Die Presse war während der Potsdamer Konferenz von der direkten Berichterstattung ausgeschlossen. Die von ihnen veröffentlichten Beiträge basierten in erster Linie auf Pressemitteilungen, die ihnen täglich von den Pressesprechern der drei Delegationen übergeben oder in Pressekonferenzen vorgetragen wurden. Sie hatten keinen Zutritt zu dem Sperrgebiet in Neubabelsberg, in dem die drei Delegationen in drei Zonen untergebracht waren. Zudem war es ihnen nicht gestattet, das direkte Umfeld der Konferenz, einschließlich dem Neuen Garten und Schloss Cecilienhof zu betreten. Bei Presseterminen vor Eintreffen der Delegationen in Potsdam und nach ihrer Abreise durften Presse, Kameraleute und Fotografen die gesperrten Areale zum Zweck der Berichterstattung betreten. Während der Konferenz gab es für Kameraleute und Fotografen Ausnahmen von diesen Einschränkungen. Zu ausgewählten Fototerminen erhielten sie Zutritt zum Schloss Cecilienhof. Die berühmten Aufnahmen der Staatschefs in den Korbsesseln im Garten wurden exakt choreografiert.

Filmaufnahmen von British Pathé zeigen Armeekameraleute, Fotografen und Kriegsberichterstatter im Jahr 1945. Identifiziert werden konnte der weltbekannte Fotograf Robert Capa. Die Aufnahmen entstanden vermutlich im Umfeld der Potsdamer Konferenz, vor allem im Pressecamp in Berlin-Zehlendorf.

Aufnahme aus dem Pressecamp der Potsdamer Konferenz.

Wochenschau

Die Kameraleute arbeiteten für den Nachrichten- bzw. Presseservice der jeweiligen Armee sowie für Presse- und Fotoagenturen. Kameraleute waren zugleich auch als Fotografen tätig. Sie fertigten Aufnahmen an, die aktuell in den Wochenschauen gezeigt wurden. Ziel des sorgsam ausgewählten und freigegebenen Filmmaterials war nicht so sehr die sachliche Information über die Konferenz, sondern die weltweite Demonstration der „Einigkeit“ von Stalin, Truman und Churchill. Die Identität der einzelnen Kameraleute und Fotografen bei der Potsdamer Konferenz ist in den offiziellen Archiven oft nur über die Militäreinheiten oder die beteiligten Presseagenturen dokumentiert, da die Filmrollen meist unter dem Namen der Wochenschau-Unternehmen oder Spezialeinheiten archiviert wurden.

Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands Anfang Mai 1945 übernahmen die Besatzungsmächte die Medienhoheit. Die Kinos wurden rasch wiedereröffnet, nun jedoch zur Umerziehung und Information der deutschen Bevölkerung über das wahre Ausmaß der NS-Verbrechen.

Jede Besatzungszone entwickelte eigene Formate:

Wochenschau Besatzungsmacht / Zone Besonderheiten & Inhalte
Welt im Film Amerikanische & Britische Zone Erste Ausgabe im Mai 1945. Zeigte die Befreiung der Konzentrationslager, die Trümmerlandschaften deutscher Städte sowie den Beginn der Nürnberger Prozesse.
Blick in die Welt    Französische Zone Konzentrierte sich stark auf den Wiederaufbau, kulturelle Aspekte und das Leben in der französisch besetzten Region.
Der Augenzeuge Sowjetische Zone (SBZ) Gegründet im Sommer 1945 (später von der DEFA produziert). Stand unter dem Motto „Ausbeuterbetrieb war gestern“ und legte den Fokus auf antifaschistischen Wiederaufbau und sozialistische Reformen.

USA

Die Aufnahmen des Signal Corps (u. a. im Truman Library & Museum archiviert) entstanden oft direkt Schulter an Schulter mit den Pathé-Leuten.

Die filmische Dokumentation der Potsdamer Konferenz wurde primär von spezialisierten Einheiten der US-Armee, U.S. Army Signal Corps (speziell die 168th Signal Photographic Company) sowie von ausgewählten Pool-Kameraleuten der großen US-Nachrichtenagenturen übernommen. Der offiziellen Delegation der USA gehörten Fotografen und Kameraleute an. Als Letztere sind im offiziellen Verzeichnis der Delegation aufgeführt: Carl Hugo Johnson und Albert Oeth. Sie wurden als „Vertreter der Wochenschau-Unternehmen“ geführt, gehörten konkret zu Paramount News und den von dieser Firma produzierten Paramount Newsreels.

Von Johnson und Oeth stammen die Aufnahmen, die während der Überfahrt nach Europa auf dem schweren Kreuzer USS „Augusta“ gemacht wurden. Auch die Landung in Antwerpen sowie die Rückfahrt ab Plymouth werden sie dokumentiert haben. Im Telefonverzeichnis für die US-Delegation in Neubabelsberg sind sie nicht enthalten. Also werden sie, wie ihre schreibenden Kollegen und Mitglieder der US-Delegation, ebenfalls in Zehlendorf in einem beschlagnahmten Haus untergebracht worden sein.

Der Army Pictorial Service hatte Büros und Unterkünfte in Neubabelsberg. Lieutenant Colonel Sidney L. Lund, Major Arthur Gaskill und Major Martin McEvilly sind ihm zugeordnet. Untergebracht waren sie in der Schillerstr. 2, wie auch die Leute vom Army Communications Service.

Die US-amerikanischen Wochenschauen (engl. Newsreels) wurden von rein privatwirtschaftlichen Unternehmen produziert und standen in einem harten kommerziellen Wettbewerb zueinander. Sie waren fester Bestandteil des klassischen Kinoprogramms (oft vor dem Hauptfilm platziert) und prägten bis zur Etablierung des Fernsehens das Weltbild von Millionen Amerikanern.

Der Markt wurde im Wesentlichen von den großen Hollywood-Studios beherrscht, die jeweils eigene Nachrichtensparten betrieben:

Fox Movietone News (1927–1963): Wegbereiter des Genres. Fox führte als erstes Studio den Tonfilm ein (Movietone-Verfahren) und revolutionierte damit ab 1928 die Berichterstattung durch echte O-Töne.

Pathé News (1910–1956): Gegründet vom französischen Film-Pionier Charles Pathé, war es eine der ältesten Wochenschauen der USA. Berühmt wurde sie durch ihr Markenzeichen: den krähenden Hahn zu Beginn.

Universal Newsreel (1929–1967): Eine der langlebigsten Wochenschauen. Universal stellte seine Produktion erst Ende der 1960er-Jahre ein. Die erhaltenen Archive wurden später der Öffentlichkeit überlassen.

Paramount News (1927–1957): Bekannt unter dem Slogan „The Eyes and Ears of the World“ (Die Augen und Ohren der Welt). Sie zeichnete sich durch eine sehr dynamische, weltweite Berichterstattung aus.

Hearst Metrotone News (1914–1967): Betrieben vom Medienmogul William Randolph Hearst in Kooperation mit Metro-Goldwyn-Mayer (MGM). Sie war stark von Hearsts oft konservativer politischer Agenda geprägt.

Eine Sonderrolle nahm The March of Time ein. Produziert vom Time-Magazin, brach dieses Format mit dem klassischen, schnellen Zusammenschnitt von Kurzberichten. Stattdessen konzentrierte man sich monatlich auf ein oder zwei Hauptthemen, inszenierte Spielszenen nach und nutzte dramatische Analysen. Dieser filmische Stil war so prägend, dass er 1941 im Kinofilm-Meisterwerk Citizen Kane (in der fiktiven Wochenschau „News on the March“) parodiert wurde.

Fox Movietone News

Seit 2017 gibt es Fox Archives. Gegründet wurde es aufbauend auf dem Erbe der Wochenschau Fox Movietone News.

Fox Archives präsentiert exklusives Filmmaterial von einigen der denkwürdigsten Ereignisse der Geschichte. Von den Überraschungsangriffen auf Pearl Harbor und das World Trade Center über den Marsch auf Washington und die Black-Lives-Matter-Bewegung bis hin zu den grausamen Morden an Emmett Till und Trayvon Martin sowie dem tragischen Verschwinden des Lindbergh-Babys und von Caylee Anthony – die Kamerateams von Fox waren all dem hilflos ausgeliefert.
Das Fox Archives-Team besteht aus erfahrenen Forschern und Archivaren mit Erfahrung in der Rundfunkproduktion und in Nachrichtenredaktionen und ist ein termingebundener redaktioneller Rechercheservice für Branchenprofis, die sowohl ikonische als auch schwer zu findende Aufnahmen aufspüren möchten.1https://www.foxarchives.com/about

Zu den im Archiv enthaltenen Wochenschauen heißt es auf der Internetseite konkret:

Die Fox Movietone News-Bibliothek ist eines der umfangreichsten Nachrichtenfilmarchive des 20. Jahrhunderts. Von Oktober 1927 bis Oktober 1963 sendete Fox Movietone News eine der ersten und am längsten laufenden amerikanischen Wochenschauen (und war selbst ein Ableger des Stummfilmsenders Fox News). Die Bibliothek umfasst 75 Millionen Fuß Filmmaterial mit den wichtigsten Ereignissen des 20. Jahrhunderts. Zweimal wöchentlich informierte die Wochenschau das amerikanische Publikum über aktuelle Ereignisse und stellte ihm gleichzeitig fremde Kulturen und Traditionen vor. Weltweit wurden dem internationalen Publikum amerikanische Freizeitbeschäftigungen und regionale Geschichten präsentiert. Die zweiwöchentlich erscheinende Wochenschau berichtete über nationale und internationale Politik, neue Technologien, Mode, Sport und bewegende Geschichten und endete oft mit einem humorvollen Schlusswort. Damit etablierte sie ein Format, das Nachrichtensprecher bis heute verwenden.2https://www.foxmovietonenews.com/

Eine Datenbank zu den im Fox Archives vorhandenen Filmen über die Potsdamer Konferenz war im Internet nicht zu finden. Deshalb wurde es am 28. September 2026 per Email kontaktiert. Die Antwort war ernüchternd:

Vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrer Anfrage zu Fox-Movietone-Wochenschauen für Ihr historisches Projekt an Fox Archives wenden.
Unsere Sammlung umfasst umfangreiches Filmmaterial von Churchill, Attlee, Truman sowie der Potsdamer Konferenz selbst. Bitte beachten Sie, dass wir kuratierte Recherchen und mit Wasserzeichen versehene Sichtungskopien kostenlos zur Verfügung stellen – jedoch nur in der Erwartung eines späteren Lizenzkaufs. Wir stellen weder Archivkopien für die Öffentlichkeit oder Privatsammler bereit, noch gewähren wir Zugang zu unseren Beständen ausschließlich zu reinen Forschungszwecken.

Da Hilfe angeboten wurde, erfolgte ein weiterer Kontakt:

Vielen Dank für das Hilfsangebot, das ich gerne annehme.
Verfügen Sie über eine Datenbank, die folgende Informationen enthält:
Veröffentlichungsdatum und Nummer der Wochenschau,
einzelne Beiträge mit kurzer Inhaltsbeschreibung,
Quelle des verwendeten Filmmaterials,
Namen: Kameramann, Regisseur, Produzent?

Doch auch diese Antwort führte leider nicht weiter:

Wie bereits erwähnt, liegen uns die entsprechenden Informationen für diverse Filmaufnahmen vor – unter anderem mit Churchill, Attlee und Truman sowie zur Potsdamer Konferenz selbst. Diese Aufnahmen sind Teil unserer Fox-Movietone-Wochenschau-Sammlung. Wir stellen jedoch nur Informationen zu den Clips sowie Sichtungskopien mit Wasserzeichen für Interessenten zur Verfügung, die später eine Lizenz erwerben möchten. Wir sind ein kleines, aber schlagkräftiges Team, und die Bearbeitung solcher Anfragen erfordert einen erheblichen Aufwand an Zeit und Energie; daher können wir derzeit leider keine reinen Rechercheanfragen annehmen.

Einen Einblick in die Inhalte seiner Sammlungen vermittelt Fox Archives mit verschiedenen Videos, die bei You Tube abrufbar sind. Dazu gehört: The Global War.

Die Bibliothek der University of South Carolina besitzt eine über 200 Filme umfassende Sammlung der Fox Movietone News. Sie geht jedoch nur bis 1944. Die Jahre ab 1945 fehlen. Die Filme können im Internet abgerufen werden.

Laut Google-KI sollen zur Zeit der Potsdamer Konferenz  folgende Kameramänner von Fox Movietone News anwesend gewesen sein und gearbeitet haben:
Tondra, John
Martenson James

Pathé News

Die US-amerikanische Pathé produzierte Newsreels direkt für das amerikanische Kinopublikum. Während des Krieges schloss sich das Unternehmen mit den vier anderen großen US-Wochenschau-Unternehmen und dem staatlichen Office of War Information (OWI) zusammen, um unter dem Namen United News einheitliche, internationale Propaganda- und Informations-Wochenschauen für das Ausland zu produzieren.
Die historischen Wochenschauen von Pathé News (USA) sind heute primär im Besitz der Sherman Grinberg Film Library archiviert und lizenziert. Da die amerikanische Wochenschau 1956 eingestellt wurde, ging der gesamte Bestand (der die Jahre 1895 bis 1956 umfasst) an die Sherman Grinberg Film Library über und gilt heute als die älteste historische Filmsammlung der USA. Das Archiv befindet sich in Chatsworth, Kalifornien (USA) und besitzt die Rechte am gesamten klassischen amerikanischen Pathé-Katalog (über 20 Millionen Fuß an historischem 35mm-Filmmaterial). Ein großer, digitalisierter Teil der amerikanischen Pathé-Wochenschauen wird heute über Getty Images vertrieben und ist dort online per Stichwortsuche auffindbar und als Stock-Footage lizenzierbar.
Bestimmte Ableger und Serien, die von Pathé News, Inc. produziert wurden (wie das News Magazine of the Screen oder Milestones of the Century), werden zudem von der Historic Films Archive, LLC vermarktet.
Da die US-amerikanische Pathé während des Zweiten Weltkriegs eng mit dem staatlichen Office of War Information (OWI) zusammenarbeitete, um die United News-Wochenschauen zu bestücken, befinden sich die Master-Negative und Kopien dieser spezifischen Kriegswochenschauen im US-Nationalarchiv sowie in der Library of Congress in Washington, D.C. Viele dieser staatlich mitproduzierten Filme sind gemeinfrei (Public Domain) und können über das Internet Archive kostenlos gestreamt werden.

In der Sherman Grinberg Film Library sind Filmausschnitte von der Potsdamer Konferenz vorhanden.

Die Wagenkolonne von Präsident Harry S. Truman fährt an Einheiten der 2. US-Panzerdivision vorbei, die entlang der Autobahn von Potsdam nach Berlin aufgestellt sind.
US-Präsident Harry Truman und sein Gefolge fahren an zahlreichen US-Soldaten und Panzern vorbei, die sich am Rand der von Bäumen gesäumten Autobahn aufgestellt haben; beim Vorbeifahren an amerikanischen Flaggen nimmt er seinen Stetson-Hut ab.3https://filmlibrary.shermangrinberg.com/?s=file=63541

Das angegebene Produktionsdatum: 16. Juli 1945.

Als Produktionsdatum wird der 17. Juli 1945 angegeben. Der Film enthält jedoch Bilder vom 20. Juli 1945.

Eine Zusammenstellung von Filmausschnitten, die sich mit der Person von Winston Churchill befassen und auch Bilder von der Potsdamer Konferenz enthält, entstand vermutlich um 1955.

Der britische Premierminister Winston Churchill tritt zurück
Vorspann der Reihe „Greatest Headlines of the Century“ / Titel: „Churchill Steps Down“ / [1940er Jahre] Autokolonne mit Winston Churchill und seiner Frau Clementine / Zuschauer auf einem Gebäude / Churchill in Paradeuniform geht an der Seite von Clementine / Verschiedene Einstellungen: Churchill grüßt militärisch, schüttelt einem Soldaten die Hand, nimmt eine Truppenschau ab // [25.11.1943, Kairo] Churchill im Freien / Chiang Kai-shek, Franklin Roosevelt, Churchill und Madame Chiang Kai-shek bei der Konferenz von Kairo / Verschiedene Einstellungen: Churchill trifft an einem Gebäude ein, hält eine Ansprache // [1940er Jahre] Explosion an der Front im Zweiten Weltkrieg / Churchill mit einem Offizier / Eine deutsche V1-„Vergeltungswaffe“ fliegt vorbei / Verschiedene Einstellungen: Churchill besichtigt mit seiner Tochter Mary eine Flugabwehrstellung / Flak-Explosionen am Himmel / Churchill sitzt mit Stahlhelm da und raucht eine Zigarre / Verschiedene Einstellungen: Churchill besichtigt ein zerbombtes Gebiet / Churchill schüttelt Roosevelt auf einem Schiff die Hand; sie grüßen einander militärisch // [1945, Potsdam, Deutschland] Soldaten vor dem Tagungsgebäude der Potsdamer Konferenz / Der sowjetische Führer Josef Stalin trifft ein / Churchill folgt Stalin in das Gebäude // [07.05.1945, London] Menschenmengen am Victoria Memorial am V-E-Day (Tag des Sieges in Europa) / Verschiedene Einstellungen: Churchill auf dem Balkon des Buckingham Palace mit Prinzessin Elizabeth, Königin Elizabeth, König Georg VI. und Prinzessin Margaret; die Royals winken, Churchill steht ernst da // Verschiedene Einstellungen: Ernest Bevin, Kandidat der Labour Party, hält 1945 eine Wahlkampfrede // [Februar 1950] Nacht: Menschenmengen auf dem Trafalgar Square warten auf die Wahlergebnisse / Eine beleuchtete Anzeigetafel zeigt die Stimmenzahlen / Verschiedene Einstellungen: Begeisterte Briten // [30.11.1954] Originalton Churchill aus einer Rede vor dem Parlament: „Ich nähere mich nun dem Ende meiner Reise. Ich hoffe, dass ich noch einige Dienste leisten kann.“ // [04.04.1955] Nacht: Menschenmenge bei einer Veranstaltung in London / Churchill steht mit Clementine im Türrahmen von 10 Downing Street; er trägt die Schärpe des Hosenbandordens / Ein Auto hält am Straßenrand / Verschiedene Einstellungen: Königin Elizabeth steigt aus dem Wagen; Churchill verbeugt sich, macht einen Knicks, schüttelt ihr und Prinz Philip die Hand / Churchill zeigt das „V-für-Sieg“-Zeichen / Schwarzbild / Abspann / Hinweis: Genaues Datum der Zusammenstellung nicht bekannt.5https://filmlibrary.shermangrinberg.com/?s=file=467666

Universal Newsreel

Die letzten historischen Monate des Zweiten Weltkriegs und die unmittelbare Nachkriegszeit wurden in kurzen Kino-Nachrichten von Universal Pictures festgehalten. Viele dieser Aufnahmen sind in Sammlungen wie der Playlist des US-Nationalarchivs auf YouTube enthalten. Oder werden in akademischen Datenbanken wie Alexander Street und nationalen Filmarchiven aufbewahrt.

Die National Archives bewahren die historischen Bestände der zwischen 1929 und 1967 entstandenen der Universal Newsreel. Sie liefen wöchentlich in den US-Kinos und bestanden aus kurzen Berichten (1–2 Minuten) über Politik, Weltgeschehen, Sport und Kultur. Die Sammlung wurde 1976 von Universal City Studios an die Nationalen Archive übergeben und ist frei verfügbar. Die physischen und digitalen Bestände liegen im National Archives and Records Administration in College Park, Maryland. Ein Großteil der historischen Nitrate-Filmrollen wurde jedoch durch einen Brand im Archiv im Jahr 1978 beschädigt oder zerstört. Viele Ausgaben lassen sich über Plattformen wie YouTube oder das Internet Archive streamen. Die Wochenschauen der Universal Newsreel aus dem Juli 1945 gehören zu Volume 18. Ließen sich aber nicht im Internet finden.

Laut Google-KI sollen zur Zeit der Potsdamer Konferenz  folgende Kameramänner von Universal Picture anwesend gewesen sein und gearbeitet haben:
Graham, George
Lyons, James

Paramount News

Die Rechte und das physische Filmarchiv der amerikanischen Paramount News liegen primär bei der Sherman Grinberg Film Library Das Archiv besitzt die gesamte Sammlung der historischen Paramount-Wochenschauen (bekannt unter dem Slogan „Eyes and Ears of the World“). Im Rahmen von Digitalisierungsprojekten wurden große Teile des Bestandes restauriert, online durchsuchbar gemacht und für Dokumentarfilmer bereitgestellt.6https://www.stockfootagenewsroom.com/blog/2020/4/17/sherman-grinberg-film-library-digitization-project-update
Das Archiv umfasst die historischen Paramount-Wochenschauen, zunächst unter dem Titel „Eyes of the World“ (Stummfilmzeit) und später unter „Eyes and Ears of the World“ (Tonfilmzeit). 

Filmclips, die sich direkt der Paramount zuordnen lassen, konnten im Archiv nicht gefunden werden.

Hearst Metrotone News

Für die Wochenschau-Reihe Hearst Metrotone News (ab 1936 umbenannt in News of the Day), die von 1914 bis 1967 betrieben wurde, arbeitete über die Jahrzehnte hinweg eine Vielzahl von angestellten Kameraleuten und Freiberuflern auf der ganzen Welt. In Berlin war ihr Kameramann Jack Lieb tätig und machte die ersten Farbfilmsequenzen von der zerstörten Stadt. Zum Bereich der Potsdamer Konferenz hatte er vermutlich keinen Zugang.

„News of Daily“ berichtete in der Ausgabe vom 20. Juli 1945 über die Fahrt Trumans nach Potsdam.  Die Kommentare stammten von John Bright Kennedy. Die Filmaufnahmen von Johnson und Oeth.

Am 24. Juli kam der erste „News of Daily“-Bericht von der Konferenz selbst. Die Kommentare waren wieder von John B. Kennedy. Zum Inhalt des Beitrags heißt es:

Truman in Berlin beim Treffen der Großen Drei!
Der Transport, mit dem Franklin Roosevelt zu anderen historischen Konferenzen geflogen war, bringt den neuen Präsidenten in die deutsche Hauptstadt zu seinem ersten Treffen mit Winston Churchill und Generalissimus Stalin. Der Mann aus Missouri besichtigt das zerbombte Berlin und reist anschließend nach Potsdam, um die weltverändernde Konferenz mit den großen Führern der Sowjetunion und des Britischen Empires zu eröffnen. An der Seite der Generäle Eisenhower und Patton wendet sich Präsident Truman an die amerikanischen Besatzungstruppen und erläutert die Ziele der USA im Krieg und im Frieden.

Der Beitrag in der Ausgabe vom 28. Juli 1945 stand unter der Überschrift „Exit Churchill„.

Am 3. August 1945 vermeldet „News of Daily„:

GROSSBRITANNIENS NEUER FÜHRER NIMMT AN DEN GROSSEN DREI GESPRÄCHEN TEIL!
Während Winston Churchill sich aus dem Rampenlicht der Weltöffentlichkeit zurückzieht, das er sich mit Harry Truman und Josef Stalin teilte, betritt sein Nachfolger als Premierminister, Clement Attlee, die internationale Bühne in Berlin.

Zwei Beiträge in der Ausgabe vom 10. August 1945 enthalten teilweise Aufnahmen, die erst nach der Konferenz entstanden, beziehen sich aber auf sie.

Russland im Krieg mit Japan!
Ein diplomatischer Triumph für Präsident Truman beim Treffen der Großen Drei in Potsdam, wo sein Hauptziel darin bestand, die Sowjetunion in den Pazifikkrieg zu führen. Ein Rückblick auf 13 Jahre kleinerer Konflikte, die nun in einen offenen, erklärten Krieg eskalieren. Russlands Entscheidung, den Alliierten Stützpunkte in Sibirien zu gewähren, wodurch Japan vollständig eingekesselt wird und Tokio zum Ziel von Angriffen aus dem von alliierten Flugzeugen wimmelnden Himmel wird.
Truman enthüllt die Atombombe!
Der Präsident verkündet den dramatischen Angriff auf Hiroshima mit einer Atomrakete, der eine neue Ära einläutet. Nahaufnahmen der Stadt, in der das wissenschaftliche Wunder unserer Zeit entwickelt wurde, und die Eindrücke eines Wissenschaftlers darüber, was dieses neue Geheimnis für eine Welt in Frieden wie in Krieg bedeuten kann … Das stärkste Argument der Welt für ein endgültiges Ende aller Kriege.

The March of Time

„The March of Time“ war eine innovative Kinowochenschau und Dokumentarfilmreihe gesponsert von der Time Inc. und lief von 1935 bis 1951. Anders als traditionelle Wochenschauen, die lediglich aktuelle Ereignisse in kurzen Ausschnitten präsentierten, widmete „The March of Time“ seine 20- bis 30-minütigen Folgen einzelnen, tiefgründigen investigativen Reportagen. Die Sendung verband authentisches Dokumentarmaterial mit dramatischen Darstellungen, Expertenkommentaren und der unverwechselbaren Erzählung von Westbrook Van Voorhis. 1945 legte die Serie ihren Fokus stark auf das Ende des Zweiten Weltkriegs und die unmittelbare Nachkriegszeit. Die Episoden beleuchteten geopolitische Veränderungen, die Verwüstung in Europa und die Umsetzung der alliierten Besatzung und Justiz im besiegten Deutschland (wie beispielsweise die Folge „ Justice Comes to Germany “) sowie aufkommende internationale Dilemmata wie die Palästinafrage. 

Die vollständige Sammlung der Filmwochenschau wird hauptsächlich im Nationalarchiv in College Park, Maryland, aufbewahrt.

Die Potsdamer Konferenz vom Sommer 1945 wurde nicht in einer einzelnen, exklusiv dafür benannten Ausgabe abgehandelt, sondern war ein zentraler Bestandteil der Berichterstattung im Spätsommer und Herbst 1945. Filmmaterial und die politischen Folgen der Konferenz (wie die Aufteilung Deutschlands und das Ultimatum an Japan) flossen maßgeblich in folgende Ausgaben ein:

Vol. 11, No. 13 – „The New U.S. Frontier“ (Veröffentlicht am 10. August 1945): Diese Ausgabe erschien unmittelbar nach dem Ende der Konferenz (2. August) und dem Abwurf der Atombomben. Sie thematisierte die neue Rolle und Grenze der USA im globalen Gefüge sowie die weitreichenden dort getroffenen Entscheidungen.

Vol. 12, No. 1 – „The Palestine Problem“ (Veröffentlicht am 17. September 1945): Während der Hauptfokus auf der jüdischen Migration und der britischen Nahost-Politik lag, wurden die unmittelbar zuvor in Potsdam besprochenen Nachkriegsordnungen und das veränderte Machtverhältnis der „Großen Drei“ (Truman, Stalin, Attlee) als Kontext herangezogen.

Vol. 12, No. 4 – „Justice Comes to Germany“ (Veröffentlicht am 30. November 1945): Diese Ausgabe dokumentierte die konkrete Umsetzung der Potsdamer Beschlüsse hinsichtlich der Entnazifizierung, der alliierten Besatzungszonen und der juristischen Aufarbeitung von Kriegsverbrechen.

Zusätzlich produzierte die Time Inc. unter dem March of Time-Banner im Folgejahr den bekannten Dokumentar-Kurzfilm „Atomic Power“ (1946). Dieser rekonstruierte detailliert die geheimen Ereignisse hinter den Kulissen von Potsdam – insbesondere den Moment, als Präsident Truman mitten in der Konferenz die Nachricht über den erfolgreichen Atombombentest in New Mexico erhielt und Stalin darüber informierte.

Da die Rechte an der Wochenschau-Reihe von HBO gehalten werden, ist die gesamte Sammlung digitalisiert worden und über spezialisierte Bildungs-Streamingdienste verfügbar:

1. Digitale Archive und Bildungsplattformen
    • Alexander Street (ProQuest): Auf diesem Portal ist die offizielle The March of Time Video Collection gehostet. Der Zugriff erfolgt in der Regel über Universitätsbibliotheken, Institutionen oder staatliche Archive, die dort ein Abonnement besitzen. 
    • Kanopy: Auch dieser Streamingdienst für Bibliotheken führt die umfassende HBO March of Time Collection. Wenn Sie einen Bibliotheksausweis einer teilnehmenden (oft universitären) Bibliothek besitzen, können Sie die Ausgaben dort streamen.

2. Physische und universitäre Sammlungen
  • National Archives (NARA): Die US-Nationalarchive in College Park, Maryland, verwalten die gespendete March of Time Collection. Nicht alle Rollen sind frei im Netz gestreamt, können aber vor Ort gesichtet oder über den Archiv-Explorer angefragt werden.
  • Indiana University (IULMIA): Das Moving Image Archive der Indiana University besitzt eine der größten physisch erhaltenen Sammlungen der Wochenschau und stellt regelmäßig digitalisierte Ausgaben für Forschungszwecke bereit.

Großbritannien

Die fünf großen Anbieter von Wochenschauen in Großbritannien waren:

British Pathé (Pathé Gazette): Einer der bekanntesten und einflussreichsten Anbieter, der das Jahr 1945 lückenlos dokumentierte.

British Movietone News: Bekannt für fundierte Berichterstattung und die ersten vertonten Wochenschauen.

Gaumont British News: Ein weiterer Marktführer mit starker Präsenz in den britischen Kinos.

Universal News: Lieferte schnelle, prägnante Zusammenfassungen des Weltgeschehens.

Paramount British News: Produzierte unter anderem die Reihe Warwork News.

Die britischen Aufnahmen wurden im Auftrag des Informationsministeriums durch offizielle Militärfotografen erstellt. Die Aufnahmen wurden direkt an den War Office Pool übergeben, aus dem sich Medien wie die British Pathé Wochenschau bedienten. Filmaufnahmen werden die britischen Wochenschauen – British Movietone, British Pathé, British Paramount – aber auch von ihren US-amerikanischen Partnerunternehmen erhalten haben.7Vgl. zu den Arbeitsbedingungen während des Krieges: Grace E. Stephenson, British Newsreels at War, 1939-45: A Significant Source for Scholars, British Journal for Military History, 6.3 (2020), pp. 148-154.

Da Filmmaterial im Krieg extrem knapp war, durften die fünf großen britischen Wochenschau-Unternehmen nicht miteinander konkurrieren und unabhängig arbeiten. Kameramänner an den Fronten oder bei politischen Ereignissen arbeiteten in einem Rotationssystem (Rota System) des britischen Informationsministeriums (Ministry of Information, MoI). Das gedrehte Filmmaterial wurde in einem gemeinsamen Pool gesammelt. British Movietone erhielt so Zugriff auf Aufnahmen, die oft von Militärkameramännern oder Kollegen anderer Firmen gemacht wurden, und stellte im Gegenzug eigene Aufnahmen bereit. Bevor ein Newsreel im Jahr 1945 geschnitten werden durfte, unterlag das gesamte Rohmaterial einer strengen militärischen und staatlichen Zensur. Mitarbeiter der Wochenschau-Unternehmen mussten das Material direkt im Hauptquartier des Ministry of Information (im Senate House in London) abholen, nachdem es von den Zensoren freigegeben worden war. Bilder, die die Truppenmoral gefährdeten oder strategische Details verrieten, wurden rigoros aussortiert.

Die Fotografen und Kameraleute gehörten der Army Film and Photographic Unit (AFPU) an. Sie wurde am 24. Oktober 1941 als offizielles Korps von Kampfkameraleuten und Fotografen der britischen Armee während des Zweiten Weltkriegs gegründet. Sie bestand bis 1946. Die Kämpfe und Entwicklungen in Europa wurden von der AFPU-Einheit Nr. 5 dokumentiert. Die AFPU verwendete 35 -mm-Schwarzweißfilm, der etwa 30 Meter lang war und ungefähr 1 Minute 20 Sekunden dauerte (bei 24 Bildern pro Sekunde). Toneffekte und Kommentare wurden später hinzugefügt, um die Aufnahmen für die Verwendung als Wochenschauen einzusetzen.
Da das britische Filmmaterial staatlich koordiniert wurde, führt das Imperial War Museum (IWM) die präzisesten namentlichen Verzeichnisse zu den einzelnen AFPU-Kameramännern der Potsdam-Konferenz.

In der Zone der britischen Delegation waren im Haus Kaiserstr. 12, neben anderen Personen, auch vier „Sergeant Photographers“ untergebracht. Namentlich sind sie nicht aufgeführt. Sergeant James Mapham und Sergeant H. Gilmore könnten jedoch darunter gewesen sein.

Captain Edward G. Malindine vom AFPU wohnte vermutlich auch außerhalb der gesperrten Zone. Er trat im März 1940 in die britische Armee ein und diente später bei der  5. Abteilung der Army Film and Photographic Unit (AFPU). Malindine war zuständig für die Standbildfotografie. Armeefotograf war auch sein Bruder William T. „Bill“ Malindine. Beide arbeiteten vor und nach dem Krieg für die damalige britische Zeitung „Daily Herald„. Heute ist es „The Sun“.

Edward G. Malindine arbeitete mit James Jarché zusammen. Ebenfalls Fotograf und vom „Daily Herald“. Unmittelbar nach Kriegsende war er in Berlin tätig. Ein weiterer Fotograf des „Daily Herald“ war Reuben Saidman. Er soll während der Potsdamer Konferenz auch in Berlin gewesen sein. (Ein bekannter Fotokorrespondent, der für das Magazin Illustrated exklusive Aufnahmen der Staatschefs und der Medien-Hektik im Cecilienhof machte.)

British Pathé

In der British Pathé Archivdatenbank ist zu fast jeder Film-ID ein sogenanntes „Stills Sheet“ oder „Cameraman’s Docket“ hinterlegt. Dort tippten die Redakteure damals handschriftlich ein, welcher Kameramann („Camera: Jones“ oder „Camera: Smith“) das Material eingereicht hat. Das trifft jedoch nicht für die dort zu findenden Beiträge der Potsdamer Konferenz zu.

Titel der Wochenschau „Pathé Gazette“.

Potsdam Villa (1945)
Unveröffentlichtes Material.
Diverse Aufnahmen aus dem Schloss Cecilienhof und seinem Umfeld. Leerer Konferenztisch. Halbtotale von Offizieren der Roten Armee. Die Stern aus Blumen im Innenhof.
Verschiedene Aufnahmen zeigen Soldaten auf Wache, ein sowjetischer Offizier geht vorbei und sie salutieren. Weitere Aufnahmen vom Hausäußeren. Halbtotale: Soldat im Wachdienst am Eingangstor. Totale: Ein Paar spaziert am See entlang, Schwenk zu zwei Männern, die auf einer Veranda an einem Tisch sitzen. Halbtotale: Soldatinnen beim Abwaschen. Totale: das Nauener Tor. Fahrtaufnahme: Soldaten in einem Jeep passieren einen Armeekontrollpunkt. Verschiedene Aufnahmen von Kontrollpunkten und Straßensperren. Einige zeigen Straßenschilder in kyrillischer Schrift, darunter auch ein Schild für die Kaiserstraße. Soldaten passieren die Kontrollpunkte, nachdem sie ihre Papiere vorgezeigt haben. Weitere Aufnahmen vom Hausäußeren.8https://www.britishpathe.com/asset/217543/

Die Aufnahmen für „Potsdam Villa“ entstanden vermutlich vor dem 15. Juli 1945. Mit der Ankunft der britischen und der amerikanischen Delegation am 15. Juli 1945 wurde Fotografen der und Kameramännern der Zugang verwehrt.

Potsdam – Trumans Arrival (1945)
Unveröffentlichtes Material – 15. Juli 1945, Flugplatz Gatow.
Diverse Aufnahmen zeigen die Ankunft des US-Präsidenten Harry S. Truman in Potsdam. Amerikanische
Soldaten salutieren. Die US-Flagge wird gehisst. Trumans Wagen fährt langsam los; Männer gehen nebenher. Soldaten marschieren vorbei.9https://www.britishpathe.com/asset/93996/

Als Veröffentlichungsdatum dieses Filmausschnitts wird der 30. Juli 1945 angegeben. Die Aufnahmen müssen aber zwischen dem 16. Juli und dem 23. Juli 1945 entstanden sein.

The Berlin Scene (1945)
Winston Churchill, Clement Attlee, Feldmarschall Bernard Montgomery und Anthony Eden auf einer Tribüne während der britischen Siegesparade in Berlin (Churchill in RAF-Uniform). Diverse Aufnahmen von mechanisierten Einheiten, Marine-, RAF- und Heereskontingenten mit aufgepflanzten Bajonetten. Diverse Aufnahmen vom Schwarzmarkt in Berlin. Amerikanische und russische Soldaten tauschen Zigaretten mit Zivilisten gegen Uhren und Kameras. Nahaufnahme von Händen, die eine Kamera gegen eine Packung „Lucky Strike“ tauschen. Große Gruppe von ATS-Mädchen (Auxiliary Territorial Services) besichtigt Berlin. Nahaufnahme eines der Mädchen, das ein Stück von Hitlers Schreibtisch in der Berliner Kanzlei abhackt. Frau deckt den Frühstückstisch. Nahaufnahme von Schwarzbrot und Kartoffeln auf einem Frühstückstablett. Deutsche Frau zeigt ihre Rationen in die Kamera. Nahaufnahme der Berliner Ration – Schwarzbrot, Trockenkartoffeln und Karotten.
Vogelperspektive auf die „Großen Drei“ und ihre Adjutanten am Konferenztisch. Nahaufnahme des sowjetischen Führers Josef Wissarionowitsch Stalin am Konferenztisch. Mehrere Aufnahmen von Churchill, Stalin und dem amerikanischen Präsidenten Harry Truman, die am Eingang von Churchills Potsdamer Residenz stehen und sich im Stil von „Auld Lang Syne“ an den Händen fassen.
(Stumm & Tonspur-Negative)https://www.britishpathe.com/asset/67505/

Ein weiterer Filmausschnitt trägt den Titel:

Potsdam Conference (1945)
Gutes Filmmaterial über die drei führenden Politiker der USA auf der Potsdamer Konferenz im Juli 1945. Unveröffentlichtes Material – Datum unklar oder unbekannt.
Potsdamer Konferenz im Schloss Cecilienhof bei Berlin, Juli 1945. Halbtotale der drei Staatschefs beim Spaziergang.
Die Beamten traten hinaus und setzten sich. Hervorragende Halbtotalen zeigen den britischen Premierminister Winston Churchill, Präsident Harry Truman und Präsident Josef Stalin sitzend und lächelnd in die Kameras blickend. Aufnahmen der drei Staatsmänner und anderer Beamter, die aus dem Bild gehen.10https://www.britishpathe.com/asset/94415/

Vermutlich zur gleichen Zeit entstand die folgende Filmsequenz:

Potsdam – Stalin, Churchill, Truman (1945)
Unveröffentlichtes Material – genaues Datum unklar oder unbekannt.
Diverse Aufnahmen von Premierminister Winston Churchill, US-Präsident Harry S. Truman und dem sowjetischen
Staatschef Josef Stalin im Außenbereich von Schloss Cecilienhof. Sie verlassen das Schloss und gehen in den Garten, wo sie in Korbsesseln Platz nehmen und für die Kameras posieren. Churchill und Stalin tragen Uniform, Truman Zivilkleidung. Anschließend kehrt die Gruppe in das Gebäude zurück.11https://www.britishpathe.com/asset/94002/

Die Länge von Wochenschau-Beiträgen überschreitet mit fast 7 Minuten der folgende Film. Die Aufnahmen entstanden vor dem 23. Juli 1945.

Berlin Diary (1945)
Berlin, Deutschland. Szenen von brennenden Großbauten während eines RAF-Angriffs auf Berlin. Zerstörungsszenen am Morgen nach dem Angriff auf Berlin.
Fahrtaufnahmen zeigen die Zerstörung der Straßen, ausgebrannte Straßenbahnen mitten auf der Straße. Lange Busschlangen in Berlin. Menschen steigen in einen deutschen Bus ein. Berlinerinnen räumen Trümmer mit Ketten weg. Eine Gruppe deutscher Frauen sitzt auf einer deutschen Flak. Kinder spielen auf einer zerstörten Flak. Ein Drehorgelspieler spielt auf der Straße und nimmt Geld von einem Mädchen entgegen. Menschen gehen an ausgebrannten Gebäuden vorbei. Menschen sitzen in einem Café in Charlottenburg. Eine große Menschenmenge vor einem deutschen Café. Zuschauer bei einem deutschen Pferderennen. Nahaufnahme der drei Rotarmistinnen. Ein Trabrennen ist im Gange. Nahaufnahme einer Rotarmistin und eines Rotarmisten zusammen. Mehrere Aufnahmen der Zuschauer bei den Rennen. Dehydrierte Kartoffeln werden an Berliner ausgegeben. Eine Frau schneidet Lebensmittelmarken aus einem Lebensmittelheft. Bargeld wird gegen dehydrierte Kartoffeln eingetauscht. Feldmarschall Bernard Montgomery schüttelt die Hände von Rotarmist Schukow und Marschall Rokosowski. Montgomery übergibt Schukow die GCB. Die beiden schütteln sich die Hände. Generalmajor Lyne, Gouverneur des britisch besetzten Berlins, nimmt die Parade der britischen Garnison entgegen. Artilleriegeschütze fahren an der salutierenden Basis vorbei. Ein riesiges Gemälde von Churchill, Roosevelt und Stalin (Konferenz von Jalta) mit britischen Soldaten darunter. Weitere Aufnahmen der britischen mechanisierten Einheiten bei der Parade. Eine große Gruppe Kinder sitzt auf dem Geschütz eines deutschen Tiger-Panzers und beobachtet die Parade. Weitere Aufnahmen von marschierenden Truppen der Armee, der Luftwaffe und der Marine. Der amerikanische Präsident Harry Truman und US-Außenminister James Byrnes landen in Antwerpen vom Kreuzer „Augusta“ auf dem Weg zur Konferenz der Großen Drei in Berlin. Nahaufnahme von Truman und Byrnes in einem Auto. Das Auto fährt weg. Nahaufnahme von General Dwight Eisenhower am Flughafen Brüssel. Mehrere Aufnahmen von Präsident Truman mit den Generalstabschefs. Truman und die Generalstabschefs besteigen Roosevelts ehemaliges Flugzeug vom Typ Skymaster. Schwenkaufnahme der startenden Skymaster. Winston Churchill verlässt die Skymaster in Potsdam. Monty und Schukow begrüßen ihn. Die Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Admiral Cunningham, Feldmarschall Lord Alanbrooke und der Chef der Royal Air Force, Sir Charles Portal, treffen in Potsdam ein. Clement Attlee und Anthony Eden treffen ebenfalls in Potsdam ein. Verschiedene Aufnahmen zeigen Churchill mit seiner Tochter Mary und einer größeren Gruppe von Männern bei einer Besichtigung der Ruinen Berlins. Churchill besucht die Stelle, an der Adolf Hitler und Eva Braun starben. Die Flaggen Großbritanniens, der USA und der UdSSR wehen über einem Konferenzsaal, in dem das Treffen der drei großen Staaten stattfindet. Verschiedene Aufnahmen der Villa und ihres Geländes. Churchill und Truman gehen die Treppe hinunter. Sie bleiben stehen und schütteln sich die Hände – sie posieren für die Presse. Delegierte betreten den Konferenzraum mit einem großen runden Tisch in der Mitte. Mehrere Aufnahmen zeigen Churchill im Gespräch mit Josef Wissarionowitsch Stalin.
(Stumm & Negative nachbearbeitet.)12https://www.britishpathe.com/asset/67507/

Im Jahr 1964 entstand der über 8 Minuten lange Film „Date with History – Hiroshima – Reel 3„.

Dokumentation über die Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Abwurf der ersten Atombombe auf Hiroshima.
Premierminister Clement Attlee, Präsident Harry S. Truman und Josef Stalin auf der Potsdamer Konferenz 1945. (Ebenfalls im Bild: der russische Außenminister.)Molotowcocktail). Attlee am Schreibtisch während der Potsdamer Konferenz, neben ihm der britische Außenminister Ernest Bevin. Der japanische Herrscher – Kaiser Hirohito (?) – unterzeichnet ein Dokument. Luftaufnahmen eines amerikanischen Kriegsschiffs (Kommentar über den Kreuzer Indianapolis). Totale: Pazifikinsel – Tinian (?). Eine B-29 Superfortress wartet am Boden. Ein Militärpolizist geht um einen amerikanischen Bomber herum. Nahaufnahme: Abdeckungen um die Bombenschachttüren zur Geheimhaltung. Zwei US-Flieger stehen neben der Enola Gay – der Name ist an der Seite des Flugzeugs aufgemalt. Die Besatzung legt die Fallschirme an, um in das Flugzeug einzusteigen. Flugzeuge starten. Ludovic Kennedy spricht in die Kamera. 01:19:34 Amerikanisches Kriegsschiff auf See. Japanische Kriegsführer betreten die USS Missouri. Die japanische Kapitulation wird von General Douglas MacArthur unterzeichnet. MacArthur spricht ins Mikrofon (SOF). Ein japanischer Vertreter setzt sich, um die Kapitulation zu unterzeichnen. Nahaufnahme: MacArthur. Der japanische Vertreter steht auf und geht vom Tisch weg. Sein Kopf ist gesenkt. Ein japanischer Soldat unterschreibt. 01:27:36 Präsident Truman verfasst ein Dokument im Kreise seiner Berater. Ludovic Kennedy. Standbild – (?) Admiral Leahy (laut Unterlagen Stimson). Ludovic Kennedy. Szenen aus der englischen Landschaft (Kühe, Schweine, Hühner). Ludovic Kennedy. Nahaufnahme der Linse eines Filmprojektors. Totale von Hiroshima nach dem Wiederaufbau. Ein Mann steht schweigend am Hiroshima-Denkmal. Weitere Szenen aus Hiroshima und von Japanern. Kinder klatschen und spielen. Eine Japanerin am Denkmal.
Abspann. Eine Associated British-Pathe Produktion.
Hinweis: Diese Dokumentation wirft Fragen zum Atombombenabwurf auf Hiroshima auf.13https://www.britishpathe.com/asset/196315/

British Movietone News

Obwohl die Marke bereits seit 1929 existierte, war der Entstehungsprozess der Wochenschau-Beiträge im Jahr 1945 durch strikte staatliche Zensur, Materialknappheit und eine kooperative Bildereinteilung geprägt. Das gedrehte Filmmaterial wurde in einem gemeinsamen Pool gesammelt. British Movietone erhielt so Zugriff auf Aufnahmen, die oft von Militärkameramännern oder Kollegen anderer Firmen gemacht wurden, und stellte im Gegenzug eigene Aufnahmen bereit. Sobald das freigegebene Negativmaterial vorlag, lief die Produktion im Movietone-Hauptquartier am Soho Square in London zusammen. Es wurden routinemäßig zwei Ausgaben pro Woche produziert. Die Redakteure (unter der langjährigen Leitung von Produzent Gerald Sanger) schnitten die Filmrollen zusammen. Da es sich um Tonfilme handelte, wurde im Studio die markante, dramatische Hintergrundmusik eingespielt und der berühmte Sprecher Leslie Mitchell sprach den typisch patriotischen und informierenden Kommentar ein.14Vgl. https://terencegallacher.wordpress.com/2011/08/19/the-story-of-movietone/

Da das historische Treffen der „Großen Drei“ (Churchill/Attlee, Truman und Stalin) unter extremen Sicherheitsvorkehrungen und Geheimhaltung ablief, wurden die Berichte primär in zwei Phasen veröffentlicht: als Vorabberichte während der Konferenz und als große Zusammenfassungen nach dem Abschluss. Vor Ort in Potsdam arbeitete die britische No. 5 Army Film and Photographic Unit (AFPU) eng mit zivilen Kameramännern zusammen. Für British Movietone war der Kameramann John Cotter akkreditiert, um das Bildmaterial für den nationalen Pool zu produzieren.

Heute sind die historischen Filmrollen von British Movietone vollständig digitalisiert und können über Archivplattformen wie AP Archive oder den offiziellen YouTube-Kanal von British Movietone gesichtet werden.

„Potsdam Conference Preview“ (Juli 1945)
Diese Ausgabe entstand unmittelbar zu Beginn des Treffens im zerstörten Berlin und Potsdam. Gezeigt wurden die Ankunft der Delegationen und die ersten informellen Treffen der Staatsmänner. Churchill wurde gefilmt, wie er die Ruinen der Reichskanzlei in Berlin besichtigte.

„The Potsdam Conference“/„Potsdam Conference 1945“ (Anfang August 1945)
Dies war die offizielle, große Zusammenfassung nach der Unterzeichnung des Potsdamer Abkommens.
Diese Ausgabe ist historisch besonders wertvoll, weil sie den mitten in der Konferenz stattgefundenen britischen Regierungswechsel dokumentiert. Man sieht Winston Churchill und Clement Attlee anfangs noch gemeinsam, nach dem Erdrutschsieg der Labour-Partei bei den britischen Unterhauswahlen kehrte Attlee schließlich als neuer Premierminister an die Seite von Truman und Stalin zurück. Die Aufnahmen, in denen sich die drei Staatschefs im Garten des Schlosses Cecilienhof für die Kameras formieren, lächeln und sich gegenseitig die Hände schütteln, stammen aus diesem Beitrag.

Gaumont-British News

Die Produktion und Nutzung der Wochenschau-Beiträge unterlag den gleichen Bedingungen, wie sie bei den anderen Wochenschau-Unternehmen beschrieben wurden. Das Studio war zu dieser Zeit Teil der Organisation von Joseph Arthur Rank, der die britische Kinolandschaft und Nachrichtenproduktion dominierte.

Die Wochenschauen (Newsreels) von Gaumont-British News (produziert zwischen 1934 und 1959) sind heute primär an zwei Stellen archiviert und zugänglich. Die kommerziellen Vertriebsrechte und die vollständig digitalisierte Filmsammlung liegen bei British Pathé. Die originalen physischen Filmrollen (Nitrat- und Acetatfilme) werden in staatlichen britischen Kulturarchiven für die Nachwelt konserviert.

Die historische Sammlung von Gaumont-British ging ursprünglich in das Archiv der Nachrichtenagentur Reuters über. British Pathé übernahm die globale Vertretung dieses historischen Reuters-Bestands. Nahezu alle Ausgaben von Gaumont-British News sind heute digitalisiert über die British Pathé Website sowie deren YouTube-Kanal frei anschaubar. Das Nationale Archiv des British Film Institute bewahrt weite Teile der originalen Filmrollen der britischen Kinogeschichte auf. Da die Wochenschauen insbesondere während des Zweiten Weltkriegs (wie die Ausgaben aus dem Jahr 1945) unter staatlicher Koordination entstanden, lagern viele spezifische Kriegsausgaben und Masterbänder in den Archiven des Imperial War Museum.

Universal Newsreel

Universal Newsreel der Universal Studios entstanden als wöchentlich bzw. zweimal wöchentlich veröffentlichte Kinoberichte. Sie waren rund 7 bis 10 Minuten lang und in Schwarz-Weiß. Jede Ausgabe bestand meist aus fünf bis sieben Einzelgeschichten zu nationalen und internationalen Themen, die im Schnitt je zwei Minuten lang waren. Die Beiträge entstanden mit Material von Militärkamerateams und eigenen Kameraleuten vor Ort. Die Beiträge wurden in den USA und weltweit für das Kinopublikum produziert. Die markante Vertonung und Moderation übernahm zu dieser Zeit maßgeblich Ed Herlihy, während die redaktionelle Ursprungslinie auf Produzenten wie Sam B. Jacobson zurückging.

Die vollständige und offizielle Sammlung der Universal Newsreel befindet sich in der Moving Image and Sound Branch der US-Nationalarchive (National Archives and Records Administration, NARA). Nachdem Universal Studios die Produktion Ende 1967 einstellte, schenkte die Muttergesellschaft MCA/Universal die gesamte Filmbibliothek dem US-amerikanischen Volk. Seit 1974 befinden sich die Rechte und die physischen Filmrollen offiziell im Besitz der US-Regierung und gehören zur Public Domain (Gemeingut). Die Archive wurden in den letzten Jahren umfassend digitalisiert. Es kann direkt im Online-Katalog der National Archives nach historischen Aufnahmen wie der Potsdam Conference oder bestimmten Ausgaben aus dem Sommer 1945 (Volume 18) gesucht werden.

Auf der Plattform Internet Archive gibt es eine Kollektion für die Universal Newsreels. Dort lassen sich die Ausgaben nach Jahren (1945) filtern, streamen und kostenlos herunterladen. Der offizielle Kanal der US National Archives sowie historische Film-Plattformen wie British Pathé und zeithistorische Archive haben die Wochenschauberichte zur Potsdamer Konferenz (meist betitelt als „The Big Three at the Potsdam Conference“ oder „Potsdam Conference (1945)“) in voller Länge hochgeladen.

Paramount British News

Während des Krieges und bis ins Jahr 1945 hinein operierte British Paramount im Rahmen eines Poolsystems mit anderen kommerziellen Unternehmen (wie British Movietone und Gaumont-British), die vom Informationsministerium beaufsichtigt wurden. Erhaltenes Filmmaterial ist archiviert und online über digitale Filmarchive wie den BFI Player und YouTube zugänglich.
British Paramount verfügte über exzellente Kriegsberichterstatter, wie die Kameraleute Ian Duncan Struthers und Edouard P. “Ted” Genock. Beide waren aber nicht in Berlin. Zumindest gibt es dafür keine Hinweise.

Die wichtigsten Wochenschau-Segmente und Aufnahmen von Paramount zur Konferenz umfassten:

1. Die Ankunft und die „Großen Drei“ (Reel 1)
In der ersten Wochenschau-Rolle zur Konferenz wurde vor allem die Anreise dokumentiert:
Die Ankunft von US-Präsident Harry S. Truman in Europa und seine Weiterreise nach Berlin/Potsdam.
Das berühmte Posieren im Garten des Schlosses Cecilienhof, bei dem Truman, Winston Churchill und Josef Stalin gemeinsam für die Kameras lächelten und Hände schüttelten.
Das Hissen der amerikanischen Flagge („Flag of Liberation“) im besetzten Berlin am 20. Juli 1945.15https://www.youtube.com/watch?v=R0oOQg3J_uI

2. Der Machtwechsel und das Konferenzende (Reel 2)
Die zweite Wochenschau-Rolle fing die dramatischen politischen Veränderungen während der laufenden Konferenz ein:
Der Wechsel in der britischen Delegation: Mitten in der Konferenz verlor Churchill die britische Unterhauswahl. Die Paramount-Kameras dokumentierten die Rückkehr des neuen britischen Premierministers Clement Attlee als offizieller Delegierter und das anschließende neue Gruppenfoto mit Stalin und Truman.
Aufnahmen der Militärführungen am runden Tisch bei der Planung des weiteren Vorgehens gegen Japan
Die Abreise der Staatschefs nach der Unterzeichnung des Potsdamer Abkommens Anfang August 1945.

Da die Rechte von Paramount-Material über die Jahrzehnte gewechselt haben, finden Sie diese spezifischen Potsdamer Filmsegmente heute vor allem an drei Orten:
Sherman Grinberg Film Library
Harry S. Truman Presidential Library
British Pathé.

Die Truman-Bibliothek besitzt die Freigabe für die Paramount-Filmprotokolle über Trumans Deutschlandreise und hat diese historischen Clips (Reel 1 & Reel 2) öffentlich zugänglich gemacht. Da britisches Wochenschau-Material während des Krieges oft in Pools geteilt wurde, finden sich die identischen Filmszenen (wie „Potsdam Big Three Meeting“ oder „Potsdam – Truman’s Arrival“) auch direkt in der Potsdam-Kollektion von British Pathé.

Sowjetunion

Sowjetische Wochenschauen waren, wie in anderen Ländern,  staatliche Propaganda- und Nachrichtenfilme, die über das Kino (und später das Fernsehen) verbreitet wurden, um die Bevölkerung über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu informieren. Das All-Unions-Fabrik Kinochronika(Всесоюзная фабрика кинохроники «Союзкинохроника»), gegründet am 1. Juli 1931 in Moskau unter der Schirmherrschaft von Sojuskin, produzierte die Wochenschauen. Von 1933 bis 1940 hieß es Moskauer Studio für Kinochronik (Moskinochronika), von 1940 bis 1944 Zentrales Wochenschaustudio, von 1944 bis 1994 Zentrales Dokumentarfilmstudio (ZSDF). Das Studio hatte seinen Hauptsitz in Moskau (Lichow-Gasse 6) und steuerte von dort aus ein Netz von regionalen Filialen in den sowjetischen Teilrepubliken. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR existierte es bis zu seiner endgültigen Schließung im Jahr 2015 unter dem Namen RZSDF weiter.

Das Studio produzierte Dokumentarwochenschauen und Spielfilme, die die wichtigsten Etappen der Geschichte der UdSSR festhielten, darunter die Industrialisierung, die Ereignisse des Großen Vaterländischen Krieges und die Nachkriegszeit. Das Museum des Zentralstudios für Dokumentarfilme widmet sich den Aktivitäten und der Geschichte des Studios. Das Archiv des Studios gilt heute als eines der wertvollsten visuellen Gedächtnisse des 20. Jahrhunderts, da es den gesamten Lebenszyklus der Sowjetunion von den frühen Aufbaujahren bis zu ihrem Untergang lückenlos dokumentiert. Seit 2007 gibt es net-film. Im Laufe der Jahre wurden zehntausende Filmrollen digitalisiert und das größte digitale Archiv von Wochenschauen und Dokumentarfilmen in Russland geschaffen. Auf seiner Internetseite können die Beiträge der Kinochronik zur Potsdamer Konferenz abgerufen werden.

Eine der Aufgaben des Studios war die Produktion von wöchentlichen Nachrichtenmagazinen: Die bekannteste Wochenschau war „Nowosti Dnja“ (Новости дня/Nachrichten des Tages), die jahrzehntelang vor jedem Hauptfilm in den sowjetischen Kinos gezeigt werden musste. Hinzu kamen spezialisierte Formate wie Sowjetski Sport (Sport) oder Pionerija (für Jugendliche). Es herrschte eine strenge Zensur und der propandistische Auftrag stand im Vordergrund. Dennoch brachte das Studio einige der weltweit einflussreichsten Pioniere der Montage- und Dokumentarfilmtechnik hervor. Dsiga Wertow, Regisseur des legendären Avantgarde-Films Der Mann mit der Kamera (1929), prägte mit seinen frühen Arbeiten das Gesicht der sowjetischen Kinochronik entscheidend. Roman Karmen, der berühmteste sowjetische Dokumentarfilmer und Kriegsberichterstatter des Studios, der u. a. die Belagerung von Leningrad dokumentierte und später Chefregisseur des Studios wurde. Er war auch maßgeblich an den Filmaufnahmen über die Potsdamer Konferenz und später bei den Nürnberger Prozessen beteiligt. Esfir Schub, Alexander Dowschenko oder Michail Romm hinterließen ebenfalls ihre Handschrift.

Für die Berichterstattung über die Potsdamer Konferenz setzte das Zentrale Studio für Dokumentarfilme (ZSDF) – die Produktionsstätte hinter Nowosti Dnja – ein Team erfahrener Frontkameraleute ein. Das dort gedrehte Material wurde vor allem für die regelmäßigen Wochenschau-Ausgaben genutzt. Nach der Konferenz fand es Verwendung in dem abendfüllenden Dokumentarfilm „Die Berliner Konferenz“.  Geleitet wurden die Dreharbeiten von dem berühmten Regisseur Sergei Gerassimow (Gesamtleitung der Aufnahmen) und dem Regisseur Ilja Kopalin.

Hinter der Kamera standen folgende namhafte sowjetische Kameraleute:

Abram Kritschewski (drehte zahlreiche Kernszenen und wurde u. a. zusammen mit Marschall Schukow in Potsdam fotografiert)

Boris Makasejew

Alexander Lebedew

Iwan Beljakow

Alexander Gaft

Wadim Mass

Leon Masrucho

Gurarij Samarij.

Zum Einsatz kam auch der sowjetische Fotograf Jewgeni Chaldej (bekannt u.a. für das Bild der Flagge auf dem Reichstag). Er fotografierte die Eröffnungssitzung der Potsdamer Konferenz und dokumentierte Stalin intensiv.

Das Team der Kameraleute machte unter anderem die berühmten, damals spektakulären Farbaufnahmen der „Großen Drei“ (Stalin, Truman und Churchill) im Garten des Schlosses Cecilienhof auf erbeutetem Agfacolor-Material.

Kriegsberichterstatter am Schloss Cecilienhof (Potsdam). Auf dem Foto, erste Reihe (von rechts nach links): Toningenieur Viktor Kotov , Regisseur Ilja Kopalin , Kameramann Boris Makasejew (siebter von rechts), Toningenieur Witali Nesterow , die Fotojournalisten Maria Kalaschnikowa (hinter Nesterow) und Samari Gurari; zweite Reihe: Kameramann Abram Kritschewski (links am Gebäude), Leiterin der sowjetischen Filmgruppe Margarita Kafijewa , Kameramann Iwan Beljakow (hinter Gurari), Kameramann Alexei Lebedew (rechts neben der Kamera). Foto: J. Chaldei . Quelle: www.russiainphoto.ru ( MAMM/MDF ).

Auf dem Foto, das Jewgeni Chaldej im westlichen Gartenbereich von Schloss Cecilienhof aufnahm, wurden von sowjetischer Seite nur die im Bildtext genannten Personen identifiziert. Die beiden Frauen – Maria Kalaschnikowa und Margarita Kafijewa – werden von den vor ihnen stehenden Männern verdeckt. Maria Kalaschnikowa war unter den Hunderten von Kriegsberichterstattern auf der Potsdamer Konferenz die einzige Frau mit einer Kamera.16Vgl. https://vk.ru/@biblioryazan-s-fotokameroi-na-linii-ognya

Die sowjetische Fotokorrespondentin Maria Kalaschnikowa unter ihren männlichen Kollegen. Das Foto ist ebenfalls von Jewgeni Chaldej und wurde in der gleichen Situation aufgenommen, wie das obige Gruppenfoto. An der Kamera steht Gurarij Samarij. Rechts steht der Fotograf der US-Delegation William J. Belknap Jr. Links neben ihm sitzend möglicherweise Robert Capa.

Spielfilm

Die Potsdamer Konferenz von 1945 dient in internationalen und deutschen Spielfilmen meist als atmosphärischer Hintergrund für politische Spionage-Thriller, Nachkriegs-Dramen oder historische Biopics.

Truman at Potsdam (1976)

Am 21. Januar 1972 gab das US-Außenministerium alle seine diplomatischen Dokumente aus dem Jahr 1945 frei, so dass zusätzliches Material zur Potsdamer Konferenz im Nationalarchiv der USA verfügbar wurde. Der US-amerikanische Schriftsteller und Historiker Charles L. Mee Jr. nutzte diese Möglichkeit und schrieb auf der Grundlage seiner Archivrecherchen und Auswertungen von Büchern und sonstigen Publikationen ein Buch. Unter dem Titel „Meeting at Potsdam“ erschien es im Jahr 1975. Seitdem ist es wiederholt publiziert und in Übersetzungen veröffentlicht worden.

Am 8. April 1976 wurde vom Fernsehsender NBC in der Anthologie-Fernsehserie „Hallmark Hall of Fame“ in dokumentarischer Form das Historiendrama „Truman at Potsdam“ gesendet. Das Drehbuch schrieb Charles L. Mee basierend auf seinem Buch zusammen mit dem Drehbuchautor Sidney Carroll. Der Film hatte eine Länge von 1 Stunde und 13 Minuten. Regie führte George Schaefer. Bekannte Schauspieler wirkten in dem Film mit: Edward (Ed) Flanders als US-Präsident Harry S. Truman, José Ferrer als der Führer der Sowjetunion Josef Stalin und John Houseman als Premierminister Churchill.

Foto aus der New York Times v. 6. April 1976.

Obwohl es sich um eine mit Stars besetzte Produktion handelte, ging der Film bei den großen Preisverleihungen wie den Primetime Emmy Awards leer aus.

Truman (1995)

Truman ist ein US-amerikanischer Biografie-Fernsehfilm aus dem Jahr 1995 von Regisseur Frank Pierson mit Gary Sinise in der Rolle des US-Präsidenten Harry S. Truman. Der von HBO produzierte Film basiert auf der preisgekrönten Biografie des Historikers und Biographen David McCullough. In der 1993 veröffentlichten Biographie  „Truman“ beschreibt McCullough die Lebensgeschichte des US-Präsidenten Harry S. Truman, seinen Aufstieg vom einfachen Farmer und Lokalpolitiker bis zum 33. Präsidenten der USA. Er bekam dafür seinen ersten Pulitzer-Preis für die Beste Biografie. McCullough schrieb zusammen mit Thomas Rickman das Drebuch.

Zu den wichtigsten Themen des Films gehören der Zweite Weltkrieg, der Entschluss zum Abwurf der Atombombe sowie die Nachkriegszeit. Von der Kritik erhielt der 2 Stunden und 15 Minuten lange Fernsehfilm positive Bewertungen und gewann unter anderem Emmy- und Golden-Globe-Auszeichnungen.  Darunter der Golden Globe Awards 1996 für den besten Hauptdarsteller in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm (Gary Sinise). Er war darüber hinaus für viele weitere Preise nominiert, darunter für den Golden Globe als beste Miniserie/Fernsehfilm, den Directors Guild of America Award für die Regie von Frank Pierson sowie für eine Reihe weiterer Emmys (unter anderem Diana Scarwid als beste Nebendarstellerin und verschiedene technische Kategorien wie Ton und Schnitt).

Der Film ist in Originalsprache auf YouTube zu sehen.

The Good German (2006)

 

Der Neo-Noir-Thriller (deutscher Zusatztitel: In den Ruinen von Berlin) spielt im Juli 1945 während der Potsdamer Konferenz. Ein amerikanischer Kriegsberichterstatter kehrt in das zerbombte Berlin zurück, um über das Treffen der „Großen Drei“ zu berichten, wird jedoch in einen Mordfall und eine Verschwörung rund um die Rekrutierung deutscher Raketenwissenschaftler durch die Alliierten (Operation Paperclip) verwickelt.

Der Film wurde stilistisch komplett mit der Technik der 1940er Jahre gedreht (Schwarz-Weiß, alte Objektive, 1.37:1-Format), um das zeitgenössische Kinogefühl zu imitieren. Regie führte Steven Soderbergh. Das Drehbuch wurde von Paul Attanasio geschrieben und basiert auf dem gleichnamigen Roman des US-Autors Joseph Kanon aus dem Jahr 2001. Die Hauptrollen spielten George Clooney, Cate Blanchett und Tobey Maguire. In den weiteren Rollen sind ebenfalls bekannte Charakterdarsteller zu sehen.17https://www.imdb.com/de/title/tt0452624/fullcredits/

Der Film The Good German – In den Ruinen von Berlin ist aktuell bei keinem der großen Streaming-Dienste in einer Flatrate (wie Netflix oder Disney+) enthalten. Der Film steht als On-Demand-Titel (meist ab ca. 3,99 € zum Leihen oder ca. 9,99 € zum Kaufen) bei verschiedenen Anbietern zur Verfügung: Amazon Prime Video, Apple TV Store, Google Play Movies und YouTube, MagentaTV, Videoload sowie Maxdome Store. Die DVD ist regulär im Online-Handel (z. B. über Amazon) erhältlich.

Der Sieg (Pobeda) 1985

Der sowjetische Spielfilm aus dem Jahr 1984/1985 thematisiert die Nachkriegsdiplomatie und die Konferenz von Potsdam thematisiert. Es handelt sich um eine Koproduktion der DDR (DEFA-Studio für Spielfilme) und der UdSSR (Mosfilm). Er basiert auf dem gleichnamigen dreibändigen Roman des sowjetischen Schriftstellers Alexander Tschakowski. Er erschien in Moskau 1978 und 1981 und in deutscher Sprache in Berlin in den Jahren 1981, 1982 und 1984, übersetzt von Harry Burck. Er ist vor allem für seine Übertragungen klassischer und moderner russischer bzw. sowjetischer Literatur ins Deutsche bekannt. Burck arbeitete als literarischer Übersetzer und Redakteur, unter anderem für den Verlag Volk und Welt in Berlin.

Regie führte Jewgeni Matwejew. Zusammen mit Wadim Trunin verfasste er auch das Drehbuch. In dem 154 Minuten langen Film wirken neben sowjetischen Darstellern (u. a. Alexander Michailow, Andrei Mironow) auch Schauspieler der DEFA mit, darunter Klaus-Peter Thiele. Zudem werden historische Persönlichkeiten wie Stalin (Ramaz Chkhikvadze), Churchill (Georgi Menglet), Truman (Algimantas und Shukow (Michail Uljanow) dargestellt.

Der Film ist in zwei Teile gegliedert („Die Zeit der Hoffnungen“ und „Die Zeit der Unruhe“) und umspannt eine 30-jährige historische Entwicklung der Friedenspolitik der Sowjetunion:
Ausgangspunkt 1975: Auf der KSZE-Konferenz in Helsinki treffen der sowjetische Journalist Michail Woronow und der US-Fotoreporter Charles Bright aufeinander.
Rückblende 1945: Die beiden hatten sich als junger Offizier und Reporter während der Potsdamer Konferenz kennengelernt und angefreundet.
Konflikt: In Helsinki muss Woronow erkennen, dass Bright sich entfremdet und ihre alte Freundschaft für politische Zwecke verraten hat. Historische Dokumentaraufnahmen begleiten diesen Bogen.18Siehe: https://www.defa-stiftung.de/filme/filme-suchen/der-sieg-teil-1-2/

Am 3. Mai 1985 kam der Film in die Kinos der DDR und am 8. Mai 1985 sendete ihn das 1. Programm des Deutschen Fernsehfunks (DFF) der DDR.

1985 wurde der Film auf dem 18. Allunionsfilmfestival (Всесоюзный кинофестиваль – ВКФ) in Minsk mit einem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet. In der DDR gab es für den Film hingegen keine namhaften staatlichen oder kritischen Filmpreise.

In der Sowjetunion war der Film als monumentales Prestigeprojekt zum 40. Jahrestag des Sieges über den Faschismus angelegt. Durch eine massive staatliche Bewerbung und die gezielte Mobilisierung von Schulklassen, Betrieben und gesellschaftlichen Organisationen erreichte er hohe, staatlich forcierte Zuschauerzahlen. Für das sowjetische Publikum bot der Film mit seiner Starbesetzung (wie Andrei Mironow) durchaus Schauwert, wurde jedoch primär als feierliche und ideologische Pflichtveranstaltung wahrgenommen.
In den Lichtspielhäusern der DDR stieß der Film auf eine eher verhaltene Resonanz. Das dortige Kinopublikum bevorzugte Mitte der 1980er Jahre leichtere Unterhaltung, Hollywood-Produktionen oder alltagsnahe DEFA-Gegenwartsfilme. Ein über zweieinhalbstündiges, stark politisch-ideologisches Dokudrama über die Potsdamer Konferenz und die KSZE-Verhandlungen traf nicht den Nerv der breiten Masse, weshalb die Säle abseits von organisierten Jugend- oder Parteiveranstaltungen oft leer blieben.
Insgesamt wurde der Film vom Publikum eher als „staatstragendes Monumentalwerk“ konsumiert denn als echter Kassenknüller gefeiert.

In den staatlichen Medien der sozialistischen Länder wurde der Film pflichtbewusst gelobt, da es sich um ein hochrangiges ideologisches Prestigeprojekt handelte:
Fachzeitschriften und Tageszeitungen (wie das Neue Deutschland in der DDR oder die Prawda in der UdSSR) feierten das Werk als „wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung“. Gelobt wurde der Versuch, die historische Brücke von der Potsdamer Konferenz 1945 zum KSZE-Prozess in Helsinki 1975 zu schlagen, um die sowjetische Friedensdiplomatie zu legitimieren. Positiv hervorgehoben wurde von den Rezensenten oft die handwerklich solide Einbindung von authentischem Archiv- und Dokumentarmaterial. In manchen DDR-Fachmedien (wie dem Filmspiegel) klang zwischen den Zeilen bisweilen verhaltene Kritik an der künstlerischen Form durch, da das starre, monumentale Pathos und die episodenhafte Struktur der Romanvorlage von Alexander Tschakowski die schauspielerische Entfaltung sichtlich hemmten.

Das Urteil der unabhängigen Filmkritik (sowie der filmhistorischen Aufarbeitung nach 1989) fiel deutlich negativer aus:
Künstlerische Schwächen: Kritiker bemängelten vor allem die hölzerne Inszenierung. Der Film wurde als „wenig überzeugender Agitationsfilm“ eingestuft, der trotz des interessanten historischen Materials dramaturgisch sehr an der Oberfläche hängen bleibe.19Vgl. https://www.filmdienst.de/film/details/54595/der-sieg
Plakative Schwarz-Weiß-Malerei: Scharf kritisiert wurde die starre Aufteilung der Charaktere in Gut und Böse. Während der sowjetische Journalist Woronow als moralisch unfehlbarer Held inszeniert wird, verkommt sein US-amerikanischer Kollege Bright im Laufe der Handlung zum klischeehaften und prinzipienlosen Verräter des Westens.
Fehlende Tiefe: Statt eines packenden Politthrillers sahen Kritiker eher ein starres Abspulen von Staatsdoktrinen, bei dem die menschlichen Konflikte der Figuren hinter der monumentalen Kulisse und den politischen Reden komplett in den Hintergrund gedrängt wurden.

Der Spielfilm „Der Sieg“ (Pobeda) ist im regulären deutschen Streaming-Angebot (wie Netflix, Amazon Prime Video oder Disney+) aktuell nicht als Stream, Leih- oder Kaufoption verfügbar. Auch die DEFA-Stiftung bietet ihn weder als DVD noch zum Streamen an.
Eine Fassung in russischer Sprache ist hier zu finden.

Der aufmerksame Zuschauer und Leser der Beiträge auf dieser Internetseite wird feststellen, wie großzügig mit den historischen Tatsachen umgegangen wird. Zum Beispiel durften nur ausgewählte Fotografen der Delegationen bei der Ankunft der Delegationen den Flugplatz Gatow betreten. Die Masse musste sich außerhalb der Zäune aufhalten. Trotzdem sind die eingebauten Originalaufnahmen für die historische Forschung nicht außer Acht zu lassen.

Oppenheimer (2023)

In Christopher Nolans Oscar-prämiertem Monumentalfilm ist die Potsdamer Konferenz ein zentraler, unsichtbarer Zeitdruck. General Leslie Groves (Matt Damon) und die US-Regierung drängen Oppenheimer (Cillian Murphy) vehement dazu, den Trinity-Test rechtzeitig fertigzustellen. Truman (gespielt von Gary Oldman) benötigte den erfolgreichen Test als diplomatisches Druckmittel für die Verhandlungen mit Stalin in Potsdam.20https://de.wikipedia.org/wiki/Oppenheimer_(2023)

The Price of Peace (2026/27)

Die in Babelsberg ansässige Raccoon Features GmbH produziert 2026 einen Film über die Potsdamer Konferenz. Das berichtet die Tageszeitung „Potsdamer Neueste Nachrichten“ (PNN) in ihrer Ausgabe vom 17. August 2026. „The Price of Peace“ lautet der Titel (möglicherweise ein Arbeitstitel21 Mit diesem Titel gibt es mindestens noch drei andere Filme. Vgl. u.a. https://www.imdb.com/de/title/tt39290033/), und der neuseeländische Schriftsteller, Dramatiker, Drehbuchautor und Filmproduzent Anthony McCarten ist der Regisseur und Autor. McCarten war zudem bereits viermal für einen Oscar nominiert.

Die Hauptdreharbeiten begannen im Sommer 2026 in London22Vgl. https://www.screenglobalproduction.com/news/2026/07/17/anthony-mccarten-political-film-the-price-of-peace-london-shoot und Potsdam, die Fertigstellung ist für 2027 geplant.

Die Handlung konzentriert sich auf Juli 1945, als die drei Staatsmänner mit ihren gegensätzlichen Zielen aufeinandertreffen: Truman will den Pazifikkrieg beenden, Churchill steht vor innenpolitischen Wahlen und Stalin strebt nach territorialer Expansion. … „Die Potsdamer Konferenz markierte einen entscheidenden Wendepunkt der Weltgeschichte – den Moment, als der Zweite Weltkrieg in den Kalten Krieg überging“, sagte McCarten. „Dies ist keine Filmbiografie, sondern ein Politthriller, bei dem es um ungeheure Summen geht.“23https://variety.com/2026/film/news/guy-pearce-jared-harris-merab-ninidze-the-price-of-peace-1236659656/

Guy Pearce spielt Harry S. Truman, Jared Harris ist Winston Churchill und Merab Ninidze spielt Stalin. Das Drehbuch des Films verarbeitet den 2016 erschienenen Bestseller des US-amerikanischen Wissenschaftautors Steve Olson „The Apocalypse Factory. Plutonium and the Making of the Atomic Age„.

Das von Anthony McCarten verfasste Drehbuch wird explizit nicht als klassisches Biopic, sondern als hochspannender Polithriller beschrieben. McCarten weicht von Olsons Buch ab, in dem die Potsdamer Konferenz auf den insgesamt 336 Seiten nur an fünf Stellen erwähnt wird. Es beleuchtet die historischen Ereignisse der Potsdamer Konferenz im Juli 1945 und konzentriert sich auf das psychologische und diplomatische Kräftemessen der „Großen Drei“. McCarten inszeniert das Drehbuch als ein psychologisches Kammerspiel, bei dem die Entscheidungen dreier Männer das Schicksal von Millionen Menschen für Jahrzehnte besiegeln. Neben den politischen Verhandlungen fließen persönliche Schicksale mit ein – so spielt auch Churchills Tochter Mary (Mia Threapleton) eine Rolle, ebenso wie General Leslie Groves (Danny Huston), der militärische Leiter des Manhattan-Projekts zur Entwicklung der Atombombe.
Laut offiziellen Angaben stehen die „geheimen Agenden und persönlichen Krisen“ von Truman, Churchill und Stalin im Mittelpunkt, während sie wie in einem „diplomatischen Schachspiel“ agieren:

Harry S. Truman (Guy Pearce): Der frisch vereidigte US-Präsident steht unter massivem Druck. Er muss einen Weg finden, den andauernden und verlustreichen Krieg mit Japan im Pazifik so schnell wie möglich zu beenden.
Winston Churchill (Jared Harris): Während er in Potsdam über die Neuordnung der Welt verhandelt, droht ihm in der Heimat der politische Absturz. Er steckt mitten in einer richtungsweisenden Parlamentswahl, die er letztlich auch verliert.
Josef Stalin (Merab Ninidze): Der sowjetische Diktator verfolgt eiskalt seine eigenen imperialen Ziele. Er will seinen Einflussbereich sichern und erheben erhebliche territoriale Ansprüche auf die besetzten Gebiete in Osteuropa.

Interessant wird sein, wie in dem Film thematisiert wird, dass die drei Staatschefs aus dem „Gefühl ihrer historischen Größe“ heraus meinten, nicht nur über das Schicksal Europas entscheiden zu dürfen, sondern auch anderer Kontinente. Für alle drei waren die Staaten und Völker der Welt wie die Figuren in einem Schachspiel, die sie nach Belieben hin und her schoben. Und dieses Gefühl der Größe brachte sie einander näher, so dass am Ende der Potsdamer Konferenz von der Möglichkeit der Zusammenarbeit fabuliert wurde.
Interessant wird auch sein, wie die Filmemacher diese historische Erkenntnis verarbeiten:
Nicht die Potsdamer Konferenz ist verantwortlich für den Übergang zum Kalten Krieg, sondern der Abwurf der Atombomben und das damit der Sowjetunion durch die USA aufgezwungene Wettrüsten.

Da die Dreharbeiten erst im Juli 2026 begannen, hält die Produktion Bildmaterial daüber im Moment noch streng unter Verschluss. Bisher gibt es in den Medien ausschließlich Archiv- und Porträtbilder der beteiligten Schauspieler wie Guy Pearce oder Jared Harris sowie Fotos des Regisseurs Anthony McCarten.
Ähnlich unbekannt sind bislang auch die Entwürfe des Filmplakats sowie für andere mit dem Film verbundene Werbeprodukte.

Das genaue Budget für The Price of Peace wurde von den Produktionsfirmen noch nicht offiziell beziffert. Branchenberichte bezeichnen es aber als Großproduktion im Bereich von schätzungsweise 40 bis über 80 Millionen US-Dollar.
Hinter der Finanzierung steht ein internationales Konsortium aus verschiedenen Produktionshäusern (darunter Raccoon Features, Muse of Fire Productions und Salloway Studios). Die weltweiten Vertriebsrechte werden unter anderem von der französischen SND und CAA Media Finance für den US-Markt vermarktet.24Vgl. https://deadline.com/2026/07/threapleton-huston-guy-pearce-price-peace-filming-begins-1236998242/

Weitere Informationen zu dem Film sind auf der Internetseite IMDB zu finden.

Dokumentar- und Lehrfilm

Die filmische Aufarbeitung der Potsdamer Konferenz in Form von Dokumentarfilmen begann kurz nach ihrem Ende. Es gab extra für die Öffentlichkeit hergestellte oder nur für den internen Gebrauch bestimmte.

Sowjetunion

Die Sowjetunion brachte im August 1945 den Farbdokumentarfilm „Берлинская конференция“ (Die Berliner Konferenz) in die Kinos der Sowjetunion. Er hatte eine Länge von 20 Minuten und bestand aus fünf  Teilen. Gedreht wurde er von Frontkameraleuten des Zentralen Dokumentarfilmstudios unter der Regie von Sergei Gerasimov. Das Filmmaterial der Kameraleute wurde direkt nach dem Ende der Konferenz im Zentralen Studio für Dokumentarfilme (CSDF) in Moskau geschnitten und als aktuelle Kinowochenschau bzw. historischer Kurzbericht für die sowjetische Bevölkerung veröffentlicht. 

Teil 1 – Das zerstörte Berlin: Fahrt durch die Straßen der Stadt,  das Reichstagsgebäude; Potsdam – die Residenz der preußischen Könige und deutschen Kaiser, Parks, Sanssouci – das Schloss Friedrichs des Großen. Appartements für die sowjetischen, britischen und amerikanischen Delegationen. Die Büros von Stalin, Truman und Churchill. 

Teil 2 – Eintreffen des US-Präsidenten H. Truman und des britischen Premierministers W. Churchill in Gatow; unter den Anwesenden: General Montgomery , A. Ya. Vyshinsky , A. A. Gromyko , der US-Botschafter in der UdSSR, Harriman , der britische Außenminister E. Eden und andere. Fahrzeuge mit den Angekommenen auf dem Weg nach  Babelsberg.

Teil 3 – Mitglieder der sowjetischen Delegation im Cecilienhof -Park  ; darunter: Oberbefehlshaber der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland und Oberbefehlshaber des SMAD G.K. Schukow , Admiral N.G. Kusnezow , Armeegeneral A.I. Antonow und andere. Besuch von US-Präsident H. Truman in Stalins Villa in Babelsberg. Anwesend sind W.M. Molotow und US-Außenminister D. Byrnes. Besuch von I.W. Stalin und H. Truman bei W. Churchill. Ankunft der sowjetischen Delegation zum Treffen. Staatsoberhäupter der UdSSR, der USA und Großbritanniens am Runden Tisch.

Teil 4 – Treffen der Außenminister der drei Alliierten UdSSR, Englands und der USA am Runden Tisch; darunter: W.M. Molotow, A. Eden, D. Byrnes. Treffen der Generalstabschefs der UdSSR, Englands und der USA. J. Stalin, G. Truman und W. Churchill unterhalten sich auf der Veranda von Schloss Cecilienhof und werden fotografiert.

 Teil 5 –  Ankunft des neuen britischen Premierministers K. Attlee auf der Berliner Konferenz (Winston Churchill erlitt während der Konferenz eine Wahlniederlage, und sein Nachfolger Clement Attlee traf in Potsdam ein. Fortsetzung der Konferenzsitzungen in der neuen Zusammensetzung. Treffen der Staatschefs der UdSSR, Großbritanniens und der USA: Stalin, K. Attlee, G. Truman. Die Anwesenden unterhalten sich und fotografieren.

Die vorstehend beschriebenen Szenen sind in in dem Film zu sehen, der im Internet abrufbar ist. 

Eine synchronisierte Kinofassung in deutscher Sprache gab und gibt es für diesen Dokumentarfilm nicht. Der Film wurde unter enormem Zeitdruck produziert, um der sowjetischen Bevölkerung unmittelbar nach dem Ende der Potsdamer Konferenz (August 1945) den historischen Erfolg der „Großen Drei“ und die Bilder des besiegten Berlins zu präsentieren. Eine internationale Auswertung mit aufwendigen fremdsprachigen Fassungen stand zu diesem Zeitpunkt nicht im Fokus.

Ausgewählte Aufnahmen wurden direkt in die frühen Ausgaben der deutschsprachigen Nachrichtensendungen und Kinowochenschauen (wie „Der Augenzeuge“, die ab 1946 von der DEFA produziert wurde) integriert und dort auf Deutsch kommentiert. In den folgenden Jahrzehnten und für den Einsatz in historischen Dokumentationen in der DDR sowie im vereinten Deutschland wurden die Originalaufnahmen mit deutschen Untertiteln versehen oder Ausschnitte davon von deutschen Sprechern für historische Dokumentationsformate neu vertont.

2019 war im russischen Fernsehen der Dokumentarfilm „Генералиссимус„ (Generalissimus) zu sehen. Er lief in der Reihe „Der Zweite Weltkrieg“ und wurde von Studio Grad/History Lab produziert und hatte eine Laufzeit von 44 Minuten.

Der Film ist der Rolle Josef Stalins als Führer der UdSSR während der schwierigsten Phasen des Großen Vaterländischen Krieges gewidmet. Die Autoren analysieren, welche Befehle des Oberbefehlshabers sich als rettend für das Land erwiesen und welche als fatal. Der Film wirft komplexe und kontroverse Fragen nach den Kosten des Sieges, dem Ausmaß der Opfer des sowjetischen Volkes und der Ambivalenz der Beurteilung von Stalins Persönlichkeit in der modernen Geschichtswissenschaft auf.
Verarbeitet wurden auch Ausschnitte aus dem sowjetischen Dokumentarfilm von 1945 „Berliner Konferenz“.

Großbritannien

Wer im Jahr 1945 in Großbritannien Berichte über Potsdam sehen wollte, ging ins Kino und sah prägnante, dramatisch unterlegte und analytische Wochenschau-Dokumentationen, die meist zwischen 3 und 15 Minuten lang waren.
Gegen Ende des Jahres 1945 schnitten die britischen Verleiher längere filmische Chroniken des gesamten Kriegsjahres zusammen. In diesen etwa 30- bis 45-minütigen Dokumentarberichten nahm die Potsdamer Konferenz als „Schlüssel zur Nachkriegsordnung“ bereits einen zentralen Platz ein.

Die bekanntesten Titel, die Ende Dezember 1945 in die britischen Kinos kamen, lauteten

1945 – You Were There When History Was Made (oder auch „You Were There When It Happened“)
Das war die große, ca. 30- bis 40-minütige Jahreschronik von British Pathé. Der Film wurde für damalige Verhältnisse sehr aufwendig gestaltet. Er beginnt mit einer Rahmenhandlung, in der einer der berühmtesten Historiker Großbritanniens, Professor G. M. Trevelyan, in seiner Bibliothek an der Universität Cambridge ein großes Buch aufschlägt. Er führt die Zuschauer als Erzähler durch das Jahr 1945. Nach den Siegesfeiern in Europa (VE-Day) schwenkt der Film nach Deutschland.
Die Potsdamer Konferenz wird hier als das alles entscheidende politische Ereignis inszeniert, bei dem das Fundament für die neue Weltordnung und das Schicksal des besetzten Deutschlands gelegt wurde. 

Die online frei zugängliche Fassung im British Pathé Archiv sowie auf You Tube hat nur eine Länge von knapp 9 Minuten.
Dafür gibt es zwei wesentliche historische und archivtechnische Gründe:
Das „Kino-Paket“-System von 1945
Im Jahr 1945 wurden diese Filme nicht als eigenständige Dokumentarfilme gezeigt, sondern waren Teil eines sogenannten „Pathé Gazette Mega-Issues“ (einer monumentalen Sonderausgabe der Wochenschau zum Jahreswechsel).
    • Der Hauptteil des Films, der heute online als zusammenhängender Clip zu sehen ist (die besagten 9 Minuten), bildet die inhaltliche Klammer. Er enthält die Einleitung durch den Historiker Professor Trevelyan sowie den rasanten, dicht kommentierten Ritt durch die Schlüsselmomente (Ardennenoffensive, Jalta, Befreiung der Lager, Siegesfeiern, Unterzeichnung der Kapitulation, Atombombe).

Archivierung in separaten „Rollen“ (Reels)
Um die gesamte Kinovorführung von damals zu rekonstruieren, darf man nicht nur das Hauptvideo betrachten. Im Archiv von British Pathé ist das Gesamtpaket der Sonderkollektion für das Jahr 1945 in einzelne Segmente aufgeteilt. Die tiefergehenden Szenen, die damals im Kino direkt an den Hauptfilm angehängt wurden oder als optionale Zusatzrollen liefen, sind heute als eigenständige Clips katalogisiert, darunter:
Potsdam Conference and Parade (1945) (Das detaillierte Roh- und Exklusivmaterial aus Potsdam)
The New Big Three (1945) (Fokus auf Trumans und Attlees Ankunft)
Pathe Election Forum (1945) (Die für Potsdam so entscheidende britische Unterhauswahl)

Zusammen mit diesen verknüpften Einzelrollen ergab sich für die Kinobesucher im Dezember 1945 das abendfüllende Gesamterlebnis von gut einer halben Stunde.

World News In Review (1945)
Unter diesem Titel brachte British Movietone News seinen abendfüllenden Jahresrückblick heraus. Der Film fokussierte sich stark auf die globalen, geopolitischen Verschiebungen. Er spannte den Bogen von der Konferenz von Jalta über das Treffen in Potsdam bis hin zu den Atombombenabwürfen in Japan.
In diesem Rückblick wurde die Potsdamer Konferenz als direkte Vorgeschichte zur Geburtsstunde des atomaren Zeitalters und der Gründung der Vereinten Nationen (UN) analysiert.

United News: The Year 1945
Obwohl United News ein gemeinsames Medienprojekt der alliierten Informationsministerien (unter starker britischer und US-amerikanischer Beteiligung) war, lief dieser rund 30-minütige Dokumentarbericht Ende 1945 in sehr vielen britischen Lichtspielhäusern. Es ist eine chronologische, ungeschönte Zusammenfassung, die sowohl die militärischen Triumphe als auch das diplomatische Ringen der „Großen Drei“ zeigt. Sehr detailliert wurde der Übergang der Präsidentschaft von Roosevelt zu Truman und das Zusammentreffen mit Stalin und der britischen Delegation in Potsdam beleuchtet, um den Zuschauern den Übergang vom Krieg zum komplizierten Frieden zu erklären.

USA

Eigenständige, abendfüllende Dokumentarfilme, die sich ausschließlich mit der Potsdamer Konferenz befassten, gab es im Jahr 1945 in den USA nicht.
Das typische Medium für aktuelle Ereignisse waren im Jahr 1945 die Wochenschauen (Newsreels) wie Universal Newsreel oder Paramount News. Diese kurzen, meist 5 bis 10 Minuten langen Zusammenschnitte liefen im Kino vor dem Hauptfilm und widmeten der Konferenz kurze Segmente von wenigen Minuten.

Es gibt einige bekannte, historisch bedeutsame Dokumentarfilme der Alliierten aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, die das Filmmaterial aus Potsdam prominent integrierten, um der Weltöffentlichkeit die Neuordnung Deutschlands zu erklären. Sie entstanden kurz nach 1945 und waren teilweise abendfüllend.

Welt im Film (Sonderausgaben ab August 1945)
Die offizielle, britisch-amerikanische Wochenschau für die Westzonen. Obwohl das Format der Wochenschau kurz war, wurden im Sommer und Herbst 1945 Sonderausgaben mit doppelter Laufzeit zusammengestellt, die ausschließlich den Titel Die Potsdamer Konferenz trugen. Sie liefen verpflichtend in allen Kinos im besetzten Deutschland, um über die Beschlüsse (Demilitarisierung, Denazifizierung) aufzuklären.

Deutschland-Bericht (Original: Death Mills / Die Todesmühlen, 1945/1946)
Dieser vom US-amerikanischen Ministerium für Kriegsinformation (U.S. Office of War Information) produzierte Dokumentarfilm wurde von Regie-Legende Billy Wilder für die deutsche Bevölkerung im besetzten Westdeutschland fertiggestellt. Der Film kontrastiert die Aufnahmen der schockierenden Gräueltaten in den befreiten Konzentrationslagern mit den zeitgleich stattfindenden Verhandlungen der „Großen Drei“ in Potsdam, um den Deutschen die Notwendigkeit der alliierten Besatzung vor Augen zu führen.

Nürnberg und seine Lehren (Original: Nuremberg: Its Lesson for Today, 1948)
Dieser offizielle Dokumentarfilm wurde im Auftrag des US-Kriegsministeriums von Stuart Schulberg gedreht. Er dokumentiert den Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher. Um die rechtliche Grundlage der Anklage und die Aufteilung der Besatzungszonen zu erklären, nutzt der Film die offiziellen Filmaufnahmen der Potsdamer Konferenz als historischen Einstieg und Beweismittel für die gemeinsamen Beschlüsse der Alliierten.

Atomic Power (1946)
1946 produzierte die Time Inc. unter dem March of Time-Banner den Dokumentar-Kurzfilm „Atomic Power“. Dieser rekonstruierte detailliert die geheimen Ereignisse hinter den Kulissen von Potsdam – insbesondere den Moment, als Präsident Truman mitten in der Konferenz die Nachricht über den erfolgreichen Atombombentest in New Mexico erhielt und Stalin darüber informierte.
Der Film in der Regie von Jack Glenn wurde am 9. August 1946 in der Reihe March of Time als 13. Episode der 12. Staffel gezeigt. Bei der Oscarverleihung 1947 war er für den Oscar in der Kategorie „Bester Dokumentar-Kurzfilm“ nominiert.25https://de.wikipedia.org/wiki/Atomic_Powergl. https://de.wikipedia.org/wiki/Atomic_Power

The Beginning or the End (1947)
Weniger Unterstützung als „Atomic Power“ erhielt das 1947 gedrehte Doku-Drama „The Beginnung or the End“ (Der Anfang oder das Ende“. Möglicherweise lag das an der kritischeren Herangehensweise der Filmemacher an das Thema „Atombombe und deren Einsatz im Krieg“.

Der Film entstand im Oktober 1945 als Projekt der Schauspielerin Donna Reed und ihres Highschool-Lehrers Edward R. Tompkins, der als Chemiker am Oak Ridge National Laboratory arbeitete . Bob Considine verfasste das Drehbuch, das an die Drehbuchautoren von MGM geschickt wurde.26https://en.wikipedia.org/wiki/The_Beginning_or_the_End

Im Oktober 1945 erhielt Donna Reed einen Brief von Tompkins. Tompkins war während des Krieges heimlich als Wissenschaftler für das Manhattan-Projekt in Oak Ridge rekrutiert worden. Erst nach den Abwürfen über Hiroshima und Nagasaki erfuhr er, woran er tatsächlich mitgearbeitet hatte. Erschüttert von den humanitären Folgen bat er seine ehemalige Schülerin, ihren Einfluss in Hollywood zu nutzen. Tompkins und die mit ihm verbundene Gruppe von Atomwissenschaftlern wollten die Öffentlichkeit aufrütteln. Sie planten einen Spielfilm, der die Zerstörungskraft von Nuklearwaffen ungeschönt darstellt, um ein weltweites atomares Wettrüsten zu verhindern. Donna Reed und ihr Ehemann, der Produzent Tony Owen, zeigten die Briefe dem Studiochef der Filmproduktionsfirma Metro-Goldwyn-Mayer,  Louis B. Mayer, der das Projekt sofort unter Vertrag nahm. Reed war an der Ideenfindung und Entwicklung der Story beteiligt.27Siehe dazu: https://littlevillagemag.com/donna-reed-denison-teacher-ed-tompkins-atomic-bomb/

Während der Produktion griffen das Weiße Haus unter Präsident Harry S. Truman sowie das US-Militär (unter der Leitung von General Leslie Groves) massiv in das Drehbuch ein. Kritische Passagen und wissenschaftliche Warnungen wurden vollständig herauszensiert. Am Ende wurde aus dem ambitionierten Projekt eine patriotische Pro-Bomben-Propaganda, woraufhin Tompkins empört als Berater zurücktrat.

Nach einem hitzigen Treffen im Februar 1946, bei dem ihn der MGM-Produzent Samuel Marx als „als nutzlos“ beschimpfte, weil Tompkins vehement gegen die Verwässerung der Fakten protestierte, packte der Chemiker seine Koffer. Er schrieb einem Kollegen, dass er realisiert habe, es dort mit einer „Bande von potenziellen Bastarden“ zu tun zu haben.

Der Film floppte schließlich an den Kinokassen.  In Trumans Memoiren finden weder Reed noch Tompkins eine Erwähnung. Für beide hatte die Mitwirkung aber keine nachteiligen Folgen auf ihre berufliche Entwicklung.

Edward R. Tompkins kehrte enttäuscht nach Oak Ridge zurück, um sich wieder ganz der Wissenschaft zu widmen. In den Folgejahren arbeitete er an renommierten US-Forschungseinrichtungen. Er setzte seine Karriere am Radiological Laboratory der University of California (heute Lawrence Berkeley National Laboratory) fort. Später wurde er leitender Wissenschaftler am U.S. Naval Radiological Defense Laboratory in San Francisco, wo er die Auswirkungen von Strahlung erforschte. Im Jahr 1986  verstarb Tompkins im Alter von 78 Jahren an den Folgen von Komplikationen während einer medizinischen Operation.28Vgl. https://www.knoxtntoday.com/and-the-world-was-changed-forever/

Donna Reed setzte ihre erfolgreiche Karriere fort, bis sie am 14. Januar 1986 im Alter von 64 Jahren in Beverly Hills, Kalifornien, an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb. 1953 erhielt sie den „Oscar“ für die beste Nebendarstellerin.29Vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Donna_Reed

Hiroshima (1995)
Das teils dokumentarische TV-Drama schildert die Wochen zwischen dem Ableben Roosevelts und den Atombombenabwürfen detailliert aus Sicht der amerikanischen und japanischen Führungsebenen.

Ein beträchtlicher Teil des Films widmet sich der Potsdamer Konferenz. Gezeigt wird, wie Winston Churchill Truman dazu drängt, die Bombe zu nutzen, um die sowjetische Expansion einzudämmen. Auch die historische Szene, in der Truman Stalin beiläufig von einer „neuen Waffe mit ungeheurer Zerstörungskraft“ erzählt, wird hier präzise inszeniert.30https://en.wikipedia.org/wiki/Hiroshima_(1995_film)

Die Atombombe (2014/15)
Drama-Serie aus zwei Staffeln über das Manhattan-Projekt
(Originaltitel:
Manh(a)ttan).
Die Serie fängt das moralische und politische Dilemma exzellent ein. Die zweite Staffel spitzt sich im Finale genau auf den Juli 1945 zu: Während die Wissenschaftler in Los Alamos unter extremem Stress die Bombe testen, warten die Politiker in Potsdam händeringend auf das Ergebnis, um die geopolitische Aufteilung der Welt zu diktieren.31https://de.wikipedia.org/wiki/Manhattan_(Fernsehserie)

Staffel 1 umfasst 13 Folgen. Staffel 2 besteht aus 10 Folgen.

Fernsehdokumentationen

Zahlreiche Schul- und Dokumentarfilme (wie von ZDF oder Schulfilme Online) nutzen zeitgenössisches Wochenschau- und Archivmaterial, um die Verhandlungen zwischen Stalin, Truman und Churchill (bzw. Attlee) zu rekonstruieren.
Fast ausschließlich aus historischem Archivmaterial gebaut sind folgende Titel:
Potsdamer Konferenz 1945 (1995)
Eine 31-minütige, fokussierte Geschichts-Dokumentation, die zum 50. Jahrestag der Konferenz die Originalaufnahmen analysiert.

Die Potsdamer Konferenz – Die Weichenstellung für Europa
(ZDF, Reihe Terra X History)
Eine umfassende moderne Dokumentation, die die Protokolle mit den realen Filmbildern aus dem Schloss Cecilienhof abgleicht.

Hinweis

Bei der vorstehenden Übersicht handelt es sich nur um einen Ausschnitt aus den Dokumentar- und Spielfilmen, in denen die Potsdamer Konferenz behandelt wird bzw. der mit ihr immer wieder in Verbindung gesehene Bau sowie Einsatz der Atombombe.

Es handelt sich überwiegend um Filme, die die Sicht der Sieger widerspiegeln. Eine umfassendere Analyse müsste deshalb auch die Produktionen der einstigen Verlierer berücksichtigen (wie z. B. Japan). Die Sicht der nur indirekt vom Einsatz der Bombe betroffenen jedoch von ihr bis heute bedrohten Länder wäre es ebenfalls wert, in die Analyse aufgenommen zu werden.

Tatsache ist, dass die Menschen der Welt – im Gegensatz zu den Politikern – die Existenz der Atombombe als eine die gesamte Menschheit bedrohende Erfindung ansehen. Doch nicht sie sitzen an den Auslösern, sondern Politiker, denen – so hat es oft den Anschein – das Schicksal der Menschheit gleichgültig ist.

Anmerkungen

  • 1
    https://www.foxarchives.com/about ↩︎
  • 2
    https://www.foxmovietonenews.com/ ↩︎
  • 3
    https://filmlibrary.shermangrinberg.com/?s=file=63541 ↩︎
  • 4
    https://filmlibrary.shermangrinberg.com/?s=file=63545 ↩︎
  • 5
    https://filmlibrary.shermangrinberg.com/?s=file=467666 ↩︎
  • 6
    https://www.stockfootagenewsroom.com/blog/2020/4/17/sherman-grinberg-film-library-digitization-project-update ↩︎
  • 7
    Vgl. zu den Arbeitsbedingungen während des Krieges: Grace E. Stephenson, British Newsreels at War, 1939-45: A Significant Source for Scholars, British Journal for Military History, 6.3 (2020), pp. 148-154. ↩︎
  • 8
    https://www.britishpathe.com/asset/217543/ ↩︎
  • 9
    https://www.britishpathe.com/asset/93996/ ↩︎
  • 10
    https://www.britishpathe.com/asset/94415/ ↩︎
  • 11
    https://www.britishpathe.com/asset/94002/ ↩︎
  • 12
    https://www.britishpathe.com/asset/67507/ ↩︎
  • 13
    https://www.britishpathe.com/asset/196315/ ↩︎
  • 14
    Vgl. https://terencegallacher.wordpress.com/2011/08/19/the-story-of-movietone/ ↩︎
  • 15
    https://www.youtube.com/watch?v=R0oOQg3J_uI ↩︎
  • 16
    Vgl. https://vk.ru/@biblioryazan-s-fotokameroi-na-linii-ognya ↩︎
  • 17
    https://www.imdb.com/de/title/tt0452624/fullcredits/ ↩︎
  • 18
    Siehe: https://www.defa-stiftung.de/filme/filme-suchen/der-sieg-teil-1-2/ ↩︎
  • 19
    Vgl. https://www.filmdienst.de/film/details/54595/der-sieg ↩︎
  • 20
    https://de.wikipedia.org/wiki/Oppenheimer_(2023) ↩︎
  • 21
    Mit diesem Titel gibt es mindestens noch drei andere Filme. Vgl. u.a. https://www.imdb.com/de/title/tt39290033/ ↩︎
  • 22
    Vgl. https://www.screenglobalproduction.com/news/2026/07/17/anthony-mccarten-political-film-the-price-of-peace-london-shoot ↩︎
  • 23
    https://variety.com/2026/film/news/guy-pearce-jared-harris-merab-ninidze-the-price-of-peace-1236659656/ ↩︎
  • 24
    Vgl. https://deadline.com/2026/07/threapleton-huston-guy-pearce-price-peace-filming-begins-1236998242/ ↩︎
  • 25
    https://de.wikipedia.org/wiki/Atomic_Powergl. https://de.wikipedia.org/wiki/Atomic_Power ↩︎
  • 26
    https://en.wikipedia.org/wiki/The_Beginning_or_the_End ↩︎
  • 27
    Siehe dazu: https://littlevillagemag.com/donna-reed-denison-teacher-ed-tompkins-atomic-bomb/ ↩︎
  • 28
    Vgl. https://www.knoxtntoday.com/and-the-world-was-changed-forever/ ↩︎
  • 29
    Vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Donna_Reed ↩︎
  • 30
    https://en.wikipedia.org/wiki/Hiroshima_(1995_film) ↩︎
  • 31
    https://de.wikipedia.org/wiki/Manhattan_(Fernsehserie) ↩︎

© GeschichtsManufaktur Potsdam, 29. September 2026