Präsident und seine Delegation verließen das „Little White House“ in Richtung Cecilienhof. Die zehnte Sitzung der Konferenz wurde um 22:30 Uhr eröffnet. Vor Beginn der Sitzung stellten sich die neuen „Großen Drei“ für Foto- und Filmaufnahmen. Die heutige Sitzung wurde um 00:05 Uhr – also fünf Minuten nach Mitternacht – beendet. 60Ebenda, S. 35.
Am 1. August 1945 stellten sich die Delegationsleiter erneut den Fotografen und Filmemachern. Was das Logbuch wie folgt beschrieb:
14:45 Uhr: Der Präsident verließ das „Little White House“ in Richtung Cecilienhof, wo er um 14:55 Uhr eintraf. Kurz nach seiner Ankunft im Schloss stellten sich der Präsident und die übrigen Mitglieder der „Großen Drei“ gemeinsam mit ihren Außenministern und Admiral Leahy für Film- und Fotoaufnahmen.
15:30 Uhr: Die zwölfte Zusammenkunft der „Großen Drei“ begann.61Ebenda, S. 39.

Zusammenfassung
Es gab keine unabhängige Berichterstattung von der Potsdamer Konferenz. Die Menschen in den Mutterländern der „freien Presse“ und der Meinungsfreiheit – USA und Großbritannien – sowie in der Sowjetunion mit ihren staatlich gelenkten und kontrollierten Medien mussten mit dem vorlieb nehmen, was die Journalisten von den Presseverantwortlichen der einzelnen Delegationen auf Pressekonferenzen bzw. in Pressegesprächen an Informationen erhielten. Das waren zumeist Allgemeinplätze bzw. nichtssagende Informationen. Um sich die Zeit zu vertreiben oder keine nur auf Spekulationen beruhende Beiträge zu schreiben, befassten sie sich mit dem Leben in den jeweiligen Besatzungszonen und mit dem Aufbau der Besatzungsverwaltung.
Die am zweiten Tag der Potsdamer Konferenz von den Staatsoberhäuptern gemeinsam akzeptierte Geheimhaltung hatte über die Konferenz hinaus Bestand. In der Zeit der Ost-West-Konfrontation während des Kalten Krieges bildete die mit Datum 2. August 1945 verbreitete Erklärung der drei Staatsoberhäupter die Grundlage, wenn aktuelle politische Entwicklungen als im Einklang mit der Potsdamer Konferenz oder im Gegensatz zu ihr bezeichnet wurden. Welche strittigen Punkte während der Konferenz behandelt wurden und zu welchen Entscheidungen es kam, erfuhr die Öffentlichkeit nicht.
Zu den problematischen Fragen, die öffentlich nicht bekannt wurden, gehörte die Sonderbehandlung der Mitgliedsstaaten der faschistischen Koalition Italien, Spanien, Bulgarien, Rumänien und Ungarn. Die Frage der Reparationen und die Gestaltung der internationalen Ordnung. Das hatte Folgen, die nicht nur damals wirkten, sondern auch in der Gegenwart zu Konflikten führen, wie z.B. die Forderungen nach Entschädigung für während des Krieges entstandene Schäden durch Italien und Polen. Auch die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze zu Polen durch die DDR und Anfang der 1970er Jahre durch die BRD gehörte dazu. Es war keine souveräne Entscheidung der DDR, sondern die Anerkennung eines mit dem Vormarsch der Roten Armee 1945 geschaffenen Zustandes, der nur mit der Anwendung von militärischer Gewalt hätte rückgängig gemacht werden können. Die auf der Potsdamer Konferenz getroffene Vereinbarung, dass die endgültige Entscheidung durch eine Friedenskonferenz getroffen werden sollte, wurde unter Verletzung des Völkerrechts einfach unter Tisch fallen gelassen.
Offensichtlich zum ersten Mal wurde die Geheimhaltung über die Potsdamer Konferenz außer Kraft gesetzt, als das Außenmini9sterium der USA 1960 zwei umfangreiche Bände mit den Dokumenten der Potsdamer Konferenz veröffentlichte. In welcher Auflagenhöhe sie erschienen und wie es um ihre Zugänglichkeit stand, müsste noch untersucht werden. Später zogen Großbritannien und die Sowjetunion mit der Veröffentlichung eigener Quellenpublikationen zur Konferenz nach. In den 1970er Jahren wurden in den USA zahlreiche „Top Secret“-Dokumente aus der Geheimhaltung entlassen und in das Nationalarchiv übernommen.
Die Folgen dieser Situation sind bis heute spürbar. Sie zeigen sich in schlecht recherchierten Beiträgen über die Konferenz, in der Unwilligkeit von Journalisten zur wahrheitsgetreuen Übernahme von Fakten und in mit sachlichen Fehlern behafteten Veröffentlichungen. Bei den in Potsdam erscheinenden Medien ist das besonders ausgeprägt. Aber auch deutsche „Leitmedien“, wie „Spiegel“ oder „Stern“ wehren standhaft Angebote ab, bei der Abfassung wahrheitsgetreuerer Beiträge zu helfen.
Anmerkungen
- 1Log of the PRESIDENTS TRIP to the BERLIN CONFERENCE (July 6, 1945 to August 7, 1945). Written and compiled by Lieutenant William M. Rigdon, U.S.N, S. II. ↩︎
- 2Meeriman, Smith, Danke sehr, Herr Präsident! Notizbuch aus dem Weißen Haus, Wien 1948, S. 203. ↩︎
- 3Ebenda, S. 206. ↩︎
- 4Truman in the White House. The diary of Eben A. Ayers. Edited with commentary by Robert H. Ferrell, Columbia and London 1991, S. 52. ↩︎
- 5Merriman Smith, a.a.O., S. 196. ↩︎
- 6MR-OUT 66 ↩︎
- 7MR-OUT 73 ↩︎
- 8MR-OUT 74 ↩︎
- 9MR-IN 23 ↩︎
- 10MR-OUT 92 ↩︎
- 11Log of the PRESIDENTS TRIP to the BERLIN CONFERENCE , a.a.O., S. 10. ↩︎
- 12MR-IN v. 13.07.1945 ↩︎
- 13MR-IN 26 ↩︎
- 14Es könnte sich hier um Norvelle Wallace Sharpe handeln. ↩︎
- 15MR-IN X1 ↩︎
- 16MR-IN 29 ↩︎
- 17MR-IN 32 ↩︎
- 18MR-OUT 93 ↩︎
- 19MR-IN 31 ↩︎
- 20MR-IN 122045Z ↩︎
- 21Special Party Call 122143 v. 12.07.1945 ↩︎
- 22Special Party Call 1201173 v. 12.07.1945 ↩︎
- 23Special Party Call 122138 v. 12.07.1945 ↩︎
- 24MR-OUT 109 ↩︎
- 25MR-OUT 110 ↩︎
- 26MR-OUT 96 ↩︎
- 27MR-OUT 106. Die erwähnte Nachricht MR-OUT 105 ist in den Archivunterlagen nicht vorhanden. ↩︎
- 28MR-IN 1322492Z ↩︎
- 29MR-IN 132047Z ↩︎
- 30MR-IN 132247Z ↩︎
- 31MR-IN 141707Z ↩︎
- 32MR-IN vom 14.07.1945 (plain language) ↩︎
- 33New York Times v. 15. Juli 1945. ↩︎
- 34Ebenda. ↩︎
- 35Ayers, Eben A., a.a.O., S. 54. ↩︎
- 36MR-IN 59 ↩︎
- 37Meeriman Smith, a.a.O., S. 207. ↩︎
- 38Ebenda, S. 208. ↩︎
- 39New York Times v. 17. Juli 1945. ↩︎
- 40MR-IN 161858Z ↩︎
- 41Meeriman Smith, a.a.O., S. 208. ↩︎
- 42New York Times v. 15. Juli 1945. ↩︎
- 43Ebenda, S. 209. ↩︎
- 44Log of the PRESIDENTS TRIP to the BERLIN CONFERENCE (July 6, 1945 to August 7, 1945).., S. 21. ↩︎
- 45The Conference of Berlin (The Potsdam Conference) 1945. (In Two Volumes), Volume II, Washington 1960, S. 63. ↩︎
- 46MR-OUT 165. ↩︎
- 47Truman, Harry S., Memoiren, Bd. I, S. 345. ↩︎
- 48Ebenda.Originaltext in: Bd. II, S. 88. ↩︎
- 49Merriman Smith, a.a.O., S. 201 f. ↩︎
- 50Log of the PRESIDENTS TRIP to the BERLIN CONFERENCE (July 6, 1945 to August 7, 1945).., S. 23. ↩︎
- 51MR-IN 83. ↩︎
- 52Ebenda. ↩︎
- 53Ebenda. ↩︎
- 54St. Paul Pioneer Press, Mittwoch, 18. Juli 1945 ↩︎
- 55MR-OUT 191. ↩︎
- 56MR-OUT 216. ↩︎
- 57Truman, Harry S., Memoiren Bd. I, a.a.O., S. 390. ↩︎
- 58Log of the PRESIDENTS TRIP to the BERLIN CONFERENCE (July 6, 1945 to August 7, 1945).., S. 30. ↩︎
- 59Meeriman Smith, a.a.O., S. 214. ↩︎
- 60Ebenda, S. 35. ↩︎
- 61Ebenda, S. 39. ↩︎
© GeschichtsManufaktur Potsdam, 15. September 2026